Chicorée pflegen und düngen: Kompost, Hornmehl und Treiberei im Dunkeln
- Grunddüngung: 3 l gut verrotteter Kompost je m² im Frühjahr oder vor der Aussaat.
- Im Zwei- bis Dreiblattstadium ergänzen 50 g Hornmehl je m² die Kompostgabe.
- Stickstoff nur maßvoll geben, denn ein Überangebot kann die spätere Treibqualität mindern.
- Für die Wurzelbildung braucht Chicorée gleichmäßige Bodenfeuchte.
- In die Treibkiste kommen gleichmäßig geformte Rüben mit 3 bis 6 cm Durchmesser.
- Getrieben wird bei 12 bis 18 °C in völliger Dunkelheit, jede Rübe liefert nur eine Sprossernte.

Beim Chicorée pflegst und düngst du im Sommer für eine Ernte, die erst später im Dunkeln heranwächst. Die Düngung im Beet hat deshalb Folgen für die Treibkiste: Wer zu viel Stickstoff gibt, riskiert eine schlechtere Treibqualität. Ich dünge meine Chicorée-Reihen darum nur mit Kompost vor der Aussaat und mit HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne. im Zwei- bis Dreiblattstadium.
Chicorée (Cichorium intybus var. foliosum) bringt zwei Ernten. Im Freiland wachsen zuerst die Rüben, danach treiben diese im Dunkeln die gebleichten Sprosse für die Küche. Den ganzen Ablauf zeigt der Ratgeber, wie du Chicorée von der Aussaat bis zur Sprossernte anbaust. Hier geht es um die Pflege dazu: Nährstoffe, Wasser, Pflanzenschutz und das Treiben selbst.
Boden und Aussaat: was vor dem Düngen stimmen muss
Die Rübe wächst am liebsten in tiefgründiger, humoser Erde, die frei von Steinen und Verdichtungen ist. Sehr nasse und sehr trockene Standorte meidest du. Mehr zu Lage und Bodenart findest du in den Grundlagen zu Standort und Boden bei Salaten und Blattgemüse.
Bewährt hat sich für die Aussaat der Mai. Welcher Termin zu deiner Region und Sorte passt und welche Fehler du beim Säen vermeidest, erklärt der Beitrag zum passenden Aussaatzeitpunkt für Chicorée.
Chicorée düngen: Kompost vorab, Hornmehl früh
Die Düngung von Chicorée hat zwei Teile: eine GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. mit Kompost und eine frühe Ergänzung mit Hornmehl. Alle weiteren Nährstoffe richtest du nach dem Bodenbefund.
| Zeitpunkt | Was du tust | Menge je m² |
|---|---|---|
| im Frühjahr oder vor der Aussaat | gut verrotteten Kompost leicht einarbeiten | 3 l |
| im Zwei- bis Dreiblattstadium | Hornmehl ergänzen | 50 g |
| später in der Kultur | weitere Nährstoffe nur nach Bodenbefund | nach Befund |
Grunddüngung mit Kompost
Vor der Aussaat bekommt das Beet 3 l gut verrotteten Kompost je m². Ich verteile ihn im Frühjahr auf dem abgetrockneten Beet und harke ihn flach ein. Diese Menge ist zugleich die allgemeine Obergrenze für die Kompostgabe im Gemüsegarten. Den Stickstoff bewertest du davon unabhängig.
Hornmehl im Zwei- bis Dreiblattstadium
Haben die Sämlinge zwei bis drei Blätter, ergänzt Hornmehl die Kompostgabe. Die Menge liegt bei 50 g je m². Ich streue es zwischen die Reihen und arbeite es mit der Hacke leicht ein. Hornmehl setzt sich in etwa 6 Wochen um, größere Hornspäne brauchen dafür mehrere Monate. Früh gestreutes Hornmehl ist also längst umgesetzt, wenn du die Rüben nach 18 bis 20 Wochen rodest.
Warum du beim Stickstoff Maß hältst
Gibst du mehr Stickstoff als nötig, kann darunter die Treibqualität der Rüben leiden. Ein StickstoffüberschussStickstoffüberschuss heißt, dass Pflanzen mehr Stickstoff bekommen, als sie brauchen. Sie wachsen dann üppig, bilden weiches, schwammiges Gewebe und dunklere Blätter und werden anfälliger für Krankheiten. kann Pflanzen zudem anfälliger für Krankheiten und Schädlinge machen. Zu viel davon kann dir also doppelt schaden: im Beet bei der Pflanzengesundheit und später in der Treibkiste. Auch der Zeitpunkt zählt: Kommt der Stickstoff zu spät, verwertet die Pflanze ihn womöglich nicht mehr für ihr Wachstum, und Nitrat kann sich anreichern.
Kalium, Phosphor, Magnesium und Kalk nach Befund
Was dein Beet außer Stickstoff braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung vor der Düngung. Kalium brauchen die Pflanzen für den Wasserhaushalt, Phosphor für das Wurzelwachstum und Magnesium für die Bildung des Blattgrüns. Steht im Prüfbericht die VersorgungsstufeDie Versorgungsstufe zeigt im Prüfbericht einer Bodenuntersuchung, wie gut dein Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Die Stufen reichen von A (sehr niedrig) über C (anzustreben) bis E (sehr hoch) oder F (überhöht). C, ist der Nährstoff ausreichend vorhanden. Stufe E heißt: Diesen Nährstoff kannst du vorübergehend weglassen. Zeigt der Befund bei einem Nährstoff einen Überschuss und bei einem anderen einen Mangel, ergänzt du nur den fehlenden gezielt mit einem EinzelnährstoffdüngerEin Einzelnährstoffdünger enthält nur einen einzigen Pflanzennährstoff, zum Beispiel nur Stickstoff oder nur Kalium. Ein Mehrnährstoffdünger liefert dagegen mehrere Nährstoffe als Mischung.. Auch beim Kalk entscheidet die Messung: Liegt der pH-Wert eines sandigen Lehmbodens bei mindestens 7, brauchst du nicht zu kalken.
Für den verfügbaren Stickstoff brauchst du eine eigene Messung, die Standarduntersuchung ersetzt sie nicht. Die nötige Stickstoffgabe ist der Bedarf der Kultur abzüglich dessen, was der Boden an mineralischem Stickstoff enthält und nachliefert.
Für die Bodenprobe nimmst du vor der Düngung 10 bis 15 Einzelproben aus 0 bis 25 cm Tiefe. Du mischst sie gut und schickst davon rund 500 g zur Untersuchung ein.
Gelbe Blätter: erst messen, dann düngen
Schwacher Wuchs und eine flächige Vergilbung, die zuerst an älteren Pflanzenteilen auftritt, können auf Stickstoffmangel hindeuten. Eine sichere Diagnose ist das nicht. Bevor du auf Verdacht nachstreust, lässt du deshalb den verfügbaren Stickstoff im Boden messen.
Pflege im Sommer: Beikraut, Wasser und Mulch
Beikraut früh entfernen
BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. entferne ich vor allem zu Kulturbeginn, damit die jungen Pflanzen ungestört wachsen. Zwischen den Reihen hacke ich flach, in der Reihe zupfe ich von Hand.
Gießen: gleichmäßig und morgens
Für die Wurzelbildung braucht Chicorée gleichmäßige Bodenfeuchte; gieß vorzugsweise morgens und direkt im Wurzelbereich. Die Grundlagen stehen im Ratgeber zu Salaten und Blattgemüse unter Gießen und Pflegen. Für heiße, trockene Sommer lies nach, wie du Chicorée an Hitze und Trockenheit anpasst.
Richtig mulchen
Unter einer Mulchdecke verdunstet weniger Wasser, und die Bodenoberfläche ist vor VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und starker Erwärmung geschützt. Rasenschnitt welkt bei mir erst an, dann streue ich ihn so dünn, dass der Boden noch durchschimmert. Rindenmulch lässt du im Gemüsebeet weg, denn die GerbstoffeGerbstoffe sind natürliche Inhaltsstoffe von Pflanzen, die zum Beispiel reichlich in Baumrinde stecken. Im Garten begegnen sie dir vor allem im Rindenmulch, wo sie das Wachstum von Gemüse, aber auch von Unkraut hemmen. darin können das Wachstum der Pflanzen hemmen.
Frischer Mulch deckt die Saatrillen oder die jungen Pflanzen zu. Lass beides frei, damit Keimung und Wachstum nicht behindert werden.
Pflanzenschutz: vorbeugen im Beet
Zur Vorbeugung gehört die Fruchtfolge: Auf dasselbe Beet kommt Chicorée erst wieder nach 3 bis 4 Jahren. Verwandte Kulturen wie Radicchio, Zuckerhut oder Endivien zählen dabei mit. Plane die Pause gleich mit, wenn du dein Beet im Beetplaner anlegst.
Schnecken fressen vor allem in der Nacht, bei feuchter Witterung aber auch am Tag. Absammeln und ein Zaun rund ums Beet können den Befall in Grenzen halten. Ist der Befall mit Nacktschnecken stark, kann es helfen, den Mulch mitsamt Tieren und Eiern abzuräumen.
Im ökologischen Anbau setzt du auf Vorbeugung, Nützlinge und mechanisches Eingreifen. Die Grundlagen dazu stehen im Ratgeber zu Salaten und Blattgemüse unter Krankheiten und Schädlinge. Wie du Schäden am Chicorée erkennst und gezielt eingreifst, zeigt der Ratgeber zu Schädlingen und Krankheiten bei Chicorée.
Chicorée bleichen und treiben: so wird aus der Rübe ein Spross
Anders als Endivie, deren Kopf im Beet unter einer lichtdichten Haube bleicht, wird Chicorée erst nach der Rübenernte gebleicht. Die Rüben treiben dann in einem dunklen Raum geschlossene, gebleichte Sprosse. Pro Rübe gibt es dabei nur eine Sprossernte.
Welche Rüben sich zum Treiben eignen
Die Rüben rodest du nach 18 bis 20 Wochen Wachstum. Beim Einlagern kappst du das Laub 4 cm über der Rübe; das Herz bleibt dabei unverletzt. Wie du die Rüben rodest und bis zum Treiben lagerst, erklärt der Ratgeber zur Ernte und Lagerung von Chicorée.
In die Treibkiste kommen nur gleichmäßig geformte Rüben mit 3 bis 6 cm Durchmesser. Ich sortiere deshalb schon beim Roden nach Form und Dicke.
So setzt du die Treibkiste an
Die Sorte entscheidet, ob die Rüben beim Treiben mit Erde abgedeckt werden. Worin sich die Sorten im Anbau unterscheiden, zeigt der Überblick über Chicorée-Sorten und -Typen. Für Sorten ohne Deckerde gehst du so vor:
- Füll ein Gefäß bis zu einem Viertel mit Erde.
- Setz die Rüben Kopf an Kopf hinein.
- Stell das Gefäß an einen Ort mit 12 bis 18 °C und völliger Dunkelheit.
- Halte die Erde feucht und gieß so, dass die Sprosse nicht nass werden.
- Kontrolliere die Sprosse auf Blattläuse.
Bei 16 °C in völliger Dunkelheit und mit feucht gehaltener Erde sind die Sprosse nach etwa 3 Wochen erntereif.
Ich setze nicht alle Rüben auf einmal an, sondern fülle die Treibkisten nacheinander. Jede Kiste decke ich mit einem umgedrehten zweiten Kasten ab, damit kein Licht an die Sprosse kommt. Gedüngt wird bei mir in der Treibkiste nicht, ich halte nur die Erde feucht.
Wie du die fertigen Sprosse schneidest und frisch hältst, steht ebenfalls im Ratgeber zu Ernte und Lagerung.
Typische Fehler vom Säen bis zum Treiben sammelt der Beitrag zu häufigen Anfängerfehlern beim Chicorée-Anbau. Ohne Gartenbeet zeigt der Ratgeber zu Chicorée im Kübel, wie Anzucht und Treiberei im Gefäß ablaufen.





