Blumen · Wildblumen · Anbau

Blumenwiese im Rasen anlegen: Schritt für Schritt umbauen oder einsäen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Zwei Wege führen vom Rasen zur Blumenwiese: Grasnarbe abtragen und neu ansäen oder den Rasen öffnen und Kräuter einsäen.
  • Nach dem Abschälen der Grasnarbe magert eine etwa 5 cm starke Sand- oder Kiesschicht den Boden ab.
  • Für die Einsaat in den Rasen werden 1 bis 2 g/m² Saatgut mit 100 % Kräutern auf stark vertikutierte Flächen gestreut und angewalzt.
  • Die Kräuter-Einsaat setzt einen Rasen ohne Obergräser voraus und ist für Sportrasen ausgeschlossen.
  • Nach der Einsaat bleibt das Gras kurz, bis die Kräuter Rosetten gebildet haben; gedüngt wird nicht.
  • Gesät wird bevorzugt Anfang März bis Ende April oder Mitte August bis Ende September.

Wer Wildblumensamen einfach auf den Rasen streut, sät in eine dichte Grasnarbe. Die Gräser stehen dort schon, die Kräuter müssen erst keimen. Damit aus dem Rasen eine Blumenwiese wird, braucht die Saat offenen Boden. Danach muss das Gras kurz bleiben, bis die Kräuter Rosetten gebildet haben.

Ich entscheide bei jeder Rasenfläche zuerst, wie tief ich eingreife: Boden umbauen oder Rasen nur öffnen. Beide Wege findest du hier Schritt für Schritt, dazu die Pflege gegen die Konkurrenz der Gräser.

Umbauen oder einsäen: welcher Weg passt zu deinem Rasen?

Für den Weg vom Rasen zur Blumenwiese gibt es zwei Verfahren und eine langsame Variante ohne Bodenumbau. Beim Umbau trägst du die Grasnarbe ab und magerst den Boden gezielt ab. Bei der Einsaat bleibt der Rasen liegen, und du säst Kräuter in die geöffnete Narbe.

Weg So gehst du vor Eckdaten
Rasen umbauen Grasnarbe abschälen, Boden mit Sand oder Kies abmagern, neu ansäen etwa 5 cm Sand oder Kies, etwa 10 bis 15 cm tief eingearbeitet
Rasen öffnen und Kräuter einsäen stark vertikutieren, Kräutersaat oberflächlich ausbringen, anwalzen 1 bis 2 g/m² Saatgut mit 100 % Kräutern, nicht für Sportrasen
Ohne Bodenumbau abmagern regelmäßig und nicht zu spät mähen, Mähgut abräumen, nicht düngen auf wüchsigen Standorten kann das in 5 bis 10 Jahren abmagern, verlässlich ist es nicht

Ich gehe vor der Entscheidung über die Fläche und schaue, wo gelaufen, gespielt oder gesessen wird. Diese Bereiche plane ich als Wege und Plätze ein, die kurz gemäht bleiben.

Mini-Checkliste

Ist die Fläche kein Sportrasen? Wachsen dort keine hohen Obergräser? Liegt sie nicht im starken Schatten? Lautet die Antwort dreimal ja, kommt die Kräuter-Einsaat infrage. Steht dort Sportrasen oder viel Obergras, bleibt der Umbau.

Vor dem Start: Licht, Boden, Saatgut und Termin

Licht und Boden. Stark beschattete Flächen eignen sich nicht für die übliche mehrjährige Blumenwiese, dort hilft dir der Ratgeber, was im Schatten stattdessen blüht. Eine Gartenbodenanalyse erfasst standardmäßig Phosphat, Kalium und pH-Wert, und für nährstoffreichen Boden gibt es angepasste Blumenwiesenmischungen. Worauf es bei Licht und magerem, durchlässigem Grund ankommt, erklärt der Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden für Wildblumen.

Saatgut. Der Name Wildblumen allein garantiert keine heimischen Arten, prüf deshalb die Artenliste und die Angaben heimisch und mehrjährig. Für gebietseigenes Saatgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt, als Herkunftsnachweis dienen die Zertifikate VWW Regiosaaten und Regiozert. Wie du passendes Saatgut auswählst und gleichmäßig aussäst, steht in einem eigenen Ratgeber, die Grundlagen im Wildblumen-Ratgeber unter „Mischungen und Saatgut wählen“.

Termin. Für Wildblumenwiesen eignen sich bevorzugt Anfang März bis Ende April oder Mitte August bis Ende September. Säe möglichst vor beginnender feuchter Witterung und halte dich an die Termine deiner Mischung, wenn sie eigene nennt. Saatmengen und Saattiefen anderer Mischungen findest du im Wildblumen-Ratgeber unter „Aussaat und Pflanzung“.

Weg 1: Grasnarbe entfernen und neu ansäen

  1. Fläche abstecken. Markiere die künftige Wiese mit Schnur und Pflöcken. Wege und Randstreifen planst du gleich mit ein.
  2. Grasnarbe abschälen. Stich die Grasnarbe mit dem Spaten in Bahnen ab und heb sie von der Fläche. Konkurrenzstarke Pflanzen wie Quecke und Giersch entfernst du dabei mitsamt den Wurzeln.
  3. Boden abmagern. Bring auf den offenen Boden eine etwa 5 cm starke Schicht aus Sand oder Kies. Dieses Material arbeitest du etwa 10 bis 15 cm tief in den Oberboden ein.
  4. Saatbett setzen lassen. Nach dem Einarbeiten lässt du den Boden etwa 2 bis 4 Wochen setzen. Keimt in dieser Zeit viel Samenunkraut, bearbeitest du die Fläche wiederholt flach. Vor der Saat lockerst du nur noch die oberste Schicht, nach der Berliner Anleitung bis etwa 3 cm tief.
  5. Säen und andrücken. Von feinem Kräutersaatgut für eine Blumenwiese werden meist 1 bis 3 g/m² gesät, maßgeblich bleibt die Empfehlung deiner Mischung. Streu die eine Hälfte längs und die andere quer über die Fläche. Danach drückst du die Samen ohne Einarbeiten mit Walze, Brett oder Schaufelrücken an.

Den allgemeinen Ablauf vom Saatbett bis zum Anwalzen beschreibt die Anleitung, wie du eine Blumenwiese neu anlegst und pflegst.

Weg 2: Kräuter in den bestehenden Rasen einsäen

Bei diesem Weg bleibt der Rasen liegen. Du öffnest die Narbe so weit, dass die Kräutersamen auf offenen Boden fallen.

Achtung

Die Kräuter-Einsaat setzt einen Bestand ohne Obergräser voraus, also ohne hoch aufwachsende Gräser. Für Sportrasen ist das Verfahren ausgeschlossen.

  1. Mähen und abrechen. Mäh den Rasen und rech das Schnittgut vollständig ab.
  2. Stark vertikutieren. Vertikutier die Fläche stark, bis zwischen den Halmen offener Boden zu sehen ist. Willst du nur einzelne Stellen anreichern, öffnest du den Rasen stellenweise und säst standortgerechte Wildblumen in die Lücken.
  3. Kräutersaat ausbringen. Für die Einsaat nimmst du Saatgut, das zu 100 % aus Kräutern besteht. Davon streust du 1 bis 2 g/m² oberflächlich aus.
  4. Anwalzen. Walz die Saat an, statt sie einzuharken.
  5. Gras kurz halten. Mäh das vorhandene Gras weiter kurz, bis die neuen Kräuter Rosetten gebildet haben.

Ich teile die Saatmenge vorher in zwei Hälften. Die eine streue ich längs, die andere quer, und danach gehe ich mit der Walze über die Fläche.

Margerite und Gänseblümchen sind Lichtkeimer, und feines Kräutersaatgut wird nur auf die Oberfläche gestreut und angewalzt. Harkst du die Saat ein oder deckst sie mit Erde ab, fehlt solchen Arten das Licht zum Keimen.

Häufiger Fehler

Die Samen auf den ungeöffneten Rasen streuen. Ohne starkes Vertikutieren können sie zwischen dichten Halmen hängen bleiben, statt auf offenem Boden zu liegen.

Ist deine Fläche eher eine Wiese als ein Rasen, sieht die Berliner Anleitung zum Anreichern vor, etwa 50 % der Vegetationsdecke zu öffnen. Das geht durch Vertikutieren oder streifenweises Abschälen.

Gegen die Konkurrenz der Gräser: kurz halten, nicht düngen, Mähgut abräumen

Im Rasen haben die Gräser einen Vorsprung, die eingesäten Kräuter starten als Keimlinge. Diese Handgriffe halten die Gräser zurück.

Kurz halten. Nach der Kräuter-Einsaat mähst du das vorhandene Gras kurz, bis die neuen Kräuter Rosetten gebildet haben. Erst dann bekommt die Fläche die Pflege einer Wiese.

Nicht düngen. Eine magere, auf Artenreichtum ausgerichtete Blumenwiese bekommt keinen Dünger, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden. Für Wiesen-Margeriten weist der BUND darauf hin, dass Düngung sie aus dem Bestand verdrängen kann. Düngst du den Wiesenteil weiter wie Rasen, förderst du genau die Gräser, die du nach der Einsaat kurz hältst.

Mähgut abräumen. Lass das Mähgut trocknen und trag es dann von der Fläche. Das Abtragen entzieht der Wiese Nährstoffe und unterstützt einen magereren Standort. Auf wüchsigen Flächen kann regelmäßiges Abräumen bei nicht zu spätem Schnitt in 5 bis 10 Jahren abmagern, verlass dich aber nicht darauf.

Marias Erfahrung

Vor jedem Mähen der eingesäten Fläche schaue ich nach, ob die Kräuter schon Rosetten gebildet haben. Solange ich keine finde, mähe ich das Gras weiter kurz.

Die ersten Wochen nach der Saat

Nach der Aussaat hältst du die Fläche etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht. Läuft auf einer neu angelegten Fläche rasch Beikraut auf, kappt ein Schröpfschnitt den Aufwuchs, beschrieben ist der erste etwa 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat. Schnitthöhe, Wiederholungen und das Gießen bei Trockenheit erklärt der Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt „Die ersten Wochen: Keimlinge, Beikraut und Schröpfschnitt“.

Rasen und Wiese nebeneinander: Inseln, Wege und Ränder

Du musst nicht den ganzen Rasen umbauen. Blumeninseln lassen sich in eine bestehende Rasenfläche einfügen und mit regelmäßig gemähten Randbereichen einfassen. Ich stecke solche Inseln mit Schnur ab und mähe den Rand ringsum weiter wie Rasen.

Wege, Spiel- und Sitzbereiche hältst du innerhalb der Wiese durch regelmäßiges Kurzmähen frei. Neben hochwachsenden Blumenwiesen empfiehlt sich entlang von Wegen und Beeten ein Rasenstreifen von mindestens 50 cm Breite. Er fängt umfallende Halme auf.

Willst du keine hohe Wiese, ist ein Kräuterrasen eine Alternative zum kurzen Zierrasen. Er wird bis zu 20 cm hoch, trägt Blüten und bleibt betretbar. Am Übergang zum kurzen Rasen passen niedrige Arten wie das Gänseblümchen, das 5 bis 20 cm hoch wird.

Rechne damit, dass die Fläche ihr Bild wechselt: kurzer Bewuchs im Frühjahr, Blüte im Sommer, gemähte Fläche, neuer Aufwuchs im Herbst. Auch von Jahr zu Jahr sieht eine Blumenwiese anders aus.

Mähen, wenn die Wiese steht

Eine etablierte Blumenwiese wird je nach Standort und Wüchsigkeit ein- bis dreimal im Jahr gemäht. Ich mähe in Teilabschnitten zu verschiedenen Zeiten, damit ungemähte Rückzugsbereiche für Tiere bleiben. Termine, Schnitthöhe und die einzelne Herbstmahd auf mageren Flächen erklärt der Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt „Mähen und Pflege im Jahreslauf“.

Was die Wiese Tieren bietet

In artenreichen Wiesen bieten Gräser wie Kräuter Tieren Nahrung und Deckung, und für Insekten zählen ungefüllte Blüten mit einem Angebot vom Frühjahr bis in den Spätherbst. Den Hintergrund erklärt der Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt „Was Blühflächen Insekten bringen“. Die Schritte zu einer insektenfreundlichen Blumenwiese in Kurzform findest du in einem eigenen Beitrag.

Jetzt dran

Steck die Fläche ab und prüf, ob dort Obergräser stehen oder ob es ein Sportrasen ist. Danach entscheidest du zwischen Umbau und Kräuter-Einsaat und legst die Saat in eines der beiden Zeitfenster.

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Häufige Fragen

Welche Blumenarten eignen sich für eine Blumenwiese im bestehenden Rasen?
Für das Einsäen in einen bestehenden Rasen nimmst du Saatgut mit 100 % Kräutern, also ohne Gräser. Auf lehmigem Wiesenboden kommen zum Beispiel Wiesenmargerite, Wiesenflockenblume, Rote Lichtnelke und Wiesenglockenblume infrage. Prüf bei jeder Mischung die Artenliste und die Angaben heimisch und mehrjährig, denn die Bezeichnung Wildblumen allein garantiert keine heimischen Arten.
Wie bereitet man den Boden für eine Blumenwiese im Rasen vor?
Für eine vollständige Umwandlung entfernst du zuerst die Grasnarbe und ziehst Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch mitsamt den Wurzeln heraus. Dann bringst du eine etwa 5 cm starke Sand- oder Kiesschicht auf. Dieses Material arbeitest du etwa 10 bis 15 cm tief in den Oberboden ein, damit er magerer wird. Willst du den Rasen nur öffnen, vertikutierst du ihn stark und säst Kräuter in den offenen Boden.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Aussaat von Blumenwiesen-Samen?
Für Wildblumenwiesen eignen sich bevorzugt Anfang März bis Ende April oder Mitte August bis Ende September. Säe möglichst vor beginnender feuchter Witterung und halte die Fläche danach etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht. Nennt deine Mischung eigene Termine, richte dich nach ihr.
Wie oft sollte eine etablierte Blumenwiese gemäht werden?
Eine etablierte Blumenwiese wird je nach Standort und Wüchsigkeit ein- bis dreimal im Jahr gemäht. Auf nährstoffarmen, durchlässigen und trockenen Flächen kann eine einzige Mahd im Herbst reichen, zum Beispiel Mitte bis Ende September. Lass das Mähgut trocknen und trag es dann ab, weil das der Fläche Nährstoffe entzieht. Mähst du in Teilabschnitten zu verschiedenen Zeiten, bleiben ungemähte Rückzugsbereiche für Tiere.
Wie integriert man eine Blumenwiese in einen bereits gestalteten Garten?
Leg Blumeninseln in den Rasen und fasse sie mit regelmäßig gemähten Randbereichen ein. Wege, Spiel- und Sitzbereiche hältst du durch regelmäßiges Kurzmähen frei. Neben hochwachsenden Blumenwiesen fängt entlang von Wegen und Beeten ein mindestens 50 cm breiter Rasenstreifen umfallende Halme auf. Möchtest du keine hohe Wiese, ist ein bis zu 20 cm hoher, betretbarer Kräuterrasen eine Alternative.
Welche regionalen Besonderheiten sind bei der Auswahl von Wildblumensamen zu beachten?
Für regionales, gebietseigenes Saat- und Pflanzgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt. Frag beim Kauf, aus welchem Ursprungsgebiet eine Mischung stammt, damit du sie mit deiner Region abgleichen kannst. Als Herkunftsnachweis für gebietseigenes Wildpflanzensaatgut dienen die Zertifikate VWW Regiosaaten und Regiozert.
Welche Pflege braucht eine in den Rasen gesäte Blumenwiese in den ersten Wochen?
Halte die Fläche nach der Aussaat etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht. Hast du Kräuter in den Rasen eingesät, mähst du das vorhandene Gras kurz, bis die neuen Kräuter Rosetten gebildet haben. Läuft auf einer neu angelegten Fläche rasch Beikraut auf, ist etwa 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat ein erster Schröpfschnitt beschrieben. Dabei bleiben 5 bis 6 cm stehen.
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