Blumenkohl im Gewächshaus anbauen: Temperatur, Lüftung und Gießen richtig steuern
- Unter Glas startest du früher: Frühe Blumenkohlsätze werden Anfang Februar geschützt gesät und bis Mitte April gepflanzt.
- Nach dem Pikieren ziehst du die ersten Sätze bei 14 bis 16 °C weiter.
- Dachlüftungen führen heiße Luft ab, ohne Dachfenster hilft eine Öffnung gegenüber der Tür.
- Ein Minimum-Maximum-Thermometer und ein Hygrometer zeigen dir, wie Temperatur und Luftfeuchte im Haus verlaufen.
- Gieß an die Wurzel: Rasch abtrocknende Blätter senken bei Kohljungpflanzen das Risiko für Falschen Mehltau.
- Ab Beginn der Kopfbildung reagiert Blumenkohl besonders empfindlich auf Wasser- und Nährstoffmangel.
- Ein ungeheiztes Gewächshaus ist bei stärkerem Frost kein verlässlich frostfreier Raum.

Blumenkohl im Gewächshaus kannst du früher starten als im Beet, doch unter Glas lieferst du Wasser und frische Luft selbst. Regen kommt nicht hinein, und heiße Luft muss über die Lüftung abziehen. Hinzu kommt, dass Blumenkohl höhere Ansprüche stellt als Kohlrabi, Grünkohl oder Wirsing. Ich ziehe meine frühen Sätze im Gewächshaus heran und richte mich dabei nach Thermometer und HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist., nicht nach Gefühl.
Hier geht es um das, was unter Glas anders ist: Temperatur, Lüftung, Luftfeuchte und Gießen. Dazu kommen Sorten für warme Phasen, die Kultur im Gefäß und die Frage, ob sich der Platz lohnt. Boden, Anzucht, Düngung, Pflanzenschutz und Ernte reiße ich am Ende nur kurz an.
Lohnt sich Blumenkohl im Gewächshaus?
Für mich spricht vor allem der frühe Start für das Gewächshaus. Frühe Blumenkohlsätze werden unter geschützten Bedingungen Anfang Februar gesät und bis Mitte April gepflanzt. Setzt du danach ungefähr alle 2 Wochen einen neuen Satz, staffelt sich die Ernte.
Platz und Kulturdauer
Jede Blumenkohlpflanze belegt viel Fläche, und das für lange Zeit. Die Abstände planst du als System aus Abstand in der Reihe und Reihenabstand:
| Blumenkohl | Richtwert |
|---|---|
| Abstand in der Reihe | 40 bis 60 cm |
| Reihenabstand | 40 bis 60 cm |
| Wuchsbreite | 30 bis 70 cm |
| Wuchshöhe | 30 bis 80 cm |
| Kulturdauer | 84 bis 252 Tage |
Solange die Pflanzen klein sind, bleiben diese weiten Abstände zum großen Teil leer. Dort kann Frühsalat stehen, wenn du ihn erntest, bevor der Kohl die Reihen schließt. Welche Gemüse sonst gut nebeneinander passen, prüfst du mit dem Werkzeug für Mischkultur-Partner.
Auch die Zeit nach dem Kohl lässt sich planen. Ziehst du die FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. rechtzeitig vor, kann der Blumenkohl länger im Beet bleiben.
Heizen oder ungeheizt?
Wer das Gewächshaus im Winter als Warmhaus nutzt, hat zusätzliche hohe Heizkosten und braucht eine Wärmedämmung. Ungeheizt sparst du diese Kosten. Bei stärkerem oder länger anhaltendem Frost ist ein solches Haus aber kein verlässlich frostfreier Raum.
Ein unbeheiztes Gewächshaus kann bei starkem Frost innen gefrieren. Hält der Frost länger an, deckst du die Pflanzen zusätzlich ab, zum Beispiel mit Vlies.
Wenn du abwägst, welcher Kohl den Platz unter Glas bekommt, lohnt ein Vergleich: was für und gegen Weißkohl im Gewächshaus spricht und ob Blattkohl eher ins Gewächshaus oder ins Freiland gehört.
Wie bereitest du das Gewächshaus vor?
Blumenkohl braucht einen warmen, sonnigen Standort. Nutzt du das Haus schon im Winter, darf es nicht im Schatten von Gebäuden oder immergrünen Gehölzen stehen, denn die Wintersonne steht tief.
Dachlüftungen führen heiße Luft besonders wirksam ab. Hat dein Haus keine Dachöffnung, plane eine Lüftungsöffnung gegenüber der Tür ein, damit die Luft durchziehen kann.
Zum Messen hängst du ein Minimum-Maximum-Thermometer und ein Hygrometer auf. Das Thermometer speichert den höchsten und den niedrigsten Wert, bis du es zurücksetzt. So siehst du morgens, wie kalt die Nacht und wie warm der Vortag im Haus war.
Dachlüftung oder Öffnung gegenüber der Tür · Minimum-Maximum-Thermometer · Hygrometer · Vlies für kalte Nächte · Gießkanne, mit der du gezielt an die Wurzel gießt.
Welche Temperaturen braucht Blumenkohl unter Glas?
Jungpflanzen kühl und hell führen
Nach dem Pikieren ziehe ich die ersten Blumenkohlsätze bei 14 bis 16 °C weiter. Wärme und Licht gehören dabei zusammen: Steht die Anzucht wärmer, muss sie auch heller stehen. Sonst werden die Jungpflanzen lang, dünn und instabil. Vor dem Auspflanzen härtest du sie ab, indem du die Temperatur senkst und mehr lüftest.
Das empfindliche Stadium bei Frühsorten
Der Kopf, den du erntest, besteht aus unreifen Blütenständen. Angelegt wird er, wenn nach der sortenabhängigen Jugendphase eine kühle Phase folgt. Erst später streckt er sich zum BlütenstandEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe..
Bei Frühsorten kann das zu früh passieren. Das Stadium mit drei bis fünf Laubblättern ist bei ihnen empfindlich. Dann können 7 bis 14 °C eine verfrühte Kopfanlage auslösen, bevor die Pflanze genug Blattmasse hat.
Zum Auspflanzen ist Blumenkohl bereit, sobald die Jungpflanzen 5 Blätter tragen. Das empfindliche Stadium reicht also bis an den Pflanztermin heran. In dieser Zeit schaue ich morgens besonders genau auf das Nachtminimum. Sind kalte Nächte angesagt, decke ich die Jungpflanzen abends zusätzlich mit Vlies ab.
Das Vlies bleibt auch an warmen Tagen liegen. Steigen die Temperaturen stark, nimmst du eine wärmehaltende Abdeckung ab, damit darunter kein Hitzestau entsteht.
Hitze und warme Nächte
Bei Sommerblumenkohl können zu hohe Nachttemperaturen die Entwicklung des Blumenansatzes beeinträchtigen. Im Kleingewächshaus lüftest du deshalb besonders im Sommer ausreichend und behältst die Temperatur im Blick. Zeigt das Thermometer im Sommer ein hohes Nachtminimum, lasse ich die Lüftung auch nachts offen.
Sobald sich der Kopf zeigt, knicke ich ein oberes Blatt darüber. Das schützt weißen Blumenkohl vor zu starker Sonne und hilft, den Kopf weiß zu halten.
„Blumenkohl wächst nur, wenn es kühl ist.“ So pauschal stimmt das nicht. Für die Kopfanlage braucht er nach der Jugendphase eine kühle Phase, und zu warme Nächte können bei Sommerblumenkohl den Blumenansatz stören. Mit Bola de Neve gibt es aber eine Sorte, die als gut hitzeverträglich beschrieben wird.
Wie steuerst du die Luftfeuchte?
Das Hygrometer zeigt dir, wie feucht die Luft im Haus ist. Entscheidend ist beim Blumenkohl aber, was auf den Blättern passiert. Rasch abtrocknende Blätter, kein Tau auf dem Laub und guter Luftaustausch senken bei Kohljungpflanzen das Risiko für Falschen Mehltau.
Ich gieße an den Fuß der Pflanzen und nicht über das Laub, damit die Blätter trocken bleiben. Im Frühjahr öffne ich die Lüftung, sobald die Sonne das Haus erwärmt, und schließe sie wieder, bevor es abends kalt wird.
Wenn ich morgens ins Gewächshaus komme, lese ich zuerst das Minimum-Maximum-Thermometer ab und setze es zurück. Danach schaue ich auf die Blätter. Stehen Tropfen darauf oder sind die Scheiben beschlagen, öffne ich die Lüftung, bevor ich gieße.
Wie gießt du Blumenkohl im Gewächshaus?
Unter Glas fällt der Regen weg. Was der Bodenvorrat nicht deckt, kommt aus deiner Gießkanne.
Ein geschlossener, etwa 40 bis 50 cm hoher Blumenkohlbestand hat in der mittleren Wachstumsphase einen täglichen Wasserbedarf von ungefähr 3 bis 4 l/m². Gemeint ist der Bedarf des Bestands, nicht die Menge, die du bei einem Gießgang ausbringst.
Wie viel du tatsächlich nachgießt, hängt von Sorte, Wetter, Substrat, Sonne und Wind am Standort ab. Bevor ich gieße, prüfe ich mit dem Finger, ob die Erde unter der Oberfläche noch feucht ist. Ab Beginn der Kopfbildung ist Blumenkohl besonders empfindlich gegen Wasser- und Nährstoffmangel. Fehlt während der Wachstumszeit Wasser, können kleine oder verformte Köpfe entstehen.
Gleichmäßig feucht heißt aber nicht nass. Für KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. sind 20 bis 25 °C in feuchtem bis staunassem Boden besonders günstig. Nach einem Befall ist eine langjährige KohlpauseDie Kohlpause ist eine mehrjährige Anbaupause, in der auf einem Beet weder Kohl noch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen. Sie beugt der Kohlhernie vor, einer Wurzelkrankheit dieser Pflanzenfamilie. nötig, und ein Beet unter Glas kannst du nicht verlegen. Staunässe vermeidest du im Gewächshaus deshalb besonders sorgfältig.
Eine dünne, bodendeckende Schicht aus angetrocknetem Rasenschnitt vermindert die Verdunstung. Ich ergänze sie lieber öfter, als sie dick aufzutragen. Grundsätzliches zum Gießen von Kohl nach Bedarf und an die Wurzel findest du im Kohl-Überblick.
Welche Sorten vertragen warme Phasen unter Glas?
Neben dem Lüften lohnt der Blick auf die Sorte. Bola de Neve, auch Erfurter Zwerg genannt, wird als gut hitzeverträglich beschrieben. Vorgezogen wird sie von Februar bis April, direkt gesät von Mai bis Juni.
Fremont F1 und Lecanu F1 werden als Sorten für weißen Sommerblumenkohl geführt. Für den Herbst gibt es weiße Sorten wie Herbstriesen 2 und Neckarperle. Eine späte Herbstkultur gelingt allerdings nur bei mildem Spätherbstwetter. Wie du einen Herbstsatz auf kürzere Tage, Nässe und frühen Frost einstellst, zeigt dir der Beitrag über Blumenkohl für die Herbsternte. Mehr über Anpassungsstrategien für Blumenkohl im Klimawandel findest du in einem eigenen Beitrag.
Geht Blumenkohl auch im Kübel oder in Hydroponik?
Hat dein Gewächshaus kein Erdbeet, bleibt das Gefäß, denn Blumenkohl gilt als topfgeeignet. Das Gefäß braucht einen ungehinderten Wasserabzug, damit im Wurzelraum keine Staunässe entsteht. Als Erde eignen sich faserreiche, möglichst torffreie Kompostsubstrate, die Luft, Wasser und Nährstoffe speichern. Bei torffreier Erde prüfst du vor dem Gießen auch die Feuchte unter der Oberfläche, weil diese schnell abtrocknet.
Kleine Gefäße brauchen häufiger Wasser, im Hochsommer mitunter mehrmals am Tag. Steht der Kohl länger im Gefäß, kann im Sommer je nach Versorgung eine stickstoffbetonte Nachdüngung nötig werden. Erde aus Gefäßen mit Wurzelkrankheiten wie Kohlhernie verwendest du nicht wieder. Krankheitsfreie Erde aus dem Vorjahr kannst du dagegen nach dem Entfernen der alten Wurzelballen aufbereiten und erneut nutzen.
Hydroponik heißt Kultur ohne Erde, die Wurzeln werden über eine NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. versorgt. Ich ziehe Blumenkohl unter Glas in Erde, im Beet oder im Gefäß, und arbeite nicht mit Nährlösung. Wenn du es ausprobierst, hältst du dich an die Anleitung deines Systems und misst selbst nach.
Was läuft unter Glas wie im Beet draußen?
Vieles ändert sich unter Glas nicht. Diese Themen reiße ich deshalb nur kurz an.
Boden: Blumenkohl will fruchtbaren, kalkreichen Boden, der Feuchtigkeit speichert und trotzdem gut abläuft. Empfohlen wird ein neutraler bis leicht basischer Bereich von pH 6,8 bis 7,5, und ob du kalkst, richtet sich nach Bodenart und Bodenuntersuchung. Wie du das Beet vorbereitest, steht in der Anleitung, wie du Blumenkohl von der Vorbereitung bis zur Ernte anbaust.
Anzucht und Aussaatzeit: Blumenkohl säst du 0,5 bis 1 cm tief in nährstoffarme, durchlässige Aussaaterde. Wann welcher Satz dran ist, hängt von Sorte und Anbauweise ab; das klärt der Beitrag zum passenden Aussaatzeitpunkt für Blumenkohl. Für alle Kohlarten kannst du dir den Aussaatkalender für Kohl ausdrucken.
Düngen: Kompost allein deckt den Stickstoffbedarf von Gemüse nicht. StickstoffüberschussStickstoffüberschuss heißt, dass Pflanzen mehr Stickstoff bekommen, als sie brauchen. Sie wachsen dann üppig, bilden weiches, schwammiges Gewebe und dunklere Blätter und werden anfälliger für Krankheiten. vermeidest du, besonders bei überwinternden Sorten, weil weiches Wachstum Kälteschäden begünstigen kann. Den Düngeplan findest du in der Schritt-für-Schritt-Anleitung, die Grundlagen im Kohl-Überblick unter Düngen.
Schädlinge: Im Kleingewächshaus kontrollierst du die Pflanzen 1- bis 2-mal pro Woche auf beginnenden Befall. Viele Nützlinge brauchen mindestens 15 bis 18 °C und kommen im ungeheizten Haus deshalb häufig erst Anfang bis Mitte Mai infrage. Wie du Kohl vor KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge., Erdflöhen und Raupen schützt, steht im Kohl-Überblick unter Schädlinge und Pflanzenschutz.
Krankheiten: Kohlhernie befällt die Wurzeln. Kranke Pflanzen entfernst du mit den Wurzeln, gibst sie in den Restmüll statt auf den Kompost und reinigst danach deine Geräte. Mehr zu Kohlhernie und Falschem Mehltau steht in der Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Fruchtfolge: Plane für Blumenkohl eine Anbaupause von 5 Jahren auf derselben Fläche ein. Auch Radieschen, Rettich und Rucola sind Kreuzblütler und zählen zu dieser Pause. Den Wechsel im Gewächshausbeet behältst du mit dem Beetplaner über die Jahre im Blick.
Ernte und Lagerung: Blumenkohl erntest du von Juni bis Oktober, Herbstblumenkohl je nach Satz bis Anfang Dezember. Ein ganzer frischer Kopf hält im Gemüsefach des Kühlschranks ungefähr 2 bis 3 Tage. Mehr dazu findest du im Kohl-Überblick unter Ernte und Lagerung.





