Rotkohl ernten und lagern: feste Köpfe erkennen und über den Winter bringen
- Erntereif ist Rotkohl, wenn der Kopf geschlossen und fest ist und die Außenblätter frisch sind.
- Von der Pflanzung bis zur Reife braucht er je nach Sorte und Witterung 80 bis 160 Tage.
- Lagerköpfe erntest du trocken, mit Strunk und gesunden Umblättern, und wäschst sie nicht.
- Winterformen sind bei hoher Luftfeuchte knapp über 0 °C bis zu 6 Monate lagerfähig.
- Kontrolliere das Lager alle paar Tage und sortiere Faulendes sofort aus.

Ob ein Rotkohlkopf für den Wintervorrat taugt, entscheidest du beim Ernten. Er muss fest geschlossen sein, und für das Lager brauchst du dazu den Strunk, gesunde Umblätter und einen trockenen Kopf. Ich sortiere deshalb schon am Beet: Was locker gewachsen oder verletzt ist, kommt in die Küche, alles andere ins Lager.
Rotkohl ernten: Woran erkennst du den reifen Kopf?
Erntereif ist Rotkohl, wenn der Kopf geschlossen und fest ist und die Außenblätter frisch aussehen, nicht welk. Wie groß der Kopf dabei wird und wie fest er sich anfühlt, hängt von der Sorte ab. Ich lege beide Hände seitlich an den Kopf und drücke leicht zu. Gibt er noch nach, bekommt er weiter Zeit auf dem Beet.
Von der Pflanzung bis zur Reife braucht Rotkohl je nach Sorte und Witterung 80 bis 160 Tage. Weil auch Größe und Festigkeit des Kopfes an der Sorte hängen, sagt dir der Kalender nur, ab wann sich das Nachsehen lohnt. Ob der Kopf wirklich reif ist, merkst du erst mit der Hand.
Erntezeit: vom Herbst bis in den Winter
Geerntet wird Rotkohl von September bis November. Im Herbst- und Winteranbau reicht die Ernte ab dem Spätherbst bis in den Winter, und Wintersorten können dabei auf dem Beet bleiben. Winterhart ist Rotkohl trotzdem nicht. Kündigt sich stärkerer Frost an, hole ich die festen Köpfe ins Lager. Wann die anderen Kohlarten so weit sind, zeigt dir der Kohl-Ratgeber im Kapitel Ernte und Lagerung.
„Rotkohl schmeckt erst, wenn Frost drauf war.“ Bei vielen Grünkohlsorten steigt der Zuckergehalt, wenn es kalt wird, und selbst dort ist Frost dafür nicht nötig. Rotkohl gilt dagegen nicht als winterhart. Ich warte deshalb nicht auf Frost, sondern ernte, sobald der Kopf fest ist.
Richtig schneiden: Strunk und Umblätter
Bevor du schneidest, entscheidest du, ob der Kopf in die Küche oder ins Lager geht. Für die Küche schneide ich den Kopf mit einem scharfen Messer unterhalb der Umblätter ab und putze lose Außenblätter gleich am Beet weg.
Lagerköpfe erntest du mit Strunk und gesunden Umblättern, denn am Strunk hängst du sie später im Lager auf. Hast du keinen Platz zum Aufhängen, kürzt du den Strunk auf 10 cm und legst die Köpfe in Obstkisten. Ich ernte Lagerköpfe an einem trockenen Tag, damit das Erntegut trocken ins Lager kommt.
Den Lagerkopf abspülen, damit er sauber in den Keller kommt. Rotkohl für die längere Frischlagerung bleibt ungewaschen. Lose Erde streife ich mit der Hand ab, der Rest bleibt, wie er ist.
Welche Köpfe dürfen ins Lager?
Winterformen von Rotkohl bilden festere Köpfe und lagern besser, Sommerformen wachsen eher locker. Wann du welche Sortengruppe säst, erklärt der Beitrag zur Rotkohl-Aussaat je nach Sortengruppe. Mehr zu Sommer- und Winterformen steht im Kohl-Ratgeber unter Sorten und Jahreszeiten.
Ins Lager kommt nur, was gesund und unverletzt ist. Köpfe mit Rissen oder Druckstellen wandern bei mir direkt in die Küche. Rundliche Blattflecken können auf Alternaria hindeuten, und für das Lager wählst du dann ausschließlich gesunde Köpfe aus.
Der Kopf ist geschlossen und fest. Die Außenblätter sind frisch und nicht welk. Strunk und gesunde Umblätter sind noch dran. Es gibt keine Risse, Druckstellen oder Flecken. Der Kopf ist trocken und ungewaschen.
Lagerorte im Vergleich: Kühlschrank, Keller, Erdmiete, Kühlhaus
Wie lange Rotkohl hält, hängt vom Lagerort ab. Jede Zeile der Tabelle gilt nur für ihren eigenen Zusammenhang.
| Lagerort und Zusammenhang | Temperatur | Relative Luftfeuchte | Haltbarkeit |
|---|---|---|---|
| Gemüsefach, frischer Rotkohl | keine Angabe | keine Angabe | rund drei Wochen |
| Keller, Orientierung für Kohl- und Wurzelgemüse | 1 bis 4 °C | 90 bis 95 % | keine Angabe |
| Winterformen von Weiß- und Rotkohl | knapp über 0 °C | hoch | bis zu 6 Monate |
| Hausgarten, allgemein für Obst und Gemüse, trocken eingebracht | 2 bis 4 °C | 85 bis 90 % | keine Angabe |
| Kühlhaus, Kopfkohl professionell | 0 bis 0,5 °C | 95 bis 98 % | keine Angabe |
| Später Kopfkohl, professionelle Lagerung | −2 bis 0 °C | über 95 % | 4 bis 9 Monate |
Gemüsefach: für die nächsten Wochen
Frischer Rotkohl hält sich im Gemüsefach des Kühlschranks rund drei Wochen. Einen angeschnittenen Kopf decke ich ab und verbrauche ihn vor den ganzen Köpfen.
Keller: der Platz für den Wintervorrat
Robuste Winterkohlsorten aus dem FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle. kannst du für mehrere Monate in einem kühlen, dunklen Keller einlagern. Als allgemeine Orientierung für Kohl- und Wurzelgemüse im Keller dienen 1 bis 4 °C. Die relative Luftfeuchte liegt dabei bei 90 bis 95 %.
Winterformen von Weiß- und Rotkohl sind bei hoher Luftfeuchte knapp über 0 °C bis zu 6 Monate lagerfähig.
Die Lagerköpfe hängst du am Strunk auf. Eine zweite Möglichkeit ist die Sandkiste. Dafür schlägst du die Köpfe in eine Kiste mit feuchtem Sand ein, deckst sie mit Stroh oder Laub ab und stellst die Kiste in den kühlen Keller.
Meine Lagerköpfe hängen am Strunk an einer Latte unter der Kellerdecke, sodass sich keiner berührt. Daneben hängen ein Thermometer und ein HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist.. Beim Kontrollgang lese ich beide ab und drehe jeden Kopf einmal in der Hand, um alle Seiten zu sehen.
Erdmiete: wenn kein Keller da ist
Eine Erdmiete für Lagerkohl braucht eine DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. aus Sand, einen Mäuseschutz aus feinem Draht, eine isolierende Abdeckung und Luftaustausch. Beim Weißkohl legt man dafür einen Kohlgraben an, der 30 bis 40 cm breit und ebenso tief ist. Unten kommen 5 cm Sand hinein. Darauf liegen die Köpfe mit ihren Umblättern, der Strunk zeigt nach oben, und darüber folgen Stroh und Erde.
Kühlhaus: Werte aus dem Profilager
Im professionell geführten Kühlhaus lagert Kopfkohl bei 0 bis 0,5 °C. Die relative Luftfeuchte beträgt dort 95 bis 98 %. Unter den professionellen Bedingungen aus der letzten Tabellenzeile ist später Kopfkohl 4 bis 9 Monate lagerfähig. Für dein Lager zu Hause orientierst du dich an den Kellerwerten.
Das Lager kontrollieren
Ein Vorratslager im Haus kontrollierst du alle paar Tage. Was krank ist oder fault, sortierst du sofort aus. Ich nehme dafür eine leere Kiste mit, in die alles Aussortierte gleich wandert. Lagergemüse gehört außerdem nicht neben Obst, weil besonders Äpfel Ethylen abgeben und damit das Welken beschleunigen können.
Sichtbar verschimmelten Rotkohl isst du nicht mehr, der Kopf wird entsorgt. Auch ein verschimmeltes Kohlgericht kommt ganz weg, denn Wegschneiden oder starkes Erhitzen beseitigt mögliche Schimmelpilzgifte nicht sicher.
Rotkohl anbauen: kurz zur Vorarbeit
Schon im Beet unterscheidet sich Lagerkohl: Er bekommt in der zweiten Hälfte der KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. keinen Dünger mehr. Wie du Rotkohl vom Setzling an pflegst und vor Schädlingen schützt, liest du im Beitrag zum Rotkohlanbau im Hausgarten. Die Grundlagen zu Pflege und Pflanzenschutz für alle Kohlarten fasst der Kohl-Ratgeber zusammen.
Haltbar machen und kochen: kurz verwiesen
Einfrieren, Einkochen und Fermentieren sind eigene Themen mit eigenen Sicherheitsregeln. Beim Fermentieren muss der Kohl vollständig mit eigenem Saft oder Salzlake bedeckt sein, entstehendes Gas muss entweichen können, und die Gefäße sind sauber ausgekocht. Die Verfahren im Einzelnen findest du im Kohl-Ratgeber im Kapitel Küche und Nährwerte.
Rotkohl kannst du roh essen, dämpfen oder kochen. Empfindliche Vitamine schonst du, wenn du Gemüse kurz mit wenig Flüssigkeit dünstest oder dämpfst. Ideen für jede Saison sammeln die Rotkohlrezepte passend zur Jahreszeit.
Nach der Ernte: Wurzeln prüfen, Beet planen
Beim Abräumen des Beets sehe ich mir die Wurzeln der Strünke an. Knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen können auf KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. hindeuten. Solche Wurzeln gehören in den Restmüll, nicht auf den Kompost. Für Rotkohl gilt eine FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 4 Jahren, und zur KohlpauseDie Kohlpause ist eine mehrjährige Anbaupause, in der auf einem Beet weder Kohl noch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen. Sie beugt der Kohlhernie vor, einer Wurzelkrankheit dieser Pflanzenfamilie. zählen auch Radieschen, Rettich und GründüngungenGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet. wie Gelbsenf. Wo Rotkohl in den nächsten Jahren nicht stehen soll, siehst du, wenn du deine Beete über mehrere Jahre planst.
Wie du Rosenkohl nach der Ernte putzt und lagerst, steht im Nachbarbeitrag. Beim Grünkohl erntest du einzelne Blätter statt Köpfe, dazu passt der Beitrag, wie du Grünkohl blattweise erntest und frisch hältst.




