Kopfsalat als Zwischenkultur: Beetlücken mit Plan füllen
- Ein gepflanzter Satz Kopfsalat braucht je nach Jahreszeit 40 bis 55 Tage bis zur Ernte.
- Danach bleibt der Satz etwa zwei Wochen erntbar, auch diese Zeit gehört in die Planung.
- Direkt gesät kommt die Keimung mit 7 bis 21 Tagen hinzu, deshalb belegen Jungpflanzen die Lücke kürzer.
- Im Freiland planst du für jeden Kopf etwa 30 × 30 cm ein.
- Ob Starkzehrer oder nicht: Kopfsalat will ein Beet mit guter Humus-, Kalk- und Nährstoffversorgung, aber kein Stickstoff-Überangebot.
- Nach dem letzten Satz schließen im Herbst Feldsalat und Winterportulak an.

Wenn ein Beet noch auf seine HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. wartet oder nach der Ernte leer steht, setze ich Kopfsalat hinein. Das lohnt sich nur, wenn die Köpfe geerntet sind, bevor die nächste Kultur den Platz braucht. Deshalb plane ich jede Lücke vorher durch: wie lange der Satz steht, wie viel Fläche ein Kopf beansprucht und was danach auf das Beet kommt.
Eine ZwischenkulturEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. nutzt die Zeit oder den Platz, den eine Hauptkultur im Beet gerade nicht braucht. Vorkultur heißt die Kultur, die vor einer anderen auf der Fläche steht, NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. die, die nach ihrer Ernte folgt. Das Vorziehen von Jungpflanzen in Töpfen nenne ich hier Anzucht, damit es nicht mit der Vorkultur im Beet verwechselt wird.
Wie lange belegt Kopfsalat eine Lücke?
Ein gepflanzter Satz Kopfsalat braucht je nach Jahreszeit 40 bis 55 Tage bis zur Ernte. Danach bleibt er etwa zwei Wochen lang erntbar. Erst wenn der letzte Kopf geschnitten ist, ist die Fläche wirklich frei. Ich rechne deshalb vom Termin der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. aus rückwärts und lege den Pflanztag so, dass beide Zeiträume hineinpassen.
Säst du direkt ins Beet, kommt die Keimung hinzu, und die kann 7 bis 21 Tage dauern. Zum Keimen braucht Kopfsalat mindestens 10 bis 12 °C. Weil die 40 bis 55 Tage erst ab der Pflanzung zählen, belegen vorgezogene Jungpflanzen die Lücke mindestens um die Keimzeit kürzer. Ich ziehe sie deshalb an, während die Vorkultur noch im Beet steht. Wie das Vorziehen mit Pikieren und Abhärten abläuft, zeigt der Ratgeber zum Vorziehen von Kopfsalat bis zum Auspflanzen.
| Zeitabschnitt | Richtwert für Kopfsalat |
|---|---|
| Keimung bei Direktsaat | 7 bis 21 Tage |
| Mindesttemperatur zum Keimen | 10 bis 12 °C |
| Pflanzung bis Ernte | 40 bis 55 Tage, je nach Jahreszeit |
| Erntefenster eines Satzes | etwa zwei Wochen |
| Abstand kleiner Folgesätze | etwa 10 bis 14 Tage |
So planst du eine Lücke
- Notiere den Tag, ab dem die Folgekultur das Beet braucht.
- Rechne davon die Zeit bis zur Ernte und das Erntefenster zurück.
- Ziehe die Jungpflanzen so an, dass sie zum Pflanztag bereitstehen.
- Setze nur so viele Köpfe, wie du im Erntefenster verbrauchst.
- Plane für jeden Kopf die volle Fläche ein, auch in einer schmalen Lücke.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Frühe und späte Kulturen sonnig stellen; Sommerkulturen vertragen etwas Schatten, um das Schossen zu bremsen.
- Bodenart
Leichter sandiger Lehm bevorzugt; auch andere gut durchlässige, humusreiche Böden geeignet.
- Bodenreaktion
Geeignet sind neutrale bis schwach alkalische Böden.
- Substrat
Geeignet ist gut durchlässiger, humusreicher Boden; bevorzugt leichter sandiger Lehm.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für Freilandbeete im Gemüsegarten.
Pflege
- Pflege
Trockenheit vermeiden, da die Pflanzen dadurch schnell schossen; bei nasser Witterung auf Pilzerkrankungen achten.
- Düngung
Vor der Pflanzung auf gute Humus-, Kalk- und Nährstoffversorgung des Beetes achten.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig bis zweijährig.
- Verwendung
Die Blätter eignen sich als Salatgemüse.
Welche Lücken im Gartenjahr passen?
Welche Lücke du mit Kopfsalat füllst, hängt vor allem vom Termin ab. Von der frühen Pflanzung unter Glas bis zum Winterkopfsalat gibt es über das Jahr mehrere Fenster.
| Lücke im Beet | Termin für Kopfsalat | Das planst du ein |
|---|---|---|
| Frühjahr unter Glas oder Folie | Anzucht ab Januar, frühe Sorten ab Mitte Februar pflanzen | 25 × 25 cm Abstand genügen |
| Frühjahr im Freiland | Anzucht ab Februar, erste Pflanzungen ab Mitte März | Vlies über Pflanzungen im März und April |
| Frühjahr bis Spätsommer | kleine Sätze etwa alle 14 Tage bis Ende August pflanzen | Ernte von Mai bis zum Frost |
| Herbsternte | spätestens Ende Juli säen | Vlies schützt im Herbst vor Frost |
| Über den Winter | winterharte Sorten Mitte August bis spätestens Mitte September säen, Ende September pflanzen | Ernte im April und Mai |
Alle Saattermine der Salatarten hast du im Aussaatkalender zum Ausdrucken auf einem Blatt.
Eine große Lücke mit einem einzigen großen Satz füllen. Weil ein Satz nur etwa zwei Wochen erntbar bleibt, werden dann viele Köpfe auf einmal reif. Teile die Fläche lieber in kleine Sätze, die du im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen setzt.
Weil Salate als Langtagpflanzen bei langen Tagen und Hitze schossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen., wählst du je Lücke passende Sorten: Frühsorten im Frühjahr, schossfeste im Sommer, Herbst- oder Wintersorten für späte Sätze. Winterharte Kopfsalatsorten sind zum Beispiel ‘Maiwunder’, ‘Brauner Winter’ und ‘Winterkönig’. Welche Sorte in welche Jahreszeit passt, vertieft der Ratgeber zum Kopfsalatanbau über das ganze Jahr.
Ist eine Sommerlücke zu kurz für Kopfsalat, kommt eine schnellere Art infrage. Sommerportulak hat eine Kulturdauer von 28 bis 42 Tagen. Er keimt aber erst bei 20 °C.
Wie viel Platz braucht ein Kopf zwischen anderen Kulturen?
Im Freiland setzt du Kopfsalat mit 25 bis 30 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen lässt du ebenfalls 25 bis 30 cm. Ein Kopf wird 20 bis 40 cm breit. Ich markiere die Pflanzstellen vor dem Setzen mit dem Pflanzholz, damit das Raster zwischen den Nachbarkulturen stimmt.
Abstände als Paar aus Reihe und Reihenabstand
- Freiland: 25 bis 30 cm in der Reihe und 25 bis 30 cm zwischen den Reihen, als Richtmaß etwa 30 × 30 cm
- Frühbeet, Folientunnel oder Gewächshaus: 25 × 25 cm genügen
- Winterkopfsalat: 30 × 30 cm oder 40 × 20 cm
Frühe und späte Sätze stellst du sonnig. Im Sommer verträgt Kopfsalat etwas Schatten, der das Schossen bremst. Eine Sommerlücke neben höheren Kulturen kommt für ihn also infrage.
Falscher Salatmehltau wird besonders im Spätsommer und Herbst durch anhaltend feuchte, mäßig warme Witterung begünstigt. Vorbeugend helfen ausreichend weite Pflanzabstände und Reihen in Hauptwindrichtung. Späte Zwischenkulturen setzt du deshalb nicht enger, auch wenn die Lücke knapp ist.
Mischkultur kann unterstützen, eine Garantie ist sie nicht. Welche Nachbarn zu Kopfsalat passen und welche nicht, zeigt der Ratgeber zu Partnerpflanzen für Kopfsalat. Geplante Nachbarschaften prüfst du im Mischkultur-Planer.
Ist Kopfsalat ein Starkzehrer?
Wichtiger als die Einordnung als Stark- oder Schwachzehrer ist für die Zwischenkultur die Vorbereitung: Kopfsalat will vor der Pflanzung ein Beet mit guter Humus-, Kalk- und Nährstoffversorgung. Ein Stickstoff-Überangebot vermeidest du, weil überdüngte Pflanzen stärker von Blattläusen befallen werden können, und vor einem Feldsalat im Herbst sind hohe Stickstoffreste ohnehin unerwünscht. Wie du die einzelnen Salatarten nach Bedarf düngst, erklärt der Abschnitt Düngen im Ratgeber für Salate und Blattgemüse.
Was kommt nach dem Kopfsalat?
Ist der letzte Satz im Spätsommer abgeerntet, schließen Arten für die kalte Jahreszeit an. Feldsalat und Winterportulak, auch Claytonie genannt, tragen die Ernte durch den Winter. Feldsalat ist bis etwa −15 °C frosthart. Auch Spinat hat ein zweites SaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. von August bis Oktober.
| Nachkultur | Aussaat | Ernte | Das zählt nach Kopfsalat |
|---|---|---|---|
| Feldsalat | Juli bis September | Oktober bis März | keine besondere Düngung nötig, hohe Stickstoffreste aus der Vorkultur vermeiden |
| Winterportulak | Ende August bis Oktober | Oktober bis März | keimt erst unter 12 °C, die Restnährstoffe der Vorkultur genügen |
Wenn der letzte Kopfsalat geerntet ist, räume ich die Reste ab und harke die Fläche glatt. Dann säe ich Feldsalat in Reihen. Den Saattermin trage ich schon beim Pflanzen des Kopfsalats in meinen Beetplan ein.
Für Kopfsalat gilt eine Anbaupause von 3 Jahren auf derselben Fläche. Setzt du ihn jedes Jahr in Lücken, wandert er deshalb von Beet zu Beet; die Pausen aller Salatarten vergleicht der Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur im selben Ratgeber. Die Folge der Kulturen je Beet hältst du im Beetplaner fest.
Setzen, gießen, schützen, ernten: kurz für die Lücke
Die Grundlagen dazu stehen im Ratgeber für Salate und Blattgemüse in den Abschnitten Standort und Boden, Gießen und Pflegen, Krankheiten und Schädlinge sowie Ernten. Hier folgt nur, was für die Zwischenkultur zählt.
Jungpflanzen setzen
Setze Salat so hoch, dass der ErdpresstopfEin Erdpresstopf ist ein kleiner Würfel aus gepresster, feuchter Anzuchterde, ganz ohne Topfwand. Du säst direkt in das vorgeformte Loch und ziehst die Jungpflanze darin plastikfrei vor. etwa 1 cm aus dem Boden schaut, und gieße jede Pflanze sofort kräftig an. Zu tief gesetzter Salat bildet schlechter Köpfe und fault leicht an den bodennahen Blättern. Wie du Kopfsalat von der Direktsaat bis zur pflanzfertigen Jungpflanze anziehst, beschreibt eine eigene Anleitung.
Boden
Kopfsalat braucht gut durchlässigen, humusreichen Boden und bevorzugt leichten sandigen Lehm. Hoch gesetzte Jungpflanzen und Dammkultur gehören zu den vorbeugenden Maßnahmen gegen Salatfäulen. Bodenmischung und pH-Wert fürs Hochbeet findest du im Ratgeber, wie du Kopfsalat im Hochbeet anbaust.
Gießen
Wasser braucht Kopfsalat vor allem während des starken Blattwachstums und der Kopfbildung. Zur Vorbeugung gegen Salatfäulen gießt du morgens, mit 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießvorgang. Trockenheit vermeidest du, weil die Pflanzen dadurch schnell schossen.
Schnecken und Blattläuse
Schnecken fressen überwiegend nachts und bei feuchter Witterung auch tagsüber; Absammeln und Schneckenzäune können den Befall im Salatbeet begrenzen. Gegen Blattläuse gelten Anbaumaßnahmen als bewährt, die zur Zwischenkultur passen: viele kleine Sätze, gemischte Salatarten und -farben und ein früher Erntebeginn. Steinkraut als Zwischenpflanzung im Salat liefert Nektar und Pollen für Schwebfliegen und SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. und kann die Zahl der Salatblattläuse senken.
Ernte
Ein Satz bleibt etwa zwei Wochen erntbar. Plane die Ernte so, dass der letzte Kopf vor dem Termin der Folgekultur geschnitten ist.





