Gemüse · Wurzel- & Knollengemüse · Ernten

Rüben richtig ernten und lagern: Mairübe bis Steckrübe im Vergleich

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion

Grundlagen: Gemüse ernten und lagern: Reifezeichen erkennen und Vorräte richtig aufbewahren · Alle Ratgeber zu Ernten, Lagern & Haltbarmachen

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Mairüben erntest du spätestens bei 6 bis 8 cm Durchmesser und verarbeitest sie gleich.
  • Rote Bete holst du vor dem Frost aus dem Boden, Steckrüben vertragen leichte Fröste.
  • Ernte an einem trockenen Tag und nur aus ungefrorenem Boden, sonst können Wurzeln abbrechen.
  • Vor dem Lagern kommt das Laub ab, die Rüben bleiben ungewaschen mit leicht anhaftender Erde.
  • Für Rote Bete gelten im Keller 1 bis 4 °C als grobe Orientierung, Herbst- und Steckrüben lagern in Sand.
Eine Nahaufnahme zeigt einen Haufen frisch geernteter Speiserüben mit violetten und weißen Farbtönen
Foto: AirForceOne O · Pexels License · Quelle ↗

Im Herbst stehen in meinem Garten mehrere Rübenarten nebeneinander, und jede will zu einem anderen Zeitpunkt aus der Erde. Mairüben ernte ich, solange sie klein sind. Die Rote Bete hole ich vor dem ersten Frost ins Haus, während die Steckrübe noch im Beet bleiben darf. Ein gemeinsamer Erntetag für alle Rüben passt deshalb nicht. Hier siehst du die Arten im Vergleich: wann du erntest, wie du die Rüben schonend aus dem Boden holst und wo sie wie lange halten.

Rüben im Vergleich: Ernte auf einen Blick

Dieser Vergleich umfasst vier Rübenarten: Mairübe, Rote Bete, Herbstrübe und Steckrübe. Die Herbstrübe heißt auch Stoppelrübe, die Steckrübe auch Kohlrübe. Die Tabelle zeigt, wann du sie erntest und wohin sie danach gehen.

Rübe Erntezeit Worauf du achtest Wohin danach
Mairübe etwa 6 bis 8 Wochen nach der Aussaat spätestens bei 6 bis 8 cm Durchmesser ernten direkt in die Küche
Rote Bete Juli bis Oktober laufend ab der Knollenbildung; fürs Lager vollreif, etwa vier Monate nach der Aussaat, und vor dem Frost in den Keller
Herbstrübe Oktober bis Dezember Laub vor dem Einlagern entfernen in eine Kiste mit leicht feuchtem Sand
Steckrübe September bis Ende November verträgt leichte Fröste in Sand, in die Erdmiete oder bei milder Witterung im Beet lassen

Wann ist welche Rübe erntereif?

Mairüben und Teltower Rübchen: klein ernten

Mairüben sind etwa 6 bis 8 Wochen nach der Aussaat erntereif. Spätestens bei einem Rübendurchmesser von 6 bis 8 cm sollten sie aus dem Boden. Teltower Rübchen erntest du am besten bei höchstens 5 cm Durchmesser. Frische Mairüben sind prall und frei von Rillen und Furchen, kleinere schmecken zarter. Ich ziehe sie nach Bedarf aus der Reihe und verarbeite sie gleich weiter.

Im Kühlschrank verlieren Mairüben samt Blattgrün rasch an Frische. Länger als 3 bis 4 Tage sollten sie dort nicht liegen. Für eine fortlaufende Ernte kannst du Mairüben und Teltower Rübchen etwa alle 2 Wochen erneut säen. Mehrere kleine Sätze passen deshalb besser zu ihnen als eine große Aussaat, die auf einmal reif wird. Wie du dabei vorgehst, zeigt dir die Anleitung, wie du Rübensamen säst und die Keimung begleitest.

Rote Bete: laufend ernten, fürs Lager ausreifen lassen

Rote Bete kannst du ab der Knollenbildung laufend ernten. Die Erntezeit reicht von Juli bis Oktober. Für die Einlagerung wartest du auf vollreife Rüben, etwa vier Monate nach der Aussaat. Vor dem Frost muss die Rote Bete aus dem Boden, weil die Rüben sonst schnell weich werden. Alles Weitere zu Ernte und Lagerung der Roten Bete im Einzelnen findest du in einem eigenen Ratgeber.

Marias Erfahrung

Ich ernte Rote Bete für die Küche den Sommer über aus der Reihe und lasse die übrigen Rüben fürs Lager stehen. Ist der erste Frost angesagt, lockere ich den Rest mit der Grabegabel und hole ihn heraus.

Herbstrüben: im Sommer säen, im Spätherbst ernten

Die Herbstrübe gehört wie die Mairübe zur Speiserübe. Gesät wird sie aber im Sommer, geerntet von Oktober bis Dezember. Auch nach der Ernte unterscheiden sich die beiden: Mairüben verarbeitest du direkt, Herbstrüben kannst du nach dem Entfernen des Laubs einlagern. Welche Aussaatmonate zur Herbstrübe passen, zeigt dir der Aussaatkalender für Wurzelgemüse zum Ausdrucken.

Steckrüben: leichten Frost vertragen sie

Steckrüben erntest du von September bis Ende November. Leichte Fröste vertragen sie. Bei milder Witterung dürfen sie über die Herbsternte hinaus im Beet bleiben, bei Bedarf unter einem aufgelegten Vlies. Achte dann auf Mäusefraß. Weil sich Wurzelgemüse nur aus ungefrorenem Boden ernten lässt, holst du diese Steckrüben an Tagen, an denen der Boden offen ist. Je nach Ziel erntest du Steckrüben früh als kleine Rübe oder später in voller Größe.

Mythos-Check

„Frost macht alle Rüben süßer.“ So pauschal stimmt das nicht. Bei der Pastinake kann Frost Stärke in Zucker umwandeln und sie dadurch süßer machen. Von den Rüben verträgt die Steckrübe leichte Fröste, die Rote Bete sollte dagegen vor dem Frost aus dem Boden, weil sie sonst schnell weich wird. Und bei jeder Art gilt: Aus gefrorenem Boden können die Wurzeln beim Ernten abbrechen.

So holst du Rüben schonend aus dem Boden

Ernte an einem trockenen Tag und nur aus ungefrorenem Boden. Lockere die Erde rings um die Rübe mit der Grabegabel und hebe sie dann vorsichtig heraus. Bei der Roten Bete drehst du anschließend die Blätter ab und lässt zwei Fingerbreit Stiele stehen, die die Rübe schützen. Ich stelle zur Ernte zwei Kisten ans Beet: In die eine kommen unverletzte Rüben fürs Lager, in die andere angeritzte, die ich zuerst verbrauche.

Stehen jüngere Kulturen direkt neben den Rüben, arbeite besonders behutsam. Beim Roden können die Feinwurzeln dieser Nachbarn geschädigt werden, und ihr Wachstum kann darunter leiden. Welche Nachbarn zu deinen Rüben passen, prüfst du mit dem Mischkultur-Werkzeug.

Mini-Checkliste

So läuft die Rübenernte ab.

  • trockener Tag, Boden nicht gefroren
  • Erde ringsum mit der Grabegabel lockern
  • Rübe vorsichtig heben, ohne sie anzuritzen
  • Rote Bete: Blätter abdrehen, zwei Fingerbreit Stiele stehen lassen
  • angeritzte Rüben aussortieren und zuerst verbrauchen

Vor dem Einlagern: Laub ab, Erde dran

Ins Lager kommen nur gesunde Rüben ohne Verletzungen, Schimmel oder Fäulnis. Das Laub entfernst du vorher, weil es den Wurzeln Feuchtigkeit entzieht. Bei der Roten Bete bleiben dabei die zwei Fingerbreit Stiele stehen. Waschen gehört nicht dazu: Die Rüben gehen ungewaschen und mit leicht anhaftender Erde ins Lager. Gründlich unter fließendem Wasser gewaschen werden sie erst vor der Verarbeitung.

Häufiger Fehler

Rüben gleich nach der Ernte gründlich waschen, damit sie sauber ins Lager gehen. Für die Winterlagerung bleiben sie ungewaschen, die Erde kommt erst in der Küche ab.

Tipp

Das abgenommene Laub ist nicht nur Abfall. Blätter und Stiele der Mairübe kannst du roh oder gegart essen, auch die Blätter der Herbstrübe sind essbar. Von der Roten Bete lassen sich die Blätter als junges Blattgemüse nutzen.

Wo halten Rüben am längsten? Lagerorte im Vergleich

Für Wurzelgemüse gilt die Grundregel: kühl, feucht und ohne Laub. Wie lange eine Rübe hält, hängt dann von der Art und vom Lagerort ab.

Lagerort Passt für Bedingungen und Haltbarkeit
Keller Rote Bete 1 bis 4 °C und 90 bis 95 % relative Luftfeuchte, grob 3 bis 4 Monate
Kiste mit Sand Herbstrübe, Steckrübe Herbstrüben ohne Blätter in leicht feuchtem Sand in einem kühlen Raum; entlaubte Steckrüben in Sand im Keller mehrere Monate
Erdmiete Steckrübe eingegrabene Behälter, trockenes Stroh als Abdeckung, Deckel oder Gitter gegen Mäuse; entlaubt und frostfrei mehrere Monate
Beet Steckrübe nur bei milder Witterung, bei Bedarf mit Vlies; auf Mäusefraß achten
Gemüsefach Mairübe, Rote Bete, Steckrübe Mairübe höchstens 3 bis 4 Tage, Rote Bete bis zu 2 Wochen, ganze Steckrübe bis zu 3 Wochen
Tiefkühler Mairübe, Rote Bete, Steckrübe Mairübe blanchiert etwa 10 Monate als Hausgarten-Richtwert; tiefrote Rote Bete nach etwa 20 Minuten Kochen bei −18 °C durchschnittlich 10 bis 12 Monate; gegarte Steckrübe bei −18 °C durchschnittlich 3 Monate

Keller und Sandkiste

Rote Bete braucht im Keller kühle und sehr feuchte Luft. Herbstrüben schlägst du ohne Blätter in eine Kiste mit leicht feuchtem Sand ein und stellst sie in einen kühlen Raum. Auch Steckrüben kannst du entlaubt in Sand im Keller lagern. Ich schichte die Rüben in eine saubere Kiste und bedecke jede Lage mit Sand, bevor die nächste kommt. Lagere Äpfel getrennt vom Gemüse, denn ihr Reifegas Ethylen lässt Gemüse schneller welken.

Die Lagerfähigkeit der Roten Bete hängt auch vom Düngen ab. Ein Stickstoffüberschuss kann sie beeinträchtigen, deshalb bekommt Rote Bete Stickstoff nur maßvoll. Wie du das während der Kultur umsetzt, zeigt dir der Ratgeber, wie du Rüben pflegst, gießt und düngst.

Erdmiete für Steckrüben

Steckrüben kannst du nach der Ernte kühl in einer Erdmiete lagern. Dafür gräbst du Behälter ein und bedeckst das Lagergut mit trockenem Stroh, damit Luft ausgetauscht werden kann. Ein Deckel oder Gitter über den Behältern schützt vor Mäusefraß.

Kühlschrank und Tiefkühler

Das Gemüsefach taugt nur für kurze Zeit. Angeschnittene Steckrübenstücke halten dort im Gefrierbeutel einige Tage. Mairüben blanchierst du vor dem Einfrieren. Tiefrote Rote-Bete-Sorten kochst du vorher etwa 20 Minuten, dann schälst und schneidest du sie. Steckrüben frierst du gegart ein.

Während der Lagerung: alle paar Tage nachsehen

Kontrolliere gelagerte Rüben alle paar Tage und sortiere kranke oder faule Exemplare sofort aus. Bei jeder Kontrolle greife ich in die Kisten und prüfe die Rüben auf faule oder schimmelige Stellen.

Achtung

Rüben mit sichtbarem Schimmel oder fauligem Geruch entsorgst du. Verschimmeltes Gemüse muss vollständig weg, denn die befallene Stelle wegzuschneiden reicht nicht aus.

Passt dazu

Willst du eigenes Rübensaatgut ziehen, legst du schon bei der Ernte Rüben dafür beiseite. Im traditionellen Herbstrüben-Samenbau in Osttirol werden unverletzte Samenrüben frostfrei bis zum Frühjahr gelagert und dann ausgepflanzt. Den ganzen Ablauf zeigt dir die Anleitung, wie du eigenes, keimfähiges Rübensaatgut gewinnst.

Welche Sorte, welches Rezept?

Bei der Steckrübe hängt die Lagerdauer auch an der Sorte: Soll sie lange lagern, wählst du eine dafür geeignete Sorte. Welche Rübenarten es gibt und wodurch sie sich unterscheiden, zeigt dir ein eigener Überblick. Wie du bei Wurzelgemüse die Sorten nach Typ, Form und Reife wählst, erfährst du auf der Übersichtsseite zu Wurzel- und Knollengemüse.

Steckrüben verwendest du geschält roh geraspelt oder gestiftet, als Eintopf, Püree oder Ofengemüse. Rote Bete kannst du roh fein gerieben, gekocht oder gedünstet essen. Ideen dafür findest du in den Rezepten mit Roter Bete, Steckrübe und Mairübe.

Nach der Ernte: das Beet weiterplanen

Auf demselben Beet brauchen Rote Bete und Herbstrübe eine Anbaupause von 4 Jahren. Die Herbstrübe berücksichtigst du dabei gemeinsam mit den anderen Kreuzblütlern. Was als Nächstes auf die frei gewordene Fläche kommt, planst du im Beetplaner. Und wie du den Boden für die nächsten Rüben vorbereitest, zeigt dir ein eigener Ratgeber.

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Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Rübenernte?
Das hängt von der Rübenart ab. Mairüben sind etwa 6 bis 8 Wochen nach der Aussaat erntereif, Rote Bete erntest du von Juli bis Oktober. Steckrüben holst du von September bis Ende November aus dem Beet, Herbstrüben von Oktober bis Dezember. Ernte immer an einem trockenen Tag und nur aus ungefrorenem Boden.
Können Rüben nach leichtem Frost noch geerntet werden?
Steckrüben vertragen leichte Fröste und dürfen bei milder Witterung sogar über die Herbsternte hinaus im Beet bleiben. Rote Bete erntest du dagegen vor dem Frost, weil sie sonst schnell weich wird. Für alle Rüben gilt: Ernte nur aus ungefrorenem Boden, sonst können die Wurzeln abbrechen.
Wie lagerst du Rüben richtig, damit sie lange frisch bleiben?
Lagere nur gesunde, unverletzte Rüben ohne Laub, ungewaschen und mit leicht anhaftender Erde. Herbstrüben kommen in eine Kiste mit leicht feuchtem Sand in einem kühlen Raum, Steckrüben in Sand in den Keller. Für Rote Bete gelten im Keller 1 bis 4 °C als grobe Orientierung. Mairüben erntest du nach Bedarf und verarbeitest sie direkt.
Welche Rolle spielt die Luftfeuchtigkeit bei der Winterlagerung von Rüben?
Wurzelgemüse lagerst du kühl, feucht und ohne Laub. Für Rote Bete gelten im Keller 90 bis 95 % relative Luftfeuchte als grobe Orientierung. Das Laub entfernst du vorher, weil es den Wurzeln Feuchtigkeit entzieht. Herbstrüben schlägst du in leicht feuchten Sand ein.
Solltest du das Rübenlaub vor dem Lagern komplett entfernen?
Das Laub kommt vor dem Einlagern ab, weil es den Wurzeln Feuchtigkeit entzieht. Herbst- und Steckrüben lagerst du deshalb ohne Blätter. Bei der Roten Bete drehst du die Blätter ab und lässt zwei Fingerbreit Stiele stehen, die die Rübe schützen.
Wie beugst du Fäulnis bei gelagerten Rüben vor?
Ganz ausschließen lässt sich Fäulnis nicht, aber du kannst das Risiko senken. Lagere nur gesunde, unverletzte Rüben ungewaschen ein und halte sie getrennt von Äpfeln, deren Reifegas Gemüse schneller welken lässt. Kontrolliere das Lager alle paar Tage und sortiere faule Rüben sofort aus. Verschimmelte Rüben entsorgst du vollständig, Wegschneiden reicht nicht.
Stimmt es, dass große Rüben immer besser schmecken als kleine?
Nein, bei Mairüben ist es eher umgekehrt: Kleinere schmecken zarter. Ernte sie spätestens bei 6 bis 8 cm Durchmesser. Teltower Rübchen holst du am besten bei höchstens 5 cm aus dem Boden. Steckrüben kannst du je nach Ziel früh als kleine Rübe oder später in voller Größe ernten.
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