Zichorie und Chicorée: Was sie verbindet und wie du Chicorée treibst
- Zichorie ist die Art Cichorium intybus; Treibchicorée, Radicchio und Zuckerhut sind Kulturgruppen dieser Art.
- Endivie ist eine eigene, eng verwandte Art und zählt in der Fruchtfolge mit.
- Chicorée wächst erst als Rübe im Beet, die essbaren Sprosse treibt die Wurzel danach im Dunkeln.
- Gesät wird im Mai, gerodet ab Mitte September bei 3 bis 6 cm Rübendurchmesser.
- Getrieben wird bei 12 bis 18 °C in völliger Dunkelheit, jede Wurzel liefert nur eine Ernte.
Zichorie, Chicorée, Radicchio, Zuckerhut: Im Saatgutregal stehen die Namen nebeneinander, und beim Planen des Beets bleibt oft offen, was zusammengehört. Beim Chicorée kommt eine zweite Hürde dazu. Du säst ihn im Mai, die Sprosse schneidest du aber erst nach der Treiberei im Winter. Ich plane deshalb schon bei der Aussaat den dunklen Platz mit, an dem die Wurzeln später treiben.
Sind Zichorie und Chicorée dasselbe?
Nicht ganz: Zichorie ist der Oberbegriff, Chicorée eine Form davon. Hinter Chicorée, Radicchio und Zuckerhut steht dieselbe Art, Cichorium intybus, auf Deutsch Wegwarte. Neben der Wildform gibt es Sorten, die für Blätter, Köpfe oder Wurzeln angebaut werden. Treibchicorée, Radicchio und Zuckerhut sind Kulturgruppen dieser einen Art. Die Gruppen unterscheiden sich vor allem darin, was du erntest. Beim Chicorée sind es die im Dunkeln getriebenen Sprosse, bei Radicchio und Zuckerhut die Köpfe aus dem Beet.
Zichorie meint die Art Cichorium intybus. Chicorée ist genauer der Treibchicorée, denn seine essbaren Sprosse entstehen erst, wenn die Wurzel im Dunkeln treibt. Zu den Salatzichorien gehören Treibchicorée, Radicchio und Zuckerhut.
Welche Kulturgruppen gehören zur Zichorie?
Innerhalb der Art gibt es mehrere Gruppen, die du im Garten ganz unterschiedlich behandelst. Die Übersicht zeigt, was du jeweils erntest und wo es wächst.
| Kulturgruppe | Was du erntest | Wo es wächst |
|---|---|---|
| Treibchicorée | fest geschlossene Sprosse | Rübe im Beet, Sprosse im Dunkeln |
| Radicchio | Köpfe | im Beet |
| Zuckerhut | Köpfe | im Beet |
| Blattzichorie | Blätter | im Beet |
| Wurzelzichorie | fleischige Wurzeln, geröstet für Zichorienkaffee | im Beet |
Treibchicorée
Treibchicorée wächst zunächst als Rübe im FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle.. Danach treibt die Wurzel im Dunkeln die Köpfe, die als Chicorée in die Küche kommen. Es gibt Sorten für die Treiberei in Erde und in Wasser, mit Redoria auch eine rotblättrige Hybridsorte.
Radicchio
Radicchio bildet seine Köpfe direkt im Beet. Zu seinem herb-bitteren Geschmack gehört der Bitterstoff Intybin, der besonders in den weißen Blattrippen sitzt. Übermäßiger Stickstoff kann bei Radicchio SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. und eine stärkere Bitterstoffbildung fördern. Die Sorte Indigo beschreibt der Saatguthersteller als unempfindlich gegen braune Blattränder und Schossen.
Zuckerhut
Zuckerhut bildet wie Radicchio Köpfe im Beet. Er mag einen sonnigen, windgeschützten Platz mit tiefgründigem, humosem Boden.
Blatt- und Wurzelzichorien
Bei den Blattzichorien erntest du die Blätter, ein Beispiel ist die Sorte Catalogna Special. Die Wurzelzichorie baust du wegen der Rübe an. Die fleischigen Wurzeln werden geröstet und für Zichorienkaffee verwendet.
Gehört die Endivie dazu?
Nur als nahe Verwandte. Endivie heißt botanisch Cichorium endivia und ist damit eine eigene Art. Zu ihr gehören Eskariol mit breiten, glatten Blättern und Frisée mit schmaleren, geschlitzten und gekrausten Blättern. Weil sie eng verwandt ist, rechnest du sie in der FruchtfolgeFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. zu den Zichorien.
Was unterscheidet Chicorée von Radicchio und Zuckerhut?
Entscheidend ist, was du erntest und wo es wächst. Radicchio und Zuckerhut stehen von der Pflanzung bis zur Ernte im Beet. Chicorée braucht zwei Orte: das Beet für die Rübe und einen dunklen Raum für die Sprosse. Daraus ergibt sich der Zeitplan, denn die Wurzeln rodest du im Herbst und die Sprosse schneidest du über den Winter.
| Merkmal | Treibchicorée | Radicchio | Zuckerhut |
|---|---|---|---|
| Essbarer Teil | getriebene Sprosse | Kopf | Kopf |
| Kultur | Rübe im Beet, danach Treiberei im Dunkeln | im Beet | im Beet |
| Ernte | über den Winter, bei der Sorte Etardo von Dezember bis März | im Freiland bis in den November | im Freiland bis in den November |
Chicorée anbauen: Wurzelkultur und Treiberei
Chicorée baust du in zwei Phasen an. Zuerst wächst die Rübe im Freiland, danach treibt sie im Dunkeln die essbaren Sprosse. Die Eckwerte der Wurzelkultur zeigt die Tabelle.
| Schritt | Eckwert |
|---|---|
| Aussaat | im Mai direkt ins Beet, empfohlen etwa Mitte Mai |
| SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. | 1 bis 3 cm, je nach Kulturhinweis |
| Abstände | 10 bis 15 cm in der Reihe bei 30 bis 50 cm Reihenabstand, je nach Verfahren |
| GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. | 3 l gut verrotteter Kompost je m², im Frühjahr oder vor der Aussaat |
| Nachdüngung | 50 g HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne. je m² im Zwei- bis Dreiblattstadium |
| Roden | ab Mitte September nach 18 bis 20 Wochen Wuchszeit |
| Treibfähige Rübe | 3 bis 6 cm Durchmesser, etwa 15 cm lang, gleichmäßig geformt |
Phase 1: Die Rübe im Beet
Du säst Chicorée direkt an Ort und Stelle, als Termin hat sich der Mai bewährt. Am besten keimen die Samen bei 16 bis 20 °C. Wird es im SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. wärmer als 20 °C, drohen Keimhemmungen. Schießt eine Pflanze schon im ersten Jahr in die Blüte, können kühle Temperaturen zusammen mit mehr als 14 Stunden Tageslänge der Auslöser sein.
Für gut ausgebildete Rüben braucht Chicorée tiefgründigen, steinfreien und humosen Boden ohne Verdichtungen. Sehr nasse und sehr trockene Standorte eignen sich nicht. Trockenheit beeinträchtigt die Rübenbildung. Da sich nur Rüben mit 3 bis 6 cm Durchmesser zum Treiben eignen, entscheidet die Wasserversorgung im Sommer mit, wie viele Wurzeln du später treiben kannst.
Vor der Aussaat versorgst du das Beet mit reifem Kompost. Im Zwei- bis Dreiblattstadium folgt eine Nachdüngung mit Hornmehl, die Mengen stehen oben in der Tabelle. Ich trage mir gleich nach der Aussaat den Rodetermin in den Gartenkalender ein.
Für kräftigere Rüben mehr düngen. Übermäßige Stickstoffgaben können die spätere Treibqualität verschlechtern. Bleib bei der Kompostgabe und der einen Hornmehlgabe, und dünge nicht auf Verdacht nach.
Die Wurzeln roden und vorbereiten
Ab Mitte September sind die Rüben nach 18 bis 20 Wochen Wuchszeit reif zum Roden. Zum Treiben taugen nur gleichmäßig geformte Rüben mit 3 bis 6 cm Durchmesser. Ich lege jede Rübe beim Roden neben einen Zollstock und sortiere krumme und zu schmale aus. Danach trocknen die Rüben zwei bis drei Tage an einem luftigen Ort ab. Anschließend schneidest du das Laub je nach Anleitung 3 bis 5 cm über der Rübe ab, ohne das Herz zu verletzen.
Die Wurzeln bis zum Treiben lagern
Bis zum Antreiben lagerst du die vorbereiteten Wurzeln frostsicher in Sand eingeschlagen. Den Einschlag hältst du bei 0 bis 3 °C. So halten die Wurzeln bis zu acht Monate.
Lass vorbereitete Wurzeln nicht im Warmen liegen. Bei etwa 12 °C halten sie höchstens vier Tage. Hol deshalb nur so viele aus dem Sand, wie du gleich zum Treiben einstellst.
Phase 2: Chicorée treiben
Getrieben wird bei 12 bis 18 °C in völliger Dunkelheit. Deckst du die Wurzeln mit Erde ab, nennt eine Anleitung dafür 16 bis 20 °C. Für Sorten ohne Deckerde stellst du die Wurzeln Kopf an Kopf in ein Gefäß. Das Gefäß ist bis zu einem Viertel mit Erde gefüllt, die Zwischenräume zwischen den Wurzeln füllst du mit feuchter Erde auf. Ohne Deckerde verdunkelst du mit lichtundurchlässiger Folie oder einem Deckel, so ist es etwa für die Sorte Zoom beschrieben.
Beim Gießen soll das Substrat gut durchfeuchtet sein, die Triebe bleiben aber trocken. Ich gieße dafür am Gefäßrand ein und nie von oben über die Köpfe.
Wie lange es bis zur Ernte dauert, geben Anleitungen unterschiedlich an. Kühler getrieben dauert es länger.
| Treibtemperatur | Dauer bis zur Ernte, je nach Anleitung |
|---|---|
| 12 bis 18 °C | 21 bis 26 Tage |
| 12 °C | 5 bis 6 Wochen |
| 16 °C | etwa 3 Wochen oder 4 bis 5 Wochen |
Ich richte mich deshalb nach den Sprossen selbst und nicht nach dem Kalender.
Welche Sorten eignen sich zum Treiben?
Treibsorten unterscheiden sich im Verfahren und im Erntezeitraum.
| Sorte | Verfahren | Beschreibung |
|---|---|---|
| Zoom | ohne Deckerde | Verdunkeln mit lichtundurchlässiger Folie oder Deckel |
| Macun | Erd- und Wassertreiberei | mittelfrüh bis mittelspät, Mitte November bis Ende Januar |
| Etardo | mittelspäte bis späte Erdtreiberei | Sprossenernte Dezember bis März, schwere feste Köpfe |
| Redoria | Erd- oder Wassertreiberei | rotblättrige Hybridsorte |
Kombinierst du eine mittelfrühe mit einer späten Sorte, verteilst du die Treiberei über den Winter.
Chicorée ernten
Die Sprosse schneidest du von der Wurzel ab, wenn sie ausgewachsen, aber noch fest geschlossen sind. Jede Wurzel liefert nur eine solche Ernte. Weil eingeschlagene Wurzeln bis zu acht Monate halten, treibst du am besten satzweise und schneidest über den Winter immer wieder frische Sprosse. Geerntete Sprosse schützt du im Kühlschrank vor dem Austrocknen und lagerst sie getrennt von Äpfeln, Birnen und Tomaten.
Ich stelle den nächsten Satz Wurzeln ein, sobald ich den vorigen schneide. Auf jedes Gefäß schreibe ich das Datum, an dem ich die Wurzeln eingestellt habe.
Wann säst und erntest du Radicchio und Zuckerhut?
Radicchio und Zuckerhut vertragen Frost bis etwa −6 °C, deshalb kannst du sie bis in den November im Freiland ernten. Aussaat, Pflege und Erntezeitpunkt aller Zichorienarten findest du im Anbaukalender für Zichorien. Die Saattermine der Salatarten zum Ausdrucken hat der Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse.
Wie lange brauchen Zichorien eine Anbaupause?
Zichorien, Chicorée und Radicchio stehen nur alle 3 bis 4 Jahre auf demselben Beet. Die Pause gilt auch, wenn vorher verwandte Kulturen wie Endivien dort wuchsen. Welche Partnerpflanzen zur Zichorie passen, liest du im Mischkultur-Ratgeber; Nachbarschaften prüfst du im Mischkultur-Planer, dein ganzes Beet planst du im Beetplaner.
Was gilt bei Krankheiten, Lagerung und Nährwerten?
Bei Radicchio kommen GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten., Schwarzfäule und Sclerotinia-Fäulen vor, hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt den Grauschimmel. Braune Blattränder können auf eine unzureichende Calciumversorgung im Gewebe hindeuten, auch wenn der Boden genug Calcium enthält. Vermeide deshalb Wassermangel und zu viel Stickstoff.
Radicchio hält sich im Gemüsefach höchstens 5 bis 7 Tage. Kühl gelagerter Zuckerhut bleibt etwa 3 bis 4 Wochen haltbar.
Zichorien sind Lebensmittel und keine Medizin. Vorbeugen, Frischhalten und die Nährwerte im Vergleich erklärt der Überblick zu Salaten und Blattgemüse in den Abschnitten Krankheiten und Schädlinge, Frisch halten sowie Auf dem Teller.
Wie kommen Zichorien auf den Teller?
Zuckerhutblätter isst du roh als Salat oder gegart, gegrillt und gekocht als Gemüse. Wie du Zichorien roh, warm und mediterran zubereitest, zeigt der Küchen-Ratgeber mit Rezepten.




