Kopfsalat ganzjährig: Sorten, Kulturdauer und Folgesätze im Jahreszyklus
- Ein gepflanzter Satz Kopfsalat braucht je nach Jahreszeit 40 bis 55 Tage bis zur Ernte.
- Danach bleibt er etwa zwei Wochen erntbar, deshalb pflanzt du in kleinen Sätzen nach.
- Pflanzungen etwa alle 14 Tage von März bis Ende August bringen Ernte von Mai bis zum Frost.
- Für jeden Zeitraum passende Sorten: Frühsorten, schossfeste Sommersorten, Herbst- und Wintersorten.
- Winterharte Sorten säst du Mitte August bis spätestens Mitte September, geerntet wird im April und Mai.
- Frühe Pflanzungen kommen unter Vlies, das du abnimmst, sobald es darunter über 30 °C warm wird.

Setzt du alle Kopfsalat-Jungpflanzen an einem Tag, werden auch alle Köpfe zur selben Zeit reif. Ein Satz bleibt aber nur etwa zwei Wochen erntbar. Ich plane Kopfsalat deshalb in kleinen Sätzen über das Jahr und wähle für jeden Zeitraum Sorten, die zu Tageslänge und Temperatur passen. So verteilt sich die Ernte über Frühjahr, Sommer und Herbst, und winterharte Sorten liefern schon im April und Mai.
Wie lange braucht Kopfsalat bis zur Ernte?
Von der Pflanzung bis zur Ernte braucht ein Satz Kopfsalat je nach Jahreszeit 40 bis 55 Tage. Danach bleibt er etwa zwei Wochen lang erntbar. Für die gesamte Kulturdauer von Kopfsalat gelten 49 bis 196 Tage. Einen Sonderfall bildet der Wintersalat: Du säst ihn ab Mitte August, er überwintert als Jungpflanze und wird im April und Mai geerntet.
Den richtigen Zeitpunkt für die ersten Aussaaten zeigt dir die KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht.: Kopfsalat braucht zum Keimen mindestens 10 bis 12 °C. Bis die Saat aufläuft, vergehen 7 bis 21 Tage. Ich rechne beim Planen vom Pflanztag aus.
| Abschnitt | Richtwert |
|---|---|
| Keimtemperatur | mindestens 10 bis 12 °C |
| Keimdauer | 7 bis 21 Tage |
| Pflanzung bis Ernte | 40 bis 55 Tage, je nach Jahreszeit |
| Erntefenster je Satz | etwa zwei Wochen |
| gesamte Kulturdauer | 49 bis 196 Tage |
| Wintersalat | Aussaat Mitte August bis spätestens Mitte September, Ernte im April und Mai |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Frühe und späte Kulturen sonnig stellen; Sommerkulturen vertragen etwas Schatten, um das Schossen zu bremsen.
- Bodenart
Leichter sandiger Lehm bevorzugt; auch andere gut durchlässige, humusreiche Böden geeignet.
- Bodenreaktion
Geeignet sind neutrale bis schwach alkalische Böden.
- Substrat
Geeignet ist gut durchlässiger, humusreicher Boden; bevorzugt leichter sandiger Lehm.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für Freilandbeete im Gemüsegarten.
Pflege
- Pflege
Trockenheit vermeiden, da die Pflanzen dadurch schnell schossen; bei nasser Witterung auf Pilzerkrankungen achten.
- Düngung
Vor der Pflanzung auf gute Humus-, Kalk- und Nährstoffversorgung des Beetes achten.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig bis zweijährig.
- Verwendung
Die Blätter eignen sich als Salatgemüse.
Welche Kopfsalatsorten passen zu welcher Jahreszeit?
Salate sind Langtagpflanzen, lange Tage und Hitze fördern bei ihnen das SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen.. Deshalb wählst du für jeden Anbauzeitraum passende Sorten, statt eine Sorte das ganze Jahr über zu setzen. Ich lese bei jeder Samentüte zuerst, für welchen Zeitraum die Sorte gedacht ist, und sortiere die Tüten danach.
Schossen heißt, dass der Salat einen Blütenstiel in die Höhe treibt und zu blühen beginnt. Lange Tage und Hitze fördern das, Trockenheit ebenso.
| Zeitraum | Sortentyp | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. und Frühjahr | Frühsorten | sonniger Platz, Vlies bei Pflanzungen im März und April |
| Sommer | schossfeste Sorten | etwas Schatten, keine Trockenheit |
| späte Sätze | Herbst- oder Wintersorten | Aussaat für die Herbsternte spätestens Ende Juli |
| über den Winter | winterharte Sorten wie ‘Maiwunder’, ‘Brauner Winter’ oder ‘Winterkönig’ | Aussaat Mitte August bis spätestens Mitte September |
| ganzes Jahr | Ganzjahressorten | weitgehend tagneutral und schossfest |
Frühjahr: Frühsorten an einen sonnigen Platz
Die ersten Sätze wachsen im Frühbeet oder unter Vlies, dafür sind Frühsorten gedacht. Frühe wie späte Kulturen stellst du sonnig. Wie du Vlies, Folie und Frühbeet einsetzt, steht weiter unten bei den Schutztechniken.
Sommer: schossfeste Sorten und etwas Schatten
Für den Sommer nimmst du schossfeste Sorten. Sommerkulturen vertragen etwas Schatten, und der kann das Schossen bremsen. Halte den Boden feucht, denn bei Trockenheit schießt Kopfsalat schnell. Mehr zu Licht und MikroklimaMikroklima ist das besondere Klima eines kleinen Areals in den bodennahen Luftschichten. Es hängt stark von Untergrund, Bewuchs und Bebauung ab und kann sich schon auf engem Raum deutlich unterscheiden. liest du im Ratgeber zum passenden Standort für Kopfsalat.
Herbst: die letzten Sätze vor dem Frost
Für späte Sätze nimmst du Herbst- oder Wintersorten. Soll der Kopfsalat noch im Herbst reif werden, säst du ihn spätestens Ende Juli. Pflanzungen aus dem Spätsommer deckst du im Herbst mit Vlies gegen Frost ab.
Winter: winterharte Sorten überwintern als Jungpflanzen
Winterharte Kopfsalatsorten wie ‘Maiwunder’, ‘Brauner Winter’ oder ‘Winterkönig’ säst du Mitte August bis spätestens Mitte September. Ende September pflanzt du sie ins Beet, wo sie als Jungpflanzen überwintern. Bei Frost unter −10 °C legst du Vlies darüber. Geerntet wird im April und Mai. Damit hast du schon im April Kopfsalat, während die ersten Freilandsätze aus dem März ab Mai reif werden.
Aussaatkalender: Wann säst und pflanzt du welchen Satz?
Dein Kopfsalatjahr beginnt im Januar unter Schutz und endet im September mit den Wintersorten.
| Zeitraum | Was ansteht |
|---|---|
| ab Januar | im Frühbeet, Folientunnel oder Gewächshaus vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. |
| ab Februar | Anzucht für das Freiland |
| ab Mitte Februar | frühe Sorten unter Schutz auspflanzen |
| ab Mitte März | erste Pflanzungen im Freiland, im März und April unter Vlies |
| März bis Ende August | etwa alle 14 Tage einen kleinen Satz pflanzen |
| spätestens Ende Juli | letzte Aussaat für die Herbsternte |
| Mitte August bis spätestens Mitte September | winterharte Sorten säen |
| Ende September | winterharte Sorten pflanzen |
| April und Mai | Ernte der überwinterten Sätze |
| Mai bis zum Frost | Ernte der Folgesätze |
Wie du die Jungpflanzen von der Saat bis zur Pflanzreife heranziehst, zeigt die Anleitung zur Anzucht von Kopfsalat. Alle Salattermine zum Ausdrucken bekommst du im druckbaren Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse. Wo welcher Satz im Beet steht, legst du im Beetplaner für dein ganzes Beet fest.
Ich trage jeden Satz mit Sorte und Pflanztag in meinen Gartenkalender ein. Beim Eintragen sehe ich gleich, wann der nächste Satz fällig ist.
Wie oft pflanzt du nach, damit die Ernte nicht abreißt?
Setz lieber kleine Sätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen als eine große Pflanzung. Jeder Satz bleibt etwa zwei Wochen erntbar. Folgt der nächste Satz nach etwa 14 Tagen, kann seine Ernte an die des vorigen anschließen. Mit Pflanzungen in diesem Takt von März bis Ende August reicht die Ernte von Mai bis zum Frost.
Ich bemesse jeden Satz danach, wie viele Köpfe wir in seinem Erntefenster essen.
Bataviasalat bildet lockere, offene Köpfe mit zarten, knackigen Blättern, die nach Regen schnell abtrocknen. Du erntest ihn als ganzen Kopf oder blattweise, das bringt eine lange Erntezeit. Für die Herbsternte säst du ihn wie Kopfsalat spätestens Ende Juli.
Welche Salatarten es außer Kopfsalat noch gibt, zeigt die Übersicht über Salatarten von Gartensalat bis Zichorie.
Wie schützt du frühe und späte Sätze?
Deutscher Freiland-Kopfsalat kommt im Handel von Mai bis Oktober, davor und danach stammt er aus dem Unterglasanbau. Im Garten verlängerst du die Saison mit Vlies, Folie und Frühbeet nach vorn und nach hinten.
Vlies und Folie im Frühjahr
Frühe Pflanzungen im März und April deckst du mit Vlies ab. Beim allerfrühesten Anbau legst du doppelt Vlies und darüber Folie. Die obere Lage dieser Doppeldeckung nimmst du meist schon nach 2 bis 3 Wochen ab. An sonnigen Frühlingstagen lege ich ein Thermometer unter das Vlies und schaue mittags nach.
Wird es unter der Abdeckung wärmer als 30 °C, nimmst du sie ab.
Frühbeet, Folientunnel und Gewächshaus
Im Frühbeet, Folientunnel oder Gewächshaus ziehst du Salat schon ab Januar vor. Frühe Sorten pflanzt du dort ab Mitte Februar aus. Lüfte rechtzeitig, weil anhaltende Feuchte unter Glas den Falschen Salatmehltau begünstigt. Wie du Kopfsalat im Hochbeet bis in den Winter anbaust, zeigt der Ratgeber zu Kopfsalat im Hochbeet von der Bodenmischung bis zum Winteranbau.
Wie viel Platz braucht Kopfsalat unter Schutz und im Freiland?
Unter Schutz genügt ein engeres PflanzrasterDas Pflanzraster ist das Abstandsmuster, nach dem du Pflanzen auf ein Beet setzt. Es besteht aus zwei Maßen: dem Abstand zwischen den Reihen (Reihenabstand) und dem Abstand der Pflanzen innerhalb einer Reihe. als im Freiland.
| Anbauform | Pflanzraster |
|---|---|
| Freiland | etwa 30 × 30 cm, Spanne 25 bis 30 cm in der Reihe und 25 bis 30 cm zwischen den Reihen |
| Frühbeet, Folientunnel, Gewächshaus | 25 × 25 cm |
| Wintersorten, Pflanzung Ende September | 30 × 30 cm oder 40 × 20 cm |
Für Balkon und Terrasse gibt es einen eigenen Ratgeber, wie Kopfsalat im Kübel gelingt.
Boden, Pflege, Krankheiten und Ernte kurz eingeordnet
Boden und Pflanzung. Kopfsalat mag gut durchlässigen, humusreichen Boden, und vor der Pflanzung achtest du auf gute Humus-, Kalk- und Nährstoffversorgung des Beets. Gepflanzt wird so hoch, dass der ErdpresstopfEin Erdpresstopf ist ein kleiner Würfel aus gepresster, feuchter Anzuchterde, ganz ohne Topfwand. Du säst direkt in das vorgeformte Loch und ziehst die Jungpflanze darin plastikfrei vor. etwa 1 cm aus dem Boden schaut. Im Ratgeber zu Salaten und Blattgemüse liest du, wie du Standort und Boden für Salate vorbereitest.
Pflege. Wasser braucht Kopfsalat vor allem beim starken Blattwachstum und bei der Kopfbildung. Zur Vorbeugung gegen Salatfäulen gießt du morgens, mit 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießvorgang. Wie du ausgepflanzten Salat gießt, düngst und Problemen wie dem Schießen begegnest, zeigt der Ratgeber zur Pflege von Kopfsalat im Freiland.
Krankheiten und Schädlinge. Anhaltend feuchte, mäßig warme Witterung im Spätsommer und Herbst begünstigt Falschen Salatmehltau, ausreichend weite Abstände und morgendliches Gießen können vorbeugen. Viele kleine Sätze und ein früher Erntebeginn können Blattläusen vorbeugen, Absammeln und Schneckenzäune können Schneckenbefall begrenzen. Wie du vorbeugst, kontrollierst und eingreifst, beschreibt derselbe Ratgeber zu Salaten und Blattgemüse im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Ernte. Ich ernte Satz für Satz in der Reihenfolge der Pflanztermine. Wann und wie du Kopfsalat erntest und lagerst, zeigt ein eigener Ratgeber, den Überblick über alle Arten gibt der Abschnitt Ernten im Ratgeber zu Salaten und Blattgemüse.
Beetplan und Anbaupause. Als ZwischenkulturEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. kann Kopfsalat Beetlücken zwischen Hauptkulturen füllen, und Mischkultur kann dabei unterstützen, ein Erfolgsversprechen ist sie nicht. Wie du ihn als Zwischenkultur in Beetlücken einplanst, zeigt ein eigener Ratgeber, geplante Nachbarschaften prüfst du im Planer für Mischkultur. Auf dasselbe Beet kommt Kopfsalat erst nach einer Anbaupause von 3 Jahren wieder.
Eigenes Saatgut: Welcher Satz darf blühen?
Salat ist ein strenger Selbstbefruchter, der sich meist schon vor dem Öffnen der Blüte selbst bestäubt. Im Hausgarten kannst du deshalb mehrere Sorten im selben Jahr vermehren, zwischen den Sorten genügen einige Meter Abstand. Für die Saatgutgewinnung säst du früh, von Ende Februar bis spätestens Mitte März, und pflanzt im April. Das Pflanzraster liegt bei 30 × 30 bis 35 × 35 cm.
Als Samenträger lässt du mindestens 10 sortentypische, schöne Pflanzen stehen. Die zuerst schießenden nimmst du nicht, sonst züchtest du früh schießende Salate heran. Gerade für Sommersätze, die schossfest sein sollen, ist diese Auswahl wichtig. Sorten mit dem Zusatz F1 eignen sich nicht zur Samengewinnung, weil ihre Eigenschaften in der nächsten Generation stark aufspalten.
Ich markiere die Samenträger schon beim Pflanzen mit einem Stab, damit sie nicht aus Versehen in der Küche landen. Reife, Ernte und Lagerung der Samen beschreibt der Ratgeber zu Salaten und Blattgemüse im Abschnitt Saatgut gewinnen.





