Obstbäume richtig düngen für optimale Ernte

Obstbäume richtig düngen: Gesunde Früchte durch optimale Nährstoffversorgung

Es ist erstaunlich, wie viele Hobbygärtner ihre Obstbäume vernachlässigen, wenn es ums Düngen geht. Dabei ist eine angemessene Nährstoffversorgung der Schlüssel zu gesundem Wachstum und einer reichen Ernte. Lassen Sie mich Ihnen ein paar wichtige Punkte zur Düngung näherbringen.

Wesentliche Aspekte der Obstbaumdüngung

  • Bodenanalyse als Grundlage für bedarfsgerechte Düngung
  • NPK-Verhältnis und Spurenelemente berücksichtigen
  • Organische und mineralische Dünger kombinieren
  • Düngezeitpunkte dem Baumalter anpassen

Warum die richtige Düngung so wichtig ist

Stellen Sie sich Ihre Obstbäume wie Athleten vor: Sie brauchen eine ausgewogene Ernährung, um Höchstleistungen zu bringen. Eine bedarfsgerechte Düngung unterstützt nicht nur die Fruchtbildung, sondern stärkt auch die Abwehrkräfte gegen Krankheiten und Schädlinge.

In meinen Jahren als Gärtnerin habe ich oft beobachtet, dass viele Hobbygärtner ihre Obstbäume entweder zu wenig oder falsch düngen. Das führt häufig zu Mangelerscheinungen, schwachem Wuchs und mageren Ernten. Mit einem durchdachten Düngekonzept lässt sich das glücklicherweise vermeiden.

Das Einmaleins der Obstbaumdüngung

Was Obstbäume zum Wachsen brauchen

Obstbäume sind keine Kostverächter, sie benötigen eine ganze Palette von Nährstoffen:

Die Hauptakteure: Makronährstoffe (NPK)

  • Stickstoff (N): Der Wachstumstreiber für Triebe und Blätter
  • Phosphor (P): Der Wurzelentwickler und Blütenförderer
  • Kalium (K): Der Qualitätsmanager für Früchte und Frostschutzbeauftragte

Die Nebendarsteller: Sekundäre Nährstoffe

  • Magnesium (Mg): Der Photosynthese-Experte
  • Calcium (Ca): Der Zellwand-Verstärker und Stippe-Verhinderer
  • Schwefel (S): Der Eiweißproduktions-Helfer

Die Komparsen: Spurenelemente

Eisen, Mangan, Bor und Zink werden zwar nur in homöopathischen Dosen benötigt, sind aber für viele Stoffwechselprozesse unentbehrlich - wie Gewürze in einem guten Gericht.

Warum eine Bodenanalyse Gold wert ist

Eine Bodenanalyse ist wie ein Gesundheitscheck für Ihren Garten. Sie zeigt Ihnen, welche Nährstoffe im Überfluss vorhanden sind und wo es hapert.

Der pH-Wert: Der Dirigent im Nährstofforchester

Der pH-Wert bestimmt, wie gut die Nährstoffe vom Baum aufgenommen werden können. Die meisten Obstbäume mögen es leicht sauer mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 6,8. Ist es zu sauer oder zu alkalisch, können bestimmte Nährstoffe nicht mehr aufgenommen werden - als würden sie in einer anderen Sprache sprechen.

Der Nährstoffgehalt: Die Speisekammer Ihres Bodens

Die Bodenanalyse gibt Auskunft über den Vorrat an Makro- und Mikronährstoffen. So können Sie gezielt nachlegen, wo es fehlt, und vermeiden eine Überdüngung - denn auch zu viel des Guten kann schaden.

Wie sich der Nährstoffbedarf mit dem Alter ändert

Obstbäume sind wie Menschen - ihr Bedarf ändert sich im Laufe des Lebens:

  • Jungbäume: Hungrig nach Stickstoff für kräftiges Wachstum
  • Bäume im Ertrag: Brauchen ein ausgewogenes NPK-Verhältnis für gute Fruchtbildung
  • Alte Bäume: Werden genügsamer, brauchen nur noch eine Erhaltungsdüngung

Denken Sie daran, das Alter und den Entwicklungsstand des Baumes zu berücksichtigen. Ein junger Apfelbaum hat einen ganz anderen Appetit als ein alter Birnbaum.

Mit diesem Grundwissen können Sie nun anfangen, eine maßgeschneiderte Düngerstrategie für Ihre Obstbäume zu entwickeln. Im nächsten Teil werde ich Ihnen mehr über verschiedene Düngemethoden und den optimalen Zeitpunkt der Düngung verraten. Bleiben Sie dran!

Das A und O der Obstbaumdüngung: Methoden und Zeitpunkte

Wenn es um die Düngung von Obstbäumen geht, gibt es nicht die eine perfekte Methode. Je nach Boden, Baumart und Jahreszeit kommen verschiedene Techniken zum Einsatz. Lassen Sie uns einen Blick auf die wichtigsten werfen:

Natürlich düngen mit Organik

Organische Düngung ist sozusagen das Vollwertmenü für Ihre Obstbäume.

Kompost und Stallmist: Die Allrounder

Ich schwöre auf gut verrotteten Kompost und Stallmist. Im Frühjahr verteile ich etwa 2-3 Liter pro Quadratmeter unter der Baumkrone und arbeite es sanft in den Boden ein. Dabei halte ich respektvollen Abstand zum Stamm - niemand mag nasse Füße, auch Bäume nicht!

Gründüngung: Der Bodenverbesserer

Nach der Ernte säe ich gerne Pflanzen wie Klee oder Phacelia zwischen den Bäumen aus. Die lockern nicht nur den Boden auf, sondern sind auch wahre Stickstoffsammler. Im Frühjahr werden sie dann untergegraben - ein Festmahl für Bodenlebewesen!

Mulchen: Die Schutzschicht

Mulchen ist wie eine Decke für den Boden. Rasenschnitt, Laub oder Holzhäcksel halten Feuchtigkeit und lassen beim Verrotten langsam Nährstoffe frei. Aber Vorsicht bei frischem Holzmulch - der kann vorübergehend Stickstoff binden und dem Baum 'klauen'.

Mineralische Düngung: Schnelle Hilfe

Manchmal braucht's eben doch die mineralische Variante.

NPK-Dünger: Das Kraftpaket

NPK-Dünger sind wie ein Energie-Riegel für Obstbäume. Ein Verhältnis von 5:8:10 hat sich bei mir bewährt. Pro Jahr und Quadratmeter Kronentraufe reichen meist 50-80 g. Wenn die Bäume wie verrückt wachsen, reduziere ich die Stickstoffgabe etwas.

Kalk: Der pH-Wert-Regulierer

Obstbäume mögen's gerne zwischen pH 6 und 7. Ist der Boden zu sauer, streue ich alle paar Jahre etwa 100 g kohlensauren Kalk pro Quadratmeter. Aber nie zusammen mit Stallmist oder stickstoffhaltigen Düngern - die beiden verstehen sich nicht besonders gut.

Timing ist alles: Die richtigen Düngezeitpunkte

Der richtige Zeitpunkt macht bei der Düngung oft den Unterschied zwischen Erfolg und Enttäuschung.

Frühling: Die Hauptmahlzeit

Im Frühjahr, kurz bevor die Knospen aufplatzen, gebe ich etwa zwei Drittel der Jahresration. Die Bäume brauchen jetzt ordentlich Energie für Blüten und Blätter.

Sommer: Der kleine Snack zwischendurch

Bei Bäumen, die besonders viele Früchte tragen, kann eine leichte Nachdüngung im Frühsommer sinnvoll sein. Ich verwende dann gerne Hornspäne oder verdünnte Jauchen. Aber nicht zu spät im Sommer düngen - sonst werden die Bäume möglicherweise frostempfindlicher.

Herbst: Die Stärkung für den Winter

Nach dem Blattfall gönne ich den Bäumen eine kaliumreiche Düngung. Das macht sie fit für den Winter. Holzasche oder spezielle Obstbaumdünger eignen sich gut. Stickstoffreiche Dünger sind jetzt tabu.

Jeder Baum ist anders: Spezifische Düngung für verschiedene Obstarten

Wie wir Menschen haben auch Obstbäume unterschiedliche Vorlieben, wenn's ums Essen geht.

Kernobst: Die Gemäßigten

Apfel- und Birnbäume sind eher genügsam. Sie mögen's ausgewogen mit einem Hang zu Kalium und Magnesium - das macht die Früchte lecker und lagerfähig. Bei älteren Bäumen fahre ich die Stickstoffgabe zurück und gebe mehr Kalium und Phosphor.

Steinobst: Die Kalziumliebhaber

Kirschen, Pflaumen und Co. stehen auf Kalzium. Das macht die Früchte fest und die Bäume widerstandsfähiger. Kirschen und Pflaumen mögen's kaliumreich, während Pfirsiche etwas mehr Stickstoff vertragen - aber nicht übertreiben, sonst werden sie weich und kränklich.

Beerenobst: Die Vielfraße

Johannisbeeren, Stachelbeeren und Himbeeren sind regelrechte Nährstoff-Gourmets. Sie lieben organische Düngung. Ich mulche regelmäßig mit Kompost und gebe im Frühjahr eine Handvoll Hornspäne pro Strauch. Himbeeren freuen sich im Sommer noch über eine Extra-Portion Kalium.

Eine Bodenanalyse alle paar Jahre hilft, die Düngung optimal anzupassen und Mangelerscheinungen vorzubeugen. Mit der richtigen Ernährung legen Sie den Grundstein für gesunde, ertragreiche Obstbäume und eine Ernte, die Ihnen das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.

Nachhaltige Düngepraktiken im Obstbau

Ein gesunder Obstgarten fängt beim Boden an. Nachhaltige Düngepraktiken fördern nicht nur das Wachstum der Bäume, sondern schonen auch die Umwelt. Lassen Sie mich Ihnen ein paar bewährte Methoden vorstellen:

Förderung des Bodenlebens

Ein lebendiger Boden ist der Schlüssel zu gesunden Obstbäumen. Mikroorganismen, Regenwürmer und andere Bodenlebewesen lockern die Erde auf und machen Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar. Um das Bodenleben zu unterstützen, können Sie:

  • Mit organischem Material wie Stroh oder Grasschnitt mulchen
  • Kompost ausbringen
  • Auf chemische Düngemittel verzichten
  • Den Boden schonend bearbeiten

In meinem eigenen Garten habe ich gestaunt, wie sich nach einigen Jahren konsequenten Mulchens die Bodenstruktur spürbar verbessert hat. Die Erde ist jetzt viel lockerer und geradezu vor Leben strotzend.

Mischkulturen und Untersaaten

Mischkulturen und Untersaaten sind fantastische Methoden, um den Boden zu verbessern und Nährstoffe optimal zu nutzen. Hier einige Vorteile:

  • Stickstoffanreicherung durch Leguminosen wie Klee
  • Unterdrückung von Unkraut
  • Förderung von Nützlingen
  • Verbesserung der Bodenstruktur

Bei mir hat sich eine Mischung aus Weißklee und Ringelblumen als Untersaat besonders bewährt. Der Klee bindet Stickstoff, während die Ringelblumen Nützlinge magisch anzuziehen scheinen.

Kreislaufwirtschaft im Garten

Ein nachhaltiger Obstgarten funktioniert wie ein Kreislauf. Alles, was dem Boden entnommen wird, sollte in irgendeiner Form zurückgegeben werden. Hier ein paar praktische Ansätze:

  • Kompostierung von Gartenabfällen
  • Verwendung von Holzhäckseln als Mulch
  • Gründüngung mit schnellwachsenden Pflanzen
  • Nutzung von Pflanzenjauchen als Flüssigdünger

In meinem Garten landet fast alles auf dem Komposthaufen. Sogar die Asche aus dem Kamin wird vorsichtig eingearbeitet, um dem Boden Mineralstoffe zurückzugeben. Es ist erstaunlich, wie wenig Abfall man produziert, wenn man alles im Kreislauf hält.

Probleme und Lösungen bei der Obstbaumdüngung

Auch bei der sorgfältigsten Pflege können Probleme auftreten. Hier einige häufige Herausforderungen und wie man ihnen begegnen kann:

Überdüngung erkennen und vermeiden

Zu viel des Guten kann definitiv schaden. Anzeichen für eine Überdüngung sind:

  • Übermäßiges Blattwachstum
  • Wenig oder keine Früchte
  • Dunkle, fast schwarzgrüne Blätter
  • Verbrennungen an Blatträndern

Um Überdüngung zu vermeiden, sollten Sie:

  • Regelmäßig Bodenanalysen durchführen
  • Langsam wirkende organische Dünger bevorzugen
  • Die Düngermenge an das Alter und die Größe des Baumes anpassen

Ich habe mal aus Versehen zu viel Hühnermist verwendet. Die Bäume schossen ins Kraut, trugen aber kaum Früchte. Es hat fast zwei Jahre gedauert, bis sich das wieder eingependelt hat. Eine Lektion, die ich so schnell nicht vergessen werde!

Nährstoffmangel identifizieren und beheben

Nährstoffmangel kann sich auf verschiedene Weise zeigen:

  • Stickstoffmangel: hellgrüne bis gelbliche Blätter
  • Kaliummangel: braune Blattränder, kleine Früchte
  • Magnesiummangel: Vergilbung zwischen den Blattadern
  • Eisenmangel: gelbe Blätter mit grünen Adern

Bei Verdacht auf Nährstoffmangel sollten Sie:

  • Eine Bodenprobe analysieren lassen
  • Gezielt mit organischen Düngern nachbessern
  • Den pH-Wert des Bodens überprüfen und gegebenenfalls anpassen

Manchmal hilft auch eine Blattdüngung, um akute Mängel schnell zu beheben. Das ist aber nur eine kurzfristige Lösung und ersetzt nicht die Verbesserung des Bodens.

Anpassung der Düngung an Umweltbedingungen

Jeder Garten ist einzigartig. Die Düngung muss an die lokalen Bedingungen angepasst werden:

Trockenheit

Bei anhaltender Trockenheit empfiehlt es sich:

  • Weniger, dafür konzentrierter zu düngen
  • Die Mulchschicht zu verstärken, um Feuchtigkeit zu halten
  • Bewässerung und Düngung zu kombinieren (Fertigation)

Letzten Sommer war es bei uns extrem trocken. Ich habe die Düngergaben halbiert, dafür aber häufiger bewässert. Die Bäume haben es erstaunlich gut überstanden, besser als ich es erwartet hätte.

Staunässe

Bei zu viel Nässe im Boden sollten Sie:

  • Die Drainage verbessern
  • Auf erhöhten Beeten pflanzen
  • Vorsichtig mit Stickstoff sein, da er bei Nässe schnell ausgewaschen wird

Ein Nachbar von mir hat seinen Obstgarten in einer Senke angelegt. Bei starkem Regen stand dort oft das Wasser. Er hat jetzt um jeden Baum kleine Hügel aufgeschüttet und so die Situation deutlich verbessert. Es ist faszinierend zu sehen, wie kreative Lösungen oft die besten sind.

Innovative Düngemethoden für Obstbäume

Die Welt der Obstbaumkultur entwickelt sich ständig weiter, und mit ihr auch die Methoden zur Nährstoffversorgung. Ich möchte Ihnen drei spannende Ansätze vorstellen, die in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit erregt haben.

Blattdüngung: Wenn's mal schnell gehen muss

Bei der Blattdüngung werden die Nährstoffe direkt auf die Blätter gesprüht - ein bisschen wie eine Vitaminkur für unsere Bäume. Das ist besonders praktisch bei Spurenelementen wie Eisen oder Zink. In meinem Garten hatte ich mal einen Apfelbaum mit Eisenmangel - die Blätter sahen aus, als hätten sie die Bleichsucht. Nach einer Blattdüngung waren sie innerhalb weniger Tage wieder so grün wie der Rasen vom Fußballplatz. Man muss aber vorsichtig sein: Zu viel des Guten kann die Blätter verbrennen, und dann sehen sie aus wie nach einem Sonnenbrand.

Fertigation: Zwei Fliegen mit einer Klappe

Fertigation klingt erst mal kompliziert, ist aber eigentlich ganz clever: Man mischt den flüssigen Dünger einfach ins Gießwasser. So kommen die Nährstoffe direkt dahin, wo sie gebraucht werden - zu den Wurzeln. Das ist vor allem in trockenen Sommern Gold wert, wenn jeder Tropfen Wasser zählt. Der Haken an der Sache? Man braucht eine spezielle Bewässerungsanlage, und die kostet erst mal einen hübschen Batzen Geld.

Controlled-Release Dünger: Die Zeitkapsel für den Garten

Diese Dünger sind wie eine Zeitkapsel für den Garten. Die Nährstoffe sind in kleinen Kügelchen verpackt, die sich langsam auflösen - je nach Produkt über 3 bis 12 Monate. Für alle, die nicht ständig mit der Gießkanne durch den Garten tingeln wollen, ist das praktisch. Aber Vorsicht: Wer zu viel davon verwendet, riskiert eine Überdüngung. Und die Bäume dann wieder auf Diät zu setzen, ist gar nicht so einfach.

Ökologischer Obstbau: Mit der Natur, nicht gegen sie

Im Öko-Obstbau verzichtet man auf alles Künstliche - sowohl bei den Dünge- als auch bei den Pflanzenschutzmitteln. Das ist manchmal eine echte Herausforderung, aber es hat auch seine Vorteile.

Die Tücken des Öko-Obstbaus

Im Öko-Obstbau ist es nicht immer einfach, den Überblick über die Nährstoffversorgung zu behalten. Organische Dünger sind wie ein langsam kochendes Süppchen - die Nährstoffe werden nach und nach freigesetzt. Das bedeutet, man muss vorausschauend planen. Und was den Pflanzenschutz angeht - nun ja, ohne synthetische Mittel kann das manchmal ein echter Nervenkitzel sein. Man muss quasi ständig einen Schritt voraus sein, resistente Sorten wählen und die Nützlinge im Garten hegen und pflegen.

Was darf's denn sein? Zugelassene Düngemittel im Öko-Obstbau

Im Öko-Obstbau ist die Auswahl an Düngemitteln begrenzt, aber keineswegs langweilig. Hier eine kleine Auswahl:

  • Kompost (sozusagen das Multivitamin für den Boden)
  • Stallmist (Vorsicht: riecht streng, wirkt aber Wunder)
  • Hornspäne (langsam, aber stetig)
  • Gesteinsmehle (für die Mineralstoff-Feinschmecker)
  • Algenkalk (ein Hauch von Meeresluft für den Garten)

Ich persönlich schwöre ja auf eine Mischung aus gut durchgefaultem Kompost und Hornspänen. Der Kompost macht den Boden locker und luftig, während die Hornspäne für einen stetigen Stickstoff-Nachschub sorgen. Es ist wie eine Slow-Food-Bewegung für die Bäume.

Langfristige Bodenfruchtbarkeit: Die Königsdisziplin des Öko-Obstbaus

Der große Pluspunkt des ökologischen Obstbaus ist die Förderung der langfristigen Bodenfruchtbarkeit. Indem man auf die chemische Keule verzichtet und stattdessen organisches Material einsetzt, wird das Bodenleben richtig angekurbelt. In meinem Garten hat sich über die Jahre die Regenwurmpopulation so vermehrt, dass ich manchmal denke, ich hätte eine unterirdische Wurmfarm angelegt. Aber Spaß beiseite - ein gesunder Boden ist die beste Versicherung für gesunde, ertragreiche Obstbäume.

Ausgewogene Düngung: Der Schlüssel zu glücklichen Obstbäumen

Eine ausgewogene Düngung ist für Obstbäume wie eine ausgewogene Ernährung für uns Menschen - absolut entscheidend für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Dabei geht es nicht darum, einfach nur drauflos zu düngen, sondern die richtige Balance zu finden.

Junge Bäume sind wie Teenager - sie brauchen viel Energie zum Wachsen, also vor allem Stickstoff. Ältere Bäume dagegen sind eher wie reife Erwachsene - sie profitieren mehr von einer kaliumbetonten Ernährung, die die Qualität der Früchte verbessert. Eine Bodenanalyse alle paar Jahre ist wie ein Gesundheits-Check-up - sie hilft, die Düngung optimal anzupassen.

Eine ausgewogene Düngung führt zu Bäumen, die nicht nur produktiver sind, sondern auch besser mit Stress und Krankheiten umgehen können. Das bedeutet für uns Gärtner weniger Arbeit und mehr Freude am Obstgarten. Und mal ehrlich - gibt es etwas Schöneres, als im Herbst die Früchte der eigenen Arbeit zu ernten und zu genießen? Für mich ist das jedes Mal wieder ein kleines Wunder der Natur.

Tags: Dünger
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Häufige Fragen und Antworten

  1. Welche Nährstoffe benötigen Obstbäume für ein gesundes Wachstum?
    Obstbäume benötigen eine ausgewogene Kombination verschiedener Nährstoffgruppen für optimales Wachstum. Die Hauptnährstoffe (NPK) spielen dabei die wichtigste Rolle: Stickstoff (N) fördert das Wachstum von Trieben und Blättern, Phosphor (P) unterstützt die Wurzelentwicklung und Blütenbildung, während Kalium (K) für die Fruchtqualität und den Frostschutz verantwortlich ist. Sekundäre Nährstoffe wie Magnesium fördern die Photosynthese, Calcium stärkt die Zellwände und verhindert Stippe, und Schwefel unterstützt die Eiweißproduktion. Zusätzlich sind Spurenelemente wie Eisen, Mangan, Bor und Zink essentiell, auch wenn sie nur in geringen Mengen benötigt werden. Diese Mikronährstoffe sind für verschiedene Stoffwechselprozesse unentbehrlich. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung gewährleistet nicht nur gesundes Wachstum, sondern stärkt auch die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge, was letztendlich zu einer reichen und qualitativ hochwertigen Ernte führt.
  2. Wann ist der beste Zeitpunkt zum Düngen von Obstbäumen?
    Der optimale Düngezeitpunkt richtet sich nach der Vegetationsperiode und dem Nährstoffbedarf der Bäume. Im Frühjahr, kurz vor dem Knospenaustrieb, sollten etwa zwei Drittel der Jahresration gegeben werden, da die Bäume jetzt viel Energie für Blüten- und Blattbildung benötigen. Eine Nachdüngung im Frühsommer kann bei stark tragenden Bäumen sinnvoll sein, jedoch nicht zu spät im Sommer, da dies die Frostresistenz beeinträchtigen könnte. Nach dem Blattfall im Herbst empfiehlt sich eine kaliumreiche Düngung zur Wintervorbereitung, wobei stickstoffreiche Dünger dann tabu sind. Junge Bäume benötigen aufgrund ihres intensiven Wachstums eine gleichmäßigere Nährstoffversorgung über die gesamte Vegetationsperiode. Ältere, etablierte Bäume kommen mit einer konzentrierten Frühjahrsdüngung meist gut aus. Die richtige Timing-Strategie berücksichtigt sowohl das Baumalter als auch die spezifischen Wachstumsphasen für optimale Ergebnisse.
  3. Wie führt man eine Bodenanalyse für Obstbäume durch?
    Eine professionelle Bodenanalyse ist der Grundstein für eine bedarfsgerechte Obstbaumdüngung und sollte alle 3-4 Jahre durchgeführt werden. Zur Probeentnahme werden mehrere Bodenproben aus verschiedenen Stellen unter der Baumkrone bis zu einer Tiefe von 20-30 cm entnommen und zu einer Mischprobe vereint. Diese wird dann an ein spezialisiertes Labor gesandt. Die Analyse umfasst den pH-Wert, der für die Nährstoffverfügbarkeit entscheidend ist, sowie die Gehalte an Makronährstoffen (NPK) und wichtigen Spurenelementen. Ein pH-Wert zwischen 6,0 und 6,8 ist für die meisten Obstbäume optimal. Zusätzlich wird der Humusgehalt bestimmt, der Aufschluss über die organische Substanz im Boden gibt. Die Laborergebnisse enthalten konkrete Düngeempfehlungen, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Obstbäume abgestimmt sind. Diese wissenschaftlich fundierte Herangehensweise verhindert sowohl Über- als auch Unterdüngung und optimiert die Nährstoffeffizienz im Obstgarten.
  4. Welche Rolle spielen organische Dünger wie Kompost und Stallmist bei der Obstbaumernährung?
    Organische Dünger wie Kompost und Stallmist sind das Rückgrat einer nachhaltigen Obstbaumernährung. Sie wirken als Langzeitdünger, da die Nährstoffe durch Bodenorganismen langsam freigesetzt werden und damit eine gleichmäßige Versorgung gewährleisten. Gut verrotteter Kompost verbessert die Bodenstruktur, erhöht die Wasserspeicherfähigkeit und fördert das Bodenleben. Stallmist liefert zusätzlich zu den Nährstoffen wertvolle organische Substanz. Im Frühjahr sollten 2-3 Liter pro Quadratmeter Kronentraufe ausgebracht und oberflächlich eingearbeitet werden, dabei ist ein respektvoller Abstand zum Stamm einzuhalten. Diese organischen Dünger fördern nicht nur das Wachstum, sondern schaffen auch ein gesundes Bodenmilieu, das die natürliche Widerstandsfähigkeit der Bäume stärkt. Sie sind besonders wertvoll für die langfristige Bodenfruchtbarkeit und unterstützen die Kreislaufwirtschaft im Garten, da sie Nährstoffe dem Boden zurückgeben, die ihm entnommen wurden.
  5. Warum ist die altersabhängige Düngung bei Obstbäumen wichtig?
    Obstbäume haben je nach Lebensphase unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse, ähnlich wie Menschen in verschiedenen Lebensphasen. Jungbäume befinden sich in der Wachstumsphase und benötigen viel Stickstoff für die Entwicklung von Trieben, Blättern und dem Aufbau des Kronengerüsts. Sie sind regelrecht 'hungrig' nach Nährstoffen für ihr kräftiges Wachstum. Bäume im Vollertrag haben einen ausgewogeneren Nährstoffbedarf mit einem NPK-Verhältnis, das sowohl Wachstum als auch Fruchtbildung unterstützt. Kalium und Phosphor gewinnen in dieser Phase an Bedeutung für die Fruchtqualität. Alte, etablierte Bäume werden genügsamer und benötigen nur noch eine Erhaltungsdüngung mit reduzierter Stickstoffgabe und mehr Fokus auf Kalium für die Fruchtqualität. Eine altersgerechte Düngung verhindert Probleme wie übermäßiges Blattwachstum bei zu viel Stickstoff in der Ertragsphase oder schwaches Wachstum bei jungen Bäumen durch Nährstoffmangel. Diese differenzierte Herangehensweise optimiert sowohl Wachstum als auch Ertrag.
  6. Worin unterscheidet sich die Düngung von Kernobst und Steinobst?
    Kernobst (Apfel, Birne) und Steinobst (Kirsche, Pflaume, Pfirsich) haben unterschiedliche Ernährungsansprüche, die bei der Düngung berücksichtigt werden sollten. Kernobst ist generell genügsamer und bevorzugt eine ausgewogene Nährstoffversorgung mit einem Hang zu Kalium und Magnesium. Diese Nährstoffe verbessern die Fruchtqualität und Lagerfähigkeit. Bei älteren Kernobstbäumen sollte die Stickstoffgabe reduziert und mehr Wert auf Kalium und Phosphor gelegt werden. Steinobst hingegen hat einen höheren Kalziumbedarf, der die Früchte fest macht und die Bäume widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Kirschen und Pflaumen schätzen kaliumreiche Düngung besonders, während Pfirsiche etwas mehr Stickstoff vertragen - jedoch ohne Übertreibung, da sie sonst weich und krankheitsanfällig werden. Die Düngung muss also sortenspezifisch angepasst werden: Kernobst eher zurückhaltend und kaliumorientiert, Steinobst mit Fokus auf Kalzium und je nach Art angepassten NPK-Verhältnissen.
  7. Was ist der Unterschied zwischen mineralischer Düngung und Gründüngung?
    Mineralische Düngung und Gründüngung unterscheiden sich fundamental in ihrer Wirkungsweise und Anwendung. Mineralische Dünger wie NPK-Dünger enthalten sofort verfügbare Nährstoffe, die schnell von den Wurzeln aufgenommen werden können. Sie wirken wie ein 'Energie-Riegel' für Obstbäume und eignen sich besonders bei akutem Nährstoffmangel oder zur gezielten Ergänzung fehlender Nährstoffe. Ein NPK-Verhältnis von 5:8:10 hat sich in der Praxis bewährt, wobei pro Jahr 50-80 g pro Quadratmeter Kronentraufe meist ausreichen. Gründüngung hingegen funktioniert über den Anbau spezieller Pflanzen wie Klee oder Phacelia zwischen den Obstbäumen. Diese Pflanzen lockern den Boden auf, sammeln Stickstoff aus der Luft und werden später untergegraben, wodurch sie organische Substanz und Nährstoffe langsam freisetzen. Gründüngung ist nachhaltiger, verbessert die Bodenstruktur langfristig und fördert das Bodenleben, wirkt aber langsamer als mineralische Düngung. Beide Methoden können sinnvoll kombiniert werden.
  8. Wie erkennt man Überdüngung bei Obstbäumen?
    Überdüngung bei Obstbäumen zeigt sich durch charakteristische Symptome, die erfahrene Gärtner schnell erkennen können. Das auffälligste Anzeichen ist übermäßiges Blattwachstum bei gleichzeitig geringer oder fehlender Fruchtbildung - der Baum steckt seine ganze Energie ins Wachstum statt in die Ernte. Die Blätter werden unnatürlich dunkelgrün bis fast schwarzgrün und können Verbrennungen an den Blatträndern zeigen. Überdüngte Bäume sind oft anfälliger für Krankheiten und Schädlinge, da das weiche, üppige Wachstum eine ideale Angriffsfläche bietet. Um Überdüngung zu vermeiden, sollten regelmäßig Bodenanalysen durchgeführt und langsam wirkende organische Dünger bevorzugt werden. Die Düngermenge muss immer an Alter und Größe des Baumes angepasst werden. Bei Verdacht auf Überdüngung sollte die Düngung sofort eingestellt und durch verstärktes Wässern versucht werden, überschüssige Nährstoffe auszuspülen. Die Regeneration kann bis zu zwei Jahre dauern, bis sich das natürliche Gleichgewicht wieder einstellt.
  9. Wo kann man hochwertigen NPK-Dünger für Obstbäume kaufen?
    Hochwertigen NPK-Dünger für Obstbäume erhalten Sie bei verschiedenen Anbietern, wobei Qualität und fachkundige Beratung entscheidend sind. Spezialisierte Gartenfachhändler wie samen.de bieten ein breites Sortiment professioneller Obstbaumdünger mit optimal abgestimmten NPK-Verhältnissen. Dort finden Sie sowohl schnell wirkende mineralische Dünger als auch Langzeitdünger für eine kontinuierliche Nährstoffversorgung. Gartencenter und Baumärkte führen ebenfalls NPK-Dünger, jedoch variiert hier die Fachberatung. Online-Shops haben den Vorteil eines größeren Sortiments und detaillierter Produktbeschreibungen. Beim Kauf sollten Sie auf die Zusammensetzung achten: Ein Verhältnis von etwa 5:8:10 (N:P:K) eignet sich gut für Obstbäume. Achten Sie auf Qualitätshersteller und prüfen Sie, ob der Dünger auch Spurenelemente enthält. Viele Anbieter haben spezielle Obstbaumdünger im Sortiment, die bereits optimal auf die Bedürfnisse von Kern- und Steinobst abgestimmt sind. Die Investition in hochwertigen Dünger zahlt sich durch bessere Erträge und gesündere Bäume aus.
  10. Welche Obstbaumdünger eignen sich am besten für Hobbygärtner?
    Für Hobbygärtner eignen sich am besten unkomplizierte, aber effektive Düngemittel, die einfach anzuwenden sind und gute Ergebnisse liefern. Organische Volldünger sind ideal für Einsteiger, da sie schwer überdosierbar sind und den Boden langfristig verbessern. Kompost und gut verrotteter Stallmist sind die Klassiker - sie wirken langsam und gleichmäßig. Hornspäne sind besonders praktisch als Stickstofflieferant und lassen sich einfach um die Bäume streuen. Für die mineralische Ergänzung haben sich spezielle Obstbaumdünger mit ausgewogenen NPK-Verhältnissen bewährt, die oft auch wichtige Spurenelemente enthalten. Langzeitdünger sind ideal für alle, die nicht ständig nachdüngen möchten - sie geben über Monate hinweg kontinuierlich Nährstoffe ab. Erfahrene Gartenfachhändler wie die von samen.de können bei der Auswahl des passenden Düngers beraten und auf die spezifischen Bedingungen im Garten eingehen. Eine Kombination aus organischer Grunddüngung und gezielter mineralischer Ergänzung hat sich in der Praxis als besonders erfolgreich erwiesen.
  11. Welche Auswirkungen hat der pH-Wert des Bodens auf die Nährstoffaufnahme von Obstbäumen?
    Der pH-Wert des Bodens wirkt wie ein Dirigent im Nährstofforchester und bestimmt maßgeblich, wie gut Obstbäume die verfügbaren Nährstoffe aufnehmen können. Die meisten Obstbäume bevorzugen einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert zwischen 6,0 und 6,8. In diesem optimalen Bereich sind alle wichtigen Nährstoffe gut verfügbar. Bei zu saurem Boden (pH unter 5,5) werden Aluminium und Mangan toxisch, während wichtige Nährstoffe wie Phosphor, Kalium und Magnesium schlechter aufgenommen werden können. Gleichzeitig ist die Aktivität nützlicher Bodenorganismen eingeschränkt. Bei zu alkalischem Boden (pH über 7,5) werden besonders Eisen, Mangan, Bor und Zink festgelegt und sind für die Pflanzen nicht mehr verfügbar - selbst wenn sie im Boden vorhanden sind. Dies kann zu charakteristischen Mangelerscheinungen führen, obwohl der Boden eigentlich nährstoffreich ist. Eine regelmäßige pH-Wert-Messung und gegebenenfalls eine Korrektur durch Kalkung oder Schwefelgaben ist daher essentiell für eine erfolgreiche Obstbaumernährung.
  12. Wie funktioniert die Blattdüngung bei Obstbäumen und wann wird sie angewendet?
    Die Blattdüngung ist eine effektive Methode zur schnellen Nährstoffversorgung, bei der flüssige Düngelösung direkt auf die Blätter gesprüht wird. Die Nährstoffe werden über die Blattoberfläche aufgenommen und wirken deutlich schneller als Bodendüngung - oft schon innerhalb weniger Tage. Besonders geeignet ist diese Methode für Spurenelemente wie Eisen, Zink oder Bor, die bei ungünstigem pH-Wert im Boden blockiert sein können. Bei akuten Mangelerscheinungen, wie der typischen Eisenchlorose mit gelben Blättern, kann Blattdüngung schnelle Abhilfe schaffen. Die Anwendung erfolgt am besten in den frühen Morgen- oder Abendstunden bei bedecktem Himmel, um Verbrennungen zu vermeiden. Die Konzentration muss niedrig gehalten werden - meist 0,1-0,5% je nach Produkt. Wichtig ist eine gleichmäßige Benetzung aller Blätter. Blattdüngung ersetzt jedoch nicht die Grundversorgung über den Boden, sondern dient als ergänzende Maßnahme bei spezifischen Problemen oder zur optimierten Nährstoffversorgung in kritischen Wachstumsphasen.
  13. Welche Spurenelemente sind für Obstbäume besonders wichtig?
    Spurenelemente werden nur in geringen Mengen benötigt, sind aber für viele Stoffwechselprozesse unentbehrlich - wie Gewürze in einem guten Gericht. Eisen ist essentiell für die Chlorophyllbildung und Photosynthese; Eisenmangel zeigt sich durch charakteristische Gelbfärbung der Blätter bei grün bleibenden Blattadern. Mangan spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel und bei der Krankheitsresistenz. Bor ist entscheidend für die Zellwandbildung, Blütenentwicklung und Fruchtansatz - Bormangel kann zu Fruchtdeformationen führen. Zink ist wichtig für Wachstumsregulatoren und die Proteinbildung; Zinkmangel äußert sich oft in kleinen, schmalen Blättern und kurzen Internodien. Kupfer wird für verschiedene Enzymreaktionen benötigt und unterstützt die Krankheitsresistenz. Diese Spurenelemente sind besonders bei alkalischen Böden oft nicht ausreichend verfügbar. Molybdän und Nickel werden in geringsten Mengen für spezifische Stoffwechselprozesse benötigt. Eine ausgewogene Spurenelementversorgung ist für gesunde, ertragreiche Obstbäume unverzichtbar und sollte bei der Düngungsplanung berücksichtigt werden.
  14. Was ist Fertigation und wie wird sie im Obstbau eingesetzt?
    Fertigation ist eine clevere Kombination aus Düngung (Fertilisation) und Bewässerung (Irrigation), bei der flüssiger Dünger direkt ins Bewässerungssystem eingespeist wird. Diese Methode ermöglicht es, Nährstoffe gezielt zu den Wurzeln zu transportieren und gleichzeitig den Wasserbedarf der Bäume zu decken. Besonders in trockenen Sommern ist diese Technik wertvoll, da jeder Tropfen Wasser optimal genutzt wird. Die Nährstoffe gelangen direkt in die Wurzelzone und stehen den Pflanzen sofort zur Verfügung. Fertigation eignet sich besonders für wasserlösliche Dünger und ermöglicht eine sehr präzise Nährstoffdosierung. Der Vorteil liegt in der gleichmäßigen Verteilung und der Möglichkeit, die Düngung exakt an den aktuellen Bedarf der Bäume anzupassen. Allerdings erfordert diese Methode eine spezielle Bewässerungsanlage mit Düngerinjektoren, was zunächst eine höhere Investition bedeutet. Für größere Obstanlagen oder Hobbygärtner mit vielen Bäumen kann sich diese Technik jedoch durch Arbeits- und Wasserersparnis schnell amortisieren.
  15. Wie erstellt man einen Düngungsplan für junge Obstbäume?
    Ein durchdachter Düngungsplan für junge Obstbäume berücksichtigt deren intensiven Wachstumsbedarf und die verschiedenen Entwicklungsphasen. Im ersten Standjahr sollte zunächst sparsam gedüngt werden, da die Wurzeln noch empfindlich sind. Ab dem zweiten Jahr können die Düngergaben gesteigert werden. Junge Bäume benötigen besonders viel Stickstoff für das Trieb- und Blattwerk - etwa 60% mehr als erwachsene Bäume. Im Frühjahr (März-April) erfolgt die Hauptdüngung mit einem stickstoffbetonten NPK-Dünger. Eine zweite, schwächere Gabe im Frühsommer unterstützt das kontinuierliche Wachstum. Ab August sollte nicht mehr mit Stickstoff gedüngt werden, damit die Triebe ausreifen können. Stattdessen ist eine kaliumreiche Herbstdüngung sinnvoll zur Wintervorbereitung. Organische Dünger wie Kompost werden ganzjährig eingearbeitet, um die Bodenstruktur zu verbessern. Der Plan sollte das spezifische Baumalter, die Baumart und die Bodenverhältnisse berücksichtigen. Eine jährliche Anpassung des Plans basierend auf der Baumbeobachtung optimiert die Nährstoffversorgung kontinuierlich.
  16. Wie wendet man Mulchen als natürliche Düngemethode richtig an?
    Mulchen ist eine bewährte natürliche Düngemethode, die wie eine schützende Decke für den Boden wirkt. Geeignete Materialien sind Rasenschnitt, Laub, Holzhäcksel oder Stroh, die um die Obstbäume verteilt werden. Die Mulchschicht sollte 5-10 cm dick sein und einen Abstand von mindestens 30 cm zum Baumstamm einhalten, um Fäulnis und Schädlingsbefall zu vermeiden. Mulch hält die Bodenfeuchtigkeit, unterdrückt Unkraut und gibt beim Verrotten langsam Nährstoffe frei. Rasenschnitt ist besonders nährstoffreich, sollte aber angetrocknet ausgebracht werden. Bei frischem Holzmulch ist Vorsicht geboten, da er vorübergehend Stickstoff aus dem Boden ziehen kann - hier empfiehlt sich eine zusätzliche Stickstoffgabe. Laub eignet sich besonders im Herbst und bietet Überwinterungsplätze für Nützlinge. Die Mulchschicht sollte regelmäßig erneuert werden, da sie kontinuierlich verrottet. Diese Methode fördert das Bodenleben, verbessert die Bodenstruktur und schafft ein natürliches Gleichgewicht im Obstgarten bei minimalem Aufwand.
  17. Stimmt es, dass zu viel Stickstoff die Fruchtqualität verschlechtert?
    Ja, diese Aussage ist absolut korrekt und ein wichtiger Aspekt der Obstbaumernährung. Übermäßige Stickstoffgaben führen zu verstärktem vegetativem Wachstum auf Kosten der Fruchtbildung - die Bäume 'schießen ins Kraut' und konzentrieren ihre Energie auf Blatt- und Triebwachstum statt auf die Entwicklung qualitativ hochwertiger Früchte. Die Früchte werden oft weicher, weniger lagerfähig und geschmacklich weniger intensiv. Zusätzlich macht überschüssiger Stickstoff die Bäume anfälliger für Krankheiten, da das weiche Gewebe ideale Angriffsflächen für Pilze und andere Erreger bietet. Die Bäume werden auch frostempfindlicher, da die Triebe nicht richtig ausreifen. Besonders kritisch ist eine späte Stickstoffgabe nach Mitte Juli - diese sollte unbedingt vermieden werden. Stattdessen sollte die Düngung auf ein ausgewogenes NPK-Verhältnis ausgerichtet werden, wobei bei älteren, bereits etablierten Bäumen Kalium und Phosphor mehr Gewicht erhalten sollten. Eine bedarfsgerechte Düngung basierend auf Bodenanalysen verhindert diese Probleme und führt zu gesunden Bäumen mit hochwertigen Früchten.
  18. Welche regionalen Unterschiede gibt es bei der Obstbaumdüngung in Deutschland?
    Deutschland zeigt aufgrund seiner geografischen Vielfalt deutliche regionale Unterschiede bei der Obstbaumdüngung. In Norddeutschland dominieren oft sandige Böden, die Nährstoffe schlecht speichern und häufigere, aber kleinere Düngergaben erfordern. Hier ist besonders auf die Kalium- und Magnesiumversorgung zu achten. Süddeutsche Regionen mit lehmigen bis tonigen Böden speichern Nährstoffe besser, können aber Probleme mit der Phosphorverfügbarkeit haben. Die Alpenregion erfordert aufgrund der höheren Niederschläge eine angepasste Strategie, da Nährstoffe schneller ausgewaschen werden. Kalkreiche Böden in Süddeutschland können die Verfügbarkeit von Spurenelementen wie Eisen einschränken. Weinbauregionen haben oft spezielle Böden mit besonderen Nährstoffprofilen. Die Niederschlagsmengen variieren erheblich zwischen den Regionen und beeinflussen sowohl die Auswaschung als auch die optimalen Düngetermine. Zusätzlich spielen lokale klimatische Bedingungen eine Rolle - mildere Regionen ermöglichen längere Wachstumsperioden, was die Nährstoffplanung beeinflusst. Eine standortangepasste Düngung basierend auf lokalen Bodenanalysen ist daher unerlässlich.
  19. Wie unterscheidet sich die Fruchtbaumernährung von der normalen Pflanzenpflege?
    Die Fruchtbaumernährung unterscheidet sich fundamental von der normalen Pflanzenpflege durch spezifische Anforderungen und langfristige Ziele. Obstbäume sind mehrjährige Kulturen mit komplexeren Nährstoffbedürfnissen, die sowohl vegetatives Wachstum als auch Fruchtbildung unterstützen müssen. Im Gegensatz zu einjährigen Pflanzen müssen Obstbäume Reservestoffe für die Überwinterung anlegen und im Frühjahr Energie für Blüte und Fruchtansatz mobilisieren. Die Düngung muss daher zyklisch an die Vegetationsphasen angepasst werden. Während normale Zierpflanzen meist nur Wachstum benötigen, müssen Obstbäume ein Gleichgewicht zwischen vegetativem Wachstum und Fruchtproduktion halten. Eine Überdüngung mit Stickstoff kann bei Obstbäumen die Fruchtqualität verschlechtern - ein Problem, das bei reinen Zierpflanzen weniger relevant ist. Obstbäume benötigen zudem spezielle Nährstoffverhältnisse: mehr Kalium für die Fruchtqualität, ausreichend Calcium für die Zellstabilität und präzise abgestimmte Spurenelemente. Die langfristige Bodenpflege wird wichtiger, da die Bäume jahrzehntelang am selben Standort stehen und kontinuierlich dem Boden Nährstoffe entziehen.
  20. Was versteht man unter bedarfsgerechter Düngung bei Obstgehölzen?
    Bedarfsgerechte Düngung bei Obstgehölzen bedeutet, die Nährstoffversorgung präzise an die individuellen Bedürfnisse der Bäume anzupassen - wie eine maßgeschneiderte Ernährung für optimale Gesundheit und Leistung. Dies erfordert eine systematische Herangehensweise basierend auf Bodenanalysen, die den aktuellen Nährstoffstatus aufzeigen. Das Baumalter spielt eine zentrale Rolle: Jungbäume benötigen mehr Stickstoff für das Wachstum, während ältere Bäume eher kalium- und phosphorbetonte Düngung für die Fruchtqualität brauchen. Die Baumart bestimmt spezifische Anforderungen - Kernobst bevorzugt ausgewogene NPK-Verhältnisse, während Steinobst mehr Calcium benötigt. Saisonale Aspekte sind entscheidend: Hauptdüngung im Frühjahr, mögliche Nachdüngung im Sommer und kaliumreiche Herbstdüngung. Standortfaktoren wie Bodenart, pH-Wert und Klimabedingungen fließen in die Planung ein. Qualitätsorientierte Anbieter wie samen.de unterstützen Gärtner mit fundierten Beratungen zur bedarfsgerechten Obstgehölz-Ernährung. Das Ziel ist eine nachhaltige Nährstoffversorgung, die Über- und Unterdüngung vermeidet und zu gesunden, ertragreichen Bäumen führt.
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