Thujendüngung: Wann du im Jahr düngst und warum im Herbst Schluss ist
- Im Pflanzjahr ist Dünger bei Koniferen nicht grundsätzlich nötig; ob eine Gabe sinnvoll ist, zeigt die Bodenuntersuchung.
- In den Folgejahren kann die Thujahecke zu Beginn der Wachstumssaison mit Kompost versorgt werden.
- Stickstoff gibt es nur bei festgestelltem Bedarf und erst ab Mai, weil Reserven in Holz und Rinde den frühen Austrieb versorgen.
- Nach Mitte Juli bekommt die Thuja keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen.
- Im Herbst wird nicht nach Kalender gedüngt: Im Frühjahr gehen weniger Nährstoffe verloren, und eine bräunliche Winterfarbe kann bei Thuja occidentalis natürlich sein.

Wenn sich die Thujahecke im Herbst und Winter bräunlich verfärbt, liegt der Griff zum Dünger nahe. Für Stickstoff ist es dann aber zu spät: Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Die Grundversorgung gehört ins Frühjahr, und auch dann entscheidet der Boden mit, ob überhaupt etwas nötig ist. Ich trage mir deshalb zwei Termine in den Gartenkalender ein: den Beginn der Wachstumssaison für den Kompost und Mitte Juli als Schlusspunkt für Stickstoff.
Ob die Thuja als Schnitthecke wächst, als Einzelbaum steht oder im Kübel: Der Kalender bleibt derselbe, nur im Kübel kommen ein paar eigene Regeln dazu.
Wann im Jahr düngst du Thujen?
Der Kalender hat nur wenige Termine, und keiner davon ist ein Pflichttermin für Dünger.
| Zeitpunkt | Was dran ist | Warum |
|---|---|---|
| Frühjahr, zu Beginn der Wachstumssaison | reifer Kompost auf die Fläche unter der Hecke | Grundversorgung; im Frühjahr gehen weniger Nährstoffe durch AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. verloren als im Herbst |
| ab Mai | Stickstoff nur bei festgestelltem Bedarf | den frühen Austrieb versorgen Reserven aus Holz und Rinde |
| Sommer | nicht automatisch nachdüngen | warme, feuchte, humose Böden liefern häufig genug Nährstoffe nach |
| nach Mitte Juli | kein stickstoffhaltiger Dünger mehr | die Triebe sollen vor dem Winter ausreifen |
| Herbst | keine Düngung nach Kalender, Kalium nur nach Bodenbefund | eine zu späte Düngung kann die Gefährdung von Gehölzen im Winter erhöhen |
Frühjahr: Grundversorgung zu Beginn der Wachstumssaison
In den Jahren nach der Pflanzung kann eine Thujahecke zu Beginn der Wachstumssaison mit Kompost versorgt werden. Das Frühjahr ist im Hausgarten der bessere Düngetermin als der Herbst, weil dann weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Wie viel Kompost passt und wie du ihn ausbringst, steht weiter unten bei den Lebensphasen.
Ab Mai: Stickstoff nur bei festgestelltem Bedarf
Eine Stickstoffgabe ist für Thujen kein fester Termin. Bei Ziergehölzen außer Rosen deckt das StickstoffangebotDas Stickstoffangebot ist die Menge an Stickstoff, die den Pflanzen im Boden tatsächlich zur Verfügung steht. Fachleute bestimmen diesen pflanzenverfügbaren Stickstoff mit einer Bodenanalyse, der sogenannten Nmin-Methode. des Bodens den Bedarf häufig schon weitgehend. Ist ein Bedarf festgestellt, wird die Gabe bei Ziergehölzen einschließlich Nadelbäumen erst ab Mai empfohlen. Den frühen Austrieb versorgen nämlich Reserven, die das Gehölz in Holz und Rinde gespeichert hat. Pflanzenverfügbaren Stickstoff erfasst die Standard-Bodenuntersuchung übrigens nicht, dafür braucht es eine gesonderte Nmin-Untersuchung.
Sommer: Nachdüngen ist kein Automatismus
Warme, ausreichend feuchte und humose Gartenböden liefern im Sommer häufig genug Nährstoffe nach. Ob die Hecke eine zusätzliche Gabe braucht, hängt deshalb vom tatsächlichen Bedarf ab und nicht vom Datum. Trockenheit kann sogar Mangelsymptome auslösen, obwohl genug Nährstoffe im Boden sind, denn Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf. Ich gieße die Hecke in Trockenphasen deshalb zuerst durchdringend und schaue mir die Triebe danach wieder an.
Nach Mitte Juli: Schluss mit Stickstoff
Nach Mitte Juli bekommen Ziergehölze keinen stickstoffhaltigen Einzel- oder Mehrnährstoffdünger mehr. So können die jungen Triebe vor dem Winter ausreifen. Weil eine nötige Stickstoffgabe erst ab Mai empfohlen wird und nach Mitte Juli Schluss ist, bleibt für Stickstoff nur ein kurzes Fenster im Frühsommer.
Thuja im Herbst düngen? Darum lasse ich es
Im Herbst bekommt die Thuja bei mir keinen Dünger nach Kalender. Dafür gibt es drei Gründe:
- Im Hausgarten ist die Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vorzuziehen, damit weniger Nährstoffe ausgewaschen werden.
- Eine zu späte oder zu reichliche Düngung kann die Gefährdung von Gehölzen im Winter erhöhen.
- Nach Mitte Juli ist für Stickstoff ohnehin Schluss, damit die Triebe ausreifen.
Auch eine organische Gabe ist im Herbst keine sanfte Lösung. Organische Dünger können bei feuchtwarmer Witterung starke Nährstoffschübe freisetzen, und späte Stickstofffreisetzung aus organischen Stoffen kann die Triebausreife und Winterfrosthärte von Gehölzen beeinträchtigen. Eine als mild gedachte Herbstgabe kann also genau dann Stickstoff liefern, wenn die Triebe ausreifen sollen. Nährstoffe, die keine Wurzel mehr aufnimmt, können zudem mit dem Sickerwasser verloren gehen; mehr dazu steht im Abschnitt zu Mangel und Überdüngung im Ratgeber Düngen, Boden und Kompost.
Eine bräunliche Hecke im Winter ist außerdem kein sicheres Hungerzeichen. Bei Thuja occidentalis kann sich die grüne Sommerfarbe der Schuppenblätter im Winter zu einem bräunlichen Ton verändern. Bei braunen Stellen fühle ich zuerst in den Boden unter der Hecke, ob er trocken ist, bevor ich über Nährstoffe nachdenke.
„Eine kaliumbetonte Herbstdüngung macht Thujen winterfest.“ Kalium reguliert den Wasserhaushalt der Pflanze. Im Garten wird es aber nach Bodenbefund ergänzt, und bei sehr hoher Versorgung entfällt die Gabe. Eine feste Herbstregel für alle Thujen lässt sich daraus nicht ableiten.
Sinnvoll ist der Herbst für etwas anderes: Bodenproben kannst du im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr nehmen, jeweils vor der Düngung. So weißt du vor der nächsten Saison, ob die Hecke überhaupt etwas braucht.
In welcher Lebensphase braucht die Thuja Dünger?
Im Pflanzjahr: Wasser vor Dünger
Eine Düngung direkt bei der Pflanzung ist bei Koniferen nicht grundsätzlich nötig. Ob eine Gabe sinnvoll ist, richtet sich nach der untersuchten Nährstoffversorgung des Bodens. Wichtiger ist nach der Pflanzung das Wasser, denn neu gepflanzte Gehölze müssen in trockenen Phasen häufiger gegossen werden als eingewachsene. Den Wurzelballen wässere ich vor dem Einsetzen gründlich, damit er nicht trocken in die Erde kommt.
In den Folgejahren: Kompost als Grundversorgung
Ab dem Jahr nach der Pflanzung kann die Hecke zu Beginn der Wachstumssaison Kompost bekommen. Eine jährliche Gabe von 3 l Kompost je m² deckt die Grundnährstoffe der meisten Gartenpflanzen ab, zusätzlicher Stickstoff kommt nur nach Bedarf dazu. Ich verteile den Kompost auf der ganzen Fläche unter der Hecke und arbeite ihn nur flach ein. Kompost gehört ohnehin nur oberflächlich in den Boden, und das fein verzweigte Wurzelsystem von Thuja occidentalis liegt flach unter der Oberfläche.
Für eingewachsene Ziergehölze gelten im Frühjahr 2 bis 4 l reifer Kompost je m² und Jahr, sofern die Bodenversorgung die Gabe rechtfertigt. Liegt die Phosphatversorgung im Ziergarten in GehaltsklasseDie Gehaltsklasse ist eine Einstufung im Bodenuntersuchungsbefund, die angibt, wie gut der Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Sie reicht von A für niedrige bis E für besonders hohe Versorgung. C bis E, sind höchstens 3 l Gartenkompost je m² und Jahr die Obergrenze. Beides sind Flächenwerte, keine Mengen je Pflanze.
Ich notiere mir jedes Frühjahr, wann und wie viel Kompost die Hecke bekommen hat. Nährstoffe aus Kompost zählen nämlich mit, wenn später doch eine zusätzliche Düngung ansteht.
Welche Nährstoffe die Thuja in welcher Phase braucht und welcher Dünger dazu passt, hängt von Bodenangebot, Pflanzenbedarf und Nährstoffverhältnis ab. Das vertieft der Ratgeber zur Nährstoffversorgung der Thuja in jeder Lebensphase.
Thuja im Kübel: Wann und wie im Topf gedüngt wird
Im Kübel hängt die Thuja am begrenzten Substrat, deshalb gelten dort die Regeln für Kübelpflanzen. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Erde braucht sie in den ersten 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Danach richtet sich die Menge nach der Dosierungsanweisung des verwendeten Düngers. Wie du Dünger je nach Düngerform richtig dosierst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Flüssigdünger gibst du nur auf feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Feste organische Dünger wie HornspäneHornspäne sind ein organischer Stickstoffdünger und die gröbste Form der Horndünger. Mikroorganismen müssen sie im Boden erst abbauen; wegen der groben Körnung geben sie ihren Stickstoff langsamer frei als das feiner vermahlene Hornmehl. müssen erst mikrobiell abgebaut werden, im kleinen Kübel kann die Versorgung deshalb verzögert sein. Mit ausreichend bemessenem LangzeitdüngerEin Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, gibt seine Nährstoffe nicht sofort, sondern verzögert über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Das gilt für entsprechend gekennzeichnete Mineraldünger und ebenso für organische Dünger. braucht eine Kübelpflanze im Sommer in der Regel keine zusätzliche Gabe. Ist der Topf vernässt, die Wurzeln aber noch nicht verfault, wird bis zum Abtrocknen weder gegossen noch gedüngt.
Für mehrjährige Gefäßpflanzungen eignet sich strukturstabile Kübelpflanzenerde, die Verdichtung und VernässungVernässung bedeutet, dass ein Boden zeitweise oder anhaltend so viel Wasser enthält, dass ihm Luft fehlt. Sie ist der Oberbegriff für Nässe durch Grundwasser, Stauwasser, Haftwasser oder Hangwasser; Staunässe ist eine dieser Formen. im unteren Topfbereich vorbeugt. Beim Saisonende halte ich mich auch im Kübel an die Gehölzregel und gebe der Thuja nach Mitte Juli keinen Stickstoff mehr.
Mangel, Magnesium, Boden: kurz eingeordnet
Braune Triebe können durch Wassermangel, Frosttrocknis, Alterung, Krankheiten oder Schädlinge entstehen und belegen allein keinen Nährstoffmangel. Starke Düngung kann bei Thuja zudem die Salzbelastung des Bodens erhöhen und dadurch das Wachstum beeinträchtigen. Woran du Mangel und Überdüngung bei Thujen erkennst und wie du Dünger ausbringst, steht im Ratgeber zum richtigen Thuja-Düngen.
Magnesium ist Bestandteil des Chlorophylls und für die PhotosynthesePhotosynthese ist der Vorgang, bei dem grüne Pflanzen mithilfe von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlenstoffdioxid Zucker und Stärke herstellen. Als Nebenprodukt entsteht Sauerstoff, den sie an die Luft abgeben. unentbehrlich. Ein Mangel kann an Nadelgehölzen gelbe Spitzen oder eine vollständige Vergilbung älterer Nadeljahrgänge verursachen, und Bittersalz allein versorgt Koniferen nicht ausgewogen. Welche Rolle Magnesium für Thujen spielt und wie du einen Mangel behebst, beschreibt ein eigener Beitrag.
Thuja verträgt kalkreiche Böden gut, während stark saure Böden ihr Wachstum beeinträchtigen können. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt. Wie du eine Bodenprobe nimmst und das Ergebnis liest, steht im Ratgeber Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt zum Boden.
Flächen unter Hecken kannst du schon gegen Ende des Winters mulchen. RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet., Holzhäcksel und Stroh können beim Abbau Stickstoff binden, das berücksichtigst du bei der Versorgung. Mehr zum Mulchen steht im selben Ratgeber im Abschnitt zu Mulchen, Gründüngung und natürlichen Düngemethoden.
