Buschbohnen natürlich düngen: Kompost und Mulch statt Hornspäne
- Buschbohnen sind Schwachzehrer und brauchen auf ausreichend versorgtem Boden keinen zusätzlichen Dünger.
- Fehlt dem Boden etwas, kommen vor der Aussaat etwa 2 l reifer Kompost je m² infrage.
- Hornspäne sind Stickstoffdünger, und eine reine Stickstoffdüngung ist bei Buschbohnen nicht vorgesehen.
- Frischen Mist und Jauche gibst du nicht unmittelbar zu den Bohnen, angewelkter Rasenschnitt als Mulch schützt den Boden.

Im Frühjahr liegt der Gedanke nahe, die Buschbohnen gleich mitzudüngen, am liebsten mit Hornspänen. Bei mir bekommen sie keine. Buschbohnen sind SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt. und kommen auf ausreichend versorgtem Boden ohne zusätzlichen Dünger aus. Natürlich düngen heißt bei ihnen vor allem, den Boden zu pflegen und nur nachzulegen, wenn ihm etwas fehlt.
Wie ich das im eigenen Beet umsetze, zeige ich dir hier: Kompost nach Befund, Mulch aus Rasenschnitt und eine passende Gründüngung. Dazu kommt, was ich bewusst weglasse und warum.
Brauchen Buschbohnen überhaupt Dünger?
Auf ausreichend versorgtem Boden nicht. Ob dein Beet dazugehört, zeigt eine Bodenuntersuchung auf Phosphor, Kalium und pH-Wert. Im Hausgarten empfiehlt sie sich etwa alle 4 bis 5 Jahre. Aus dem Befund lässt sich ablesen, welche Düngerart in welcher Menge sinnvoll ist. Vor jeder Bohnensaat lege ich mir den letzten Befund hin, bevor ich den ersten Eimer Kompost fülle.
Für Buschbohnen gelten dabei zwei Regeln: keine reine Stickstoffdüngung, und die Kaliumversorgung behältst du im Blick. Stickstoff können die meisten Hülsenfrüchtler mithilfe von KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. selbst aus der Luft binden. Wie diese StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können. abläuft und woran du einen möglichen Mangel erkennst, liest du im Beitrag darüber, welche Nährstoffe Buschbohnen wann und in welcher Menge brauchen.
Natürliche Mittel im Bohnenbeet auf einen Blick
| Mittel | So setze ich es bei Buschbohnen ein |
|---|---|
| Reifer Kompost | nur bei Bedarf, etwa 2 l je m² vor der Aussaat einarbeiten |
| Rasenschnitt als Mulch | angewelkt, in dünnen Schichten, bei Bedarf wiederholt |
| Gründüngung | Phacelia oder Winterroggen, vor der Samenbildung schneiden, meist etwa zwei bis drei Wochen vor der Aussaat einarbeiten |
| Hornspäne, Hornmehl | weglassen, denn sie sind Stickstoffdünger |
| Frischer StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe., Jauche | nicht unmittelbar zur Bohnenkultur |
| Holzasche | weglassen, denn sie reagiert stark alkalisch und kann Schwermetalle eintragen |
| Bohnenwurzeln nach der Ernte | im Beet lassen |
Hornspäne für Buschbohnen: warum ich sie weglasse
Die kurze Antwort: Buschbohnen brauchen keine Hornspäne. Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl sind Stickstoffdünger, und eine reine Stickstoffdüngung ist bei Buschbohnen nicht vorgesehen. Wer trotzdem Horn streut, gibt den Bohnen genau den Nährstoff, den sie mit ihren Knöllchenbakterien selbst binden können. Bei mir kommen deshalb keine Hornspäne ins Bohnenbeet, auch nicht vorsorglich zur Aussaat.
Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl unterscheiden sich in der Körnung. Alle drei enthalten etwa 10 bis 14 % Stickstoff. Je feiner das Material, desto schneller steht der Stickstoff zur Verfügung: Hornmehl ist nach etwa sechs Wochen im Boden umgesetzt, größere Hornspäne brauchen dafür mehrere Monate.
Kompost: nur, wenn der Boden etwas braucht
Zeigt der Befund Bedarf, bekommen meine Buschbohnen reifen Kompost und sonst nichts. Vor der Aussaat arbeite ich etwa 2 l je m² ein. Mehr gebe ich bewusst nicht, denn auch häufige Kompostgaben können im Gartenboden einen Nährstoffüberschuss verursachen.
Den Kompost bringe ich im Frühjahr aus und nicht schon im Herbst, weil notwendige Düngergaben dann weniger ausgewaschen werden. Als organischer Dünger wirkt Kompost meist langfristiger als Mineraldünger. Wie viel er freigibt, hängt vom Wetter ab: Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kommt wenig an, bei feuchtwarmer Witterung sind kräftige Schübe möglich.
Zur Bodenvorbereitung für Buschbohnen kommen etwa 2 l reifer Kompost je m² infrage. Braucht der Boden bei Bohnen und Erbsen etwas, liegen die Richtwerte für Kompost bei 1 bis 3 l/m² im Jahr. Für die allgemeine Grunddüngung im Gemüsegarten gelten höchstens 3 l je m² im Frühjahr als Obergrenze.
Ziehst du Buschbohnen in Töpfen vor, eignet sich Komposterde als Substrat. Wie das Vorziehen und Auspflanzen abläuft, steht im Beitrag wie du Buschbohnen vorziehst und später auspflanzt.
Lockerer Boden statt mehr Dünger
Nässe und verdichteter Boden beeinträchtigen Buschbohnen. Staunässe und Verdichtung können die Phosphataufnahme trotz ausreichendem Vorrat hemmen, und zusätzlicher Phosphordünger behebt das nicht. Lockern, Kalken nach Messung und den passenden pH-Wert erklärt der Beitrag wie du den Boden für Buschbohnen vorbereitest.
Mulch: Bodenschutz aus dem eigenen Garten
Mulch ist bei mir weniger Dünger als Bodenpflege. Eine organische Auflage verringert die Verdunstung und bremst das Aufheizen des Bodens. Sie kann Beikraut unterdrücken, gegen ausdauernde Wurzelunkräuter hilft sie aber nur bedingt. Was darunter verrottet, bleibt als organische Substanz im Beet, und mehr Humus verbessert die Wasserspeicherung.
Ich mulche meine Buschbohnen mit Rasenschnitt. Er kommt angewelkt und in dünnen Schichten aufs Beet, bei Bedarf wiederholt, sodass der Boden noch leicht durchscheint. Frisch und dick aufgelegt verklebt Rasenschnitt, schimmelt oder fault. Auf schwerem Lehmboden lege ich dünner auf als auf leichtem Sandboden.
Frischen Rasenschnitt breite ich zuerst auf dem Weg aus und lasse ihn dort anwelken. Erst dann verteile ich ihn zwischen den Bohnenreihen und schaue, ob die Erde noch durchscheint. Liegt zu wenig, lege ich später nach, statt gleich eine dicke Lage aufzuschichten.
Unter Mulch bleibt die Erde länger feucht, deshalb entscheidet bei mir der Griff in die Erde, wann ich gieße. Welche Gießfehler Buschbohnen schaden, liest du im Beitrag wie du Buschbohnen ohne Über- und Unterwässerung gießt.
Gründüngung vor den Buschbohnen
Eine Gründüngung liefert Grünmasse, die du vor der Bohnensaat als Mulch liegen lässt oder flach einarbeitest. Phacelia passt gut, weil sie mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist. Winterroggen überwintert und ist damit eine Alternative zu frostempfindlichen Sommerarten. Klee, Wicken und Lupinen gehören dagegen zur selben Familie wie die Bohnen und stehen deshalb nicht direkt vor oder nach Buschbohnen. Senf und Ölrettich zählen zur Familie von Kohl, Rettich und Radies, deshalb lässt du sie weg, wenn du diese häufig anbaust.
Geschnitten wird vor der Samenbildung. Ich zerkleinere die Masse und lasse sie liegen oder arbeite sie flach ein, denn tief eingegrabene frische Grünmasse kann unter Luftabschluss faulen. Nach dem Einarbeiten wartest du meist etwa zwei bis drei Wochen bis zur Aussaat. Eine Düngung ersetzt die Gründüngung nicht automatisch, weil ihre NährstofffreisetzungNährstofffreisetzung ist die Abgabe von Nährstoffen aus Dünger, Kompost oder Humus in eine Form, die Pflanzen aufnehmen können. Wie schnell sie abläuft, hängt von der Düngerart, vom Boden sowie von Feuchtigkeit und Temperatur ab. von Aufwuchs, Bodenfeuchte und Temperatur abhängt.
Jauche, frischer Mist und Holzasche: was nicht zu den Bohnen kommt
Frischen Stallmist und Jauche gibst du nicht unmittelbar zu Buschbohnen. Dasselbe gilt für Stangen- und Feuerbohnen.
Der BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. wird vor allem nachgesagt, dass sie Stickstoff liefert. Zu Buschbohnen passt sie damit nicht: Jauche gehört nicht unmittelbar zur Bohnenkultur, und eine reine Stickstoffdüngung ist dort nicht vorgesehen. Für meine Buschbohnen setze ich deshalb keine Jauche an.
Beim Kalium hilft der Blick in den Bodenbefund. Zeigt er viel Phosphor und wenig Kalium, ergänzt du gezielt das Kalium, statt mit einem Mehrnährstoffdünger weiteren Phosphor auszubringen. Eine zusätzliche Phosphorgabe fördert Blüten und Hülsen ohnehin nicht pauschal. Welke trotz feuchter Erde oder Vergilbungen an den Rändern älterer Blätter können auf Kaliummangel hindeuten, sind aber keine sichere Diagnose.
Holzasche gilt vielen als Kaliquelle fürs Gemüsebeet. Sie reagiert mit einem pH-Wert von 11 bis 13 aber stark alkalisch und kann Schwermetalle in den Gartenboden eintragen. Ob Kalium fehlt, klärt der Bodenbefund, deshalb streue ich keine Asche ins Bohnenbeet.
Buschbohnen im Kübel und im frischen Hochbeet
Für Buschbohnen im Kübel eignet sich Blumen- oder Kübelpflanzenerde, möglichst torffrei. Je kleiner das Gefäß im Verhältnis zur Pflanze ist, desto häufiger musst du gießen, weil weniger Wasser im Substrat gespeichert ist. Gefäßgrößen und platzsparenden Anbau findest du im Beitrag wie du Buschbohnen auf dem Balkon und im Kübel anbaust.
Beim Hochbeet achte ich auf das Alter der Füllung. Ein klassisch mit Reisig, Kompost und Gärtnererde aufgebautes Hochbeet setzt im ersten Jahr viel Stickstoff frei, was vor allem Starkzehrern zugutekommt. Buschbohnen sind Schwachzehrer, deshalb überlasse ich das erste Hochbeetjahr den Starkzehrern und setze die Bohnen erst danach hinein.
Nach der Ernte: Wurzeln im Beet lassen
Nach der letzten Ernte ziehe ich die Buschbohnen nicht mit der Wurzel heraus. Ich schneide das Kraut ab und lasse die Wurzeln im Boden. Verbleibende Wurzeln und eingearbeitete Pflanzenreste halten Stickstoff, weitere Nährstoffe und organische Substanz im Beet. Pflanzen mit Verdacht auf Fettfleckenkrankheit entferne ich dagegen, denn das Entfernen erkrankter Pflanzen gehört zur Vorbeugung.
Als NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. passt zum Beispiel Spinat. Buschbohnen selbst kommen erst nach einer FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 4 Jahren wieder auf dasselbe Beet und nicht direkt nach anderen Hülsenfrüchten. Die Fruchtfolge über mehrere Jahre kannst du im Beetplaner Beet für Beet festhalten.
Standort, Aussaat, Gießen und Ernte in Kürze
Buschbohnen wollen einen sonnigen, warmen Platz. Gesät wird ab Mitte Mai nach den letzten Frösten, wenn der Boden über 10 °C warm ist. Wasser brauchen sie bis zur Keimung und dann wieder, wenn die Hülsen wachsen. Pflückreif sind grüne Bohnen, wenn die Hülse glatt bricht und die Bruchstelle grün und saftig ist.
Anbaupausen und weitere Grundlagen findest du im Überblick zu Aussaat, Gießen, Ernte und Fruchtfolge bei Hülsenfrüchten. Alle Termine auf einem Blatt hast du mit dem Aussaatkalender für Bohnen und Erbsen. Typische Stolpersteine im ersten Bohnenjahr sammelt der Beitrag über die häufigsten Anfängerfehler mit Buschbohnen.
So dünge ich Buschbohnen natürlich
- Bodenbefund ansehen, bevor irgendetwas aufs Beet kommt.
- Nur bei Bedarf etwa 2 l reifen Kompost je m² vor der Aussaat einarbeiten.
- Keine Hornspäne und keine andere reine Stickstoffdüngung.
- Frischen Stallmist und Jauche nicht unmittelbar zu den Bohnen geben.
- Rasenschnitt angewelkt und in dünnen Schichten mulchen.
- Nach der Ernte die Wurzeln im Beet lassen.





