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Pak Choi und andere Asia-Salate: Schädlinge und Krankheiten erkennen und behandeln

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion

Grundlagen: Häufige Krankheiten im Gemüsegarten: Mehltau, Braunfäule und Kohlhernie erkennen und bekämpfen · Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Siebartig durchlöcherte Blätter deuten auf Erdflöhe hin, springende Käfer von etwa 2,5 bis 3 mm Größe.
  • Ein rundum dicht geschlossenes Kulturschutznetz mit 0,8 mm Maschenweite kann Erdflöhe, Kohlfliegen und Kohlweißlinge abhalten.
  • Bloßes Feuchthalten des Beets verringert einen Erdflohbefall nicht zuverlässig.
  • Echten Mehltau an Pak Choi begünstigen Temperaturen über 25 °C, Falschen Mehltau lange Blattnässe.
  • Kohlhernieanfällige Kreuzblütler kommen nur alle vier bis sechs Jahre auf dieselbe Fläche.
Eine Nahaufnahme zeigt die leuchtend grünen Blätter einer Pak-Choi-Pflanze.
Foto: Shiyuan Chen · Pexels License · Quelle ↗

Siebartig durchlöcherte Blätter am Pak Choi, weiße Flecken auf dem Tatsoi, ein Blattsenf, der trotz Gießen schlapp bleibt: Viele dieser Schäden kennst du vom Kohl. Pak Choi, Mizuna und Tatsoi gehören zur Kohlverwandtschaft und teilen deshalb dessen Schädlinge und Krankheiten. Ich schaue bei jedem Befall zuerst genau auf das Schadbild, weil Löcher, Flecken und verdickte Wurzeln ganz verschiedene Maßnahmen verlangen.

Hier findest du zu jedem Problem das Schadbild und die Handgriffe, die im Garten helfen können: Erdflöhe und Kohlweißlinge, Thripse und Spinnmilben, Echter und Falscher Mehltau, Alternaria und Kohlhernie. Blattläuse und Schnecken ordne ich nur kurz ein, weil sie längst nicht nur Asia-Salate treffen.

Warum Asia-Salate dieselben Probleme haben wie Kohl

Asia-Salate umfassen verschiedene Blatt- und Senfkohlsorten aus der Familie der Kreuzblütler. Blattsenf gehört zu Brassica juncea, Mizuna ist eine Form von Brassica rapa. Welche Blattgemüse zu welcher Familie gehören, zeigt der Abschnitt Familien und Typen im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.

Asia-Salat-Mischungen können außer Kohl- und Senfgewächsen auch Mangold, Rote Bete, Rauke oder Blutampfer enthalten. Porträts einzelner Arten findest du bei den Tipps, welche Asia-Salate sich für Einsteiger eignen.

Pak Choi und Co.: Welches Schadbild passt zu welcher Ursache?

Die Übersicht hilft dir beim ersten Einordnen. Ein Schadbild ist ein Hinweis und noch keine sichere Diagnose, deshalb lohnt der zweite Blick auf Blattunterseiten und Wurzeln.

Was du siehst Kann hindeuten auf
Viele kleine Löcher, das Blatt wirkt wie ein Sieb, winzige Käfer springen weg Erdflöhe
Raupen auf den Blättern, grün und samtig behaart oder gelbschwarz Kohlweißling
Silbrig graue Flecken, die später absterben, junge Blätter verformt Thripse
Feine Gespinste und gelbliche Sprenkel, vor allem auf der Blattunterseite Spinnmilben
Weiße, mehlige Flecken Echter Mehltau
Fleckig vergilbte Blätter mit weißlichem Sporenrasen auf der Unterseite Falscher Mehltau
Rundliche Flecken, die bei stärkerem Befall zusammenfließen Alternaria
Verdickte Wurzeln Kohlhernie, bei hohler Galle mit Käferlarve eher Kohlgallenrüssler
Läuse an jungen Blättern, die sich verkrüppeln Blattläuse
Fraßstellen mit Schleimspuren Schnecken
Marias Erfahrung

Beim Pflücken drehe ich immer ein paar Blätter um und schaue mir die Unterseiten an. Sieht eine Pflanze trotz feuchter Erde schlapp aus, ziehe ich sie heraus und sehe mir die Wurzeln an.

Erdflöhe: Blätter wie ein Sieb

Kohlerdflöhe sind springende Blattkäfer von etwa 2,5 bis 3 mm Größe. Ihr Fraß durchlöchert die Blätter von Kohlgewächsen siebartig, und dazu zählen kohlartige Asia-Salate wie Pak Choi und Blattsenf. Streichst du über die Reihe und winzige Käfer springen weg, spricht das für Erdflöhe.

Ein Kulturschutznetz mit 0,8 mm Maschenweite kann Erdflöhe von kohlartigen Asia-Salaten abhalten. Entscheidend ist, dass es rundum dicht geschlossen ist. Dann kann es unter anderem auch Kohlfliegen und Kohlweißlinge fernhalten. Ich lege das Netz direkt nach der Saat auf und achte darauf, dass die Ränder überall am Boden anliegen.

Mini-Checkliste

Netz sofort nach Saat oder Pflanzung auflegen. Ränder rundum dicht am Boden abschließen. Bis zur Ernte liegen lassen. Im Hochsommer kontrolliert lüften, damit es darunter nicht zu heiß wird.

Mythos-Check

Hilft es, das Beet gegen Erdflöhe feucht zu halten? Bloßes Feuchthalten verringert den Befall nicht zuverlässig. Gießt du dafür über Kopf, bleiben die Blätter zudem länger nass, und lange Blattnässe begünstigt an Pak Choi den Falschen Mehltau.

Kohlweißling: Raupen erkennen und absammeln

Beim Kohlweißling fressen die Raupen an den Blättern. Zwei Arten kommen infrage, und ihre Raupen unterscheidest du an Farbe und Größe:

Merkmal Großer Kohlweißling Kleiner Kohlweißling
Raupe gelbschwarz grün, samtartig behaart
Länge der Raupe bis 4 cm bis 3 cm

Bei geringem Befall kann Absammeln genügen. Ich suche beim Kontrollieren beide Blattseiten ab und nehme jede Raupe mit, die ich finde. Gegen neue Falter kann dasselbe dicht geschlossene Netz helfen wie gegen Erdflöhe. Legst du es erst auf, wenn schon Raupen fressen, sammelst du sie vorher ab, denn unter dem Netz fressen sie sonst weiter.

Thripse und Spinnmilben: helle Flecken statt Löcher

Thripse saugen an den Blättern und hinterlassen zunächst silbrig graue Flecken. Später werden diese Stellen nekrotisch, das Gewebe stirbt also ab, und junge Blätter können sich verformen. Die Tiere sind sehr klein, deshalb klopfe ich eine verdächtige Pflanze über einem weißen Blatt Papier aus und schaue, was herunterfällt.

Feine Gespinste und gelbliche Sprenkel, vor allem auf der Blattunterseite, können auf Spinnmilben hindeuten. Sie fallen eher bei warmem, trockenem Wetter auf. Bei beiden Saugern nehme ich stark befallene Blätter früh ab und schaue mir die Nachbarpflanzen gleich mit an.

Häufiger Fehler

Gelbtafeln im Freiland gegen Erdflöhe oder Thripse aufhängen. Im Außenbereich können sie Nützlinge anlocken und Vögel sowie Fledermäuse gefährden, die an die gefangenen Insekten wollen.

Echter und Falscher Mehltau an Pak Choi

Beide Krankheiten heißen Mehltau, werden aber von unterschiedlichem Wetter begünstigt. So hältst du sie auseinander:

Merkmal Echter Mehltau Falscher Mehltau
Erstes Zeichen weiße, mehlige Flecken fleckige Blattvergilbungen
Belag mehlig weiß weißlicher Sporenrasen auf der Blattunterseite
Begünstigt durch Temperaturen über 25 °C lange Blattnässe

Echter Mehltau ist an Pak Choi bisher vor allem unter extremen Bedingungen ein Problem. Beim Falschen Mehltau zählt dagegen, wie lange die Blätter nass bleiben. Ich gieße deshalb morgens und direkt im Wurzelbereich, damit die Blätter tagsüber abtrocknen. Überkopfberegnung erhöht dagegen die Blattnässe und damit den Krankheitsdruck. Im Gewächshaus und im Frühbeet gehört regelmäßiges, reichliches Lüften zur Vorbeugung gegen Mehltau.

Das Lüften des Kulturschutznetzes im Hochsommer hat einen zweiten Nutzen: Es beugt Überhitzung vor, und Wärme über 25 °C begünstigt den Echten Mehltau an Pak Choi. Blätter mit Belag nehme ich ab und verwende sie nicht als Mulch. In die Küche kommt ohnehin nichts mit Schimmel, fauligen oder schmierigen Stellen oder muffigem Geruch.

Kurz erklärt

Nicht jedes gelbe Blatt ist Mehltau. Stickstoffmangel zeigt sich häufig zuerst an insgesamt aufgehellten älteren Blättern, Eisenmangel eher an jungen gelben Blättern mit grünen Adern. Ein weißlicher Rasen auf der Blattunterseite spricht dagegen eher für Falschen Mehltau. Bleibt die Ursache unklar, kann eine Bodenanalyse Mangel, Überschuss und Ungleichgewicht unterscheiden, denn Nachdüngen auf Verdacht kann die Bedingungen verschlechtern.

Alternaria: rundliche Flecken, die zusammenfließen

Alternaria verursacht an Pak Choi rundliche Blattflecken, die bei stärkerem Befall zusammenfließen. Der Erreger kann über Saatgut übertragen werden. Die Vorbeugung beginnt deshalb bei gesundem Saatgut, und von fleckigen Pflanzen gewinne ich keine Samen.

Befallene Blätter nehme ich ab und lege sie nicht als Mulch aufs Beet. Morgendliches, bodennahes Gießen verringert auch hier günstige Bedingungen für Blattkrankheiten, weil die Blätter tagsüber abtrocknen.

Kohlhernie: verdickte Wurzeln und lange Anbaupausen

Welke Blätter können bei Trockenstress und bei beginnender Wurzelfäule auftreten. Ich prüfe deshalb zuerst die Bodenfeuchte, bevor ich zur Gießkanne greife. Ist die Erde feucht und die Pflanze trotzdem schlapp, ziehe ich sie heraus. Verdickte Wurzeln können dann auf Kohlhernie hindeuten. Ist die Galle innen hohl und sitzt vielleicht eine Käferlarve darin, spricht das eher für den Kohlgallenrüssler.

Von Kohlhernie befallene Pflanzen nimmst du samt Wurzeln aus dem Beet und entsorgst sie im Restmüll. Reinige danach Spaten und Grabgabel, denn saubere Geräte begrenzen die Verschleppung befallener Erde. Danach zählen die Anbaupausen auf dieser Fläche:

Kultur Pause auf derselben Fläche
Nach Asia-Salaten keine Asia-Salate und keine anderen Kreuzblütler wie Kohl, Rettich, Radieschen, Rucola, Senf oder Kresse mindestens 3 Jahre
Kohlhernieanfällige Kreuzblütler Wiederanbau nur alle 4 bis 6 Jahre
Blattsenf Fruchtwechselpause von 6 Jahren

Die längeren Pausen zielen auf die Kohlhernie. Damit du sie nicht aus dem Kopf rechnen musst, trägst du im Beetplaner für deine Gemüsebeete ein, wo die Kreuzblütler standen.

Häufiger Fehler

Die Anbaupause mit Senf als Gründüngung füllen. Senf, Ölrettich und Raps gehören selbst zu den Kreuzblütlern und unterbrechen die Pflanzenfamilie in der Fruchtfolge nicht. Säst du sie nach Asia-Salaten, steht wieder ein Kreuzblütler auf der Fläche, obwohl dort mindestens 3 Jahre keiner wachsen soll.

Blattläuse und Schnecken: kurz eingeordnet

Blattläuse können junge Blätter verkrüppeln, deshalb schaue ich an Asia-Salaten vor allem die jungen Blätter an. Florfliegenlarven und die Larven vieler Schwebfliegenarten fressen Blattläuse, während die erwachsenen Tiere von Pollen, Nektar und Honigtau leben.

Schnecken fressen überwiegend nachts und bei feuchter Witterung auch tagsüber, ihre Fraßstellen erkennst du an Schleimspuren. Absammeln und Schneckenzäune können den Befall begrenzen, offene Bierfallen locken dagegen zusätzliche Schnecken an. Mehr zu beiden steht im Salat-Überblick im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge, und für das Salatbeet lohnt der Ratgeber, wie du Schnittsalat vor Schädlingen und Salatfäule schützt.

Vorbeugen und Nützlinge fördern

Asia-Salate brauchen in der kurzen Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur keine Düngung, und zu viel Stickstoff kann Pflanzen anfälliger für Krankheiten und Schädlinge machen. Eine Extragabe bringt dort also eher Risiko als Nutzen. Alles zu Gießen und Pflege über die ganze Kultur steht im Ratgeber, wie du Asia-Salate gießt, düngst und pflegst.

Ringelblumen, Gewürztagetes, Speise-Chrysanthemen oder Kapuzinerkresse lassen sich mit Asia-Salaten kombinieren, und ihre Blüten locken Insekten an. Mischkultur kann Befall etwas bremsen, verlass dich aber nicht darauf. Weitere Kombinationen für Beet und Gefäß findest du bei den Partnerpflanzen für Asia-Salate.

Wenn nichts mehr hilft: Chemie nur im Sicherheitsrahmen

Gegen Blattläuse gelten Hausmittel wie Schmierseifenlösung oder Rapsöl als nützlingsschonend, eine sichere Wirkung versprechen sie aber nicht. Reichen Netz, Absammeln und Hygiene nicht aus, bleibt ein chemisches Pflanzenschutzmittel als letzter Schritt. Dann kommt nur ein Mittel mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten infrage, und die Gebrauchsanweisung gilt genau so, wie sie dasteht. Trag Schutzkleidung, halte die Wartezeit bis zur Ernte ein und entsorge Reste so, wie es die Packung vorgibt. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen, die sich vom Frühjahr bis zum Frühsommer vermehren und dann sehr empfindlich reagieren.

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Häufige Fragen

Welche Schädlinge treten bei Pak Choi und anderen Asia-Salaten auf?
Typisch sind Erdflöhe, deren Fraß die Blätter siebartig durchlöchert, und die Raupen von Großem und Kleinem Kohlweißling. Dazu kommen Thripse mit silbrig grauen Flecken sowie Blattläuse und Schnecken. Weil Pak Choi zur Kohlverwandtschaft gehört, kann ein dicht geschlossenes Kulturschutznetz ab der Saat Erdflöhe und Kohlweißlinge abhalten.
Worin unterscheiden sich Echter und Falscher Mehltau an Asia-Salaten?
Echter Mehltau beginnt an Pak Choi mit weißen, mehligen Flecken und wird durch Temperaturen über 25 °C begünstigt. Falscher Mehltau zeigt fleckige Vergilbungen und einen weißlichen Sporenrasen auf der Blattunterseite. Ihn begünstigt lange Blattnässe, deshalb gießt du morgens und direkt im Wurzelbereich.
Wie erkenne ich Alternaria an Pak Choi und was tue ich dagegen?
Alternaria verursacht rundliche Blattflecken, die bei stärkerem Befall zusammenfließen. Der Erreger kann über Saatgut übertragen werden, deshalb gewinnst du von befallenen Pflanzen keine Samen. Befallene Blätter nimmst du ab und verwendest sie nicht als Mulch.
Warum ist die Fruchtfolge bei Asia-Salaten so wichtig?
Asia-Salate sind Blatt- und Senfkohlsorten aus der Familie der Kreuzblütler und können deren Krankheiten wie die Kohlhernie teilen. Nach Asia-Salaten sollten mindestens 3 Jahre keine Kreuzblütler wie Kohl, Radieschen, Rucola oder Senf auf derselben Fläche wachsen. Für kohlhernieanfällige Kreuzblütler wird ein Wiederanbau nur alle vier bis sechs Jahre empfohlen.
Hilft Mischkultur gegen Schädlinge an Asia-Salaten?
Mischkultur kann Befall etwas bremsen, verlass dich aber nicht darauf. Ringelblumen, Gewürztagetes, Speise-Chrysanthemen oder Kapuzinerkresse lassen sich mit Asia-Salaten kombinieren und locken mit ihren Blüten Insekten an. Gegen Erdflöhe und Kohlweißlinge setzt du zusätzlich auf ein dicht geschlossenes Kulturschutznetz.
Wie beeinflusst das Gießen Pilzkrankheiten bei Asia-Salaten?
Gießt du morgens direkt im Wurzelbereich, trocknen die Blätter tagsüber ab, und Blattkrankheiten finden weniger günstige Bedingungen. Überkopfberegnung erhöht dagegen die Blattnässe und damit den Krankheitsdruck. Das zählt besonders beim Falschen Mehltau, den lange Blattnässe an Pak Choi begünstigt.
Was unterscheidet Asia-Salate beim Schädlingsbefall von Kopfsalat?
Kopfsalat gehört zu den Korbblütlern, Pak Choi, Mizuna und Tatsoi dagegen zur Kohlverwandtschaft. Deshalb können an Asia-Salaten typische Kohlschädlinge wie Erdflöhe und Kohlweißlinge sowie die Kohlhernie auftreten. Blattläuse und Schnecken kommen an beiden vor.
Sind chemische Pflanzenschutzmittel bei Asia-Salaten das letzte Mittel?
Ja, sie kommen erst infrage, wenn Netz, Absammeln und Hygiene nicht reichen. Dann nur mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten, nach Gebrauchsanweisung, mit Schutzkleidung und mit eingehaltener Wartezeit bis zur Ernte. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen, deshalb bleiben sie die Ausnahme.
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