Bohnen als Gründüngung: wie Hülsenfrüchte deinen Gartenboden verbessern
- Bei einer Gründüngung bleiben die Pflanzen auf dem Beet, als Mulch oder flach eingearbeitet, statt geerntet zu werden.
- Sommerwicken säst du von Mitte Mai bis Mitte August, Winter-Ackerbohnen im Oktober oder von Ende Februar bis Mitte März.
- Gelbe Lupinen eignen sich für sandige, leicht saure Böden.
- Mäh die Gründüngung vor der Samenbildung und grab frische Grünmasse nicht tief ein, weil sie unter Luftabschluss faulen kann.
- Nach dem Einarbeiten wartest du meist etwa 2 bis 3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung.
- Wicke, Klee und Lupine zählen in der Fruchtfolge mit und gehören nicht direkt vor oder nach Bohnen und Erbsen.
- Nach der Ernte von Bohnen und Erbsen bleiben die Wurzeln im Beet.

Wenn im Sommer oder Herbst ein Beet frei wird, lasse ich die Erde nicht offen liegen, sondern säe eine Gründüngung. Mit Hülsenfrüchten wie Wicke, Lupine oder Ackerbohne bedeckst du das freie Beet, lieferst organische Masse und unterstützt BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten. und Bodenleben. Was davon bei der nächsten Kultur ankommt, hängt unter anderem von der Art, ihrem Aufwuchs und der Jahreszeit ab. Hier geht es deshalb um die passende Art, die richtige Saatzeit und darum, wie du die Pflanzen mähst und einarbeitest.
Was leistet eine Gründüngung mit Hülsenfrüchten?
Bei einer Gründüngung erntest du nichts ab. Die Pflanzen bleiben als Mulch oder als eingearbeitete organische Masse auf der Fläche, und ihre Nährstoffe werden bei der Zersetzung nach und nach für die FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. verfügbar.
Die meisten Hülsenfrüchtler können mithilfe von KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. Luftstickstoff binden. Wie diese Symbiose an der Wurzel funktioniert, steht im Hülsenfrüchte-Ratgeber im Abschnitt übers Düngen von Schwachzehrern mit eigener Stickstoffquelle.
Nach dem Absterben und Verrotten von Wurzeln bleiben Bodenkanäle zurück, durch die Luft und Wasser leichter eindringen. Eine gute Bodenstruktur und mehr Humus verbessern außerdem die Wasserspeicherung des Gartenbodens. Was Hülsenfrüchte über den Garten hinaus für Bodenfruchtbarkeit und Klima bedeuten, liest du im Beitrag darüber, welche Rolle sie in einer nachhaltigen Landwirtschaft spielen.
Drei Wege, Hülsenfrüchte für den Boden zu nutzen
Im Garten setze ich Hülsenfrüchte auf drei Arten für den Boden ein:
- Gezielte Gründüngung: Auf einem freien Beet säst du Wicken, Lupinen oder Ackerbohnen nur für den Boden und mähst sie, bevor sich Samen bilden.
- ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut.: Zwischen zwei Hauptkulturen füllt eine Gründüngung die Lücke, im Sommer mit einer Art mit kurzer KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. oder über den Winter mit einer winterharten Art.
- Gemüse mit Nachnutzung: Busch- und Stangenbohnen oder Erbsen erntest du wie gewohnt und lässt danach die Wurzeln im Beet.
Welche Hülsenfrüchte eignen sich als Gründüngung?
Diese Leguminosen kannst du im Garten als Gründüngung säen, jede in ihrem eigenen Zeitfenster:
| Art | Aussaatzeit | Saatmenge | Passt für |
|---|---|---|---|
| Sommerwicke | Mitte Mai bis Mitte August | 18 g/m² | Lücken im Sommer, etwa 6 bis 8 Wochen Kulturzeit |
| Gelbe Lupine | Mitte April bis Ende August | 20 g/m² | sandige, leicht saure Böden, etwa 12 Wochen Kulturzeit |
| Winterzottelwicke | Anfang August bis Mitte September | 18 g/m² | winterharte Gründüngung auf mittleren Böden |
| Winter-Ackerbohne | Oktober oder Ende Februar bis Mitte März | 20 g/m², als Dichtsaat 100 g/m² | Saat im Herbst oder am Ende des Winters |
Die Saatmengen sind Gewichtsangaben je Quadratmeter. Ich wiege die Menge für mein Beet deshalb vor dem Säen ab, statt sie aus der Hand zu schätzen.
Sommerwicke: für die Lücke im Sommer
Die Sommerwicke braucht etwa 6 bis 8 Wochen Kulturzeit. Damit passt sie in Beetlücken, die im Sommer entstehen, solange du bis Mitte August säst.
Gelbe Lupine: für sandige, leicht saure Böden
Gelbe Lupinen eignen sich für sandige, leicht saure Böden. Mit etwa 12 Wochen Kulturzeit stehen sie deutlich länger als Sommerwicken, deshalb braucht die Lupine eine größere Lücke im Beetplan. Für Weiße Lupinen wird empfohlen, das Saatgut vor der Aussaat mit lupinenspezifischen Knöllchenbakterien zu impfen. Prüf bei deinem Lupinensaatgut, ob eine Impfung vorgesehen ist.
Gründüngungs-Lupinen säst du für den Boden, nicht für die Küche. Lupinen aus dem Garten sind kein verzehrfertiges Lebensmittel, und auf Bitterlupinensamen, die vor dem Essen erst im eigenen Haushalt entbittert werden müssten, verzichtest du wegen des Alkaloidrisikos.
Winterzottelwicke und Winter-Ackerbohne: grün über den Winter
Winterzottelwicken eignen sich als winterharte Gründüngung für mittlere Böden. Du säst sie von Anfang August bis Mitte September. Winter-Ackerbohnen kommen im Oktober in die Erde oder von Ende Februar bis Mitte März. Für diese frühe Saat muss der Boden ausreichend abgetrocknet und bereits etwas erwärmt sein.
Ackerbohnen wachsen auf mittleren bis schweren, tiefgründigen Böden bei einem pH-Wert von 6,5 bis 7,2 besonders gut. Gelbe Lupine und Ackerbohne decken also unterschiedliche Böden ab: Auf leichtem, leicht saurem Sandboden greifst du zur Lupine, auf schwerem Boden zur Ackerbohne.
Bohnen als Gründüngung: was dafür taugt
Bei Bohnen als Gründüngung gibt es zwei Wege. Entweder säst du Winter-Ackerbohnen gezielt für den Boden, oder du nutzt nach der Ernte die Reste deiner Gemüsebohnen.
Termine und Saatmengen für die Winter-Ackerbohne findest du in der Tabelle oben. Du mähst sie wie jede Gründüngung, bevor sich Samen bilden. Auch Puffbohnen, die du für die Küche erntest, können über ihre Ernterückstände Stickstoff für die Folgekultur hinterlassen. Die gesamte StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können. ist allerdings nicht mit der Menge gleichzusetzen, die tatsächlich nachgeliefert wird.
Busch- und Stangenbohnen baust du für die Ernte an. Lässt du danach ihre Wurzeln im Boden, bleiben Nährstoffe und organische Substanz auf der Fläche. Als Nachfrüchte von Gartenbohnen eignen sich Mais, Kürbis und Kartoffeln, nach Buschbohnen passt auch Spinat als NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen..
Beim Abräumen schneide ich Busch- und Stangenbohnen knapp über dem Boden ab und lasse die Wurzeln stecken. Das gesunde Kraut hacke ich klein und arbeite es flach ins Beet ein.
Zeigen die Hülsen fettige, glasige Stellen, kann das auf die bakterielle Fettfleckenkrankheit hindeuten. Erkrankte Pflanzen entfernst du dann aus dem Garten, statt sie im Beet zu lassen. Nach Bohnenrost reinigst du die Rankhilfen gründlich, bevor du sie wieder verwendest, weil der Pilz auch an Bohnenstangen überdauert.
Wie viel Stickstoff hinterlässt eine Gründüngung?
Wie viele Nährstoffe eine Gründüngung nachliefert, hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab.
Unterschiede zwischen den Arten gibt es trotzdem. Im österreichischen Bio-Körneranbau wird die Vorfruchtwirkung von Prunkbohnen als eher bescheiden eingeordnet. Der Helmbohne wird dagegen Potenzial als leistungsfähige Gründüngungspflanze zugeschrieben. Sie braucht allerdings einen sehr warmen, sonnigen und möglichst geschützten Platz sowie ein Klettergerüst.
Eines gilt für alle Arten: Werden die Pflanzen vollständig von der Fläche entfernt, entfällt die Stickstoffnachlieferung aus diesen Ernteresten.
„Nach einer Gründüngung mit Hülsenfrüchten musst du nicht mehr düngen.“ Das stimmt so nicht. Die Gründüngung ersetzt die Düngung der Nachkultur nicht automatisch vollständig, weil die Nährstoffnachlieferung unter anderem von Aufwuchs, Bodenfeuchte und Temperatur abhängt. Welche Nährstoffe fehlen, zeigt eine Bodenuntersuchung, die sich im Hausgarten etwa alle 4 bis 5 Jahre empfiehlt.
So legst du eine Gründüngung mit Hülsenfrüchten an
Beet vorbereiten
Gesät wird erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Ich greife vorher in die Erde: Schmiert sie, warte ich noch. Ein bestehendes Beet lockerst du im Frühjahr mit Grabgabel oder Krail, statt es erneut umzugraben. Danach bereitest du ein ebenes, feinkrümeliges Saatbeet vor. Hülsenfrüchte brauchen dabei einen Standort ohne Staunässe.
Rechnest du mit viel Unkraut, legst du ein falsches Saatbeet an. Dabei lässt du die Unkräuter vor der Aussaat auflaufen und entfernst sie oberflächlich, ohne den Boden erneut tief zu durchmischen.
Säen und pflegen
Die abgewogene Saatmenge verteilst du gleichmäßig auf der Fläche. Saattiefe und Abstand richtest du nach den Angaben auf der Saatgutpackung, weil sie sich je nach Art unterscheiden. Bis zur Keimung hältst du die Saat gleichmäßig feucht, ohne dass sich Wasser staut.
Stickstoff düngst du nicht dazu. Bei Puffbohnen kann zusätzlicher Stickstoff die Bindung durch die Knöllchenbakterien behindern und verzögern. Nach dem Auflaufen entfernst du Unkraut mit der Hacke. In Trockenphasen prüfst du die Bodenfeuchte mit dem Finger oder einem Stock und gießt dann morgens direkt im Wurzelbereich. Im Bio-Beitrag liest du, wie du Hülsenfrüchte ganz ohne chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel anbaust.
Mähen, bevor sich Samen bilden
Du mähst die Gründüngung vor der Samenreife, damit sie sich nicht unerwünscht aussät. Ich kontrolliere die Bestände ab der Blüte und schneide, bevor sich Samen bilden. Das Schnittgut zerkleinere ich direkt auf dem Beet.
Einarbeiten, ohne dass es fault
Das zerkleinerte Grün kann als Mulch liegen bleiben oder flach eingearbeitet werden. Als Mulch hält es den Boden feucht und schützt seine Oberfläche vor Abtrag durch Wind und Wasser. Eine organische Mulchauflage verringert außerdem die Verdunstung und die Aufheizung des Bodens.
Frische Grünmasse tief untergraben. Unter Luftabschluss kann sie faulen. Arbeite sie deshalb nur flach ein oder lass sie als Mulch liegen.
Warten bis zur nächsten Kultur
Nach dem Einarbeiten wartest du meist etwa 2 bis 3 Wochen, bevor du neu säst oder pflanzt. In dieser Zeit beginnt die Zersetzung der Pflanzenreste.
Gründüngung als Zwischenfrucht: welche Art passt in welche Lücke?
Zwischen zwei Hauptkulturen füllt eine Gründüngung die Zeit, in der das Beet sonst leer stünde. Wird ein Beet im Sommer frei, passt die Sommerwicke, solange du bis Mitte August säst. Von Anfang August bis Mitte September kommt die Winterzottelwicke infrage, die als winterharte Gründüngung stehen bleibt. Im Oktober ist die Winter-Ackerbohne an der Reihe. Ohne Leguminose geht es mit Winterroggen, den du auf abgeernteten Gemüsebeeten noch im Oktober säen kannst und der über den Winter steht.
Plane für eine Gründüngung als Zwischenfrucht die Kulturzeit und die Wartezeit ein. Die Sommerwicke braucht etwa 6 bis 8 Wochen, die Gelbe Lupine etwa 12 Wochen. Nach dem Einarbeiten folgen meist etwa 2 bis 3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung.
Wicke, Klee und Lupine gehören zur selben Pflanzenfamilie wie Bohnen und Erbsen. Eine Leguminosen-Gründüngung zählst du deshalb in der Fruchtfolge mit und planst sie nicht unmittelbar vor oder nach Bohnen und Erbsen ein. Nach früh geräumten Erbsen wird das Beet in der Aussaatzeit der Sommerwicke frei, und trotzdem gehört dort keine Wicke hin. Phacelia passt an dieser Stelle, weil sie mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist.
Für Busch- und Stangenbohnen gilt eine FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 4 Jahren. Säst du Leguminosen zusätzlich als Gründüngung, wird für Erbsen eher ein Abstand von 6 Jahren empfohlen. Wie du daraus eine Folge über mehrere Jahre baust, zeigt der Beitrag darüber, wie du einen Fruchtwechsel mit Hülsenfrüchten planst.
Ich trage jede Gründüngung in meinen Beetplan ein wie eine eigene Kultur, damit ich die Pausen für die Pflanzenfamilie im Blick behalte. Das klappt auch digital, wenn du deine Beetbelegung im Beetplaner festhältst.
Wenn du Bohnen und Erbsen ohnehin anbaust
Auch Hülsenfrüchte für die Küche leisten nach der Ernte einen Beitrag für den Boden. Im Beet verbleibende Wurzeln und eingearbeitete Pflanzenreste erhalten Stickstoff, weitere Nährstoffe und organische Substanz im Boden. Nach der Erbsenernte bleiben die Wurzeln deshalb im Boden, damit der gebundene Stickstoff der Folgekultur zugutekommen kann. Auf früh geräumte Erbsen kannst du zum Beispiel Mitte Juni Rosenkohl pflanzen. Was die Ernte auf dem Teller bringt, liest du im Beitrag darüber, warum Hülsenfrüchte als Eiweißlieferanten zählen.
Wann du Bohnen und Erbsen säst und wie du sie pflegst, steht ausführlich im Hülsenfrüchte-Ratgeber im Kapitel zur Aussaat. Die Termine hast du mit dem Kalender mit allen Aussaatterminen für Bohnen und Erbsen auf einem Blatt zur Hand.
Auf wenig Fläche passen kompakte Buschbohnen, die keine Kletterstütze brauchen, oder die Schalerbse Kleine Rheinländerin, die ohne Kletterhilfe auskommt und sich für Hochbeete und Töpfe eignet. Was im Hochbeet anders läuft, liest du im Beitrag darüber, wie du Hülsenfrüchte im Hochbeet anbaust.
In einer Milpa mit Mais, Stangenbohnen und Kürbis, auch als Drei Schwestern bekannt, übernimmt der Mais die Funktion der Rankhilfe. Viele Nachbarschaftseffekte im Gemüsebeet sind allerdings schwer nachweisbar, und die Erfahrungsberichte widersprechen sich häufig. Welche Partner du kombinieren kannst, prüfst du mit dem Mischkultur-Planer.




