Kohlröschen schützen: Schädlinge und Krankheiten erkennen und bekämpfen
- Das Kulturschutznetz kommt direkt nach dem Pflanzen auf das Beet und bleibt bis zur Ernte dicht geschlossen.
- Gegen Kohlerdflöhe wird eine Maschenweite von 0,8 mm empfohlen.
- Schwarze Punkte können auf Alternaria, Rußtau oder Echten Mehltau hindeuten, ein Fleck ist aber keine Diagnose.
- Kohlhernie ist nicht heilbar: Kranke Pflanzen kommen samt Wurzeln in den Restmüll, nie auf den Kompost.
- Kohlröschen wöchentlich kontrollieren, auch unter dem Netz, denn es sperrt auch Nützlinge aus.

Kohlröschen stehen lange im Beet. Gepflanzt wird im Mai oder Juni, geerntet je nach Sorte ungefähr von September bis Februar. In dieser Zeit kommen Erdflöhe, KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge., Raupen, Läuse und Blattflecken nacheinander an die Pflanzen. Ich lege deshalb am Pflanztag ein feines Netz auf und schaue einmal pro Woche unter die Blätter. Bei beginnendem Befall können Absammeln oder Abspülen noch reichen, und deshalb lohnt der frühe Blick.
Kohlröschen sind eine Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl. Geerntet werden lockere Blattrosetten, die in den Blattachseln wachsen. Was die Kreuzung in Beet und Küche ausmacht, liest du im Porträt über Kohlröschen in Garten und Küche. Wie du Kohlröschen vom Standort bis zur Ernte anbaust, steht in der Anbauanleitung. Hier geht es um den Schutz der Pflanzen.
Wann welcher Befall droht: dein Kontrollkalender
Erdflöhe und Kohlfliege kommen zu bekannten Zeiten. Überwinterte Kohlerdflöhe erscheinen meist ab April, die neue Käfergeneration ab Juli. Die erste Generation der Kleinen Kohlfliege tritt witterungsabhängig im April oder Anfang Mai auf. Die Saattermine der Kohlarten hast du mit dem Kohl-Kalender zum Ausdrucken auf einem Blatt, und ich trage mir daneben die Kontrollpunkte aus dieser Tabelle ein.
| Zeitraum | Worauf ich achte | Was ich tue |
|---|---|---|
| Anzucht ab März im Kleingewächshaus oder ab April im abgedeckten Saatbeet | Keimlinge, die Erdflöhe vollständig zerstören können | Anzuchttöpfe schon unter ein feines Netz stellen |
| April bis Anfang Mai | erste Generation der Kleinen Kohlfliege, Eiablage ungefähr 8 bis 10 Tage nach dem Auftreten | eine Pflanzfläche ohne Kohlfliegenpuppen wählen |
| Pflanzung im Mai oder Juni | Erdflöhe und Kohlfliege am frischen Bestand | Netz am Pflanztag auflegen, Ränder schließen, Kragen um den WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt. legen |
| ab Juli | neue Erdfloh-Generation, Raupen, Läuse | wöchentlich unter Netz und Blätter schauen |
| warme, feuchte Phasen | Alternaria, begünstigt bei 15 bis 25 °C und hoher Luftfeuchtigkeit | fleckige Blätter entfernen |
| Ernte ungefähr September bis Februar | Blattflecken, Kohlmottenschildläuse | Röschen bei 3 bis 4 cm ernten, kranke Blätter mitnehmen |
| nach der letzten Ernte | befallene Pflanzen als Winterquartier der Kohlmottenschildlaus | befallene Pflanzen abräumen |
Mein Wochenrundgang an den Kohlröschen: Liegt der Netzrand rundum dicht auf dem Boden? Sitzen Läuse, Eigelege oder Larven auf den Blattunterseiten? Stecken Raupen oder feine Gespinste in Herzblättern und Blattachseln? Zeigen die Blätter kleine Löcher, Flecken oder einen klebrigen Belag? Welkt eine Pflanze, schaue ich mir ihre Wurzeln an.
Kohlerdflöhe: Gefahr für frisch gepflanzte Kohlröschen
Kohlerdflöhe sind springende Käfer von etwa 2,5 bis 3 mm Größe. Der Fraß hinterlässt zahlreiche kleine Löcher in den Blättern. Keimlinge und Sämlinge können die Käfer vollständig zerstören, frisch gepflanzte Bestände stark schädigen. Warme und trockene Frühjahre begünstigen ihre Ausbreitung. An Grünkohl können Erdflöhe außerdem das Turnip yellow mosaic virus übertragen.
Überwinterte Käfer sind ab April unterwegs, Kohlröschen kommen aber erst im Mai oder Juni ins Beet. Die Erdflöhe sind also schon da, wenn du pflanzt, und deshalb gehört das Netz noch am selben Tag über die Jungpflanzen.
Das Netz erst aufzulegen, wenn die ersten Löcher zu sehen sind. Dann sitzen die Käfer schon darunter. Leg es direkt nach dem Pflanzen über eine Fläche, auf der noch keine Erdflöhe sind.
„Wer oft gießt, hat keine Erdflöhe.“ Feuchthalten allein ist keine verlässliche Bekämpfung von Erdflöhen an Kohlgewächsen. Bei Pak Choi mindert gleichmäßige Bodenfeuchte den Befall, ein Ersatz für das Netz ist sie aber nicht.
Das Kulturschutznetz: auflegen, schließen, kontrollieren
Ein Kulturschutznetz kann den Befall mit Schadinsekten verhindern oder vermindern. Dafür legst du es unmittelbar nach der Pflanzung auf und lässt den Pflanzen Raum zum Wachsen. Die Ränder schließt du mit Erde, sodass rundum kein Spalt bleibt. Bis zur Ernte bleibt das Netz dicht geschlossen.
Gegen Kohlerdflöhe liegt die passende Maschenweite bei 0,6 bis 0,8 mm, mehr als 0,9 mm sollten es nicht sein. Ein Netz mit 0,8 mm wird gegen kleine Schädlinge wie Erdflöhe, Blattläuse und Weiße Fliegen empfohlen. Gegen Kohlfliegen genügen etwa 1,3 × 1,3 mm, gegen Gemüsefliegen und Raupen ist ein Netz mit 1,35 mm vorgesehen.
Kohlröschen werden als Richtwert etwa 80 bis 100 cm hoch, und das Netz braucht Wachstumsraum. Ich plane die Netzgröße deshalb für die ausgewachsene Pflanze und nicht für den Setzling.
Ein Netz hat auch Grenzen. Puppen der Kohlfliege, die schon im Beet überwintert haben, hält es nicht ab. Bei feuchtem Wetter trocknen die Blätter darunter langsamer ab, und bei Chinakohl kann dadurch das Risiko für Pilzkrankheiten steigen. Bei Grünkohl werden sogar Jungpflanzen im Topf mit einem feinen Netz gegen zufliegende Kohlschädlinge geschützt, und bei Kohlröschen halte ich es genauso.
Ich lege das Netz direkt nach dem Pflanzen auf und beschwere die Ränder rundum mit Erde. Einmal pro Woche öffne ich eine Seite, drehe Blätter um und schaue in die Blattachseln. Danach schließe ich den Rand sofort wieder.
Kohlfliege: wenn junge Kohlröschen welken
Die Maden der Kohlfliege sind weißlich und bis etwa 1 cm lang. Sie leben an den Wurzeln und fressen dort, bei Rosenkohl vor allem im Strunk und im Wurzelbereich. Junge Pflanzen welken dann und können absterben. Welkt eine Pflanze, ziehe ich sie heraus: Weiße Maden im Wurzelbereich sprechen für Kohlfliegenbefall.
Ungefähr 8 bis 10 Tage nach dem Auftreten der ersten Generation beginnt die Eiablage. Pflanzt du Kohlröschen im Mai, kann sie also schon laufen, und der Schutz muss vom ersten Tag an stehen.
Pappkragen um den Wurzelhals junger Kohlpflanzen fangen die Eier der Kohlfliege auf. Du entfernst die Eier zusammen mit den Kärtchen. Wähle eine Fläche ohne Kohlfliegenpuppen, denn gegen Puppen im Boden hilft das Netz nicht. Ich setze Kohlröschen nie auf ein Beet, auf dem im Vorjahr Kohl mit Kohlfliegen stand.
Schwarze Punkte auf Kohlröschen und Rosenkohl: was dahinterstecken kann
Dunkle Punkte und Flecken auf den Blättern haben mehrere mögliche Ursachen. Die folgenden betreffen Kohl allgemein, also Rosenkohl ebenso wie Kohlröschen. Ein Fleck ist ein Hinweis und keine Diagnose. Dreh deshalb das Blatt um und schau, welche Tiere in der Nähe sitzen.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Einordnung |
|---|---|---|
| rundliche, graubraune Flecken auf den Blättern | Alternaria | begünstigt bei 15 bis 25 °C und hoher Luftfeuchtigkeit; befallene Blätter entfernen |
| erst weißgraue, später fast schwarze Flecken | Echter Mehltau (an Grünkohl) | im Hausgarten normalerweise keine Bekämpfung nötig |
| schwarzer Belag auf klebrigen Blättern, weiße Tiere fliegen bei Berührung auf | Rußtau auf dem Honigtau der Kohlmottenschildlaus | Blattunterseiten auf Tiere und Larven prüfen |
| V-förmige gelbbraune Stellen am Blattrand, dunkel verfärbte Blattadern | bakterielle Adernschwärze | keine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln möglich |
| grün-gelbliche, später dunkel umrandete Flecken, verformte Blätter | Turnip mosaic virus | nicht direkt bekämpfbar; an Grünkohl überträgt es die Mehlige Kohlblattlaus |
| dunkle Verfärbungen an Strunk und Kopf | Falscher Mehltau (an Romanesco), leicht mit Alternaria zu verwechseln | Blattunterseite auf hellen PilzrasenPilzrasen nennt man den sichtbaren Belag, den ein Pilz auf befallenen Blättern oder Stängeln bildet, etwa den grauen Pilzrasen beim Grauschimmel. Der Begriff beschreibt ein Merkmal des Schadbilds, nicht die Krankheit selbst. prüfen |
| grüne oder braune Krümel neben Fraßlöchern | Kot von Raupen | Blätter nach Raupen und Eigelegen absuchen |
Alternaria: graubraune Flecken bei feuchtwarmem Wetter
Alternaria verursacht an Kohl rundliche, graubraune Blattflecken. Begünstigt wird sie durch Temperaturen von 15 bis 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Befallene Blätter entfernst du, um die Ausbreitung zu begrenzen.
Verwechseln lässt sich Alternaria mit Falschem Mehltau. Bei Romanesco kann er dunkle Verfärbungen an Strunk und Kopf verursachen, die Alternaria ähneln. Ein heller Pilzrasen auf der Blattunterseite passt eher zum Falschen Mehltau.
Ich gieße früh morgens und bodennah, damit die Blätter trocken bleiben. So können sie tagsüber abtrocknen. Eine Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanzen und kann den KrankheitsdruckKrankheitsdruck beschreibt, wie groß die Gefahr ist, dass Pflanzen von Krankheitserregern befallen werden. Er steigt zum Beispiel bei feucht-warmem Wetter, das besonders Pilzkrankheiten fördert. vermindern.
Alternaria wird durch hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt, und unter dem Netz trocknen Blätter bei feuchtem Wetter langsamer ab. In feuchtwarmen Wochen schaue ich unter dem Netz deshalb besonders genau nach Flecken. Für den Vorrat nehme ich nur Röschen ohne Flecken.
Kohlweißling, Blattläuse, Kohlhernie und Mehltau kurz eingeordnet
Diese vier Themen betreffen Kohlröschen wie alle Kohlarten. Die Grundlagen stehen im Kohl-Ratgeber in den Abschnitten zu Schädlingen, Pflanzenschutz und Krankheiten bei Kohl. Für den nahen Verwandten findest du Details in den Schutzmaßnahmen für Rosenkohl. Hier steht, was du an Kohlröschen im Blick behalten solltest.
Kohlweißling und andere Raupen
Die Raupen des Großen Kohlweißlings sind gelb mit schwarzen Flecken und werden bis 4 cm lang. Beim Kleinen Kohlweißling sind sie grün, samtig behaart und bis 3 cm lang. Beide fressen Löcher bis auf die Blattrippen und hinterlassen grüne oder braune Kotkrümel. Kleine grünlich-graue Raupen mit feinem weißem Gespinst an den Herzblättern können auf die Kohlmotte hindeuten. Bei beginnendem Befall kann Absammeln schon reichen, und ich suche dabei auch die Eigelege ab.
Mehlige Kohlblattlaus
Die Mehlige Kohlblattlaus wirkt durch ihren Wachsbelag blaugrau und sitzt überwiegend unter den Blättern. Befallene Blätter werden fleckig und buckelig oder rollen sich ein. Zu Befallsbeginn spüle ich die Kolonien mit einem kräftigen kalten Wasserstrahl ab und entferne stark befallene Pflanzenteile. An Grünkohl kann die Laus das Turnip mosaic virus übertragen.
Kohlhernie
Kümmernde oder welkende Pflanzen mit knötchenartigen bis fingerförmigen Wurzelwucherungen zeigen typische Anzeichen der Kohlhernie. Heilen lässt sich eine erkrankte Pflanze nicht, deshalb kommt sie samt Wurzeln in den Restmüll und nicht auf den Kompost, und die Geräte reinigst du danach gründlich. Die DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern. Nach einem Befall ist für Kreuzblütler auf der Fläche eine Anbaupause von mindestens sieben Jahren vorgesehen. Vorbeugend wird nach einer Prüfung des Bodens ein pH-Wert von 7 bis 7,5 empfohlen.
Echter und Falscher Mehltau
Echter Mehltau beginnt mit weißen, mehligen Flecken, die bei Grünkohl später fast schwarz werden können. Bei Grünkohl erfordert er im Hausgarten normalerweise keine Bekämpfung. Falscher Mehltau zeigt gelbliche Blattflecken und vor allem unterseits einen weißgrauen Pilzrasen. Kurze Blattnässezeiten begrenzen ihn, deshalb erledigst du notwendiges Gießen früh am Tag.
Weiße Fliege: befallene Pflanzen nicht überwintern lassen
Die Kohlmottenschildlaus, oft Weiße Fliege genannt, sitzt mit ihren Larven unter den Kohlblättern. Berührst du die Pflanze, fliegen die Tiere auf. Die Tiere können klebrigen Honigtau hinterlassen, auf dem sich schwarzer Rußtau bildet.
Honigtau ist die klebrige Ausscheidung der Kohlmottenschildläuse. Auf ihm kann sich ein schwarzer Belag bilden, der Rußtau. Schwarze, klebrige Blätter sind deshalb ein Anlass, die Blattunterseiten anzusehen.
Befallene Kohlpflanzen dienen dem Schädling als Winterquartier, und Kohlröschen stehen je nach Sorte bis in den Februar im Beet. Bleiben sie danach bis zum Frühjahr stehen, überwintert der Schädling mitten im Garten. Ich räume befallene Pflanzen deshalb gleich nach der letzten Ernte ab.
Grünkohl kann zum Schutz vor Kohlmottenschildläusen bis zur Ernte unter einem Netz mit 0,8 × 0,8 mm Maschenweite stehen. Bei Kohlröschen nutze ich dieselbe Maschenweite.
Nützlinge fördern: wer Kohlschädlinge frisst
Im Freiland heißt biologischer Pflanzenschutz vor allem, die vorhandenen Nützlinge zu fördern. Gekaufte Nützlinge werden überwiegend in geschützten Anbauräumen eingesetzt. Diese Gegenspieler sind an Kohl bekannt:
| Schädling | Natürliche Gegenspieler |
|---|---|
| Kohlweißling | Brackwespe Cotesia glomerata |
| Mehlige Kohlblattlaus | Brackwespe Diaeretiella rapae, Larven von Gallmücken, Schwebfliegen, Marienkäfern und Florfliegen |
| Kohlmotte | Diadegma semiclausum, Cotesia plutellae |
| Kohlmottenschildlaus | Marienkäfer Clitostethus arcuatus, Erzwespe Encarsia tricolor |
Beim Siebenpunkt-Marienkäfer fressen die Käfer und ihre dunklen, gelb gefleckten Larven Blattläuse. Von einer Schlupfwespe parasitierte Blattläuse werden zu harten, kugeligen, hellbraunen Mumien, und die lasse ich am Blatt. Blühender Dill, Fenchel und ungefüllte Ringelblumen bieten erwachsenen Schwebfliegen und parasitoiden Wespen Pollen und Nektar. Laub- und Totholzhaufen geben Nützlingen Rückzugsräume, und in PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. und Laubschichten überwintern Marienkäfer.
Gelbe Kokonhaufen neben abgestorbenen Kohlweißlingsraupen können von der Brackwespe Cotesia glomerata stammen. Lass sie liegen und schütze sie, denn die Brackwespe ist ein Gegenspieler des Kohlweißlings.
Ein geschlossenes Netz sperrt auch diese Gegenspieler aus. Schädlinge, die schon darunter sitzen, werden dann nicht von Nützlingen reguliert, und die wöchentliche Kontrolle unter dem Netz übernimmst du selbst.
Hausmittel und Pflanzenschutzmittel richtig einordnen
SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken., Rapsöl und Pflanzenjauchen tauchen als Hausmittel gegen Läuse und andere Schädlinge immer wieder auf. Nachgesagt wird ihnen, die Tiere zu schwächen oder abzuschrecken. Ich greife zuerst zu Netz, Wasserstrahl und Absammeln. Vergorene Brennnesseljauche dient im Garten als stickstoffhaltiger Dünger.
„Vorbeugend gespritzter Brennnesselauszug hält Läuse fern.“ Vorbeugende Behandlungen gegen Blattläuse an Kohl sind wirkungslos. Ein Auszug müsste die Läuse direkt treffen.
Pflanzenschutzmittel kommen für mich erst ganz zum Schluss infrage, wenn Netz, Kontrolle, Absammeln und Abspülen nicht reichen. Prüf vorher, ob ein Mittel für die konkrete Kohlkultur und für den Haus- und Kleingarten zugelassen ist. Auskunft geben die Gebrauchsanleitung und die BVL-Datenbank. Anwenden darfst du es nur im zugelassenen Anwendungsgebiet und genau nach Gebrauchsanleitung. Trag die vorgeschriebene Schutzkleidung, halte die Wartezeit bis zur Ernte ein und entsorge Reste so, wie es die Anleitung vorschreibt. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen.
Bei der bakteriellen Adernschwärze und beim Turnip mosaic virus ist eine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln nicht möglich. Kohlherniekranke Pflanzen lassen sich ebenfalls nicht heilen.
Vorsorge im Beet: Standort, Wasser, Fruchtfolge
Vorsorge beginnt, bevor der erste Schädling auftaucht. Was beim Anbau häufig schiefgeht und wie du es vermeidest, liest du bei den typischen Anfängerfehlern mit Kohlröschen. Hier geht es nur um den Bezug zum Pflanzenschutz.
Standort und Boden
Kohlröschen bevorzugen tiefgründige, humusreiche Lehm- oder Lössböden ohne Wasserstau, die Sorte Autumn Star F1 einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Ohne Staunässe vermeidest du zugleich Bedingungen, die Kohlhernie-Infektionen begünstigen. Ob du kalkst, entscheiden gemessener pH-Wert, Bodenart und Humusgehalt; die Grundlagen stehen im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.
Gießen ohne Staunässe
Bei trockenem Boden brauchen Kohlröschen zusätzliches Wasser für ihren kräftigen Aufwuchs. Staunässe begünstigt dagegen Kohlhernie-Infektionen, besonders bei 20 bis 25 °C. Ständige Überwässerung kann außerdem Wurzeln faulen lassen. Nach dem Gießen sollte der Boden 15 bis 20 cm tief durchfeuchtet sein, was du durch vorsichtiges Nachgraben prüfst.
Fruchtfolge und Mischkultur
Zwischen Kreuzblütlern auf derselben Fläche wird eine Anbaupause von mindestens vier Jahren empfohlen, und dazu zählen auch Rettich, Radies, Senf, Raps und Kresse. Mischkultur kann unterstützen, eine verlässliche Schutzwirkung begründet sie nicht: Die Abwehr von Schnittsellerie gegen Erdflöhe und Raupen wird zum Beispiel nicht an jedem Standort beobachtet. Die Anbaupause planst du im Beetplan über mehrere Jahre, passende Nachbarn für Kohl findest du im Mischkultur-Werkzeug, und die Grundlagen stehen im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.
Typische Fälle aus dem Beet und wie ich sie einordne
Manche Schadbilder sehen sich ähnlich. So ordne ich sie ein, bevor ich etwas unternehme.
Die Pflanze welkt, obwohl die Erde feucht ist
Ich ziehe eine welke Pflanze heraus und schaue mir die Wurzeln an. Weißliche Maden im Wurzelbereich sprechen für die Kohlfliege. Wucherungen, die innen weißfleischig und nicht hohl sind, passen zur Kohlhernie. Enthalten sie Hohlräume mit Larven, stammen sie eher vom Kohlgallenrüssler. Findest du nichts davon, kann ständige Überwässerung dahinterstecken: Faulen die Wurzeln, zeigt die Pflanze trotz feuchter Erde Zeichen von Wassermangel. Verticillium und FusariumFusarium ist eine Gattung im Boden lebender Pilze, zu der gefürchtete Erreger von Pflanzenkrankheiten gehören. Typisch ist die Fusarium-Welke: Die Pflanze welkt, ältere Blätter können einseitig vergilben, später bricht sie zusammen und fault. lassen sich am Schadbild kaum unterscheiden, das klärt nur eine Laboruntersuchung.
Die Blätter sind voller kleiner Löcher
Viele kleine Löcher an jungen Pflanzen und springende Käfer weisen auf Kohlerdflöhe hin. Größere Löcher bis auf die Blattrippen mit grünen oder braunen Kotkrümeln deuten eher auf Raupen. Silbrige Schleimspuren sprechen für Schnecken. Schnecken sammle ich früh morgens, spät abends oder bei Regenwetter ab. Ein Schneckenzaun schützt nur, wenn er lückenlos steht und keine Pflanzen darüber hängen.
Unter dem Netz sitzen trotzdem Läuse
Waren Läuse schon beim Auflegen auf den Pflanzen, bleiben sie unter dem Netz. Dort kommen ihre Gegenspieler nicht an sie heran. Ich spüle die Kolonien mit einem kräftigen kalten Wasserstrahl ab und entferne stark befallene Pflanzenteile. Danach schließe ich den Netzrand wieder dicht.
Ernte und Hygiene bis zur letzten Pflanze
Ich ernte die Röschen, sobald sie etwa 3 bis 4 cm groß sind. Je nach Sorte zieht sich die Ernte ungefähr von September bis Februar. Autumn Star F1 ist eine Sorte für die Herbsternte und nicht winterhart, Snowdrop F1 gilt als ausgeprägt winterhart und liefert im Winter.
Beim Ernten nehme ich fleckige und befallene Blätter gleich mit aus dem Beet. Sichtbar verschimmelte Röschen gehören nicht mehr in die Küche, sondern in den Müll. Nach der letzten Ernte räume ich das Beet ab: Pflanzen mit Kohlmottenschildläusen bleiben nicht über den Winter stehen, und kohlherniekranke Wurzeln kommen in den Restmüll.





