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Blumenmischungen für jeden Gartentyp: Was zu Sonne, Halbschatten, feuchtem Boden und Kübel passt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 13 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Wähle die Mischung nach Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffen am Platz, nicht nach dem Bild auf der Tüte.
  • Für den Halbschatten passen Arten, die in Sonne und Halbschatten wachsen, etwa Hainblume, Schmuckkörbchen und Gemeine Nachtviole.
  • Feucht ist nicht staunass: Blutweiderich und Sumpf-Vergissmeinnicht gehören in die Feuchtzone, die Sumpfdotterblume in die Sumpfzone am Teich.
  • Im Kübel oder Kasten zählen die Wuchshöhe und Wildpflanzen mit ähnlichen Ansprüchen an Licht, Substrat, Wasser und Nährstoffe.
  • Die Bezeichnung Wildblumen garantiert keine heimischen Arten; prüfe Artenliste, Lebensdauer und Herkunft.
Dicht blühende Wildblumenfläche mit rotem Klatschmohn, violettem Feld-Rittersporn und weißen kamilleartigen Blüten. Dazwischen stehen Gräser, Knospen und grüne Mohnkapseln im Sonnenlicht.
Foto: Maria M. · Pexels License · Quelle ↗

Eine Blumenmischung braucht einen Platz, an dem ihre Arten mit Licht, Feuchte und Boden zurechtkommen. Unter dicht stehenden Bäumen gehört deshalb keine gewöhnliche Blumenwiese hin, und im Balkonkasten entscheidet die Wuchshöhe. Bevor ich eine Mischung aussuche, gehe ich an mehreren Tagen zu verschiedenen Uhrzeiten an die Stelle. Ich notiere, wann dort Schatten liegt und wie lange der Boden nach Regen nass bleibt.

Mit diesen Notizen ordnest du deinen Platz einem Mischungstyp zu: sonniges Beet, Rabatte, Halbschatten, feuchte Ecke, Kübel oder Kasten.

Welche Mischung passt zu welchem Platz?

Die Übersicht ordnet typische Gartenplätze einem Mischungstyp zu. Die Beispiele stellt dir jeder Abschnitt weiter unten genauer vor.

Platz im Garten Worauf es ankommt Passender Mischungstyp Beispiel
Sonniges Beet volle Sonne einjährige Sommerblumenmischung Großblütiger Lein, Klatsch-Mohn, Garten-Fuchsschwanz
Rabatte offen und sonnig, nicht dauerhaft trocken, nicht extrem nährstoffarm gepflanzte Staudenmischung Veitshöchheimer Blütentraum
Steingarten, trockene Ecke sonnig und eher trocken Mischung für trockene Standorte Blumen aus dem Biosphärengebiet für trockene Standorte
Halbschattiges Beet Sonne nur einen Teil des Tages Arten für Sonne und Halbschatten, Zweijahresblumen Hainblume, Schmuckkörbchen, Gemeine Nachtviole, Wald-Vergissmeinnicht
Feuchte Ecke, Teichrand ständig feucht bis zeitweise nass Arten der Feucht- und Sumpfzone Blutweiderich, Sumpf-Vergissmeinnicht, Sumpfdotterblume
Balkonkasten, Kübel sonnig bis halbschattig, wenig Wurzelraum niedrige einjährige Mischung Kiepenkerl Balkonkastenblumen
Vorgarten an Weg und Straße Sichtachsen frei halten Sommerblumenmischung unter 1 m Veitshöchheimer Sommertöne, Gelbtöne, Pastelltöne
Unter dichten Bäumen Schatten und Gehölzkonkurrenz Gehölzsaum-Mischung statt Blumenwiese Schattsaum

Licht, Feuchte und Nährstoffe einschätzen

Drei Dinge entscheiden über die passende Mischung: Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffversorgung. Mehrere verschiedene Zeigerpflanzen am selben Platz sagen dir dabei mehr über den Boden als eine einzelne Art. Wie du Licht und Boden für Wildblumen einschätzt, steht im Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.

Sonnige Beete und Rabatten

Einjährige Sommerblumen fürs Beet

Für ein sonniges Beet wähle ich eine einjährige Sommerblumenmischung mit Arten, die volle Sonne mögen. Wie so eine Mischung aufgebaut ist, zeigt die einjährige LWG-Mischung Veitshöchheimer Sommertöne. Sie kombiniert Schmuckkörbchen mit Schleierkraut, Kornblume, Ringelblume, Schleifenblume, rotem Lein, Sonnenflügel, Mandelröschen und Duft-Tagetes. Großblütiger Lein, Klatsch-Mohn und Garten-Fuchsschwanz wollen sonnig stehen, Schmuckkörbchen wächst auch im Halbschatten.

Die rotblühende Rubrum-Form des Großblütigen Leins düngst du auf magerem, durchlässigem Gartenboden nicht zusätzlich. Beim Schmuckkörbchen hältst du dich mit Dünger zurück, weil zu viel davon das Blattwachstum auf Kosten der Blüten fördert. Verblühtes an Ringelblumen und Schmuckkörbchen knipse ich beim Rundgang ab. Das Entfernen verblühter Blüten fördert bei beiden die Bildung weiterer Blütenknospen.

Tipp

Nimm für Beet und Kasten Sorten mit ungefüllten Blüten. Vollständig gefüllte Blüten bieten Bienen keinen Pollen und nur wenig Nektar.

Staudenmischungen für die Rabatte

Soll die Rabatte mehrere Jahre stehen, kommt eine gepflanzte Staudenmischung in Frage. In erprobten Staudenmischpflanzungen bauen Gerüststauden, Begleiter, Bodendecker und Füllstauden die Höhen stufenweise auf. Vorgesehen sind dafür meist 7 bis 9 Stauden je m², wobei Standort und Pflanzthema Abweichungen erfordern können. Wie dicht du pflanzt, richtet sich nach dem Platzbedarf der ausgewachsenen Arten und ihrer Ausbreitungskraft.

Ein Beispiel ist der Veitshöchheimer Blütentraum. Er verbindet Rasselblumen mit Steppen-Salbei ‘Ostfriesland’ und Silber-Raugras ‘Algäu’. Gedacht ist er für offene, sonnige Standorte, die weder dauerhaft trocken noch extrem nährstoffarm sind. Im Veitshöchheimer Blaulicht gehören Tauben-Skabiose, Wiesen-Salbei und Wiesen-Margerite zu den mehrjährigen Arten.

Trockene, sonnige Stellen

Für sonnige, eher trockene Siedlungsflächen wie Steingärten ist zum Beispiel die regionale Mischung Blumen aus dem Biosphärengebiet für trockene Standorte vorgesehen. Regio-Mischungen für trockene bis mäßig trockene Standorte gibt es in mager-saurer und in mager-basischer Ausführung. Schleierkraut der Elegans-Mischung und Prachtlein ‘Blue Dress’ vertragen Trockenheit, der Prachtlein aber keine Staunässe. Wie du eine Mischung für trockene Standorte zusammenstellst und je nach Bodenart säst, liest du im Ratgeber zu Trockenstandorten.

Halbschattige Beete

Im Halbschatten setze ich auf Arten, die in Sonne und Halbschatten wachsen. Sie kommen auch an Plätzen zurecht, an die nur einen Teil des Tages Sonne kommt.

Art Wuchshöhe Was du wissen solltest
Hainblume (Nemophila menziesii) 10 bis 20 cm passt an Gartenränder und in Gefäße; vor dem Pflanzen Kompost einarbeiten
Gänseblümchen (Bellis perennis) 5 bis 20 cm zweijährig geführt: Aussaat Ende Juli bis Anfang August, Blüte ab dem folgenden Frühjahr
Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus) 30 bis 150 cm einjährig; die Höhe hängt stark vom Boden ab
Margerite (Leucanthemum vulgare) 60 bis 80 cm mehrjährig
Gemeine Nachtviole (Hesperis matronalis) 60 bis 100 cm Veilchenduft vor allem gegen Abend; erhält sich an passenden Standorten durch Selbstaussaat
Büschelschön (Phacelia tanacetifolia) 60 bis 100 cm liefert Bienen Pollen und Nektar

Für den Frühling kommen Zweijahresblumen dazu. Sie blühen im zweiten Jahr nach der Aussaat und sterben meist nach der anschließenden Samenbildung ab. Wald-Vergissmeinnicht wächst in der Natur an frischen, nährstoffreichen Standorten wie Waldsäumen und Gehölzrändern. Im Beet braucht es humosen, durchlässigen Boden ohne Staunässe, und die Wildart blüht von April bis Mai. Weil die einzelne Pflanze nach der Samenbildung meist abstirbt und sich Vergissmeinnicht im Garten durch Selbstaussaat erhält, lässt du nach der Blüte Samenstände stehen.

Fingerhut passt an halbschattige Plätze mit humusreichem, lockerem Boden, und seine Blüten bieten unter anderem Hummeln Nektar. Seine Selbstaussaat begrenzt du, indem du die Samenstände zurückschneidest.

Achtung

Blätter, Blüten und Samen des Roten Fingerhuts sind giftig. Hat ein Kind Teile davon verschluckt, kontaktiere ein Giftinformationszentrum und lass das Kind ärztlich untersuchen.

Staudenmischungen für den Halbschatten wählst du nach ihrer Standortgruppe aus. Trockene, frische und feuchte Freiflächen, Gehölzrand und Gehölz sind dabei jeweils eigene Standorte.

Marias Erfahrung

Wo ich Zweijahresblumen gesät habe, stecke ich Holzstäbe an die Enden der Saatreihe. Beim Jäten im Herbst sehe ich so, wo die Rosetten sitzen, und lasse diese Stelle aus.

Unter Bäumen und am Gehölzrand

Unter dichten Bäumen, wo starker Schatten liegt, passen schattenverträgliche Stauden oder Saummischungen, die übliche mehrjährige Blumenwiese dagegen nicht. Ein Schattsaum wird vorzugsweise im Spätsommer gesät, und einzelne seiner Arten werden erst nach 3 bis 4 Jahren blühreif. Mehr zu Licht und Schatten steht im Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.

Feuchte Beete, Teichrand und Regenmulde

Feucht ist nicht gleich nass. Ein ständig feuchter Boden mit nur kurzer Überstauung ist ein anderer Standort als die Flachwasserzone, die dauerhaft unter Wasser steht. Auch Regio-Mischungen trennen wechselnd feuchte Standorte von staunassen Uferstandorten.

Arten für Feuchtzone und Sumpfzone

Art Wo sie hingehört Blüte
Sumpfdotterblume (Caltha palustris) Sumpfzone am Teich: etwa 10 cm oberhalb bis 10 cm unterhalb der Wasserlinie, wechselnde Wasserstände etwa März bis Mai
Blutweiderich (Lythrum salicaria) Feuchtzone: feuchte bis nasse, zeitweise überflutete Standorte je nach Region und Standort etwa Juni bis September
Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides) Feuchtzone: feuchte bis nasse Wiesen, Grabenränder Mai bis September

Die Sumpfdotterblume wird bis 50 cm hoch. Der Blutweiderich erreicht als Richtwert etwa 30 bis 120 cm. Weil die Sumpfdotterblume etwa von März bis Mai blüht und der Blutweiderich etwa ab Juni, schließt am Teichrand die Sommerblüte an die Frühjahrsblüte an. Für sonnige bis halbschattige Plätze mit frischem bis nassem Boden kommt außerdem Lanzen-Eisenkraut (Verbena hastata) in Frage.

Häufiger Fehler

Arten für frischen Boden in eine Senke setzen, in der nach Regen Wasser steht. Wald-Vergissmeinnicht, Gemeine Nachtkerze und Prachtlein ‘Blue Dress’ vertragen keine Staunässe, deshalb prüfst du vor dem Säen, ob das Wasser abläuft.

Regenmulde und wechselfeuchte Senken

Eine bepflanzte Versickerungsmulde nimmt das Regenwasser befestigter Flächen auf. Wie groß sie sein muss, hängt von den örtlichen Niederschlägen, den angeschlossenen Flächen und der Wasserdurchlässigkeit von Boden und Baugrund ab. Böden mit hohem Tonanteil eignen sich nur eingeschränkt zur Versickerung, weil sich das Wasser stauen kann. In längeren Trockenzeiten achtest du darauf, dass eine wechselfeuchte Mulde nicht vollständig austrocknet. Für den wechselfeuchten Bereich passt das heimische Echte Eisenkraut, das mäßig trockene bis wechselfeuchte, nährstoffreiche Standorte besiedelt.

Soll aus einer feuchten Fläche eine ganze Wiese werden, brauchst du statt einzelner Beetarten eine Feuchtwiesenmischung. Die Feuchtwiesenmischung für das Nordostdeutsche Tiefland enthält zum Beispiel Wiesen-Schaumkraut, Kuckucks-Lichtnelke und Echtes Mädesüß. Grundlagen zu Aussaat und Pflanzung solcher Wiesen stehen im Wildblumen-Ratgeber.

Kübel, Balkonkasten und kleine Flächen

Im Gefäß entscheidet zuerst die Wuchshöhe. Die einjährige Kiepenkerl-Mischung Balkonkastenblumen wird 20 bis 30 cm hoch und eignet sich für sonnige bis halbschattige Kästen, Kübel und Beete. Höher wird die einjährige Mischung Sommerblütenmeer desselben Anbieters mit 30 bis 60 cm. Sie ist für Beete, Rabatten, Balkonkästen und Kübel vorgesehen.

Unter den Einzelarten wachsen Schmuckkörbchen und Hainblume auch in Gefäßen. Gänseblümchen kannst du direkt in Kisten und Balkonkästen säen. In einer Gefäßkombination der LWG wurden an Verbena bonariensis ‘Purple Tower’ Bienen oder Hummeln beobachtet. Am Geländer ergänzen hängende und kletternde Wildpflanzen den Kasten.

Bevor ich einen Kasten bepflanze, prüfe ich, ob die Abflusslöcher frei sind, denn sie helfen, Staunässe zu vermeiden. Das Substrat für Wildstauden richtest du nach ihrem natürlichen Standort: Sand macht es magerer, Kompost nährstoffreicher. Wildpflanzen in einem gemeinsamen Gefäß sollten ähnliche Ansprüche an Licht, Substrat, Wasser und Nährstoffe haben und ähnlich konkurrenzstark sein. Größere Gefäße puffern bei Wildstauden Wasser- und Temperaturschwankungen besser als kleine Töpfe, und kleine Gefäße verlangen mehr Aufmerksamkeit beim Gießen. Nimm für eine Wildstaudenmischung deshalb lieber einen großen Kübel als mehrere kleine Töpfe.

Duft, Abendgarten, Vase und Blumenrasen

Duft am Sitzplatz und Blüten für den Abend

Am Sitzplatz lohnt eine Duftmischung. In der Veitshöchheimer Duftwolke steht die Gartenresede gemeinsam mit Garten-Levkoje und Gewürz-Tagetes. Versorgst du Gartenreseden mit Humus, kann das ihre Blütezeit verlängern.

Für den Abend passen Arten, die spät duften oder aufblühen. Nachtviolen verströmen vor allem gegen Abend einen kräftigen Veilchenduft, und die Gewöhnliche Nachtkerze öffnet ihre Blüten am Abend. Die Saatmischung Fledermaus & Nachtfalter kombiniert die Gemeine Nachtkerze unter anderem mit Gewöhnlicher Nachtviole und Weißer Lichtnelke. Nach der Blüte sollen die Pflanzen dort Fruchtstände ausbilden dürfen. Künstliches Licht reduzierst du im Nachtfaltergarten, und nötige Beleuchtung bleibt schwach, warmweiß, nach unten gerichtet und mit Bewegungsmelder.

Mischungen für die Vase

Für Sträuße wählst du Arten, die sich als Schnittblume eignen. Die Rasselblume ‘Amor Blue’ eignet sich frisch und getrocknet für die Vase, die Wilde Karde als Trockenblume, und auch Schmuckkörbchen ist eine Schnittblume. Schneide möglichst morgens und schneide die Stiele vor dem Einstellen noch einmal sauber an. Blätter, die ins Wasser ragen würden, entfernst du, und das Wasser in der sauberen Vase wechselst du regelmäßig.

Blumenrasen und Kräuterrasen für Familiengärten

Wo Kinder spielen, zählt die Belastbarkeit. Blumenwiesen eignen sich vor allem für selten betretene Flächen, ein Blumenrasen verträgt dagegen stärkere Nutzung durch Freizeitaktivitäten. Ein bis zu 20 cm hoher Kräuterrasen bleibt betretbar und bietet trotzdem viele Blüten. Grenzt eine hochwachsende Blumenwiese an Wege und Beete, hilft ein mindestens 50 cm breiter Rasenstreifen, der umfallende Halme auffängt. Bei der Artenwahl denkst du im Familiengarten auch an Giftpflanzen: Klatschmohn ist eine Giftpflanze mit giftigem Milchsaft.

Für Dächer gibt es eigene Mischungen, die über Beet und Kübel hinausgehen. Für eine Dachbegrünungsmischung aus Blumen und Gräsern zu gleichen Teilen ist eine Vegetationstragschicht ab 12 cm vorgesehen. Weitere Einsatzorte beschreibt der Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt Einsatzorte.

Mischungen nach Gartentyp gestalten

Naturgarten

Im Naturgarten zählen heimische Arten, denn heimische Wiesenpflanzen dienen auch spezialisierten Insekten als Nahrung. Heimische Stauden für spezialisierte Wildbienen kannst du durch früh oder spät blühende Arten anderer Herkunft ergänzen. Planst du streng heimisch, beachte: Die Gewöhnliche Nachtviole wird in Deutschland als etablierter Neophyt geführt. Wie du Herkunft und Artenliste einer Mischung prüfst, steht weiter unten bei der Kaufprüfung.

Bauerngarten

Im Bauerngarten setze ich gern auf Ackerblumen. Kornrade, Kornblume, Kamille und Mohn eignen sich für gemeinsame Ansaaten auf offenen, bearbeiteten Flächen. Kornblumen liefern Nektar für Honigbienen, Erd- und Steinhummeln sowie Schlupfwespen, die Kornrade bietet Tagfaltern Nektar. Ohne regelmäßige Bodenstörung werden viele Ackerwildblumen von ausdauernden Gräsern, Stauden und Gehölzen verdrängt.

Kornradensamen bleiben im Boden nur wenige Monate keimfähig, und die Pflanze braucht vegetationsfreie Stellen auf regelmäßig bearbeitetem Boden. Willst du sie behalten, säst du die Kornrade deshalb auf frisch bearbeitetem Boden neu, statt auf einen Samenvorrat im Boden zu setzen.

Vorgarten an Weg und Straße

Am Weg und an der Straße zählt die Höhe. Die Veitshöchheimer Sommerblumenmischungen Sommertöne, Gelbtöne und Pastelltöne bleiben unter 1 m Wuchshöhe, damit sie Sichtachsen im innerstädtischen Straßenraum weniger beeinträchtigen. Blühwiesen an Straßen planst und pflegst du so, dass sie die nötige Verkehrssicht nicht verdecken. Regelmäßig gemähte Ränder können die Akzeptanz erhöhen und verhindern, dass überhängende Pflanzen Wege einengen.

Farbe und Höhe planen

Weiße Wiesen-Margeriten und blau blühender Salbei blühen gleichzeitig und setzen einen klaren Kontrast. Rosa, Weiß und Violett bringt die Malope-Sommermalvenmischung mit großen, trichterförmigen Blüten. Himmelblau blühen die Liebeshainblume Blaue Nemophila mit weißer Mitte und der Prachtlein ‘Blue Dress’. Die Kornrade ergänzt purpurrosa Blüten mit feinen dunklen Adern.

Ich ordne die Arten nach ihrer Höhe: die niedrigen an die Beetkante, die hohen nach hinten. Die Höhen findest du in den Tabellen oben. Deine Beetfläche teilst du im Beetplaner auf, bevor du säst.

Eine heimische Blumenwiese blüht häufig vor allem im Mai und Juni. Lungenkraut, Winterlinge und Krokusse ergänzen das Angebot im Frühjahr, Wasserdost, Besenheide und blühender Efeu im Spätsommer und Herbst. Welche Arten in Mischungen zu welcher Jahreszeit blühen, zeigt der Ratgeber zu den Blütezeiten im Jahreslauf.

Mit vorhandenen Pflanzungen kombinieren

Blumeninseln lassen sich in bestehende Rasenflächen setzen und mit regelmäßig gemähten Rändern einfassen. Eine Rasenfläche kannst du auch stellenweise öffnen und standortgerechte Wildblumen in die Lücken säen. Wege und viel genutzte Bereiche hältst du innerhalb einer Wiesenanlage durch regelmäßiges Mähen niedrig. Für stark durchwurzelte Baumscheiben und unter flach wurzelnden Bäumen eignen sich die Veitshöchheimer Schattenmischungen nicht.

So prüfst du eine Mischung vor dem Kauf

Ich lese auf der Packung zuerst die Artenliste und erst danach den Namen der Mischung.

Mythos-Check

Steht Wildblumen auf der Tüte, ist die Mischung heimisch und dauerhaft? Nein. Die Bezeichnung belegt weder einen heimischen Artenbestand noch die Eignung als dauerhafte Wiese, deshalb zählt die botanische Zusammensetzung.

Für eine dauerhafte heimische Blumenwiese braucht die Mischung eine einsehbare Artenliste und ausdrückliche Angaben zu heimischen Pflanzen und mehrjähriger Nutzung. Blühmischungen mit einem hohen Anteil einjähriger Kulturblumen eignen sich nicht als dauerhafte Blumenwiese. Willst du Wildbienen fördern, prüfe, ob die Artenliste Korbblütler, Kreuzblütler, Lippenblütler, Schmetterlingsblütler, Doldenblütler und Glockenblumengewächse enthält.

Herkunft und Regiosaatgut

Für gebietseigenes Saat- und Pflanzgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt. Erkundige dich beim Kauf nach dem Ursprungsgebiet der Mischung und gleiche es mit deiner Region ab. VWW-Regiosaaten und RegioZert weisen die gebietseigene Herkunft nach. Regionale Herkünfte derselben Art können sich in Blühzeitpunkt und Widerstandsfähigkeit gegen Frost oder Hitze unterscheiden. Gärten, die einem Gebäude zugeordnet sind, zählen grundsätzlich nicht zur freien Natur im Sinne von § 40 BNatSchG, maßgeblich bleibt aber die tatsächliche Zuordnung der Fläche im Einzelfall.

Einjährig, mehrjährig oder beides

Einjährige Mischungen erneuern sich über Samen; gezielt angelegte einjährige Sommerblumenflächen werden jedes Jahr neu eingesät. Mehrjährige Mischungen enthalten ausdauernde Stauden, die im Frühjahr wieder austreiben, und auf Dauer angelegte Garten-Blühmischungen können 10 Jahre und länger bestehen. Welche Arten von Saatgut-Mischungen es für Blumen, Gemüse und Gründüngung gibt, zeigt der Überblick über Saatgut-Mischungen.

Beides lässt sich verbinden: Kornblume und Klatschmohn kannst du einer dauerhaften Wildblumenmischung für einen schnellen ersten Blüheffekt beimischen. Im Veitshöchheimer Farbenmix tragen Roter Lein, Kornblume, Klatschmohn und Ringelblume den Blühaspekt des ersten Standjahres.

Mini-Checkliste

Ist die Artenliste einsehbar? Steht die Lebensdauer der Arten dabei? Passen die Angaben zu Licht und Feuchte zu deinem Platz? Passt die Wuchshöhe zu Kasten, Beet oder Rabatte? Sind die Blüten ungefüllt? Nennt eine heimische Mischung Ursprungsgebiet und Zertifikat?

Aussaat, Boden und Pflege in Kürze

Für einjährige Sommerblumenansaaten wird der Boden vor der Aussaat umgebrochen, eingeebnet und planiert. Säst du sie auf eine flächige Mulchauflage, dient eine 3 cm starke Schicht unkrautfreier Anzucht- oder Kulturerde als Saatbett. Vor einer dauerhaften Garten-Blumenwiese reicherst du den Boden dagegen nicht mit Kompost an, und wie du das Beet passend zum Mischungstyp vorbereitest, zeigt die Anleitung zur Bodenvorbereitung.

Einjährige Sommerblumenmischungen kannst du ab Mitte April säen, und unter passenden Bedingungen beginnen sie etwa 6 bis 8 Wochen später zu blühen. Wann welche Mischung in die Erde kommt, erklärt der Ratgeber zu den Aussaatzeitpunkten.

Einjährige Sommerblumenflächen werden im Spätherbst gemäht und im Frühjahr neu angelegt. Mehrjährige Garten-Blühmischungen erhalten ab dem zweiten Standjahr je nach Mischung Ende Juni bis Anfang Juli einen Sommerrückschnitt. Wie du im Jahreslauf mähst und pflegst, steht im Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt Mähen und Pflege.

Was Blumenmischungen Insekten bringen

Insektenfreundliche Pflanzungen bieten ungefüllte Blüten und ein gestaffeltes Blütenangebot vom Frühjahr bis in den Spätherbst. Stehen gelassene Pflanzenstängel können Insekten als Winterquartier und Eiablageplatz dienen. Was Blumenmischungen für Bestäuber, Nützlinge, Bodenstruktur und Erosionsschutz leisten, liest du im Ratgeber zum ökologischen Mehrwert.

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Häufige Fragen

Was ist eine standortgerechte Blumenmischung?
Eine standortgerechte Blumenmischung enthält Arten, die zu Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffversorgung deiner Fläche passen. Bei Blumenwiesen gilt das auch für nährstoffreichere Böden, denn dort wachsen eigene, passende Wiesengesellschaften. Unter dicht stehenden Bäumen gehört statt einer gewöhnlichen Blumenwiese eine Zusammenstellung für Gehölzsäume hin.
Worauf achte ich bei der Auswahl einer Blumenmischung?
Prüfe zuerst Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffe an der Stelle, an der die Mischung wachsen soll. Lies danach die Artenliste, die Lebensdauer der Arten und die Standortangaben, denn die Bezeichnung Wildblumen allein garantiert keine heimischen Arten. Für Kübel, Balkonkasten und Beetrand achte außerdem auf die Wuchshöhe der Mischung.
Worin unterscheiden sich einjährige und mehrjährige Blumenmischungen?
Einjährige Mischungen erneuern sich über Samen; gezielt angelegte einjährige Sommerblumenflächen werden jedes Jahr neu eingesät. Nach einer Aussaat ab Mitte April blühen sie unter passenden Bedingungen etwa 6 bis 8 Wochen später. Mehrjährige Mischungen enthalten ausdauernde Stauden, die im Frühjahr wieder austreiben, wobei einzelne Arten erst im zweiten Lebensjahr blühen können. Auf Dauer angelegte mehrjährige Garten-Blühmischungen können 10 Jahre und länger bestehen.
Was unterscheidet eine Wildblumenmischung von einer Sommerblumenmischung?
Eine dauerhafte Blumenwiese besteht aus Gräsern und Wildkräutern und unterscheidet sich von einer überwiegend einjährigen Sommerblumenansaat, die jedes Jahr neu gesät wird. Der Name auf der Tüte hilft dabei wenig, denn die Bezeichnung Wildblumen belegt weder heimische Arten noch die Eignung als dauerhafte Wiese. Für eine heimische Wiese braucht die Mischung eine einsehbare Artenliste und ausdrückliche Angaben zu heimischen Pflanzen und mehrjähriger Nutzung.
Welche Pflanzen gehören in eine bienenfreundliche Blumenmischung?
Achte auf ungefüllte Blüten, denn vollständig gefüllte Blüten bieten keinen Pollen und nur wenig Nektar. Eine auf Wildbienen ausgerichtete Blühfläche sollte Korbblütler, Kreuzblütler, Lippenblütler, Schmetterlingsblütler, Doldenblütler und Glockenblumengewächse enthalten. Blühende Phacelia liefert Bienen Pollen und Nektar, Klatschmohn dagegen viel Pollen, aber keinen Nektar. Plane die Arten so, dass vom Frühjahr bis in den Spätherbst etwas blüht.
Stimmt es, dass Wildblumenmischungen keine Pflege brauchen?
Ganz ohne Pflege kommt keine Blumenmischung aus. Für einjährige Garten-Blühmischungen rechnest du mit etwa 5 bis 8 Minuten Pflegezeit je m² und Jahr. Bei mehrjährigen Garten-Blühmischungen sind es etwa 1 bis 2 Minuten, wobei Jätgänge gegen Problemunkräuter zwischen Mai und September dazugehören. Bei neu angelegten Mischungen gehört außerdem die Wasserversorgung bis zum Bestandsschluss zur Pflege.
Warum ist die regionale Herkunft bei Wildblumenmischungen wichtig?
Regionale Herkünfte derselben Wildpflanzenart können sich in Blühzeitpunkt und Widerstandsfähigkeit gegen Frost oder Hitze unterscheiden. Für gebietseigenes Saat- und Pflanzgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt, und VWW-Regiosaaten sowie RegioZert weisen die gebietseigene Herkunft nach. Gärten, die einem Gebäude zugeordnet sind, zählen grundsätzlich nicht zur freien Natur im Sinne von § 40 BNatSchG; maßgeblich bleibt aber die tatsächliche Zuordnung der Fläche im Einzelfall.
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