So legst du eine Blumenwiese an: Saatgut, Boden und gleichmäßige Aussaat
- Erst entscheiden: mehrjährige Blumenwiese oder einjährige Blühfläche, die jedes Jahr neu gesät wird.
- Beim Kauf auf Artenliste, Angaben zu heimisch und mehrjährig sowie das Ursprungsgebiet achten.
- Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch vor der Aussaat samt Wurzeln entfernen.
- Bevorzugt von Anfang März bis Ende April oder von Mitte August bis Ende September säen.
- Feines Saatgut mit trockenem Trägermaterial auf 10 g/m² strecken, kreuzweise streuen und nur andrücken.
- Später je nach Standort 1 bis 3 Mähgänge im Jahr, getrocknetes Mähgut abräumen.

Eine Tüte Wildblumensamen ist schnell gekauft und schnell gestreut. Ob daraus eine Blumenwiese wird, die jedes Jahr wiederkommt, oder nur ein bunter Sommer, entscheidest du vorher: beim Saatgut, beim Boden und bei der Art, wie du säst. Ich lege bei jeder neuen Fläche zuerst fest, wie lange sie bestehen soll, und lese erst danach die Artenliste auf der Packung.
Blumenwiese oder Blühfläche: Was willst du anlegen?
Eine Blumenwiese legst du mehrjährigMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. an. Gräser und Kräuter wachsen darin zusammen und bieten Tieren Nahrung und Deckung. Mehrjährige Garten-Blühmischungen, die auf Dauer angelegt sind, können 10 Jahre und länger bestehen. Das Bild wechselt dabei im Jahreslauf zwischen kurzem Frühjahrsaufwuchs, Sommerblüte, gemähter Fläche und neuem Aufwuchs im Herbst. Auch von Jahr zu Jahr sieht dieselbe Wiese anders aus.
Eine Blühfläche ist einjährig und wird jedes Jahr neu eingesät. Im Spätherbst mähst du sie ab, im folgenden Frühjahr legst du sie neu an. Dafür blüht sie schnell: Einjährige Sommerblumenmischungen kannst du ab Mitte April säen, und unter passenden Bedingungen beginnt die Blüte etwa 6 bis 8 Wochen später. Typische Arten solcher Flächen sind Büschelschön, Schmuckkörbchen, Klatsch-Mohn und Sonnenblume.
| Mehrjährig: Blumenwiese | Einjährig: Blühfläche | |
|---|---|---|
| Bestand | auf Dauer angelegte Garten-Blühmischungen können 10 Jahre und länger bestehen | einjährig, jedes Jahr neue Einsaat |
| Schnitt | 1 bis 3 Mähgänge im Jahr, je nach Wüchsigkeit und Standort | Abmähen im Spätherbst |
| Pflegezeit je m² und Jahr (Garten-Blühmischungen) | etwa 1 bis 2 Minuten | etwa 5 bis 8 Minuten |
Die einjährige Fläche braucht also jedes Jahr eine neue Einsaat und je Quadratmeter mehr Pflegezeit. Willst du dauerhaft Blüten bei wenig Arbeit, passt die mehrjährige Blumenwiese besser.
So legst du eine Blühfläche an
Eine Blühfläche passt gut auf einen Streifen im Gemüsegarten, der eine Pause vom Gemüse bekommt. Lass dort Mischungen mit Senf, Ölrettich oder anderen KreuzblütlernKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen. weg, denn zu dieser Familie gehört auch der Kohl. Was danach auf dem Streifen wächst, hältst du im Beetplaner für deine Beetbelegung fest.
Auf Rasen nimmst du für eine Blühfläche zuerst die GrasnarbeDie Grasnarbe ist die zusammenhängende Pflanzendecke, die Gräser auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen bilden. Ist sie dicht, hält die Fläche Tritt gut aus und Unkräuter finden kaum Platz. ab und lockerst den Boden. Als SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. kann auch eine 3 cm dicke Schicht unkrautfreier Anzucht- oder Kulturerde über abbaubarem Mulchmaterial dienen. Für einjährige Sommerblumenansaaten beträgt die Saatgutmenge 1 bis 3 g/m². Bleibt es in der Auflaufphase trocken, wird für einen frühen Blühbeginn täglich gegossen. Läuft Samenunkraut mit auf, kann ein einmaliger Schnitt auf etwa 10 bis 15 cm Höhe helfen.
Welches Saatgut passt zu einer dauerhaften Blumenwiese?
Das Wort Wildblumen auf der Tüte garantiert noch keine heimischen Arten. Für eine dauerhafte heimische Wiese prüfst du deshalb die Artenliste und suchst ausdrückliche Angaben zu heimischen Pflanzen und mehrjähriger Nutzung. Fehlt die Artenliste, lasse ich die Packung im Regal. Besteht eine Mischung überwiegend aus einjährigen Sommerblumen, wird daraus eine Blühfläche und keine Wiese.
Gräser gehören in eine Wiesenmischung, denn auch sie bieten Tieren Nahrung und Deckung. Eine regionale Wiesenmischung von der Schwäbischen Alb besteht zum Beispiel je zur Hälfte aus Gräsern und Blumen. Bei den Blumen zählen für Insekten ungefüllte Blüten und ein Angebot, das gestaffelt vom Frühjahr bis in den Spätherbst blüht. Manche Arten sind spezialisiert: Einzelne Scherenbienenarten sammeln ihren Pollen nur an Glockenblumen und brauchen sie deshalb im Blütenangebot.
Regionale Herkunft
Für gebietseigenes Saat- und Pflanzgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt. Frag beim Kauf, aus welchem Gebiet die Mischung stammt, und vergleiche das mit deiner Gegend. Als Herkunftsnachweis für gebietseigenes Wildpflanzensaatgut dienen die Zertifikate VWW Regiosaaten und Regiozert.
Boden und Licht
Die Mischung muss auch zu deiner Fläche passen. Für nährstoffreichen Gartenboden gibt es eigens angepasste Blumenwiesenmischungen. Auf lehmigem Boden kommen zum Beispiel Wiesenmargerite, Wiesenflockenblume, Rote Lichtnelke und Wiesenglockenblume infrage. Stark beschattete Flächen eignen sich nicht für die übliche mehrjährige Blumenwiese, dort passen schattenverträgliche Stauden oder Saummischungen. Für Bereiche unter dichten Gehölzen gibt es spezielle Gehölzsaum-Mischungen; was du auf schattigen Flächen beachtest, liest du im Ratgeber zur Blumenwiese im Schatten.
Ist die Artenliste einsehbar? Stehen Angaben zu heimisch und mehrjährig auf der Packung? Ist das Ursprungsgebiet genannt und passt es zu deiner Region? Gibt es einen Herkunftsnachweis wie VWW Regiosaaten oder Regiozert? Passt die Mischung zu Boden und Licht? Bietet sie ungefüllte Blüten mit gestaffelter Blütezeit?
Rasen abmagern und Boden vorbereiten
Eine artenreiche Blumenwiese wird mager gehalten, deshalb hörst du auf der künftigen Fläche mit dem Düngen auf. Regelmäßiges Abräumen des Mähguts kann eine wüchsige Fläche bei nicht zu spätem Schnitt innerhalb von 5 bis 10 Jahren abmagern, verlass dich aber nicht darauf. Schneller geht es über Bodenumbau oder eine Einsaat in stellenweise geöffneten Rasen; beide Wege erklärt die Anleitung, wie du deinen Rasen Schritt für Schritt in eine Blumenwiese verwandelst.
Vor der Aussaat entfernst du Quecke, Giersch und andere Wurzelunkräuter samt Wurzeln. Nach dem Umgraben lässt du das Saatbett etwa 2 bis 4 Wochen setzen und bearbeitest es danach nur noch flach. In der Anleitung, wie du den Boden von der Analyse bis zum Saatbett vorbereitest, findest du die einzelnen Schritte.
So säst du eine Blumenwiese gleichmäßig
Wann und wie viel säst du?
Gesät wird bevorzugt von Anfang März bis Ende April oder von Mitte August bis Ende September, möglichst bevor feuchtes Wetter einsetzt. Wie viel du brauchst, gibt deine Mischung vor; bei feinem Kräutersaatgut sind es meist 1 bis 3 g/m². Zeitfenster, Saatmenge und SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. einzelner Arten findest du im Abschnitt Aussaat und Pflanzung im Wildblumen-Ratgeber.
Warum du feines Saatgut streckst
Wiesensamen sind winzig: Bei der Margerite wiegen tausend Samen aus Wildmaterial nur 0,3116 bis 0,5308 g. Bei so leichten Samen und einer Menge von meist 1 bis 3 g/m² fällt jede ungleiche Handbewegung sofort ins Gewicht.
Deshalb kannst du feines Wildwiesensaatgut mit trockenem Trägermaterial auf insgesamt 10 g/m² strecken. Bei einer regionalen Mischung für trockene Standorte dient dafür Weizenkleie. Lies die Mengenangabe auf der Packung genau, denn bei dieser Mischung beziehen sich 20 g/m² schon auf das gestreckte Saatgut. Andere Angaben meinen nur die reinen Samen.
Ich wiege die Portion für die ganze Fläche ab, vermische sie im Eimer mit dem Trägermaterial und teile das Gemisch in zwei gleiche Hälften.
Kreuzweise streuen
Die erste Hälfte streust du längs über die Fläche, die zweite quer dazu. So können sich Lücken und dichte Stellen des ersten Durchgangs ausgleichen. Ich streue mit weit ausholender Armbewegung und gehe dabei in gleichbleibendem Schritt. Zwischendurch rühre ich im Eimer um, weil sich große und kleine Samen beim Tragen entmischen können.
Andrücken statt einharken
Feines Kräutersaatgut bleibt auf der Bodenoberfläche liegen. Du arbeitest es nicht ein, sondern drückst es mit einer Walze, einem Brett oder dem Schaufelrücken an. Bei maschineller Aussaat bleiben aus demselben Grund Säscharen und Striegel angehoben, damit das Saatgut unbedeckt bleibt. Margerite, Klatsch-Mohn und Gänseblümchen gehören zu den LichtkeimernLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte..
Große Samen tief einzuharken, ist bei solchen Wiesenmischungen nicht vorgesehen. Säst du eine Art einzeln, gilt ihre eigene Saattiefe: Beim Büschelschön sind es 1 bis 2 cm.
Menge nach Angabe der Mischung abwiegen und mit trockenem Trägermaterial auf insgesamt 10 g/m² strecken. Gemisch halbieren, die erste Hälfte längs und die zweite quer streuen, dabei zwischendurch umrühren. Nicht einharken, sondern mit Walze, Brett oder Schaufelrücken andrücken. Möglichst vor feuchtem Wetter säen.
Blumenwiese pflegen: das erste Jahr und danach
Im ersten Jahr: Wasser und Schröpfschnitt
Nach der Aussaat hältst du die Fläche etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht. Etablierte Blumenwiesen brauchen im Sommer normalerweise kein zusätzliches Wasser.
Läuft aus dem Boden rasch BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. auf, kappst du es mit einem SchröpfschnittEin Schröpfschnitt ist ein früher Schnitt im ersten Jahr nach dem Aussäen einer Blumenwiese. Er kürzt schnell wachsende Beikräuter zurück, damit die langsameren eingesäten Wildkräuter nicht überwuchert werden und genug Licht bekommen., den ersten etwa 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat. Dabei bleiben 5 bis 6 cm stehen. Wann du nachschneidest und wie du jätest, steht in der Anleitung, was die junge Wiese im ersten Jahr an Pflege braucht.
Mähen ab dem zweiten Jahr
Wie oft du mähst, hängt von Boden und Wuchs ab.
| Fläche | Mahd |
|---|---|
| Garten-Blumenwiese | 1 bis 3 Mähgänge im Jahr, je nach Wüchsigkeit und Standort |
| nährstoffarme, durchlässige, trockene Blumenwiese | eine einzige Mahd im Herbst kann reichen, zum Beispiel Mitte bis Ende September |
| mehrjährige Garten-Blühmischung ab dem zweiten Standjahr | Sommerrückschnitt je nach Mischung Ende Juni bis Anfang Juli, Schnitthöhe etwa 10 cm |
Das Mähgut lässt du abtrocknen und trägst es dann ab. Das entzieht der Wiese Nährstoffe und unterstützt einen magereren Standort. Bei geeigneten Blühmischungen können die Stängel über Winter stehen bleiben, zurückgeschnitten wird dann erst im Frühjahr.
Auf größeren Wiesen mähst du Teilflächen zeitlich versetzt, damit Insekten Rückzugsräume behalten. Weitere Schritte fasst die Kurzanleitung zur insektenfreundlichen Blumenwiese zusammen. Wege und Sitzplätze in der Wiese hältst du durch regelmäßiges Kurzmähen frei. Neben einer hohen Wiese fängt entlang von Wegen und Beeten ein mindestens 50 cm breiter Rasenstreifen umfallende Halme auf.
Ich mähe meine Wiese nie an einem Tag komplett. Ich teile sie in Abschnitte, mähe sie nacheinander und lasse das Mähgut auf der Fläche abtrocknen, bevor ich es zusammenreche und abtrage.
Die Wiese düngen, damit sie dichter wird. Auf einer mageren, artenreichen Blumenwiese verzichtest du auf Dünger, weil er konkurrenzstarke Gräser zusätzlich fördert. Der BUND weist außerdem darauf hin, dass Düngung Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen kann.




