Chicorée anbauen: Von der Wurzel im Beet zum Spross aus dem Dunkeln
- Chicorée bringt zwei Ernten: erst die Wurzel aus dem Beet, dann den gebleichten Spross aus der Treiberei.
- Die Samen kommen 2 bis 3 cm tief in die Erde, über 20 °C drohen Keimhemmungen.
- Gerodet wird nach 18 bis 20 Wochen Wachstum, danach treiben die Wurzeln in vollständiger Dunkelheit bei 12 bis 18 °C.
- Jede Wurzel liefert nur eine Sprossernte, deshalb setzt du die gelagerten Wurzeln in Sätzen an.

Im Beet erntest du bei Chicorée noch nichts für die Küche. Dort wächst nur die Wurzel heran, den Spross treibt sie erst später in einem dunklen Raum. Wer das nicht einplant, steht bei der Wurzelernte ohne kühles Lager und ohne Treibplatz da. Ich plane Chicorée deshalb von Anfang an in zwei Phasen: erst das Beet, dann die Treibkiste.
Chicorée anbauen: der Ablauf auf einen Blick
Aus einer Aussaat werden bei Chicorée zwei Ernten. Zuerst holst du die Wurzeln aus dem Beet, danach wachsen aus ihnen im Dunkeln die Sprosse für die Küche.
| Schritt | Ort | Richtwert |
|---|---|---|
| Aussaat | Freilandbeet | Keimung am besten bei 16 bis 20 °C |
| Wurzelwachstum | Freilandbeet | 18 bis 20 Wochen bis zum Roden |
| Lagern vor dem Antreiben | kühl und feucht | bei 0 bis 1 °C bis zu drei Wochen |
| Treiben | vollständig dunkler Raum | 12 bis 18 °C |
| Sprossernte | Treibgefäß | bei 16 °C nach etwa 3 Wochen |
Herkunft: Chicorée und die Wegwarte
Chicorée gehört botanisch zur Wegwarte, Cichorium intybus, und wird dort als Varietät var. foliosum geführt. Radicchio und Zuckerhut zählen zur selben Art, die Endivie ist mit ihnen verwandt. Wie Salate und Blattgemüse miteinander verwandt sind, zeigt unser Überblick im Abschnitt Familien und Typen.
Das Beet für die Treibwurzeln vorbereiten
Für die Wurzelanzucht wählst du einen sonnigen Platz mit tiefgründigem, steinfreiem und humosem Boden ohne Verdichtungen. Sehr nasse und sehr trockene Standorte meidest du. Was Salate allgemein an Licht und Boden brauchen, steht im Überblick über Salate und Blattgemüse unter Standort und Boden.
Als GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. arbeite ich im Frühjahr oder vor der Aussaat 3 l gut verrotteten Kompost je m² ein. Übermäßige Stickstoffgaben lässt du weg, weil sie die spätere Treibqualität verschlechtern können. Wie es danach weitergeht, zeigt der Ratgeber, wie du Chicorée bedarfsgerecht pflegst und düngst.
Chicorée aussäen
Den Saattermin richtest du nach zwei Größen aus. Chicorée keimt am besten bei 16 bis 20 °C, bei höheren Temperaturen drohen Keimhemmungen. Danach brauchen die Wurzeln 18 bis 20 Wochen Wachstum, bevor du sie rodest. Welcher Monat in deiner Gegend passt, erklärt der Ratgeber zum richtigen Aussaatzeitpunkt für Chicorée. Die Saattermine vieler Salate zum Ausdrucken sammelt der Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse.
Die Wurzeln wachsen im FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle. heran, deshalb säe ich in Reihen direkt ins vorbereitete Beet. Die Samen kommen 2 bis 3 cm tief und werden mit Erde bedeckt. Bei passender Temperatur vergehen bis zum Keimen rund zwei Wochen. In dieser Zeit halte ich die Saatreihe feucht.
Stehen die SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. zu dicht, ziehe ich die schwächeren heraus. Jede Pflanze, die stehen bleibt, soll Platz für eine gleichmäßig geformte Wurzel haben.
Säen mitten in eine Hitzewelle. Über 20 °C drohen Keimhemmungen, deshalb warte ich mit der Aussaat, bis die Temperatur wieder im günstigen Bereich liegt.
Pflege im Freiland
Für die Wurzelbildung braucht Chicorée gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit. Ich gieße deshalb in trockenen Phasen gründlich und lasse das Beet weder austrocknen noch vernässen. Zwischen den Reihen hacke ich flach und ziehe BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt., solange die Pflanzen noch klein sind. Sobald sie gut angewachsen sind, mulche ich zwischen den Reihen.
Bevor ich gieße, stecke ich einen Finger neben der Reihe in die Erde. Ich gieße, sobald es dort trocken wird, und nicht nach dem Aussehen der Oberfläche.
Wurzeln roden: der Übergang zur Treiberei
Nach 18 bis 20 Wochen Wachstum rodest du die Wurzeln. Für die Treiberei eignen sich gleichmäßig geformte Wurzeln mit 3 bis 6 cm Durchmesser. Weil der Boden dafür steinfrei und unverdichtet sein soll, entscheidet sich die Qualität der Treibwurzeln schon bei der Bodenvorbereitung.
Vor dem Einlagern schneide ich den Blattschopf 4 cm über der Rübe ab und achte darauf, das Herz nicht zu verletzen. Die Einzelheiten zum Roden und Sortieren findest du im Ratgeber, wie du Chicorée-Wurzeln und Treibsprosse erntest und lagerst.
Wurzeln bis zum Antreiben lagern
| Lagerform | Temperatur | Haltbarkeit |
|---|---|---|
| vor dem Antreiben, bei 90 bis 95 % relativer Luftfeuchte | 0 bis 1 °C | bis zu drei Wochen |
| vor dem Antreiben, warm | etwa 12 °C | höchstens vier Tage |
| abgeschnittene Wurzeln in Sand | 0 bis 5 °C | bis zu 8 Monate |
Die mittlere Zeile zeigt, warum der Treibraum kein Lager ist. Ihre etwa 12 °C sind zugleich die untere Grenze der Treibtemperatur. Ich hole deshalb nur so viele Wurzeln aus der Kälte, wie ich am selben Tag ansetze. Wie du die Wurzeln in Sand lagerst, beschreibt der Ratgeber zu Ernte und Lagerung genauer.
Chicorée treiben: Schritt für Schritt im Dunkeln
Beim Treiben stellst du die gerodete Wurzel in einen völlig dunklen Raum. Dort bildet sie einen geschlossenen, gebleichten Spross, und genau diesen Spross isst du.
Was die Treiberei braucht
Zwei Bedingungen hältst du durch die ganze Treiberei: vollständige Dunkelheit und eine Temperatur von 12 bis 18 °C. Als Treibgefäß nehme ich eine tiefe Kiste mit Erde, die ich lichtdicht abdecke.
| Punkt | Richtwert |
|---|---|
| Temperatur | 12 bis 18 °C |
| Licht | vollständige Dunkelheit |
| Knospen ausgebildet | innerhalb von 21 bis 26 Tagen bei 12 bis 18 °C |
| erntereif | bei 16 °C nach etwa 3 Wochen |
| Sprossernten je Wurzel | eine |
Wurzeln ansetzen
- Hol nur so viele Wurzeln aus dem kühlen Lager, wie in dein Treibgefäß passen.
- Stell sie aufrecht nebeneinander in die Erde, mit dem BlattansatzDer Blattansatz ist die Stelle am Trieb oder Stängel, an der ein Blatt entspringt. Dort ist der Trieb oft zu einem Knoten verdickt; direkt darüber, im Winkel zwischen Blatt und Trieb, liegt die Blattachsel. nach oben.
- Prüfe bei deiner Sorte, ob sie Deckerde braucht, also eine Erdschicht über den Köpfen. Das hängt von der Sorte ab; welche Chicorée-Sorten und Typen es gibt, zeigt der Sorten-Ratgeber.
- Feuchte die Erde an und halte sie während der ganzen Treiberei feucht.
- Deck das Gefäß lichtdicht ab und stell es an einen Platz mit 12 bis 18 °C.
- Gieß nur die Erde, nie die Sprosse, und kontrolliere dabei auf Blattläuse.
Die Sprosse beim Gießen nass machen. Das Wasser gehört in die Erde, nicht auf die wachsenden Sprosse. Ich gieße am Rand der Kiste und hebe die Abdeckung nur dafür an.
In Sätzen treiben
Jede Treibwurzel liefert nur eine Sprossernte. Kühl in Sand gelagert, halten die Wurzeln dagegen bis zu 8 Monate. Setz die Wurzeln deshalb nicht alle auf einmal an, sondern in mehreren Sätzen nacheinander. So verteilst du die Sprossernte über die Lagerzeit, statt alles in einem Schwung zu ernten.
Ich klebe einen Zettel an die Treibkiste und notiere, wann ich welchen Satz angesetzt habe. Danach richte ich den ersten Blick unter die Abdeckung.
Chicorée lässt sich auch in Gefäßen auf Balkon oder Terrasse ziehen und treiben. Wie das im Gefäß klappt, zeigt der Ratgeber, wie du Chicorée im Kübel anbaust.
Sprosse ernten
Ab dem Zeitpunkt aus der Tabelle hebe ich die Abdeckung an und prüfe, ob der Spross fest geschlossen ist. Dann schneide ich ihn mit einem scharfen Messer über der Wurzel ab. Wie du die Sprosse nach der Ernte frisch hältst, steht im Ratgeber zu Ernte und Lagerung.
Probleme im Beet und in der Treibkiste
Während der Treiberei kontrollierst du die Sprosse auf Blattläuse. Welche Fehler beim Chicorée typisch sind und wie du sie vermeidest, zeigt der Ratgeber zu häufigen Anfängerfehlern beim Chicorée-Anbau. Wie du bei Salaten allgemein vorbeugst, kontrollierst und eingreifst, beschreibt der Überblick über Salate und Blattgemüse im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Fruchtfolge und Nachbarn
Chicorée und Radicchio sollten nur alle 3 bis 4 Jahre auf demselben Beet stehen. Zähl dabei die Verwandtschaft mit: Radicchio und Zuckerhut gehören zur selben Art, und auch Endivien werden in der FruchtfolgeFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. berücksichtigt. MischkulturMischkultur bedeutet, dass verschiedene Gemüsearten nebeneinander auf einem Beet wachsen. So nutzt du die Fläche besser aus, und der Boden bleibt während der Saison weitgehend bedeckt. kann den Anbau unterstützen, versprechen kann sie nichts. Ob geplante Nachbarn passen, prüfst du im Mischkultur-Planer, und dein ganzes Beet planst du im Beetplaner.
Chicorée auf dem Teller
Chicorée ist ein Lebensmittel, kein Heilmittel. Nährwerte verschiedener Salate vergleicht der Überblick über Salate und Blattgemüse im Abschnitt zu Nährwerten und Küche. Wie du Chicorée in Salaten und warmen Gerichten zubereitest und mit seiner Bitterkeit umgehst, zeigt der Küchen-Ratgeber.





