Sommerwicken: Aussaat für optimale Erträge

Sommerwicken: Vielseitige Helfer für Ihren Garten

Sommerwicken sind wahre Multitalente im Garten. Sie verbessern nicht nur den Boden, sondern dienen auch als Gründüngung und lassen sich sogar als Futterpflanze einsetzen. Ihre Vielseitigkeit macht sie zu einem wertvollen Begleiter für jeden Gärtner.

Das Wichtigste zu Sommerwicken auf einen Blick

  • Stickstoffbindende Leguminose
  • Aussaat von Juni bis Ende Juli
  • Ideal für Gründüngung und Bodenverbesserung
  • Flexible Einsatzmöglichkeiten im Garten

Was sind Sommerwicken?

Sommerwicken (Vicia sativa) gehören zur Familie der Schmetterlingsblütler. Diese einjährigen Pflanzen können eine beachtliche Höhe von bis zu 80 cm erreichen und entwickeln zarte, violette Blüten, die einen wunderschönen Anblick bieten. Ihre Besonderheit liegt in der faszinierenden Symbiose mit Knöllchenbakterien, die Luftstickstoff binden können - ein wahrer Schatz für jeden Gartenboden.

Vorteile im Garten und in der Landwirtschaft

Sommerwicken bieten eine Fülle von Vorteilen:

  • Bodenverbesserung: Ihr tiefreichendes Wurzelwerk lockert verdichtete Böden auf und schafft eine ideale Struktur für nachfolgende Kulturen.
  • Stickstoffanreicherung: Die Knöllchenbakterien an den Wurzeln binden Luftstickstoff und machen ihn für andere Pflanzen verfügbar - ein natürlicher Dünger sozusagen.
  • Unkrautunterdrückung: Der dichte Wuchs lässt wenig Raum für unerwünschte Beikräuter, was die Pflege des Gartens erleichtert.
  • Bienenweide: Die Blüten sind eine wertvolle Nahrungsquelle für Insekten und tragen zur Biodiversität bei.
  • Gründüngung: Nach dem Einarbeiten in den Boden verbessern sie die Bodenstruktur und -fruchtbarkeit nachhaltig.
  • Futterpflanze: Sommerwicken eignen sich hervorragend als Viehfutter und können so auch in der Landwirtschaft genutzt werden.

 

Unterschied zu anderen Wickenarten

Im Gegensatz zu Winterwicken sind Sommerwicken nicht winterhart. Sie werden im Frühjahr oder Frühsommer ausgesät und entwickeln sich schneller, was sie für viele Gärtner attraktiv macht. Zottelwicken hingegen sind robuster und können auch auf kargen Böden gedeihen - eine gute Wahl für weniger fruchtbare Standorte. Jede Wickenart hat ihre Stärken, und die Wahl hängt letztendlich von Ihren spezifischen Gartenzielen und den örtlichen Gegebenheiten ab.

Die optimale Aussaatzeit für Sommerwicken

Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat ist entscheidend für den Erfolg Ihrer Sommerwicken. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, die es zu berücksichtigen gilt.

Allgemeiner Zeitraum: Juni bis Ende Juli

In der Regel sät man Sommerwicken von Juni bis Ende Juli aus. Dieser Zeitraum bietet den Pflanzen genügend Zeit, sich zu entwickeln, bevor die kühleren Herbsttemperaturen einsetzen. In wärmeren Regionen kann man auch schon früher, etwa ab Mitte Mai, mit der Aussaat beginnen. Die Flexibilität bei der Aussaatzeit macht Sommerwicken zu einer praktischen Wahl für viele Gärtner.

Faktoren, die die Aussaatzeit beeinflussen

Klimatische Bedingungen

Die ideale Bodentemperatur für die Keimung liegt bei etwa 10°C. In kälteren Regionen sollten Sie daher etwas länger warten, bis sich der Boden ausreichend erwärmt hat. Es lohnt sich, die Wettervorhersage im Auge zu behalten: Eine Periode mit milden Temperaturen und ausreichend Feuchtigkeit begünstigt das Wachstum der jungen Pflanzen und gibt ihnen einen guten Start.

Zweck des Anbaus

Je nachdem, wofür Sie die Sommerwicken nutzen möchten, variiert der optimale Aussaatzeitpunkt:

  • Gründüngung: Säen Sie etwa 8-10 Wochen vor der geplanten Einarbeitung in den Boden. So haben die Pflanzen genug Zeit, eine üppige Biomasse zu entwickeln.
  • Futterpflanze: Für eine Ernte vor der Blüte säen Sie etwas später, etwa Anfang Juli. Das resultiert in zartem, proteinreichem Futter.
  • Bienenweide: Eine frühere Aussaat im Juni ermöglicht eine längere Blütezeit und bietet Insekten über einen ausgedehnten Zeitraum Nahrung.

 

Vor- und Nachteile früher vs. später Aussaat

Eine frühe Aussaat hat folgende Vorteile:

  • Längere Wachstumsperiode, was zu kräftigeren Pflanzen führt
  • Stärkere Entwicklung der Pflanzen und damit mehr Biomasse
  • Mehr Zeit für Stickstoffbindung, was dem Boden zugute kommt

Nachteile können sein:

  • Höheres Risiko von Spätfrösten, besonders in kälteren Regionen
  • Stärkerer Unkrautdruck, da auch Beikräuter gute Wachstumsbedingungen vorfinden

Bei einer späten Aussaat ergeben sich diese Vorteile:

  • Geringeres Frostrisiko, was die Kultursicherheit erhöht
  • Oft weniger Unkrautprobleme, da viele Beikräuter bereits gekeimt sind

Nachteile:

  • Kürzere Wachstumszeit, was zu einer geringeren Gesamtentwicklung führen kann
  • Eventuell geringere Biomasse, was bei der Gründüngung von Nachteil sein kann

 

In meiner langjährigen Erfahrung als Gärtnerin hat sich gezeigt, dass eine Aussaat Anfang Juni in den meisten Jahren gute Ergebnisse liefert. So haben die Pflanzen genug Zeit sich zu entwickeln, ohne zu sehr unter der Sommerhitze zu leiden. Letztendlich müssen Sie aber die spezifischen Bedingungen in Ihrem Garten berücksichtigen. Beobachten Sie Ihren Garten genau und passen Sie den Aussaatzeitpunkt an Ihre lokalen Gegebenheiten an. Mit etwas Übung entwickeln Sie ein Gespür dafür, wann der perfekte Moment für die Aussaat gekommen ist.

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Bodenvorbereitung und Aussaattechnik für Sommerwicken

Anforderungen an den Boden

Sommerwicken sind recht anpassungsfähig, gedeihen aber am besten in lockeren, nährstoffreichen Böden. Sie mögen es lehmig bis sandig, solange eine gute Drainage gewährleistet ist. Der pH-Wert sollte im neutralen bis leicht alkalischen Bereich liegen, irgendwo zwischen 6,5 und 7,5. Staunässe ist ein No-Go für diese Pflanzen, daher ist eine gute Bodenstruktur entscheidend.

In meinem eigenen Garten habe ich festgestellt, dass Sommerwicken auch auf etwas schwereren Böden wachsen können, wenn man sie entsprechend vorbereitet. Eine Mischung aus Sand und reifem Kompost hat sich bei mir als echter Geheimtipp erwiesen.

Bodenbearbeitung vor der Aussaat

Bevor die Samen in die Erde kommen, sollte der Boden gründlich gelockert werden. Greifen Sie am besten zu einer Grabegabel oder einem Sauzahn und bearbeiten Sie den Boden etwa 20-25 cm tief. Danach ebnen Sie die Oberfläche mit einem Rechen.

Verdichtungen im Boden sind Gift für das Wurzelwachstum, also versuchen Sie, diese zu beseitigen. Große Steine und Wurzelreste haben im Beet nichts verloren. Je feiner und krümeliger die Bodenstruktur, desto leichter haben es später die Keimlinge.

Saatgutmenge und Aussaattiefe

Als Faustregel gilt: 8-12 g Saatgut pro Quadratmeter sind optimal für Sommerwicken. Wenn Sie eine Mischkultur planen, zum Beispiel mit Hafer als Stützfrucht, reduzieren Sie die Menge entsprechend.

Die Samen sollten 2-4 cm tief in die Erde. Zu tief gesät, und sie kämpfen sich mühsam nach oben. Zu flach, und sie trocknen womöglich aus. Nach dem Säen drücken Sie den Boden leicht an, damit die Samen guten Kontakt zur Erde haben.

Aussaatmethoden

Für Sommerwicken gibt es im Grunde zwei Hauptmethoden der Aussaat:

  • Breitsaat: Hierbei verteilen Sie das Saatgut gleichmäßig über die Fläche. Diese Methode eignet sich besonders für kleinere Flächen im Hausgarten. Anschließend wird das Saatgut leicht eingeharkt.
  • Reihensaat: Bei dieser Methode säen Sie die Samen in Reihen mit einem Abstand von etwa 20-25 cm. Das erleichtert spätere Pflegemaßnahmen und sorgt für eine gleichmäßigere Verteilung der Pflanzen.

Ich persönlich bevorzuge die Reihensaat. Sie gibt mir mehr Kontrolle über die Pflanzenverteilung und macht das spätere Jäten zum Kinderspiel.

Pflege nach der Aussaat von Sommerwicken

Bewässerung

Obwohl Sommerwicken mit Trockenheit ganz gut zurechtkommen, brauchen sie in der Keimphase und während des frühen Wachstums ausreichend Feuchtigkeit. In den ersten Wochen nach der Aussaat sollten Sie den Boden gleichmäßig feucht halten.

Am besten gießen Sie morgens oder abends, um Verdunstungsverluste zu minimieren. Vermeiden Sie dabei, die Blätter zu benetzen - das könnte Pilzerkrankungen Tür und Tor öffnen. Sobald die Pflanzen sich etabliert haben, können Sie die Bewässerung zurückfahren.

Düngung

Sommerwicken sind wahre Selbstversorger und benötigen in der Regel keine zusätzliche Düngung. Als Leguminosen können sie Luftstickstoff binden und den Boden damit anreichern. Auf nährstoffarmen Böden kann eine Startdüngung mit Phosphor und Kalium jedoch das Wachstum ankurbeln.

Wenn Sie dennoch düngen möchten, greifen Sie am besten zu einem organischen Dünger mit geringem Stickstoffanteil. Zu viel Stickstoff kann zu üppigem Blattwachstum führen, was auf Kosten der Blüten- und Samenbildung geht.

Unkrautbekämpfung

In den ersten Wochen nach der Aussaat ist regelmäßiges Unkrautjäten angesagt. Junge Sommerwicken reagieren empfindlich auf Konkurrenz. Hacken Sie vorsichtig zwischen den Reihen, um Unkraut zu entfernen und den Boden aufzulockern.

Sobald die Pflanzen etwa 20 cm hoch sind, übernehmen sie durch ihr schnelles Wachstum und ihre dichte Blattmasse die Unkrautbekämpfung meist von selbst. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Grasschnitt kann zusätzlich das Unkrautwachstum eindämmen und die Bodenfeuchtigkeit bewahren.

In meinem Garten habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine gründliche Unkrautbekämpfung in den ersten drei bis vier Wochen ausreicht, um den Sommerwicken einen guten Start zu ermöglichen. Danach übernehmen die Pflanzen die Kontrolle über die Fläche quasi im Alleingang.

Sommerwicken als Gründüngung: Ein Segen für Ihren Garten

Die Verwendung von Sommerwicken als Gründüngung ist ein wahrer Gewinn für Ihren Garten. Sie verbessern nicht nur die Bodenqualität, sondern fördern auch nachfolgende Kulturen. Lassen Sie mich Ihnen zeigen, wie Sie diese vielseitige Pflanze optimal nutzen können.

Der ideale Zeitpunkt zum Einarbeiten

Um das Beste aus Ihren Sommerwicken herauszuholen, sollten Sie die Pflanzen kurz vor oder während der Blüte in den Boden einarbeiten. Zu diesem Zeitpunkt haben die Wicken eine beachtliche Biomasse aufgebaut, sind aber noch nicht verholzt. So werden die wertvollen Nährstoffe optimal freigesetzt.

Vorsicht ist jedoch geboten: Arbeiten Sie die Sommerwicken nicht zu spät ein. Wenn die Pflanzen bereits Samen gebildet haben, könnten sie im nächsten Jahr als unerwünschte Gäste auftauchen. Ein guter Richtwert liegt bei etwa 6-8 Wochen nach der Aussaat.

Die Kunst des Einarbeitens

Beim Einarbeiten der Sommerwicken gibt es einige Tricks zu beachten:

  • Mähen Sie die Pflanzen zunächst bodennah ab.
  • Lassen Sie das Grünmaterial kurz antrocknen, aber nicht völlig austrocknen.
  • Arbeiten Sie die Pflanzenreste dann flach (etwa 5-10 cm tief) in den Boden ein.
  • Eine Motorhacke oder ein Spaten eignen sich dafür am besten.
  • Achten Sie darauf, dass das Pflanzenmaterial gut mit der Erde vermischt wird.

Diese Methode stellt sicher, dass die Nährstoffe optimal freigesetzt werden und der Boden maximal von der Gründüngung profitiert.

Was haben nachfolgende Kulturen davon?

Die Einarbeitung von Sommerwicken als Gründüngung bringt eine Fülle von Vorteilen für Ihren Garten und die nachfolgenden Kulturen:

  • Stickstoffanreicherung: Als Leguminosen können Sommerwicken Luftstickstoff binden, der dann den Folgekulturen zur Verfügung steht.
  • Bodenlockerung: Die tiefreichenden Wurzeln der Wicken lockern den Boden und verbessern seine Struktur.
  • Humusaufbau: Das eingearbeitete Pflanzenmaterial erhöht den Humusgehalt des Bodens.
  • Nährstoffmobilisierung: Sommerwicken können schwer verfügbare Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten aufschließen.
  • Unkrautunterdrückung: Der dichte Bewuchs der Wicken verhindert das Aufkommen von unerwünschten Beikräutern.

Besonders gut gedeihen nach einer Sommerwicken-Gründüngung Starkzehrer wie Tomaten, Kürbisse oder Kohl. Aber auch andere Gemüsesorten profitieren von den verbesserten Bodenbedingungen.

Sommerwicken als Futterpflanze: Ein Festmahl für Ihr Vieh

Neben ihrer Funktion als Gründüngung eignen sich Sommerwicken hervorragend als Futterpflanze. Sie bieten eine nährstoffreiche und schmackhafte Nahrungsquelle für verschiedene Nutztiere.

Nährwert und Vorteile als Tierfutter

Sommerwicken glänzen mit einem beeindruckenden Eiweißgehalt, der je nach Erntezeitpunkt zwischen 20 und 25 Prozent liegen kann. Zudem stecken sie voller wertvoller Mineralstoffe und Vitamine. Diese Nährstoffzusammensetzung macht sie zu einem Leckerbissen für:

  • Rinder
  • Schafe
  • Ziegen
  • Pferde
  • Geflügel

Interessanterweise können Sommerwicken in der Milchviehhaltung sogar die Milchleistung positiv beeinflussen. Für Wiederkäuer sind sie aufgrund ihres hohen Rohproteingehalts eine wertvolle Ergänzung zur Grundration.

Wann ist der beste Erntezeitpunkt?

Um den höchsten Nährwert zu erzielen, sollten Sommerwicken als Futterpflanze zum richtigen Zeitpunkt geerntet werden. Der ideale Schnittzeitpunkt liegt kurz vor oder zu Beginn der Blüte. Zu diesem Zeitpunkt ist das Verhältnis zwischen Nährstoffgehalt und Biomasse optimal.

Bedenken Sie jedoch, dass sich der Nährwert mit fortschreitender Reife verändert. Während der Rohproteingehalt abnimmt, steigt der Rohfasergehalt. Eine zu späte Ernte könnte die Verdaulichkeit und den Futterwert beeinträchtigen.

Wie Sie Sommerwicken konservieren: Heu und Silage

Um Sommerwicken als Winterfutter zu nutzen, haben sich zwei Methoden bewährt:

Heugewinnung

Für die Herstellung von Wickenheu sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Mähen Sie die Wicken an einem sonnigen Tag.
  • Wenden Sie das Mähgut regelmäßig, um eine gleichmäßige Trocknung zu gewährleisten.
  • Das Heu ist fertig, wenn es beim Zusammendrücken raschelt und keine Feuchtigkeit mehr abgibt.
  • Lagern Sie das Heu trocken und luftig.

Wickenheu ist besonders beliebt bei Pferden und Wiederkäuern. Es ist nährstoffreich und wird gerne gefressen.

Silageherstellung

Die Silierung ist eine weitere Möglichkeit, Sommerwicken zu konservieren:

  • Mähen Sie die Wicken und lassen Sie sie leicht anwelken.
  • Häckseln Sie das Material fein.
  • Verdichten Sie die Masse gut in einem Silo oder in Ballen.
  • Schließen Sie das Silo luftdicht ab, um die Milchsäuregärung zu ermöglichen.

Wickensilage ist besonders eiweißreich und eignet sich gut für Milchkühe und Mastrinder. Achten Sie jedoch darauf, dass die Silage nicht zu feucht ist, da dies zu Fehlgärungen führen kann.

Ob als Gründüngung oder Futterpflanze - Sommerwicken sind wahre Alleskönner in Garten und Landwirtschaft. Mit der richtigen Handhabung können Sie das volle Potenzial dieser vielseitigen Pflanze ausschöpfen und Ihren Boden oder Ihre Tiere davon profitieren lassen.

Herausforderungen beim Anbau von Sommerwicken

Auch wenn Sommerwicken im Allgemeinen unkompliziert sind, gibt es ein paar Stolpersteine, die man beachten sollte. Lassen Sie uns einen Blick auf die häufigsten Probleme und mögliche Lösungen werfen:

Ungebetene Gäste und lästige Krankheiten

Wie die meisten Pflanzen haben auch Sommerwicken ihre natürlichen Feinde:

  • Blattläuse: Diese kleinen Plagegeister können unseren Wicken zusetzen. Glücklicherweise gibt es natürliche Helfer wie Marienkäfer oder Schwebfliegen, die gerne Jagd auf sie machen.
  • Erbsenwickler: Die Larven dieser Schmetterlinge haben einen Appetit auf Blätter und Hülsen. Ein früher Start in die Saison kann hier Wunder wirken.
  • Grauschimmel: Bei feuchtem Wetter kann dieser Pilz zum Problem werden. Sorgen Sie für gute Luftzirkulation und vermeiden Sie zu dichte Bestände.

Wenn das Wetter nicht mitspielt

Das Wetter kann uns Gärtnern manchmal einen Strich durch die Rechnung machen:

  • Trockenheit: Längere Dürreperioden mögen unsere Wicken gar nicht. Eine Mulchschicht kann hier helfen, die kostbare Feuchtigkeit im Boden zu halten.
  • Staunässe: Zu viel des Guten ist auch nicht gut - Nässe fördert Pilzkrankheiten. Achten Sie auf eine gute Drainage.
  • Spätfrost: Früh gesäte Sommerwicken können empfindlich auf Kälteeinbrüche reagieren. Ein schützendes Vlies kann hier Gold wert sein.

Kluge Fruchtfolgeplanung

Die richtige Reihenfolge macht's:

  • Selbstunverträglichkeit: Sommerwicken brauchen Abwechslung. Gönnen Sie ihnen eine Pause von 3-4 Jahren, bevor Sie sie wieder am selben Ort anbauen.
  • Vorkultur: Getreide oder Hackfrüchte sind ideale Vorgänger. Vermeiden Sie andere Leguminosen direkt vor den Wicken.
  • Nachkultur: Nach den Wicken freuen sich besonders stickstoffhungrige Pflanzen wie Kohl oder Spinat über den nährstoffreichen Boden.

Sommerwicken: Ein Segen für jeden Garten

Trotz dieser Herausforderungen überwiegen die Vorteile von Sommerwicken deutlich. Sie sind wahre Bodenverbesserer und fördern die Artenvielfalt in unserem grünen Reich. Mit ein bisschen Planung und der richtigen Pflege können Sie das Beste aus der Aussaatzeit herausholen und von den vielen Vorzügen dieser besonderen Pflanze profitieren.

Behalten Sie die Wetterbedingungen in Ihrer Region im Auge und überlegen Sie sich, wofür Sie die Wicken anbauen möchten. Eine gründliche Bodenvorbereitung und die richtige Aussaattechnik sind der Schlüssel zu gesunden Pflanzen. Mit etwas Aufmerksamkeit und den richtigen Maßnahmen meistern Sie auch mögliche Stolpersteine.

Ob als Gründüngung, Futterpflanze oder zur Bodenverbesserung - Sommerwicken sind echte Multitalente im Garten. Ich kann Ihnen nur empfehlen, es selbst auszuprobieren. Sie werden staunen, wie diese vielseitige Pflanze Ihren Garten bereichert!

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Was sind Sommerwicken und welche besonderen Eigenschaften haben sie als Leguminose?
    Sommerwicken (Vicia sativa) sind einjährige Schmetterlingsblütler, die zur Familie der Leguminosen gehören. Sie können bis zu 80 cm hoch werden und entwickeln zarte violette Blüten. Ihre herausragende Eigenschaft liegt in der Symbiose mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln, die Luftstickstoff binden und für andere Pflanzen verfügbar machen. Das tiefreichende Wurzelwerk lockert verdichtete Böden auf und verbessert die Bodenstruktur nachhaltig. Als Multitalente dienen Sommerwicken gleichzeitig als Gründüngung, Bienenweide und wertvolle Futterpflanze mit einem Eiweißgehalt von 20-25 Prozent. Ihr dichter Wuchs unterdrückt erfolgreich Unkraut, während sie durch die Stickstoffbindung als natürlicher Dünger fungieren. Diese vielseitigen Eigenschaften machen Sommerwicken zu einem wertvollen Helfer für nachhaltige Garten- und Landwirtschaft, der Boden und nachfolgende Kulturen gleichermaßen fördert.
  2. Wann ist die beste Aussaatzeit für Sommerwicken und welche Faktoren beeinflussen den optimalen Zeitpunkt?
    Die optimale Aussaatzeit für Sommerwicken liegt zwischen Juni und Ende Juli. In wärmeren Regionen kann bereits ab Mitte Mai gesät werden. Entscheidend ist eine Bodentemperatur von mindestens 10°C für die Keimung. Der Verwendungszweck beeinflusst den idealen Zeitpunkt erheblich: Für Gründüngung sollte 8-10 Wochen vor der geplanten Einarbeitung gesät werden, für Futterzwecke eignet sich eine spätere Aussaat Anfang Juli. Klimatische Bedingungen wie Spätfrostgefahr und ausreichende Bodenfeuchtigkeit sind weitere wichtige Faktoren. Eine frühe Aussaat ermöglicht längere Wachstumszeiten und stärkere Stickstoffbindung, birgt jedoch höheres Frostrisiko. Späte Aussaat reduziert das Frostrisiko, führt aber zu kürzerer Entwicklungszeit. Eine Aussaat Anfang Juni hat sich in der Praxis bewährt, da die Pflanzen genügend Zeit zur Entwicklung haben, ohne unter extremer Sommerhitze zu leiden.
  3. Wie funktioniert die Gründüngung mit Sommerwicken und welche Vorteile bringt sie für die Bodenverbesserung?
    Sommerwicken werden als Gründüngung kurz vor oder während der Blüte in den Boden eingearbeitet - idealerweise 6-8 Wochen nach der Aussaat. Dazu werden die Pflanzen bodennah gemäht, kurz angetrocknet und anschließend 5-10 cm tief in den Boden eingearbeitet. Die Vorteile für die Bodenverbesserung sind vielfältig: Durch die Stickstoffbindung der Knöllchenbakterien wird der Boden mit wertvollem Stickstoff angereichert, der nachfolgenden Kulturen zugutekommt. Das tiefe Wurzelwerk lockert verdichtete Böden und verbessert die Bodenstruktur nachhaltig. Das eingearbeitete Pflanzenmaterial erhöht den Humusgehalt und mobilisiert schwer verfügbare Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten. Zusätzlich unterdrückt der dichte Bewuchs Unkraut effektiv. Besonders Starkzehrer wie Tomaten, Kürbisse oder Kohl profitieren nach einer Sommerwicken-Gründüngung von den verbesserten Bodenbedingungen und der natürlichen Stickstoffversorgung.
  4. Welche spezifischen Mengenangaben gelten bei der Aussaat von Sommerwicken pro Quadratmeter?
    Für eine optimale Aussaat von Sommerwicken gelten 8-12 Gramm Saatgut pro Quadratmeter als Faustregel. Diese Menge gewährleistet eine gleichmäßige Bestandsdichte ohne Übersaat. Bei Mischkulturen, beispielsweise mit Hafer als Stützfrucht, sollte die Wickensaatmenge entsprechend reduziert werden. Die Aussaattiefe beträgt optimal 2-4 Zentimeter - tiefer gesäte Samen kämpfen sich mühsam nach oben, während zu flach liegende Samen austrocknen können. Der Reihenabstand sollte bei Reihensaat etwa 20-25 Zentimeter betragen. Nach der Aussaat wird der Boden leicht angedrückt, um guten Bodenschluss zu gewährleisten. Diese spezifischen Mengenangaben haben sich in der Praxis bewährt und führen zu gleichmäßigen, vitalen Beständen. Wichtig ist eine gleichmäßige Verteilung des Saatguts, um konkurrenzbedingte Ausfälle zu vermeiden und eine optimale Flächennutzung zu erreichen.
  5. Welche praktischen Erfahrungen gibt es beim Anbau von Sommerwicken in verschiedenen Bodenverhältnissen?
    Sommerwicken zeigen sich bemerkenswert anpassungsfähig an unterschiedliche Bodenverhältnisse. Am besten gedeihen sie in lockeren, nährstoffreichen Böden mit lehmig-sandiger Struktur und einem pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5. Praktische Erfahrungen zeigen, dass sie auch auf schwereren Böden erfolgreich wachsen, wenn diese entsprechend vorbereitet werden - eine Mischung aus Sand und reifem Kompost hat sich dabei als Geheimtipp erwiesen. Entscheidend ist eine gute Drainage, da Staunässe zu Pilzkrankheiten führt. Auf kargen oder sandigen Böden entwickeln sich Sommerwicken langsamer, können aber durch ihre Stickstoffbindung diese Standorte nachhaltig verbessern. Verdichtete Böden sollten vor der Aussaat gründlich gelockert werden, da das Wurzelwerk sonst nicht optimal entwickeln kann. Die Bodenbearbeitung sollte 20-25 cm tief erfolgen. Auch auf leicht sauren Böden wachsen Sommerwicken noch zufriedenstellend, optimale Erträge werden jedoch bei neutralen bis leicht alkalischen Verhältnissen erreicht.
  6. Worin unterscheiden sich Sommerwicken von Winterwicken und Zottelwicken?
    Die Unterschiede zwischen den Wickenarten liegen hauptsächlich in ihrer Winterhärte und Anbauzeit. Sommerwicken sind nicht winterhart und werden von Juni bis Juli ausgesät. Sie entwickeln sich schnell und erreichen eine Höhe von bis zu 80 cm mit zarten violetten Blüten. Winterwicken hingegen sind frostbeständig und werden im Herbst gesät, um im nächsten Jahr zu wachsen - sie bieten eine längere Vegetationszeit. Zottelwicken (Vicia villosa) sind besonders robust und können auch auf kargen, weniger fruchtbaren Böden gedeihen. Sie zeichnen sich durch eine höhere Trockentoleranz aus und sind weniger anspruchsvoll bezüglich der Bodenbedingungen. Winterwicken entwickeln sich langsamer, produzieren aber mehr Biomasse. Alle drei Arten gehören zur Familie der Leguminosen und können Stickstoff binden, unterscheiden sich jedoch in ihren spezifischen Standortansprüchen und Einsatzzeiten. Die Wahl der geeigneten Wickenart hängt von den örtlichen Gegebenheiten, dem Verwendungszweck und der gewünschten Anbauzeit ab.
  7. Wie unterscheidet sich der Anbau von Sommerwicken im Vergleich zu anderen Leguminosen wie Erbsen oder Bohnen?
    Sommerwicken unterscheiden sich in mehreren Punkten von anderen Leguminosen wie Erbsen oder Bohnen. Während Erbsen und Bohnen hauptsächlich als Nahrungsmittel angebaut werden, dienen Sommerwicken primär der Gründüngung und Bodenverbesserung. Die Aussaatzeit von Sommerwicken (Juni-Juli) ist deutlich später als bei Erbsen (März-April) oder Bohnen (Mai-Juni). Sommerwicken sind weniger kälteempfindlich als Bohnen, aber empfindlicher als Erbsen. Bei der Saatgutmenge benötigen Sommerwicken mit 8-12g/m² deutlich weniger als Ackerbohnen (15-20g/m²). Das Wurzelwerk von Sommerwicken ist tiefreichender und lockert den Boden intensiver auf als das von Buschbohnen. Bezüglich der Stickstoffbindung sind alle drei effektiv, jedoch entwickeln Sommerwicken durch ihr schnelles Wachstum und die große Blattmasse besonders viel organische Substanz. Die Pflege ist bei Sommerwicken unkomplizierter - sie benötigen keine Rankhilfen wie Stangenbohnen und sind weniger anfällig für Schädlinge als Erbsen.
  8. Welche Konservierungsmethoden gibt es für Sommerwicken als Winterfutter und wie wird Heu oder Silage hergestellt?
    Für die Konservierung von Sommerwicken als Winterfutter haben sich zwei bewährte Methoden etabliert: Heugewinnung und Silageherstellung. Bei der Heugewinnung werden die Wicken an sonnigen Tagen gemäht und regelmäßig gewendet für gleichmäßige Trocknung. Das Heu ist fertig, wenn es beim Zusammendrücken raschelt und keine Feuchtigkeit abgibt. Anschließend wird es trocken und luftig gelagert. Wickenheu ist besonders bei Pferden und Wiederkäuern beliebt und sehr nährstoffreich. Für die Silageherstellung werden die gemähten Wicken leicht angewelkt und fein gehäckselt. Das Material wird gut verdichtet in einem Silo oder als Ballen gelagert und luftdicht verschlossen, um Milchsäuregärung zu ermöglichen. Wickensilage eignet sich hervorragend für Milchkühe und Mastrinder aufgrund ihres hohen Eiweißgehalts von 20-25 Prozent. Wichtig ist, dass die Silage nicht zu feucht ist, um Fehlgärungen zu vermeiden. Der optimale Erntezeitpunkt liegt kurz vor oder zu Beginn der Blüte für höchsten Nährwert.
  9. Wo kann man hochwertiges Sommerwicken-Saatgut kaufen und worauf sollte man bei der Bestellung achten?
    Hochwertiges Sommerwicken-Saatgut erhalten Sie bei spezialisierten Gartenfachhändlern und Online-Shops. Etablierte Anbieter wie samen.de führen qualitätsgeprüfte Wickensamen mit detaillierter Sortenberatung. Bei der Bestellung sollten Sie auf mehrere Kriterien achten: Die Keimfähigkeit sollte mindestens 80-85% betragen und durch aktuelle Prüfzertifikate belegt sein. Achten Sie auf die Herkunft des Saatguts - regionale Sorten sind oft besser an lokale Klimabedingungen angepasst. Wichtig ist auch die richtige Lagerung beim Händler - Saatgut sollte kühl und trocken gelagert worden sein. Prüfen Sie das Erntejahr, da frisches Saatgut bessere Keimraten aufweist. Seriöse Anbieter geben Auskunft über Sortenreinheit und eventuelle Beizung. Bei größeren Mengen lohnt sich der Kauf von TKG-geprüftem Saatgut (Tausendkorngewicht). Vergleichen Sie Preise, aber setzen Sie nicht allein auf den günstigsten Anbieter - Qualität und Beratung sind bei Saatgut entscheidend für den Anbauerfolg.
  10. Welche Auswahlkriterien sind beim Kauf von Wickensamen wichtig und wie findet man kompetente Beratung?
    Beim Kauf von Wickensamen sind mehrere Auswahlkriterien entscheidend für den Anbauerfolg. Die Keimfähigkeit sollte mindestens 80-85% betragen und durch aktuelle Labortests bestätigt sein. Achten Sie auf Sortenreinheit und bevorzugen Sie zertifiziertes Saatgut von etablierten Züchtern. Das Tausendkorngewicht (TKG) gibt Aufschluss über die Samenqualität - höhere Werte deuten auf vollreife, kräftige Samen hin. Wichtig ist auch die Anpassung an regionale Klimabedingungen. Kompetente Beratung finden Sie bei Gartenfachhändlern wie samen.de, die über fundiertes Fachwissen zu Sorten, Anbaubedingungen und Verwendungszwecken verfügen. Erfahrene Berater können individuelle Empfehlungen basierend auf Ihren Standortbedingungen und Zielen geben. Auch landwirtschaftliche Beratungsstellen, Gartenbauvereine und Fachzeitschriften bieten wertvolle Informationen. Online-Foren und Erfahrungsaustausch mit anderen Gärtnern können zusätzliche praktische Tipps liefern. Seriöse Händler stellen detaillierte Produktinformationen zur Verfügung und stehen für Rückfragen zur Verfügung.
  11. Wie funktioniert die Symbiose zwischen Sommerwicken und Knöllchenbakterien bei der Stickstoffbindung?
    Die Symbiose zwischen Sommerwicken und Knöllchenbakterien (Rhizobien) ist ein faszinierender biologischer Prozess der Stickstoffbindung. Die Bakterien dringen über die Wurzelhaare in das Wurzelgewebe ein und bilden charakteristische Knöllchen an den Wurzeln. In diesen Knöllchen wandeln die Rhizobien atmosphärischen Stickstoff (N₂) mithilfe des Enzyms Nitrogenase in Ammoniak um, der dann zu Aminosäuren und Proteinen weiterverarbeitet wird. Die Wicke stellt den Bakterien im Gegenzug Kohlenhydrate und einen sauerstoffarmen Raum zur Verfügung, da die Nitrogenase sauerstoffempfindlich ist. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es den Sommerwicken, völlig unabhängig von stickstoffhaltigen Düngern zu wachsen. Nach dem Absterben der Pflanzen werden die stickstoffreichen Wurzelknöllchen mineralisiert und stehen nachfolgenden Kulturen als natürlicher Dünger zur Verfügung. Pro Quadratmeter können Sommerwicken so bis zu 15-20 Gramm Stickstoff binden - ein erheblicher Beitrag zur nachhaltigen Bodenfruchtbarkeit ohne externe Düngerzufuhr.
  12. Welche Rolle spielen Sommerwicken im Kontext der Biodiversität und als Bienenweide?
    Sommerwicken leisten einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität und fungieren als wichtige Bienenweide im Garten-Ökosystem. Ihre violetten Schmetterlingsblüten bieten von Juli bis September reichlich Nektar und Pollen für verschiedene Insektenarten. Besonders Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen profitieren von dieser verlässlichen Nahrungsquelle. Die lange Blütezeit schließt kritische Trachtlücken im Spätsommer, wenn viele andere Pflanzen bereits verblüht sind. Darüber hinaus schaffen Sommerwicken Lebensraum für nützliche Insekten wie Marienkäfer, die wiederum Blattläuse bekämpfen. Der dichte Bewuchs bietet Unterschlupf für Bodenorganismen und fördert das Bodenleben. Als Zwischenfrucht tragen Sommerwicken zur Strukturvielfalt in der Landschaft bei und durchbrechen Monokulturen. Ihre Fähigkeit zur Selbstaussaat kann in extensiv bewirtschafteten Bereichen zur Entstehung naturnaher Pflanzengemeinschaften beitragen. Diese ökologischen Funktionen machen Sommerwicken zu einem wichtigen Baustein für nachhaltige Garten- und Landwirtschaft sowie den Erhalt der Artenvielfalt.
  13. Wie beeinflusst das Wurzelwerk von Sommerwicken die langfristige Bodenstruktur?
    Das Wurzelwerk von Sommerwicken hat einen tiefgreifenden und nachhaltigen Einfluss auf die Bodenstruktur. Mit ihren bis zu 80 cm tief reichenden Pfahlwurzeln durchdringen Sommerwicken verdichtete Bodenschichten und schaffen natürliche Drainagekanäle. Diese Wurzelgänge bleiben auch nach dem Absterben der Pflanzen als Makroporen erhalten und verbessern dauerhaft die Wasserdurchlässigkeit und Durchlüftung des Bodens. Das verzweigte Feinwurzelsystem lockert den Boden in verschiedenen Tiefen auf und schafft ein stabiles Krümelgefüge. Beim Abbau der Wurzelmasse entstehen wertvolle Humusstoffe, die als natürlicher Klebstoff zwischen den Bodenpartikeln wirken und die Aggregatstabilität fördern. Besonders bemerkenswert ist die Fähigkeit der Wurzeln, schwer verfügbare Nährstoffe aus tieferen Schichten zu mobilisieren und in oberflächennahe Bereiche zu transportieren. Die stickstoffreichen Wurzelknöllchen tragen zusätzlich zur langfristigen Bodenfruchtbarkeit bei. Diese strukturverbessernden Effekte sind noch Jahre nach dem Anbau messbar und erleichtern nachfolgenden Kulturen die Durchwurzelung.
  14. Was versteht man unter Selbstunverträglichkeit bei Sommerwicken und wie plant man die Fruchtfolge richtig?
    Selbstunverträglichkeit bei Sommerwicken bedeutet, dass die Pflanzen nicht optimal wachsen, wenn sie zu häufig auf derselben Fläche angebaut werden. Dieses Phänomen tritt aufgrund von Bodenmüdigkeit, Anreicherung spezifischer Schaderreger und Ausscheidung wachstumshemmender Substanzen (Allelopathie) auf. Sommerwicken sollten daher eine Anbaupause von 3-4 Jahren auf derselben Fläche einhalten. Für eine optimale Fruchtfolgeplanung eignen sich als Vorfrüchte besonders Getreide oder Hackfrüchte, da diese den Boden nicht mit leguminosen-spezifischen Problemen belasten. Vermeiden Sie andere Leguminosen wie Erbsen, Bohnen oder Klee direkt vor den Wicken. Als Nachfrüchte profitieren stickstoffhungrige Pflanzen wie Kohl, Spinat oder Tomaten besonders von der Stickstoffanreicherung durch die Sommerwicken. Eine vielfältige Fruchtfolge mit unterschiedlichen Pflanzenfamilien fördert die Bodengesundheit und minimiert das Risiko von Krankheiten und Schädlingen. Dokumentieren Sie Ihre Anbauplanung, um die Einhaltung der Anbaupausen zu gewährleisten und optimale Erträge zu sichern.
  15. Wie bereitet man den Boden optimal für die Aussaat von Sommerwicken vor?
    Die optimale Bodenvorbereitung für Sommerwicken beginnt mit einer gründlichen Bodenlockerung 20-25 cm tief mit einer Grabegabel oder einem Sauzahn. Entfernen Sie dabei Steine, Wurzelreste und andere Störungen. Sommerwicken bevorzugen lockere, nährstoffreiche Böden mit gutem Drainagegrad und einem pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5. Verdichtungen müssen unbedingt beseitigt werden, da sie das Wurzelwachstum behindern. Nach der Tiefenlockerung wird die Oberfläche mit einem Rechen geebnet und ein feinkrümeliges Saatbett geschaffen. Bei schweren Böden kann die Einarbeitung von Sand und reifem Kompost die Struktur verbessern. Eine Düngung ist meist nicht erforderlich, da Sommerwicken als Leguminosen ihren Stickstoffbedarf selbst decken. Auf sehr nährstoffarmen Standorten kann eine Startdüngung mit Phosphor und Kalium sinnvoll sein. Wichtig ist eine ausreichende Bodenfeuchte zur Aussaat - bei Trockenheit sollte vor der Bodenbearbeitung gewässert werden. Eine zu nasse Bearbeitung führt zu Bodenverdichtungen und sollte vermieden werden.
  16. Welche Pflegemaßnahmen sind nach der Aussaat von Sommerwicken erforderlich?
    Nach der Aussaat von Sommerwicken sind einige wichtige Pflegemaßnahmen erforderlich für optimales Wachstum. In der Keimphase und während des frühen Wachstums ist eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit entscheidend - gießen Sie am besten morgens oder abends und vermeiden Sie Blattnässung zur Pilzvorbeugung. Regelmäßiges Unkrautjäten in den ersten 3-4 Wochen ist wichtig, da junge Wicken empfindlich auf Konkurrenz reagieren. Hacken Sie vorsichtig zwischen den Reihen, um Unkraut zu entfernen und den Boden aufzulockern. Sobald die Pflanzen etwa 20 cm hoch sind, übernehmen sie die Unkrautbekämpfung durch ihr schnelles Wachstum selbst. Eine Mulchschicht aus Stroh kann zusätzlich Unkrautwachstum eindämmen und Bodenfeuchtigkeit bewahren. Düngung ist normalerweise nicht erforderlich, da Sommerwicken Luftstickstoff binden. Bei sehr nährstoffarmen Böden kann eine phosphor- und kaliumhaltige Startdüngung das Wachstum fördern. Kontrollieren Sie regelmäßig auf Schädlinge wie Blattläuse oder Erbsenwickler und greifen Sie bei Bedarf zu biologischen Bekämpfungsmethoden.
  17. Stimmt es, dass Sommerwicken keinen zusätzlichen Dünger benötigen?
    Ja, grundsätzlich stimmt es, dass Sommerwicken keinen zusätzlichen Stickstoffdünger benötigen. Als Leguminosen leben sie in Symbiose mit Knöllchenbakterien, die Luftstickstoff binden und der Pflanze zur Verfügung stellen. Diese natürliche Stickstoffversorgung macht externe Stickstoffgaben überflüssig und kann sogar kontraproduktiv sein - zu hohe Stickstoffgaben führen zu übermäßigem Blattwachstum auf Kosten der Blüten- und Wurzelentwicklung. Auf nährstoffreichen Gartenböden kommen Sommerwicken meist völlig ohne Düngung aus. Bei sehr nährstoffarmen oder sandigen Böden kann jedoch eine Startdüngung mit Phosphor und Kalium das Wachstum ankurbeln und die Knöllchenbildung fördern. Phosphor ist besonders wichtig für die Wurzelentwicklung und die Symbiose mit den Bakterien. Verwenden Sie am besten organische Dünger mit geringem Stickstoffanteil, falls eine Düngung notwendig erscheint. Die Wicken selbst wirken als natürlicher Dünger für nachfolgende Kulturen, indem sie den gebundenen Stickstoff im Boden hinterlassen - ein nachhaltiger Kreislauf der Nährstoffversorgung.
  18. Gibt es regionale Unterschiede bei der optimalen Aussaatzeit für Sommerwicken in Deutschland?
    Ja, es gibt durchaus regionale Unterschiede bei der optimalen Aussaatzeit für Sommerwicken in Deutschland. Während der allgemeine Zeitraum von Juni bis Ende Juli gilt, können wärmere Regionen wie das Rheintal oder Süddeutschland bereits ab Mitte Mai mit der Aussaat beginnen. In kühleren Regionen Norddeutschlands oder höheren Lagen sollte eher bis Mitte Juni gewartet werden, um Spätfröste zu vermeiden. Entscheidend ist eine Bodentemperatur von mindestens 10°C für erfolgreiche Keimung. In Weinbauregionen und milden Küstengebieten ist oft eine frühere Aussaat möglich, während in kontinental geprägten Gebieten Ostdeutschlands Vorsicht geboten ist. Die lokalen Klimabedingungen wie Niederschlagsverteilung und Sommerhitze beeinflussen ebenfalls den optimalen Zeitpunkt. In sehr heißen, trockenen Regionen kann eine spätere Aussaat im Juli vorteilhaft sein, um die extremste Hitzeperiode zu umgehen. Beobachten Sie die Wettervorhersage und orientieren Sie sich an lokalen Erfahrungen - Gartenvereine oder regionale Beratungsstellen geben oft wertvolle, standortspezifische Empfehlungen für die optimale Aussaatzeit.
  19. Wie unterscheidet sich die Futterwicke von der gemeinen Wicke in der praktischen Verwendung?
    Futterwicke und gemeine Wicke (beide Vicia sativa) sind botanisch dieselbe Art, werden aber je nach Zuchtrichtung und Verwendungszweck unterschiedlich bezeichnet. In der praktischen Verwendung zeigen sich jedoch wichtige Unterschiede: Futterwicke-Sorten wurden speziell für die Futterproduktion gezüchtet und weisen höhere Erträge sowie bessere Futterqualität auf. Sie haben oft einen höheren Eiweißgehalt von 20-25% und sind schmackhafter für Tiere. Die Pflanzen sind meist kräftiger und produzieren mehr Biomasse. Gemeine Wicken-Sorten sind vielseitiger einsetzbar, eignen sich aber besser für Gründüngungszwecke und Bodenverbesserung. Sie sind oft robuster gegenüber widrigen Standortbedingungen und haben eine bessere Unkrautunterdrückung. Für die reine Futterpflanzung sollten Sie speziell für Futterzwecke gezüchtete Sorten wählen, die optimale Nährstoffgehalte und Schmackhaftigkeit bieten. Für Gründüngung und Bodenverbesserung sind beide Varianten geeignet, wobei gemeine Wicken oft günstiger sind. Die Aussaatzeit und Anbautechnik bleiben bei beiden Varianten identisch.
  20. Worin liegt der Unterschied zwischen Sommerwicken und anderen Zwischenfrüchten wie Phacelia oder Gelbsenf?
    Sommerwicken unterscheiden sich grundlegend von anderen Zwischenfrüchten wie Phacelia oder Gelbsenf durch ihre Eigenschaft als Leguminose. Während Phacelia und Gelbsenf dem Boden Stickstoff entziehen, reichern Sommerwicken ihn durch Luftstickstoffbindung an - ein entscheidender Vorteil für nachfolgende Kulturen. Phacelia (Bienenfreund) gehört zu den Raublattgewächsen und ist besonders wertvoll als Bienenweide mit ihrer langen, intensiven Blüte. Sie lockert den Boden gut auf, kann aber keine Nährstoffe fixieren. Gelbsenf wächst sehr schnell, unterdrückt Unkraut effektiv und kann Bodenschädlinge reduzieren, benötigt aber mehr Nährstoffe. Sommerwicken entwickeln sich langsamer, bieten dafür aber dauerhafte Bodenverbesserung durch Stickstoffanreicherung und tiefere Durchwurzelung. In der Fruchtfolge sind Sommerwicken besonders vor stickstoffhungrigen Kulturen wertvoll, während Phacelia universeller einsetzbar ist. Gelbsenf eignet sich gut als Zwischenfrucht vor Getreide. Die Aussaatzeit ist bei allen drei ähnlich (Sommer), aber Sommerwicken benötigen wärmere Böden. Kombinationen verschiedener Zwischenfrüchte können die Vorteile aller Arten nutzen.
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