Blumenzwiebeln noch im Januar stecken?

Blumenzwiebeln noch im Januar stecken?

Frühjahrsblüher wie Tulpen, Narzissen oder Krokusse werden normalerweise im Herbst gesteckt. Doch was ist, wenn Sie erst jetzt im neuen Jahr ein Schnäppchen ergattern konnten oder ein paar vergessene Blumenzwiebeln im Gartenhäuschen gefunden haben? Keine Sorge, unter ein paar Voraussetzungen können Blumenzwiebeln auch jetzt noch gesteckt werden.

Bis wann können Blumenzwiebeln gepflanzt werden

Frühjahrsblüher werden am besten im alten Jahr gepflanzt. Wann der beste Zeitpunkt dafür ist, da gehen die Meinungen auseinander. Grundsätzlich gilt aber, je kleiner die Zwiebel, desto später kann sie gesteckt werden. Besonders große Arten wie Kaiserkronen und Riesen-Allium müssen früh gepflanzt werden. Wurden große Arten vergessen, pflanzt man sie besser in Töpfe und nicht in den kalten Gartenboden. Kleine Arten von Narzissen oder Krokusse können problemlos noch im neuen Jahr gepflanzt werden. Ist die Blumenzwiebel bereits ausgetrieben, gehen Sie besonders behutsam beim Einpflanzen vor und schützen Sie die Zwiebeln mit Reisig und Laub vor allzu starkem Frost. Blüten und Laub sind nur bedingt frostverträglich.

Bodenfrost

Im Januar befinden wir uns mitten im Winter und oft ist der Boden hart gefroren. Ist das der Fall, können die Blumenzwiebeln nicht in die Erde gebracht werden. Der Boden ist steinhart und ein Durchkommen unmöglich. Versuchsweise können Sie schauen, ob der Boden in einer geschützten Ecke nicht gefroren ist, vorausgesetzt die Stelle kommt überhaupt für eine Bepflanzung infrage. Lassen die Temperaturen und der damit verbundene Bodenfrost keine Pflanzung zu, können Sie dem Winter ein Schnippchen schlagen. Pflanzen Sie die Blumenzwiebeln einfach in einen Topf mit Blumenerde. Belassen Sie den Topf am besten für einige Zeit im geschützten Gartenhaus oder unbeheizten Gewächshaus. Hier bekommen die Frühjahrsblüher den benötigten Kältereiz, ohne komplett durchzufrieren. Wenn Sie möchten, können Sie einige Töpfe ins Haus zum Treiben holen. Nachdem die Blumen verblüht sind, können Sie einfach an die vorgesehene Stelle im Garten pflanzen.

Warum Sie Blumenzwiebeln besser im Herbst pflanzen

Der optimale Pflanzzeitpunkt für Frühjahrsblüher ist der Herbst. So haben die Blumenzwiebeln ausreichend Zeit, um vor dem Winter einzuwurzeln. Wird erst im Winter eingepflanzt, ist die Wurzelbildung durch die Kälte gehemmt. Steigen die Temperaturen im Frühjahr allmählich, muss die Pflanze zunächst ihr Wurzelsystem ausbilden, bevor sie Blüte und Blätter entwickelt. Deshalb sind im Winter gepflanzte Frühjahrsblüher oft von Wachstumsstörungen betroffen. Sie bleiben kleiner und die Blütezeit ist verzögert. Diese Mängel sind glücklicherweise nicht von Dauer, schon im nächsten Jahr treten sie nicht mehr auf.

Was tun, wenn die Zwiebel schon ausgetrieben ist?

Treibt die Blumenzwiebel bereits aus, kann sie leider nicht mehr bei Minusgraden in den Garten wandern. Alle Frühjahrsblüher gelten zwar als frostfest, allerdings bezieht sich das nur auf die Zwiebel, die oberirdischen Pflanzenteile sind weit weniger robust und würden erfrieren. Solche Zwiebeln eignen sich nur noch, um sie im Haus vorzutreiben. So kann man sich schon besonders früh an der Blütenpracht erfreuen.

Blumenzwiebeln in Wachs

Eine besonders dekorative Möglichkeit schon vorgetriebene Blumen im Haus zu haben, ist sie mit Wachs zu umhüllen. Die Blumenzwiebel benötigt dann weder Erde noch Wasser, um eine Blüte auszubilden, Wasser und Energie hält sie in ihrem Überdauerungsorgan, der Zwiebel bereit. Besonders gut eignen sich große Blumenzwiebeln, aber auch mit kleinen Sorten funktioniert das Einwachsen. Im Blumenhandel werden solche Blumen zu einem stolzen Preis angeboten, dabei ist das Einwachsen keine besonders schwierige Aufgabe und eignet sich perfekt für bereits ausgetriebene Zwiebeln.

So wachsen Sie Blumenzwiebeln ein

  1. Tauchen Sie die Zwiebel über Nacht in Wasser, sie soll sich komplett mit Wasser vollsaugen.
  2. Lassen Sie die Blumenzwiebel abtropfen und an der Luft oberflächlich trocknen.
  3. Schmelzen Sie nun das Wachs. Welches Wachs ist im Grund egal, Hauptsache es gefällt ihnen optisch. Eine prima Möglichkeit, um Kerzenreste zu recyclen.
  4. Lassen Sie das Wachs nicht zu heiß werden, bevor Sie die Zwiebel eintauchen, prüfen Sie die Temperatur. Das Wachs darf nur lauwarm sein.
  5. Tauchen Sie die Zwiebel in das warme Wachs und achten Sie darauf, dass die Austriebsstelle frei bleibt.
  6. Wiederholen Sie Schritt 5 so oft, bis die Wachsschicht mehrere Millimeter dick ist und die Zwiebel sicher umschlossen ist.
  7. Nachdem die Wachsschicht komplett trocken ist, können Sie die Blumenzwiebel an einem hellen Platz zu Dekorationszwecken verwenden.
  8. Ist die Blumenzwiebel verblüht, entfernen Sie das Wachs und pflanzen Sie die Zwiebel in den Garten.

Fazit

Frühjahrsblüher können noch im Januar gesteckt werden, solange der Boden frostfrei ist. Im Januar gesteckte Blumenzwiebeln treiben erst später aus und blühen manchmal nicht so üppig, im nächsten Jahr haben sie den Rückstand aufgeholt und blühen in voller Pracht. Bereits ausgetriebene Blumenzwiebeln sind nicht mehr frostfest und eignen sich daher besonders gut zum Treiben im Haus. Ein ganz besonderer Blickfang sind eingewachste Blumenzwiebeln, die ganz ohne Erde und Wasser wachsen.

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