Gemüse · Salate & Blattgemüse · Anbau

Asia-Salate: Sonne oder Schatten? Welcher Platz zu Senf und Pak Choi passt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Asia-Salate gehören an sonnige bis halbschattige Plätze, voller Schatten zählt nicht dazu.
  • Blattsenf und Mizuna kommen auch mit Halbschatten zurecht, Pak Choi und Tatsoi bekommen die helleren Stellen.
  • Pak Choi hat einen hohen Wasserbedarf, verträgt aber keine stauende Nässe.
  • Meide Beete, auf denen zuletzt Kohl, Rettich oder Radieschen standen.
  • Für die schattige, feuchte Ecke passt Blutampfer besser als ein Asia-Salat.
Eine Nahaufnahme zeigt die leuchtend grünen Blätter einer Pak-Choi-Pflanze.
Foto: Shiyuan Chen · Pexels License · Quelle ↗

Die schattige Ecke unter der Hecke wirkt wie ein guter Platz für Asia-Salate, weil sie dort angeblich zart bleiben. Asia-Salate gedeihen aber an sonnigen bis halbschattigen Standorten, voller Schatten gehört nicht dazu. Wenn du Blattsenf, Mizuna, Pak Choi und Tatsoi passend verteilst, nutzt du Sonne und Halbschatten in deinem Garten gleichermaßen. Ich gehe vor jeder Aussaat an einem hellen Tag morgens, mittags und abends durch den Garten und schaue, wo die Sonne auf den Beeten liegt.

Kurz erklärt

Halbschatten heißt, dass ein Platz einen Teil des Tages in der Sonne und einen Teil im Schatten liegt. Im vollen Schatten erreicht kaum direkte Sonne das Beet, zum Beispiel an der Nordseite einer Mauer.

Welcher Platz passt zu welchem Asia-Salat?

Mit Asia-Salaten meine ich hier Blattsenf, auch Sarepta-Senf genannt, dazu Mizuna, Pak Choi und Tatsoi. Blattsenf gehört zur Art Brassica juncea, Pak Choi und Tatsoi zählen zur Art Brassica rapa. Wie diese Arten mit Kohl und den übrigen Blattgemüsen zusammenhängen, erklärt der Überblick über Familien und Typen der Salate und Blattgemüse.

Die ganze Gruppe kommt mit Sonne und Halbschatten zurecht. Innerhalb der Gruppe gibt es trotzdem Unterschiede, die ich beim Verteilen auf die Beete berücksichtige.

Asia-Salat Licht Darauf achte ich am Platz
Blattsenf (Sarepta-Senf) sonnig bis halbschattig tiefgründiger, nährstoffreicher, fester Boden, der nicht zu sauer ist; im Sommer gut mit Wasser versorgen
Mizuna sonnig bis halbschattig wie die ganze Gruppe als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur genügt ein mit Kompost vorbereitetes Beet
Pak Choi sonnig, seine Art gilt als Pflanze für sonnige Standorte sandiger Lehm, hoher Wasserbedarf, keine stauende Nässe
Tatsoi sonnig, gleiche Art wie Pak Choi heller Platz statt Schattenecke

Pak Choi und Tatsoi bekommen bei mir deshalb die helleren Stellen. Blattsenf und Mizuna setze ich auch in den Halbschatten, etwa an den Beetrand, auf den nachmittags der Schatten der Hecke fällt.

Blattsenf und Mizuna: Sonne und Halbschatten gehen beide

Blattsenf wächst an sonnigen und an halbschattigen Plätzen. Beim Boden mag er es tiefgründig, nährstoffreich und fest, zu sauer darf er nicht sein. Ob ein Beet zu sauer ist, zeigt dir eine pH-Messung. Ich messe, bevor ich einen neuen Platz für Senf festlege, und nicht erst, wenn die Pflanzen schon stehen.

In den Sommermonaten braucht Blattsenf eine ausreichende Wasserversorgung. Mein Senfbeet liegt deshalb in Reichweite des Schlauchs, egal ob in der Sonne oder im Halbschatten.

Mizuna behandle ich wie die ganze Gruppe und säe sie in Sonne oder Halbschatten. Asia-Salate zählen zu den Schwach- bis Mittelzehrern. Ziehst du Mizuna und Blattsenf als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur, kommen sie ohne Düngung aus; ein mit Kompost vorbereitetes Beet reicht.

Eine kurze Schnittkultur ist schnell wieder vom Beet, und solche schnellen Kulturen eignen sich, um Lücken zwischen langsamer wachsenden Arten zu nutzen. Ein Satz Blattsenf oder Mizuna passt deshalb auch in eine halbschattige Beetlücke, die sonst leer bliebe.

Marias Erfahrung

Ich stecke im Frühjahr kleine Stäbe an die Stellen, an denen mittags der Schatten der Hecke endet. Vor jedem neuen Satz schaue ich nach, wo diese Grenze inzwischen liegt.

Pak Choi und Tatsoi: lieber die hellen Plätze

Pak Choi und Tatsoi gehören zur Art Brassica rapa, und diese Art gilt als Pflanze für sonnige Standorte. Diese Einordnung betrifft die ganze Art, nicht speziell Pak Choi als Kulturform. Beim Boden hält es Pak Choi wie der verwandte Chinakohl: Er mag sandigen Lehm. Sein Wasserbedarf ist hoch, stauende Nässe verträgt er aber nicht.

Als Kopfkultur steht Pak Choi 50 bis 65 Tage im Beet. Bei seinem hohen Wasserbedarf muss der Platz also über diese ganze Zeit gut zu gießen sein, und eine Senke, in der nach Regen Wasser steht, scheidet aus. Wie oft und wie viel du dann gießt, liest du im Ratgeber dazu, wie du Asia-Salate gießt und pflegst.

Häufiger Fehler

Pak Choi in die tiefste Stelle des Beets setzen, weil er viel Wasser braucht. Dort sammelt sich nach Regen das Wasser, und stauende Nässe verträgt er nicht.

Tatsoi setze ich ebenfalls an einen hellen Platz und nicht in die Schattenecke.

Mythos-Check

Tatsoi gilt manchmal als Salat für den Schatten. Er gehört aber zur selben Art wie Pak Choi, und diese Art steht für sonnige Plätze. Auch die Asia-Salate insgesamt gedeihen in Sonne bis Halbschatten, eine Schattenecke plane ich für Tatsoi deshalb nicht ein.

Und andere Salate: Sonne oder Schatten?

Planst du neben Asia-Salaten auch Kopfsalat, Spinat oder Feldsalat, hilft dir die folgende Übersicht. Kopfsalat zählt wie die meisten typischen Salate zu den Langtagpflanzen, lange Tage und Hitze treiben ihn schneller ins Schossen. Für frühe und späte Sätze stellst du Kopfsalat und Römischen Salat sonnig. Sommersätze vertragen etwas Schatten, der das Schossen bremst.

Salat oder Blattgemüse Licht
Kopfsalat, Römischer Salat sonnig; Sommersätze vertragen etwas Schatten
Pflücksalat sonnig bis halbschattig; im Sommer etwas Schatten vorsehen
Spinat Winterkulturen sonnig; Sommerkulturen profitieren von etwas Schatten
Feldsalat, Salat-Rauke, Mangold sonnig bis halbschattig
Winterportulak sonnig bis halbschattig
Sommerportulak sonnig
Blutampfer schattig bis halbschattig (Richtwert)

Asia-Salate reichen von Sonne bis Halbschatten. Blutampfer nimmt dagegen, als Richtwert, einen schattigen bis halbschattigen Platz und will den Boden humos, leicht sauer und feucht. Für die wirklich schattige, feuchte Ecke ist Blutampfer deshalb die passendere Wahl als ein Asia-Salat.

Wie der Standort Wachstum und Geschmack beeinflusst

Für das Wachstum zählt neben dem Licht auch das Wasser am Platz. Blattsenf braucht im Sommer eine gute Wasserversorgung, Pak Choi hat einen hohen Wasserbedarf. Wähle für beide einen Standort, den du gleichmäßig feucht halten kannst, ob er in der Sonne oder im Halbschatten liegt.

Oft heißt es, Sonne mache Asia-Salate schärfer. Bei anderen Blattgemüsen spielt das Wasser am Standort in die Blattqualität hinein. Winterportulak kann an einem heißen, trockenen Platz bittere ältere Blätter bilden. Bei Sommerportulak kann längere Trockenheit die Blattqualität mindern. Ich probiere bei jedem Satz einzelne Blätter, bevor ich größer ernte, und notiere mir, von welchem Platz sie stammen.

Vorfrucht, Nachbarn und Schädlinge am neuen Platz

Bei der Wahl des Beets zählt auch, was vorher dort wuchs. Pak Choi ist wie Kohl, Rettich und Radieschen ein Kreuzblütler, deshalb achtest du auf einen Fruchtwechsel mit diesen Kulturen.

Zahl im Blick

Für Blattsenf gilt eine Anbaupause von 6 Jahren. Auf derselben Fläche stehen Kreuzblütler wie Kohl, Stielmus oder Radieschen nur alle vier Jahre; das soll Kohlhernie vorbeugen.

Welche Nachbarn zu Asia-Salaten passen, beschreibt der Ratgeber zur Mischkultur mit Asia-Salaten in Beet und Gefäß. Eine gute Nachbarschaft kann helfen, garantiert aber nichts. Einzelne Paare prüfst du im Mischkultur-Planer, das ganze Beet legst du im Beetplaner an.

Vor Schädlingen schützt der Standort allein nicht: Bei Kohlarten im Blattgemüseanbau kann ein Kulturschutznetz, das rundum dicht schließt und 0,8 mm Maschenweite hat, unter anderem Erdflöhe, Kohlfliegen und Kohlweißlinge abhalten. Vorbeugen, kontrollieren und eingreifen beschreibt der Überblick zu Salaten und Blattgemüse im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge. Mehr zum Vorbeugen findest du bei den pflegeleichten Asia-Salaten für den Einstieg.

Asia-Salate im Topf und im Hochbeet

Blattsenf und Pak Choi lassen sich auch im Hochbeet und im Topf ziehen. Im Topf kannst du den Standort nachträglich ändern. Ich rücke Kübel mit Senf dorthin, wo gerade Sonne oder Halbschatten liegt, und stelle sie so, dass ich sie bequem gießen kann. Worauf es im Kübel sonst ankommt, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Asia-Salate in Kübeln und Kästen ziehst.

Der Platz im Jahreslauf

Blattsenf säst du von März bis September, geerntet wird von April bis Oktober. Für die Herbsternte säst du Pak Choi spätestens ungefähr zwischen Ende Juli und Anfang August. Winterhart sind Blattsenf und Pak Choi nicht, im Winter übernehmen Feldsalat und Winterportulak die Beete. Wie du Asia-Salate durch alle Jahreszeiten bringst, beschreibt der Ratgeber zum ganzjährigen Anbau von Asia-Salaten. Die Saattermine hast du im druckbaren Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse auf einem Blatt.

So prüfe ich einen neuen Platz

Mini-Checkliste

Diese Fragen kläre ich, bevor ich Asia-Salate säe.

  • Liegt der Platz in Sonne oder Halbschatten und nicht im vollen Schatten?
  • Bekommen Pak Choi und Tatsoi die helleren Stellen?
  • Komme ich mit Kanne oder Schlauch gut hin?
  • Bleibt nach Regen kein Wasser stehen?
  • Standen dort zuletzt keine Kreuzblütler wie Kohl, Rettich oder Radieschen?
  • Ist der Boden nicht zu sauer?
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Häufige Fragen

Welchen Standort benötigen Asia-Salate für optimales Wachstum?
Asia-Salate gedeihen an sonnigen bis halbschattigen Plätzen, voller Schatten gehört nicht dazu. Blattsenf und Mizuna kommen auch mit Halbschatten zurecht, Pak Choi und Tatsoi gehören zu einer Art, die als Pflanze für sonnige Standorte gilt. Für Pak Choi zählt zusätzlich ein Platz, den du gut gießen kannst und auf dem nach Regen kein Wasser steht.
Stimmt es, dass Asia-Salate grundsätzlich nur in der vollen Sonne wachsen können?
Nein. Asia-Salate gedeihen an sonnigen bis halbschattigen Standorten, Blattsenf wächst auch im Halbschatten. Für den vollen Schatten sind sie dagegen keine gute Wahl. Dort passt eher Blutampfer, für den als Richtwert ein schattiger bis halbschattiger Platz gilt.
Worin unterscheiden sich Mizuna und Pak Choi in ihren Standortansprüchen?
Als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur braucht Mizuna keine Düngung, ein mit Kompost vorbereitetes Beet in Sonne oder Halbschatten genügt. Pak Choi steht als Kopfkultur 50 bis 65 Tage im Beet, hat einen hohen Wasserbedarf und verträgt keine stauende Nässe. Ich gebe ihm deshalb einen hellen Platz mit sandigem Lehmboden, den ich gut mit Wasser erreiche.
Worin unterscheiden sich Asia-Salate von europäischen Blattsalaten im Anbauverhalten?
Kopfsalat und Römischer Salat stehen in frühen und späten Sätzen sonnig, im Sommer vertragen sie etwas Schatten, der das Schossen bremst. Asia-Salate gedeihen an sonnigen bis halbschattigen Plätzen. Pak Choi zählt zu den Kreuzblütlern und sollte nicht nach Kohl, Rettich oder Radieschen stehen. Für Blattsenf gilt mit 6 Jahren außerdem eine längere Anbaupause als für Kopfsalat.
Wie beeinflussen verschiedene Anbaumethoden die Standortwahl für asiatische Blattgemüse?
Blattsenf und Pak Choi lassen sich im Beet, im Hochbeet und im Topf ziehen. Im Topf kannst du den Platz nachträglich wechseln und die Pflanzen dorthin rücken, wo gerade Sonne oder Halbschatten liegt. Wichtig bleibt in jeder Anbauform, dass du die Pflanzen gut gießen kannst; Pak Choi verträgt dabei keine stauende Nässe.
Welche jahreszeitlichen Besonderheiten gibt es beim Asia-Salat-Anbau?
Blattsenf säst du von März bis September und erntest ihn von April bis Oktober. Für die Herbsternte säst du Pak Choi spätestens ungefähr zwischen Ende Juli und Anfang August. Winterhart sind beide nicht, für den Winter planst du Feldsalat oder Winterportulak ein.
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