Schädlinge und Krankheiten bei Chicorée: braune Stellen deuten und vorbeugen
- Chicorée braucht in der Regel keinen Pflanzenschutz, gelegentlich treten Echter Mehltau und die Chicoréeminierfliege auf.
- Ein braun bis dunkelrot verfärbter Strunk kann Innere Bräune sein, eine physiologische Störung, die allein keinen Pilzbefall belegt.
- Chicorée mit Schimmel, schmierigen Stellen oder muffigem Geruch entsorgst du.
- Braune Flecken oder welke Blätter an geerntetem Chicorée können auf zu lange gelagerte Ware hinweisen.
- Blattläuse verformen Blätter und hinterlassen Honigtau, auch die Sprosse in der Treiberei kontrollierst du auf Läuse.
- In der Treiberei können Pseudomonas-Bakterien und Sclerotinia-Pilze auftreten, auch beide zugleich.
- Chicorée kommt erst nach 3 bis 4 Jahren Anbaupause wieder auf dasselbe Beet, verwandte Zichorien zählen mit.

Du halbierst einen Chicorée-Kolben, und der Strunk ist innen braun bis dunkelrot verfärbt. Das sieht nach Fäule aus, kann aber Innere Bräune sein: eine physiologische Störung, die für sich allein keinen Pilzbefall belegt. Ich prüfe deshalb jeden Kolben aus meiner Treiberei zuerst auf Schimmel, schmierige Stellen und muffigen Geruch.
Im Beet braucht Chicorée in der Regel keinen Pflanzenschutz. Gelegentlich treten Echter Mehltau und die Chicoréeminierfliege auf, dazu kommen Blattläuse. In der Treiberei können Fäulen durch Bakterien und Pilze auftreten. Hier erfährst du, wie du die Anzeichen deutest, wie du vorbeugst und wann ein Kolben in den Müll gehört.
Chicorée wächst in zwei Phasen. Zuerst bildet er im Freiland eine Rübe, die nach 18 bis 20 Wochen Wachstum gerodet wird. Danach treibt die Wurzel bei 12 bis 18 °C in vollständiger Dunkelheit die Sprosse, die in die Küche kommen. Im Beet betreffen Probleme also Laub und Rübe, in der Treiberei Wurzel und Spross.
Braune Stellen im Chicorée: Was dahinterstecken kann
Braune Stellen haben bei Chicorée mehrere mögliche Ursachen, und nicht jede davon ist eine Krankheit. Schau dir an, wo die Verfärbung sitzt und welche Zeichen dazukommen. Die Tabelle ordnet die Bilder ein, die Einträge sind Hinweise und keine Diagnose.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Was du tust |
|---|---|---|
| Strunk innen braun bis dunkelrot verfärbt | Innere Bräune, eine physiologische Störung | auf Schimmel, schmierige Stellen und muffigen Geruch prüfen |
| braune Flecken oder welke Blätter am geernteten Kolben | überlagerte Ware | Sprosse kühl, dunkel und nur kurz lagern |
| schleimige oder faulende Stellen im Treibgefäß | Pseudomonas-Bakterien, Sclerotinia-Pilze oder beide zugleich | faulende Sprosse entsorgen, faulende Wurzeln herausnehmen |
| glasige Stellen, die später braun werden und einen Schimmelrasen tragen | Grauschimmel, so an Radicchio beschrieben, der zur selben Art gehört | verschimmelte Teile entsorgen, hohe Luftfeuchtigkeit meiden |
| braune, abgestorbene Blattränder | unzureichende Calciumversorgung des Gewebes, so an Radicchio beschrieben | Wassermangelstress und StickstoffüberschussStickstoffüberschuss heißt, dass Pflanzen mehr Stickstoff bekommen, als sie brauchen. Sie wachsen dann üppig, bilden weiches, schwammiges Gewebe und dunklere Blätter und werden anfälliger für Krankheiten. vermeiden |
| grüne Spitzen, bitterer Geschmack | Licht nach der Ernte | Sprosse vor Licht schützen |
Innere Bräune oder Fäule?
„Ein brauner Strunk heißt Pilzbefall.“ Nicht unbedingt. Innere Bräune ist eine physiologische Störung mit braunen bis dunkelroten Verfärbungen im Strunkgewebe, und diese Verfärbung allein belegt keinen Pilz.
Eindeutiger wird es, wenn weitere Zeichen dazukommen. Chicorée mit Schimmel, faulen oder schmierigen Stellen oder auffällig muffigem Geruch entsorgst du. Sichtbar verschimmeltes Blattgemüse rettest du auch nicht durch Waschen oder Auffrischen, es gehört ebenfalls in den Müll.
Braune Flecken nach Ernte oder Einkauf
Braune Flecken oder welke Blätter an geerntetem Chicorée können auf überlagerte Ware hinweisen. Geerntete Sprosse schützt du vor Licht, weil sie sonst vergrünen und bitterer schmecken. Im Kühlschrank halten sie nur kurz.
Im Kühlschrank reichen die Empfehlungen für Chicoréesprosse von 1 Tag nach der eigenen Ernte bis zu 4 bis 5 Tagen, eingeschlagen in ein feuchtes Tuch im Gemüsefach.
Braune Flecken können auf zu lange Lagerung hinweisen, und die Sprosse halten nur kurz. Deshalb treibe ich meine eingelagerten Wurzeln satzweise an, statt alle auf einmal. Jede Wurzel liefert ohnehin nur eine Sprossernte, und so fallen die Sprosse in kleineren Portionen an.
Schädlinge an Chicorée erkennen
Grundlagen für alle Arten stehen im Überblick zu Krankheiten und Schädlingen bei Salaten und Blattgemüse. Hier geht es um das, was Chicorée im Beet und im Treibgefäß betrifft.
Blattläuse an Laub und Sprossen
Blattläuse an Chicorée können Blätter verformen, das Wachstum stören und klebrigen HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn. hinterlassen. Auch während der dunklen Treiberei kontrollierst du die Sprosse auf Blattläuse. Vermeide außerdem ein Stickstoff-Überangebot, denn überdüngte Pflanzen werden stärker befallen.
SchmierseifenlösungEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. und Rapsöl werden als nützlingsschonende Hausmittel gegen Blattläuse genannt. Eine sichere Wirkung garantieren sie nicht, und auf die Sprosse in der Treiberei bringe ich nichts davon.
Gegen Blattläuse arbeiten im Garten vor allem Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen und Blattlaus-Schlupfwespen. Erwachsene Schweb- und Florfliegen leben von Pollen, Nektar und Honigtau, blühende Pflanzen in Beetnähe versorgen sie. Im Beitrag darüber, welche Rolle Chicorée in der Permakultur spielt, geht es auch um Nützlinge.
Chicoréeminierfliege: Gänge im Blatt
Fraßgänge im Blattinneren können auf Larven der Chicoréeminierfliege hinweisen. Sie tritt an Chicorée gelegentlich auf. Das Freilandlaub landet dabei ohnehin nicht auf dem Teller: Vor dem Einlagern schneidest du den Blattschopf 4 cm über der Rübe ab, gegessen werden die Sprosse aus der Treiberei. Achte beim Schnitt darauf, das Herz nicht zu verletzen.
Schnecken und Wühlmäuse
Gehen Schnecken an junge Chicorée-Pflanzen, erkennst du das an Fraßstellen und Schleimspuren. Absammeln und ein lückenloser Schneckenzaun können den Befall begrenzen, offene Bierfallen locken dagegen zusätzliche Schnecken an. Weitere Maßnahmen findest du im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.
Findest du beim Roden angefressene Rüben, können Wühlmäuse die Ursache sein, denn sie fressen an Wurzeln und anderen unterirdischen Pflanzenteilen. Ultraschallgeräte eignen sich nicht als wirksame Abwehr.
Krankheiten an Chicorée
Echter Mehltau: weißer Belag auf dem Laub
Echter Mehltau zeigt sich bei Chicorée als weißer Pilzbelag auf oberirdischen Pflanzenteilen. Er gehört zu den Problemen, die an Chicorée gelegentlich auftreten. Befallene Blätter zupfe ich ab und verwende sie nicht zum Mulchen, weil kranke Pflanzenreste nicht in die Mulchschicht gehören.
Fäulen in der Treiberei
In der Treiberei können schleimbildende Pseudomonas-Bakterien und wurzelschädigende Sclerotinia-Pilze auftreten, auch beide zugleich. Welcher Erreger eine Fäule verursacht, siehst du deshalb nicht sicher. Die Zuordnung kann eine Untersuchung erfordern.
Für dich zählt zunächst die Ordnung im Gefäß. Faulende oder schmierige Sprosse entsorgst du, und Wurzeln, die faulen, nehme ich aus dem Treibgefäß heraus. Sclerotinia-Dauerkörper im Boden können nachfolgende WirtspflanzenWirtspflanzen sind die Pflanzen, die ein bestimmter Schädling oder Krankheitserreger befällt und von denen er lebt. Ein Schädling oder Erreger hat oft mehrere Wirtspflanzen, darunter auch verwandte Wildkräuter. wie Kopf- und Feldsalat infizieren, deshalb kommt Erde aus einem Treibgefäß mit faulenden Wurzeln bei mir nicht ins Salatbeet.
Die Erde im Treibgefäß hältst du gut durchfeuchtet, die Sprosse bleiben beim Gießen trocken. Wasser von oben erhöht allgemein die BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. und damit den KrankheitsdruckKrankheitsdruck beschreibt, wie groß die Gefahr ist, dass Pflanzen von Krankheitserregern befallen werden. Er steigt zum Beispiel bei feucht-warmem Wetter, das besonders Pilzkrankheiten fördert..
Nährstoffmangel und andere Störungen deuten
Nicht jedes gelbe oder welke Blatt geht auf einen Schädling oder Erreger zurück. Auch diese Zeichen sind Hinweise, keine Diagnose.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Erster Schritt |
|---|---|---|
| ältere Blätter insgesamt aufgehellt, schwacher Wuchs, flächige Vergilbung | Stickstoffmangel | Bodenanalyse statt Nachdüngen auf Verdacht |
| junge Blätter gelb, Adern grün | Eisenmangel | neben dem Bodenbefund auch pH-Wert und BodengefügeDas Bodengefüge beschreibt, wie die festen Teilchen im Boden angeordnet sind und zusammenhalten, etwa lose als Einzelkörner oder zu Krümeln verklebt. Davon hängt ab, wie viele Hohlräume für Luft, Wasser und Wurzeln bleiben. prüfen |
| welke Blätter | TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. oder beginnende Wurzelfäule | Bodenfeuchte prüfen, bevor du gießt |
| weißer Belag, Fraßgänge im Blatt, schleimige Stellen | eher Mehltau, Minierfliege oder Fäule als ein Mangel | Abschnitte zu Schädlingen und Krankheiten oben |
Eine Bodenanalyse kann Nährstoffmangel, Überschüsse und Ungleichgewichte unterscheiden, während Nachdüngen auf Verdacht die Bedingungen verschlechtern kann. Wie du Nährstoffe gezielt nachlieferst, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Chicorée pflegst und bedarfsgerecht düngst.
Schießt Chicorée schon im ersten Jahr in die Blüte, muss keine Krankheit dahinterstecken. Kühle Temperaturen zusammen mit mehr als 14 Stunden Tageslänge können die Blütenbildung auslösen. Welcher Saattermin dazu passt, liest du im Ratgeber dazu, wann du Chicorée am besten säst.
Vorbeugen im Beet und in der Treiberei
Vorbeugung beginnt bei der Beetwahl. Baue Chicorée erst nach einer Anbaupause von 3 bis 4 Jahren wieder auf demselben Beet an. Das gilt auch, wenn dort zuvor verwandte Kulturen wie Radicchio, Zuckerhut oder Endivien standen. Welche Beete in den letzten Jahren Zichorien trugen, kannst du im Beetplaner festhalten.
Für gesunde Rüben braucht Chicorée tiefgründigen, unverdichteten Boden ohne anhaltende Nässe oder Trockenheit, denn Wassermangel beeinträchtigt die Rübenbildung. Gieß morgens und direkt im Wurzelbereich, dann bleiben die Blätter möglichst trocken.
Zu viel Stickstoff kann die Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge erhöhen und bei Chicorée zusätzlich die spätere Treibqualität verschlechtern. Ein Überangebot schadet also zweimal, im Beet und im Treibgefäß. Welche weiteren Fehler beim ersten Anbau passieren, zeigt der Ratgeber zu typischen Anfängerfehlern bei Chicorée.
Beim Roden und Einlagern
- Rüben auf Fraßstellen und Fäulnis ansehen
- Rüben 2 bis 3 Tage an einem luftigen Ort abtrocknen lassen
- Blattschopf 4 cm über der Rübe abschneiden, ohne das Herz zu verletzen
- befallenes Laub nicht zum Mulchen verwenden
- Wurzeln frostsicher im Boden oder in Sand lagern
- im Treibgefäß die Erde feucht und die Sprosse trocken halten
Wenn doch ein Mittel nötig scheint
Bei Chicorée sind Pflanzenschutzmaßnahmen in der Regel nicht erforderlich. Vorbeugen, Nützlinge fördern und mechanisch eingreifen kommen deshalb zuerst.
Chemischer Pflanzenschutz ist höchstens das letzte Mittel. Im Hausgarten darfst du nur zugelassene Pflanzenschutzmittel mit der Kennzeichnung für nichtberufliche Anwendung einsetzen. Halte dich an die Gebrauchsanweisung, trage Schutzkleidung, beachte die Wartezeit bis zur Ernte und entsorge Reste so, wie es die Packung vorgibt. Solche Mittel können Nützlinge treffen, die sich vom Frühjahr bis zum Frühsommer vermehren und dann sehr empfindlich reagieren.





