Blumenmischungen für trockene Standorte: nach Bodenart wählen, säen und pflegen
- Für trockene bis mäßig trockene Standorte gibt es mager-saure und mager-basische Regio-Mischungen; welche passt, zeigt der pH-Wert.
- Sandige Böden halten wenig pflanzenverfügbares Wasser, in tonreichen Böden kann sich Wasser dagegen stauen.
- Gebietseigene Wildblumen säst du im März und April oder von Mitte August bis Mitte September, am besten vor angekündigtem Regen.
- Nach der Aussaat braucht die Saat mindestens 4 bis 5 Wochen durchgehend Feuchtigkeit.
- Etablierte, magere Flächen kommen im Sommer normalerweise ohne Gießen aus und werden nicht gedüngt.
Auf einem sonnigen, schnell abtrocknenden Boden kommt es bei einer Blumenmischung auf zwei Momente an: den Kauf und die Keimung. Gebietseigene Wildblumensaat braucht nach der Aussaat mindestens 4 bis 5 Wochen durchgehend Feuchtigkeit, und genau die halten sandige Böden schlecht. Ist die Fläche einmal etabliert, kommt eine standortgerechte Mischung im Sommer dagegen normalerweise ohne zusätzliches Wasser aus. Ich prüfe deshalb vor jedem Saatgutkauf zuerst den Boden und lege die Aussaat in eine Zeit mit angekündigtem Regen.
Woran du erkennst, wie trocken dein Standort ist
In der Natur entstehen Trockenrasen an vollsonnigen Stellen auf flachgründigen, trockenen und oft nährstoffarmen Böden. Im Garten lohnt sich ein genauerer Blick, denn nicht jede trockene Oberfläche ist ein trockener Standort. Sandige Böden halten wenig pflanzenverfügbares Wasser. Wie viel ein Boden insgesamt speichert, hängt außerdem von seiner Tiefe ab.
Die nutzbare Feldkapazität ist die Wassermenge, die ein Boden für Pflanzen verfügbar speichern kann. Je nach ihrer Größe leiten Bodenporen das Wasser weiter oder halten es fest. Auch die Bodentiefe bestimmt mit, wie viel Wasser insgesamt Platz hat.
Manche Fläche wirkt trocken, weil das Wasser gar nicht erst eindringt. Verdichtung und Verschlämmung können die Wasseraufnahme und die Speicherung vermindern und den Oberflächenabfluss verstärken. Nach Bauarbeiten lockerst du solche Verdichtungen deshalb vor der Aussaat.
Das Gegenstück ist ein schwerer Boden mit hohem Tonanteil, in dem sich Wasser stauen kann. Die Gewöhnliche Nachtkerze hat eine hohe Trockenheitstoleranz, verträgt aber keine stauende Nässe. Auf einem Tonboden, der Wasser staut, steht sie deshalb falsch, obwohl sie Trockenheit gut aushält.
So prüfst du den Boden
Mit der Fingerprobe schätzt du an feuchtem, nicht nassem Feinboden grob die Bodenart ein. Genauer wird es mit einer Gartenbodenanalyse, die standardmäßig Phosphat, Kalium und den pH-Wert erfasst. Für eine repräsentative Probe mischst du 10 bis 15 gleichmäßig verteilte Einstiche aus einer einheitlich genutzten Fläche. Stickstoff gehört nicht zur üblichen Untersuchung und muss zusätzlich beauftragt werden.
Auch der Bewuchs gibt Hinweise. Gut gedeihender Löwenzahn kann auf einen stickstoffreichen Boden hindeuten. Verlass dich dabei nicht auf eine einzelne Art, denn mehrere Zeigerpflanzen am gleichen Standort erlauben eine genauere Einschätzung.
Bevor ich Saatgut bestelle, steche ich an mehreren Stellen der Fläche einen Spaten ein. Ich schaue, wie tief die Erde reicht, ob ich auf Sand oder Kies stoße und ob der Boden nach einem Regen in der Tiefe noch feucht ist. Was dort von selbst wächst, notiere ich mir dazu.
Welche Mischung zu welchem Boden passt
Für trockene bis mäßig trockene Standorte werden mager-saure und mager-basische Regio-Mischungen unterschieden. Den pH-Wert liefert die Bodenanalyse ohnehin mit, also weißt du danach, welche der beiden Varianten du suchst. Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffversorgung gehören ebenso zur Auswahl. Auch nährstoffreichere Böden tragen eigene Wiesengesellschaften, für die es passende Mischungen gibt.
| Standort | Mischungstyp | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| sehr mager, sandig, schnell abtrocknend | Mager- und Sandrasen aus 50 % Blumen und 50 % Gräsern | wird 60 bis 100 cm hoch |
| trocken und kalkreich | mager-basische Regio-Mischung | pH-Wert vorher bestimmen lassen |
| trocken und sauer | mager-saure Regio-Mischung | pH-Wert vorher bestimmen lassen |
| sonnige, eher trockene Siedlungsfläche, Steingarten | regionale Trockenmischung wie Blumen aus dem Biosphärengebiet | Mengenangabe gilt für gestrecktes Saatgut |
| durchlässig, nicht zu nährstoffreich | Wildblumenmischung ohne zugesetzte Gräser | Beispiel: Blühendes Biosphärengebiet mit 100 % Wildblumen |
| trockener Gehölzrand im Voll- oder Teilschatten | Schattsaum | manche Arten erst nach 3 bis 4 Jahren blühreif |
| Dachfläche | Dachbegrünungsmischung aus 50 % Blumen und 50 % Gräsern | Vegetationstragschicht ab 12 cm |
| lehmig oder nährstoffreich | an den Boden angepasste Wiesenmischung | keine Sandrasen-Mischung erzwingen |
Eine Mischung nur nach dem Wort sonnig auswählen. Die Staudenmischung Veitshöchheimer Blütentraum etwa ist für offene, sonnige Standorte gedacht, die nicht dauerhaft trocken und nicht extrem nährstoffarm sind. Auch innerhalb einer Gattung lohnt der zweite Blick. Die Acker-Witwenblume eignet sich für trockene, sonnige Standorte. Knautia dipsacifolia kommt dagegen in Wäldern, Fettwiesen und Hochstaudenfluren vor und darf nicht pauschal wie eine Trockenwiesenpflanze behandelt werden.
Sand und Kalk
Auf sehr mageren Böden, die nach Regen rasch wieder abtrocknen, passt eine Mischung für Mager- und Sandrasen. Sie enthält Blumen und Gräser zu gleichen Teilen und erreicht 60 bis 100 cm Höhe. Kalkreiche Sandrasen tragen in der Natur eine niedrige, lückige Vegetation auf nährstoffarmen, mehr oder weniger basenreichen Sandböden. Für sonnige Plätze mit lockerem, steinig-sandigem Boden eignet sich auch das heimische Gewöhnliche Leinkraut, das sich über AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. ausbreitet.
Ob du zur mager-basischen oder zur mager-sauren Variante greifst, entscheidet der pH-Wert. Auf kalkreichen, trockenen Flächen kommt zum Beispiel die Tauben-Skabiose infrage, die wild in kalkreichen Trocken- und HalbtrockenrasenEin Halbtrockenrasen ist eine spezielle Form des Magerrasens auf ungedüngten Standorten. Er bleibt nur durch Mahd oder Beweidung offen, sonst würde dort Wald wachsen, und ist Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. wächst. Wiesen-Salbei ist auf Magerrasen und Magerwiesen zu Hause.
Lehm und nährstoffreiche Böden
Nicht jeder Boden, der im Sommer austrocknet, ist mager. Für nährstoffreichen Gartenboden wählst du eine entsprechend angepasste Wiesenmischung, statt eine Trockenmischung zu erzwingen. Auf lehmigem Wiesenboden kommen zum Beispiel Wiesenmargerite, Wiesenflockenblume, Rote Lichtnelke und Wiesenglockenblume infrage. Wie du eine Rasenfläche gezielt abmagerst, steht weiter unten bei der Vorbereitung.
Trockener Schatten unter Gehölzen
Eine typische Blumenwiese braucht Sonne ohne dichte Gehölzkonkurrenz. Für wenig betretene Gehölzränder im Voll- oder Teilschatten mit trockenem, nährstoffärmerem bis mäßig nährstoffreichem Boden gibt es Schattsaum-Mischungen. Sie werden vorzugsweise im Spätsommer gesät und erreichen 60 bis 120 cm Höhe. Weil manche ihrer Arten erst nach 3 bis 4 Jahren blühreif werden, beurteilst du einen Schattsaum nicht nach dem ersten Sommer.
Steingarten und Dach
Für sonnige, eher trockene Siedlungsflächen wie Steingärten gibt es regionale Mischungen, etwa Blumen aus dem Biosphärengebiet für trockene Standorte. Auf einem Dach ist eine Mischung aus Blumen und Gräsern zu gleichen Teilen für eine Vegetationstragschicht ab 12 cm vorgesehen.
So stellst du eine Mischung für trockene Standorte zusammen
Steht der Mischungstyp fest, prüfst du die konkrete Packung. Es geht um Herkunft und Lebensdauer, um die Blühfolge über das Jahr und um Höhe und Struktur.
Die Packung lesen
Die Bezeichnung Wildblumen auf einer Saatmischung belegt weder heimische Arten noch, dass daraus eine dauerhafte Wiese wird. Ich lese deshalb bei jeder Tüte zuerst die Artenliste mit den botanischen Namen und die Angaben zu Lebensdauer und Standort. Mischungen mit einem hohen Anteil einjähriger Kulturblumen eignen sich nicht als dauerhafte Blumenwiese.
Für gebietseigenes Saatgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt. Die Zertifikate VWW-Regiosaaten und RegioZert weisen die gebietseigene Herkunft nach. Regionale Herkünfte derselben Art können sich in Blühzeitpunkt und Widerstandsfähigkeit gegen Frost oder Hitze unterscheiden. Ich frage deshalb beim Kauf, aus welchem Ursprungsgebiet eine Mischung stammt, und gleiche es mit meiner Gegend ab.
Rechtlich zählen Gebäuden zugeordnete Gärten grundsätzlich nicht zur freien Natur im Sinne von § 40 BNatSchG. Maßgeblich bleibt aber, wie die Fläche im Einzelfall tatsächlich zugeordnet ist.
„Was Hitze aushält, hält auch Trockenheit aus.“ Hitzetoleranz und Trockenheitstoleranz sind verschiedene Eigenschaften und treten bei Pflanzen nicht zwangsläufig gemeinsam auf. Dass gebietsfremde Pflanzen aus wärmeren oder trockeneren Regionen unter den veränderten Klimabedingungen in Deutschland generell besser geeignet wären, ist wissenschaftlich nicht belegt. Entscheidend ist die Standortangabe auf der Packung, nicht eine exotische Herkunft.
Darauf schaue ich auf jeder Packung:
- Artenliste mit botanischen Namen ist einsehbar
- Angaben zu heimisch und mehrjährig stehen ausdrücklich darauf
- Standortangabe trocken oder mager, dazu sauer oder basisch
- Ursprungsgebiet und Zertifikat VWW-Regiosaaten oder RegioZert
- Saatmenge ist als reine oder als gestreckte Menge gekennzeichnet
Blühfolge vom Frühjahr bis in den Herbst
Insektenfreundliche Pflanzungen bieten ungefüllte Blüten und ein gestaffeltes Angebot vom Frühjahr bis in den Spätherbst. Eine heimische Blumenwiese hat ihren Hauptblühzeitraum aber häufig im Mai und Juni. Für eine lange Blühfolge brauchst du also gezielt Arten, die davor und danach blühen. Auf Wildbienen ausgerichtete Flächen sollten zudem KorbblütlerKorbblütler sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten unter anderem Kopfsalat, Endivie, Chicorée und Schwarzwurzel gehören. In der Fruchtfolge zählen sie zu den besonders gefährdeten Familien und sollten nicht zu häufig auf derselben Fläche stehen., Kreuzblütler, LippenblütlerLippenblütler sind eine Pflanzenfamilie, deren verwachsene Blütenblätter eine Ober- und eine Unterlippe bilden. Typisch sind ein vierkantiger Stängel und paarweise gegenüberstehende Blätter, die beim Zerreiben oft auffallend riechen; dazu gehören Küchenkräuter wie Salbei, Thymian und Majoran., Schmetterlingsblütler, Doldenblütler und Glockenblumengewächse enthalten.
So verteilen sich die Blühzeiten einiger Bausteine für sonnige, trockene Flächen:
| Blühzeit | Baustein | Hinweis |
|---|---|---|
| ungefähr Februar und März | Frühjahrs-Krokusse, gesondert gepflanzt | Frühlingsblüher brauchen gut durchlässigen Boden |
| Mai bis Juli | Wiesen-Salbei, 20 bis 60 cm | wächst auf Magerrasen und Magerwiesen |
| etwa Mai oder Juni bis Oktober | Gewöhnliches Leinkraut | mehrjährig, breitet sich über Ausläufer aus |
| ungefähr Juni bis September | Kornblume und Ringelblume, einjährig | je nach Aussaat und Sorte |
| Juli und August | Acker-Witwenblume, 30 bis 80 cm | Angaben aus der Saatgutkultur |
| Juli bis Oktober | Wegwarte, 20 bis 80 cm | nährstoffarme, durchlässige Böden |
| Juli bis November | Tauben-Skabiose | botanisches Blühfenster der Wildart, Trocken- und Halbtrockenrasen |
Heimische Stauden für spezialisierte Wildbienen kannst du im Garten mit früh oder spät blühenden Arten anderer Herkunft ergänzen. Für die späte Saison eignet sich zum Beispiel das nicht heimische Patagonische Eisenkraut, das auch an trockenen Standorten zurechtkommt.
In mehrjährigen Mischungen blüht nicht alles gleich in der ersten Saison. Einzelne Arten blühen erst im zweiten Lebensjahr, und die Blühaspekte verändern sich über die Jahre. Die Wilde Möhre etwa bildet zunächst nur eine Blattrosette und blüht erst im zweiten Jahr.
Einjährig, mehrjährig und die Rolle der Gräser
Für eine dauerhafte Trockenfläche nehme ich eine mehrjährige Mischung. Sie macht nach der Anlage deutlich weniger Arbeit als eine einjährige Fläche, die jedes Jahr neu eingesät wird.
Einjährige Garten-Blühmischungen brauchen etwa 5 bis 8 Minuten Pflege je m² und Jahr. Bei mehrjährigen Garten-Blühmischungen sind es etwa 1 bis 2 Minuten je m² und Jahr. Auf Dauer angelegte mehrjährige Mischungen können 10 Jahre und länger bestehen.
Manche dauerhaften Mischungen enthalten Kornblume und Klatschmohn, damit es schon im ersten Jahr blüht. Ohne regelmäßige Bodenstörung werden solche Ackerwildblumen aber von ausdauernden Gräsern, Stauden und Gehölzen verdrängt. Dass Mohn und Kornblume in den Folgejahren zurückgehen, gehört deshalb zum erwartbaren Verlauf einer mehrjährigen Fläche.
Willst du nur ein Sommerbeet, einen Kübel oder einen Balkonkasten füllen, kommt eine einjährige Zier- oder Sommerblumenmischung infrage. Unter den einjährigen Gartenblumen gelten Schmuckkörbchen und das Schleierkraut der Elegans-Mischung als trockenheitsverträglich. Welche Mischung zu Beet, Kübel oder Balkonkasten passt, hängt von Licht, Boden und Gartentyp ab.
Gräser gehören in eine Wiesenmischung, die konkurrenzstarken Arten Weidelgras und Wiesenrispe sollten darin aber fehlen. Für blütenreiche Gartenflächen gibt es auch standortgerechte mehrjährige Blühmischungen ganz ohne zugesetzte Gräserarten.
Höhen und Struktur
Plane die Höhe von Anfang an mit, besonders an Wegen und Beeten. Neben hochwachsenden Blumenwiesen empfiehlt sich dort ein mindestens 50 cm breiter Rasenstreifen, der umfallende Halme auffängt. Soll die Fläche niedrig und betretbar bleiben, ist ein bis zu 20 cm hoher Kräuterrasen eine blütenreiche Alternative zum kurzen Zierrasen.
Bei gepflanzten Staudenmischungen entsteht der abgestufte Höhenaufbau aus Gerüststauden, Begleitern, Bodendeckern und Füllstauden. Vorgesehen sind dafür meist 7 bis 9 Stauden je m², je nach Standort und Pflanzthema auch abweichend. Trockene, frische und feuchte Freiflächen behandelst du dabei als getrennte Standorte.
Zur Struktur gehört auch der Winter. Bei einer regionalen Stauden- und Gräsermischung für trockene Standorte auf der Schwäbischen Alb können stehen gelassene Samenstände Insekten als Winterunterschlupf dienen. Ich lasse die Stängel meiner Trockenfläche deshalb bis zum Frühjahr stehen.
Welche Blumen eignen sich für trockene Standorte?
Für trockene, sonnige Standorte eignen sich unter anderem Arznei-Thymian, Taubenkropf-Leimkraut, Acker-Witwenblume und Wilde Möhre. Die Gewöhnliche Nachtkerze gilt als sehr trockenheitstolerant, die Kranz-Lichtnelke hält auch sehr trockene Bedingungen aus. Porträts und Standortansprüche dieser Arten findest du im Ratgeber, welche heimischen Wildblumen mit Trockenheit zurechtkommen.
Boden vorbereiten und säen: was am Trockenstandort anders ist
Saatbett, Oberflächensaat und Andrücken laufen hier wie bei jeder Wildblumenansaat ab. Im Wildblumen-Ratgeber steht ausführlich, wie du Wildblumen säst und die ersten Wochen begleitest. Am Trockenstandort kommt es zusätzlich auf den Zeitpunkt, die Saatmenge und den Schutz der Saat vor dem Austrocknen an.
Vor der Aussaat
Prüfe vor einer Neuansaat, ob sich eine vorhandene Fläche durch extensive Pflege oder Selbstbegrünung ökologisch aufwerten lässt. Konkurrenzstarke Pflanzen wie Quecke und Giersch entfernst du vorher mitsamt den Wurzeln. Nach dem Umgraben lässt du das Saatbett etwa 2 bis 4 Wochen setzen und bearbeitest es danach nur noch flach.
Soll aus Rasen eine magere Fläche werden, gibt es ein Verfahren mit Bodenumbau. Nach dem Entfernen der GrasnarbeDie Grasnarbe ist die zusammenhängende Pflanzendecke, die Gräser auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen bilden. Ist sie dicht, hält die Fläche Tritt gut aus und Unkräuter finden kaum Platz. wird eine etwa 5 cm starke Sand- oder Kiesschicht aufgebracht. Diese arbeitest du etwa 10 bis 15 cm tief in den Oberboden ein. Ohne Bodenumbau setzt du auf die Mahd, und das dauert. Auf wüchsigen Standorten kann regelmäßiges Abräumen des Mähguts bei nicht zu spätem Schnitt innerhalb von 5 bis 10 Jahren eine Abmagerung bewirken, verlassen kannst du dich darauf aber nicht.
Kompost ist auch ein Dünger und kann bei zu hohen Gaben Nährstoffe anreichern. Vor der Aussaat einer dauerhaften Blumenwiese arbeitest du deshalb keinen Kompost ein. Auf einer mageren Fläche verzichtest du ganz auf Düngung, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden.
Der richtige Zeitpunkt
Für die Neuansaat gebietseigener Wildblumenmischungen eignen sich März bis April und Mitte August bis Mitte September. Am besten säst du vor angekündigtem Regen. Herrscht gerade längere Trockenheit, verschiebst du die Aussaat, bis Niederschläge absehbar sind.
Manche Mischungen gibt es in einer Frühjahrs- und einer Spätsommervariante. Bei der Mischung Blühende Landschaft ist die Frühjahrsvariante für ausreichenden Frühjahrsregen und wenige Spätfröste vorgesehen. Die Spätsommervariante nutzt bei heißem Klima den Herbstregen und die gemäßigteren Temperaturen. Dazu kommt, dass in Wildblumenmischungen manche Arten erst nach einem KältereizDer Kältereiz ist eine mehrwöchige kühle Phase mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, die die Samen sogenannter Kaltkeimer durchlaufen müssen, bevor sie keimen können. Typisch ist das für viele Stauden wie Akelei, Christrose oder Schlüsselblume. keimen. Eine Spätsommersaat verbindet beides: Die Saat bekommt Herbstregen für den Start, und Arten mit Kältebedarf haben den Winter noch vor sich. Ich säe meine trockenen Flächen deshalb im Spätsommer, sobald Regen angekündigt ist.
| Mischung | Aussaatfenster |
|---|---|
| gebietseigene Wildblumenmischungen allgemein | März bis April, Mitte August bis Mitte September |
| Blumen aus dem Biosphärengebiet für trockene Standorte | Ende März bis Ende Mai, Ende August bis Mitte Oktober |
| Blühende Landschaft, Spätsommervariante | Mitte August bis Mitte September in mittleren bis höheren Lagen, in milden Weinbaulagen bis Ende September |
| Schattsaum | vorzugsweise im Spätsommer |
| einjährige Sommerblumenmischungen | ab Mitte April |
Saatmenge: rein oder gestreckt
Lies die Mengenangabe genau. Manche Packungen nennen die reine Saatmenge, andere die Ausbringmenge nach dem Strecken mit einem Füllstoff. Verwechselst du beides, stimmt die Saatdichte nicht.
Für die Mischung Mager- und Sandrasen beträgt die Saatmenge 3 g/m². Wird sie mit Füllstoff auf 10 g/m² erhöht, brauchst du dafür kein zusätzliches Saatgut. Bei der Mischung Blumen aus dem Biosphärengebiet für trockene Standorte beziehen sich 20 g/m² auf das mit Weizenkleie gestreckte Saatgut. Für feines Kräutersaatgut zur Anlage einer Blumenwiese werden meist 1 bis 3 g/m² verwendet, maßgeblich bleibt die Empfehlung der jeweiligen Mischung.
Schutzdecke und Startfeuchte
Feines Kräutersaatgut verteilst du auf der Bodenoberfläche und walzt es an, statt es einzuarbeiten. Auf einer sonnigen, offenen Fläche liegt es damit frei.
Bei ungünstigen Ansaatbedingungen kannst du eine Ansaat für Mager- und Sandrasen locker mit Heu oder frischem Grasschnitt abdecken. Vorgesehen sind 500 g Heu oder 2 kg frischer Grasschnitt je m². Die Decke kann vor starker Sonneneinstrahlung, Erosion, Kahlfrost und Vogelfraß schützen.
Für gebietseigene Wildblumenmischungen planst du mindestens 4 bis 5 Wochen durchgehende Feuchtigkeit ein, damit die Samen quellen und keimen. Die Berliner Ansaatanleitung hält ihre Wildpflanzenansaaten während der ersten 5 bis 6 Wochen feucht. Bei feuchter Witterung erscheinen die ersten Keimlinge der LUX-Blumenwiese nach etwa 2 bis 3 Wochen. Bleibt der Regen aus, bewässerst du die Auflaufphase. Bei einjährigen Sommerblumen wird in Trockenzeiten der Auflaufphase für einen frühen Blühbeginn jeden Tag bewässert.
Ich gieße eine frische Ansaat morgens mit einer feinen Brause und nehme dafür gesammeltes Regenwasser. Beginnt die Oberfläche an einer Stelle zu verschlämmen, höre ich dort auf und gieße an anderer Stelle weiter.
Pflege am Trockenstandort
Gießen: zum Start ja, danach nur im Notfall
Ist der Bestand etabliert, brauchen Blumenwiesen und kräuterreiche, extensiv gepflegte Flächen im Sommer normalerweise kein zusätzliches Wasser. Auf etablierten trockenen, nährstoffarmen Wiesenstandorten unterstützt der Verzicht auf Bewässerung und Düngung sogar konkurrenzfähige Wildblumenbestände. Eine standortgerecht zusammengesetzte Wiese braucht nach dem Anwachsen höchstens bei extremer Trockenheit eine Notbewässerung.
Gepflanzte Staudenmischungen verhalten sich anders. Sie brauchen bei anhaltender Trockenheit während der ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden durchdringendes Wässern. Später kann bei extremer Trockenheit eine Notbewässerung nötig werden.
Musst du gießen, prüfe vorher mit einer SpatenprobeDie Spatenprobe ist eine einfache Bodenbeurteilung vor Ort: Du stichst mit dem Spaten eine Erdscheibe aus und prüfst sie durch Anschauen, Riechen und Fühlen auf Krümelstruktur, Verdichtungen, Wurzeln und Regenwurmgänge., ob der Boden in etwa 20 cm Tiefe noch feucht ist. Gieß dann seltener, aber durchdringend bis zu den Wurzeln, sodass der Untergrund leicht feucht bleibt. Das Wasser gibst du möglichst morgens direkt in den Wurzelbereich.
Hitze und Trockenheit können Blüten schneller verblühen lassen und das Pollen- und Nektarangebot vermindern. Eine kurze Blüte in einem heißen Sommer muss also kein Zeichen für eine falsche Mischung sein.
Kein Dünger, kein Mulch
Auch später düngst du eine magere Trockenfläche nicht. Die mit den Berliner Wildpflanzenmischungen angelegten Flächen sollen weder gedüngt noch gemulcht werden. Eine Mulchdecke verringert zwar die Verdunstung aus Gartenboden, auf solchen Wildpflanzenflächen ist sie aber nicht vorgesehen. Auch das Mähgut bleibt nicht als düngende Mulchschicht liegen.
Mähen: oft genügt ein Schnitt
Auf nährstoffarmen, durchlässigen und trockenen Blumenwiesen kann eine einzige Mahd im Herbst ausreichen, beispielsweise Mitte bis Ende September. Ein regionaler Pflegeplan legt den einen Schnitt auf sehr mageren, trockenen Standorten in den August. Mähst du zu selten, kann das auf Dauer die Gräser fördern und die Blütenvielfalt verringern.
Mehrjährige Garten-Blühmischungen mähst du auf eine Schnitthöhe von etwa 10 cm. Das Mähgut lässt du kurz liegen, damit die Samen ausfallen, und räumst es danach vollständig ab. Dauerhaft liegen gelassenes Material bildet eine Filzschicht. Bei der Wiesenmahd bleiben 10 bis 20 % auf jährlich wechselnden Teilflächen als Rückzugsraum für Kleintiere stehen.
Etablierte Säume mähst du einmal im Jahr im Spätherbst. Sollen die Winterstände erhalten bleiben, schneidest du erst vor dem Neuaustrieb zwischen April und Anfang Mai. Einjährige Sommerblumenflächen werden im Spätherbst abgemäht und im folgenden Frühjahr neu angelegt. Bei Ringelblumen und Schmuckkörbchen fördert das Ausputzen verblühter Blüten weitere Blütenknospen.
Ich mähe meine magere Fläche abschnittsweise und lasse bei jedem Schnitt einen anderen Streifen stehen. Das Mähgut bleibt kurz zum Antrocknen liegen, dann reche ich es vollständig ab.
Beikraut und Lücken
Plane in mehrjährigen Garten-Blühmischungen zwischen Mai und September 2 bis 3 Jätgänge gegen Problemunkräuter ein. Einzelne Problemkräuter wie stumpfblättriger Ampfer ziehst du in jungen Ansaaten möglichst früh von Hand. Läuft im Ansaatjahr rasch Beikraut auf, ist ein SchröpfschnittEin Schröpfschnitt ist ein früher Schnitt im ersten Jahr nach dem Aussäen einer Blumenwiese. Er kürzt schnell wachsende Beikräuter zurück, damit die langsameren eingesäten Wildkräuter nicht überwuchert werden und genug Licht bekommen. vorgesehen. Zeitpunkt und Schnitthöhe stehen im Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt über die ersten Wochen.
Bleiben in einem nährstoffarmen Bestand lückige Stellen, ergänzt du sie ohne Umbruch. Dafür mähst du den Altbewuchs kurz, raust den Boden kräftig auf, streust das Saatgut auf und drückst es an.
Was Trockenmischungen Insekten und dem Garten bringen
Langlebige, artenreiche Wiesen und Säume sind für Insekten wertvoller als nur vorübergehend bestehende Blühflächen, und heimische Wiesenpflanzen dienen auch spezialisierten Insekten als Nahrung. Mehr dazu steht im Wildblumen-Ratgeber unter „Was Blühflächen Insekten bringen“, ebenso, wo Wildblumen im Garten, am Wegrand und in der Stadt hinpassen. Wie Blumenmischungen den Garten gegen Hitze, Trockenheit und Starkregen widerstandsfähiger machen können, liest du im Ratgeber, wie du deinen Garten mit Blumenmischungen an den Klimawandel anpasst.






