Spinat richtig gießen: wie oft, wie viel und welches Wasser
- Einen festen Gießtakt gibt es nicht: Bodenart und Witterung bestimmen die Abstände, die Bodenprobe zeigt, wie tief das Wasser angekommen ist.
- Für einen durchdringenden Gießgang im Gemüsebeet gelten etwa 20 bis 25 l je m² als allgemeine Orientierung, nicht als Wochenmenge.
- Die Saat hältst du mäßig feucht, danach bleibt der Boden bis zur Ernte gleichmäßig feucht, weil trockene Sommer das Schossen fördern.
- Regenwasser von unproblematischen Dachflächen und Leitungswasser eignen sich, Abläufe von Kupfer-, Zink- und herbizidbehandelten Bitumendächern nicht.

Steht Spinat im Sommer zu trocken, fördert das sein SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen.. Zu viel Wasser schadet ihm aber ebenso, denn Übernässung und verschlämmter Boden können sein Wachstum stoppen und die Blätter vergilben lassen. Ich gieße Spinat deshalb nicht nach Kalender, sondern nach dem, was ich beim Nachgraben im Boden finde. Hier liest du, wie oft, wie viel und mit welchem Wasser du ihn von der Saat bis zur Ernte gießt.
Wie oft gießt du Spinat?
Einen festen Gießtakt gibt es für Spinat nicht, denn die Abstände richten sich nach Bodenart und Witterung. Wann und wie viel du gießt, hängt außerdem von der aktuellen Bodenfeuchte, dem Wasserspeichervermögen des Bodens, der Wurzeltiefe und dem Entwicklungsstadium ab. Wie diese Faktoren zusammenwirken, erklärt der Abschnitt Gießen und Pflegen im Ratgeber für Salate und Blattgemüse.
Statt auf den Kalender schaust du in den Boden. Grab neben der Reihe vorsichtig nach und prüfe, wie tief das Wasser vom letzten Gießen oder Regen eingedrungen ist. Vor einer größeren Wassergabe kontrollierst du die Feuchte auch in 20 cm Tiefe. Ich ziehe dafür mit einer schmalen Handschaufel die Erde seitlich weg und fühle, bis wohin sie feucht ist.
Ist ergiebiger Regen angekündigt, kannst du eine geplante Gießgabe verschieben. Das gilt, solange der Spinat bis dahin ausreichend versorgt ist.
Bevor du gießt, klärst du drei Fragen.
- Wie tief ist der Boden neben der Reihe noch feucht?
- Was hat der Regenmesser seit dem letzten Gießen angezeigt?
- Ist ergiebiger Regen angekündigt?
Wie viel Wasser gibst du pro Gießgang?
Eine feste Wochenmenge für Spinat gibt es nicht, weil Boden, Wetter und Entwicklungsstadium den Bedarf verschieben. Brauchbar ist eine Orientierung für den einzelnen Gießgang. Für einen durchdringenden Gießgang im Gemüsebeet gelten etwa 20 bis 25 l je m² als allgemeiner Richtwert. Das ist keine artspezifische Wochenmenge, sondern eine Gabe, die den Boden gründlich durchfeuchtet.
Ich messe die Menge über die Kanne: Ich weiß, wie viele Liter hineinpassen, und verteile sie auf die abgeschrittene Beetfläche. Ob das Wasser tief genug angekommen ist, zeigt mir danach die Bodenprobe.
Regen rechnest du mit. Ein Millimeter Niederschlag entspricht einem Liter Wasser je Quadratmeter, deshalb lässt sich ein Schauer am Regenmesser direkt mit dem Richtwert für den Gießgang vergleichen. Ob er wirklich bis in die Tiefe gereicht hat, klärt wieder das Nachgraben.
Diese drei Werte helfen beim Abmessen.
- Durchdringender Gießgang im Gemüsebeet: etwa 20 bis 25 l je m², als allgemeine Orientierung und nicht als Wochenmenge
- Regen umrechnen: 1 mm Niederschlag entspricht 1 l Wasser je m²
- Vor einer größeren Gabe: Bodenfeuchte auch in 20 cm Tiefe prüfen
Wie gießt du Spinat in den einzelnen Wachstumsphasen?
Spinat braucht nicht in jeder Phase dieselbe Behandlung. Die Tabelle gibt den Überblick, die Abschnitte darunter zeigen die Handgriffe.
| Phase | So gießt du | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Aussaat und Keimung | mäßig feucht, mit feinem Strahl, flächig benetzen | Samen nicht wegschwemmen, noch kein Mulch |
| Jungpflanzen und Blattwachstum | gleichmäßig feucht, morgens, direkt in den Wurzelbereich | trockene Sommer fördern Schossen, Übernässung kann das Wachstum stoppen |
| Kurz vor der Ernte | weiter ausreichend feucht | Trockenheit kann die Nitratanreicherung begünstigen |
| Topf und HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. | Feuchte vor dem Gießen prüfen, kleine Töpfe häufiger | Abzugslöcher gegen Staunässe |
Aussaat und Keimung
Spinat säst du von März bis Juni und wieder von August bis Oktober. Die Termine zum Ausdrucken stehen im Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 7 bis 14 Tage. In dieser Zeit hältst du die Saat mäßig feucht und gießt mit feinem Strahl, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden.
Für die Saat eignet sich eine flächige Benetzung, ein Tropfschlauch bringt das Wasser dagegen gezielt an einzelne Pflanzen. Auf die frische Saat kommt noch kein Mulch. Wie du den Boden vorher herrichtest, zeigt der Ratgeber, wie du das Spinatbeet vorbereitest.
Die KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. von Spinat reicht bis 20 °C, und hohe Bodentemperaturen hemmen seine Keimung. Liegt der Boden bei der Augustsaat noch sommerlich warm, kann kaltes Angießwasser die Aussaatbedingungen deshalb verbessern. Ich gieße die Rille dann direkt nach dem Säen mit frischem Wasser aus der Leitung an.
Jungpflanzen und Blattwachstum
Sobald die Pflanzen stehen, hältst du den Boden gleichmäßig feucht. Trockene Sommer fördern bei Spinat das Schossen, Sommersätze profitieren deshalb von etwas Schatten. Gieß morgens direkt in den Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und die Blätter möglichst trocken bleiben.
Gegen die Tageslänge hilft allerdings kein Wasser. Spinat bildet ab einer Tageslänge von über 12 Stunden Blüten, und die herrscht in Deutschland zwischen Mai und August. Gleichmäßiges Gießen nimmt also nur die Trockenheit als zusätzlichen Anstoß zum Schossen heraus.
Bildet sich auf dem Beet eine Kruste, lockerst du sie flach mit der Hacke, damit Wasser wieder eindringen kann. Bodenverschlämmung kann bei Spinat das Wachstum stoppen.
Eine dünne MulchdeckeEine Mulchschicht ist eine Abdeckung des Bodens, meist aus organischem Material wie Laub, Stroh oder Rasenschnitt. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht, verringert Erosion und hemmt Unkraut. zwischen den Reihen vermindert die Verdunstung und schützt die Oberfläche vor VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und starker Erwärmung. Rasenschnitt lässt du vorher antrocknen und verteilst ihn so dünn, dass der Boden noch leicht durchscheint. Die Jungpflanzen selbst lässt du frei. In schneckengefährdeten Beeten wäge ich ab, weil dauerhaftes Mulchen den Schneckenbesatz erhöhen kann.
Kurz vor der Ernte
Kurz vor der Ernte gießt du weiter wie bisher.
Vor der Ernte weniger gießen, damit der Spinat mehr Geschmack bekommt? Für Spinat ist das kein guter Rat. Trockene Sommer fördern sein Schossen, und Trockenheit kann die Anreicherung von Nitrat begünstigen. Halte den Boden deshalb bis zur Ernte ausreichend feucht.
Für einen niedrigeren Nitratgehalt erntest du am Nachmittag oder Abend statt früh am Morgen, weil Licht den Nitratabbau fördert. Mein Ablauf im Spinatbeet: morgens gießen, am Nachmittag ernten. Wann und womit Spinat Nährstoffe bekommt, erklärt der Ratgeber, wie du Spinat richtig düngst.
Frisch geernteten Spinat legst du gekühlt ins Gemüsefach, dort hält er höchstens 2 Tage. Spinat kann viel Nitrat enthalten, und bei unsachgemäßer Lagerung können Mikroben daraus Nitrit bilden. Empfohlen bleibt weiterhin eine abwechslungsreiche Gemüseernährung.
Im Topf und im Hochbeet
Spinat wächst auch im Hochbeet und im Topf. Jedes Gefäß braucht Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser abläuft und keine wurzelschädigende Staunässe entsteht. Ein größeres Gefäß speichert mehr Wasser und verlängert die Gießabstände, kleine Töpfe gießt du häufiger. Im Hochbeet hält eine Mulchschicht aus Stroh die Feuchtigkeit länger im Boden. Beim Topf prüfe ich die Erde mit dem Finger, bevor ich zur Kanne greife.
Welches Wasser kommt in die Kanne?
Für Spinat eignen sich Regenwasser und Leitungswasser. Es kommt darauf an, woher das Wasser stammt und wofür du es einsetzt.
| Wasser | Einsatz | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Regenwasser | laufendes Gießen im Gemüsebeet | nur von unproblematischen Dachflächen, keine Abläufe von Kupfer-, Zink- und herbizidbehandelten Bitumendächern |
| Leitungswasser | laufendes Gießen | grundsätzlich hochwertiges Gießwasser, trotzdem nicht verschwenden |
| Kaltes Wasser | Angießen der Saat bei sommerlich warmem Boden | kann die Aussaatbedingungen für Spinat verbessern |
Bevor ich eine Regentonne an ein Fallrohr hänge, schaue ich nach, woraus das Dach besteht. Leitungswasser nehme ich, wenn die Tonne leer ist, und für das kalte Angießen der Augustsaat. Aufbereitetes Abwasser kommt bei mir nicht an Blattgemüse. Für bodennah wachsenden Salat, der roh gegessen wird, gilt es wegen möglicher Krankheitserreger als ungeeignet.
Kanne, Tropfschlauch oder Regner?
Mit der Kanne gießt du gezielt am Pflanzenfuß, ohne den ganzen Bestand zu benetzen. Ein Tropfschlauch spart Wasser, braucht aber einen Filter, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Überkopfberegnung benetzt Saatflächen gleichmäßig, macht aber die Blätter nass und erhöht den KrankheitsdruckKrankheitsdruck beschreibt, wie groß die Gefahr ist, dass Pflanzen von Krankheitserregern befallen werden. Er steigt zum Beispiel bei feucht-warmem Wetter, das besonders Pilzkrankheiten fördert.. Den Vergleich der Methoden vertieft der Grundlagenabschnitt Gießen und Pflegen.
Zu nass oder zu trocken?
Welke Blätter können bei TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. auftreten, aber auch bei beginnender WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde.. Prüf deshalb die Bodenfeuchte, bevor du zusätzlich gießt. Ist der Boden nass oder verschlämmt, können Übernässung und Sauerstoffmangel das Wachstum von Spinat stoppen und die Blätter vergilben lassen. Staunässe und typische Gießfehler behandelt derselbe Grundlagenabschnitt ausführlicher.
Wie viel Wasser Kopfsalat im Jahresverlauf braucht, zeigt der Ratgeber, wie du Kopfsalat richtig bewässerst. Für Batavia gibt es eigene Tipps, wie du Bataviasalat richtig gießt.





