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Pflanzenstärkung für Nutzpflanzen: Jauche, Komposttee und EM im Check

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Nutzpflanzen stärkst du zuerst über den Boden, gleichmäßiges Gießen und Stickstoff nach Bedarf.
  • Fertige Pflanzenjauche verdünnst du für die Wurzeldüngung im Verhältnis 1:10 mit Wasser.
  • Komposttee setzt du für jede Anwendung frisch an und gießt ihn an den Boden.
  • Obstgehölze bekommen nach Mitte Juli keinen zusätzlichen Stickstoff mehr.
  • In Gemüsebauversuchen der LWG ließ sich für Effektive Mikroorganismen keine Wirksamkeit nachweisen.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Wenn Tomaten schwächeln oder Johannisbeeren nur wenig tragen, liegt der Griff zum Jaucheeimer oder zur Flasche mit Stärkungsmittel nahe. Ich schaue vorher auf den Boden, auf das Gießen und auf die Stickstoffmenge, die das Beet in dieser Saison schon bekommen hat. Zu viel Dünger kann Nutzpflanzen nämlich schwächen: Obstgehölze können dann auf Kosten von Blüten und Früchten treiben, Kräuter weich wachsen und an Aroma verlieren.

Hier geht es darum, was Gemüse, Obst und Kräuter konkret brauchen. Du erfährst außerdem, wie du Pflanzenjauche, Komposttee und Bokashi-Saft selbst ansetzt und was Versuche über Effektive Mikroorganismen zeigen.

Pflanzenstärkungsmittel, Jauche, Dünger: was ist was?

Pflanzenstärkungsmittel dienen dazu, Pflanzen allgemein gesund zu erhalten oder vor nichtparasitären Beeinträchtigungen zu schützen. Eine Zulassung brauchen diese Mittel nicht, vor dem Inverkehrbringen müssen sie aber dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitgeteilt werden. Einen Wirksamkeitsnachweis setzt diese Listung nicht voraus; wie Pflanzenstärkungsmittel rechtlich eingeordnet sind und worin sie sich von Pflanzenschutzmitteln unterscheiden, erklärt ein eigener Ratgeber.

Selbst angesetzte Pflanzenjauche gehört dagegen zu den natürlichen Düngemethoden: du verdünnst sie und gießt sie zur Wurzeldüngung an die Pflanzen. Bei gekauften Pflanzenstärkungsmitteln hängt die Wirkung von Kultur, Standort, Witterung, Entwicklungsstadium und Anwendung ab, eine allgemeine Einsatzempfehlung ist deshalb nicht möglich. Welche Arten von Pflanzenstärkungsmitteln es gibt und wie du sie anwendest, auch an Rosen und Stauden, zeigt der Ratgeber zu den natürlichen Helfern im Garten.

Was Nutzpflanzen zuerst stärkt: Boden, Wasser und Stickstoff mit Maß

Humus ernährt die Bodenorganismen, und deren Tätigkeit setzt Nährstoffe frei. Kompost, Grünschnitt und Erntereste versorgen dieses Bodenleben mit organischer Substanz und halten Nährstoffe im Gartenkreislauf; wie du den Boden pflegst und nach Bedarf düngst, steht in den Grundlagen zu Düngen, Boden und Kompost.

Gieße Gemüse morgens direkt an die Wurzeln, damit weniger Wasser verdunstet und das Laub trocken bleibt. Bei trockenem Wetter sind etwa 20 bis 25 l je m² und gründlichem Gießgang eine Orientierung für eingewachsene Gemüsebestände.

Beim Stickstoff zählt das Maß. Eine sehr hohe Stickstoffversorgung kann Blattläusen günstigere Ernährungsbedingungen bieten. Viel Stickstoff im Boden kann außerdem fördern, dass sich Nitrat im Gemüse anreichert. Das ist kein Grund, auf Gemüse zu verzichten, wohl aber einer, nach Bedarf zu düngen.

Mischkultur kann ein Beet unterstützen, garantiert aber nichts. Lang stehende Kulturen wie Herbstkohl, Sellerie und Stangenbohnen sollten erst nach einer Anbaupause von 3 Jahren wieder auf dasselbe Beet. Welche Kulturen als Nachbarn zusammenpassen, zeigt dir der Mischkultur-Planer, und mit dem Planer für Anbaupausen und Zehrer-Einstufung behältst du die Fruchtfolge im Blick.

Wie stärke ich Gemüse?

Tomaten und Gurken: gleichmäßig gießen, Stickstoff nach Bedarf

Tomaten gelten als Starkzehrer und haben einen höheren Stickstoffbedarf als Erbsen und Bohnen. Mit einer jährlichen Kompostgabe von 3 l/m² sind die Grundnährstoffe für die meisten Gartenpflanzen abgedeckt. Kompost setzt aber nur wenig Stickstoff frei, deshalb kann bei Gemüse eine Ergänzung nach dem Bedarf der jeweiligen Kultur nötig sein. Eine Orientierung für Horndünger findest du in der Tabelle weiter unten.

Blütenendfäule an Tomaten beruht häufig nicht auf fehlendem Calcium im Boden, sondern auf einem unzureichenden Calciumtransport zur Frucht. Diesen Transport kann eine ungleichmäßige Wasserversorgung beeinträchtigen. Deshalb setze ich bei Tomaten auf gleichmäßiges Gießen statt auf zusätzlichen Kalk. Eine gleichmäßige Wasserversorgung unterstützt bei ihnen außerdem die kontinuierliche Aufnahme von Nährstoffen.

Gurken reagieren empfindlich auf Chlorid und hohe Salzkonzentrationen. Während der mehrwöchigen Ernte können bedarfsgerechte Gaben wasserlöslicher Dünger ihre Versorgung mit Stickstoff und Kalium unterstützen. Flüssigdünger gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Salate und fortlaufend tragende Tomaten, Gurken und Zucchini brauchen bis zur Ernte eine gute Wasserversorgung.

Bohnen, Salat und schnelle Kulturen

Buschbohnen können mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff nutzen. Besonders gut gedeihen sie auf lockeren, gut durchlüfteten Böden ohne Nässe und Verdichtung. Bei Bohnen kümmere ich mich deshalb zuerst um einen lockeren Boden.

Für kurze Frühjahrskulturen wie Radieschen oder Kopfsalat mit 4 bis 8 Wochen Entwicklungszeit passt Hornmehl besser als grobe Hornspäne. Für Hornmehl rechnest du mit etwa 6 Wochen bis zur vollständigen Umsetzung im Boden, gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate. Im Spätsommer kann die Stickstoffdüngung bei Feldsalat und Radieschen meistens entfallen. Horndünger bringst du im Gemüsegarten auch für Herbstkulturen nicht später als Ende August aus.

Die folgenden Werte sind eine Orientierung bei zusätzlichem Stickstoffbedarf auf phosphat- und kaliumreichen Gemüsebeeten. Liefert der Bodenhumus viel Stickstoff nach, kannst du die Gabe verringern oder ganz aussetzen.

Kulturen Horndünger höchstens je m² So gibst du ihn
Feldsalat, Radieschen, Kopfsalat, Erbsen, Bohnen, Zwiebeln 50 g zur Saat oder Pflanzung leicht einarbeiten
Eissalat, Möhren, Endivien, Rettich, Spinat, Rote Bete, Gurken 100 g zur Saat oder Pflanzung leicht einarbeiten
Tomaten 150 g Hälfte zur Pflanzung, Hälfte etwa 3 bis 4 Wochen danach

Kohl, Zwiebeln und Wurzelgemüse

Frischen Kompost gibst du nicht an Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann. Für Kohlgemüse wird zur Vorbeugung gegen Kohlhernie ein Boden-pH von 7 angestrebt. Ob du dafür kalken musst, klärt vorher eine Bodenuntersuchung. Lange Möhren brauchen tiefgründigen, steinfreien Boden; ist er ungünstig, kann eine Kultur auf gut 20 cm hohen Dämmen eine Alternative sein.

Wie stärke ich Obstbäume und Beerensträucher?

Bei Obstgehölzen kann zu viel Stickstoff starkes Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten fördern. Außerdem steigt die Gefahr von Frostschäden an unausgereiftem Holz. Nach Mitte Juli bekommen Obstgehölze deshalb keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit ihre Triebe ausreifen.

Die Grundversorgung übernimmt Kompost, Hornmehl ergänzt den Stickstoff. Wer zusätzlich Volldünger neben Kompost oder verrottetem Mist streut, kann damit Überdüngung und eine einseitige Anreicherung von Nährstoffen auslösen.

Gehölz Kompost Stickstoff-Ergänzung
Junge Obstbäume und Beerensträucher in den ersten Standjahren jährlich 1 bis 1,5 l reifer Kompost je Pflanze 10 g Hornmehl je Pflanze
Kleinkronige Apfel- und Birnbäume im Vollertrag jährlich 4 l je Baum auf der Baumscheibe 70 bis 100 g Hornmehl je Baum, Ende März bis Anfang April leicht eingearbeitet
Kleinkronige Kirsch- und Zwetschgenbäume im Vollertrag jährlich 4 l je Baum auf der Baumscheibe 100 bis 140 g Hornmehl je Baum, Ende März bis Anfang April leicht eingearbeitet
Etablierte Johannisbeere, Himbeere, Brombeere jährlich 2 bis 3 l reifer Kompost je Baumscheibe 100 g Hornmehl je Strauch, Ende März bis Anfang April
Einmaltragende Erdbeeren im Beet 3 bis 5 l je m² vor der Pflanzung, leicht eingearbeitet 30 bis 45 g Hornmehl je m² nach der Ernte im Juli

Bei kleinkronigen Obstbäumen im Rasen mindert eine bewuchsfreie Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser die Konkurrenz der Gräser um Wasser und Nährstoffe. Frische Holzhäcksel gehören bei jungen Obstgehölzen weder in den Pflanzlochaushub noch auf die Baumscheibe, weil ihr Abbau Stickstoff bindet.

Obstgehölze im Kübel, Beerensträucher eingeschlossen, brauchen ein Gefäß ab 20 l. Günstiger sind größere Kübel mit 50 bis 70 l. Ein Loch im Kübelboden ist erforderlich, damit überschüssiges Wasser abläuft, und ab August stellst du die Düngung im Kübel ein.

Kulturheidelbeeren bekommen weder gewöhnlichen Kompost noch Stallmist, weil deren Kalkgehalt häufig zu hoch ist. Heidelbeeren brauchen einen sauer wirkenden Dünger, zum Beispiel einen geeigneten Rhododendrondünger.

Wie dünge ich Kräuter, ohne Aroma zu verlieren?

Für die meisten genügsamen Gartenkräuter reicht eine einzige Kompostgabe im Frühjahr mit 3 l je m². Eine zu starke Düngung kann bei Kräutern weiches, übermäßiges Wachstum und weniger Aroma verursachen. Bei Basilikum fördert mehr Stickstoff das Wachstum, durch einen Verdünnungseffekt sinkt aber der Gehalt an ätherischem Öl. Basilikum im Beet kommt normalerweise mit 3 l Kompost je m² vor der Aussaat oder Pflanzung aus.

Regelmäßig geschnittene Kräuter wie Basilikum, Schnittlauch, Petersilie und Rucola können nach jedem Schnitt nachgedüngt werden. Im Beet nehme ich dafür Hornmehl. Für den kleinen Topf greife ich zu flüssigem Universaldünger, weil feste organische Dünger dort erst mikrobiell abgebaut werden müssen und verzögert wirken können.

Trockenheitsliebende mediterrane Stauden brauchen kargen Boden, eine Kompostgabe ist für sie nicht sinnvoll. Lavendel profitiert von zurückhaltender Düngung, denn das unterstützt einen intensiveren Duft und einen kompakten, standfesten Wuchs. Stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können ihn dagegen weich und instabil wachsen lassen. Für Kräuter in Töpfen und Balkonkästen eignet sich spezielle Kräutererde, und die Gefäße brauchen Abzugslöcher, damit keine Staunässe entsteht.

Pflanzenjauche selbst ansetzen: so gehst du vor

Ich setze Jauche meist aus Brennnesseln an, Beinwell, Löwenzahn und Giersch eignen sich ebenso. Wie viele Nährstoffe in der fertigen Jauche stecken, schwankt mit Pflanzenart, Zustand des Materials und Erntezeitpunkt. Jeder Ansatz kann deshalb anders ausfallen.

Zerkleinere das Kraut, gieße Wasser darauf und lege ein luftdurchlässiges Gitter oder Netz über das Gefäß, damit keine Tiere hineinfallen. Rühre den Ansatz täglich einmal kräftig um. Brennnesseljauche ist gewöhnlich nach 10 bis 14 Tagen fertig.

Schritt Angabe
Ansatz mit frischem Kraut 1 kg frisches, zerkleinertes Kraut auf 10 l Wasser
Ansatz mit getrocknetem Kraut 100 bis 200 g auf 10 l Wasser
Ansatz für Brennnesseljauche 75 bis 100 g frisches Pflanzenmaterial je Liter Wasser
Gärzeit etwa 2 bis 3 Wochen, bei Wärme etwa 14 Tage
Fertig, wenn die Jauche dunkel gefärbt ist und nicht mehr schäumt
Wurzeldüngung fertige Jauche 1:10 mit Wasser verdünnen
Brennnesseljauche aus 75 g frischen Blättern je Liter, für Jungpflanzen 1:20 mit Wasser verdünnen
Blattgabe bei sehr akutem Nährstoffmangel 1:50 mit Wasser verdünnen
Häufiger Fehler

Den Jaucheansatz mit einem geschlossenen Deckel zudecken. Nimm ein luftdurchlässiges Gitter oder Netz, das hineinfallende Tiere abhält und trotzdem Luft an die Jauche lässt.

Marias Erfahrung

Ich beschrifte jeden Ansatz mit Pflanze und Datum auf einem Streifen Klebeband am Gefäß. Beim Umrühren sehe ich so, wie lange er schon gärt, und vor dem Verdünnen prüfe ich Farbe und Schaum.

Wie viel Jauche und wie oft?

Für Menge und Wiederholung einer Jauchedüngung gibt es keine allgemeingültige Vorgabe, weil Pflanzen unterschiedlich viel brauchen und Böden unterschiedliche Vorräte haben. Gieße die verdünnte Jauche auf feuchten Boden und beobachte danach Wuchs und Blattfarbe. Rechne sie in die übrige Düngung ein, damit Kompost, Horndünger und Jauche zusammen nicht zu viel werden.

Ob hinter blassen Blättern wirklich ein Nährstoffmangel steckt, ist nicht immer eindeutig. Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können ähnliche Symptome verursachen. Kommt bei sehr akutem Mangel eine Blattgabe im Verhältnis 1:50 infrage, spritzt du am Abend, weil starke Sonne die Lösung eintrocknen lässt und Blattschäden begünstigt. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung. Eine Blattdüngung lindert akuten Mangel nur vorübergehend und ersetzt keine Versorgung über die Wurzeln.

Kurz erklärt

Ackerschachtelhalm ist als Grundstoff für bestimmte fungizide Anwendungen mit kulturbezogenen Vorgaben beschrieben. Gemeint ist dabei ein abgekochtes Präparat. Vergorene Schachtelhalmjauche aus dem Eimer darfst du damit nicht gleichsetzen.

Komposttee und Bokashi-Saft: frisch ansetzen, richtig verdünnen

Für Komposttee nehme ich nur reifen Kompost. Den Reifegrad prüfe ich mit dem Kressetest: Ich säe Kresse in Kompost und zum Vergleich in Gartenerde. Wächst sie im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, braucht er noch weitere Reifezeit.

Komposttee setzt du für jede Anwendung neu an und bewahrst keine Reste auf. Wie viel Kompost du verwendest, tastest du an einzelnen Pflanzen ab und schaust, wie sie reagieren.

Achtung

Im Gartenkompost werden ausreichende Rottetemperaturen oft nicht durchgehend erreicht, deshalb tötet er Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht zuverlässig ab. Gieße Komposttee daher an den Boden und nicht über Salat, Kräuter oder Beeren, die du bald erntest.

Bokashi ist eine milchsäurebasierte Vorbehandlung organischer Küchenabfälle im luftdicht verschlossenen Eimer. Nach dem letzten Befüllen bleibt der Eimer etwa 2 bis 3 Wochen zu. Das feste Material ist danach noch kein fertiger Dünger: du mischst es mit Erde oder kompostierst es weiter.

Den Bokashi-Saft verdünnst du für Gartenfreiflächen im Verhältnis 1:100 mit Wasser. Weil er stark riechen kann, verwendest du ihn draußen und nicht in der Wohnung.

Zahl im Blick

Bokashi-Saft verdünnst du 1:100, fertige Pflanzenjauche für die Wurzeldüngung 1:10. Halte die beiden Verhältnisse auseinander, wenn du beide Flüssigkeiten im Garten hast.

Effektive Mikroorganismen: Was zeigen Versuche?

Effektive Mikroorganismen, kurz EM, sind ein mikrobielles Präparat für Boden und Pflanzen. Wie sie in Versuchen abgeschnitten haben, zeigt die Übersicht; die letzte Zeile betrifft bakterielle Biostimulanzien im Ackerbau.

Versuch Ergebnis
Gemüsebauversuche der LWG Eine Wirksamkeit der eingesetzten EM ließ sich wissenschaftlich nicht nachweisen.
Vierjähriger biologischer Feldversuch Die EM-Zugabe brachte keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Beobachtete Wirkungen gingen auf organisches Material und Nährstoffe aus Bokashi und Mist zurück.
Gewächshausversuch der LWG mit 106 Herbststaudenarten und -sorten Kein einheitlicher Vorteil für Pflanzenqualität und Gesundheit, einzelne Sorten zeigten weniger Mehltau.
LfL-Versuche mit Winterweizen, zwei bakterielle Biostimulanzien an vier Standorten über zwei Jahre Keine signifikanten Effekte auf Ertrag, Proteingehalt oder Stickstoffertrag.

Im Feldversuch kam die Wirkung also aus dem organischen Material und nicht aus dem EM-Zusatz. Genau dieses Material fällt im Garten ohnehin an: Kompost, Grünschnitt und Erntereste versorgen die Bodenorganismen mit organischer Substanz.

Bestimmte Bodenbakterien und Pilze können Phosphor und Stickstoff besser verfügbar machen oder das Wurzelwachstum anregen. Mykorrhizapilze etwa können ihre Wirtspflanzen mit Phosphat, Nitrat und Wasser versorgen und bekommen dafür Assimilate.

Mythos-Check

„Ein mikrobielles Präparat belebt jeden Boden.“ Ob es wirkt, hängt von Boden, Klima, der vorhandenen Mikrobenpopulation und der Produktqualität ab. Auch die Aufnahme in eine FiBL-Betriebsmittelliste belegt nicht automatisch eine unabhängig geprüfte Wirksamkeit.

Für den ökologischen Anbau prüfst du die Zulässigkeit des konkreten Mittels zusätzlich; was die Listung für Pflanzenstärkungsmittel im Bioanbau verlangt, klärt ein eigener Beitrag.

Solange die Versuche keinen nachweisbaren Nutzen zeigen, stecke ich meine Zeit lieber in Kompost, Mulch und Gründüngung. Willst du trotzdem ein gekauftes Pflanzenstärkungsmittel ausprobieren, halte dich an die Gebrauchsanleitung auf dem Etikett. Wann im Gartenjahr welches Mittel infrage kommt, vom Frühjahrsstart bis zur Wintervorbereitung, ordnet ein eigener Jahresüberblick ein.

Häufige Fragen

Was sind Pflanzenstärkungsmittel und wie unterscheiden sie sich von herkömmlichen Düngemitteln?
Pflanzenstärkungsmittel dienen dazu, Pflanzen allgemein gesund zu erhalten oder vor nichtparasitären Beeinträchtigungen zu schützen. Dünger liefern dagegen Nährstoffe, die die Wurzeln in mineralisch gelöster Form aufnehmen. Auch rechtlich sind beide getrennt: Pflanzenstärkungsmittel gehören zum Pflanzenschutzrecht, Bodenhilfsstoffe und Pflanzenhilfsmittel zum Düngerecht.
Welche rechtlichen Bestimmungen gelten für Pflanzenstärkungsmittel in Deutschland?
Pflanzenstärkungsmittel brauchen keine Zulassung, müssen vor dem Inverkehrbringen aber dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mitgeteilt werden. Diese Listung setzt keinen Wirksamkeitsnachweis voraus, und anders als bei Pflanzenschutzmitteln wird die Unbedenklichkeit nicht durch entsprechende Studien überprüft. Auf dem deutschsprachigen Etikett gewerblich vermarkteter Mittel stehen unter anderem die Bezeichnung als Pflanzenstärkungsmittel, der Verantwortliche und eine Gebrauchsanleitung. Ob ein Mittel im ökologischen Anbau zulässig ist, prüfst du für das konkrete Produkt gesondert.
Wie lassen sich Brennnesseljauche und andere Pflanzenextrakte selbst herstellen?
Für Brennnesseljauche setzt du 75 bis 100 g frisches Pflanzenmaterial je Liter Wasser an; Beinwell, Löwenzahn und Giersch eignen sich ebenfalls als Rohstoff. Das Gefäß bekommt ein luftdurchlässiges Gitter gegen hineinfallende Tiere, und du rührst täglich einmal kräftig um. Fertig ist die Jauche, wenn sie dunkel ist und nicht mehr schäumt, bei Wärme nach etwa 14 Tagen. Zur Wurzeldüngung verdünnst du sie im Verhältnis 1:10 mit Wasser.
Welche Dosierung ist bei selbst hergestellten Pflanzenauszügen optimal?
Eine allgemeingültige Ausbringmenge oder ein festes Intervall gibt es für Pflanzenjauchen nicht, weil Pflanzenbedarf und Bodenvorräte verschieden sind. Fertige Jauche verdünnst du für die Wurzeldüngung im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Eine Blattgabe im Verhältnis 1:50 kommt nur bei sehr akutem Nährstoffmangel infrage und lindert ihn lediglich vorübergehend. Wie oft du gießt, entscheidest du nach Wuchs und Blattfarbe, und die Jauche rechnest du in die übrige Düngung ein.
Wie wird Komposttee richtig angesetzt und angewendet?
Komposttee setzt du aus reifem Kompost und Wasser für jede Anwendung frisch an und bewahrst keine Reste auf. Ob der Kompost reif ist, zeigt ein Kressetest: Wächst Kresse darin nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun als in Gartenerde, braucht er noch Reifezeit. Weil Gartenkompost Krankheitserreger nicht zuverlässig abtötet, gießt du den Tee an den Boden statt über Blätter, die du bald erntest.
Wie wirken mikrobielle Pflanzenstärkungsmittel im Wurzelraum?
Bestimmte Bodenbakterien und Pilze können Phosphor und Stickstoff besser verfügbar machen oder das Wurzelwachstum anregen. Ob ein zugekauftes Präparat das an deinem Standort leistet, hängt von Boden, Klima, der vorhandenen Mikrobenpopulation und der Produktqualität ab. In den untersuchten Gemüsebauversuchen der LWG ließ sich für Effektive Mikroorganismen keine Wirksamkeit nachweisen.
Stimmt es, dass Pflanzenstärkungsmittel Dünger vollständig ersetzen können?
Nein. Pflanzenstärkungsmittel dienen der allgemeinen Gesunderhaltung, die Nährstoffe für Wachstum und Ernte kommen aus Boden, Kompost und bedarfsgerechter Düngung. In einem vierjährigen biologischen Feldversuch brachte die Zugabe Effektiver Mikroorganismen keinen zusätzlichen Nutzen für den Ertrag. Auch eine Blattdüngung lindert akuten Mangel nur vorübergehend und ersetzt keine Versorgung über die Wurzeln.
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