Gemüse · Salate & Blattgemüse · Pflege

Schnittsalat düngen: über mehrere Schnitte, im Beet, unter Glas und im Topf

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Bei Gartensalat reicht die Düngung der Vorfrucht meist aus, prüfe deshalb erst Boden und Blätter, bevor du nachdüngst.
  • Soll Schnittsalat mehrmals nachwachsen, darf das Messer das Herz der Pflanze nicht verletzen.
  • Zu viel Stickstoff hebt bei Schnittsalat den Nitratgehalt, späte Gaben können zusätzlich das Innenbrandrisiko erhöhen.
  • Hornmehl ist im Boden nach etwa 6 Wochen umgesetzt, grobe Hornspäne brauchen dafür mehrere Monate.
  • Im geschützten Anbau liegt der Brutto-Bedarfswert für Stickstoff bei Schnittsalat niedriger als im Freiland.
  • Torffreie oder torfreduzierte Topferde kann Stickstoff binden, im Topf kann dadurch zusätzlicher Bedarf entstehen.
Roter Pflücksalat wächst in Reihen in einem Gartenbeet.
Foto: Kathas_Fotos · Pixabay Content License · Quelle ↗

Schnittsalat treibt nach jedem Schnitt wieder aus, und genau dann liegt der Griff zum Dünger nahe. Zu viel Stickstoff treibt bei Schnittsalat aber den Nitratgehalt der Blätter nach oben, und ein salzreicher Boden kann sein Wachstum stören. Ich schaue deshalb vor jeder Gabe zuerst, was das Beet von der Vorfrucht noch mitbringt. Dieser Ratgeber konzentriert sich auf die Versorgung über mehrere Schnitte und auf die Unterschiede zwischen Beet, Gewächshaus und Topf.

Welche Nährstoffe braucht Schnittsalat?

Jeder Hauptnährstoff hat seine Aufgabe: Stickstoff hilft beim Wachstum, Phosphor bei den Wurzeln, Kalium beim Wasserhaushalt und Magnesium beim Aufbau des Blattgrüns. Bei Gartensalat, Pflücksalat eingeschlossen, deckt meist schon die Düngung der Vorfrucht den Bedarf. Wie Salate und Blattgemüse je nach Art gedüngt werden, erklärt der Abschnitt Düngen im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.

Aussaatkalender Schnittsalate
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai, Juni, Juli; Aussaat: März, April, Mai, Juni, Juli, August; Blüte: Juli, August; Ernte: Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: April, Mai, Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustBlüteBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: MaiErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: AprilPflanzung: MaiPflanzung: JuniPflanzung: JuliPflanzung: AugustPflanzung: SeptemberVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Wie bereitest du den Boden vor?

Gartensalat braucht einen Boden, der gut durchlüftet und tiefgründig ist, mäßig humos und arm an Salzen. Für den Gemüsegarten gelten im Frühjahr höchstens 3 l Kompost je m² und Jahr als allgemeine Grundgabe, angepasst an die vorhandene Versorgung. Mehr zu Standort und Boden steht im Überblick zu Salaten und Blattgemüse, und wie du eine Bodenanalyse auswertest, zeigt der Ratgeber zum Eichblattsalat.

Welcher Dünger wirkt wie schnell?

Organische Dünger geben ihre Nährstoffe überwiegend längerfristig ab, lösliche Mineraldünger wirken meist schneller und werden leichter ausgewaschen. Hornmehl ist im Boden nach etwa 6 Wochen umgesetzt, bei groben Hornspänen dauert das mehrere Monate. Über das Blatt gedüngt, lässt sich ein kurzer Engpass überbrücken, eine einzelne Anwendung deckt aber gewöhnlich nur einen kleinen Teil dessen, was die Pflanze insgesamt braucht.

Wie düngst du Schnittsalat, den du mehrmals schneidest?

Das Herz entscheidet über den Nachwuchs

Pflücksalat erntest du Blatt für Blatt, Schnittsalat dagegen schneidest du. Soll er mehrmals nachwachsen, darf das Messer das Herz der Pflanze nicht verletzen. Ich schneide deshalb oberhalb des Herzens und lasse die jüngsten Innenblätter stehen. Wie du Pflücksalat bedarfsgerecht düngst, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Nutzt du Eichblattsalat als Schnittsalat und bleibt das Herz heil, kannst du nach etwa 3 Wochen erneut schneiden. Nach dem dritten oder vierten Schnitt geht er häufig zur Blüte über. Schießt Gartensalat, werden seine Blätter härter und bitterer. Hast du zu diesem Zeitpunkt schon einen neuen Satz im Beet, musst du den schossenden Bestand nicht weiter beernten. Auch gut gewässerter Salat kann bei langen Tagen Blüten ansetzen, deshalb muss die Sorte zur Anbauzeit passen.

Für fortlaufende Ernten nennen manche Kulturanleitungen Nachsaaten im Abstand von 2 bis 3 Wochen. Andere empfehlen 3 bis 4 Wochen. Im Freiland kannst du Schnitt- und Pflücksalat bis in den September hinein säen. Die Sätze planst du mit dem druckbaren Aussaatkalender für Salate.

Marias Erfahrung

Ich notiere auf dem Beetschild, wann ich gesät, geschnitten und gedüngt habe. Daran sehe ich beim nächsten Satz, was das Beet schon bekommen hat.

Brauchst du nach jedem Schnitt Dünger?

Nach jedem Schnitt nachzudüngen, ist kein Muss, denn im Sommer liefert ein gut versorgter Boden häufig selbst nach. Dazu kommt der Zeitpunkt: Beim Eichblattsalat steht der nächste Schnitt schon nach etwa 3 Wochen an, eine Gabe direkt nach dem Schnitt liegt also nah an der nächsten Ernte. Kommt Stickstoff spät, kann er bei Salat den Nitratgehalt anheben und das Risiko für Innenbrand erhöhen.

Ich schaue vor einer Gabe auf die älteren Blätter. Werden sie insgesamt blasser und wächst der Bestand schwach, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten. Bei so einem Verdacht lässt du den zusätzlichen Bedarf mit einer Nmin-Bodenuntersuchung bestimmen. Muss Stickstoff nachgelegt werden, gilt für kurze Kulturen wie Kopfsalat Hornmehl als passender als Hornspäne. Ich halte es beim Schnittsalat genauso und richte die Menge nach dem Befund, nicht nach dem Kalender.

Kurz erklärt

Eine Standard-Bodenprobe zeigt nicht automatisch, wie viel Stickstoff gerade verfügbar ist, das misst die Nmin-Untersuchung gesondert. Zu düngen bleibt der Bedarf der Kultur, abzüglich des mineralischen Stickstoffs im Boden und dessen, was er nachliefert.

Häufiger Fehler

Stickstoff nach jedem Schnitt nach Plan streuen. Bekommt Schnittsalat mehr, als er verwertet, steigt der Nitratgehalt, und ein Stickstoffüberschuss kann auch Krankheiten und Schädlinge begünstigen.

Wasser zwischen den Schnitten

Fehlt im Sommer Wasser, können die Blätter von Gartensalaten wie Eichblatt härter werden, die Pflanzen wachsen langsamer und schießen früher. Sterben Blattränder ab, kann der Calciumtransport gestört sein, etwa durch Überdüngung oder ungleichmäßiges Gießen. Ich gieße morgens direkt auf den Boden und halte die Blätter möglichst trocken, weil Nässe Fäule und Falschen Mehltau fördert. Wie du Schnittsalat für Ertrag und Blattqualität pflegst, steht im eigenen Pflege-Ratgeber.

Ernten und lagern mit Blick auf Nitrat

Salat, den du nachmittags oder abends erntest, kann weniger Nitrat enthalten. Bis dahin ist ein Teil dessen abgebaut, was sich in der Nacht angereichert hat. Ich schneide für die Küche deshalb am Nachmittag. In Blattsalaten kann reichlich Nitrat stecken, und bei falscher Lagerung können Mikroben daraus Nitrit bilden. Lagere die Blätter deshalb gekühlt und sauber, vor Austrocknung geschützt und nicht neben Äpfeln, Birnen oder Tomaten. Eine abwechslungsreiche Gemüseküche bleibt dabei die Empfehlung.

Beet, Gewächshaus oder Topf: Was ändert sich beim Düngen?

Für Schnittsalat gibt es Schweizer Brutto-Bedarfswerte für Stickstoff, getrennt nach Freiland und geschütztem Anbau. Beide Werte gelten vor Anrechnung dessen, was der Boden bereits liefert.

Anbau Brutto-Stickstoffbedarf Bezug
Freiland 6 g N je m² bei 1,5 kg Ertrag je m², vor Anrechnung des Bodenangebots
Geschützter Anbau 5 g N je m² bei 1,5 kg Ertrag je m², vor Anrechnung des Bodenangebots

Brutto heißt: Von diesem Wert ziehst du den vorhandenen mineralischen Stickstoff und die Nachlieferung des Bodens ab. Erst was dann übrig bleibt, ist dein tatsächlicher Düngebedarf.

Im Beet

Kompost kann dem Boden helfen, Wasser besser zu halten. Ein humusreicher Gartenboden, der warm und feucht genug ist, gibt im Sommer häufig genug Nährstoffe für laufende und neue Kulturen ab. Ein mit Kompost vorbereitetes und gleichmäßig feuchtes Beet kommt deshalb im Sommer oft ohne Nachdüngung für den Schnittsalat aus.

Grobes Stroh und Holzreste nimmst du vor der nächsten Bodenbearbeitung vom Beet. Arbeitest du sie ein, binden die Mikroben beim Abbau Stickstoff. Wer dauerhaft mulcht, kann damit auch mehr Schnecken ins Salatbeet holen, und das musst du gegen den Nutzen abwägen.

Asia-Salate zählen zu den Schwach- bis Mittelzehrern. Besteht deine Schnittsalat-Mischung aus ihnen, brauchen sie als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur keinen Dünger, ein mit Kompost vorbereitetes Beet reicht.

Im Gewächshaus

Unter Glas liegt der Brutto-Bedarfswert von Schnittsalat niedriger als im Freiland. In Salat kann sich Nitrat weniger anreichern, wenn mehr Licht da ist und kein Stickstoff im Überfluss. In der lichtarmen Winterkultur unter Glas fehlt das Licht als Ausgleich, also bleibt vor allem das Stickstoffangebot, auf das du achten kannst. Ich lege im Winter unter Glas deshalb keinen Stickstoff auf Vorrat nach.

Im Gewächshaus und im Frühbeet beugst du Mehltau vor, indem du regelmäßig und reichlich lüftest. Den Falschen Salatmehltau begünstigt vor allem anhaltend feuchte, mäßig warme Witterung im Spätsommer und Herbst.

Tipp

Gieße unter Glas früh am Morgen und lüfte danach, damit Pflanzen und Boden über den Tag abtrocknen.

Im Topf und Balkonkasten

Für Salate im Balkongefäß reicht gewöhnliche Blumenerde, für feine Saat nimmst du eine weniger grobe Anzuchterde. Im Gefäß passen faserreiche, möglichst torffreie Kompostsubstrate, weil sie Luft, Wasser und Nährstoffe gut speichern. Manche Bestandteile torffreier oder torfreduzierter Erden können allerdings Stickstoff festlegen, sodass zusätzlicher Bedarf entsteht.

Im Topf kann Schnittsalat also tatsächlich Stickstoff nachfragen, ein salzreiches Substrat stört sein Wachstum aber ebenfalls. Ich dünge im Gefäß deshalb erst, wenn die älteren Blätter insgesamt blasser werden, und taste mich dann an die Menge heran. Jedes Gefäß braucht Abzugslöcher gegen Staunässe, und ein größeres Gefäß speichert mehr Wasser. Hängen die Blätter schlaff, kann Trockenheit dahinterstecken, aber ebenso eine beginnende Wurzelfäule. Fühl deshalb erst in die Erde, bevor du gießt.

Mini-Checkliste

Gefäß mit Abzugslöchern · Blumenerde oder faserreiches, torffreies Kompostsubstrat · Erdfeuchte vor dem Gießen prüfen · ältere Blätter vor dem Düngen ansehen.

Woran erkennst du Mangel oder Überversorgung?

Hellen zuerst die älteren Blätter insgesamt auf, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten, gelbe junge Blätter mit grünen Adern eher auf Eisenmangel. Bei braunen Blatträndern oder Innenbrand kann der Calciumtransport in der Pflanze gestört sein, und dann hilft zusätzliches Calcium nicht, wenn der Boden genug davon enthält. Wie du Mangel und Überschuss beim Kopfsalat unterscheidest, zeigt der Ratgeber zu dessen Nährstoffen. Die Salatdüngung insgesamt behandelt der Abschnitt Düngen im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.

Wie passen Fruchtfolge, Mischkultur und Gründüngung dazu?

Zwischen Radieschen, Möhren, Kohlrabi oder Spinat füllt Schnittsalat Lücken, solange Platz und Licht für alle reichen. Als Gründüngung binden Leguminosen wie Klee mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff, und verrottet ihre Masse, kann die nächste Kultur besser versorgt sein. Mischkultur kann unterstützen, garantiert aber nichts: Anbaupausen je Art stehen im Überblick zu Salaten und Blattgemüse, und welche Nachbarn zu deinem Schnittsalat passen, prüfst du im Mischkultur-Planer.

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Häufige Fragen

Wie oft sollte Schnittsalat gedüngt werden?
Einen festen Rhythmus gibt es beim Schnittsalat nicht. Meist deckt schon das, was die Vorfrucht an Dünger bekommen hat, seinen Bedarf. Nachlegen solltest du erst, wenn die älteren Blätter insgesamt blasser werden oder eine Nmin-Bodenuntersuchung einen Bedarf zeigt.
Welche Nährstoffe benötigt Schnittsalat für optimales Wachstum?
Im Mittelpunkt steht Stickstoff, der das Wachstum unterstützt. Dazu kommen Phosphor für die Wurzeln, Kalium für den Wasserhaushalt und Magnesium für das Blattgrün. Wie viel du davon ergänzen musst, hängt vom Vorrat im Boden und von seiner Nachlieferung ab.
Warum ist Kompost für die Bodenvorbereitung bei Schnittsalat so wichtig?
Kompost kann dem Boden helfen, Wasser besser zu halten. Für den Gemüsegarten gelten im Frühjahr höchstens 3 l Kompost je m² und Jahr als allgemeine Orientierung, abhängig davon, wie gut der Boden schon versorgt ist. Mehr bringt nicht mehr, denn reichlich Stickstoff kann den Nitratgehalt von Blattgemüse anheben.
Welche spezifischen NPK-Verhältnisse sind für Schnittsalat optimal?
Ein NPK-Verhältnis, das auf jedes Beet passt, gibt es nicht. Maßgeblich ist der Bodenbefund: Zeigt er schon hohe Phosphat- und Kaligehalte, reicht für den restlichen Stickstoffbedarf ein reiner Stickstoffdünger, organisch oder mineralisch. Meldet die Analyse bei einem Nährstoff Überschuss und bei einem anderen Mangel, gleichst du nur den fehlenden gezielt aus.
Wie unterscheidet sich die Düngung im Gewächshaus von der im Freiland?
Unter Glas liegt der Brutto-Bedarfswert für Stickstoff bei Schnittsalat niedriger als im Freiland, in beiden Fällen gerechnet vor dem, was der Boden beisteuert. Im Gewächshaus kommt hinzu, dass Nitrat sich bei mehr Licht und ohne Stickstoffüberschuss weniger stark in Salat anreichern kann. Im Freiland gibt ein humusreicher, warmer und feuchter Boden im Sommer häufig genug nach, lösliche Mineraldünger werden dort aber leichter ausgewaschen.
Worin unterscheiden sich Pflücksalat und Schnittsalat bezüglich der Nährstoffversorgung?
Der Unterschied liegt vor allem in der Ernte: Pflücksalat erntest du Blatt für Blatt, Schnittsalat schneidest du, ohne sein Herz zu verletzen. Bei beiden entscheidest du nach Blattbild und Bodenbefund, ob überhaupt nachgedüngt wird. Ein fester Nachschlag nach jedem Schnitt gehört nicht dazu.
Ist es ein Mythos, dass mehr Dünger automatisch zu besseren Erträgen führt?
Ja, mehr Dünger bringt bei Schnittsalat nicht automatisch mehr. Bekommt er zu viel Stickstoff, steigt der Nitratgehalt, und ein salzreicher Boden kann sein Wachstum stören. Ein Stickstoffüberschuss kann außerdem Krankheiten und Schädlinge begünstigen und bei stark wachsenden Salaten die jungen Blattränder schädigen.
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