Kohl düngen: Grunddüngung, Nachdüngung und Düngestopp je Kohlart
- Kohl gilt als Starkzehrer und braucht vor allem Stickstoff; Kohlrabi zählt zu den Mittelzehrern.
- Kompost allein deckt den Stickstoffbedarf nicht: Eine organische Variante kombiniert 2,5 kg Kompost mit 80 g Hornspänen je m².
- Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf bekommen höchstens 150 g Hornmehl je m², aufgeteilt in zwei Teilgaben.
- Rosenkohl bekommt nach der Grunddüngung zur Pflanzung je eine Kopfdüngung nach 6 und nach 12 Wochen.
- Lagerkohl sowie Weiß- und Spitzkohl für Sauerkraut düngst du in der zweiten Hälfte der Kulturzeit nicht mehr.
- Gelbe Blätter können auf Stickstoffmangel hindeuten, aber auch auf Wassermangel: Prüfe zuerst die Bodenfeuchte.

Kohl düngst du in zwei Schritten: Vor der Pflanzung kommt eine Grundgabe ins Beet, danach folgen je nach Kohlart eine oder mehrere Nachdüngungen. Wer nach Gefühl nachstreut, gibt schnell zu viel oder zum falschen Zeitpunkt. Beim Chinakohl kann einseitige oder übermäßige Düngung Innenblattnekrosen begünstigen. Lagerkohl bekommt in der zweiten Hälfte der KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. keinen Dünger mehr. Ich lege deshalb schon beim Pflanzen fest, wann welches Beet seine nächste Gabe bekommt.
Welche Kohlarten es gibt und was sie vom Standort erwarten, stellt der Kohl-Ratgeber mit Arten, Standort und Boden vor. Hier geht es um die Nährstoffe: wie viel, welcher Dünger, wann und woran du Mangel oder zu viel erkennst.
Starkzehrer brauchen während ihrer Kultur viele Nährstoffe, vor allem Stickstoff. Kohl gilt als Starkzehrer, Kohlrabi zählt dagegen zu den Mittelzehrern. Die Grunddüngung arbeitest du vor der Pflanzung in den Boden ein. Eine Kopfdüngung gibst du später zu den wachsenden Pflanzen.
Was braucht Kohl an Nährstoffen?
Im Mittelpunkt steht der Stickstoff. Weißkohl braucht viel davon, außerdem achtest du bei ihm auf genug SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft. und einen passenden Boden-pH. Reifer Kompost liefert eine Grundversorgung, deckt den Stickstoffbedarf von Gemüse allein aber nicht. Für Kopfkohl mit seinem hohen Bedarf heißt das: Zum Kompost gehört ein organischer Stickstoffdünger wie HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab..
Phosphor und Kalium gibst du nach Befund, nicht auf Verdacht. Bei Brokkoli richten sich beide nach der Bodenuntersuchung. Kohlrabi düngst du nach dem Bodenzustand; auf problematischem Boden steht vor jeder gezielten Nachversorgung eine Untersuchung.
Auch der Boden selbst liefert Nährstoffe nach. Bei Kohlröschen rechnest du vorhandenen Bodenstickstoff und die NachlieferungBeim Düngen meint Nachlieferung die Nährstoffe, vor allem Stickstoff, die der Boden selbst für die Pflanzen freisetzt: aus dem Bodenvorrat, aus organischer Düngung der Vorjahre und aus Vorfrüchten oder Gründüngung. Diese Menge zieht man vom Düngebedarf ab. aus Humus und Ernteresten ein. Bei Blumenkohl kann eine gute Nachlieferung aus dem Boden erlauben, weniger Horndünger zu geben. Wichtig ist bei ihm der Zeitpunkt: Bei beginnender Kopfbildung reagiert Blumenkohl besonders empfindlich auf Wasser- und Nährstoffmangel.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein sonniger Standort wird bevorzugt; auch Halbschatten ist geeignet.
- Bodenart
Für Wildkohl eignet sich nährstoffreicher, gut durchlässiger, vorzugsweise alkalischer Boden; auch schwere Lehmböden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Alkalische Böden werden bevorzugt; leicht saure und neutrale Böden sind ebenfalls geeignet.
- Substrat
Fruchtbarer, gut durchlässiger Boden bevorzugt; auch schwere Tonböden werden vertragen.
- Anbauort
Wildkohl kann an sonnigen Freilandstandorten wachsen und verträgt deutliche maritime Exposition.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Pflanze lässt sich durch Aussaat oder Stecklinge vermehren.
- Saattiefe
Die angebotenen Sorten von Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Rotkohl etwa 0,5-1 cm tief säen, den Grünkohl Halbhoher Grüner Krauser etwa 1-2 cm.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist zwei- bis mehrjährig; Wildkohl ist kurzlebig mehrjährig, viele Kulturformen sind zweijährig.
- Verwendung
Die Blätter des Wildkohls sind roh oder gekocht verwendbar; roh können sie etwas bitter schmecken.
Grunddüngung: was vor der Pflanzung ins Beet kommt
Welche Grundnährstoffe schon im Beet stecken, zeigt eine Standard-Bodenanalyse mit pH, Phosphor, Kalium und Magnesium; löslichen Stickstoff und Humus beauftragst du gesondert. Für Kohlkulturen im Garten wird ein Boden-pH von 6,5 bis 7 empfohlen. Wie du die Probe nimmst, kalkst und den Boden lockerst, erklärt der Ratgeber zur Bodenoptimierung für Kohl mit Analyse, Kalkung und Lockerung.
Die Grundgabe arbeitest du vor der Pflanzung ein. Bei Rotkohl, Rosenkohl, Wirsing und Grünkohl ist das reifer Kompost. Für die Kohlrübe, auch Steckrübe genannt, kommt vor der Aussaat reifer Gartenkompost oder gut verrotteter Mist ins Beet. Beim Chinakohl kannst du den Oberboden schon im Herbst davor mit Kompost und weiterem organischem Dünger vorbereiten.
Wie viel Kompost und Horndünger?
Ich halte mich an die Obergrenze für Kompost und ergänze den Stickstoff mit Horndünger in zwei Teilgaben. Alle Mengen in der Tabelle gelten je Quadratmeter Beet.
| Was | Menge je m² | Was dazugehört |
|---|---|---|
| Kompost als jährliche Grundgabe im Gemüsegarten | höchstens 3 l | im Frühjahr; bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten weniger |
| Hornmehl für Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf wie Blumenkohl, Brokkoli, Kopfkohl und Rosenkohl | höchstens 150 g | aufgeteilt in zwei Teilgaben |
| Horndünger für Blumenkohl auf phosphat- und kalireichem Boden bei jährlich 3 l Kompost | höchstens 150 g | Hälfte zur Pflanzung, Hälfte nach etwa 3–4 Wochen; gute Nachlieferung aus dem Boden kann weniger erlauben |
| Organische Variante für starkzehrende Kohlkulturen | 2,5 kg Kompost und 80 g Hornspäne | beides als Kombination |
Höchstwerte sind keine Zielmengen. Ich beginne beim Befund und gebe nur, was der Boden nicht selbst nachliefert.
Ich streue die erste Horngabe beim Pflanzen rund um die Pflanzstelle und arbeite sie flach ein. Das Pflanzdatum schreibe ich aufs Beetschild, damit ich den Termin für die zweite Gabe vor Augen habe.
Welcher Dünger passt zu Kohl?
Für die Grundgabe nimmst du reifen Kompost. Er wirkt zusätzlich auf den Boden: Sandiger Boden hält damit mehr Wasser, schwerer Boden wird krümeliger und besser durchlüftet. Stickstoff liefern im Biogarten Hornmehl, Horngrieß und Hornspäne. Hornmehl wird schneller umgesetzt. Startet Blumenkohl erst Ende Juli oder Anfang August, besteht die zweite Horngabe deshalb aus Hornmehl.
PflanzenjauchePflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung., etwa aus Brennnesseln, verdünnst du für Kohl in der Regel 1:10 mit Wasser. Du gießt sie an die Wurzeln und nicht über die Blätter. Ich schaue mir danach den Neuaustrieb an, bevor ich die nächste Gabe plane.
Nachdüngen: wann welche Kohlart Nachschub bekommt
Nach der Grunddüngung folgen Kopfdüngungen, und die unterscheiden sich je Kohlart deutlich. Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf bekommen ihren Horndünger in zwei Teilgaben.
| Kohlart | Grunddüngung | Nachdüngung |
|---|---|---|
| Weißkohl, Rotkohl | Kompost bei der Pflanzvorbereitung | Hornmehl in zwei Teilgaben; bei Weißkohl auch Schwefel und Boden-pH im Blick behalten |
| Blumenkohl | Kompost und die erste Hälfte Horndünger zur Pflanzung | zweite Hälfte nach etwa 3–4 Wochen; je nach Nährstoffangebot des Bodens bis zu zwei Stickstoffgaben |
| Brokkoli | Phosphor und Kalium nach Bodenuntersuchung | Hornmehl in zwei Teilgaben |
| Rosenkohl | reifer Kompost vor dem Auspflanzen, Grunddüngung zur Pflanzung | je eine Kopfdüngung nach 6 und nach 12 Wochen |
| Kohlrabi | nach Bodenzustand; Kompost kann beitragen | Stickstoff-Kopfdüngung im Abstand von etwa drei Wochen; Riesenkohlrabi zwei Gaben im Abstand von vier Wochen |
| Wirsing, Grünkohl | reifer Kompost vor dem Auspflanzen | während der Kultur regelmäßig nachdüngen |
| Chinakohl | Oberboden im Herbst davor mit Kompost und organischem Dünger vorbereiten | keine feste Regel; einseitige und übermäßige Gaben vermeiden |
Bei Blumenkohl und Rosenkohl zählen die Wochen ab der Pflanzung. Die Termine der einzelnen Kohlarten hast du mit dem Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken auf einem Blatt.
Lagerkohl sowie Weiß- und Spitzkohl für Sauerkraut düngst du in der zweiten Hälfte der Kulturzeit nicht mehr. Plane die letzte Gabe deshalb schon beim Pflanzen ein.
Für Wirsing und Kohlröschen gibt es eigene Ratgeber: wie du Wirsing mit Nährstoffen versorgst, auch mit natürlichen Präparaten und im Gefäß und wie du Kohlröschen düngst und Mangel an ihnen erkennst.
Leg im Beetplaner für deine Gemüsebeete fest, welches Beet in dieser Saison den Kohl trägt, und bring die Grundgabe nur dort aus. Notiere zu jeder Kohlart das Pflanzdatum, damit du die Wochen bis zur Kopfdüngung zählen kannst.
Kohl im Hochbeet und im Kübel düngen
Ein frisch mit Reisig, Kompost und Gärtnererde aufgebautes Hochbeet setzt im ersten Jahr viel organisch gebundenen Stickstoff frei. Kohl bekommt dort also schon Stickstoff aus dem Beet selbst. Ich schaue mir die Pflanzen deshalb genau an, bevor ich im ersten Standjahr Horndünger streue. Bei einem Hochbeet mit mineralischer Erde liefert eine jährliche Kompostgabe von 3 l je m² die Grundnährstoffe. Stickstoff ergänzt du dort nach dem Bedarf der jeweiligen Kultur.
Im Kübel gilt: Kohlpflanzen, die länger im Gefäß stehen, können im Sommer je nach Versorgung eine stickstoffbetonte Nachdüngung brauchen. In torffreier Erde kann trotz VordüngungVordüngung nennt man den Dünger, der fertiger Blumen- und Pflanzerde schon ab Werk beigemischt ist. Er versorgt frisch eingetopfte Pflanzen in den ersten Wochen, danach musst du selbst nachdüngen. zusätzlicher Stickstoffbedarf entstehen. Richte die Düngung deshalb nach dem Substrat aus, das du verwendest. Kohlrabi in Rinnen oder Balkonkästen hat nur geringe Wasser- und Nährstoffpuffer und braucht eine zuverlässige Bewässerung. Weil torffreie Erde an der Oberfläche schnell abtrocknet, prüfe ich vor dem Gießen auch die Feuchte darunter.
Mangel oder zu viel Dünger erkennen
Ein Symptom ist ein Hinweis, keine Diagnose. Hinter gelben Blättern kann auch Wassermangel stecken, hinter Welke eine Wurzelkrankheit. Ich prüfe deshalb erst Bodenfeuchte und Wurzeln, bevor ich nachdünge.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Was du zuerst prüfst |
|---|---|---|
| Blätter hellen auf und vergilben | Stickstoffmangel; bei Grünkohl auch Wassermangel | Bodenfeuchte, dann den letzten Düngetermin |
| Aufhellungen zwischen den Blattadern | Magnesiummangel | Magnesiumwert im Bodenbefund |
| kleine oder verformte Blumenkohlköpfe | Wassermangel während des Wachstums | Wasser und Nährstoffe ab beginnender Kopfbildung |
| abgestorbenes Gewebe an den Innenblättern von Chinakohl | Innenblattnekrosen, die einseitige oder übermäßige Düngung begünstigen kann | Art und Menge der bisherigen Gaben |
| Welke, an den Wurzeln Wucherungen | KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. | Wurzeln ansehen; bei bestätigtem Befall Pflanzen samt Wurzeln in den Restmüll, nicht auf den Kompost |
Bittersalz wird im Garten oft als Hausmittel bei Magnesiummangel genannt. Ich streue es nicht auf Verdacht, sondern erst, wenn der Bodenbefund wenig Magnesium ausweist.
Bei gelben Blättern sofort Dünger nachlegen. Wassermangel kann Grünkohlblätter ebenfalls vergilben lassen. Von Anfang August bis Mitte September achtest du bei ihm besonders auf ausreichende Bewässerung. Prüfe zuerst mit dem Finger, wie feucht die Erde unter der Oberfläche ist.
Zu viel gedüngt: was du jetzt tust
Stoppe weitere Stickstoffgaben und beobachte, wie die Pflanzen weiterwachsen. Lass für die nächste Saison den Boden untersuchen. Zeigt der Befund stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Kompostgabe ein.
„Viel Dünger bringt große Köpfe.“ Mehr ist bei Kohl nicht automatisch besser. Bei überwinterndem Blumenkohl, der im Winter oder Frühjahr reift, kann StickstoffüberschussStickstoffüberschuss heißt, dass Pflanzen mehr Stickstoff bekommen, als sie brauchen. Sie wachsen dann üppig, bilden weiches, schwammiges Gewebe und dunklere Blätter und werden anfälliger für Krankheiten. zu weichem Wachstum führen, und das kann Kälteschäden begünstigen. Auch für Kompost und Hornmehl gelten Obergrenzen.
Vorfrucht und Folgekultur
Einen Teil des Stickstoffs kann schon die Vorfrucht liefern, denn Hülsenfrüchte hinterlassen ihn im Boden. Nach starkzehrendem Kohl passen weniger nährstoffbedürftige Folgekulturen wie Möhren, Kopfsalat oder Spinat. Anbaupausen und Gründüngung planst du mit dem Ratgeber zur Fruchtfolge für Kohlgemüse, die Beetnachbarn mit dem Ratgeber zu guten und schlechten Nachbarn für Kohl.





