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Chicorée für Anfänger: typische Fehler vom Beet bis zur Treiberei und wie du sie vermeidest

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Chicorée wächst in zwei Phasen: erst die Wurzel im Beet, dann der gebleichte Spross in vollständiger Dunkelheit.
  • Die Wurzeln brauchen 18 bis 20 Wochen Wachstum, bevor du sie rodest.
  • Säe nicht in die Hitze, denn über 20 °C drohen bei Zichoriensamen Keimhemmungen.
  • In die Treiberei kommen gleichmäßig geformte Wurzeln mit 3 bis 6 cm Durchmesser.
  • Den Blattschopf schneidest du 4 cm über der Rübe ab, ohne das Herz zu verletzen.
  • Getrieben wird bei 12 bis 18 °C in vollständiger Dunkelheit; gieß die Erde, nicht die Sprosse.
  • Zichorien wie Chicorée und Radicchio stehen nur alle 3 bis 4 Jahre auf demselben Beet.
Mehrere Köpfe frischer Chicorée liegen auf einer hölzernen Oberfläche.
Foto: paulistano · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Beim Chicorée ist mit einem gut angelegten Beet erst die halbe Arbeit getan. Die Ernte für die Küche entsteht später im Dunkeln, und jede Station auf dem Weg dorthin hat eigene Fehlerquellen, von der Aussaat über das Roden und Lagern bis zum Treiben. Ich plane Chicorée deshalb von Anfang an in zwei Etappen: erst das Beet für die Wurzeln, dann einen kühlen, dunklen Platz für die Treiberei. Hier findest du die typischen Fehler beider Etappen, jeweils mit der Lösung. Den kompletten Ablauf beschreibt die Anleitung vom Säen über die Treiberei bis zur Sprossenernte.

Wie wächst Chicorée? Erst die Wurzel, dann der Spross

Chicorée wächst in zwei Phasen und bringt zwei Ernten. Im Beet bildet die Pflanze zuerst eine Wurzel mit Blattschopf. Nach 18 bis 20 Wochen Wachstum rodest du diese Wurzeln. Anschließend treiben sie in vollständiger Dunkelheit die geschlossenen, gebleichten Sprosse, die in die Küche kommen. Diese Methode gilt für Treibchicorée, nicht allgemein für die verwandten Radicchio und Catalogna.

Häufiger Fehler

Im Beet auf Chicorée-Köpfe warten. Beim Treibchicorée wächst im Garten nur Wurzel und Laub, die Sprosse entstehen erst in der Treiberei.

Die Richtwerte für Aussaat, Wurzel und Treiberei im Überblick:

Etappe Richtwert
Keimung 16 bis 20 °C, rund zwei Wochen; über 20 °C drohen Keimhemmungen
Saattiefe 2 bis 3 cm laut LWG, 1 bis 2 cm laut Bingenheimer
Wachstum bis zum Roden 18 bis 20 Wochen
Wurzeln für die Treiberei gleichmäßig geformt, 3 bis 6 cm Durchmesser
Blattschopf kürzen 4 cm über der Rübe, Herz unverletzt lassen
Treiben 12 bis 18 °C in vollständiger Dunkelheit, Knospenbildung innerhalb von 21 bis 26 Tagen
Erntereife bei 16 °C nach etwa 3 Wochen Treiberei
Anbaupause für Zichorien 3 bis 4 Jahre
Aussaatkalender Chicorée
GartenkalenderAussaat: Mai; Ernte: September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MaiErnteErnte: SeptemberErnte: OktoberAussaatErnte

Fehler bei der Aussaat

Warum läuft die Saat schlecht auf?

Eine mögliche Ursache ist Hitze. Zichoriensamen keimen optimal bei 16 bis 20 °C. In diesem Bereich brauchen sie rund zwei Wochen. Wird es wärmer, drohen Keimhemmungen. Säe deshalb nicht in eine Hitzewelle und halte die Saatreihe feucht, bis die Keimlinge erscheinen.

Wann Chicorée in deiner Lage in die Erde kommt, klärt der Ratgeber zum passenden Aussaatzeitpunkt für Chicorée. Termine für alle Salate und Blattgemüse zum Ausdrucken bietet der Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse. Wie du Aussaat und Pflege an heiße, trockene Sommer anpasst, zeigt der Beitrag über Chicorée-Anbau bei Hitze, Trockenheit und Wetterextremen.

Wie tief gehören die Samen in die Erde?

Für Treibchicorée bedeckst du die Samen mit Erde. Die LWG nennt dafür 2 bis 3 cm Saattiefe. Bingenheimer gibt 1 bis 2 cm an. Beide Werte gelten für die Anzucht von Treibwurzeln, nicht für Radicchio oder Catalogna. Ich halte mich an die Angabe auf der Samentüte meiner Sorte und stecke an beide Enden der Reihe ein Schild, damit ich die Keimlinge beim Jäten wiederfinde. Die Abstände in der Reihe und zwischen den Reihen stehen in der vollständigen Anbau-Anleitung.

Tipp

Trag den Rodetermin schon bei der Aussaat in deinen Gartenkalender ein. Bis zum Roden vergehen 18 bis 20 Wochen Wachstum, so siehst du früh, wann das Beet frei wird und die Wurzeln ins Lager kommen.

Grundlagenfehler im Beet, kurz gefasst

Boden, Wasser, Nährstoffe und Pflanzenschutz betreffen alle Salate und Blattgemüse. Hier steht nur, was beim Chicorée zählt.

Boden: Ein verdichtetes, steiniges Beet ist für die Wurzeln der falsche Platz. Treibchicorée braucht für die Wurzelanzucht tiefgründigen, steinfreien und humosen Boden ohne Verdichtungen; sehr nasse und sehr trockene Standorte meidest du. Wie du Beete für Salate und Blattgemüse grundsätzlich wählst und vorbereitest, steht unter Standort und Boden im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.

Gießen: Für die Wurzelbildung braucht Treibchicorée gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit, ein Wechsel aus Trockenphasen und kräftigen Güssen passt nicht dazu. Wie du Salate und Blattgemüse gleichmäßig und am Morgen gießt, erklärt derselbe Überblick unter Gießen und Pflegen.

Düngen: Zu viel Stickstoff ist ein Fehler, der sich erst in der Treiberei zeigt, denn übermäßige Gaben können die spätere Treibqualität verschlechtern. Als Grunddüngung bekommt Chicorée im Frühjahr oder vor der Aussaat 3 l gut verrotteten Kompost je m². Wie du darüber hinaus vorgehst, zeigt der Ratgeber zur bedarfsgerechten Pflege und Düngung von Chicorée, die Grundlagen für alle Arten stehen im Überblick unter Düngen.

Krankheiten und Schädlinge: Warte nicht, bis viele Pflanzen befallen sind. Schau dir Blätter und Blattunterseiten an und greif ein, sobald du Fraß oder Flecken entdeckst; gegen Schnecken können Absammeln und Schneckenzäune den Befall begrenzen. Was bei Chicorée auftreten kann, zeigt der Ratgeber zu Schädlingen und Krankheiten bei Chicorée, wie du vorbeugst, kontrollierst und eingreifst, der Überblick unter Krankheiten und Schädlinge.

Fehler bei der Wurzelernte

Wann sind die Wurzeln reif zum Roden?

Der erste Fehler bei der Ernte ist zu frühes Roden. Chicorée-Wurzeln für die Treiberei wachsen 18 bis 20 Wochen, bevor sie aus dem Beet kommen. Beim Roden lockere ich die Erde neben der Reihe mit der Grabegabel und hebe die Wurzeln heraus, statt am Laub zu ziehen.

Welche Wurzeln taugen für die Treiberei?

Nicht jede Wurzel gehört in den Treibtopf. Geeignet sind gleichmäßig geformte Wurzeln mit einem Durchmesser von 3 bis 6 cm. Ich sortiere gleich am Beet und lege dünnere oder unförmige Wurzeln beiseite, bevor ich einlagere.

Wie kürze ich das Laub richtig?

Beim Kürzen des Blattschopfs passiert leicht der nächste Fehler: ein Schnitt ins Herz. Schneide das Laub 4 cm über der Rübe ab und lass das Herz dabei unverletzt. Ein scharfes Messer macht den Schnitt sauber, ohne die Rübe zu quetschen.

Fehler bei der Lagerung der Wurzeln

Frisch gerodete Wurzeln brauchen bis zum Antreiben einen kalten Platz. Wie lange sie halten, hängt an Temperatur und Lagerart.

Zahl im Blick

Bei 0 bis 1 °C und 90 bis 95 % relativer Luftfeuchte halten Chicorée-Wurzeln vor dem Antreiben bis zu drei Wochen. Bei etwa 12 °C sind es höchstens vier Tage. Abgeschnitten und in Sand bei 0 bis 5 °C bleiben sie bis zu 8 Monate haltbar.

Ein warmer Raum ist deshalb der falsche Platz, schon bei etwa 12 °C wird die Zeit knapp. Weil die abgeschnittenen Wurzeln in Sand monatelang halten und die Treiberei nur einen Bruchteil dieser Zeit braucht, musst du nicht alle auf einmal antreiben. Holst du sie nach und nach aus der Kiste, verteilst du die Sprossernte über eine längere Zeit.

Marias Erfahrung

Ich schichte die Wurzeln in Kisten mit Sand und schreibe das Rodedatum auf die Kiste. Bevor ich die nächste Portion antreibe, gehe ich die Kiste durch und sortiere weiche oder faulige Wurzeln aus.

Fehler in der Treiberei

Warum muss der Treibplatz völlig dunkel sein?

Chicorée-Wurzeln treiben in vollständiger Dunkelheit, damit geschlossene, gebleichte Sprosse entstehen. Ein Spalt unter der Tür oder ein schlecht sitzender Deckel reicht, damit Licht an die Triebe kommt. Ich stülpe über jeden Treibtopf einen zweiten, lichtdichten Topf und klebe dessen Abzugsloch zu. Ob die Wurzeln zusätzlich eine Deckerde brauchen, hängt von der Sorte ab, schau dafür in die Angaben zu deiner Sorte.

Welche Temperatur braucht die Treiberei?

Getrieben wird bei 12 bis 18 °C. In diesem Bereich bilden die Wurzeln ihre Knospen innerhalb von 21 bis 26 Tagen aus. Leg ein Thermometer an den Treibplatz, bevor du die erste Wurzel ansetzt. Bleibt der Platz nicht in diesem Bereich, suchst du dir einen anderen.

Wie gieße ich während der Treiberei?

Halte die Erde feucht, aber benetze die Sprosse nicht. Ich gieße am Topfrand, damit kein Wasser in die Triebe läuft. Kontrolliere die Sprosse außerdem auf Blattläuse.

Mythos-Check

„Eine gute Wurzel treibt mehrmals.“ Nach der LWG-Anleitung liefert jede Treibwurzel nur eine Sprossernte. Die abgeerntete Wurzel kommt bei mir auf den Kompost, und für mehr Chicorée lagere ich mehr Wurzeln ein.

Fehler bei der Sprossenernte

Ziel der Treiberei sind geschlossene Sprosse. Schneide sie deshalb, solange sie fest geschlossen sind. Ich setze das Messer knapp über der Wurzel an und nehme den Spross im Ganzen ab. Wie du die Sprosse nach der Ernte frisch hältst, zeigt der Ratgeber zur Ernte und Lagerung von Chicorée-Wurzeln und Treibsprossen.

Fehler bei der Fruchtfolge

Zichorien wie Chicorée und Radicchio stehen nur alle 3 bis 4 Jahre auf demselben Beet. Der Fehler: Chicorée kommt auf ein Beet, auf dem in den Jahren davor schon eine Zichorie stand. Chicorée, Radicchio und Zuckerhut gehören zur selben Art, und auch die verwandten Endivien zählen bei den Zichorien in der Fruchtfolge mit. Ich notiere jedes Jahr, welche Zichorie auf welchem Beet stand. Die Belegung deiner Beete planst du im Beetplaner.

Passt dazu

Kein Beet frei? Wie du Chicorée im Kübel auf Balkon oder Terrasse ziehst, von der Aussaat bis zur Treiberei im Gefäß, zeigt der Kübel-Ratgeber.

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Häufige Fragen

Was ist Chicorée und wie unterscheidet er sich von anderen Blattgemüsen?
Chicorée ist ein Treibgemüse aus der Zichorien-Gruppe Cichorium intybus var. foliosum, zu der auch Radicchio gehört. Anders als bei Kopfsalat erntest du im Beet noch nichts für die Küche, dort wachsen nur Wurzel und Laub. Die geschlossenen, gebleichten Sprosse treiben die gerodeten Wurzeln erst später in vollständiger Dunkelheit.
Warum ist der Chicorée-Anbau als zweiphasiger Prozess angelegt?
Die Sprosse, die du isst, treibt die Wurzel erst im Dunkeln aus, deshalb muss diese Wurzel zuerst im Beet heranwachsen. Dafür rechnest du mit 18 bis 20 Wochen Wachstum bis zum Roden. In der zweiten Phase treiben die Wurzeln bei 12 bis 18 °C in vollständiger Dunkelheit geschlossene, gebleichte Sprosse.
Welche häufigen Anfängerfehler treten beim Chicorée-Anbau auf?
Typisch sind eine Aussaat in der Hitze, zu früh gerodete oder ungleichmäßig geformte Wurzeln und ein verletztes Herz beim Kürzen des Laubs. Danach folgen Lagerfehler, denn warm gelagerte Wurzeln halten nur kurz. In der Treiberei stören Licht, ein Platz außerhalb von 12 bis 18 °C und Gießwasser auf den Sprossen. Auch zu viel Stickstoff im Beet kann die spätere Treibqualität verschlechtern.
Welche Bodenbedingungen benötigt Chicorée für optimales Wachstum?
Für die Wurzelanzucht braucht Treibchicorée einen tiefgründigen, steinfreien und humosen Boden ohne Verdichtungen. Sehr nasse und sehr trockene Standorte sind ungeeignet. Vor der Aussaat versorgst du das Beet mit reifem Kompost, übermäßige Stickstoffgaben vermeidest du.
Wie beeinflusst die Nährstoffversorgung die Qualität der Chicorée-Sprossen?
Übermäßige Stickstoffgaben im Beet können die spätere Treibqualität verschlechtern. Als Grunddüngung bekommt Chicorée im Frühjahr oder vor der Aussaat 3 l gut verrotteten Kompost je m².
Welche speziellen Temperaturanforderungen hat die Chicorée-Treiberei?
Getrieben wird bei 12 bis 18 °C in vollständiger Dunkelheit. In diesem Bereich bilden die Wurzeln ihre Knospen innerhalb von 21 bis 26 Tagen aus. Ein Thermometer am Treibplatz zeigt dir, ob der Platz im Bereich bleibt.
Welche praktischen Schritte sind bei der Ernte der Chicorée-Wurzeln zu beachten?
Gerodet wird nach 18 bis 20 Wochen Wachstum. Für die Treiberei wählst du gleichmäßig geformte Wurzeln mit 3 bis 6 cm Durchmesser aus. Den Blattschopf schneidest du 4 cm über der Rübe ab und lässt dabei das Herz unverletzt. Bis zum Antreiben lagern die Wurzeln kalt.
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