Drucksprüher richtig einwintern: Schritt für Schritt bis zum Frühjahr
- Mach den Sprüher vollständig drucklos, bevor du etwas öffnest oder abschraubst.
- Entleere das Gerät restlos, bei der Rückenspritze auch Leitungen und einen vorhandenen Windkessel.
- Reinige Behälter, Filter und Düsen, bevor Reste antrocknen, und spüle mit klarem Wasser nach.
- Düsen nie mit einer Nadel freistochern oder mit dem Mund durchblasen, nimm eine weiche Bürste.
- Lagere den Sprüher trocken, frostfrei, ohne Sonne und für Kinder und Tiere unzugänglich.
- Prüf im Frühjahr Behälter, Schläuche, Verschraubungen, Filter und Düsen und teste die Funktion mit Wasser.
Nach der letzten Behandlung im Herbst steckt in meinem Drucksprüher fast immer noch etwas: ein Rest im Behälter, etwas Flüssigkeit in Schlauch und Düse. Bleibt das über den Winter im Gerät, trocknen die Reste an, und bei Frostgefahr steht Wasser dort, wo es nicht hingehört. Deshalb mache ich den Sprüher drucklos, leer und sauber, bevor er in sein Winterquartier kommt. Hier findest du die Schritte in der Reihenfolge, in der ich sie erledige, und den Weg zurück in die Saison.
Warum die Winterlagerung beim Drucksprüher so wichtig ist
Ein Drucksprüher führt Flüssigkeit durch Behälter, Schlauch und Düse. Zu den tragbaren Kleingeräten gehören Druckspeicherspritzen sowie handbetätigte und motorbetriebene Rückenspritzgeräte. Egal, welches du hast: Über den Winter soll es leer, sauber und trocken an einem frostfreien Platz stehen.
Drei Punkte machen die Winterlagerung wichtig:
- Frost: Bei Frostgefahr müssen bei einer Rückenspritze Behälter, Leitungen und ein vorhandener Windkessel vollständig leer sein.
- Reste: Ein Pflanzenschutzgerät wird nach der Anwendung innen gereinigt, solange die Spritzmittelreste noch nicht angetrocknet sind. Das Spülwasser bringst du auf der behandelten Fläche aus, nie in Abfluss, Gully oder Gewässer.
- Sicherheit: Das Gerät gehört an einen Platz, an den Kinder und Tiere nicht herankommen.
Verschleiß und Ablagerungen können den Ausstoß einer Spritzdüse verändern. Wer den Sprüher mit angetrockneten Resten wegstellt, nimmt im Frühjahr also womöglich ein Gerät in Betrieb, dessen Düse anders sprüht als im Vorjahr.
Schritt für Schritt: So machst du deinen Drucksprüher winterfest
Schritt 1: Druck ablassen und restlos entleeren
Bevor ich irgendetwas aufschraube, mache ich das Gerät vollständig drucklos. Das gilt vor jeder Wartung und jeder Reparatur, nicht nur im Herbst. Über welches Ventil das bei deinem Modell geht, steht in der Gebrauchsanweisung.
Danach kommt der Rest heraus. Bei einer Rückenspritze gehören dazu der Behälter, die Leitungen und, falls vorhanden, der Windkessel. Ich drehe und kippe den offenen Behälter, bis nichts mehr nachläuft, und lasse Schlauch und Sprührohr nach unten hängen.
Steckt noch Pflanzenschutzmittel im Gerät, schüttest du es nicht einfach weg. Reste von Pflanzenschutzmitteln bringst du zur Schadstoffsammlung. In Ausguss, Gully, Garten oder Hausmüll haben sie nichts verloren.
Schritt 2: Behälter, Filter und Düsen gründlich reinigen
Ich reinige den Sprüher direkt nach der letzten Anwendung, denn innen soll alles sauber sein, bevor Spritzmittelreste antrocknen. Das Spülwasser bringst du auf der behandelten Fläche aus, nie in Abfluss, Gully oder Gewässer. Behälter, Filter und Düsen säuberst du mit Wasser. Hattest du ein Pflanzenschutzmittel im Gerät, nimmst du bei Bedarf einen Reiniger, der zu genau diesem Mittel passt. Spezielle Reiniger für Spritzgeräte setzt du nach der Anleitung ihres Herstellers ein. Zum Schluss spülst du alles mit klarem Wasser nach.
Filter und Düse baue ich dafür aus und reinige sie einzeln. Die Düse bürste ich schonend mit einer weichen Bürste aus. Essig lasse ich beim Sprüher weg, weil er Gummidichtungen spröde machen und an Kupfer oder Messing Grünspan bilden kann.
Eine verstopfte Düse mit einer Nadel freistochern oder mit dem Mund durchblasen. Beides ist bei Pflanzenschutzdüsen tabu. Nimm eine weiche Bürste und spül danach mit klarem Wasser nach.
Mische Reiniger nie untereinander. Treffen hypochlorithaltige und saure Reiniger zusammen, kann giftiges Chlorgas entstehen.
Danach muss alles trocknen. Ich stelle den offenen Behälter kopfüber an einen luftigen Platz und lege Sprührohr, Schlauch, Filter und Düse daneben.
Schritt 3: Zerlegen und prüfen
Solange das Gerät ohnehin offen ist, schaue ich mir jedes Teil an. Ich prüfe dieselben Stellen, die auch vor jedem Einsatz dran sind: Behälter, Schläuche, Verschraubungen, Filter und Düsen. Bei einer Rückenspritze kommen die Tragriemen dazu. Sie sollen sich noch verstellen lassen und dürfen an den Schultern nicht einschnüren.
Behälter ohne Risse; Schläuche ohne Knicke und poröse Stellen; Verschraubungen fest; Filter sauber und unbeschädigt; Düse frei und ohne sichtbaren Verschleiß; Tragriemen verstellbar.
Was beschädigt oder defekt ist, benutze ich nicht weiter. Ich notiere mir das Teil und besorge den Ersatz über den Winter, damit er vor dem ersten Einsatz eingebaut ist.
Schritt 4: Dichtungen vor dem Einlagern einfetten
Bevor ich das trockene Gerät zusammensetze, fette ich die Dichtungen mit dem Fett ein, das die Gebrauchsanweisung dafür nennt. Steht dort nichts, frage ich beim Hersteller nach, statt ein Fett zu nehmen, das vielleicht nicht zum Dichtungsmaterial passt. Wie du Dichtungen pflegst und verschlissene Teile am Drucksprühgerät tauschst, zeigt der Ratgeber zur Gerätepflege.
Frostschutz: das richtige Winterquartier für den Drucksprüher
Frostschutz heißt beim Drucksprüher vor allem zweierlei: kein Wasser im Gerät und ein Platz, an dem es nicht friert. Frostschutzmittel und Dämmhüllen spielen dabei eine Nebenrolle.
Wo der Drucksprüher überwintert
Für die Überwinterung eines gereinigten Sprühgeräts eignet sich ein trockener, frostfreier Lagerort. Dazu kommen zwei Bedingungen: Der Platz liegt vor Sonne geschützt, und Kinder und Tiere kommen nicht an das Gerät. Ein Keller oder eine Garage passt, wenn es dort im Winter trocken und frostfrei bleibt. Den Deckel lege ich nur lose auf den Behälter, damit Restfeuchte abziehen kann.
Gerät und Mittel lagern getrennt. Pflanzenschutzmittel bewahrst du in der Originalverpackung in einem abschließbaren Schrank auf, außer Reichweite von Kindern und Tieren.
Läuft dein Rückenspritzgerät mit einem Lithium-Ionen-Akku, lagerst du den Akku für die lange Pause mit ungefähr 50 % Ladezustand. Ist er sichtbar beschädigt oder aufgebläht, verwendest du ihn wegen möglicher Selbstentzündung nicht weiter. Wie du Werkzeug und Akkus pflegst, reparierst und lagerst, fasst unser Überblick zur Gartentechnik zusammen.
Brauchst du Frostschutzmittel im Sprüher?
Ich fülle keins ein. Mein Sprüher überwintert leer und trocken an einem frostfreien Platz, und dort hat ein Frostschutzmittel keine Aufgabe. Dazu kommt: Spritzbrühe setzt du frisch in einem gereinigten Gerät an. Alles, was über den Winter im Behälter war, müsste vor der ersten Behandlung also wieder vollständig heraus.
Hast du keinen frostfreien Platz, schau in die Gebrauchsanweisung, was der Hersteller für dein Modell vorsieht. Das vollständige Entleeren wird dann umso wichtiger.
Hilft eine Isolierung?
Dämmhüllen um Pumpe, Behälter oder Schläuche lasse ich weg. Eine Hülle ersetzt weder das vollständige Entleeren noch den frostfreien Platz. Bevor ich das Gerät wegstelle, prüfe ich stattdessen noch einmal, ob wirklich kein Wasser mehr in Behälter, Schlauch und Düse steht.
An den eingelagerten Sprüher hänge ich einen Zettel. Darauf steht, was zuletzt im Behälter war, womit ich gereinigt habe und welches Teil ich vor der Saison tauschen will.
Im Frühjahr: den Drucksprüher wieder in Betrieb nehmen
Sichtkontrolle nach der Winterpause
Bevor der Sprüher wieder Spritzbrühe sieht, kontrolliere ich Behälter, Schläuche, Verschraubungen, Filter und Düsen. Es ist dieselbe Runde wie im Herbst, denn über den Winter kann sich an einem Teil etwas verändert haben. Ein Teil, das beschädigt ist, bleibt draußen, bis der Ersatz eingebaut ist.
Funktionsprobe mit klarem Wasser
Dann fülle ich klares Wasser ein und prüfe die Spritzenfunktion. Ich baue Druck auf und achte auf drei Dinge: ob das Gerät den Druck hält, ob an Verschraubungen und Schlauch etwas tropft und ob die Düse gleichmäßig sprüht. Hat dein Gerät ein Manometer, behältst du damit den Spritzdruck im Blick.
Danach litere ich die Düse mit klarem Wasser beim üblichen Arbeitsdruck aus. So prüfst du den Düsenausstoß, denn Verschleiß und Ablagerungen können ihn im Laufe der Nutzung verändern. Weicht der Ausstoß ab, reinige ich die Düse noch einmal mit der weichen Bürste und tausche sie, wenn das nichts ändert.
Auslitern heißt, die Wassermenge zu messen, die eine Düse abgibt. Du sprühst klares Wasser beim üblichen Arbeitsdruck in ein Messgefäß und notierst, wie viel in einer festen Zeit zusammenkommt.
Welcher Druck und welche Düse zu deiner Behandlung passen, erklärt der Ratgeber, wie du mit dem Drucksprühgerät richtig sprühst.
Vor der ersten Behandlung
Die erste Spritzbrühe setzt du frisch in dem gereinigten Gerät an. Wie viel du davon brauchst, ermittelst du vorher mit einer Probespritzung mit Wasser, damit am Ende möglichst wenig Rest bleibt. Wie du den Drucksprüher vom Ansetzen bis zur gleichmäßigen Ausbringung einsetzt und worauf du bei der Wahl des Geräts achtest, steht im Ratgeber dazu.
Pflanzenschutz kommt erst nach der Diagnose. Bestimme zuerst die Schadursache, und gib geeigneten nichtchemischen Maßnahmen den Vorrang. Setzt du doch ein Mittel ein, dann nur eines, das für nichtberufliche Anwender zugelassen ist, in der zugelassenen Kultur und gegen den dort genannten SchaderregerSchaderreger ist im Pflanzenschutz der Sammelbegriff für Schädlinge und Krankheitserreger, die Pflanzen befallen: etwa Insekten oder Fadenwürmer (Nematoden) sowie Pilze, Bakterien und Viren.. Halte dich an die Gebrauchsanweisung, trage die darin empfohlene Schutzausrüstung und beachte die angegebene Wartezeit bis zur Ernte.
Auch zwischen den Einsätzen steht das gereinigte Gerät trocken, ohne Sonne und außer Reichweite von Kindern und Tieren.

