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Chicorée-Sorten im Vergleich: Treibchicorée, Radicchio, Zuckerhut und Zichorie

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Treibchicorée, Radicchio und Zuckerhut sind Salatzichorien derselben Art, Cichorium intybus.
  • Treibchicorée bildet zuerst im Beet eine Rübe und treibt danach bei 12 bis 18 °C im Dunkeln die Sprosse.
  • Macun passt zur Treiberei ab Mitte November, Etardo liefert Sprosse von Dezember bis März.
  • Zoom treibt ohne Deckerde, Redoria ist eine rotblättrige Treibsorte.
  • Zichorien teilen sich eine Anbaupause von 3 bis 4 Jahren, die Endivie zählt mit.
Mehrere Radicchio-Köpfe wachsen in einem Beet im Freiland.
Foto: Goldlocki · CC BY-SA 3.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Auf der Samentüte steht Chicorée, doch dahinter können sehr verschiedene Kulturen stecken. Beim Treibchicorée isst du Sprosse, die eine gerodete Rübe im Dunkeln bildet. Radicchio und Zuckerhut erntest du dagegen als Köpfe direkt im Beet. Die Wahl des Typs entscheidet also, ob du im Beet oder in der Treibkiste erntest. Ich sortiere meine Zichorien-Tüten deshalb zuerst nach einer Frage: Beet oder Treibkiste? Erst danach schaue ich auf Sorte, Farbe und Treibzeitraum.

Welche Chicorée-Typen gibt es?

Treibchicorée, Radicchio und Zuckerhut gehören zu den Salatzichorien und sind Formen derselben Art, Cichorium intybus. Der deutsche Name dieser Art lautet Wegwarte. Die Endivie ist dagegen eine eigene Art, Cichorium endivia. Wie die Zichorien mit den übrigen Salaten zusammenhängen, ordnet der Abschnitt Familien und Typen im Überblick zu Salaten und Blattgemüse ein.

Für deine Sortenwahl zählt, welcher Pflanzenteil in die Küche kommt und wie er wächst:

Typ Was du erntest Anbau Typisch
Treibchicorée Sprosse, die die gerodete Rübe im Dunkeln treibt Rübe im Beet, 10 bis 15 cm in der Reihe bei 30 bis 50 cm Reihenabstand je nach Verfahren, danach Treiberei bei 12 bis 18 °C Sprosse je nach Sorte von Mitte November bis März
Radicchio Kopf Jungpflanzen mit etwa 30 × 30 cm ins Beet, Ernte bis in den November Bitterstoff Intybin vor allem in den weißen Blattrippen, im Gemüsefach höchstens 5 bis 7 Tage haltbar
Zuckerhut fester Kopf sonnig und windgeschützt, Jungpflanzen mit etwa 30 × 30 cm, Frost bis etwa −6 °C kühl gelagert etwa 3 bis 4 Wochen haltbar
Blattzichorie Blätter als dauerhafter Salatbestand, etwa mit der Sorte Catalogna Special zusätzliche Düngung in der Regel nicht nötig
Wurzelzichorie fleischige Wurzel Direktsaat an Ort und Stelle geröstet als Zichorienkaffee

Treibchicorée: Welche Sorte passt zu welchem Treibverfahren?

Beim Treibchicorée unterscheiden sich die Sorten darin, ob du sie in Erde oder in Wasser treibst und wann ihre Sprosse fertig sind. Diese vier Sorten zeigen die Spannweite:

  • Zoom braucht beim Treiben keine Deckerde. Verdunkeln musst du das Gefäß aber trotzdem, mit einer lichtundurchlässigen Folie oder einem Deckel.
  • Macun eignet sich für die Erd- und die Wassertreiberei im mittelfrühen bis mittelspäten Zeitraum. Dieser Zeitraum reicht von Mitte November bis Ende Januar.
  • Etardo ist für die mittelspäte bis späte Erdtreiberei gedacht. Seine Sprosse erntest du von Dezember bis März, und sie bilden schwere, feste Köpfe.
  • Redoria ist eine rotblättrige Hybridsorte, die du in Erde oder in Wasser treibst.

Macun deckt die Treiberei ab Mitte November ab, Etardo liefert Sprosse bis in den März. Bis zum Antreiben lagern die vorbereiteten Rüben frostsicher im Boden oder in Sand, und du treibst sie satzweise an. Mit beiden Sorten verteilst du die Ernte deshalb von Mitte November bis in den März. Ich beschrifte die Rüben beim Einlagern nach Sorte, damit Macun zuerst in die Kiste kommt.

Mythos-Check

Rote Blätter heißen nicht automatisch Radicchio. Redoria ist eine rotblättrige Chicorée-Hybride, die du in Erde oder in Wasser treibst.

Wie läuft die Treiberei ab?

Zuerst bildet Treibchicorée im Freiland eine Rübe, die nach 18 bis 20 Wochen Wachstum gerodet wird. Danach treibt die Rübe bei 12 bis 18 °C in vollständiger Dunkelheit die Sprosse. Alle Schritte dazwischen erklärt der Ratgeber, wie du Chicorée von der Saat bis zur Sprossenernte anbaust.

Radicchio: Welche Eigenschaften zählen bei der Sorte?

Radicchio erntest du als Kopf direkt im Beet. Bei der Sortenwahl lohnt der Blick auf zwei Eigenschaften: Unempfindlichkeit gegen Schossen und gegen braune Blattränder. Die Sorte Indigo beschreibt ihr Saatguthersteller als unempfindlich gegen beides.

Braune Blattränder können beim Radicchio entstehen, wenn das Gewebe zu wenig Calcium erhält, obwohl der Boden genug davon enthält. Vermeide deshalb Wassermangelstress und zu viel Stickstoff. In den letzten Kulturwochen braucht Radicchio besonders Kalium, das die Farbentwicklung unterstützt.

Übermäßiger Stickstoff kann beim Radicchio starkes Wachstum, Schossen und eine verstärkte Bitterstoffbildung fördern. Die Beschreibung von Indigo nennt Schossen und Blattränder, den Bittergeschmack aber nicht. Maßvoll düngen bleibt also auch bei dieser Sorte deine Aufgabe.

Achtung

Radicchio keimt am besten bei 16 bis 20 °C. Unter 16 °C droht Jungpflanzen ein Kältereiz, der Schossen auslösen kann.

Zuckerhut: Was braucht der Kopf für Herbst und Lager?

Für Zuckerhut eignet sich ein sonniger, windgeschützter Platz mit tiefgründigem, humosem Boden. Nach der Aussaat und während der Kopfbildung benötigt er ausreichend Wasser, damit er zügig wächst. Ich ziehe Zuckerhut in Töpfen vor und setze ihn spätestens nach 4 Wochen ins Beet, weil ältere Pflanzen das Umpflanzen schlecht vertragen. Im Freiland verträgt er Frost bis etwa −6 °C, sodass du bis in den November ernten kannst. Kühl gelagert bleiben die Köpfe danach etwa 3 bis 4 Wochen haltbar.

Blattzichorie und Wurzelzichorie: Was steckt dahinter?

Nicht jede Zichorie wird getrieben oder zum Kopf. Bei der Blattzichorie erntest du die Blätter, zum Beispiel von der Sorte Catalogna Special. Der Lubera-Leitfaden für dauerhafte Salatbestände schließt sie ausdrücklich ein und hält zusätzliche Düngung dort in der Regel für unnötig. Bei nachgewiesenem Nährstoffmangel ist das allerdings kein Grund, aufs Düngen zu verzichten.

Die Wurzelzichorie baust du wegen ihrer fleischigen Wurzeln an. Geröstet werden sie zu Zichorienkaffee.

Wie unterscheiden sich die Typen im Geschmack?

Beim Radicchio gehört der Bitterstoff Intybin zum typischen herb-bitteren Geschmack. Er steckt vor allem in den weißen Blattrippen. Mag jemand am Tisch Bitteres nicht, schneide ich diese Rippen heraus. Zuckerhut isst du roh als Salat oder gegart, gegrillt und gekocht als Gemüse. Beim Treibchicorée kommen die Sprosse auf den Tisch, und die Sorte prägt ihr Aussehen: Redoria bringt rote Blätter, Etardo schwere, feste Köpfe. Die Wurzelzichorie landet dagegen geröstet in der Tasse.

Was gilt für die Fruchtfolge, wenn du mehrere Zichorien anbaust?

Chicorée, Radicchio und Zuckerhut gehören zur selben Art, und Zichorien sollen nur alle 3 bis 4 Jahre auf dasselbe Beet. Vorangegangene Endivien zählen dabei mit, obwohl sie eine eigene Art sind. Mehrere Zichorien-Typen bringen also keine Abwechslung in die Fruchtfolge: Nach einem Radicchiobeet sollte dort erst nach dieser Pause wieder Chicorée oder Zuckerhut wachsen. Ich führe alle Zichorien und die Endivie als eine Gruppe, wenn ich meine Beete im Beetplaner plane.

Welche Sorte passt zu deinem Garten?

Mini-Checkliste

So grenze ich die Auswahl vor dem Kauf ein.

  • Sprosse aus der Treibkiste ab Mitte November: Macun.
  • Sprosse bis in den März: Etardo.
  • Treiben ohne Deckerde: Zoom, mit lichtundurchlässiger Folie oder Deckel.
  • Rote Blätter aus der Treiberei: Redoria.
  • Köpfe direkt aus dem Beet: Radicchio, etwa Indigo, oder Zuckerhut.
  • Blätter aus einem dauerhaften Bestand: Blattzichorie wie Catalogna Special.
Kurz erklärt

Redoria ist eine Hybridsorte. Hybriden, auf der Samentüte am Zusatz F1 zu erkennen, spalten ihre Eigenschaften in der nächsten Generation stark auf. Von Redoria gewinnst du deshalb kein eigenes Saatgut, dafür eignen sich samenfeste Sorten, die ihre Merkmale weitergeben.

Aussaat, Ernte und Krankheiten: das Wichtigste in Kürze

Wann säst du Treibchicorée?

Treibchicorée säst du im Mai direkt ins Beet. Kühle Temperaturen zusammen mit mehr als 14 Stunden Tageslänge können schon im ersten Jahr die Blüte auslösen. Welcher Termin zu deinem Typ und Erntewunsch passt, erklärt der Ratgeber, wann du Chicorée am besten säst.

Wann sind die Sprosse erntereif?

Treibchicorée schneidest du ab, wenn die Sprosse ausgewachsen, aber noch fest geschlossen sind. Jede Wurzel liefert nur eine solche Ernte. Alles Weitere zeigt der Ratgeber, wie du Chicorée-Rüben und Sprosse erntest und frisch hältst.

Welche Krankheiten treten auf?

Beim Radicchio können Grauschimmel, Schwarzfäule und Sclerotinia-Fäule auftreten, und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt den Grauschimmel. Glasige Stellen, die später braun werden und einen Schimmelrasen tragen, können auf ihn hindeuten. Vorbeugung bei allen Salaten findest du im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge des Salat-Überblicks, den Pflanzenschutz beim Chicorée im Ratgeber, wie du Chicorée bedarfsgerecht pflegst und düngst.

SORTENEMPFEHLUNG
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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Radicchio und Chicorée?
Beide sind Salatzichorien derselben Art, Cichorium intybus, werden aber verschieden angebaut. Radicchio erntest du als Kopf direkt im Beet. Beim Treibchicorée isst du die Sprosse, die eine gerodete Rübe in vollständiger Dunkelheit treibt. Die Blattfarbe trennt die beiden nicht sicher, denn mit Redoria gibt es auch eine rotblättrige Treibsorte.
Worin unterscheiden sich Chicorée und Endivie?
Die Endivie ist eine eigene Art, Cichorium endivia, während Chicorée, Radicchio und Zuckerhut zu Cichorium intybus gehören. Bei der Endivie gibt es den glatten Eskariol mit breiten Blättern und die krause Frisée mit schmaleren, geschlitzten Blättern. Bei beiden schmecken die äußeren Blätter bitterer als die hellgelben inneren. In der Fruchtfolge zählst du die Endivie trotzdem zu den Zichorien dazu.
Welche Rüben eignen sich für die Chicorée-Treiberei?
Für die Treiberei eignen sich nur gleichmäßig geformte Rüben mit 3 bis 6 cm Durchmesser. Ihre Länge liegt bei etwa 15 cm. Gerodet werden sie ab Mitte September nach 18 bis 20 Wochen Wuchszeit. Trockenheit während der Anzucht beeinträchtigt die Rübenbildung, und zu viel Stickstoff kann die spätere Treibqualität verschlechtern.
Was unterscheidet Zichorie und Chicorée?
Zichorien sind die Kulturformen der Art Cichorium intybus, deren deutscher Name Wegwarte lautet. Chicorée ist eine davon: Du baust ihn als Rübe an und isst die Sprosse, die sie im Dunkeln treibt. Weitere Salatzichorien sind Radicchio und Zuckerhut. Die Wurzelzichorie liefert dagegen fleischige Wurzeln, die geröstet zu Zichorienkaffee werden.
Wovon hängt die Bitterkeit bei Radicchio und Co. ab?
Beim Radicchio gehört der Bitterstoff Intybin zum typischen herb-bitteren Geschmack, und er sitzt vor allem in den weißen Blattrippen. Auch der Anbau spielt mit, denn übermäßiger Stickstoff kann beim Radicchio die Bitterstoffbildung verstärken. Bei der verwandten Endivie schmecken die äußeren Blätter bitterer als die hellgelben inneren.
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