Alexandrinerklee in der Fruchtfolge: Vor-, Haupt- und Nachfrucht
- Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum) ist einjährig, nicht winterhart und zählt in der Fruchtfolge zu den Hülsenfrüchten.
- Als Nachfrucht passt er nach früh räumenden Kulturen, aber nicht nach Bohnen oder Erbsen.
- Als Hauptfrucht bringen mehrschnittige Sorten 3–4 Schnitte, der erste fällt spätestens zu Blühbeginn.
- Als Vorfrucht eignet er sich für stark zehrendes Gemüse wie Kohlarten.
- Nach dem flachen Einarbeiten vergehen meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung.
- Als Anbaupause sind 3 Jahre angesetzt, im Feldfutterbau werden 3–4 Jahre empfohlen.

Ein Beet wird frei, und Klee klingt nach der einfachen Lösung. Wie viel Alexandrinerklee dem Beet bringt, hängt aber von seinem Platz in der Fruchtfolge ab. Steht er direkt vor oder nach Bohnen und Erbsen, folgen Hülsenfrüchte zu dicht aufeinander. Ich prüfe deshalb vor jeder Kleesaat zwei Dinge: was auf dem Beet stand und was als Nächstes dorthin soll.
Der Klee kann in der Folge vier Plätze einnehmen. Er folgt als Nachfrucht auf eine frühe Ernte, belegt als Hauptfrucht eine ganze Saison, füllt als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. eine Lücke und bereitet als Vorfrucht das Beet für stark zehrendes Gemüse vor. Hauptfrucht, Vorfrucht und Nachfrucht verlangen die meiste Planung, deshalb stehen sie hier im Mittelpunkt.
Was ist Alexandrinerklee?
Alexandrinerklee trägt den botanischen Namen Trifolium alexandrinum und heißt auch Ägyptischer Klee. Er ist einjährig, nicht winterhart und gehört zu den Schmetterlingsblütlern. In der Fruchtfolge steht er damit in einer Gruppe mit Erbsen, Bohnen, Wicken und Lupinen.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Familie | FabaceaeFabaceae ist der botanische Name der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die auch Leguminosen heißen. Dazu gehören etwa Erbsen, Bohnen, Linsen, Lupinen und Klee. Sie versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft., Schmetterlingsblütler |
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart |
| Nährstoffbedarf | schwachzehrend |
| Wurzeltyp | tiefwurzelnd |
| Wuchshöhe | 20–30 cm |
| Blütezeit | Mai bis September |
| Aussaatzeit | April bis September |
| Keimdauer | 14–21 Tage |
| Standort | sonnig, halbschattig |
Er passt auf leichte bis mittelschwere, nährstoffreiche Böden, die nicht sauer sind und gut mit Wasser versorgt werden. Als geeigneter pH-Bereich gilt 6–8. Welche Gründüngerart auf welchen Boden gehört, vergleicht der Überblick zu Standort und Boden bei Gründüngern.
Welche Rollen übernimmt der Klee in der Fruchtfolge?
Die Vorfrucht steht vor einer Kultur auf dem Beet, die Nachfrucht folgt ihr. Eine Hauptfrucht belegt die Fläche über die Hauptsaison, eine Zwischenfrucht füllt die Lücke zwischen zwei Hauptkulturen.
| Rolle des Klees | Wann | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Nachfrucht | nach früh räumenden Kulturen, Aussaatzeit bis September | nicht nach Bohnen oder Erbsen |
| Hauptfrucht | Aussaat ab April | mehrschnittige Sorte wählen |
| Zwischenfrucht | auf dem Feld als Stoppelsaat im Juli bis Anfang August | Frost beendet den Bestand, die Reste bleiben als Mulch liegen |
| UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. | im Gemüsegarten ab August unter Tomaten, Kohlarten oder Lauch | schneiden, sobald der Klee das Gemüse beeinträchtigt |
| Vorfrucht | vor stark zehrendem Gemüse | Bohnen und Erbsen nicht als nächste HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. |
Die Rollen schließen sich nicht aus. Ein Klee, der als Nachfrucht auf Frühkartoffeln folgt, ist zugleich die Vorfrucht für das Gemüse des nächsten Jahres. Für kleine Flächen zeigt das der Beitrag dazu, wie du Alexandrinerklee im Fruchtwechsel des Hausgartens nutzt.
Als Nachfrucht: Nach welchen Kulturen passt der Klee?
Im Feldbau wird Alexandrinerklee als Zwischenfrucht nach Frühkartoffeln, Winterraps oder Wintergerste eingesetzt. Das empfohlene Fenster für die Stoppelsaat liegt dort im Juli bis Anfang August. Die Vorkultur muss das Feld also bis dahin geräumt haben.
Im Gemüsegarten überträgst du das auf Beete, die im Sommer frei werden. Für eine Gründüngung nach der Gemüseernte sind August und September günstig, und die Aussaatzeit des Klees reicht bis September. Rechne dabei die Keimdauer von 14–21 Tagen ein. Der Klee ist nicht winterhart, bei später Saat bleibt ihm deshalb wenig Zeit zum Wachsen, bevor der Frost den Bestand beendet. Ich gebe ihm darum lieber ein Beet, das im Hochsommer frei wird, als das letzte im September.
Wird das Beet nicht rechtzeitig frei, bleibt im Gemüsegarten die späte Untersaat. Ab August kann Alexandrinerklee unter Tomaten, Kohlarten oder Lauch gesät werden. Wie du den Klee als Untersaat und Nachfrucht im Gemüsebeet kombinierst, zeigt ein eigener Beitrag.
Zwei Gruppen von Vorkulturen scheiden aus. Klee als Gründüngung meidest du auf Beeten, auf denen kürzlich Bohnen oder Erbsen standen. Auch nach einer anderen Leguminosen-Gründüngung wie Wicken oder Lupinen kommt er nicht direkt, denn Gründünger derselben Pflanzenfamilie folgen nicht unmittelbar aufeinander.
Als Hauptfrucht: Wie läuft eine ganze Saison mit Klee?
Als Hauptfrucht kennt den Klee vor allem der Ackerbau, wo er auch als Futterpflanze dient. Die Aussaatzeit beginnt im April, und wer mehrere Schnitte will, nutzt den frühen Teil dieses Fensters. Wichtig ist die Sorte: Bei Alexandrinerklee gibt es ein- und mehrschnittige Sorten, und für die Hauptfrucht brauchst du eine mehrschnittige.
| Punkt | Wert | Bezug |
|---|---|---|
| Schnitte | 3–4 | mehrschnittige Sorte als Hauptfrucht |
| Erster Schnitt | spätestens zu Blühbeginn | Schnittnutzung |
| Schnitthöhe | 6–7 cm | Futterernte |
| Anwelkziel | 35–40 % Trockensubstanz | Silagebereitung |
| Wurzel- und Ernterückstände | 12–14 dt TrockenmasseTrockenmasse ist das Gewicht eines Materials, etwa von Erntegut oder Futter, nach Abzug des enthaltenen Wassers. Sie macht Vergleiche möglich, die nicht davon abhängen, wie feucht das Material gerade ist. je ha | nur Rückstände, nicht gesamter Aufwuchs oder Dauerhumus |
Der erste Schnitt kommt früh, damit die Stängel nicht verholzen. Bei der Bergung halten wenige Bearbeitungsgänge die Bröckelverluste klein. Steht im jungen Bestand viel Unkraut, kann ein SchröpfschnittEin Schröpfschnitt ist ein früher Schnitt im ersten Jahr nach dem Aussäen einer Blumenwiese. Er kürzt schnell wachsende Beikräuter zurück, damit die langsameren eingesäten Wildkräuter nicht überwuchert werden und genug Licht bekommen. den Unkrautwuchs verringern und zugleich die Bestockung des Klees fördern.
Der Standort begrenzt diese Rolle. Alexandrinerklee braucht warme Bedingungen und regelmäßig reichlich Niederschlag. Als Hauptfrucht steht er eine ganze Saison auf der Fläche, und trockene Jahre sind für ihn ungünstig. Plane ihn als Hauptfrucht deshalb für Flächen, die du bei Trockenheit wässern kannst.
Im Garten heißt Hauptfrucht: Das Beet gehört eine Saison lang dem Klee. Im Gemüsebau gilt eine Gründüngung mit mehr als 3 Monaten Vegetationszeit als Langzeitgründüngung. Länger als eine Saison planst du mit Alexandrinerklee trotzdem nicht, denn er ist einjährig und soll wegen seiner Krankheitsanfälligkeit nur kurz genutzt werden. Ich schneide meinen Klee, sobald die ersten Blütenköpfe aufgehen, und lasse den Schnitt als Mulch auf dem Beet liegen.
Als Zwischenfrucht: Was geht in der Lücke zwischen zwei Kulturen?
Genutzt wird Alexandrinerklee vor allem als Zwischenfrucht, also in der Lücke zwischen zwei Hauptkulturen. Weil er nicht winterhart ist, beendet der Frost den Bestand, und die abgefrorenen Reste bleiben über Winter als Mulch liegen. Den ganzen Ablauf zeigt der Beitrag dazu, wie du Alexandrinerklee als Zwischenfrucht von der Aussaat bis zum Einarbeiten führst.
Als Vorfrucht: Was folgt nach Alexandrinerklee?
Leguminosen-Gründüngung eignet sich als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Der Grund ist der Stickstoff: Nur Leguminosen bringen über ihre Knöllchenbakterien zusätzlichen Stickstoff aus der Luft ein, andere Gründünger nutzen den Vorrat im Boden. Wie Alexandrinerklee Knöllchenbakterien und das Bodenleben fördert, erklärt ein eigener Beitrag.
Nach dem Klee planst du also Kulturen mit hohem Nährstoffbedarf. Für den Umbruch von Kleegras werden Weizen, Mais und Kohlarten als passende Nachfrüchte genannt. Im Gemüsegarten übernimmst du davon die Kohlarten und andere Starkzehrer.
Daneben wirkt der Klee wie jede Gründüngung: Er bedeckt den Boden und liefert organische Substanz, und seine verrottenden Wurzeln hinterlassen Kanäle für Wasser und Luft. Was Gründüngung im Boden leistet, erklärt der Gründünger-Überblick im gleichnamigen Abschnitt.
Wie viel Stickstoff bleibt für die Nachfrucht?
Der Stickstoff aus der Pflanzenmasse steht der Folgekultur nicht vollständig zur Verfügung, das hängt von Boden, Witterung und Umbruch ab. Die Gründüngung ersetzt deshalb keine Düngungsplanung für die Nachfrucht. Für die Gartendüngung gibt es eine pauschale Rechenhilfe, die sich nach der Aufwuchshöhe des Bestands richtet.
| Aufwuchshöhe des Bestands | Anrechenbarer Stickstoff |
|---|---|
| unter 5 cm | 1 g/m² |
| 5–14 cm | 2 g/m² |
| 15–30 cm | 4 g/m² |
| über 30 cm | 6 g/m² |
Alexandrinerklee wird 20–30 cm hoch, ein ausgewachsener Bestand fällt also in die dritte Stufe der Tabelle. Diesen Betrag rechnest du auf die Düngung der Nachfrucht an.
Auch das Alter des Bestands zählt. Junge Pflanzen werden im Boden schneller umgesetzt als ältere. Verholzte Reste verrotten langsamer und können dabei vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Beende den Klee deshalb, bevor die Stängel verholzen und bevor Samen reifen.
Im Frühherbst bleibt der Bestand stehen, weil beim Einarbeiten freigesetzte Nährstoffe sonst ausgewaschen werden können. Später arbeitest du die Masse nur flach ein und wartest meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung. Zeitpunkt, Mulch und Wartezeit behandelt der Gründünger-Überblick im Abschnitt zum Mähen und Einarbeiten.
Was sollte nicht direkt folgen?
Bohnen und Erbsen gehören nicht direkt hinter den Klee. Die Regel gilt in beide Richtungen: Klee meidest du auch auf Beeten, die als nächste Hauptkultur für Bohnen oder Erbsen vorgesehen sind. Viel Stickstoff ist außerdem nicht für jede Kultur ein Vorteil. Im Ölleinanbau können Leguminosen als Vorfrucht ungünstig sein, wegen der hohen Stickstoffnachwirkung und der Lagergefahr. Bei der Planung zählen deshalb Pflanzenfamilie und Stickstoffbedarf der Folgekultur gemeinsam.
Wie lange pausiert der Klee danach?
Für Alexandrinerklee ist eine Anbaupause von 3 Jahren angesetzt. Im Feldfutterbau werden 3–4 Jahre empfohlen. Dazu kommt eine Grenze für die ganze Pflanzenfamilie. Zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten sollen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. auf Leguminosen entfallen, Erbsen und Bohnen eingeschlossen. Der Klee zählt in diese Quote hinein, jedes Kleebeet belegt also einen Platz, den sonst Erbsen oder Bohnen nutzen könnten.
Klee wird als Gründünger eingeplant, aber nicht als Hülsenfrucht gezählt. In der Fruchtfolge gehört er zusammen mit Wicken und Lupinen in die Planung der Hülsenfrüchte.
Auch als Nachbarn passen diese Arten nicht zusammen. Klee gilt als unverträglich mit Markerbsen, Puffbohnen und Prunkbohnen, ebenso mit Lupine, Luzerne, Serradella und Sommerwicken. Nachbarschaften prüfst du im Mischkultur-Werkzeug für Beetnachbarn.
Alexandrinerklee ist außerdem für Stängelbrenner anfällig, und der Erreger überdauert auf Pflanzenresten. Überjährige Bestände sind stärker gefährdet, deshalb bleibt es bei einer Saison und einer klaren Pause danach. Mehr über Krankheiten in der Gründüngung steht im Gründünger-Überblick, Abschnitt NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt., Biofumigation und Krankheiten.
Ich schreibe bei jeder Kleesaat Beet und Jahr in meinen Gartenkalender. Bevor ich Erbsen oder Bohnen lege, schlage ich dort nach, wo zuletzt Klee stand.
Für mehrere Beete nimmst du den Beetplaner für deine Beetbelegung zu Hilfe.
Vor der Kleesaat prüfst du vier Punkte. Standen hier kürzlich Bohnen oder Erbsen? Sind sie als nächste Hauptkultur geplant? Liegt der letzte Alexandrinerklee auf diesem Beet 3 Jahre zurück? Folgt danach ein stark zehrendes Gemüse?
Passt Alexandrinerklee in Mischungen?
In Gründüngungsmischungen steht Alexandrinerklee zum Beispiel neben Phacelia, Buchweizen oder Ölrettich. Für die Fruchtfolge zählt dann jede enthaltene Pflanzenfamilie, mit Ölrettich gehört die Mischung zusätzlich in die Kreuzblütlerpause. Welche Mischkulturpartner zu Alexandrinerklee passen und wie du Konkurrenz vermeidest, steht in einem eigenen Beitrag.
Was braucht der Klee für Saat und Pflege?
Alexandrinerklee braucht ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett. Gesät wird flach, im festen Saatbett höchstens 1 cm tief, und bis zum Auflaufen bleibt die Saat feucht. Die Saatmenge nimmst du von der Saatguttüte deiner Sorte. Im Zwischenfruchtanbau genügt eine Grundversorgung mit Phosphat und Kali, zusätzlichen Stickstoff braucht der Klee nicht.
Die Grundregeln für Aussaat und Pflege aller Gründünger stehen im Gründünger-Überblick. Die Schritte für diese Art zeigt der Beitrag dazu, wann und mit welcher Methode du Alexandrinerklee säst. Für die Terminplanung gibt es den Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken.





