Asia-Salate: Sonne oder Schatten? Welcher Platz zu Senf und Pak Choi passt
- Asia-Salate gehören an sonnige bis halbschattige Plätze, voller Schatten zählt nicht dazu.
- Blattsenf und Mizuna kommen auch mit Halbschatten zurecht, Pak Choi und Tatsoi bekommen die helleren Stellen.
- Pak Choi hat einen hohen Wasserbedarf, verträgt aber keine stauende Nässe.
- Meide Beete, auf denen zuletzt Kohl, Rettich oder Radieschen standen.
- Für die schattige, feuchte Ecke passt Blutampfer besser als ein Asia-Salat.

Die schattige Ecke unter der Hecke wirkt wie ein guter Platz für Asia-Salate, weil sie dort angeblich zart bleiben. Asia-Salate gedeihen aber an sonnigen bis halbschattigen Standorten, voller Schatten gehört nicht dazu. Wenn du Blattsenf, Mizuna, Pak Choi und Tatsoi passend verteilst, nutzt du Sonne und HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. in deinem Garten gleichermaßen. Ich gehe vor jeder Aussaat an einem hellen Tag morgens, mittags und abends durch den Garten und schaue, wo die Sonne auf den Beeten liegt.
Halbschatten heißt, dass ein Platz einen Teil des Tages in der Sonne und einen Teil im Schatten liegt. Im vollen Schatten erreicht kaum direkte Sonne das Beet, zum Beispiel an der Nordseite einer Mauer.
Welcher Platz passt zu welchem Asia-Salat?
Mit Asia-Salaten meine ich hier Blattsenf, auch Sarepta-Senf genannt, dazu Mizuna, Pak Choi und Tatsoi. Blattsenf gehört zur Art Brassica juncea, Pak Choi und Tatsoi zählen zur Art Brassica rapa. Wie diese Arten mit Kohl und den übrigen Blattgemüsen zusammenhängen, erklärt der Überblick über Familien und Typen der Salate und Blattgemüse.
Die ganze Gruppe kommt mit Sonne und Halbschatten zurecht. Innerhalb der Gruppe gibt es trotzdem Unterschiede, die ich beim Verteilen auf die Beete berücksichtige.
| Asia-Salat | Licht | Darauf achte ich am Platz |
|---|---|---|
| Blattsenf (Sarepta-Senf) | sonnig bis halbschattig | tiefgründiger, nährstoffreicher, fester Boden, der nicht zu sauer ist; im Sommer gut mit Wasser versorgen |
| Mizuna | sonnig bis halbschattig wie die ganze Gruppe | als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur genügt ein mit Kompost vorbereitetes Beet |
| Pak Choi | sonnig, seine Art gilt als Pflanze für sonnige Standorte | sandiger Lehm, hoher Wasserbedarf, keine stauende Nässe |
| Tatsoi | sonnig, gleiche Art wie Pak Choi | heller Platz statt Schattenecke |
Pak Choi und Tatsoi bekommen bei mir deshalb die helleren Stellen. Blattsenf und Mizuna setze ich auch in den Halbschatten, etwa an den Beetrand, auf den nachmittags der Schatten der Hecke fällt.
Blattsenf und Mizuna: Sonne und Halbschatten gehen beide
Blattsenf wächst an sonnigen und an halbschattigen Plätzen. Beim Boden mag er es tiefgründig, nährstoffreich und fest, zu sauer darf er nicht sein. Ob ein Beet zu sauer ist, zeigt dir eine pH-Messung. Ich messe, bevor ich einen neuen Platz für Senf festlege, und nicht erst, wenn die Pflanzen schon stehen.
In den Sommermonaten braucht Blattsenf eine ausreichende Wasserversorgung. Mein Senfbeet liegt deshalb in Reichweite des Schlauchs, egal ob in der Sonne oder im Halbschatten.
Mizuna behandle ich wie die ganze Gruppe und säe sie in Sonne oder Halbschatten. Asia-Salate zählen zu den Schwach- bis Mittelzehrern. Ziehst du Mizuna und Blattsenf als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur, kommen sie ohne Düngung aus; ein mit Kompost vorbereitetes Beet reicht.
Eine kurze Schnittkultur ist schnell wieder vom Beet, und solche schnellen Kulturen eignen sich, um Lücken zwischen langsamer wachsenden Arten zu nutzen. Ein Satz Blattsenf oder Mizuna passt deshalb auch in eine halbschattige Beetlücke, die sonst leer bliebe.
Ich stecke im Frühjahr kleine Stäbe an die Stellen, an denen mittags der Schatten der Hecke endet. Vor jedem neuen Satz schaue ich nach, wo diese Grenze inzwischen liegt.
Pak Choi und Tatsoi: lieber die hellen Plätze
Pak Choi und Tatsoi gehören zur Art Brassica rapa, und diese Art gilt als Pflanze für sonnige Standorte. Diese Einordnung betrifft die ganze Art, nicht speziell Pak Choi als Kulturform. Beim Boden hält es Pak Choi wie der verwandte Chinakohl: Er mag sandigen Lehm. Sein Wasserbedarf ist hoch, stauende Nässe verträgt er aber nicht.
Als Kopfkultur steht Pak Choi 50 bis 65 Tage im Beet. Bei seinem hohen Wasserbedarf muss der Platz also über diese ganze Zeit gut zu gießen sein, und eine Senke, in der nach Regen Wasser steht, scheidet aus. Wie oft und wie viel du dann gießt, liest du im Ratgeber dazu, wie du Asia-Salate gießt und pflegst.
Pak Choi in die tiefste Stelle des Beets setzen, weil er viel Wasser braucht. Dort sammelt sich nach Regen das Wasser, und stauende Nässe verträgt er nicht.
Tatsoi setze ich ebenfalls an einen hellen Platz und nicht in die Schattenecke.
Tatsoi gilt manchmal als Salat für den Schatten. Er gehört aber zur selben Art wie Pak Choi, und diese Art steht für sonnige Plätze. Auch die Asia-Salate insgesamt gedeihen in Sonne bis Halbschatten, eine Schattenecke plane ich für Tatsoi deshalb nicht ein.
Und andere Salate: Sonne oder Schatten?
Planst du neben Asia-Salaten auch Kopfsalat, Spinat oder Feldsalat, hilft dir die folgende Übersicht. Kopfsalat zählt wie die meisten typischen Salate zu den Langtagpflanzen, lange Tage und Hitze treiben ihn schneller ins SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen.. Für frühe und späte Sätze stellst du Kopfsalat und Römischen Salat sonnig. Sommersätze vertragen etwas Schatten, der das Schossen bremst.
| Salat oder Blattgemüse | Licht |
|---|---|
| Kopfsalat, Römischer Salat | sonnig; Sommersätze vertragen etwas Schatten |
| Pflücksalat | sonnig bis halbschattig; im Sommer etwas Schatten vorsehen |
| Spinat | Winterkulturen sonnig; Sommerkulturen profitieren von etwas Schatten |
| Feldsalat, Salat-Rauke, Mangold | sonnig bis halbschattig |
| Winterportulak | sonnig bis halbschattig |
| Sommerportulak | sonnig |
| Blutampfer | schattig bis halbschattig (Richtwert) |
Asia-Salate reichen von Sonne bis Halbschatten. Blutampfer nimmt dagegen, als Richtwert, einen schattigen bis halbschattigen Platz und will den Boden humos, leicht sauer und feucht. Für die wirklich schattige, feuchte Ecke ist Blutampfer deshalb die passendere Wahl als ein Asia-Salat.
Wie der Standort Wachstum und Geschmack beeinflusst
Für das Wachstum zählt neben dem Licht auch das Wasser am Platz. Blattsenf braucht im Sommer eine gute Wasserversorgung, Pak Choi hat einen hohen Wasserbedarf. Wähle für beide einen Standort, den du gleichmäßig feucht halten kannst, ob er in der Sonne oder im Halbschatten liegt.
Oft heißt es, Sonne mache Asia-Salate schärfer. Bei anderen Blattgemüsen spielt das Wasser am Standort in die Blattqualität hinein. Winterportulak kann an einem heißen, trockenen Platz bittere ältere Blätter bilden. Bei Sommerportulak kann längere Trockenheit die Blattqualität mindern. Ich probiere bei jedem Satz einzelne Blätter, bevor ich größer ernte, und notiere mir, von welchem Platz sie stammen.
Vorfrucht, Nachbarn und Schädlinge am neuen Platz
Bei der Wahl des Beets zählt auch, was vorher dort wuchs. Pak Choi ist wie Kohl, Rettich und Radieschen ein KreuzblütlerKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen., deshalb achtest du auf einen FruchtwechselFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. mit diesen Kulturen.
Für Blattsenf gilt eine Anbaupause von 6 Jahren. Auf derselben Fläche stehen Kreuzblütler wie Kohl, Stielmus oder Radieschen nur alle vier Jahre; das soll KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. vorbeugen.
Welche Nachbarn zu Asia-Salaten passen, beschreibt der Ratgeber zur Mischkultur mit Asia-Salaten in Beet und Gefäß. Eine gute Nachbarschaft kann helfen, garantiert aber nichts. Einzelne Paare prüfst du im Mischkultur-Planer, das ganze Beet legst du im Beetplaner an.
Vor Schädlingen schützt der Standort allein nicht: Bei Kohlarten im Blattgemüseanbau kann ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen., das rundum dicht schließt und 0,8 mm Maschenweite hat, unter anderem ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite., Kohlfliegen und Kohlweißlinge abhalten. Vorbeugen, kontrollieren und eingreifen beschreibt der Überblick zu Salaten und Blattgemüse im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge. Mehr zum Vorbeugen findest du bei den pflegeleichten Asia-Salaten für den Einstieg.
Asia-Salate im Topf und im Hochbeet
Blattsenf und Pak Choi lassen sich auch im HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. und im Topf ziehen. Im Topf kannst du den Standort nachträglich ändern. Ich rücke Kübel mit Senf dorthin, wo gerade Sonne oder Halbschatten liegt, und stelle sie so, dass ich sie bequem gießen kann. Worauf es im Kübel sonst ankommt, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Asia-Salate in Kübeln und Kästen ziehst.
Der Platz im Jahreslauf
Blattsenf säst du von März bis September, geerntet wird von April bis Oktober. Für die Herbsternte säst du Pak Choi spätestens ungefähr zwischen Ende Juli und Anfang August. Winterhart sind Blattsenf und Pak Choi nicht, im Winter übernehmen Feldsalat und Winterportulak die Beete. Wie du Asia-Salate durch alle Jahreszeiten bringst, beschreibt der Ratgeber zum ganzjährigen Anbau von Asia-Salaten. Die Saattermine hast du im druckbaren Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse auf einem Blatt.
So prüfe ich einen neuen Platz
Diese Fragen kläre ich, bevor ich Asia-Salate säe.
- Liegt der Platz in Sonne oder Halbschatten und nicht im vollen Schatten?
- Bekommen Pak Choi und Tatsoi die helleren Stellen?
- Komme ich mit Kanne oder Schlauch gut hin?
- Bleibt nach Regen kein Wasser stehen?
- Standen dort zuletzt keine Kreuzblütler wie Kohl, Rettich oder Radieschen?
- Ist der Boden nicht zu sauer?




