Gemüse · Wurzel- & Knollengemüse · Pflege

Rhabarber düngen: So versorgst du die Staude übers Jahr und in jedem Standjahr

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Rhabarber gilt als Starkzehrer und kann weit über zehn Jahre am selben Platz stehen.
  • Im zeitigen Frühjahr bekommt er jährlich etwa 3 l reifen Kompost je Quadratmeter.
  • Den Stickstoff ergänzt du bevorzugt organisch, etwa mit Hornmehl in zwei Gaben.
  • Die Ergebnisse einer Bodenuntersuchung fließen in die Düngung ein.
  • Nach dem Johannistag am 24. Juni braucht die Staude eine Ruhephase zur Regeneration.
  • Ältere Stauden werden geteilt, um Nährstoffangebot und Wuchskraft zu erneuern.
Rhabarber als Stapel frisch geschnittener Stiele in Rosa- und Rottönen mit hellen Schnittflächen, ohne Blattspreiten
Foto: Hans · Pixabay Content License · Quelle ↗

Ich plane die Düngung meines Rhabarbers nicht für eine Saison, sondern für die vielen Jahre, die er am selben Platz steht. Rhabarber gilt als Starkzehrer und kann als Staude weit über zehn Jahre an einer Stelle bleiben. Beides zusammen heißt: Düngen ist bei ihm keine einmalige Starthilfe, sondern eine Aufgabe für jedes Frühjahr.

Zahl im Blick

Im zeitigen Frühjahr bekommt Rhabarber jedes Jahr etwa 3 l reifen Kompost je m². Den Stickstoff decken zusätzlich 150 g Hornmehl, die du auf zwei Gaben verteilst. Die Ergebnisse einer Bodenuntersuchung berücksichtigst du dabei.

Wie viel Dünger braucht Rhabarber?

Die Grundversorgung ruht auf zwei Bausteinen: Kompost für Phosphor und Kali, dazu eine ergänzende Stickstoffgabe. Für den Stickstoff sind organische Dünger die bevorzugte Wahl.

Baustein Menge Verteilung Deckt
Reifer Kompost etwa 3 l je m² jährlich im zeitigen Frühjahr Phosphor und Kali
Hornmehl 150 g auf zwei Gaben verteilt Stickstoff
Ammonsulfatsalpeter als mineralische Alternative 75 g auf drei Teilgaben verteilt Stickstoff

Warum braucht es neben dem Kompost noch Hornmehl? Gartenkompost enthält durchschnittlich 1 % Stickstoff. Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl kommen auf 10 bis 14 %. Die Kompostgabe, die Phosphor und Kali deckt, bringt also vergleichsweise wenig Stickstoff mit, und genau diese Lücke schließt das Hornmehl.

Die Kompostmenge gilt je Quadratmeter Beetfläche. Ich messe deshalb die Fläche rund um die Staude ab, bevor ich den Eimer fülle, und wiege das Hornmehl für jede Gabe ab.

Auch selbst angesetzte Brennnesseljauche ist ein organischer Dünger. Zum Gießen verdünnst du sie in der Regel im Verhältnis 1:10. Eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es dafür nicht, weil der Bedarf der Pflanze und der Nährstoffvorrat im Boden entscheiden.

Häufiger Fehler

Nur Kompost geben und den Stickstoff vergessen. Beim Rhabarber deckt der Kompost Phosphor und Kali, den Stickstoff ergänzt du zusätzlich, bevorzugt organisch.

Aussaatkalender Rhabarber
GartenkalenderVorkultur: März, April; Blüte: April, Mai; Ernte: Mai, Juni; Pflanzung: September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilBlüteBlüte: AprilBlüte: MaiErnteErnte: MaiErnte: JuniPflanzungPflanzung: SeptemberPflanzung: OktoberVorkulturBlüteErntePflanzung

Der Jahresplan: wann Rhabarber welche Gabe bekommt

Über das Jahr verteilt sich die Arbeit am Rhabarber auf wenige feste Punkte. Die Übersicht gilt für eine Staude, die bereits beerntet wird.

Zeitraum Was ansteht
vor der Frühjahrsgabe Ergebnisse der Bodenprobe auswerten
zeitiges Frühjahr etwa 3 l reifer Kompost je m², bei mir zusammen mit der ersten Stickstoffgabe
Austrieb und Blüte Blütenstände bei der Stielkultur regelmäßig entfernen
Ernte im zweiten Standjahr von April bis Mitte Mai, traditionell spätestens bis zum Johannistag am 24. Juni
nach der Ernte Ruhephase zur Regeneration, ausreichend Wasser ohne Staunässe
September und Oktober Pflanzzeit für neue und geteilte Stauden

Zeitiges Frühjahr: Kompost und erste Stickstoffgabe

Vor der Frühjahrsgabe schaue ich auf die Bodenprobe, denn ihre Ergebnisse gehören beim Rhabarber in die Düngeplanung. Eine Standarduntersuchung erfasst Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium. Stickstoff wird im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen. Die Probe sagt dir also vor allem etwas über den Kompost: Zeigt sie stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Kompostgabe ein.

Den reifen Kompost verteile ich rund um die Staude und arbeite ihn oberflächlich ein. Die erste Hornmehlgabe streue ich im selben Arbeitsgang dazu. Für die zweite Gabe halte ich mich an kein festes Datum. Ich schaue auf die Staude: Wie kräftig treibt sie neue Stiele, und wie sehen die Blätter aus?

Austrieb und Ernte

Schiebt die Staude Blütenstände, entferne ich sie bei der Stielkultur regelmäßig. Während des Wachstums achtest du auf ausreichend Wasser, ohne dass sich Staunässe bildet.

Die erste Ernte fällt ins zweite Standjahr. In diesem Jahr erntest du von April bis Mitte Mai. Traditionell endet die Rhabarberernte spätestens am Johannistag, dem 24. Juni. Die Ernte selbst beschreibe ich in der Anleitung, wie du Rhabarber erntest, ohne die Staude zu schwächen.

Nach der Ernte: Ruhephase

Nach dem Johannistag braucht die Staude eine Ruhephase zur Regeneration. Ich ernte dann keine Stiele mehr und lasse alle Blätter stehen. Auch in dieser Zeit achte ich darauf, dass sie genug Wasser bekommt.

Herbst: Zeit für neue und geteilte Stauden

Eine feste Herbstgabe plane ich für die stehende Staude nicht ein, ihre Grundversorgung bekommt sie bei mir im zeitigen Frühjahr. Der Herbst ist bei mir die Zeit zum Pflanzen, denn die Pflanzzeit für Rhabarber liegt im September und Oktober. Einen neuen Platz bereite ich mit reifem Kompost vor. Er lockert schwere Böden und verbessert in leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen.

Düngung nach Standjahr: von der Pflanzung bis zur alten Staude

Wie du Rhabarber versorgst, hängt auch vom Alter der Staude ab.

Phase Was ansteht Versorgung
Pflanzung Rhizomstücke von 400 bis 500 g, etwa 1 m² Platz je Pflanze Platz mit reifem Kompost vorbereiten, Boden untersuchen lassen
Pflanzjahr keine Ernte, alle Blätter bleiben an der Staude Wasser während des Wachstums, Blütenstände entfernen
ab dem zweiten Standjahr erste Ernte von April bis Mitte Mai jährlich Kompost im zeitigen Frühjahr, Hornmehl auf zwei Gaben verteilt
nach rund 7, spätestens 8 bis 10 Jahren teilen oder umpflanzen Teilstücke an einen neuen, mit Kompost vorbereiteten Platz

Junge Stauden im Pflanzjahr

Im Pflanzjahr erntest du nicht, die Staude behält alle Blätter. Plane für jede Pflanze etwa einen Quadratmeter Platz ein. Weil dieser Platz viele Jahre belegt bleibt, trage ich ihn im Beetplaner für deinen Garten ein. Die ersten Schritte findest du im Beitrag, wie du Rhabarber als Einsteiger pflanzt und pflegst.

Etablierte Stauden: jedes Jahr dieselbe Grundversorgung

Ab dem zweiten Standjahr läuft der Jahresplan von oben. Ich bleibe bei derselben Grundversorgung und passe sie an, wenn die Bodenprobe stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte zeigt. Zum Vergleich lohnt ein Blick auf einen Schwachzehrer: Im Beitrag über Herbstrüben liest du, wie wenig Dünger Herbstrüben brauchen.

Alte Stauden: teilen und an neuer Stelle pflanzen

Auch wenn eine Staude sehr lange am selben Platz stehen kann, teilst du sie in den meisten Hausgärten nach rund 7 Jahren oder pflanzt sie um. Spätestens nach 8 bis 10 Jahren ist es so weit. Das erneuert Nährstoffangebot und Wuchskraft.

Vor einer Neupflanzung an derselben Stelle wird eine Anbaupause von 5 Jahren empfohlen. Die Teilstücke setzt du deshalb an einen neuen Platz, den du vorher mit reifem Kompost vorbereitest. Zum Pflanzen sollten die Rhizomstücke 400 bis 500 g wiegen.

Marias Erfahrung

Ich schreibe das Pflanzjahr auf ein Etikett, das neben der Staude steckt. Lässt eine alte Staude nach, schaue ich zuerst auf dieses Datum, bevor ich an der Düngermenge etwas ändere.

Dünger, Boden, Mangel: kurz eingeordnet

Düngemittel. Für den ergänzenden Stickstoff sind organische Dünger wie Hornmehl beim Rhabarber die bevorzugte Wahl, ein mineralischer Stickstoffdünger ist die Alternative. Düngermengen im Hausgarten richtest du nach dem Bodenvorrat, der Angabe auf der Packung und zusätzlichen Gaben wie Kompost. Wie organische und mineralische Dünger grundsätzlich wirken, liest du im Kapitel „Düngen: je nach Art und Boden“ im Ratgeber zu Wurzel- und Knollengemüse.

Boden. Rhabarber wächst am besten in mittleren bis schweren, humusreichen Böden, die Wasser gut halten und nicht zu Staunässe neigen. Beim pH-Wert verträgt er saure, neutrale und alkalische Böden. Mehr zum Boden steht im Abschnitt „Standort, Boden und Gefäß“ desselben Ratgebers.

Mangel. Blasse oder schwache Blätter können auf Nährstoffmangel hindeuten, aber auch auf Staunässe oder einen verdichteten Boden, die Wachstum und Wurzelgesundheit beeinträchtigen. Bevor ich gezielt nachdünge, lasse ich deshalb den Boden untersuchen. Wie sich Mangel an Gemüse zeigen kann, ordnet das Kapitel zum Düngen im Ratgeber ein.

Nachhaltig düngen. Wird ein alter Rhabarberplatz frei, kann eine Gründüngung das unbedeckte Beet schützen. Sie bindet vorhandene Nährstoffe und vermindert so deren Auswaschung. Weitere Grundlagen zur nachhaltigen Düngung stehen ebenfalls im Kapitel zum Düngen.

Passt dazu

Wie du einen Mittelzehrer versorgst, liest du im Beitrag darüber, wie du Schwarzwurzeln düngst.

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Häufige Fragen

Welche Nährstoffe benötigt Rhabarber für optimales Wachstum?
Rhabarber gilt als Starkzehrer und braucht jedes Jahr eine verlässliche Grundversorgung. Eine jährliche Kompostgabe im zeitigen Frühjahr deckt Phosphor und Kali. Den Stickstoff ergänzt du zusätzlich, bevorzugt organisch, zum Beispiel mit Hornmehl.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Rhabarberdüngung?
Die Hauptgabe gehört ins zeitige Frühjahr, wenn du reifen Kompost rund um die Staude verteilst. Hornmehl teilst du auf zwei Gaben auf: Die erste streue ich zusammen mit dem Kompost, die zweite richte ich nach dem Austrieb der Staude. Nach dem Johannistag braucht der Rhabarber vor allem eine Ruhephase zur Regeneration.
Welche Unterschiede gibt es zwischen Stallmist und Kompost für Rhabarber?
Reifer Kompost ist beim Rhabarber die jährliche Grundlage im zeitigen Frühjahr und deckt Phosphor und Kali. Weil Gartenkompost durchschnittlich nur 1 % Stickstoff enthält, ergänzt du den Stickstoff getrennt. Für Stallmist gilt im Gemüsegarten ein Richtwert von etwa 3 kg je Quadratmeter. Diese Menge kommt nur alle drei Jahre aufs Beet, nicht jedes Jahr.
Warum ist der pH-Wert bei der Rhabarberdüngung wichtig?
Rhabarber verträgt saure, neutrale und alkalische Böden, ein enger Zielbereich ist für ihn nicht festgelegt. Wichtig wird der pH-Wert vor allem bei der Frage, ob du kalkst. Das entscheiden Bodenart und gemessener pH-Wert, und oberhalb des jeweiligen Zielbereichs wird nicht gekalkt. Den pH-Wert liefert dir eine Standard-Bodenuntersuchung gleich mit.
Wie führt man eine Bodenanalyse für Rhabarber richtig durch?
Vor der Düngung stichst du 10 bis 15 Einzelproben, verteilt über die einheitlich genutzte Fläche, und mischst sie gründlich. Von dieser Mischung schickst du etwa 500 g an ein Labor. Die Standarduntersuchung erfasst Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium, Stickstoff wird im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen. Die Ergebnisse berücksichtigst du dann bei der Düngung deines Rhabarbers.
Was unterscheidet Rhabarber von anderen Nutzpflanzen bei der Nährstoffversorgung?
Rhabarber ist eine Dauerkultur und kann weit über zehn Jahre am selben Platz stehen. Als Starkzehrer bekommt er deshalb Jahr für Jahr im zeitigen Frühjahr Kompost und ergänzenden Stickstoff. In den meisten Hausgärten wird die Staude nach rund 7 Jahren geteilt oder umgepflanzt, um Nährstoffangebot und Wuchskraft zu erneuern.
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