Gründüngung als Bodenverbesserer: Sanierung, Gewächshaus und Pflanzenschutz
- Gründüngung bedeckt den Boden, durchwurzelt ihn und liefert dem Bodenleben organische Masse.
- Zusätzlichen Luftstickstoff bringen nur Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen ein.
- Auf stark verdichteten Böden kann eine Gründüngung ein Jahr oder länger stehen bleiben, bei tiefen Verdichtungen kann zusätzlich ein Tiefenlockerer nötig sein.
- Gegen Rübennematoden zählt eine resistente Senf- oder Ölrettichsorte, Tagetes patula eignet sich nicht pauschal gegen alle Nematoden.
- Im ungeheizten Gewächshaus entscheidet das tatsächliche Hausklima, ob eine Gründüngung überwintert.
- Nach dem flachen Einarbeiten wartest du meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat.
Ein Beet, das nach der Ernte offen liegt, kann beim nächsten kräftigen Regen verschlämmen und danach in der Sonne verkrusten. Über Winter kann außerdem Nitrat ausgewaschen werden. Ich säe auf solche Flächen eine Gründüngung: Pflanzen, die du nicht erntest, sondern die den Boden bedecken und durchwurzeln. Später mähe ich den Bestand und lasse die Masse als Mulch liegen oder arbeite sie flach ein.
Die Grundlagen fasse ich hier kurz. Ausführlich geht es um drei Fälle, in denen du genauer planen musst: Böden, die verdichtet, verschlämmt oder humusarm sind, das Gewächshaus mit dem Hochbeet und den Pflanzenschutz im Boden. Dort hängt viel an der Wahl der Art, und ich zeige dir auch, wo die Methode an Grenzen stößt.
Wie funktioniert Gründüngung?
Die Pflanzendecke schützt den Boden vor Verschlämmung, Verkrustung und Erosion, und die eingearbeitete Masse versorgt das Bodenleben, das bei der Zersetzung Nährstoffe freisetzt. Zusätzlichen Stickstoff aus der Luft binden nur Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen über Knöllchenbakterien, alle anderen Arten nutzen vorhandenen Bodenstickstoff. Wie Wurzeln, Humus und Wasserhaushalt dabei zusammenspielen, erklärt der Überblick, was Gründüngung im Boden leistet.
Welche Pflanzen eignen sich, und wie gehst du vor?
Die Art wählst du nach Bodenart, nach der freien Zeit auf dem Beet und nach den Pflanzenfamilien deiner Gemüsefolge. Für kurze Lücken passen schnelle Arten wie Senf, Phacelia und Ölrettich, vor stark zehrendem Gemüse eignen sich Leguminosen. Familien und Wuchsformen ordnet der Gründünger-Überblick, und welche Samen zu welchem Boden passen, vergleicht der Ratgeber zur Samenwahl nach Boden, Jahreszeit und Ziel.
Gesät wird meist breitwürfig, danach rechst du die Saat ein, drückst sie an und hältst sie bis zum Auflaufen feucht. Gemäht wird vor der Samenbildung, eingearbeitet nur flach, und bis zur nächsten Saat oder Pflanzung vergehen meist etwa 2–3 Wochen. Die einzelnen Schritte stehen im Ratgeber darüber, wie du Gründüngung planst, säst und einarbeitest.
Bodensanierung: verdichtete, verschlämmte und humusarme Böden
Gründüngung kann verdichtete, verschlämmte oder humusarme Gartenböden über Wurzelmasse und organische Substanz verbessern. Auf stark geschädigten Flächen ist das ein längeres Vorhaben, dort kann ein Bestand ein Jahr oder länger stehen bleiben. Bevor ich säe, will ich deshalb wissen, wo das Problem sitzt.
Erst den Boden ansehen
Ich steche einen Spaten tief ein, hebe einen Ziegel Erde heraus und sehe ihn mir von oben bis unten an. Bei dieser Spatendiagnose beurteilst du, wie schwer der Spaten eindringt, wie das Gefüge aussieht und wie die Wurzeln verlaufen. Hohlräume, Farbe und Geruch zeigen dir zusätzlich, ob der Boden verdichtet oder schlecht durchlüftet ist. Durchgehende Wurm- und Wurzelröhren sind ein gutes Zeichen, denn sie leiten Wasser, lassen Luft hinein und machen den Boden durchwurzelbar. Welche Bodenorganismen von der Gründüngung profitieren, beschreibt der Ratgeber zum Bodenleben unter Gründüngung.
Für die Bodenart hilft die Fingerprobe. Klebt die Erde, lässt sie sich formen und ausrollen und zeigt sie eine glatte, glänzende Oberfläche, deutet das auf tonreichen Boden hin.
Die Nährstoffe klärt eine Bodenuntersuchung im Labor. Erfasst werden bei der GrunduntersuchungDie Grunduntersuchung ist der Standardumfang einer Bodenuntersuchung im Labor: Bestimmt werden Phosphor, Kalium, Magnesium und der pH-Wert. Sie zeigt, wie gut der Boden mit diesen Nährstoffen versorgt ist und ob er Kalk braucht. Phosphat, Kalium und der Kalkbedarf. Kalk gibst du nur, wenn der pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig ist.
Für die Mischprobe im Gemüsebeet stichst du 10–15 Einzelproben aus 25–30 cm Tiefe, verteilt über die einheitlich genutzte Fläche. Zusammen ergeben sie eine Mischprobe von etwa 500 g.
Welche Gründüngung passt zu welchem Bodenproblem?
| Bodenproblem | Arten, die infrage kommen | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Schwerer oder verdichteter Boden | Ölrettich, Phacelia, Sandhafer | nur ausreichend abgetrockneten Boden bearbeiten |
| Tiefe Durchwurzelung gewünscht | Ackerbohnen, Lupinen, Sonnenblumen | können standortabhängig deutlich mehr als 1 m tief wurzeln; Sonnenblumen brauchen viel Wärme und sind stark frostempfindlich |
| Humusarmer, leichter Boden | Phacelia, Sonnenblumen | Arten mit reichlich Grünmasse wählen |
| Leichter Sandboden mit niedrigem pH-Wert | Gelbe Lupine | Blaue Lupine passt eher zu lehmigem Sand bis sandigem Lehm |
| KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. im Oberboden | Gräser als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. | ihre feine Wurzelverteilung kann die Krümelstabilität fördern |
| Wurzelgänge für die Folgekultur | Luzerne | ungeeignet für schwere, kalte und staunasse Böden und für Böden mit wurzelhemmenden Sperrschichten |
Luzerne bildet eine PfahlwurzelEine Pfahlwurzel ist eine einzelne Hauptwurzel, die senkrecht nach unten in den Boden wächst; von ihr gehen Seitenwurzeln ab. Pflanzen mit Pfahlwurzel heißen Tiefwurzler, zum Beispiel Löwenzahn und Eiche., die den Porenanteil im Wurzelraum erhöht. Die Folgekultur kann die zurückbleibenden Wurzelgänge nutzen. Für die Saat braucht Luzerne ein abgesetztes, feinkrümeliges Saatbett ohne Verdichtungen.
Ölrettich lässt sich mit Phacelia, Alexandrinerklee oder Senf mischen, sodass sich unterschiedliche Wurzeln ergänzen. Alle Familien in der Mischung müssen dann zu deiner bisherigen und geplanten Fruchtfolge passen.
Tiefe Verdichtung: erst lockern, dann durchwurzeln
Sitzt die Verdichtung tief, kann ein fachgerecht eingesetzter Tiefenlockerer nötig sein. Vorher untersuchst du, wo die verdichtete Schicht liegt, wie mächtig sie ist und wie fest. Nach der Lockerung stabilisieren tiefwurzelnde Pflanzen das gelockerte Gefüge. Bei einer tiefen Sperrschicht ersetzt die Gründüngung das Gerät also nicht, sie hält aber das Ergebnis der Lockerung fest.
Den Boden bearbeitest du nur, wenn er ausreichend abgetrocknet ist, am besten mit Grabgabel oder Krail. Tonböden verdichten besonders leicht, wenn sie feucht bearbeitet werden. Auf schweren Böden bleibt die Gründüngung am besten bis zum Frühjahr stehen. Willst du umgraben, nutzt du bei passender Witterung den Dezember oder Januar, bevor der Boden durchfriert.
Eine Fläche mit Wurzelunkräutern wird mit der Gartenfräse bearbeitet. Die Fräse kann die Vermehrung dieser Unkräuter fördern. Auch frische Gründüngungsmasse gehört nur flach in den Boden, denn tief vergraben kann sie unter Luftabschluss faulen.
Sandboden: was Humus leisten kann und was nicht
Sand lässt Wasser durch seine weiten Grobporen schnell versickern und hält im Wurzelraum wenig pflanzenverfügbares Wasser zurück. Gründüngung verbessert über organische Substanz die Wasserspeicherung leichter Böden. Ein höherer Humusgehalt garantiert aber keine entsprechend große Zunahme des pflanzenverfügbaren Wassers im ganzen Bodenprofil. Bei Trockenheit kann auf Sand zudem der kapillare Nachschub aus tieferen Schichten abreißen. Dazu kommt, dass eine lebende Gründüngung beim Wachsen selbst Wasser verbraucht und bei Trockenheit mit der Hauptkultur konkurrieren kann.
Gieß, bevor der Boden völlig austrocknet, denn ganz trockene Erde nimmt Wasser schlecht auf. Gesammeltes Regenwasser aus Tonne oder Zisterne eignet sich für solche Trockenphasen. Serradella gilt als Art für leichte Böden, kann auf humusarmen, trockenen Sandböden aber versagen.
Zu viel Phosphor und Kalium: Grünmasse vom Beet nehmen
Zeigt die Bodenprobe erhöhte Phosphor- und Kaliumvorräte, entfernst du den Großteil der Gründüngungsmasse von der Fläche. Du nutzt sie auf schwächer versorgten Beeten oder im Kompost weiter. Buchweizen kann im Boden gebundenes Phosphat mobilisieren. Eine hohe Mobilisierung bedeutet aber nicht automatisch mehr verfügbares Phosphat für die Folgekultur.
Schadstoffverdacht: kein Fall für Gründüngung
Eine gute Bodenstruktur sagt nichts darüber, ob ein Boden frei von Schadstoffen ist. Wie riskant eine Belastung ist, hängt von Konzentration, Mobilität, Bioverfügbarkeit und den Bodeneigenschaften ab. Bei Bodenproblemen kann ein Labor neben den Hauptnährstoffen auch Salzgehalt und Schwermetalle gezielt untersuchen.
Vermutest du Schadstoffe im Boden, wende dich an die untere Bodenschutzbehörde. Dort werden notwendige Maßnahmen nach Untersuchung im Einzelfall festgelegt, eine Gründüngung ersetzt diese Klärung nicht.
Gründüngung im Gewächshaus und im Hochbeet
Gewächshaus: die Beetpause nutzen und rechtzeitig räumen
Im Gewächshaus bleibt ein Beet zwischen zwei Kulturen oft frei, zum Beispiel nach den Tomaten. Die Gründüngung wählst du nach dieser freien Zeit, nach der Bodenart und nach den Familien, die danach im Haus wachsen. Als passender Gründünger zu Tomaten, Paprika und Auberginen gilt Phacelia. Welche Art zu deinen Gewächshauskulturen passt, kannst du im Mischkultur-Planer nachsehen. Wann du welche Art säst, zeigt der Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken.
| Art | Entwicklungszeit im Hausgarten | Verhalten bei Frost |
|---|---|---|
| Senf | 4–10 Wochen | nicht winterhart |
| Phacelia | 6–10 Wochen | nicht winterhart, verträgt Frost bis etwa −8 °C; wie lange, ist offen |
| Ölrettich | 6–10 Wochen | nicht winterhart |
| Buchweizen | 6–10 Wochen | nicht winterhart |
| Inkarnatklee | steht über Winter bis zum Frühjahr | kann überwintern, verträgt harte, lange, kalte und schneereiche Winter schlecht |
| Winterroggen | steht über Winter bis zum Frühjahr | überwinternd |
Ein ungeheiztes Kleingewächshaus kann bei stärkerem Frost innen gefrieren. Ob eine Art dort überwintert oder abfriert, beurteilst du deshalb nach dem tatsächlichen Klima in deinem Haus. Ich hänge dafür im Herbst ein Minimum-Maximum-Thermometer auf Beethöhe. Abgefrorene Bestände sind kein Verlust, sie bleiben über Winter als Mulch liegen.
Überwinternde Bestände musst du vor der nächsten Kultur aktiv beenden, und nach dem Einarbeiten vergehen meist etwa 2–3 Wochen bis zur Pflanzung. Wer im Frühjahr früh Tomaten setzen will, rechnet das Ende des Winterbestands deshalb vom Pflanztermin aus zurück. Brauchst du ein feines Saatbett, räumst du den Bestand ab und kompostierst ihn, statt ihn einzuarbeiten. Das kann viel Handarbeit machen, weil die verbleibende Pflanzenmasse entfernt oder eingearbeitet werden muss.
Untersaat unter Tomaten: Wasser getrennt geben
Eine Gründüngung muss nicht warten, bis das Beet leer ist. Niedrig wachsende Gelb- oder Weißkleearten lassen sich als UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. zwischen Gemüse oder Beerenkulturen säen, Weißklee bleibt mit 20–30 cm niedrig. Weil Weißklee sich in der Jugend langsam entwickelt, richtest du den Saatzeitpunkt danach und nach der Konkurrenz der Hauptkultur.
Lebende Gründüngung verbraucht beim Wachsen selbst Wasser und kann bei Trockenheit mit der Hauptkultur konkurrieren. In einem Versuch mit Tomaten im Gewächshaus ließ sich die Kultur genauer steuern, als Tomaten und Untersaat getrennt bewässert wurden. Wer unter Tomaten eine Untersaat zieht, gießt beide deshalb getrennt und sieht so, welche Pflanze wie viel Wasser bekommt. Ich gieße morgens direkt in den Wurzelbereich der Tomaten und gebe der Untersaat mit weichem Strahl ihr eigenes Wasser.
Einen sicheren Mehrertrag solltest du davon nicht erwarten. In einem Versuch mit Cocktailtomaten waren die Unterschiede bei Ertrag und Marktfähigkeit durch Klee- und Oregano-Untersaat statistisch nicht abgesichert.
Hochbeet: in der Keimphase auf Feuchte achten
Im Hochbeet lohnt eine Gründüngung, wenn es nach der Ernte mehrere Wochen oder über Winter unbelegt bleibt. In kleinen Gefäßen ist sie meist wenig sinnvoll, weil du die Erde dort einfach austauschen kannst. Ein Beispiel für das Hochbeet ist eine geprüfte Mischung aus Buchweizen und Ringelblume, die von April bis September gesät wird.
Hochbeete erwärmen sich schneller als Bodenbeete und trocknen dadurch rascher aus. Gerade in der Keimphase kann eine Gründüngung bei Trockenheit wiederholtes Wässern brauchen. Im Hochbeet prüfst du die Feuchte der frischen Saat deshalb mit dem Finger, bevor die Oberfläche ganz austrocknet. Organischer Mulch erhält die Feuchte im Hochbeet, Saatrillen und Jungpflanzen hältst du aber frei davon. Welche Pflanzen bei begrenzter Tiefe passen und wie du überschüssiges Material kompostierst, zeigt der Ratgeber, wie du Gründüngung im Hochbeet einsetzt.
- Wie lange bleibt das Beet frei, und welche Art passt in diese Zeit?
- Welche Pflanzenfamilien wachsen danach auf dieser Fläche?
- Kann es in deinem ungeheizten Haus innen frieren?
- Gießt du Untersaat und Hauptkultur getrennt?
- Bleibt nach dem Einarbeiten genug Zeit bis zur nächsten Pflanzung?
Biologischer Pflanzenschutz: was Gründüngung im Boden leisten kann
Manche Gründünger werden nicht nur für die Bodenstruktur gesät, sondern gegen Schädlinge im Boden. Eine Garantie gibt es dabei nicht, und eine falsch gewählte Art kann ein Problem sogar verstärken. Ich plane solche Saaten erst, wenn ich weiß, welcher Schädling im Boden sitzt.
Rübennematoden: auf die Sorte kommt es an
Wer Senf oder Ölrettich gegen Rübennematoden sät, braucht eine als resistent eingestufte Sorte. Als resistent gelten Sorten mit den Anfälligkeitsnoten 1–3, wobei niedrigere Noten günstiger sind. Die Art Gelbsenf umfasst auch konventionelle Sortentypen, irgendein Senfsaatgut reicht also nicht. Auch bei resistentem Ölrettich hängt die Wirkung von der konkreten Sorte und der vorhandenen Nematodenart ab. Im Feldanbau begünstigen längere Phasen mit Tagesmitteltemperaturen ab 8 °C die Wirkung.
Tagetes patula und Pratylenchus: erst die Diagnose
Die Felddaten zu Studentenblumen beziehen sich auf Tagetes patula. Für eine Reduzierung von Pratylenchus-Nematoden muss sie im beschriebenen Feldanbau mindestens drei Monate wachsen. Dort sind Befallsrückgänge von über 95 % beschrieben, eine Erfolgsgarantie für jeden Garten ist das nicht. Den Boden schließt Tagetes patula im Feldanbau erst nach 4–8 Wochen, bis dahin ist frühe Unkrautregulierung wichtig.
Zugleich kann Tagetes patula bestimmte Populationen von Meloidogyne hapla und einige Trichodorus-Arten vermehren. Vor einer gezielten Tageteskultur sollte deshalb eine Bodenanalyse den Befall mit Pratylenchus bestätigen. Ohne diesen Befund riskierst du, mit der Aussaat NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt. zu fördern, die gar nicht dein Problem waren.
Studentenblumen halten alle Nematoden fern? Nein. Die Felddaten gelten für Tagetes patula und Pratylenchus, und dieselbe Art kann andere Nematoden vermehren.
Biofumigation: ein Spezialverfahren
Bei der Biofumigation werden glucosinolatreiche Senf- und Ölrettichbestände zur Blüte zerkleinert und eingearbeitet. Dabei entstehen Isothiocyanate, die bestimmte pflanzenparasitäre Nematoden schädigen können, eine Wirkung gegen alle Bodenschädlinge zeigen die Versuche nicht. Ob sich das Feldverfahren aufs Gemüsebeet übertragen lässt, ist offen; die Einordnung steht im Gründünger-Überblick unter Nematoden, Biofumigation und Krankheiten.
Kohlhernie und Kleemüdigkeit: Krankheiten nicht mitsäen
Senf gehört wie Kohl, Rettich und Radieschen zu den Kreuzblütlern und kann in deren Fruchtfolge Kohlhernie fördern. Bei Kohlhernie an Kohl planst du einen Fruchtwechsel von fünf bis sechs Jahren und verzichtest auch bei der Gründüngung auf Kreuzblütler. Gelbsenf und Ölrettich brauchen im Gemüsebeet ohnehin mindestens 3–5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern. Wo viel Kohl, Rettich oder Radieschen wächst, nimmst du statt Senf, Ölrettich oder Raps besser Phacelia, denn sie ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt.
Bei Leguminosen gilt eine eigene Grenze. Zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten sollen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. auf Leguminosen entfallen, Erbsen und Bohnen eingeschlossen. Rotklee ist mit sich selbst und den meisten anderen Leguminosen unverträglich, Luzerne mit sich selbst und anderen Leguminosen. Tritt Kleemüdigkeit auf, kommen bodenbürtige SchaderregerSchaderreger ist im Pflanzenschutz der Sammelbegriff für Schädlinge und Krankheitserreger, die Pflanzen befallen: etwa Insekten oder Fadenwürmer (Nematoden) sowie Pilze, Bakterien und Viren., Ungleichgewichte in der Nährstoffversorgung und Giftstoffe als Ursachen infrage. Welche Leguminosen sich als Stickstoffsammler eignen, zeigt der Ratgeber über stickstoffbindende Gründünger.
Ich trage jede Gründüngung mit ihrer Pflanzenfamilie in den Beetplaner für Fruchtfolge und Anbaupausen ein, damit ich die Pausen im Blick behalte. Kranke Pflanzen kommen bei mir weder als Mulch aufs Beet noch auf den Kompost, sondern in die Biotonne. Kleine Gartenkomposter erreichen keine sichere Hygienisierung.
Blühende Gründüngung und Nützlinge
Phacelia, Buchweizen, Weißer Senf, Ölrettich und mehrere Kleearten gelten als nützlingsfreundlich. Blühende Bestände für Insekten beendest du nach der Blüte, aber vor der Samenreife, damit sie sich nicht selbst aussäen. Ich behalte meine blühende Phacelia gegen Ende der Blüte im Auge und mähe, bevor sich Samen bilden. Bleibt die Masse danach als Mulch liegen, prüfst du bei starken Schneckenschäden, ob der feuchte Lebensraum unter dem Mulch mehr schadet, als die Mulchschicht nützt.





