Orchideensubstrat: Selbstgemacht oder gekauft?

Orchideensubstrat: Der Schlüssel für prächtige Orchideen

Orchideen sind wahre Diven unter den Zimmerpflanzen und stellen ganz besondere Ansprüche an ihre Umgebung. Das richtige Substrat spielt dabei eine entscheidende Rolle für ihr Wohlbefinden. Als leidenschaftliche Hobbygärtnerin habe ich schon so einiges ausprobiert und möchte meine Erfahrungen mit euch teilen.

Was Orchideenfreunde wissen sollten

  • Orchideen brauchen ein luftiges Substrat mit guter Drainage
  • Selbstgemischtes Substrat ermöglicht Feinabstimmung, gekauftes spart Zeit
  • Beide Varianten haben ihre Stärken und Schwächen
  • Die beste Wahl hängt von euren individuellen Bedürfnissen ab

Warum das richtige Substrat für Orchideen so entscheidend ist

Orchideen sind keine gewöhnlichen Zimmerpflanzen, sondern echte Überlebenskünstler. Viele Arten wachsen in der Natur als Epiphyten auf Bäumen, ohne dabei Schmarotzer zu sein. Sie nutzen die Baumrinde lediglich als Stütze und beziehen ihre Nährstoffe aus der Luft und dem Regenwasser.

Ein gutes Orchideensubstrat muss diese natürlichen Bedingungen nachahmen. Es sollte luftdurchlässig sein, Feuchtigkeit speichern, aber auch schnell abtrocknen können. Nur so können die empfindlichen Wurzeln atmen und gesund bleiben.

Selbstgemachtes vs. gekauftes Orchideensubstrat: Was ist besser?

Als Orchideenliebhaber steht man oft vor der Frage: Soll ich das Substrat selbst mischen oder fertig kaufen? Beide Optionen haben ihre Berechtigung, und ich habe mit beiden schon gute Erfahrungen gemacht.

Selbstgemachtes Orchideensubstrat

Wer sein Substrat selbst mischt, hat die volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe. Man kann die Mischung genau auf die Bedürfnisse der eigenen Orchideen abstimmen. Allerdings erfordert dies Zeit, Wissen und manchmal auch die Suche nach speziellen Zutaten. Für mich ist das Mischen eine entspannende Beschäftigung, aber ich verstehe, dass nicht jeder diese Leidenschaft teilt.

Gekauftes Orchideensubstrat

Fertige Substrate sind praktisch und zeitsparend. Sie bieten meist eine ausgewogene Mischung, die für viele Orchideenarten geeignet ist. Der Nachteil: Man hat weniger Einfluss auf die genaue Zusammensetzung. Trotzdem greife ich in stressigen Zeiten gerne darauf zurück.

Die Grundlagen des Orchideensubstrats

Was Orchideen wirklich brauchen

Orchideen sind erstaunlich anpassungsfähige Pflanzen mit ganz speziellen Bedürfnissen. In ihrer natürlichen Umgebung wachsen viele Arten als Epiphyten, also auf anderen Pflanzen, ohne diesen Nährstoffe zu entziehen. Diese Lebensweise hat ihre Wurzeln stark geprägt.

Orchideenwurzeln sind oft dick und von einer schwammartigen Schicht umgeben, dem sogenannten Velamen. Diese faszinierende Schicht kann Feuchtigkeit und Nährstoffe aus der Luft aufnehmen. Um gesund zu bleiben, brauchen Orchideenwurzeln viel Luft. Stehendes Wasser ist ihr größter Feind und führt schnell zu Fäulnis. Gleichzeitig müssen sie aber auch Feuchtigkeit speichern können, um Trockenperioden zu überstehen.

Was ein gutes Orchideensubstrat ausmacht

Luftdurchlässigkeit

Ein gutes Orchideensubstrat muss luftig sein, damit die Wurzeln atmen können. Deshalb verwende ich gerne grobe Materialien wie Pinienrinde oder Kokosschnitzel. Diese bilden Hohlräume, in denen sich Luft sammeln kann.

Drainage

Genauso wichtig wie die Luftzufuhr ist der schnelle Wasserabfluss. Orchideen vertragen keine 'nassen Füße'. Das Substrat sollte überschüssiges Wasser zügig ableiten. Materialien wie Blähton oder Perlit können die Drainage verbessern. Ich mische diese gerne unter, um sicherzugehen, dass meine Orchideen nicht im Wasser stehen.

Feuchtigkeitsspeicherung

Trotz guter Drainage muss das Substrat auch Feuchtigkeit speichern können. Orchideen mögen es feucht, aber nicht nass. Zutaten wie Torf oder Kokosfasern können Wasser speichern und langsam wieder abgeben. Das hilft, ein ausgeglichenes Feuchtigkeitsniveau zu halten.

pH-Wert und Nährstoffgehalt

Die meisten Orchideen bevorzugen ein leicht saures Milieu. Der ideale pH-Wert liegt zwischen 5,5 und 6,5. Der Nährstoffgehalt sollte eher gering sein, da Orchideen von Natur aus an Nährstoffmangelstandorte gewöhnt sind. Zu viel des Guten kann hier schnell schaden.

Gekauftes Orchideensubstrat: Vor- und Nachteile

Vorteile gekaufter Substrate

Bequemlichkeit und Zeitersparnis

Der offensichtlichste Vorteil fertiger Substrate ist die Zeitersparnis. Man muss nicht verschiedene Komponenten besorgen und mischen. Einfach den Beutel öffnen, und los geht's! Gerade wenn die Zeit knapp ist, kann das eine echte Erleichterung sein.

Konsistente Qualität

Professionelle Hersteller achten in der Regel auf gleichbleibende Qualität. Die Mischungsverhältnisse sind immer gleich, was eine gewisse Sicherheit bietet. Das kann besonders für Anfänger von Vorteil sein.

Speziell formulierte Mischungen für verschiedene Orchideenarten

Viele Anbieter haben Substrate für bestimmte Orchideengattungen im Programm. So findet man spezielle Mischungen für Phalaenopsis, Cattleya oder Paphiopedilum. Das kann die Auswahl erleichtern, wenn man sich noch nicht so gut auskennt.

Nachteile gekaufter Substrate

Höhere Kosten

Fertige Substrate sind in der Regel teurer als selbst gemischte. Besonders bei größeren Mengen kann der Preisunterschied deutlich sein. Wer viele Orchideen pflegt, sollte das im Hinterkopf behalten.

Begrenzte Anpassungsmöglichkeiten

Man ist an die vorgegebene Mischung gebunden. Individuelle Anpassungen sind nur begrenzt möglich. Für Orchideenliebhaber mit besonderen Ansprüchen kann das frustrierend sein.

Potenzielle Qualitätsschwankungen zwischen Marken

Nicht alle Hersteller liefern die gleiche Qualität. Manchmal findet man in fertigen Substraten auch unerwünschte Zusätze wie Kunstdünger. Es lohnt sich, die Inhaltsstoffe genau zu prüfen und vielleicht auch mal verschiedene Marken auszuprobieren.

Zum Produkt

Selbstgemachtes Orchideensubstrat: Ein Abenteuer für Pflanzenfreunde

Viele Orchideenliebhaber schwören auf selbstgemachtes Substrat. Es bietet einige spannende Möglichkeiten, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Lassen Sie uns einen genaueren Blick darauf werfen.

Sparen mit Eigenproduktion

Ein großer Pluspunkt ist definitiv die Kostenersparnis. Wer sein Substrat selbst mischt, kommt oft günstiger weg als beim Kauf fertiger Mischungen. Besonders wenn man viele Orchideen pflegt, summiert sich das. Die Preisunterschiede für die einzelnen Komponenten können einen manchmal richtig überraschen!

Volle Kontrolle über die Zutaten

Ein weiterer Vorteil: Man weiß genau, was drin ist. Keine versteckten Zusätze oder fragwürdigen Komponenten. Das gibt ein gutes Gefühl, besonders wenn man Wert auf Natürlichkeit legt. Zudem lässt sich die Mischung perfekt auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen - quasi Maßanzug für die Orchideen.

Flexibilität für verschiedene Orchideenarten

Jede Orchideenart hat ihre Eigenheiten. Mit selbstgemachtem Substrat kann man die Mischung individuell anpassen. Das ist besonders praktisch, wenn man verschiedene Arten pflegt. Phalaenopsis mögen es beispielsweise etwas luftiger als Paphiopedilum. Mit der richtigen Mischung fühlt sich jede Orchidee wie zuhause.

Der Zeitfaktor: Recherche und Zubereitung

Allerdings sollte man den Zeitaufwand nicht unterschätzen. Gerade am Anfang braucht es viel Recherche für die richtigen Mischungsverhältnisse. Auch die Zubereitung selbst kann zeitintensiv sein. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich einmal stundenlang Rindenstücke sortiert habe - eine meditative, aber durchaus zeitraubende Beschäftigung!

Mögliche Stolpersteine bei der Mischung

Ein gewisses Risiko besteht natürlich auch. Falsche Mischungsverhältnisse oder ungeeignete Komponenten können den Orchideen zusetzen. Es braucht etwas Erfahrung, um die richtige Balance zu finden. Die ersten Versuche sind nicht immer optimal, aber daraus lernt man am meisten.

Die Suche nach den richtigen Zutaten

Nicht immer ist es einfach, alle nötigen Komponenten zu finden. Manche gibt es nur in Spezialgeschäften oder online. Das kann für Anfänger frustrierend sein. Die Suche nach der richtigen Pinienrinde kann sich manchmal wie eine Schnitzeljagd anfühlen!

Die Zutaten für selbstgemachtes Orchideensubstrat

Wer selbst mischen möchte, sollte die Hauptbestandteile kennen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Zutaten:

Pinienrinde: Das Fundament

Pinienrinde bildet die Basis vieler Orchideensubstrate. Sie sorgt für gute Durchlüftung und Drainage. Die Rindenstücke sollten nicht zu klein sein - je nach Orchideenart zwischen 0,5 und 2 cm. Zu feine Rinde verdichtet sich zu schnell und könnte die Wurzeln ersticken.

Kokosfasern für den Feuchtigkeitshaushalt

Kokosfasern ergänzen die Pinienrinde hervorragend. Sie speichern Feuchtigkeit, ohne das Substrat zu verdichten. Vor der Verwendung sollten sie gründlich gewässert und ausgewaschen werden, um überschüssige Salze zu entfernen. Ich habe festgestellt, dass meine Orchideen diese natürliche Komponente besonders mögen.

Torf: Mit Vorsicht zu genießen

Torf ist umstritten, kann aber in kleinen Mengen die Wasserspeicherfähigkeit verbessern. Aufgrund der Umweltproblematik beim Torfabbau sollte er nur sehr sparsam verwendet werden. Es gibt mittlerweile gute torffreie Alternativen wie Kokoshumus, die ich persönlich bevorzuge.

Perlit oder Bims für bessere Drainage

Diese leichten, porösen Materialien verbessern die Drainage und Belüftung. Perlit ist besonders leicht und schwimmt gerne auf, Bims ist etwas schwerer. Ein Anteil von 10-20% im Substrat hat sich bei mir bewährt.

Holzkohle: Der geheime Helfer

Kleine Stücke Holzkohle können wahre Wunder bewirken. Sie stabilisieren den pH-Wert und beugen Fäulnis vor. Außerdem absorbieren sie überschüssige Nährstoffe und geben sie langsam wieder ab - wie ein natürlicher Langzeitdünger. Ein Anteil von 5-10% reicht meist aus.

Sphagnum-Moos für extra Feuchtigkeit

Getrocknetes Sphagnum-Moos ist ein echter Alleskönner. Es speichert Wasser, verhindert aber gleichzeitig Staunässe. Besonders für Jungpflanzen oder Arten mit höherem Feuchtigkeitsbedarf ist es geeignet. Ich verwende es gerne als oberste Schicht im Topf - sieht nicht nur gut aus, sondern hilft auch beim Feuchtigkeitsmanagement.

So mischen Sie Ihr eigenes Orchideensubstrat

Hier eine Anleitung zur Herstellung Ihres eigenen Orchideensubstrats:

Das Grundrezept für die meisten Orchideen

Ein bewährtes Grundrezept sieht so aus:

  • 60% Pinienrinde (mittelgrob)
  • 20% Kokosfasern
  • 10% Perlit oder Bims
  • 5% Holzkohle
  • 5% Sphagnum-Moos

Alle Komponenten sollten gut durchgemischt werden. Die Mischung sollte locker bleiben und nicht zu fein werden. Stellen Sie sich vor, Sie würden einen luftigen Kuchen backen - so ähnlich sollte sich das Substrat anfühlen.

Anpassungen für verschiedene Orchideenarten

Je nach Orchideenart kann die Mischung angepasst werden:

  • Für Phalaenopsis: Etwas mehr Kokosfasern für bessere Feuchtigkeitsspeicherung
  • Für Cattleyen: Gröbere Rinde und mehr Perlit für bessere Drainage
  • Für Paphiopedilum: Mehr Sphagnum-Moos und etwas feinere Rinde

Experimentieren Sie ruhig, bis Sie die ideale Mischung für Ihre Orchideen gefunden haben. Jede Pflanze ist individuell, und mit der Zeit entwickeln Sie ein Gefühl dafür, was Ihre Schützlinge mögen.

Sterilisation der Komponenten

Um Schädlinge und Krankheitserreger abzutöten, empfiehlt sich eine Sterilisation der Komponenten. Das geht am einfachsten so:

  • Rinde und Holzkohle: 30 Minuten in kochendes Wasser geben, abkühlen lassen
  • Kokosfasern: Mit kochendem Wasser übergießen, über Nacht einweichen, gründlich ausspülen
  • Perlit und Bims: Im Backofen bei 200°C für 30 Minuten erhitzen
  • Sphagnum-Moos: In der Mikrowelle für 2-3 Minuten erhitzen

Vorsicht beim Umgang mit heißen Materialien! Lassen Sie alles gut abkühlen, bevor Sie es verwenden. Ich habe mir einmal fast die Finger verbrannt - seitdem bin ich besonders vorsichtig!

Mit diesen Grundlagen können Sie Ihr eigenes Orchideensubstrat herstellen. Es braucht etwas Übung, aber mit der Zeit entwickeln Sie ein gutes Gefühl dafür. Glauben Sie mir, es ist unglaublich befriedigend zu sehen, wie gut die Orchideen in der selbstgemachten Mischung gedeihen. Viel Spaß beim Experimentieren!

Leistungsvergleich: Selbstgemachtes vs. gekauftes Orchideensubstrat

Die Wahl des richtigen Substrats kann über Wohl und Wehe unserer Orchideen entscheiden. Ich habe sowohl mit selbstgemachten als auch mit gekauften Substraten experimentiert und möchte meine Erfahrungen mit euch teilen.

Wachstum und Gesundheit der Orchideen

Grundsätzlich können beide Varianten zu gesunden, kräftigen Pflanzen führen. Fertigsubstrate sind oft speziell auf Orchideen zugeschnitten, was gerade für Anfänger praktisch sein kann. Selbstgemischte Substrate haben den Vorteil, dass man sie genau an die Bedürfnisse bestimmter Arten anpassen kann. Das kann besonders bei anspruchsvolleren Sorten den entscheidenden Unterschied machen.

Blühverhalten

Ein gutes Substrat ist die Grundlage für üppige Blüten. Viele hochwertige Fertigsubstrate enthalten blühfördernde Zusätze - quasi ein kleiner Motivationsschub für unsere Pflanzen. Bei selbstgemachten Mischungen kann man ähnliche Effekte durch die Zugabe von Hornspänen oder anderen organischen Düngern erzielen. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: Zu viel des Guten kann schnell nach hinten losgehen. Ich erinnere mich noch gut an meine Überdüngungsexperimente - die armen Orchideen sahen aus, als hätten sie eine Blütenverstopfung!

Wurzelentwicklung

Gesunde Wurzeln sind das A und O bei Orchideen. Hier können selbstgemachte Substrate punkten, wenn sie optimal auf Luftzirkulation und Drainage ausgerichtet sind. Gekaufte Substrate bieten zwar meist eine gute Grundlage, können aber für manche Arten mit besonders empfindlichen Wurzeln zu dicht sein. Ich hatte einmal eine Cattleya, die in einem Fertigsubstrat regelrecht geschmollt hat - erst als ich auf eine luftigere Eigenmischung umgestellt habe, ist sie richtig aufgeblüht.

Langlebigkeit des Substrats

Die Haltbarkeit des Substrats bestimmt, wie oft wir zum Umtopfen verdonnert sind. Hochwertige Fertigsubstrate bleiben oft erstaunlich lange stabil. Bei selbstgemachten Mischungen kommt es stark auf die verwendeten Komponenten an. Pinienrinde hält sich zum Beispiel deutlich länger als Kokosfasern. Ich habe schon erlebt, dass meine selbstgemachten Substrate nach einem Jahr in Kompost verwandelt waren, während manche Fertigsubstrate locker zwei Jahre durchhalten.

Kostenanalyse: Lohnt sich selbstgemachtes Orchideensubstrat?

Als leidenschaftliche Hobbygärtnerin achte ich natürlich auch aufs Portemonnaie. Die Kosten sind oft ein wichtiger Faktor bei der Substratwahl.

Preisvergleich: Gekauft vs. Selbstgemacht

Auf den ersten Blick erscheinen gekaufte Substrate oft teurer. Ein 5-Liter-Beutel hochwertiges Orchideensubstrat schlägt im Fachhandel mit 8 bis 15 Euro zu Buche. Selbstgemachtes Substrat kann deutlich günstiger sein, besonders wenn man größere Mengen der Komponenten einkauft. Nach meinen Berechnungen komme ich auf etwa 3 bis 7 Euro pro 5 Liter, je nachdem, welche Materialien ich verwende.

Langzeitkosten und Mengenvorteile

Langfristig betrachtet hat selbstgemachtes Substrat oft die Nase vorn. Wenn man die Komponenten in größeren Mengen einkauft, kann man richtig sparen. Ein weiterer Vorteil: Überschüssiges Material lässt sich problemlos für andere Pflanzen verwenden oder aufbewahren. Gekaufte Substrate werden häufig in kleineren Mengen verkauft, was den Preis pro Liter in die Höhe treibt. Allerdings sollte man den Zeitaufwand für die Eigenproduktion nicht unterschätzen - Zeit ist bekanntlich auch Geld!

Praktische Überlegungen beim Orchideensubstrat

Neben Leistung und Kosten gibt es noch einige praktische Aspekte, die wir unter die Lupe nehmen sollten.

Lagerung von Substraten und Komponenten

Gekaufte Substrate sind meist gebrauchsfertig verpackt und einfach zu lagern. Bei selbstgemachten Mischungen braucht man dagegen Platz für die einzelnen Komponenten. Diese sollten unbedingt trocken und vor Schädlingen geschützt aufbewahrt werden. Ein trockener, gut belüfteter Raum ist ideal. Ich nutze dafür einen alten Schrank in meiner Garage - so habe ich alles griffbereit, wenn der Bastelwahn mich packt!

Haltbarkeit und Austauschintervalle

Wie lange ein Substrat hält, hängt von vielen Faktoren ab: Zusammensetzung, Umweltbedingungen und natürlich der Orchideenart. Als Faustregel gilt, dass das Substrat alle 1-2 Jahre ausgetauscht werden sollte. Selbstgemachte Mischungen können manchmal schneller zerfallen, was häufigeres Umtopfen nötig macht. Hochwertige Fertigsubstrate bleiben oft länger stabil. Ich habe allerdings festgestellt, dass manche meiner Orchideen ein frisches Substrat regelrecht feiern - als würden sie ein neues Outfit bekommen!

Umweltaspekte und Nachhaltigkeit

Beim Thema Umwelt haben selbstgemachte Substrate oft die Nase vorn. Man kann gezielt nachhaltige, lokale Materialien wählen und auf Torf verzichten. Viele gekaufte Substrate enthalten leider immer noch Torf, dessen Abbau bekanntlich problematisch für die Umwelt ist. Erfreulicherweise gibt es aber zunehmend torffreie Fertigsubstrate auf dem Markt. Als Naturliebhaberin ist mir dieser Aspekt besonders wichtig - schließlich wollen wir unsere grünen Freunde nicht auf Kosten der Umwelt verwöhnen!

Spezielle Situationen im Orchideenanbau

Jede Orchidee ist einzigartig, und manchmal braucht es besondere Lösungen.

Substrate für Jungpflanzen und Sämlinge

Junge Orchideen und Sämlinge sind besonders anspruchsvoll. Sie brauchen ein feineres, nährstoffreicheres Substrat. Hier können spezielle Fertigsubstrate tatsächlich von Vorteil sein. Wer selbst mischt, kann fein gesiebte Rindensubstrate mit Sphagnum-Moos kombinieren. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht - meine Jungpflanzen wachsen darin wie Unkraut!

Anpassungen für verschiedene Klimazonen

Das lokale Klima spielt eine große Rolle bei der Substratwahl. In feuchten Regionen sollte das Substrat besonders gut drainieren. Gröbere Mischungen mit Styropor oder Blähton können hier wahre Wunder bewirken. In trockenen Gebieten sind dagegen wasserspeichernde Materialien wie Kokosfasern oder Sphagnum-Moos Gold wert. Als ich einmal eine Orchidee aus dem tropischen Regenwald in mein trockenes Wohnzimmer verpflanzt habe, musste ich das Substrat komplett umstellen - aber der Aufwand hat sich gelohnt!

Substrate für montierte Orchideen

Epiphytische Orchideen, die auf Holz oder Kork montiert werden, sind eine Klasse für sich. Hier wird oft nur eine dünne Schicht Sphagnum-Moos oder Kokosfasern verwendet. Sowohl gekaufte als auch selbst zusammengestellte Materialien können hier gute Dienste leisten. Ich habe einmal eine Orchidee auf einem alten Rebstock montiert - das sieht nicht nur fantastisch aus, sondern die Pflanze gedeiht prächtig in ihrer naturnahen Umgebung!

Was die Profis sagen: Einblicke in die Welt der Orchideensubstrate

Stimmen aus der Orchideenzucht

In Gesprächen mit Orchideenzüchtern wird schnell klar: Viele schwören auf selbstgemischte Substrate. Ein erfahrener Züchter erklärte mir einmal: "Für mich ist es entscheidend, die Zügel in der Hand zu haben. So kann ich das Substrat je nach Jahreszeit, Orchideenart und Wachstumsphase anpassen." Das leuchtet ein, oder?

Allerdings raten einige Experten Neulingen zur Vorsicht. Ein Orchideengärtner, den ich sehr schätze, meinte dazu: "Ohne fundiertes Wissen können schnell Fehler passieren. Anfänger sind mit einem guten Fertigsubstrat oft besser beraten." Da ist definitiv was dran!

Was Hobbyorchideenfreunde berichten

Unter uns Hobbygärtnern gehen die Meinungen auseinander. Viele schätzen die Einfachheit von Fertigsubstraten. Eine Orchideenliebhaberin erzählte mir: "Ich habe einfach nicht die Zeit, mein eigenes Substrat zu mischen. Mit gekauftem Substrat fahre ich ganz gut."

Andere tüfteln gerne an eigenen Mischungen. Ein begeisterter Orchideenfreund schwärmte: "Ich mische seit Jahren selbst. Es macht mir Spaß und ich lerne dabei viel über meine Pflanzen." Ich kann das gut nachvollziehen - es hat schon etwas Meditatives, die perfekte Mischung zu kreieren!

Typische Stolpersteine und wie man sie umschifft

Bei Fertigsubstraten

  • Billigware: Finger weg von Schnäppchen! Qualität zahlt sich aus.
  • Falsches Substrat für die Orchidee: Informiert euch über die Bedürfnisse eurer grünen Freunde.
  • Zu lange im Topf: Alle 1-2 Jahre solltet ihr das Substrat erneuern. Eure Orchideen werden es euch danken!

Bei Eigenmischungen

  • Falsche Mischungsverhältnisse: Haltet euch an bewährte Rezepte und experimentiert vorsichtig.
  • Ungeeignete Zutaten: Nur hochwertige, orchideentaugliche Materialien verwenden!
  • Mangelnde Sterilisation: Sterilisiert die Komponenten, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

Praxistipps für den Substrateinsatz

Der richtige Topf macht's

Glaubt mir, die Topfwahl ist genauso wichtig wie das Substrat selbst. Orchideen mögen es eher eng - wählt einen Topf, der nur wenig größer ist als der Wurzelballen. Durchsichtige Plastiktöpfe sind praktisch, weil man die Wurzeln im Auge behalten kann. Tontöpfe können auch toll sein, sie regulieren die Feuchtigkeit natürlich.

Umtopfen will gelernt sein

Beim Umtopfen ist Fingerspitzengefühl gefragt. Entfernt das alte Substrat behutsam und schneidet nur die wirklich abgestorbenen Wurzeln ab. Setzt die Orchidee so ein, dass die obersten Wurzeln knapp unter der Substratoberfläche liegen. Füllt das Substrat locker ein und drückt es nur sanft an. Denkt daran: Orchideen mögen es luftig!

Gießen und Düngen - alles eine Frage des Substrats

Die Bewässerung hängt stark vom Substrat ab. Grobe Mischungen trocknen schneller aus und brauchen häufiger Wasser. Lasst das Substrat zwischen den Wassergaben leicht abtrocknen. Beim Düngen gilt: Weniger ist mehr! Verwendet spezielle Orchideendünger und folgt den Anweisungen genau. Ich habe einmal aus Versehen überdüngt - das war kein schöner Anblick, kann ich euch sagen!

Fazit: Die Kunst des Orchideensubstrats

Die Entscheidung zwischen selbstgemachtem und gekauftem Substrat ist nicht einfach. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Fertigsubstrate sind praktisch und zuverlässig, besonders für Anfänger. Selbstgemischte Substrate geben mehr Kontrolle, brauchen aber auch mehr Wissen und Zeit.

Mein Rat für Einsteiger? Fangt mit einem guten Fertigsubstrat an. Mit der Zeit könnt ihr dann anfangen zu experimentieren. Es geht darum, die perfekte Umgebung für eure Orchideen zu schaffen - egal ob gekauft oder selbstgemacht.

Ich bin gespannt, wie sich die Welt der Orchideensubstrate weiterentwickeln wird. Nachhaltigkeit wird sicher eine große Rolle spielen. Egal, wofür ihr euch entscheidet: Das Wichtigste ist, dass ihr die Bedürfnisse eurer Pflanzen versteht und darauf eingeht. Mit der richtigen Pflege und dem passenden Substrat werden eure Orchideen gedeihen und euch mit ihrer Schönheit belohnen. Und glaubt mir, es gibt kaum etwas Befriedigenderes, als eine prächtig blühende Orchidee zu bewundern, die man selbst großgezogen hat!

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Welche Eigenschaften muss ein gutes Orchideensubstrat haben?
    Ein gutes Orchideensubstrat muss vier wesentliche Eigenschaften erfüllen: Luftdurchlässigkeit für die Wurzelatmung, excellente Drainage gegen Staunässe, ausgewogene Feuchtigkeitsspeicherung und den optimalen pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Das Substrat sollte aus groben Materialien wie Pinienrinde bestehen, die Hohlräume bilden. Zusätzlich sind drainagefördernde Komponenten wie Perlit oder Bims wichtig, sowie wasserspeichernde Elemente wie Kokosfasern oder Sphagnum-Moos. Der Nährstoffgehalt sollte bewusst niedrig gehalten werden, da Orchideen ursprünglich von nährstoffarmen Standorten stammen. Diese Kombination aus Luftigkeit, kontrollierter Feuchtigkeit und struktureller Stabilität schafft die idealen Bedingungen für gesunde Orchideenwurzeln und nachhaltiges Pflanzenwachstum.
  2. Warum brauchen Orchideen ein spezielles Substrat und können nicht in normaler Blumenerde wachsen?
    Orchideen haben sich als Epiphyten entwickelt, die in der Natur auf Bäumen wachsen, ohne dabei Schmarotzer zu sein. Ihre Wurzeln sind von einer speziellen schwammartigen Schicht umgeben, dem Velamen, das Feuchtigkeit und Nährstoffe aus der Luft aufnimmt. Normale Blumenerde ist viel zu dicht und wasserspeichernd für diese Luftwurzeln. In herkömmlicher Erde können Orchideenwurzeln nicht ausreichend atmen und beginnen schnell zu faulen. Das führt zum Absterben der Pflanze. Orchideen benötigen ein grobes, luftiges Substrat, das ihre natürlichen Wachstumsbedingungen nachahmt. Nur so können die Wurzeln ihre lebenswichtige Atmungsfunktion erfüllen, während gleichzeitig überschüssiges Wasser schnell abfließen kann. Die epiphytische Lebensweise erfordert einfach ein völlig anderes Substrat als erdgebundene Pflanzen.
  3. Aus welchen Hauptbestandteilen sollte ein Orchideensubstrat bestehen?
    Die Grundmischung für Orchideensubstrat setzt sich aus fünf Hauptkomponenten zusammen: 60% Pinienrinde (mittelgrob) als Basis für Struktur und Luftzirkulation, 20% Kokosfasern für ausgewogene Feuchtigkeitsspeicherung, 10% Perlit oder Bims zur Drainage-Verbesserung, 5% Holzkohle für pH-Stabilisierung und Fäulnisschutz sowie 5% Sphagnum-Moos für zusätzliche Wasserspeicherung. Die Pinienrinde bildet das Grundgerüst und sollte zwischen 0,5-2 cm groß sein. Kokosfasern müssen vor Verwendung gründlich gewässert und ausgespült werden. Perlit ist leichter, Bims etwas schwerer - beide verbessern die Belüftung. Holzkohle wirkt wie ein natürlicher Filter, während Sphagnum-Moos besonders für feuchtigkeitsliebende Arten wertvoll ist. Diese Mischung schafft optimale Bedingungen für gesunde Orchideenwurzeln.
  4. Wie unterscheidet sich selbstgemachtes von gekauftem Orchideensubstrat in der Kontrolle über Inhaltsstoffe?
    Selbstgemachtes Orchideensubstrat bietet absolute Transparenz und Kontrolle über jeden einzelnen Bestandteil. Man kann die Mischung exakt an spezielle Orchideenarten anpassen, Qualität der Komponenten selbst bestimmen und unerwünschte Zusätze wie überschüssigen Kunstdünger oder Torf vermeiden. Die individuelle Feinabstimmung ermöglicht es, auf lokale Klimabedingungen oder persönliche Erfahrungen einzugehen. Gekaufte Substrate dagegen bieten weniger Einblick in die genaue Zusammensetzung. Manchmal enthalten sie versteckte Zusätze oder Füllstoffe, die nicht ideal für alle Orchideenarten sind. Allerdings gewährleisten professionelle Hersteller meist konsistente Qualität und ausgewogene Nährstoffverhältnisse. Der Kompromiss liegt zwischen maximaler Kontrolle mit Zeitaufwand versus Bequemlichkeit mit eingeschränkten Anpassungsmöglichkeiten. Beide Ansätze können zu gesunden Orchideen führen.
  5. Welche Rolle spielt die Sterilisation der Komponenten bei der eigenen Substratherstellung?
    Sterilisation ist ein kritischer Schritt bei der Eigenherstellung von Orchideensubstrat, um Schädlinge, Pilzsporen und Bakterien zu eliminieren. Unbehandelte Komponenten können versteckte Krankheitserreger enthalten, die später zu Wurzelfäule oder anderen Problemen führen. Pinienrinde und Holzkohle sollten 30 Minuten in kochendem Wasser behandelt werden. Kokosfasern werden mit kochendem Wasser übergossen und über Nacht eingeweicht, dann gründlich ausgespült. Perlit und Bims können im Backofen bei 200°C für 30 Minuten erhitzt werden, während Sphagnum-Moos 2-3 Minuten in der Mikrowelle sterilisiert wird. Dieser Prozess ist besonders wichtig, da Orchideen empfindlich auf Pilzinfektionen reagieren. Die Sterilisation erhöht die Erfolgsquote deutlich und schützt wertvolle Orchideen vor vermeidbaren Krankheiten. Nach der Behandlung sollten alle Materialien vollständig abkühlen, bevor sie verwendet werden.
  6. Worin unterscheiden sich die Substratanforderungen von Phalaenopsis und Cattleya?
    Phalaenopsis und Cattleya haben unterschiedliche Substratbedürfnisse aufgrund ihrer verschiedenen natürlichen Lebensräume. Phalaenopsis bevorzugen etwas feineres Substrat mit erhöhter Feuchtigkeitsspeicherung - daher sollte der Anteil an Kokosfasern und Sphagnum-Moos erhöht werden. Sie kommen mit dichteren Mischungen besser zurecht und benötigen konstantere Feuchtigkeit. Cattleya dagegen brauchen gröbere, noch luftigere Substrate mit exzellenter Drainage. Für sie sollte gröbere Pinienrinde verwendet und der Perlit-Anteil erhöht werden, da sie Trockenperioden besser vertragen und empfindlicher auf Staunässe reagieren. Cattleya-Wurzeln sind oft dicker und brauchen mehr Luft zwischen den Substratpartikeln. Während Phalaenopsis mit mittlerer Korngröße (0,5-1 cm) auskommen, bevorzugen Cattleya gröbere Stücke (1-2 cm). Diese Anpassungen spiegeln ihre unterschiedlichen epiphytischen Strategien in der Natur wider.
  7. Was ist der Unterschied zwischen Perlit und Bims als Substratbestandteil?
    Perlit und Bims sind beide vulkanische Materialien, unterscheiden sich aber in wichtigen Eigenschaften. Perlit ist extrem leicht, da es aufgeschäumtes vulkanisches Glas ist. Es schwimmt gerne an die Substratoberfläche und kann beim Gießen aufschwemmen. Dafür bietet es hervorragende Drainage und Belüftung. Bims ist deutlich schwerer und bleibt stabiler in der Mischung verteilt. Er ist poröser und kann mehr Feuchtigkeit speichern als Perlit, während er trotzdem gute Drainage gewährleistet. Bims hat eine rauere Oberfläche, an der sich Orchideenwurzeln besser festhalten können. Für die meisten Orchideen ist Bims die bessere Wahl, da er strukturstabiler ist und weniger zum Aufschwemmen neigt. Perlit eignet sich besonders für Arten, die maximale Drainage benötigen. Beide verbessern die Luftzirkulation im Substrat, wobei Bims das ausgewogenere Feuchtigkeitsmanagement bietet.
  8. Warum ist der ideale pH-Wert für Orchideen zwischen 5,5 und 6,5?
    Der pH-Bereich von 5,5 bis 6,5 ist optimal für Orchideen, weil er ihre natürlichen Wachstumsbedingungen widerspiegelt. In diesem leicht sauren Milieu können Orchideenwurzeln Nährstoffe am effizientesten aufnehmen. Bei zu hohen pH-Werten werden wichtige Spurenelemente wie Eisen unlöslich und für die Pflanze unverfügbar, was zu Mangelerscheinungen führt. Zu niedrige pH-Werte können die Wurzeln schädigen und die Aufnahme anderer Nährstoffe behindern. In der Natur wachsen viele Orchideen auf leicht saurer Baumrinde oder in Umgebungen mit natürlich saurem Regenwasser. Komponenten wie Pinienrinde und Sphagnum-Moos helfen dabei, diesen idealen pH-Bereich natürlich zu etablieren und zu puffern. Holzkohle im Substrat kann zusätzlich stabilisierend wirken. Ein ausgewogener pH-Wert fördert auch die Aktivität nützlicher Mikroorganismen im Substrat, die zur Pflanzengesundheit beitragen.
  9. Wo kann man hochwertiges Orchideensubstrat und Einzelkomponenten kaufen?
    Hochwertiges Orchideensubstrat und Einzelkomponenten sind in verschiedenen Fachgeschäften erhältlich. Spezialisierte Gartencenter bieten meist eine gute Auswahl an fertigen Orchideensubstraten und Einzelkomponenten. Online-Shops haben oft das breiteste Sortiment - etablierte Gartenfachhändler wie samen.de führen sowohl fertige Mischungen als auch Einzelkomponenten wie Pinienrinde, Sphagnum-Moos und Perlit. Orchideenzüchter und -vereine sind weitere wertvolle Quellen, oft mit selbst erprobten Mischungen. Baumärkte haben meist nur Basis-Orchideensubstrate, selten Spezialkomponenten. Beim Online-Kauf sollte man auf seriöse Anbieter mit guten Bewertungen achten. Wichtig ist, dass die Komponenten frisch und frei von Schädlingen sind. Pinienrinde sollte aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen, Sphagnum-Moos von vertrauenswürdigen Quellen. Preisvergleiche lohnen sich, da die Kosten zwischen Anbietern stark variieren können.
  10. Welche Kriterien sollte man beim Kauf von fertigem Orchideensubstrat beachten?
    Beim Kauf von fertigem Orchideensubstrat sind mehrere Qualitätskriterien entscheidend. Zunächst sollte die Zusammensetzung klar deklariert sein - achten Sie auf Pinienrinde als Hauptbestandteil und vermeiden Sie Substrate mit hohem Torfanteil. Die Korngröße sollte zur Orchideenart passen: mittlere Größe für Phalaenopsis, gröbere für Cattleya. Erfahrene Gartenfachhändler wie samen.de bieten oft detaillierte Produktbeschreibungen und Beratung zur optimalen Substratwahl. Das Substrat sollte frisch riechen, nicht muffig oder schimmelig. Achten Sie auf torffreie Alternativen aus Umweltgründen. Die Verpackung sollte Informationen zu pH-Wert und Nährstoffgehalt enthalten. Prüfen Sie Kundenbewertungen und wählen Sie etablierte Marken. Ein gutes Substrat hat eine lockere, luftige Struktur ohne Staubanteil. Vermeiden Sie extrem günstige Produkte, da diese oft minderwertige Komponenten enthalten. Die Investition in Qualitätssubstrat zahlt sich durch gesündere Orchideen aus.
  11. Wie wirkt sich das Velamen der Orchideenwurzeln auf die Substratwahl aus?
    Das Velamen ist eine faszinierende Anpassung der Orchideenwurzeln - eine schwammartige, silbrig-weiße Schicht, die die eigentliche Wurzel umhüllt. Diese Struktur kann Feuchtigkeit und Nährstoffe direkt aus der Luft absorbieren und fungiert als natürlicher Wasserspeicher. Für die Substratwahl bedeutet das, dass das Velamen Luft zum Funktionieren braucht - dichte, erdige Substrate würden es ersticken. Das Substrat muss grob genug sein, damit Luft zwischen den Partikeln zirkulieren kann und das Velamen seine Absorptionsfunktion erfüllen kann. Gleichzeitig darf das Substrat nicht zu trocken werden, da das Velamen regelmäßig Feuchtigkeit aufnehmen muss. Die schwammartige Struktur erklärt auch, warum Orchideen nach dem Gießen eine Trockenphase brauchen - das Velamen kann dann optimal arbeiten. Ein gutes Orchideensubstrat unterstützt diese natürliche Funktion durch die richtige Balance aus Luftigkeit und kontrollierter Feuchtigkeit.
  12. Welchen Einfluss hat die epiphytische Wachstumsweise auf die Substratanforderungen?
    Die epiphytische Lebensweise von Orchideen prägt ihre Substratbedürfnisse fundamental. Als Aufsitzerpflanzen wachsen sie in der Natur auf Baumrinde, Ästen oder Felsen, ohne Erdkontakt. Ihre Wurzeln sind an diese luftige, gut drainierte Umgebung angepasst und können in dichter Erde nicht überleben. Das Substrat muss diese Bedingungen nachahmen: grobe Struktur, viele Lufträume und schneller Wasserabfluss sind essentiell. Epiphyten nutzen ihre Wurzeln nicht nur zur Nährstoffaufnahme, sondern auch zur Verankerung an ihrer Stütze. Deshalb brauchen sie strukturstabile Substrate, in denen sich die Wurzeln festhalten können. Die natürliche Umgebung bietet nur sporadische Nährstoffzufuhr durch Regenwasser und organische Ablagerungen, weshalb nährstoffarme Substrate ideal sind. Staunässe kommt in der natürlichen epiphytischen Umgebung nicht vor - daher ist excellente Drainage im Substrat unverzichtbar für gesunde Orchideen.
  13. Wie funktioniert die Wurzelatmung bei Orchideen und warum ist sie wichtig?
    Orchideenwurzeln betreiben wie alle Pflanzenwurzeln Zellatmung, aber ihre epiphytische Anpassung macht sie besonders abhängig von Sauerstoffzufuhr. Die Wurzeln nehmen Sauerstoff aus der Luft zwischen den Substratpartikeln auf und geben Kohlendioxid ab - ein lebenswichtiger Stoffwechselprozess. Im Gegensatz zu erdgebundenen Pflanzen haben Orchideenwurzeln oft grüne Bereiche, die sogar Photosynthese betreiben können. Ohne ausreichend Sauerstoff können die Wurzelzellen nicht funktionieren, beginnen zu faulen und sterben ab. Das führt zum Zusammenbruch des gesamten Wasser- und Nährstofftransports. Deshalb muss Orchideensubstrat luftig bleiben - dichte oder verdichtete Substrate blockieren die Sauerstoffzufuhr. Die Wurzelatmung ist auch der Grund, warum durchsichtige Töpfe empfohlen werden: Man kann die Wurzelgesundheit kontrollieren. Gesunde, atmende Wurzeln sind fest, grün oder silbrig-weiß, während erstickende Wurzeln braun und matschig werden.
  14. Warum kommen Orchideen ursprünglich von Nährstoffmangelstandorten und was bedeutet das für die Düngung?
    Orchideen haben sich an nährstoffarme Standorte angepasst, da sie als Epiphyten hauptsächlich auf Regenwasser und spärliche organische Ablagerungen angewiesen sind. In der Natur erhalten sie nur minimale Nährstoffmengen aus verrottenden Blättern, Vogelkot oder Staubpartikeln. Diese evolutionäre Anpassung macht sie zu effizienten 'Hungerkünstlern', die mit wenig auskommen. Für die Düngung bedeutet das: Weniger ist mehr! Überdüngung schadet Orchideen mehr als Nährstoffmangel. Ihr Stoffwechsel ist nicht auf hohe Nährstoffkonzentrationen ausgelegt, was zu Wurzelschäden oder übermäßigem Blattwachstum auf Kosten der Blüte führen kann. Spezielle Orchideendünger sind niedriger konzentriert als normale Pflanzendünger. Die Düngung sollte sparsam und regelmäßig erfolgen, idealerweise schwach dosiert bei jedem zweiten Gießen. Das Substrat sollte daher ebenfalls nährstoffarm sein und keine vorgedüngte Erde enthalten.
  15. Wie topft man Orchideen richtig um und worauf muss dabei geachtet werden?
    Das Umtopfen von Orchideen erfordert Fingerspitzengefühl und die richtige Technik. Zunächst die Orchidee vorsichtig aus dem alten Topf lösen und das verbrauchte Substrat behutsam von den Wurzeln entfernen. Dabei sollten nur wirklich abgestorbene, braune und matschige Wurzeln mit einer sterilen Schere abgeschnitten werden - gesunde Wurzeln niemals verletzen! Den neuen Topf nur wenig größer wählen als den Wurzelballen. Die Orchidee so einsetzen, dass die obersten Wurzeln knapp unter der Substratoberfläche liegen. Das frische Substrat locker einfüllen, ohne zu fest zu drücken - Orchideen mögen es luftig! Nach dem Umtopfen etwa eine Woche nicht gießen, damit eventuelle Wurzelverletzungen abheilen können. Der beste Zeitpunkt ist nach der Blüte oder im Frühjahr. Durchsichtige Töpfe helfen bei der Wurzelkontrolle. Die erste Zeit nach dem Umtopfen sind Orchideen oft gestresst - das ist normal und gibt sich.
  16. Wie erkennt man, wann das Orchideensubstrat gewechselt werden muss?
    Mehrere Anzeichen deuten darauf hin, dass ein Substratwechsel nötig ist. Das wichtigste Signal: Das Substrat riecht muffig oder modrig, was auf Zersetzung hindeutet. Sichtbare Anzeichen sind zerfallende Rindenstücke, die zu Krümeln werden, oder eine verdichtete, erdige Konsistenz. Wenn das Substrat nach dem Gießen nicht mehr richtig abtrocknet oder ständig nass bleibt, ist die Drainage gestört. Wurzeln, die braun werden oder faulen, sind oft ein Zeichen für verbrauchtes Substrat. Bei durchsichtigen Töpfen sieht man grünliche Algenbildung oder Pilzwachstum. Als Faustregel gilt: alle 1-2 Jahre umtopfen, auch wenn das Substrat noch gut aussieht. Orchideen in Sphagnum-Moos benötigen häufigeren Wechsel als die in Rindensubstrat. Wenn die Orchidee trotz guter Pflege nicht mehr richtig wächst oder blüht, kann verbrauchtes Substrat die Ursache sein. Spätestens wenn sich das Substrat wie Erde anfühlt, ist Handlungsbedarf gegeben.
  17. Stimmt es, dass Orchideen in jedem Substrat wachsen können, solange es feucht genug ist?
    Das ist ein weit verbreiteter Mythos, der nicht stimmt! Orchideen können definitiv nicht in jedem Substrat gedeihen, selbst wenn ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. Normale Blumenerde, Gartenerde oder andere dichte Substrate führen trotz ausreichender Feuchtigkeit zum Tod der Orchidee. Das Problem liegt in der fehlenden Luftzirkulation - Orchideenwurzeln brauchen Sauerstoff zum Atmen. In dichtem, feuchtem Substrat ersticken die Wurzeln und beginnen zu faulen. Die epiphytische Natur der Orchideen macht sie zu Spezialisten für luftige, gut drainierende Umgebungen. Sogar die Feuchtigkeit muss richtig dosiert sein - zu viel Feuchtigkeit ist genauso schädlich wie zu wenig. Das Substrat muss zwischen den Wassergaben abtrocknen können. Orchideen sind evolutionär an ihre speziellen Substrate angepasst und können diese Spezialisierung nicht einfach ablegen. Die richtige Substratwahl ist daher unverzichtbar für erfolgreiche Orchideenpflege - Feuchtigkeit allein reicht bei weitem nicht aus.
  18. Wie unterscheiden sich die Substratanforderungen je nach Klimazone und Standort?
    Klimazone und Standort beeinflussen die Substratwahl erheblich. In feuchten Regionen oder bei hoher Luftfeuchtigkeit sollte das Substrat besonders gut drainieren, um Schimmel und Fäulnis zu vermeiden. Hier eignen sich gröbere Mischungen mit höherem Perlit- oder Bimsanteil. In trockenen Klimazonen oder bei niedriger Luftfeuchtigkeit sind wasserspeichernde Komponenten wie Kokosfasern oder Sphagnum-Moos wichtiger. Orchideen am sonnigen Südfenster brauchen stabilere Substrate, da sie häufiger gegossen werden müssen. Standorte mit wenig Luftbewegung erfordern luftigere Substrate als gut belüftete Bereiche. Im Winter bei trockener Heizungsluft sollte der Feuchtigkeitsspeicher des Substrats erhöht werden. Gewächshaus-Orchideen vertragen feinere Substrate als Zimmerpflanzen, da die Luftfeuchtigkeit konstanter ist. In Regionen mit sehr hartem Wasser sollten puffernde Komponenten wie Sphagnum-Moos verwendet werden. Die lokalen Bedingungen erfordern also eine individuelle Anpassung der bewährten Grundrezepte.
  19. Was ist der Unterschied zwischen Orchideensubstrat und normalem Pflanzsubstrat?
    Der Unterschied zwischen Orchideen- und normalem Pflanzsubstrat ist fundamental. Normales Pflanzsubstrat ist fein, dicht und nährstoffreich - ideal für erdgebundene Pflanzen mit feinen Haarwurzeln. Orchideensubstrat dagegen ist grob strukturiert mit großen Lufträumen, nährstoffarm und schnell drainierend. Die Zusammensetzung unterscheidet sich völlig: Normale Erde enthält Torf, Kompost, Sand und Lehm, während Orchideensubstrat hauptsächlich aus Pinienrinde, Kokosfasern und mineralischen Zuschlägen besteht. Der Wasserhaushalt funktioniert gegensätzlich: Normale Erde speichert Wasser und gibt es langsam ab, Orchideensubstrat lässt Wasser schnell ablaufen und trocknet zügig ab. Auch die Nährstoffversorgung ist anders: Normale Substrate sind vorgedüngt, Orchideensubstrate bewusst nährstoffarm. Der pH-Wert liegt bei normaler Erde meist neutral bis alkalisch, bei Orchideensubstraten leicht sauer. Diese Unterschiede spiegeln die völlig verschiedenen evolutionären Anpassungen der Pflanzengruppen wider.
  20. Wann sollte man Orchideenerde verwenden und wann spezielle Anzuchtsubstrate?
    Die Wahl zwischen Orchideenerde und Anzuchtsubstraten hängt von der Entwicklungsphase und Art der Orchidee ab. Standard-Orchideenerde mit grober Rindenstruktur eignet sich für ausgewachsene Orchideen, besonders Phalaenopsis und Cattleya. Sie bietet die nötige Stabilität und Drainage für etablierte Wurzelsysteme. Spezielle Anzuchtsubstrate sind dagegen für Jungpflanzen, Sämlinge und frisch geteilte Orchideen gedacht. Diese haben feinere Strukturen, oft mit höherem Sphagnum-Anteil, und bieten mehr Halt für zarte Wurzeln. Anzuchtsubstrate speichern mehr Feuchtigkeit und Nährstoffe, was das Anwachsen fördert. Auch für die Vermehrung durch Kindel oder Teilung sind sie ideal. Orchideen in der Rehabilitationsphase nach Krankheiten profitieren ebenfalls von Anzuchtsubstraten. Nach 6-12 Monaten sollten Jungpflanzen dann in normales Orchideensubstrat umgetopft werden. Epiphytische Arten wie Vanda brauchen dagegen sehr grobe Substrate oder werden sogar wurzelnackt kultiviert.
Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Zur Kategorie Orchideenerden
Topseller
Produktbild von Neudorff NeudoHum OrchideenErde in einer 3-Liter-Verpackung mit Bildern von Orchideen und dem Hinweis auf torffreie Zusammensetzung. Neudorff NeudoHum OrchideenErde 3l
Inhalt 3 Liter (1,93 € * / 1 Liter)
5,79 € *
Produktbild von COMPO SANA Orchideenerde 5l Verpackung mit der Darstellung verschiedener Orchideenarten und Produktinformationen auf Deutsch. COMPO SANA® Orchideenerde 5l
Inhalt 5 Liter (2,00 € * / 1 Liter)
9,99 € *
Produktbild von COMPO SANA Orchideenerde in einer 10-Liter-Verpackung mit abbildeten Orchideen und verschiedenen Produkthighlights wie 8 Wochen Nährstoffversorgung und torffreie Struktur. COMPO SANA® Orchideenerde 10l
Inhalt 10 Liter (1,10 € * / 1 Liter)
10,99 € *
Passende Artikel
Produktbild von COMPO SANA Orchideenerde in einer 10-Liter-Verpackung mit abbildeten Orchideen und verschiedenen Produkthighlights wie 8 Wochen Nährstoffversorgung und torffreie Struktur. COMPO SANA® Orchideenerde 10l
Inhalt 10 Liter (1,10 € * / 1 Liter)
10,99 € *
Produktbild von COMPO SANA Orchideenerde 5l Verpackung mit der Darstellung verschiedener Orchideenarten und Produktinformationen auf Deutsch. COMPO SANA® Orchideenerde 5l
Inhalt 5 Liter (2,00 € * / 1 Liter)
9,99 € *
Produktbild von Neudorff NeudoHum OrchideenErde in einer 3-Liter-Verpackung mit Bildern von Orchideen und dem Hinweis auf torffreie Zusammensetzung. Neudorff NeudoHum OrchideenErde 3l
Inhalt 3 Liter (1,93 € * / 1 Liter)
5,79 € *
Produktbild von COMPO Orchideen-Aufbaukur in einer Verpackung mit 5 Ampullen zu je 30 ml, zur Starkung und Regeneration von Orchideen mit abbildung von Orchideenbluten im Hintergrund. COMPO Orchideen-Aufbaukur 5x30ml
Inhalt 150 Liter (0,05 € * / 1 Liter)
6,99 € *
Kiepenkerl Kopfsalat Attraktion Kiepenkerl Kopfsalat Attraktion
Inhalt 1 Portion
1,09 € *