Steckzwiebeln erfolgreich anbauen: typische Fehler von der Pflanztiefe bis zum Lager
- Steckzwiebeln kommen mit der Spitze nach oben etwa 3 cm tief in die Erde, ein kleiner Teil der Spitze bleibt sichtbar.
- Zu tief gesetzt? Schieb die Erde über der Spitze beiseite, bis sie wieder herausschaut.
- Steckzwiebeln über 1,5 cm Durchmesser schossen eher vorzeitig.
- Zu dicht gesteckt bleiben die Zwiebeln kleiner, und das Risiko für Falschen Mehltau steigt.
- Frischer Mist kann Zwiebelfliegenbefall begünstigen; das Netz gehört gleich nach dem Stecken aufs Beet.
- Zwiebeln nur alle 4 bis 5 Jahre auf dieselbe Fläche, Porree, Schnittlauch und Knoblauch zählen mit.

Nach dem Stecken ist von manchen Zwiebeln nichts mehr zu sehen, und dann kommt die Frage: zu tief gesetzt? Das lässt sich mit einem Handgriff korrigieren. Ich gehe nach dem Stecken jede Reihe noch einmal ab und prüfe, ob die Spitzen herausschauen.
Andere typische Fehler passieren vor dem Stecken oder erst später im Jahr: beim Standort, bei Dünger und Abstand, beim Netz gegen die ZwiebelfliegeDie Zwiebelfliege ist ein der Stubenfliege ähnlicher Schädling, dessen weißliche Maden den Blattgrund junger Zwiebelpflanzen zerstören. Befallene Pflanzen welken, färben sich gelblich-grau und lassen sich leicht herausziehen. und zuletzt beim Einlagern. Zu jedem Fehler findest du hier den Handgriff, der ihn vermeidet.
Steckzwiebeln zu tief gesetzt: Was tust du jetzt?
Steckzwiebeln gehören mit der Spitze nach oben etwa 3 cm tief in die Erde. Du steckst sie bis zu den Schultern, sodass ein kleiner Teil der Spitze sichtbar bleibt. Ist die Spitze ganz unter der Erde verschwunden, sitzt die Zwiebel tiefer als vorgesehen.
So korrigiere ich das: Ich schiebe die Erde über der Spitze mit den Fingern zur Seite, bis die Spitze wieder herausschaut. Die Zwiebel bleibt dabei an ihrem Platz. Steckt eine Zwiebel verkehrt herum, hole ich sie heraus und setze sie mit der Spitze nach oben neu. Liegt sie dagegen nur obenauf, drücke ich sie bis zu den Schultern in die lockere Erde.
Für das nächste Stecken helfen dir diese Werte. Bei Termin und Abstand hat die Angabe auf der Packung deiner Sorte Vorrang.
| Was | Wert | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Pflanztiefe | etwa 3 cm | bis zu den Schultern, Spitze nach oben, ein kleiner Teil der Spitze bleibt sichtbar |
| Größe der Steckzwiebel | höchstens 1,5 cm Durchmesser | größere Exemplare schossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. eher vorzeitig |
| Abstand in der Reihe | 8 bis 12 cm | dichter gesteckt bleiben die Zwiebeln kleiner |
| Reihenabstand | 25 bis 30 cm | zwischen den Reihen bleibt Platz für die Hacke |
| Stecktermin Frühjahr | Ende März bis April | sobald der Boden bearbeitbar und nicht mehr zu feucht ist |
| Stecktermin Herbst | Ende September bis Anfang Oktober | nur ausdrücklich ausgewiesene Wintersorten |
| Wärmebehandlung vor dem Frühjahrsstecken | 3 bis 4 Wochen bei 35 °C | fachgerecht durchgeführt, kann sie die Schossneigung vermindern |
Wie Zwiebeln grundsätzlich starten, ob aus Saat oder Steckzwiebel, beschreibt der Abschnitt Säen, stecken, pflanzen im Zwiebel-Überblick. Ein eigener Ratgeber zeigt, wie du gute Steckzwiebeln erkennst und Schritt für Schritt setzt. Alle Termine für Zwiebelgewächse stehen im Aussaatkalender zum Ausdrucken.
Welche Fehler passieren vor dem Stecken?
Standort und Boden: Mulde und nasse Erde
Ein vollsonniger, windoffener Platz mit Morgensonne ist für Zwiebeln günstiger als eine Mulde, weil der Bestand dort leichter abtrocknet und der KrankheitsdruckKrankheitsdruck beschreibt, wie groß die Gefahr ist, dass Pflanzen von Krankheitserregern befallen werden. Er steigt zum Beispiel bei feucht-warmem Wetter, das besonders Pilzkrankheiten fördert. sinkt. Steckzwiebeln brauchen eine etwas tiefere Lockerung als Säzwiebeln, und ich bearbeite das Beet erst, wenn der Boden nicht mehr zu feucht ist. Was der Boden sonst leisten soll, steht im Zwiebel-Überblick unter Standort, Boden und Klima.
Fruchtfolge: zu früh wieder Zwiebeln aufs selbe Beet
Speisezwiebeln sollen nur alle 4 bis 5 Jahre auf derselben Fläche stehen. Porree, Schnittlauch und Knoblauch zählen bei dieser Pause mit. Hattest du auf dem Beet schon Probleme mit bodenbürtigen Krankheiten oder NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt., kann eine längere Pause nötig sein. Als Vorkultur eignen sich organisch gedüngte Gemüse wie Sellerie, Kohl oder Kartoffeln.
Ich trage jedes Zwiebelbeet mit dem Anbaujahr in den Beetplaner ein. Vor dem Stecken sehe ich dort, wann auf der Fläche zuletzt Zwiebeln, Porree, Schnittlauch oder Knoblauch standen.
Düngung: frischer Mist und zu viel Stickstoff
Frischen Kompost oder frischen tierischen Mist lässt du vor Zwiebeln weg, weil er Zwiebelfliegenbefall begünstigen kann. Für Speisezwiebeln reicht meist reifer Kompost oder verrotteter Mist, vor dem Stecken eingearbeitet. Ich nehme dafür nur vollständig verrotteten Kompost. Ein zu hohes oder spätes StickstoffangebotDas Stickstoffangebot ist die Menge an Stickstoff, die den Pflanzen im Boden tatsächlich zur Verfügung steht. Fachleute bestimmen diesen pflanzenverfügbaren Stickstoff mit einer Bodenanalyse, der sogenannten Nmin-Methode. kann die Abreife verzögern und fördert Unkraut, gegen das junge Zwiebeln wenig konkurrenzstark sind.
Ein klassisch mit Reisig, Kompost und Gartenerde gefülltes Hochbeet setzt im ersten Jahr viel Stickstoff frei. Weil zu viel Stickstoff die Abreife von Zwiebeln verzögern kann, stecke ich dort im ersten Jahr keine Steckzwiebeln und pflanze zuerst StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. wie Porree.
Pflanzgut und Sorte: zu große Zwiebeln, falsche Kulturform
Größere Steckzwiebeln schossen eher vorzeitig, deshalb nehme ich beim Kauf nur Zwiebeln mit höchstens 1,5 cm Durchmesser. Bei der Sorte zählt zuerst die Kulturform: Fürs Frühjahr nimmst du Sommersteckzwiebeln, für den Herbst ausdrücklich ausgewiesene Wintersorten. Wie sich die Kulturformen einordnen, beschreibt der Zwiebel-Überblick unter Sorten und Kulturformen. Die weiße Snowball schmeckt mild und süßlich, die dunkelrote Red Baron pikant-würzig; wie sich rote und weiße Steckzwiebelsorten unterscheiden, vergleicht ein eigener Ratgeber.
Welche Fehler passieren beim Stecken und in der Saison?
Zu dicht gesteckt
Dichter gepflanzte Steckzwiebeln bilden kleinere Zwiebeln und haben ein erhöhtes Risiko für Falschen Mehltau. Er entwickelt sich besonders stark bei 13 bis 20 °C, und feuchte Nächte mit Morgentau oder Morgenregen begünstigen die Infektion. Länglich-ovale, bleich graugrüne Blattflecken mit späterem Absterben und bei Feuchtigkeit violettgrauem Sporenbelag können auf Falschen Mehltau hinweisen.
Kurzlebige ZwischenkulturenEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. zwischen den Reihen erntest du, bevor sie die Zwiebeln bedrängen. Welche Nachbarn zu Zwiebeln passen, zeigt die Mischkultur-Übersicht für Beetnachbarn.
Netz zu spät oder mit Lücken am Rand
Gegen die Zwiebelfliege kommt ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. unmittelbar nach dem Stecken aufs Beet, mit gut befestigten Rändern und bis kurz vor der Ernte. Die erste Generation fliegt ab Mitte April, also kurz nachdem die Frühjahrssteckzwiebeln Ende März bis April gesteckt sind; ein Netz, das erst bei sichtbaren Schäden kommt, liegt deshalb zu spät. Bei mir kommt das Netz am Stecktag aufs Beet, die Ränder grabe ich rundum in die Erde ein. Ein Netz vom Stecken bis kurz vor der Ernte kann Zwiebeln weitgehend vor der Zwiebelfliege schützen, eine Garantie ist es nicht.
Gegen die Zwiebelfliege reichen die Empfehlungen zur Maschenweite von 1,35 bis 2,0 mm. Zur Flugzeit muss das Netz lückenlos aufliegen und an den Rändern geschlossen sein. Die zweite Generation erscheint etwa Ende Juni bis Mitte Juli, deshalb bleibt das Netz bis kurz vor der Ernte liegen.
Möhren zwischen den Zwiebeln sollen die Zwiebelfliege fernhalten. Verlass dich nicht darauf: Die gegenseitige Fliegenabwehr funktioniert nur in wenigen Fällen, und Möhren haben andere Wasser- und Nährstoffansprüche als Zwiebeln.
Gießen und Unkraut: zu nass, zu trocken, zugewachsen
Bei anhaltender Trockenheit gieße ich Zwiebeln in der Hauptwachstumszeit im Juni und Juli kräftig, zur Abreife im Hochsommer lasse ich sie trockener stehen. Junge Zwiebeln sind gegenüber Unkraut wenig konkurrenzstark, deshalb halte ich die Reihen mit der Hacke frei. Die Grundlagen stehen im Zwiebel-Überblick unter Pflege und Gießen; wie oft und wie viel du Steckzwiebeln gießt und wie Steckzwiebeln im Kübel auf dem Balkon gelingen, zeigen eigene Ratgeber.
Welche Fehler passieren bei Ernte und Lagerung?
Laub umgeknickt oder zu früh geerntet
Erntereif sind Zwiebeln, wenn der Zwiebelhals weich wird und das Laub von selbst abknickt. Noch grüne Blattschöpfe knickst du nicht um, auch wenn das angeblich die Reife beschleunigt. Die Reifezeichen je Art beschreibt der Zwiebel-Überblick im Abschnitt Ernte.
Feucht oder mit Schimmel eingelagert
Ich lasse die Zwiebeln vor dem Einlagern gut abreifen und nach der Ernte gründlich trocknen; erst dann kommen sie kühl, trocken und gut durchlüftet unter. Verschimmelte Zwiebeln entsorgst du ganz, denn das Wegschneiden der sichtbaren Stelle macht sie nicht verzehrsicher. Lagerplatz und Temperaturen beschreibt der Zwiebel-Überblick im Abschnitt Lagern.
Wintersteckzwiebeln: Welche Fehler passieren im Herbst?
Für das Stecken von Ende September bis Anfang Oktober nimmst du nur ausdrücklich ausgewiesene Wintersorten, zum Beispiel die tiefgelbe Shakespeare. Setz Winterzwiebeln nicht unmittelbar neben frühe oder späte Sommerzwiebeln, damit sich Falscher Mehltau weniger leicht überträgt. Ein eigener Ratgeber zeigt, was im Steckzwiebel-Jahr bis zur Überwinterung wann zu tun ist.




