Prunkbohnen: Krankheiten und Schädlinge an Blatt, Hülse und Samen erkennen und bekämpfen
- Glasige, fettig glänzende Flecken auf den Hülsen können auf die Fettfleckenkrankheit hindeuten.
- Weißliche, später bräunliche Pusteln auf der Blattunterseite passen zu Bohnenrost, der auch an Bohnenstangen überdauern kann.
- Fallen Blüten ohne Flecken ab, kann Trockenheit während der Blüte die Ursache sein.
- Schwarze Bohnenläuse sitzen an Triebspitzen und Blüten, beginnende Kolonien streifst du von Hand ab.
- Löcher und Bohrmehl in gelagerten Samen weisen auf den Speisebohnenkäfer hin.
- Für Prunkbohnen gilt eine Fruchtwechselpause von 5 Jahren.

Fleckige Hülsen, klebrige Triebspitzen oder Blüten, die ohne Hülsen abfallen: Wenn deine Prunkbohnen so aussehen, willst du wissen, ob ein Erreger dahintersteckt und was du jetzt tun kannst. Bevor ich etwas abschneide, schaue ich genau hin. Ich drehe Blätter um, betrachte die Hülsen von beiden Seiten und fühle mit dem Finger in die Erde am Stängelfuß. Viele Schadbilder ähneln sich, und manches, was nach Krankheit aussieht, hat eine ganz andere Ursache.
Prunkbohne und Feuerbohne sind zwei Namen für dieselbe Art, Phaseolus coccineus. Bei uns wird sie einjährig kultiviert und klettert an Stangen, Schnüren oder Gerüsten. Die getrockneten Samen kennst du vielleicht als Käferbohnen.
Schadbilder im Überblick: Was du siehst und was dahinterstecken kann
Die Tabelle ist mein Einstieg, wenn eine Pflanze auffällt. Sie ersetzt keine Lupe und keine Laboruntersuchung, grenzt die Ursache aber ein. Jedes Schadbild ist ein Hinweis, keine sichere Diagnose.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Mein erster Handgriff |
|---|---|---|
| Kleine, wässrig durchscheinende Blattflecken, oft mit hellem Hof; fettig glänzende, glasige Flecken auf den Hülsen | Fettfleckenkrankheit | Erkrankte Pflanzen entfernen, nur bei trockenem Laub arbeiten |
| Braune Flecken an Blattadern, Stängeln und Hülsen; auf den Hülsen eingesunken, teils mit rötlichem Sporenschleim | Brennfleckenkrankheit | Befallene Teile entfernen, aus diesem Bestand kein Saatgut nehmen |
| Erst weißliche, später bräunliche Pusteln auf der Blattunterseite | Bohnenrost | Befallene Blätter entfernen, Stangen nach der Saison reinigen |
| Weißlicher Belag auf der Blattoberseite, leicht abwischbar | Echter Mehltau | Wischprobe machen, befallene Blätter entfernen |
| Gelblich gescheckte, mosaikartige oder blasig gewölbte Blätter | Viruskrankheit | Sichtbar befallene Pflanzen zügig entfernen |
| Braune, korkige Stellen an Blättern und Hülsen | Sonnenbrand | Mit den Fleckenkrankheiten abgleichen, bevor du schneidest |
| Blüten fallen ab, Hülsen setzen nicht an, Laub ohne Flecken | Trockenheit während der Blüte | Bodenfeuchte mit dem Finger prüfen |
| Welke oder Vergilbung ohne klares Fleckenbild | Staunässe und Wurzelfäule, Kaliummangel, Hitze | Wasserabzug und Boden prüfen |
| Kolonien schwarzer Läuse an Triebspitzen, Blättern und Blüten, klebriger Belag | Schwarze Bohnenlaus | Kolonien abstreifen oder abspritzen |
| Feine, nadelstichartige Sprenkel auf den Blättern | Spinnmilben | Blattunterseite mit der Lupe absuchen |
| Buchtenartige Fraßstellen am Blattrand | Blattrandkäfer | Fraßbild beobachten |
| Abgefressene junge Austriebe, Schleimspuren | Schnecken | Verstecke kontrollieren, absammeln |
| Fraßgänge in KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen., im WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt. oder im Stängel | Larven der Bohnenfliege | Nächsten Satz im Topf vorziehen |
| Samen oder Keimlinge faulen nach nasskalter Witterung | Samen- und Keimlingsfäule | Nicht in kalten, nassen Boden säen |
| Löcher, Fraßgänge und Bohrmehl in gelagerten Samen | Speisebohnenkäfer | Vorrat durchsehen, dicht verschlossen lagern |
Für Buschbohnen findest du die Flecken und Beläge ausführlicher im Beitrag über Pilz-, Bakterien- und Viruskrankheiten an Buschbohnen.
Fallen Blüten ab, ohne dass Blätter oder Hülsen Flecken zeigen, liegt der Gedanke an Schädlinge nahe. Bei Prunkbohnen kann aber Trockenheit während der Blüte dazu führen, dass Blüten abfallen und keine Hülsen ansetzen. Fühl deshalb zuerst mit dem Finger oder einem Stock in die Erde, bevor du nach Läusen suchst.
Krankheiten an Prunkbohnen erkennen und gezielt handeln
Glasige Flecken auf den Hülsen: Fettfleckenkrankheit
Die Fettfleckenkrankheit wird von Bakterien ausgelöst. Auf den Blättern erscheinen kleine, wässrig durchscheinende Flecken, oft mit einem hellen Hof. Die Hülsen bekommen fettig glänzende, glasige Stellen. Weil sich die Erreger bei etwa 20 °C gut vermehren, sehe ich mir in warmen Sommerwochen die Hülsen besonders genau an.
Die Bakterien lassen sich verschleppen, wenn du in nassen Beständen arbeitest. Aus beidem ergibt sich meine Regel für warme Tage nach Regen: Ich ernte und binde erst, wenn das Laub abgetrocknet ist. Erkrankte Pflanzen nimmst du aus dem Beet, und für die nächste Aussaat verwendest du gesundes Saatgut.
Eingesunkene braune Flecken: Brennfleckenkrankheit
Die Brennfleckenkrankheit hinterlässt braune Flecken an Blattadern, Stängeln und Hülsen. Auf den Hülsen sind die Flecken eingesunken, manchmal sitzt rötlicher Sporenschleim darauf. Befallene Teile entferne ich, und aus einem befallenen Bestand nehme ich kein Saatgut. Bei der Sortenwahl hilft ResistenzResistenz ist bei Pflanzensorten die Fähigkeit, einen bestimmten Schaderreger abzuwehren: Bei einer resistenten Sorte bleibt ein Befall stark begrenzt, und weder Wachstum noch Ertrag leiden auffällig.: Die Prunkbohne ‘Lady Di’ ist gegen Brennflecken resistent.
Gesundes Saatgut beugt der Fettfleckenkrankheit vor, und aus Beständen mit Brennflecken wird kein Saatgut gewonnen. Gewinnst du eigene Prunkbohnensamen, markierst du deine Samenträger deshalb erst, nachdem du ihre Hülsen auf beide Fleckenbilder geprüft hast.
Pusteln auf der Blattunterseite: Bohnenrost
Bohnenrost bildet auf der Blattunterseite zuerst weißliche, später bräunliche Pusteln. Stangenbohnen befällt er häufiger als Buschbohnen. Für kletternde Prunkbohnen zählt vor allem, dass der Pilz an Pflanzenresten und an Rankstangen überdauern kann. Befallene Blätter entfernst du und gibst sie in den Haus- oder Biomüll. Ein Gartenkompost erreicht die Temperaturen zum Abtöten der Erreger womöglich nicht.
Nach der Saison ziehe ich meine Bohnenstangen aus dem Beet, bürste die Erdreste ab und übergieße sie mit kochendem Wasser, bevor sie ins Lager kommen. Das Laub befallener Pflanzen landet bei mir nicht auf dem Kompost.
Weißer Belag: Echter oder Falscher Mehltau?
Echter Mehltau bildet einen weißlichen Belag auf der Blattoberseite, den du leicht abwischen kannst. An Buschbohnen kommt er nur selten vor. Falscher Mehltau bildet dagegen einen weißgrauen Belag auf der Blattunterseite, der sich nicht abwischen lässt. Sein Erreger Peronospora viciae befällt Erbsen und Puffbohnen. Bei deinen Prunkbohnen hilft die Wischprobe mit dem Finger, die beiden zu unterscheiden. Befallene Blätter nehme ich ab und gebe sie in den Hausmüll.
Mosaikblätter: Hinweis auf Viren
Gelblich gescheckte, mosaikartig verfärbte oder blasig gewölbte Blätter können auf Viren hindeuten. Welches Virus dahintersteckt, klärt meist erst eine Laboruntersuchung. Sichtbar befallene Pflanzen nimmst du zügig aus dem Beet. An Erbsen und Puffbohnen übertragen Blattläuse Viruskrankheiten. Vorbeugen kannst du über die Sortenwahl, denn ‘Lady Di’ ist auch gegen das Bohnenmosaikvirus resistent.
Braune, korkige Stellen: manchmal nur Sonnenbrand
Nicht jeder braune Fleck stammt von einem Erreger. Braune, korkige Stellen an Blättern und Hülsen können durch Sonnenbrand entstehen. Bevor ich schneide, vergleiche ich deshalb mit den Fleckenbildern oben. Korkig ist etwas anderes als glasig, fettig oder eingesunken mit Sporenschleim.
Welke, Vergilbung, Fäulnis: Nässe, Mangel oder Grauschimmel?
Vergilbung und Welke lassen oft keine eindeutige Diagnose zu. Auch Nässe, Hitze oder ein Nährstoffmangel kommen als Ursache infrage, und manchmal klärt nur ein Labor den Erreger.
Bei einjährigen Kletterpflanzen wie der Prunkbohne kann anhaltende Staunässe Wurzelfäule auslösen. Steht deine Prunkbohne im Kübel, etwa die kompakte Sorte ‘Hestia’, verwendest du Erde mit Wurzelfäule-Erregern nicht noch einmal. Welkt eine Topfpflanze in der Hitze trotz feuchter Erde, prüfst du vor dem nächsten Gießen die Feuchte im Substrat.
Vergilben ältere bis mittelalte Blätter an den Rändern und zwischen den Adern, kann das auf Kaliummangel hindeuten. Dasselbe gilt für Welke trotz ausreichender Wasserversorgung. Für Prunkbohnen gilt: keine reine Stickstoffdüngung, aber die Kaliumversorgung im Blick behalten. Klarheit bringt eine Bodenuntersuchung, die neben pH-Wert und Phosphat auch Kalium erfasst.
Grauschimmel kann bei Erbsen an welken Blüten mit hellbraunen Fäulnisflecken beginnen und bei Feuchte auf weitere Pflanzenteile übergreifen. Für Stangenbohnen im Gewächshaus gelten Tropfbewässerung und ausreichend lichte Bestände als Vorbeugung. Ich übertrage das auf meine Prunkbohnen: Das Wasser kommt an den Fuß, die Stangen stehen nicht zu dicht, und welke Blüten sehe ich mir bei feuchtem Wetter genauer an.
Schädlinge an Prunkbohnen: vom Keimling bis ins Vorratsglas
Junge Pflanzen: Schnecken, Bohnenfliege und Keimlingsfäule
Junge Austriebe der Prunkbohne können Schutz vor Schnecken brauchen. Abgefressene Triebspitzen und Schleimspuren am Morgen deuten auf sie hin. Ich kontrolliere ihre Verstecke, sammle die Tiere ab und gieße morgens statt abends. Ein Schneckenzaun als Barriere lässt sich gut mit dem Absammeln kombinieren. Kaffeesatz wird oft als Schneckenbarriere genannt, ich verlasse mich darauf nicht.
Fraßgänge in den Keimblättern, im Wurzelhals oder im Stängel können auf Larven der Bohnenfliege hinweisen. Sie können das Herz der Keimpflanze zerstören. Bei Gartenbohnen kann das Vorziehen in Töpfchen den Befall verringern, deshalb ziehe ich meine Prunkbohnen ebenfalls im Topf vor. Ein Kulturschutznetz schützt nicht zuverlässig, wenn schon Larven oder Puppen im Boden stecken.
Nasskalte Bedingungen fördern bei Gartenbohnen Samen- und Keimlingsfäulen. Faulen deine Prunkbohnen nach einer kalten, nassen Phase im Boden, kann das die Ursache sein. Meine Prunkbohnen säe ich im Mai oder Juni in warmen Boden, die Termine stehen im druckbaren Aussaatkalender für Hülsenfrüchte.
Schwarze Bohnenläuse an Triebspitzen und Blüten
Schwarze Bohnenläuse bilden Kolonien an jungen Trieben, Blättern und Blüten, bei stärkerem Befall auch an den Blattunterseiten. Die Folgen sind verkrüppelte Blätter, Triebe und Hülsen sowie klebriger HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn.. An meinen Prunkbohnen schaue ich deshalb nicht nur auf die Triebspitzen, sondern auch in die Blütenstände.
Beginnende Kolonien streife ich mit der Hand ab oder schneide den befallenen Triebteil heraus. Ein kräftiger Wasserstrahl kann die Läuse ebenfalls von der Pflanze spülen. Larven von Marienkäfern und Florfliegen sind natürliche Gegenspieler, die du dabei schonst. SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. oder BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. werden gegen Läuse oft empfohlen. Ich bleibe bei Hand und Wasserstrahl, weil ich dabei sehe, was ich treffe.
Feine Sprenkel bei Hitze: Spinnmilben
Feine, nadelstichartige Sprenkel auf den Blättern können auf Spinnmilben hindeuten. Bei warm-trockenem Wetter suche ich die Blattunterseiten mit einer Lupe ab, denn dort lassen sich die Tiere erkennen. Im Gewächshaus kommen RaubmilbenRaubmilben sind winzige Milben, die andere Milben wie Spinnmilben und je nach Art auch Thripslarven fressen. Als Nützlinge werden sie im Gewächshaus und im Garten gezielt gegen Spinnmilben eingesetzt. als Gegenspieler infrage, sie brauchen dafür eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit.
Buchten am Blattrand: Blattrandkäfer
Buchtenartige Fraßstellen an den Blatträndern können auf Blattrandkäfer hindeuten. Ihre Larven fressen unterirdisch an Wurzeln und Knöllchen. Diesen Schaden siehst du von oben nicht, das Fraßbild am Blattrand ist dein Hinweis darauf.
Löcher in den Samen: Speisebohnenkäfer im Vorrat
Bei Prunkbohnen werden meist die reifen Samen verwendet, die jungen Hülsen kannst du gekocht ebenfalls essen. Der Speisebohnenkäfer (Acanthoscelides obtectus) vermehrt sich in gelagerten Bohnensamen und hinterlässt Fraßgänge, Löcher und Bohrmehl. Wer Prunkbohnen vor allem für die Samen anbaut, muss deshalb auch im Vorratsglas kontrollieren, nicht nur am Beet.
Für Trockenkerne erntest du erst, wenn die Samen in der trockenen Hülse dick, bauchig und hart sind. Ich lagere sie kühl, trocken und dunkel in fest schließenden Gläsern und sehe regelmäßig nach Löchern und Bohrmehl. An Puffbohnen fressen dagegen Samenkäfer der Gattung Bruchus, und dazu kommen Schokoladenflecken. Wie du das erkennst, steht im Beitrag über Befall an Puffbohnen und seine Behandlung.
Vorbeugen, Nützlinge, Pflanzenschutzmittel: kurz eingeordnet
Vorbeugen heißt bei Prunkbohnen vor allem: gesundes Saatgut, Wasser an den Wurzelbereich statt aufs Laub und ein Fruchtwechsel mit 5 Jahren Pause. Gründüngungen wie Klee oder Lupine zählen dabei mit, und du kannst deine Fruchtfolge im Beetplaner planen. Wie du Hülsenfrüchten grundsätzlich vorbeugst und Befall kontrollierst, steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge im Überblick zu Bohnen, Erbsen und Hülsenfrüchten.
Marienkäfer, Schwebfliegen und Florfliegen finden in einem vielfältig bepflanzten Garten Lebensraum, blühende Korb- und DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. können Schwebfliegen zusätzlich fördern. Solche Gegenspieler können Blattläuse begrenzen, ersetzen aber nicht deinen Blick auf die Pflanze.
Chemie kommt erst ganz zum Schluss infrage und ist im Haus- und Kleingarten nur mit Zulassung für nichtberufliche Anwender erlaubt. Dann gelten Gebrauchsanweisung, Schutzkleidung, Wartezeit bis zur Ernte und fachgerechte Entsorgung, und bedenke, dass solche Mittel auch Nützlinge treffen können. Wie Vorbeugung, Kontrolle und Eingriff zusammenspielen, zeigt der Beitrag zum integrierten Pflanzenschutz bei Hülsenfrüchten.





