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Kopfsalat als Zwischenkultur: Beetlücken mit Plan füllen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ein gepflanzter Satz Kopfsalat braucht je nach Jahreszeit 40 bis 55 Tage bis zur Ernte.
  • Danach bleibt der Satz etwa zwei Wochen erntbar, auch diese Zeit gehört in die Planung.
  • Direkt gesät kommt die Keimung mit 7 bis 21 Tagen hinzu, deshalb belegen Jungpflanzen die Lücke kürzer.
  • Im Freiland planst du für jeden Kopf etwa 30 × 30 cm ein.
  • Ob Starkzehrer oder nicht: Kopfsalat will ein Beet mit guter Humus-, Kalk- und Nährstoffversorgung, aber kein Stickstoff-Überangebot.
  • Nach dem letzten Satz schließen im Herbst Feldsalat und Winterportulak an.
Kopfsalat mit weich geschlossenem, hellgrünem Kopf auf dunkler Beeterde, von oben fotografiert
Foto: EM80 · Pixabay Content License · Quelle ↗

Wenn ein Beet noch auf seine Hauptkultur wartet oder nach der Ernte leer steht, setze ich Kopfsalat hinein. Das lohnt sich nur, wenn die Köpfe geerntet sind, bevor die nächste Kultur den Platz braucht. Deshalb plane ich jede Lücke vorher durch: wie lange der Satz steht, wie viel Fläche ein Kopf beansprucht und was danach auf das Beet kommt.

Kurz erklärt

Eine Zwischenkultur nutzt die Zeit oder den Platz, den eine Hauptkultur im Beet gerade nicht braucht. Vorkultur heißt die Kultur, die vor einer anderen auf der Fläche steht, Nachkultur die, die nach ihrer Ernte folgt. Das Vorziehen von Jungpflanzen in Töpfen nenne ich hier Anzucht, damit es nicht mit der Vorkultur im Beet verwechselt wird.

Wie lange belegt Kopfsalat eine Lücke?

Ein gepflanzter Satz Kopfsalat braucht je nach Jahreszeit 40 bis 55 Tage bis zur Ernte. Danach bleibt er etwa zwei Wochen lang erntbar. Erst wenn der letzte Kopf geschnitten ist, ist die Fläche wirklich frei. Ich rechne deshalb vom Termin der Folgekultur aus rückwärts und lege den Pflanztag so, dass beide Zeiträume hineinpassen.

Säst du direkt ins Beet, kommt die Keimung hinzu, und die kann 7 bis 21 Tage dauern. Zum Keimen braucht Kopfsalat mindestens 10 bis 12 °C. Weil die 40 bis 55 Tage erst ab der Pflanzung zählen, belegen vorgezogene Jungpflanzen die Lücke mindestens um die Keimzeit kürzer. Ich ziehe sie deshalb an, während die Vorkultur noch im Beet steht. Wie das Vorziehen mit Pikieren und Abhärten abläuft, zeigt der Ratgeber zum Vorziehen von Kopfsalat bis zum Auspflanzen.

Zeitabschnitt Richtwert für Kopfsalat
Keimung bei Direktsaat 7 bis 21 Tage
Mindesttemperatur zum Keimen 10 bis 12 °C
Pflanzung bis Ernte 40 bis 55 Tage, je nach Jahreszeit
Erntefenster eines Satzes etwa zwei Wochen
Abstand kleiner Folgesätze etwa 10 bis 14 Tage
Mini-Checkliste

So planst du eine Lücke

  • Notiere den Tag, ab dem die Folgekultur das Beet braucht.
  • Rechne davon die Zeit bis zur Ernte und das Erntefenster zurück.
  • Ziehe die Jungpflanzen so an, dass sie zum Pflanztag bereitstehen.
  • Setze nur so viele Köpfe, wie du im Erntefenster verbrauchst.
  • Plane für jeden Kopf die volle Fläche ein, auch in einer schmalen Lücke.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Frühe und späte Kulturen sonnig stellen; Sommerkulturen vertragen etwas Schatten, um das Schossen zu bremsen.

Bodenart

Leichter sandiger Lehm bevorzugt; auch andere gut durchlässige, humusreiche Böden geeignet.

Bodenreaktion

Geeignet sind neutrale bis schwach alkalische Böden.

Substrat

Geeignet ist gut durchlässiger, humusreicher Boden; bevorzugt leichter sandiger Lehm.

Anbauort

Die Pflanze eignet sich für Freilandbeete im Gemüsegarten.

Pflege

Pflege

Trockenheit vermeiden, da die Pflanzen dadurch schnell schossen; bei nasser Witterung auf Pilzerkrankungen achten.

Düngung

Vor der Pflanzung auf gute Humus-, Kalk- und Nährstoffversorgung des Beetes achten.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig bis zweijährig.

Verwendung

Die Blätter eignen sich als Salatgemüse.

Aussaatkalender Kopfsalat
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai, Juni, Juli; Aussaat: April, Mai, Juni, Juli; Ernte: Mai, Juni, Juli, August, September; Pflanzung: März, April, Mai, Juni, Juli, AugustJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliErnteErnte: MaiErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiPflanzung: JuniPflanzung: JuliPflanzung: AugustVorkulturAussaatErntePflanzung

Welche Lücken im Gartenjahr passen?

Welche Lücke du mit Kopfsalat füllst, hängt vor allem vom Termin ab. Von der frühen Pflanzung unter Glas bis zum Winterkopfsalat gibt es über das Jahr mehrere Fenster.

Lücke im Beet Termin für Kopfsalat Das planst du ein
Frühjahr unter Glas oder Folie Anzucht ab Januar, frühe Sorten ab Mitte Februar pflanzen 25 × 25 cm Abstand genügen
Frühjahr im Freiland Anzucht ab Februar, erste Pflanzungen ab Mitte März Vlies über Pflanzungen im März und April
Frühjahr bis Spätsommer kleine Sätze etwa alle 14 Tage bis Ende August pflanzen Ernte von Mai bis zum Frost
Herbsternte spätestens Ende Juli säen Vlies schützt im Herbst vor Frost
Über den Winter winterharte Sorten Mitte August bis spätestens Mitte September säen, Ende September pflanzen Ernte im April und Mai

Alle Saattermine der Salatarten hast du im Aussaatkalender zum Ausdrucken auf einem Blatt.

Häufiger Fehler

Eine große Lücke mit einem einzigen großen Satz füllen. Weil ein Satz nur etwa zwei Wochen erntbar bleibt, werden dann viele Köpfe auf einmal reif. Teile die Fläche lieber in kleine Sätze, die du im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen setzt.

Weil Salate als Langtagpflanzen bei langen Tagen und Hitze schossen, wählst du je Lücke passende Sorten: Frühsorten im Frühjahr, schossfeste im Sommer, Herbst- oder Wintersorten für späte Sätze. Winterharte Kopfsalatsorten sind zum Beispiel ‘Maiwunder’, ‘Brauner Winter’ und ‘Winterkönig’. Welche Sorte in welche Jahreszeit passt, vertieft der Ratgeber zum Kopfsalatanbau über das ganze Jahr.

Ist eine Sommerlücke zu kurz für Kopfsalat, kommt eine schnellere Art infrage. Sommerportulak hat eine Kulturdauer von 28 bis 42 Tagen. Er keimt aber erst bei 20 °C.

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Wie viel Platz braucht ein Kopf zwischen anderen Kulturen?

Im Freiland setzt du Kopfsalat mit 25 bis 30 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen lässt du ebenfalls 25 bis 30 cm. Ein Kopf wird 20 bis 40 cm breit. Ich markiere die Pflanzstellen vor dem Setzen mit dem Pflanzholz, damit das Raster zwischen den Nachbarkulturen stimmt.

Zahl im Blick

Abstände als Paar aus Reihe und Reihenabstand

  • Freiland: 25 bis 30 cm in der Reihe und 25 bis 30 cm zwischen den Reihen, als Richtmaß etwa 30 × 30 cm
  • Frühbeet, Folientunnel oder Gewächshaus: 25 × 25 cm genügen
  • Winterkopfsalat: 30 × 30 cm oder 40 × 20 cm

Frühe und späte Sätze stellst du sonnig. Im Sommer verträgt Kopfsalat etwas Schatten, der das Schossen bremst. Eine Sommerlücke neben höheren Kulturen kommt für ihn also infrage.

Falscher Salatmehltau wird besonders im Spätsommer und Herbst durch anhaltend feuchte, mäßig warme Witterung begünstigt. Vorbeugend helfen ausreichend weite Pflanzabstände und Reihen in Hauptwindrichtung. Späte Zwischenkulturen setzt du deshalb nicht enger, auch wenn die Lücke knapp ist.

Mischkultur kann unterstützen, eine Garantie ist sie nicht. Welche Nachbarn zu Kopfsalat passen und welche nicht, zeigt der Ratgeber zu Partnerpflanzen für Kopfsalat. Geplante Nachbarschaften prüfst du im Mischkultur-Planer.

Ist Kopfsalat ein Starkzehrer?

Wichtiger als die Einordnung als Stark- oder Schwachzehrer ist für die Zwischenkultur die Vorbereitung: Kopfsalat will vor der Pflanzung ein Beet mit guter Humus-, Kalk- und Nährstoffversorgung. Ein Stickstoff-Überangebot vermeidest du, weil überdüngte Pflanzen stärker von Blattläusen befallen werden können, und vor einem Feldsalat im Herbst sind hohe Stickstoffreste ohnehin unerwünscht. Wie du die einzelnen Salatarten nach Bedarf düngst, erklärt der Abschnitt Düngen im Ratgeber für Salate und Blattgemüse.

Was kommt nach dem Kopfsalat?

Ist der letzte Satz im Spätsommer abgeerntet, schließen Arten für die kalte Jahreszeit an. Feldsalat und Winterportulak, auch Claytonie genannt, tragen die Ernte durch den Winter. Feldsalat ist bis etwa −15 °C frosthart. Auch Spinat hat ein zweites Saatfenster von August bis Oktober.

Nachkultur Aussaat Ernte Das zählt nach Kopfsalat
Feldsalat Juli bis September Oktober bis März keine besondere Düngung nötig, hohe Stickstoffreste aus der Vorkultur vermeiden
Winterportulak Ende August bis Oktober Oktober bis März keimt erst unter 12 °C, die Restnährstoffe der Vorkultur genügen
Marias Erfahrung

Wenn der letzte Kopfsalat geerntet ist, räume ich die Reste ab und harke die Fläche glatt. Dann säe ich Feldsalat in Reihen. Den Saattermin trage ich schon beim Pflanzen des Kopfsalats in meinen Beetplan ein.

Für Kopfsalat gilt eine Anbaupause von 3 Jahren auf derselben Fläche. Setzt du ihn jedes Jahr in Lücken, wandert er deshalb von Beet zu Beet; die Pausen aller Salatarten vergleicht der Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur im selben Ratgeber. Die Folge der Kulturen je Beet hältst du im Beetplaner fest.

Setzen, gießen, schützen, ernten: kurz für die Lücke

Die Grundlagen dazu stehen im Ratgeber für Salate und Blattgemüse in den Abschnitten Standort und Boden, Gießen und Pflegen, Krankheiten und Schädlinge sowie Ernten. Hier folgt nur, was für die Zwischenkultur zählt.

Jungpflanzen setzen

Setze Salat so hoch, dass der Erdpresstopf etwa 1 cm aus dem Boden schaut, und gieße jede Pflanze sofort kräftig an. Zu tief gesetzter Salat bildet schlechter Köpfe und fault leicht an den bodennahen Blättern. Wie du Kopfsalat von der Direktsaat bis zur pflanzfertigen Jungpflanze anziehst, beschreibt eine eigene Anleitung.

Boden

Kopfsalat braucht gut durchlässigen, humusreichen Boden und bevorzugt leichten sandigen Lehm. Hoch gesetzte Jungpflanzen und Dammkultur gehören zu den vorbeugenden Maßnahmen gegen Salatfäulen. Bodenmischung und pH-Wert fürs Hochbeet findest du im Ratgeber, wie du Kopfsalat im Hochbeet anbaust.

Gießen

Wasser braucht Kopfsalat vor allem während des starken Blattwachstums und der Kopfbildung. Zur Vorbeugung gegen Salatfäulen gießt du morgens, mit 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießvorgang. Trockenheit vermeidest du, weil die Pflanzen dadurch schnell schossen.

Schnecken und Blattläuse

Schnecken fressen überwiegend nachts und bei feuchter Witterung auch tagsüber; Absammeln und Schneckenzäune können den Befall im Salatbeet begrenzen. Gegen Blattläuse gelten Anbaumaßnahmen als bewährt, die zur Zwischenkultur passen: viele kleine Sätze, gemischte Salatarten und -farben und ein früher Erntebeginn. Steinkraut als Zwischenpflanzung im Salat liefert Nektar und Pollen für Schwebfliegen und Schlupfwespen und kann die Zahl der Salatblattläuse senken.

Ernte

Ein Satz bleibt etwa zwei Wochen erntbar. Plane die Ernte so, dass der letzte Kopf vor dem Termin der Folgekultur geschnitten ist.

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Häufige Fragen

Was versteht man unter Kopfsalat als Zwischenkultur?
Kopfsalat füllt dabei eine Fläche, die zwischen zwei Hauptkulturen frei ist, oder eine Lücke zwischen langsamer wachsenden Kulturen. Das klappt, weil ein gepflanzter Satz je nach Jahreszeit nach 40 bis 55 Tagen erntereif ist. Entscheidend ist, dass die Ernte abgeschlossen ist, bevor die Folgekultur den Platz braucht.
Wie lange dauert es bis zur Ernte bei Kopfsalat-Zwischenkulturen?
Ab der Pflanzung braucht ein Satz je nach Jahreszeit 40 bis 55 Tage bis zur Ernte. Danach bleibt er etwa zwei Wochen lang erntbar. Säst du direkt ins Beet, kommt die Keimung hinzu, die 7 bis 21 Tage dauern kann.
Wie erfolgt die zeitliche Anbauplanung für Kopfsalat als Nachkultur?
Setze nach der Ernte der Hauptkultur vorgezogene Jungpflanzen, dann zählt die Zeit bis zur Ernte erst ab der Pflanzung. Ein Satz braucht je nach Jahreszeit 40 bis 55 Tage bis zur Ernte. Für eine Herbsternte säst du spätestens Ende Juli. Kleine Sätze, die du bis Ende August pflanzt, reichen mit ihrer Ernte bis zum Frost.
In welchen Monaten ist der Anbau von Kopfsalat als Zwischenkultur in Deutschland möglich?
Im Freiland folgen die ersten Pflanzungen ab Mitte März, unter Glas oder Folie geht es früher los. Kleine Sätze kannst du bis Ende August pflanzen, dann reicht die Ernte bis zum Frost. Winterharte Sorten überwintern als Jungpflanzen im Beet und werden im April und Mai geerntet.
Worin unterscheiden sich Kopfsalat und Feldsalat bei der Zwischenfrucht-Nutzung?
Kopfsalat füllt Lücken von Frühjahr bis Herbst, Feldsalat übernimmt die kalte Jahreszeit. Du säst ihn von Juli bis September und erntest ihn von Oktober bis März. Er ist bis etwa −15 °C frosthart und braucht keine besondere Düngung, hohe Stickstoffreste aus der Vorkultur vermeidest du aber. Damit passt er in Beete, deren Kopfsalat im Spätsommer abgeerntet ist.
Was sind die Unterschiede zwischen Kopfsalat und Spinat als Zwischenkultur?
Spinat säst du von März bis Juni und wieder von August bis Oktober, er passt also vor allem in Lücken im Frühjahr und im Spätsommer. Ab einer Tageslänge von über 12 Stunden bildet er Blüten, und diese Tageslänge herrscht in Deutschland von Mai bis August. Kopfsalat setzt du im Sommer mit schossfesten Sorten, weil auch Salate als Langtagpflanzen bei langen Tagen und Hitze schossen.
Wie beeinflusst die Nährstoffversorgung die Entwicklung von Kopfsalat in Mischkulturen?
Kopfsalat braucht vor der Pflanzung ein Beet mit guter Humus-, Kalk- und Nährstoffversorgung. Ein Stickstoff-Überangebot solltest du vermeiden, weil überdüngte Pflanzen stärker von Blattläusen befallen werden können. Stehen Kopfsalat und andere Kulturen neben- oder nacheinander im Beet, düngst du nach Art statt pauschal. Das vermeidet auch hohe Stickstoffreste vor einem Feldsalat im Herbst.
Welche speziellen Kopfsalat-Sorten eignen sich besonders für hitzetolerante Sommerzwischenkulturen?
Für Sommerlücken wählst du schossfeste Sorten, weil Salate Langtagpflanzen sind und bei langen Tagen und Hitze schossen. Ganzjahressorten reagieren weniger stark auf die Tageslänge und sind weitgehend schossfest. Im Sommer verträgt Kopfsalat außerdem etwas Schatten, der das Schossen bremst. Trockenheit vermeidest du, weil die Pflanzen dadurch schnell schossen.
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