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Zichorie und Chicorée: Was sie verbindet und wie du Chicorée treibst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Zichorie ist die Art Cichorium intybus; Treibchicorée, Radicchio und Zuckerhut sind Kulturgruppen dieser Art.
  • Endivie ist eine eigene, eng verwandte Art und zählt in der Fruchtfolge mit.
  • Chicorée wächst erst als Rübe im Beet, die essbaren Sprosse treibt die Wurzel danach im Dunkeln.
  • Gesät wird im Mai, gerodet ab Mitte September bei 3 bis 6 cm Rübendurchmesser.
  • Getrieben wird bei 12 bis 18 °C in völliger Dunkelheit, jede Wurzel liefert nur eine Ernte.

Zichorie, Chicorée, Radicchio, Zuckerhut: Im Saatgutregal stehen die Namen nebeneinander, und beim Planen des Beets bleibt oft offen, was zusammengehört. Beim Chicorée kommt eine zweite Hürde dazu. Du säst ihn im Mai, die Sprosse schneidest du aber erst nach der Treiberei im Winter. Ich plane deshalb schon bei der Aussaat den dunklen Platz mit, an dem die Wurzeln später treiben.

Sind Zichorie und Chicorée dasselbe?

Nicht ganz: Zichorie ist der Oberbegriff, Chicorée eine Form davon. Hinter Chicorée, Radicchio und Zuckerhut steht dieselbe Art, Cichorium intybus, auf Deutsch Wegwarte. Neben der Wildform gibt es Sorten, die für Blätter, Köpfe oder Wurzeln angebaut werden. Treibchicorée, Radicchio und Zuckerhut sind Kulturgruppen dieser einen Art. Die Gruppen unterscheiden sich vor allem darin, was du erntest. Beim Chicorée sind es die im Dunkeln getriebenen Sprosse, bei Radicchio und Zuckerhut die Köpfe aus dem Beet.

Kurz erklärt

Zichorie meint die Art Cichorium intybus. Chicorée ist genauer der Treibchicorée, denn seine essbaren Sprosse entstehen erst, wenn die Wurzel im Dunkeln treibt. Zu den Salatzichorien gehören Treibchicorée, Radicchio und Zuckerhut.

Welche Kulturgruppen gehören zur Zichorie?

Innerhalb der Art gibt es mehrere Gruppen, die du im Garten ganz unterschiedlich behandelst. Die Übersicht zeigt, was du jeweils erntest und wo es wächst.

Kulturgruppe Was du erntest Wo es wächst
Treibchicorée fest geschlossene Sprosse Rübe im Beet, Sprosse im Dunkeln
Radicchio Köpfe im Beet
Zuckerhut Köpfe im Beet
Blattzichorie Blätter im Beet
Wurzelzichorie fleischige Wurzeln, geröstet für Zichorienkaffee im Beet

Treibchicorée

Treibchicorée wächst zunächst als Rübe im Freiland. Danach treibt die Wurzel im Dunkeln die Köpfe, die als Chicorée in die Küche kommen. Es gibt Sorten für die Treiberei in Erde und in Wasser, mit Redoria auch eine rotblättrige Hybridsorte.

Radicchio

Radicchio bildet seine Köpfe direkt im Beet. Zu seinem herb-bitteren Geschmack gehört der Bitterstoff Intybin, der besonders in den weißen Blattrippen sitzt. Übermäßiger Stickstoff kann bei Radicchio Schossen und eine stärkere Bitterstoffbildung fördern. Die Sorte Indigo beschreibt der Saatguthersteller als unempfindlich gegen braune Blattränder und Schossen.

Zuckerhut

Zuckerhut bildet wie Radicchio Köpfe im Beet. Er mag einen sonnigen, windgeschützten Platz mit tiefgründigem, humosem Boden.

Blatt- und Wurzelzichorien

Bei den Blattzichorien erntest du die Blätter, ein Beispiel ist die Sorte Catalogna Special. Die Wurzelzichorie baust du wegen der Rübe an. Die fleischigen Wurzeln werden geröstet und für Zichorienkaffee verwendet.

Gehört die Endivie dazu?

Nur als nahe Verwandte. Endivie heißt botanisch Cichorium endivia und ist damit eine eigene Art. Zu ihr gehören Eskariol mit breiten, glatten Blättern und Frisée mit schmaleren, geschlitzten und gekrausten Blättern. Weil sie eng verwandt ist, rechnest du sie in der Fruchtfolge zu den Zichorien.

Was unterscheidet Chicorée von Radicchio und Zuckerhut?

Entscheidend ist, was du erntest und wo es wächst. Radicchio und Zuckerhut stehen von der Pflanzung bis zur Ernte im Beet. Chicorée braucht zwei Orte: das Beet für die Rübe und einen dunklen Raum für die Sprosse. Daraus ergibt sich der Zeitplan, denn die Wurzeln rodest du im Herbst und die Sprosse schneidest du über den Winter.

Merkmal Treibchicorée Radicchio Zuckerhut
Essbarer Teil getriebene Sprosse Kopf Kopf
Kultur Rübe im Beet, danach Treiberei im Dunkeln im Beet im Beet
Ernte über den Winter, bei der Sorte Etardo von Dezember bis März im Freiland bis in den November im Freiland bis in den November

Chicorée anbauen: Wurzelkultur und Treiberei

Chicorée baust du in zwei Phasen an. Zuerst wächst die Rübe im Freiland, danach treibt sie im Dunkeln die essbaren Sprosse. Die Eckwerte der Wurzelkultur zeigt die Tabelle.

Schritt Eckwert
Aussaat im Mai direkt ins Beet, empfohlen etwa Mitte Mai
Saattiefe 1 bis 3 cm, je nach Kulturhinweis
Abstände 10 bis 15 cm in der Reihe bei 30 bis 50 cm Reihenabstand, je nach Verfahren
Grunddüngung 3 l gut verrotteter Kompost je m², im Frühjahr oder vor der Aussaat
Nachdüngung 50 g Hornmehl je m² im Zwei- bis Dreiblattstadium
Roden ab Mitte September nach 18 bis 20 Wochen Wuchszeit
Treibfähige Rübe 3 bis 6 cm Durchmesser, etwa 15 cm lang, gleichmäßig geformt

Phase 1: Die Rübe im Beet

Du säst Chicorée direkt an Ort und Stelle, als Termin hat sich der Mai bewährt. Am besten keimen die Samen bei 16 bis 20 °C. Wird es im Saatbett wärmer als 20 °C, drohen Keimhemmungen. Schießt eine Pflanze schon im ersten Jahr in die Blüte, können kühle Temperaturen zusammen mit mehr als 14 Stunden Tageslänge der Auslöser sein.

Für gut ausgebildete Rüben braucht Chicorée tiefgründigen, steinfreien und humosen Boden ohne Verdichtungen. Sehr nasse und sehr trockene Standorte eignen sich nicht. Trockenheit beeinträchtigt die Rübenbildung. Da sich nur Rüben mit 3 bis 6 cm Durchmesser zum Treiben eignen, entscheidet die Wasserversorgung im Sommer mit, wie viele Wurzeln du später treiben kannst.

Vor der Aussaat versorgst du das Beet mit reifem Kompost. Im Zwei- bis Dreiblattstadium folgt eine Nachdüngung mit Hornmehl, die Mengen stehen oben in der Tabelle. Ich trage mir gleich nach der Aussaat den Rodetermin in den Gartenkalender ein.

Häufiger Fehler

Für kräftigere Rüben mehr düngen. Übermäßige Stickstoffgaben können die spätere Treibqualität verschlechtern. Bleib bei der Kompostgabe und der einen Hornmehlgabe, und dünge nicht auf Verdacht nach.

Die Wurzeln roden und vorbereiten

Ab Mitte September sind die Rüben nach 18 bis 20 Wochen Wuchszeit reif zum Roden. Zum Treiben taugen nur gleichmäßig geformte Rüben mit 3 bis 6 cm Durchmesser. Ich lege jede Rübe beim Roden neben einen Zollstock und sortiere krumme und zu schmale aus. Danach trocknen die Rüben zwei bis drei Tage an einem luftigen Ort ab. Anschließend schneidest du das Laub je nach Anleitung 3 bis 5 cm über der Rübe ab, ohne das Herz zu verletzen.

Die Wurzeln bis zum Treiben lagern

Bis zum Antreiben lagerst du die vorbereiteten Wurzeln frostsicher in Sand eingeschlagen. Den Einschlag hältst du bei 0 bis 3 °C. So halten die Wurzeln bis zu acht Monate.

Achtung

Lass vorbereitete Wurzeln nicht im Warmen liegen. Bei etwa 12 °C halten sie höchstens vier Tage. Hol deshalb nur so viele aus dem Sand, wie du gleich zum Treiben einstellst.

Phase 2: Chicorée treiben

Getrieben wird bei 12 bis 18 °C in völliger Dunkelheit. Deckst du die Wurzeln mit Erde ab, nennt eine Anleitung dafür 16 bis 20 °C. Für Sorten ohne Deckerde stellst du die Wurzeln Kopf an Kopf in ein Gefäß. Das Gefäß ist bis zu einem Viertel mit Erde gefüllt, die Zwischenräume zwischen den Wurzeln füllst du mit feuchter Erde auf. Ohne Deckerde verdunkelst du mit lichtundurchlässiger Folie oder einem Deckel, so ist es etwa für die Sorte Zoom beschrieben.

Beim Gießen soll das Substrat gut durchfeuchtet sein, die Triebe bleiben aber trocken. Ich gieße dafür am Gefäßrand ein und nie von oben über die Köpfe.

Wie lange es bis zur Ernte dauert, geben Anleitungen unterschiedlich an. Kühler getrieben dauert es länger.

Treibtemperatur Dauer bis zur Ernte, je nach Anleitung
12 bis 18 °C 21 bis 26 Tage
12 °C 5 bis 6 Wochen
16 °C etwa 3 Wochen oder 4 bis 5 Wochen

Ich richte mich deshalb nach den Sprossen selbst und nicht nach dem Kalender.

Welche Sorten eignen sich zum Treiben?

Treibsorten unterscheiden sich im Verfahren und im Erntezeitraum.

Sorte Verfahren Beschreibung
Zoom ohne Deckerde Verdunkeln mit lichtundurchlässiger Folie oder Deckel
Macun Erd- und Wassertreiberei mittelfrüh bis mittelspät, Mitte November bis Ende Januar
Etardo mittelspäte bis späte Erdtreiberei Sprossenernte Dezember bis März, schwere feste Köpfe
Redoria Erd- oder Wassertreiberei rotblättrige Hybridsorte

Kombinierst du eine mittelfrühe mit einer späten Sorte, verteilst du die Treiberei über den Winter.

Chicorée ernten

Die Sprosse schneidest du von der Wurzel ab, wenn sie ausgewachsen, aber noch fest geschlossen sind. Jede Wurzel liefert nur eine solche Ernte. Weil eingeschlagene Wurzeln bis zu acht Monate halten, treibst du am besten satzweise und schneidest über den Winter immer wieder frische Sprosse. Geerntete Sprosse schützt du im Kühlschrank vor dem Austrocknen und lagerst sie getrennt von Äpfeln, Birnen und Tomaten.

Marias Erfahrung

Ich stelle den nächsten Satz Wurzeln ein, sobald ich den vorigen schneide. Auf jedes Gefäß schreibe ich das Datum, an dem ich die Wurzeln eingestellt habe.

Wann säst und erntest du Radicchio und Zuckerhut?

Radicchio und Zuckerhut vertragen Frost bis etwa −6 °C, deshalb kannst du sie bis in den November im Freiland ernten. Aussaat, Pflege und Erntezeitpunkt aller Zichorienarten findest du im Anbaukalender für Zichorien. Die Saattermine der Salatarten zum Ausdrucken hat der Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse.

Wie lange brauchen Zichorien eine Anbaupause?

Zichorien, Chicorée und Radicchio stehen nur alle 3 bis 4 Jahre auf demselben Beet. Die Pause gilt auch, wenn vorher verwandte Kulturen wie Endivien dort wuchsen. Welche Partnerpflanzen zur Zichorie passen, liest du im Mischkultur-Ratgeber; Nachbarschaften prüfst du im Mischkultur-Planer, dein ganzes Beet planst du im Beetplaner.

Was gilt bei Krankheiten, Lagerung und Nährwerten?

Bei Radicchio kommen Grauschimmel, Schwarzfäule und Sclerotinia-Fäulen vor, hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt den Grauschimmel. Braune Blattränder können auf eine unzureichende Calciumversorgung im Gewebe hindeuten, auch wenn der Boden genug Calcium enthält. Vermeide deshalb Wassermangel und zu viel Stickstoff.

Radicchio hält sich im Gemüsefach höchstens 5 bis 7 Tage. Kühl gelagerter Zuckerhut bleibt etwa 3 bis 4 Wochen haltbar.

Zichorien sind Lebensmittel und keine Medizin. Vorbeugen, Frischhalten und die Nährwerte im Vergleich erklärt der Überblick zu Salaten und Blattgemüse in den Abschnitten Krankheiten und Schädlinge, Frisch halten sowie Auf dem Teller.

Wie kommen Zichorien auf den Teller?

Zuckerhutblätter isst du roh als Salat oder gegart, gegrillt und gekocht als Gemüse. Wie du Zichorien roh, warm und mediterran zubereitest, zeigt der Küchen-Ratgeber mit Rezepten.

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