Markerbsen bewässern: So gießt du nach Phase, Boden und Wetter
- Zur Keimung brauchen Markerbsen ausreichend Bodenfeuchte, aber keine Staunässe.
- Während der Blüte und der anschließenden Hülsenbildung ist ihr Wasserbedarf hoch.
- Vor dem Gießen prüfst du die Feuchte mit dem Finger oder einem Stock in der Erde.
- Gieß möglichst morgens direkt in den Wurzelbereich, damit das Laub trocken bleibt.
- Eine organische Mulchauflage verringert die Verdunstung aus dem Boden.
- Topferde trocknet schneller aus als Beeterde, deshalb kontrollierst du Gefäße öfter.

Markerbsen brauchen nicht die ganze Saison gleich viel Wasser. Zur Keimung wollen sie feuchten Boden, während der Blüte und der anschließenden Hülsenbildung ist ihr Wasserbedarf hoch. Staunässe vertragen sie dagegen nicht. Ich richte das Gießen deshalb nach der Phase, nach dem Wetter und nach der Feuchteprobe im Beet, nicht nach festen Tagen.
Wann Markerbsen wie viel Wasser brauchen
Der Bedarf folgt der Entwicklung der Pflanze. In jeder Phase achtest du auf etwas anderes:
| Phase | Was die Markerbse braucht | Was du tust |
|---|---|---|
| Keimung | ausreichend Bodenfeuchte | SaatrilleEine Saatrille ist eine flache, gerade Furche im feinkrümeligen Saatbett, in die du Samen in einer Reihe säst. Nach der Aussaat schiebst du sie wieder zu und drückst die Erde an. gleichmäßig feucht halten, ohne dass Wasser steht |
| Nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. | gleichmäßige Feuchtigkeit | bei Bedarf gießen, vorher die Erde prüfen |
| Blüte | hoher Wasserbedarf | durchdringend an den Fuß der Pflanzen gießen |
| Hülsenbildung bis Kornbildung | deutlich steigender Bedarf, kontinuierliche Versorgung | nicht nachlassen, Mulch bei Bedarf erneuern |
| Ernte | junge, weiche Kerne | wiederholt durchpflücken, bevor die Samen hart werden |
Keimung: feucht, aber nicht nass
Markerbsen säst du im Garten vorzugsweise ab April, die Termine stehen auch im druckbaren Aussaatkalender für Hülsenfrüchte. Zur Keimung brauchen sie ausreichend Bodenfeuchte. Bis die Keimlinge erscheinen, hältst du die Saatrille deshalb gleichmäßig feucht, ohne dass sich Wasser darin staut. Die Keimdauer der Markerbse beträgt 7 bis 14 Tage.
Vorquellen ist möglich: Etwa 12 bis 24 Stunden im Wasser sollen die Keimung beschleunigen. Schwere Böden, in denen das Wasser steht, sind für Erbsen ungeeignet.
Nach dem Auflaufen: gleichmäßig und nach Bedarf
Auch zu Kulturbeginn brauchen Erbsen gleichmäßige Feuchtigkeit. Gegossen wird trotzdem nur bei Bedarf, also dann, wenn die Feuchteprobe zeigt, dass die Erde abtrocknet.
Blüte und Hülsenbildung: jetzt steigt der Bedarf
Markerbsen blühen von Mai bis Juni. Während der Blüte ist ihr Wasserbedarf hoch, und mit der Fruchtbildung danach steigt er noch einmal deutlich an. Von der Blüte bis zur Kornbildung brauchen Erbsen eine kontinuierliche Wasserversorgung. Jetzt gießt du durchdringend an den Fuß der Pflanzen, statt nur die Oberfläche anzufeuchten.
Markerbsen baust du für die frischen Kerne an. Wer in dieser Phase beim Gießen nachlässt, spart also genau in der Zeit, in der diese Kerne wachsen.
Bis zur Ernte: gleichmäßig bleiben
Erbsen für den Frischverzehr erntest du jung und pflückst sie wiederholt durch, bevor die grünen Samen hart werden. Bis zum letzten Pflückgang hältst du die Versorgung gleichmäßig. Wie du den Erntezeitpunkt erkennst und die Pflanzen bis dahin pflegst, steht in der Anleitung, wie du Markerbsen von der Aussaat bis zur Ernte anbaust.
Erst prüfen, dann gießen
Vor dem Gießen prüfst du die Bodenfeuchte mit einem Finger oder einem Stock in der Erde. Ich stecke dafür einen Holzstab zwischen den Reihen in den Boden und ziehe ihn wieder heraus. Hängt feuchte Erde daran, warte ich ab. Kommt er trocken heraus, hole ich die Kanne.
Wie schnell ein Beet abtrocknet, hängt von Art und Sorte, von der Witterung und vom Boden ab, dazu von Sonne und Wind am Standort. Ein fester Gießtag bildet das nicht ab, die Probe im Boden schon.
Diese Fragen kläre ich, bevor ich die Kanne fülle.
- Ist die Erde unter der Oberfläche feucht oder schon trocken?
- In welcher Phase stehen die Erbsen gerade?
- War es heiß, sonnig oder windig, oder hat es geregnet?
- Steht irgendwo Wasser in der Reihe?
- Im Topf: Fühlt sich das Gefäß leicht an?
Wie viel Wasser auf einmal?
Eine feste Wochenmenge passt bei Markerbsen schlecht, weil Regen, Boden und Phase den Bedarf laufend verschieben. Für einen einzelnen Gießdurchgang gibt es dagegen Richtwerte. Diese Richtwerte gelten für Garten- und Gemüsebeete allgemein, nicht speziell für Erbsen.
| Richtwert | Wassermenge je m² Beetfläche | Reichweite im Boden |
|---|---|---|
| Orientierung für Gartenbeete | etwa 10 bis 20 l, zum Einsickern aufgeteilt | Wurzeln in etwa 10 bis 20 cm Tiefe |
| Durchdringender Gießdurchgang im Gemüsebeet | etwa 20 bis 25 l | Durchfeuchtung bis ungefähr 20 cm Tiefe |
Beide Werte beziehen sich auf die Beetfläche und auf einen einzelnen Gießdurchgang. Gemeint ist also weder eine Menge je Pflanze noch eine Wochenmenge. Ich gieße eine Reihe an, gehe zur nächsten weiter und komme dann mit dem Rest zurück. So hat das Wasser Zeit, einzusickern.
Was der Boden an Wasser hält
Wie viel pflanzenverfügbares Wasser ein Boden speichert, hängt von der Bodenart und der Wurzeltiefe ab, Fachleute sprechen von der nutzbaren Feldkapazität. Eine gute BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten. und mehr HumusHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält. verbessern die Wasserspeicherung, einen guten Wasserabzug brauchen Markerbsen trotzdem. Wie du Struktur, pH-Wert und DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. herstellst, steht im Beitrag darüber, welchen Boden Markerbsen brauchen und wie du ihn vorbereitest.
Wetter: Sonne, Wind, Hitze und Regen
Sonne, Wind und Witterung bestimmen mit, wie viel Wasser deine Erbsen brauchen. An heißen, sonnigen oder windigen Tagen machst du die Feuchteprobe deshalb früher als an kühlen, bedeckten Tagen.
Hitze
Bei Temperaturen über 30 °C bilden Erbsen weniger Blüten. Liegen noch Vlies oder Folie über den Pflanzen, darf sich darunter keine Hitze stauen. Steigen die Temperaturen stark an, nimmst du die Abdeckung ab, möglichst an einem trüben oder regnerischen Tag. So trifft die Sonne die Pflanzen nicht schlagartig.
Regen
Ob ein Schauer bis in den Wurzelraum gereicht hat, zeigt erst die Probe mit Finger oder Stock. Ich mache sie nach Regen genauso wie an trockenen Tagen. Steht nach kräftigem Regen Wasser in der Reihe, gießt du erst wieder, wenn die Erde spürbar abgetrocknet ist.
Morgens gießen, und zwar an den Fuß
Gieß Gemüse möglichst morgens und direkt in den Wurzelbereich. So verringerst du Verdunstungsverluste, und die Blätter werden nicht unnötig nass. Bei Erbsen ist trockenes Laub besonders wichtig, denn Feuchtigkeit begünstigt bei ihnen den Falschen MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt.. Morgendliches Gießen gehört außerdem zu den Maßnahmen gegen Schnecken.
Schaffst du es morgens nicht, weichst du auf den späten Abend aus. Auch dann verdunstet weniger Wasser als in der heißen Mittagszeit.
Gießkanne oder Tropfschlauch
Mit der Gießkanne ohne Brause führst du das Wasser langsam an den Fuß der Reihe. Ein Tropfschlauch bringt das Wasser gezielt an die Pflanzen und kann Wasser sparen. Er braucht allerdings einen Filter, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Zusätzlich siehst du nach, ob einzelne Tropfer noch Wasser abgeben.
Ich lege den Tropfschlauch nach dem Auflaufen direkt an die Erbsenreihe. Eingeschaltet wird er bei mir von Hand, und zwar erst, nachdem ich mit dem Holzstab die Feuchte geprüft habe.
Mulchen und Hacken halten die Feuchte im Beet
Eine organische Mulchauflage verringert die Verdunstung und sorgt dafür, dass sich der Boden weniger aufheizt. Rasenschnitt lässt du vorher anwelken und legst ihn dünn auf, bei Bedarf mehrmals. Der Boden darf darunter noch leicht durchscheinen, damit die Schicht nicht verklebt und fault. Auf schwerem Lehmboden legst du den Rasenschnitt dünner aus als auf leichtem Sandboden.
Wo der Boden unbedeckt bleibt, hackst du ihn flach. Bei Erbsen beginnt das Hacken zwischen den Reihen nach dem Auflaufen. Ich hacke die Reihen dann einmal durch und lege erst danach den angewelkten Rasenschnitt dazwischen.
Regenwasser, Leitungswasser, Brunnenwasser
Gesammeltes Regenwasser eignet sich zum Gießen und schont die Trinkwasservorräte.
Sammle Regenwasser nur von geeigneten Dachflächen. Kupfer- und Zinkdächer sowie bestimmte wurzelfest ausgerüstete Bitumenbahnen können Schadstoffe abgeben.
Bei Leitungs- oder Brunnenwasser hängt die Eignung vom pH-Wert und von der Wasserhärte ab, dazu von gelösten Stoffen wie Natrium und Chlorid. Wie du Wasserqualität und Bewässerungssystem bei Schalerbsen abstimmst, zeigt der Beitrag, wie du Schalerbsen richtig bewässerst.
Zu trocken oder zu nass? Anzeichen richtig deuten
Hängende, schlaffe Triebe können auf trockenen Boden hindeuten. Sicher bist du erst nach der Feuchteprobe, denn Welke hat auch andere mögliche Ursachen. Kaliummangel kann sich etwa durch Welke trotz Wasserversorgung zeigen, dazu durch Vergilbungen an den Rändern und zwischen den Adern älterer bis mittelalter Blätter. Bei Erbsen verbessert Kalium die Wassereffizienz. Ob dein Boden genug davon hat, zeigt eine Bodenuntersuchung.
Vergilbte Erbsenblätter können auch von Wurzel-, Fuß- oder Welkekrankheiten kommen. Zu feuchte und verdichtete Standorte begünstigen solche Krankheiten.
Helle, gelbliche Flecken auf der Blattoberseite mit grauviolettem Belag darunter können auf Falschen Mehltau hindeuten. Feuchtigkeit und Temperaturen von 15 bis 20 °C begünstigen ihn. Ob es wirklich Mehltau ist, lässt sich an den Flecken allein nicht sicher sagen.
Bei welken Trieben sofort zur Kanne greifen. Im Topf kann Welke unter Hitze auch in feuchter Erde auftreten. Prüf deshalb zuerst das Substrat, bevor du nachgießt.
Markerbsen im Topf und im Hochbeet
Topferde trocknet schneller aus als Beeterde, deshalb kontrollierst du Gefäße öfter. Je kleiner der Topf im Verhältnis zur Pflanze ist, desto häufiger musst du gießen, weil weniger Erde weniger Wasser speichert. Ein größeres Gefäß erlaubt längere Gießabstände. Abzugslöcher gehören in jedes Gefäß, sonst bildet sich Staunässe.
Torffreie Erde täuscht an der Oberfläche: Oben kann sie schon trocken sein, während es darunter noch nass ist. Prüf deshalb die Feuchte unter der Oberfläche. Ich hebe meine Töpfe zusätzlich an, weil ein leichter Topf trockene Erde verrät. Für den Kübel eignet sich zum Beispiel die Markerbse ‘Style’, deren Pflanzen sich mit ihren Rankenblättern gegenseitig stützen und keine Kletterhilfe brauchen.
Ein HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. erwärmt sich schneller als ein Bodenbeet und trocknet dadurch auch schneller aus. Worauf du bei Markerbsen dort sonst achtest, steht im Beitrag darüber, was beim Anbau von Markerbsen im Hochbeet anders ist.
Über die Saison hinaus
Erbsen kommen nicht jedes Jahr auf dasselbe Beet zurück, für sie gilt eine FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 5 Jahren. Vorgänger und Nachbarn planst du mit dem Überblick zu Fruchtfolge und Mischkultur bei Hülsenfrüchten und dem Mischkultur-Werkzeug für passende Beetnachbarn. Die Erbsenwurzeln lässt du nach der Ernte im Boden, so kann der gebundene Stickstoff der nächsten Kultur zugutekommen.





