Fruchtwechsel mit Hülsenfrüchten: So planst du Pausen, Vorfrüchte und Gründüngung
- Busch- und Stangenbohnen brauchen auf demselben Beet eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren.
- Für Erbsen, Puffbohnen, Feuerbohnen und Sojabohnen liegt die Fruchtwechselpause bei 5 Jahren.
- Erbsen und Bohnen gehören zu einer Familie, deshalb kommen Buschbohnen nicht direkt nach Erbsen.
- Eine Gründüngung mit Klee, Wicke oder Lupine zählt in der Fruchtfolge als Hülsenfrucht mit.
- Spinat, Mangold und Rote Bete passen als Vorgänger, Rosenkohl als Nachkultur nach früh geräumten Erbsen.
Erbsen und Bohnen jedes Jahr ins selbe Beet zu säen, ist bequem. Dabei können sich aber Schädlinge und Krankheiten im Boden vermehren und den Wuchs schwächen. Ich verteile deshalb bei der Gartenplanung zuerst die HülsenfrüchteHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. auf die Beete und ordne alles andere drumherum. Dafür brauchst du drei Dinge: die FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. je Art, passende Vor- und NachkulturenEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. und einen Blick auf die Gründüngung, denn auch die zählt mit.
Warum Hülsenfrüchte nicht jedes Jahr ins selbe Beet gehören
Baust du immer wieder dieselbe Pflanzenfamilie an, können sich bodenbürtige Schädlinge und Krankheiten vermehren. Im Garten spricht man dann von Bodenmüdigkeit. Bei Erbsen sollen lange Anbaupausen vor allem Fußkrankheiten vorbeugen. Auch gegen den Falschen MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt. (Peronospora viciae) an Erbsen und Puffbohnen gilt Fruchtwechsel als Vorbeugung.
Wächst ein Beet mit Hülsenfrüchten schwach, obwohl Wasser und Standort passen, kann das auf Bodenmüdigkeit hindeuten. Eine sichere Diagnose ist das nicht, denn ähnliche Bilder haben auch andere Ursachen.
Neben der Pause zählt das Saatgut: Gesundes Saatgut und eine weit gestellte Fruchtfolge helfen gemeinsam, Krankheiten und Schädlinge an Erbsen zu begrenzen. Was du darüber hinaus ohne Chemie tun kannst, zeigt der Beitrag, wie du Hülsenfrüchte biologisch ohne chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel anbaust.
Wie lange ein Beet Pause braucht
Die Fruchtwechselpause hängt von der Art ab. Die Tabelle zeigt, wie viele Jahre vergehen sollen, bevor dieselbe Hülsenfrucht wieder auf dasselbe Beet kommt.
| Hülsenfrucht | Fruchtwechselpause |
|---|---|
| Buschbohne und Stangenbohne | 4 Jahre |
| Feuerbohne | 5 Jahre |
| Erbsen (Pal-, Mark- und Zuckererbse) | 5 Jahre |
| Puffbohne | 5 Jahre |
| Sojabohne | 5 Jahre |
| Helmbohne | 5 Jahre |
| Adzuki- und Mungobohne | 5 Jahre |
| Linse, Empfehlung im ökologischen Anbau | mindestens 6 Jahre |
Bei Bohnen kommt eine Regel dazu: Nach Bohnen oder anderen Hülsenfrüchten sollen mindestens 4 Jahre vergehen, bevor wieder Bohnen auf die Fläche kommen. Die Pause beginnt also nicht mit der letzten Bohne, sondern mit der letzten Hülsenfrucht auf diesem Beet. Das kann genauso gut eine Erbse gewesen sein.
Für Erbsen gehen die Empfehlungen auseinander. Zur Vorbeugung von Fußkrankheiten werden 4 bis 5 Jahre genannt, teils auch 6 bis 7 Jahre. Ich trage bei jedem Erbsenbeet das Aussaatjahr ein und plane mit den 5 Jahren aus der Tabelle, solange keine Gründüngung mit Leguminosen dazukommt.
Erbsen und Bohnen sind eine Familie
Erbsen und Bohnen gehören derselben Pflanzenfamilie an. Deshalb sollen sie auf derselben Fläche nicht unmittelbar aufeinander folgen. Buschbohnen gehören auch nicht direkt hinter Buschbohnen oder andere Leguminosen.
Das Erbsenbeet wird im Sommer frei, und gleich danach kommen Buschbohnen hinein. Vom Termin her ginge das, denn die letzte Buschbohnensaat wird zwischen Anfang und Mitte Juli empfohlen. Weil Erbsen und Bohnen aber zur selben Familie gehören, stehen dann zwei Hülsenfrüchte direkt hintereinander, und das ist kein Fruchtwechsel.
Gründüngung im Frühjahr zählt mit
Säst du im Frühjahr Klee, Wicken oder Lupinen als Gründüngung, wachsen auf dem Beet Pflanzen aus derselben Familie wie Bohnen und Erbsen. In der Fruchtfolge zählst du sie deshalb wie eine Hülsenfrucht mit. Für Erbsen wird bei dieser Planung eher ein Abstand von 6 Jahren empfohlen. Auf ein Beet, auf dem im selben Jahr noch Buschbohnen folgen sollen, passt eine solche Gründüngung folglich nicht. Welche Pflanzen sich eignen und wie du sie einsetzt, erklärt der Beitrag, wie du Hülsenfrüchte im eigenen Garten als Gründüngung und Bodenverbesserer nutzt.
Was vor und nach Hülsenfrüchten aufs Beet passt
Innerhalb eines Jahres lässt sich ein Hülsenfruchtbeet mit einer Vor- oder Nachkultur kombinieren. Die Tabelle zeigt, was dafür passt und was nicht.
| Planungsschritt | Passende Kultur |
|---|---|
| Vorgänger für Hülsenfrüchte | Spinat, Mangold, Rote Bete |
| Vorkultur für Buschbohnen | Salat oder Blumenkohl |
| Nachkultur nach Buschbohnen | Spinat |
| Nachkultur nach früh geräumten Erbsen | zum Beispiel Rosenkohl, gepflanzt Mitte Juni |
| Weder davor noch danach | andere Hülsenfrüchte, auch nicht als Gründüngung |
Werden die Erbsen früh geräumt, bleibt im selben Jahr Zeit für eine zweite Kultur.
Ich schreibe schon beim Säen der Erbsen auf, was nach ihnen ins Beet kommt. Die Jungpflanzen für die Nachkultur ziehe ich parallel vor, damit sie bereitstehen, wenn ich die Erbsen abräume.
Sonderfall Hochbeet
Im HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. belegen Erbsen die Fläche bis Juni oder Juli, das gehört von Anfang an in den Plan. Ein klassisch mit Reisig, Kompost und Gärtnererde aufgebautes Hochbeet setzt im ersten Jahr viel organisch gebundenen Stickstoff frei. Hülsenfrüchte brauchen als SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt. auf ausreichend versorgtem Boden keine zusätzliche Düngung. Ein frisches Hochbeet liefert ihnen also Stickstoff, den sie nicht brauchen, deshalb plane ich sie dort nicht ins erste Jahr.
Sonderfall Soja
Bei Sojabohnen reicht der Blick auf die Hülsenfrüchte nicht aus. Raps, Sonnenblumen, Kartoffeln, Kopfsalat und Klee teilen mit Soja die Anfälligkeit für Sklerotinia und gehören deshalb mit in die Planung. Vor einem Sojabeet schaue ich also auch nach, wo zuletzt Kartoffeln oder Kopfsalat standen.
Stickstoff und Düngung: kurz eingeordnet
Hülsenfrüchte gelten als Schwachzehrer mit eigener Stickstoffquelle, weil KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. an ihren Wurzeln Stickstoff binden. Sojasaatgut impfst du vor der Aussaat mit den sojaspezifischen Knöllchenbakterien Bradyrhizobium japonicum, weil die passenden Stämme in heimischen Böden normalerweise fehlen. Wie die Knöllchen arbeiten und wann Kompost sinnvoll ist, steht im Abschnitt über das Düngen von Hülsenfrüchten als Schwachzehrer mit eigener Stickstoffquelle.
Bodenstruktur und Humus
Eine gute BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten. und mehr Humus verbessern die Wasserspeicherung des Gartenbodens. Wie du pH-Wert, Bodenprobe und Lockerung vor der Aussaat angehst, erklärt die Anleitung, wie du den Boden für Hülsenfrüchte vorbereitest. Wie das im großen Maßstab aussieht, liest du im Beitrag darüber, welche Rolle Hülsenfrüchte für Bodenfruchtbarkeit und Klima in einer nachhaltigen Landwirtschaft spielen.
So plane ich den Fruchtwechsel Schritt für Schritt
Bevor die erste Aussaat ansteht, setze ich mich mit meinen Aufzeichnungen hin und gehe immer in derselben Reihenfolge vor:
- Beete erfassen: Ich notiere für jedes Beet, was in welchem Jahr dort stand, und markiere alle Hülsenfrüchte. Arbeitest du lieber am Bildschirm, kannst du deine Beete über mehrere Jahre im Voraus planen.
- Gründüngung mitzählen: Klee, Wicke und Lupine trage ich genauso ein wie Erbsen oder Bohnen.
- Hülsenfrüchte zuerst verteilen: Jede Art bekommt ein Beet, auf dem ihre Fruchtwechselpause abgelaufen ist, gerechnet ab der letzten Hülsenfrucht.
- Vor- und Nachkulturen ergänzen: Hier setze ich die Kulturen aus der Tabelle oben ein, eine zweite Hülsenfrucht nie.
- Sonderfälle prüfen: Beim Sojabeet schaue ich zusätzlich auf Kartoffeln, Kopfsalat und Klee.
- Termine abgleichen: Puffbohnen können oft schon im Februar in die Erde. Buschbohnen folgen erst ab Mitte Mai nach den letzten Frösten. Alle Termine hast du mit den Aussaatterminen für Hülsenfrüchte auf einem Blatt zum Ausdrucken im Blick.
Mischkultur ergänzt den Plan
Im selben Beet kannst du Erbsen mit Salat, Kohlrabi, Möhren oder Dill kombinieren. Jede Art braucht dabei bis zu ihrer endgültigen Größe genug Platz, damit die Nachbarn sie nicht bedrängen. Mischkultur kann den Anbau unterstützen, die Fruchtwechselpause ersetzt sie aber nicht. Passende Mischkultur-Nachbarn für jede Gemüseart kannst du nachschlagen, die Grundregeln stehen im Überblick zu Bohnen, Erbsen und Hülsenfrüchten unter Fruchtfolge und Mischkultur.
Schreib für jedes Beet auf, wann dort zuletzt Erbsen, Bohnen oder eine Gründüngung mit Klee, Wicke oder Lupine standen. Daraus ergibt sich, wo im nächsten Jahr Hülsenfrüchte hinpassen.





