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Futterzichorie gesund halten: Mehltau, Wurzelfäule und Schädlinge erkennen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion

Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Weißliche Beläge auf den Blättern können auf Echten Mehltau hindeuten: befallene Blätter abschneiden und nicht verfüttern.
  • Welke trotz nasser Erde kann auf Wurzelschäden durch zu viel Wasser hindeuten; Wasserstau fördert die violette Wurzelfäule.
  • Gekräuselte Blätter können auf Blattläuse hindeuten; Marienkäferlarven fressen Blattläuse.
  • Weißliche, wachsartige Ausscheidungen am Wurzelhals und Kümmerwuchs können auf Wurzelläuse hindeuten.
  • Gegen Schnecken: Schneckenzaun setzen, Verstecke kontrollieren, Schnecken absammeln.
  • Die Sorte Spadona nur alle 3 bis 4 Jahre am selben Standort anbauen.
Nahaufnahme einer blauen Blüte der Gemeinen Wegwarte (Cichorium intybus) an einem grünen Stängel
Foto: Alvesgaspar · CC BY 2.5 · Ausschnitt · Quelle ↗

Weiße Beläge auf den Blättern, eine Pflanze, die trotz nasser Erde welkt, gekräuselte Blätter: Solche Zeichen an Futterzichorie werfen zwei Fragen auf. Was steckt dahinter, und dürfen die Blätter noch in den Napf? Ich gehe bei jedem Verdacht in derselben Reihenfolge vor: Blätter umdrehen, Erde fühlen, notfalls eine Pflanze ausgraben. An Pflanzenschutzmittel denke ich erst ganz am Schluss.

Futterzichorie ist eine Zichorie (Cichorium intybus), die du als Grünfutter für ihre Blätter anbaust, zum Beispiel die Sorte Spadona. In einem Versuch enthielt getrocknete Futterzichorie der Sorte Grassland’s Puna im Blattstadium 149 g Rohprotein je kg Trockenmasse. Wie sie sich neben Grünland, Futterkohl und Rüben einordnet und was Futterwerte aussagen, erklärt der Überblick über Futterpflanzen von Grünland bis Zichorie.

Was hinter dem Schadbild stecken kann

Symptome sind Hinweise, keine Diagnosen. Die Schadbilder in dieser Tabelle sind an Chicorée beschrieben, einer anderen Kulturform der Zichorie. An Futterzichorie achte ich auf dieselben Zeichen.

Was du siehst Kann hindeuten auf Mein erster Handgriff
Weißliche Beläge auf den Blättern Echten Mehltau Befallene Blätter abschneiden, nicht verfüttern
Welke trotz nasser Erde, dunkelviolettes Pilzgeflecht an der Wurzel Violette Wurzelfäule oder Wurzelschaden durch Nässe Nicht nachgießen, eine Pflanze ausgraben
Gekräuselte Blätter Blattläuse Blattunterseiten ansehen, nach Marienkäferlarven suchen
Kümmerwuchs, weißliche, wachsartige Ausscheidungen am Wurzelhals Wurzelläuse Pflanze ausgraben, Wurzelhals prüfen
Fraßstellen an Blättern, Schleimspuren Schnecken Verstecke kontrollieren, absammeln

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Geeignet ist ein vollsonniger Platz mit nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden.

Bodenart

Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.

Anbauort

Die angebotene Sorte „BIO Zichoriensalat“ lässt sich im Hochbeet ziehen.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Die Wildform und Sorten zur Wurzelnutzung im Mai/Juni direkt säen. Blattsorten im April für die Sommer- oder im Juni/Juli für die Winterkultur direkt oder in Töpfe säen und ausreichend große Jungpflanzen auspflanzen.

Pflege

Pflege

Bei Kultur in trockeneren Gebieten bei Bedarf zusätzlich bewässern und zugleich guten Wasserabzug sicherstellen.

Düngung

Bei der Blattzichorie Catalogna Special ist in dauerhaften Salatbeständen gewöhnlich keine zusätzliche Düngung nötig; bei nachgewiesenem Nährstoffmangel gilt dies nicht.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist mehrjährig.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Steingärten, Blumenrabatten, Beete und Kiesgärten.

Aussaatkalender Wegwarte
GartenkalenderVorkultur: Mai, Juni, Juli; Blüte: Juli, August, September, Oktober; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, NovemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliBlüteBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberBlüte: OktoberErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberVorkulturBlüteErnte

Krankheiten an Futterzichorie: Mehltau und Wurzelfäule

Echter Mehltau: weißliche Beläge auf den Blättern

Echter Mehltau kann bei Chicorée weißliche Beläge auf den Blättern verursachen. Entdecke ich solche Beläge an Futterzichorie, schneide ich die befallenen Blätter ab und verfüttere sie nicht. Die Schere wische ich danach ab, bevor ich an die nächste Pflanze gehe.

Der Mehltau sitzt auf den Blättern, und bei der Sorte Spadona wachsen nach einem Schnitt innerhalb von 4 bis 5 Wochen neue erntereife Blätter nach. Ein Rückschnitt befallener Blätter kostet dich also einen Erntegang, nicht gleich die ganze Pflanze. Ob der neue Austrieb sauber bleibt, zeigt erst der nächste Blick ins Beet.

Mythos-Check

Backpulverlösung oder Schachtelhalmbrühe werden gegen Mehltau oft empfohlen, und beiden wird eine schützende Wirkung nachgesagt. Bei Blättern, die verfüttert werden, bleibe ich deshalb bei Schere und Kontrolle.

Violette Wurzelfäule: wenn Wasser im Boden steht

Die violette Wurzelfäule überzieht geschädigtes Wurzelgewebe mit einem dunkelvioletten Pilzgeflecht. Gefördert wird sie durch Wasserstau. Zu viel Wasser kann Wurzeln außerdem so schädigen, dass die Pflanzen ähnlich welken wie bei Wassermangel. Wer eine welke Zichorie auf nassem Boden nachgießt, kann das Problem also verschärfen.

Bevor ich gieße, stecke ich einen Finger in die Erde. Ist sie nass und die Pflanze trotzdem welk, grabe ich eine Pflanze vorsichtig aus und sehe mir die Wurzel an. Ein dunkelviolettes Geflecht darauf deutet auf die violette Wurzelfäule hin. Diese Pflanze kommt nicht zurück ins Beet, und an der Stelle wächst erst nach der Anbaupause wieder Zichorie.

Tipp

Ziehst du Zichorie im Topf, braucht das Gefäß Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Schädlinge an Futterzichorie: Blattläuse, Schnecken, Wurzelläuse

Blattläuse: gekräuselte Blätter

Blattlausbefall kann bei Chicorée dazu führen, dass sich die befallenen Blätter kräuseln. Beim Ernten drehe ich deshalb einzelne Blätter um und sehe mir die Unterseiten an. Sitzen dort Läuse, suche ich als Nächstes nach Marienkäferlarven. Sie gehören zu den Blattlausfressern und gelten bei Chicorée als natürliche Gegenspieler.

Finde ich Larven in der Kolonie, lasse ich die Pflanze in Ruhe und sehe beim nächsten Erntegang wieder nach. Einzelne stark befallene Blätter schneide ich ab. Schmierseife wird als Hausmittel gegen Läuse oft genannt. Sie kann aber auch die Marienkäferlarven treffen, die du schonen willst.

Marias Erfahrung

Pflanzen mit Läusen markiere ich mit einem kurzen Stab. Beim nächsten Erntegang schaue ich dort zuerst nach.

Schnecken: Fraß an Blättern und Jungpflanzen

Schnecken hinterlassen Fraßstellen an den Blättern und Schleimspuren auf Pflanze und Boden. Bei jungen Pflanzen schaue ich besonders genau hin. Ein Schneckenzaun lässt sich im Garten gut mit einer regelmäßigen Kontrolle der Verstecke und dem Absammeln verbinden. Am Beetrand hebe ich dazu Steine, Bretter und Laub an und sammle ab, was darunter sitzt.

Für Futterrüben am Wiesenrand wird ein kurz gehaltener Grasstreifen als Vorbeugung gegen einwandernde Schnecken genannt. Grenzt dein Zichorienbeet an eine Wiese, kann so ein Streifen Schnecken etwas abhalten. Verlass dich aber nicht darauf. Kaffeesatz oder Sägespäne rund um die Pflanzen sollen Schnecken ebenfalls fernhalten. Ich bleibe bei Zaun und Absammeln.

Wurzelläuse und Fraß im Boden

Wurzelläuse an Chicorée können am Wurzelhals von weißlichen, wachsartigen Ausscheidungen umgeben sein. Über der Erde kann sich ein Befall durch Kümmerwuchs zeigen. Kümmert eine Pflanze ohne erkennbaren Grund, grabe ich sie vorsichtig aus und prüfe den Wurzelhals. Dabei unterscheide ich gleich mit: Weißlich und wachsartig spricht eher für Wurzelläuse, ein dunkelviolettes Geflecht eher für die violette Wurzelfäule.

Andere Fraßspuren an der Wurzel ordne ich nicht aus der Ferne einem bestimmten Schädling zu. Sichtbare Larven sammle ich ab und notiere mir die Beetstelle für die Fruchtfolge.

Vorbeugen: Boden, Fruchtfolge und Kontrolle

Wie du Futterzichorie säst, welchen Abstand sie braucht und wie du das Beet vorbereitest, steht in der Anleitung zu Aussaat, Pflege, Ernte und Lagerung von Futterzichorie. Die Termine zum Abhaken liefert der Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken. Hier geht es nur um das, was Krankheiten und Schädlingen vorbeugt.

Drainage verbessern

Zichorie gilt als Pflanze für volle Sonne und nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden. Auf schwerem Boden arbeite ich deshalb an der Struktur. Gründüngung kann über die Humusbildung die Durchlässigkeit schwerer Böden verbessern. Bei starken Verdichtungen kann ein mechanischer Eingriff nötig sein, um den Boden akut zu lockern.

Zichorie lässt sich auch im Hochbeet ziehen. Das ist meine Ausweichlösung für Beete, die nach Regen lange nass bleiben. In trockeneren Gegenden gilt für Zichorie: bei Bedarf zusätzlich wässern und zugleich für guten Wasserabzug sorgen. Ich gieße früh morgens und bodennah.

Fruchtfolge und Mischkultur

Für die Futterzichorie-Sorte Spadona wird empfohlen, sie nur alle 3 bis 4 Jahre am selben Standort anzubauen. Damit ich den Überblick behalte, trage ich jede Zichorienfläche in den Beetplaner für Gartenbeete ein. Fruchtfolge gehört zum Pflanzenschutz ohne Mittel, eine Garantie gegen Krankheiten ist sie aber nicht.

Mischkultur kann die Gartenfläche besser ausnutzen. Ob bestimmte Gemüsenachbarn sich gegenseitig günstig beeinflussen, lässt sich dagegen häufig schwer nachweisen. Nachbarn für die Zichorie wähle ich deshalb nach Platz und Licht und erwarte von ihnen keinen Schutz vor Schädlingen. Welche Kulturen gut nebeneinander passen, kannst du im Mischkultur-Werkzeug nachschlagen.

Jetzt dran

Räumst du ein Zichorienbeet, trag die Stelle gleich in deinen Beetplan ein. So weißt du beim nächsten Planen noch, wo die Zichorie stand.

Pflanzengesundheit stärken

Für Blattzichorie in dauerhaften Salatbeeten gilt zusätzliche Düngung in der Regel als nicht nötig. Das ist aber kein Grund, bei einem nachgewiesenen Nährstoffmangel aufs Düngen zu verzichten. Ob etwas fehlt, zeigt dir eine Bodenuntersuchung.

Zahl im Blick

Für eine Bodenprobe im Gemüsebeet wird die Schicht von 0 bis 25 cm beprobt. Die Mischprobe setzt du aus 10 bis 15 Einzelproben derselben Fläche zusammen.

Der Rest der Vorbeugung ist Aufmerksamkeit. Beim Ernten prüfe ich Blattflächen, Blattunterseiten und den Wurzelhals, vor dem Gießen fühle ich die Erde.

Mini-Checkliste

Blattunterseiten auf Läuse und Marienkäferlarven prüfen, Blätter auf weißliche Beläge ansehen, Erde vor dem Gießen fühlen, Verstecke am Beetrand anheben, kümmernde Pflanzen markieren und am Wurzelhals prüfen.

Integrierter Pflanzenschutz: Mittel erst ganz zum Schluss

Kurz erklärt

Integrierter Pflanzenschutz verbindet Vorbeugung, Kontrolle, Handarbeit und Nützlinge. Chemische Mittel kommen erst in Frage, wenn das nicht reicht.

Selbst angesetzten Pflanzenjauchen wird nachgesagt, Pflanzen zu stärken. Bei mir bleiben Schere, Zaun und der Blick auf die Nützlinge die ersten Schritte.

Reicht das nicht und du denkst über ein Pflanzenschutzmittel nach, kommt nur ein Mittel mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten in Frage. Halte dich genau an die Gebrauchsanweisung, trag Schutzkleidung und entsorge Reste so, wie es dort vorgeschrieben ist. Bedenke dabei, dass ein Mittel auch Nützlinge wie Marienkäferlarven treffen kann.

Achtung

Futterzichorie landet im Napf. Ernte nach einer Behandlung erst, wenn die Wartezeit aus der Gebrauchsanweisung abgelaufen ist. An Blättern für meine Tiere spritze ich grundsätzlich nicht.

Ernte und Lagerung: was nicht ins Futter gehört

Die Erntezeit der Zichorie reicht von Juni bis November. Angefaulte oder schimmelige Blätter sortiere ich schon beim Schneiden aus, weil Schimmelpilzgifte Futterpflanzen bereits auf dem Feld oder erst im Lager belasten können. Wie du schneidest, trocknest und lagerst, steht in der Anbauanleitung für Futterzichorie, Grundsätzliches zur Futterhygiene im Überblick über Futterpflanzen.

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Häufige Fragen

Woran erkenne ich Mehltau an Futterzichorie?
Weißliche Beläge auf den Blättern können auf Echten Mehltau hindeuten; beschrieben ist dieses Schadbild an Chicorée, einer anderen Kulturform der Zichorie. Schneide befallene Blätter ab und verfüttere sie nicht. Bei der Sorte Spadona wachsen nach einem Schnitt innerhalb von 4 bis 5 Wochen neue erntereife Blätter nach, ein Rückschnitt kostet also nicht gleich die ganze Pflanze.
Warum welkt meine Futterzichorie, obwohl die Erde nass ist?
Wurzeln, die durch zu viel Wasser geschädigt sind, können ähnliche Welkeerscheinungen zeigen wie Pflanzen mit Wassermangel. Wasserstau fördert außerdem die violette Wurzelfäule, die geschädigtes Wurzelgewebe mit einem dunkelvioletten Pilzgeflecht überzieht. Gieß dann nicht nach, sondern grab eine Pflanze vorsichtig aus und sieh dir die Wurzel an.
Was tun gegen Blattläuse an Futterzichorie?
Gekräuselte Blätter können auf Blattläuse hindeuten. Marienkäferlarven fressen Blattläuse, deshalb schau vor jedem Eingriff nach, ob schon Larven in der Kolonie sitzen. Einzelne stark befallene Blätter schneidest du ab. Hausmittel wie Schmierseife können auch die Nützlinge treffen.
Wie schütze ich Futterzichorie vor Schnecken?
Ein Schneckenzaun lässt sich gut mit regelmäßiger Kontrolle der Verstecke und dem Absammeln der Schnecken kombinieren. Heb dazu Steine, Bretter und Laub am Beetrand an und sammle ab, was darunter sitzt. Auf Hausmittel wie Kaffeesatz solltest du dich nicht allein verlassen.
Wie oft darf Futterzichorie auf demselben Beet stehen?
Für die Futterzichorie-Sorte Spadona wird empfohlen, sie nur alle 3 bis 4 Jahre am selben Standort anzubauen. Notiere dir deshalb, wo die Zichorie stand, und plane die Beete im Wechsel. Fruchtfolge gehört zum vorbeugenden Pflanzenschutz, eine Garantie gegen Krankheiten ist sie nicht.
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