Sturmschadenbekämpfung: Rettungsaktion für Bäume

Sturmschäden an Bäumen: Erste Hilfe und schnelles Handeln

Stürme können unsere grünen Freunde ordentlich durchschütteln. Mit den richtigen Maßnahmen können wir ihnen aber helfen, sich zu erholen.

Wichtige Punkte im Überblick

  • Sicherheit geht vor: Gefahrenzone absperren
  • Schäden dokumentieren und einschätzen
  • Bei schweren Schäden Fachleute hinzuziehen
  • Richtige Schnitt- und Pflegetechniken anwenden

Die Bedeutung von Bäumen in unserem Umfeld

Bäume sind wahre Multitalente in unseren Gärten und Landschaften. Sie spenden nicht nur Schatten, sondern filtern auch die Luft und bieten zahlreichen Tieren ein Zuhause. In meinem Elternhaus war der alte Apfelbaum im Garten stets der Mittelpunkt unseres Familienlebens im Freien - ein lebendiger Zeuge vieler schöner Momente.

Leider sind unsere grünen Riesen nicht unverwundbar. Stürme können in kürzester Zeit beträchtliche Schäden verursachen. In den vergangenen Jahren haben extreme Wetterereignisse zugenommen, was die Gefahr von Sturmschäden leider erhöht hat.

Warum schnelles Handeln so wichtig ist

Nach einem Sturm zählt wirklich jede Minute. Je schneller wir handeln, desto größer sind die Chancen, dass sich der Baum erholt. Zudem können beschädigte Äste eine ernst zu nehmende Gefahr darstellen. Ein abgebrochener Ast in der Krone könnte jederzeit herunterfallen und Menschen verletzen.

Als Gartenberaterin erlebe ich oft, dass viele Gartenbesitzer nach einem Sturm überfordert sind. Dabei ist es gar nicht so kompliziert, wenn man einige grundlegende Dinge beachtet.

Sofortmaßnahmen nach dem Sturm

Sicherheitscheck: Umgebung und Baum

Zuerst gilt es, die Umgebung abzusichern. Spannen Sie ein Absperrband um den betroffenen Bereich und halten Sie Kinder und Haustiere fern. Prüfen Sie den Baum aus sicherer Entfernung auf lose hängende Äste oder Risse im Stamm.

Dokumentation der Schäden

Fotografieren Sie die Schäden und notieren Sie Ihre Beobachtungen. Das kann später für Versicherungsfragen oder die Planung weiterer Pflegemaßnahmen von Bedeutung sein. Achten Sie besonders auf:

  • Abgebrochene oder hängende Äste
  • Risse in Stamm oder Hauptästen
  • Schräglage des Baumes
  • Beschädigungen an der Rinde

 

Absperrung gefährdeter Bereiche

Sperren Sie den Bereich unter der Baumkrone großzügig ab. Verwenden Sie Absperrbänder oder improvisieren Sie mit Seilen und auffälligen Tüchern. Wenn möglich, stellen Sie Warnschilder auf, um Passanten zu warnen.

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Beurteilung der Schäden

Unterscheidung zwischen leichten und schweren Schäden

Nicht jeder abgebrochene Ast bedeutet das Ende für den Baum. Leichte Schäden wie einzelne abgebrochene Zweige oder oberflächliche Rindenverletzungen lassen sich oft einfach behandeln. Schwere Schäden erkennen Sie an:

  • Großen abgebrochenen Hauptästen
  • Tiefen Rissen im Stamm
  • Starker Schräglage des Baumes
  • Sichtbaren Wurzelschäden

 

Kriterien zur Einschätzung der Baumstabilität

Die Stabilität eines Baumes nach einem Sturm zu beurteilen, erfordert einiges an Erfahrung. Achten Sie auf folgende Anzeichen:

  • Ist der Boden um den Stamm herum angehoben?
  • Neigt sich der Baum deutlich zur Seite?
  • Sind große Teile der Krone abgebrochen?
  • Gibt es Risse, die sich über den gesamten Stamm ziehen?

Wenn Sie einen dieser Punkte mit Ja beantworten, ist die Stabilität des Baumes möglicherweise gefährdet.

 

Wann professionelle Hilfe nötig ist

Bei schweren Schäden oder Unsicherheiten sollten Sie einen Fachmann hinzuziehen. Baumpfleger verfügen über das nötige Wissen und die Ausrüstung, um auch komplizierte Fälle sicher zu behandeln. Professionelle Hilfe ist besonders wichtig bei:

  • Großen, alten oder wertvollen Bäumen
  • Bäumen in der Nähe von Gebäuden oder Stromleitungen
  • Verdacht auf Instabilität des Baumes
  • Komplexen Schnittmaßnahmen in großer Höhe

 

Bedenken Sie: Ihre eigene Sicherheit hat immer Vorrang. Überschätzen Sie nicht Ihre Fähigkeiten und holen Sie im Zweifel lieber professionelle Unterstützung. Es ist besser, auf Nummer sicher zu gehen, als sich oder andere zu gefährden.

Erste Hilfe für sturmgeschädigte Bäume

Wenn ein Sturm über unsere Gärten hinwegfegt, hinterlässt er oft eine Spur der Verwüstung. Besonders unsere Bäume können dabei in Mitleidenschaft gezogen werden. Schnelles Handeln ist gefragt, um weitere Schäden zu vermeiden und die Genesung zu fördern.

Abgebrochene Äste entfernen

Lose oder abgebrochene Äste sind nicht nur eine potenzielle Gefahr, sondern auch Einfallstore für Krankheiten. Kleinere Äste lassen sich mit einer scharfen Astschere oder Säge selbst entfernen. Bei größeren Ästen oder wenn Sie sich unsicher fühlen, rate ich dringend, einen Fachmann zu Rate zu ziehen.

Die Kunst des richtigen Schnitts

Ein sauberer Schnitt ist das A und O für eine gute Wundheilung. Hier ein paar Tipps aus meiner langjährigen Erfahrung:

  • Schneiden Sie knapp außerhalb des Astkragens – das ist die Verdickung am Astansatz.
  • Ein leicht schräger Schnitt hilft, dass Wasser abläuft.
  • Verwenden Sie nur scharfes, sauberes Werkzeug.
  • Entfernen Sie vorsichtig loses oder aufgesplittertes Holz.

Wundversorgung – weniger ist oft mehr

Ob Wunden behandelt werden müssen, hängt von ihrer Größe ab. In meiner Praxis hat sich bewährt:

  • Kleine Wunden unter 5 cm heilen meist von allein.
  • Bei größeren Wunden kann ein Wundverschlussmittel hilfreich sein.
  • Wunden über 10 cm sollten Sie von einem Experten begutachten lassen.

Wenn Sie Wundverschlussmittel verwenden, tragen Sie es dünn und nur am Rand auf. Die Mitte sollte frei bleiben, damit der Baum selbst heilen kann.

Was tun bei schweren Sturmschäden?

Manchmal hinterlässt der Sturm gravierendere Spuren. In solchen Fällen ist besondere Vorsicht geboten.

Gespaltene Stämme – Hände weg!

Ein gespaltener Stamm ist eine tickende Zeitbombe. Hier gilt:

  • Sperren Sie den Bereich großzügig ab.
  • Rufen Sie umgehend einen Baumsachverständigen.
  • Versuchen Sie auf keinen Fall, den Baum selbst zu sichern oder zu fällen.

Profis können solche Bäume manchmal mit speziellen Techniken retten, aber oft bleibt nur die Fällung.

Wenn die Krone leidet

Starker Astbruch in der Krone erfordert oft eine Kronenreduktion. Das ist eine heikle Angelegenheit:

  • Entfernen Sie zunächst alle losen und beschädigten Äste.
  • Die Krone muss gleichmäßig reduziert werden, um die Balance wiederherzustellen.
  • Beachten Sie dabei unbedingt die natürliche Form des Baumes.

Ich rate hier dringend, einen erfahrenen Baumpfleger zu beauftragen. Die richtige Kronenreduktion ist eine Kunst für sich.

Schräglage und Entwurzelung

Schräg stehende oder teilweise entwurzelte Bäume sind besonders knifflig. Hier ein paar erste Schritte:

  • Sichern Sie den Baum vorläufig mit Seilen.
  • Lockern Sie vorsichtig den Boden um die verbliebenen Wurzeln.
  • Mit Flaschenzügen kann der Baum langsam aufgerichtet werden.
  • Stützen Sie ihn anschließend mit Pfählen.

Ob sich ein solcher Baum retten lässt, hängt stark vom Ausmaß der Wurzelschäden ab. Lassen Sie einen Experten beurteilen, ob eine Rettung Sinn macht oder ob der Baum gefällt werden muss.

Das richtige Werkzeug macht den Unterschied

Mit der passenden Ausrüstung können Sie kleinere Sturmschäden selbst beheben. Hier meine Empfehlungen:

Sicherheit geht vor

  • Schutzhelm mit Visier
  • Schnittfeste Handschuhe
  • Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe
  • Eng anliegende, reißfeste Kleidung
  • Warnweste bei Arbeiten an Straßen

Unterschätzen Sie nie die Gefahren bei Baumarbeiten. Ihre Sicherheit hat oberste Priorität!

Die richtigen Schneidewerkzeuge

  • Astschere für Äste bis 2 cm Durchmesser
  • Handsäge für Äste bis 10 cm
  • Teleskop-Astschere für höher gelegene Äste
  • Motorsäge – nur für echte Profis!

Achten Sie darauf, dass Ihre Werkzeuge scharf und sauber sind. Stumpfe Klingen quetschen das Holz und erschweren die Heilung.

Erste-Hilfe-Kit für Bäume

  • Baumsalbe oder Wundverschlussmittel
  • Bindedraht zum Fixieren von Ästen
  • Kokosseile zur Stabilisierung
  • Holzpflöcke und Gummipuffer

Mit dieser Grundausstattung können Sie die meisten leichteren Sturmschäden selbst versorgen. Aber bitte denken Sie immer daran: Im Zweifelsfall ist es besser, einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Die Gesundheit Ihrer Bäume und Ihre eigene Sicherheit sollten Ihnen am Herzen liegen.

Langfristige Pflege und Regeneration nach Sturmschäden

Stürme können unseren Bäumen ganz schön zusetzen. In den Wochen und Monaten danach brauchen sie besondere Zuwendung, um wieder zu Kräften zu kommen. Lassen Sie mich Ihnen ein paar Tipps aus meiner langjährigen Erfahrung als Gartenberaterin geben.

Förderung der Wundheilung

Frische Wunden an Bäumen sollten Sie im Auge behalten. Meist heilen sie von allein, manchmal brauchen sie aber etwas Hilfe. Bei größeren Wunden kann man vorsichtig mit einem scharfen Messer die Ränder glätten - das fördert die Heilung. Wundverschlussmittel sind oft überflüssig und können sogar kontraproduktiv sein.

Unterstützung des Neuaustriebs

Um den Baum beim Neuaustrieb zu unterstützen, schneiden Sie abgebrochene Äste sauber zurück. Wichtig ist, direkt am Astring zu sägen, ohne ihn zu verletzen. So kann der Baum die Wunde besser verschließen. Bei stark beschädigten Bäumen kann eine behutsame Kronenreduktion sinnvoll sein - das entlastet den Baum und regt neues Wachstum an.

Düngung und Bewässerung

Wasser und Nährstoffe sind für die Erholung des Baumes Gold wert. Gerade wenn's trocken ist, sollten Sie sturmgeschädigte Bäume zusätzlich gießen. Eine leichte organische Düngung im Frühjahr kann die Widerstandskraft stärken. Aber Vorsicht: Zu viel des Guten kann zu instabilem Wachstum führen.

Vorsorge für künftige Stürme

Um unsere grünen Riesen widerstandsfähiger zu machen, sollten wir vorausschauend handeln. Regelmäßige Pflege ist dabei das A und O.

Regelmäßige Baumkontrolle

Schauen Sie Ihre Bäume mindestens einmal im Jahr gründlich an - am besten einmal mit und einmal ohne Laub. Achten Sie auf Anzeichen von Krankheiten, Schädlingen oder strukturelle Schwächen. Tote Äste, Risse oder Pilzbefall sind Warnsignale, die Sie ernst nehmen sollten.

Fachgerechter Baumschnitt

Ein regelmäßiger, professioneller Schnitt stärkt die Baumstruktur nachhaltig. Dabei werden nicht nur tote und kranke Äste entfernt, sondern auch die Krone ausgelichtet. Das reduziert die Windlast und verbessert die Stabilität. Überlassen Sie den Schnitt am besten erfahrenen Fachleuten - Fehlschnitte können mehr schaden als nutzen.

Anpassung der Gartenbepflanzung

Wenn Sie neue Bäume pflanzen, denken Sie an die lokalen Windverhältnisse. In windigen Lagen sind widerstandsfähige Arten die bessere Wahl. Eine gestaffelte Bepflanzung mit unterschiedlich hohen Gehölzen kann als natürlicher Windschutz dienen und die Belastung für einzelne Bäume verringern.

Rechtliche Aspekte bei Sturmschäden

Sturmschäden können knifflige rechtliche Fragen aufwerfen, besonders wenn Nachbargrundstücke oder öffentliche Bereiche betroffen sind.

Haftung bei Sturmschäden

Grundsätzlich haftet der Baumeigentümer für Schäden durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste. Das gilt aber nur, wenn die Schäden auf mangelnde Pflege oder Kontrolle zurückzuführen sind. Bei außergewöhnlich starken Stürmen spricht man von höherer Gewalt - dann entfällt die Haftung in der Regel.

Meldung an Versicherungen

Melden Sie Sturmschäden umgehend Ihrer Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung. Viele Versicherungen decken Sturmschäden ab einer bestimmten Windstärke ab. Dokumentieren Sie die Schäden und machen Sie Fotos, bevor Sie mit dem Aufräumen beginnen.

Genehmigungen für Baumfällungen

Nicht jeder sturmgeschädigte Baum darf einfach so gefällt werden. In vielen Gemeinden gibt es Baumschutzsatzungen, die das Fällen ab einer bestimmten Größe genehmigungspflichtig machen. Für Bäume in Naturschutzgebieten oder an Gewässern können besondere Regeln gelten. Im Zweifel: Fragen Sie vor dem Fällen bei der zuständigen Behörde nach.

Baumarten und ihre Sturmtauglichkeit

Unsere grünen Riesen reagieren ganz unterschiedlich auf die Herausforderungen, die ein Sturm mit sich bringt. In meiner langjährigen Erfahrung als Gartenberaterin habe ich beobachtet, dass einige Baumarten regelrechte Sturm-Champions sind, während andere eher wackelig auf ihren Wurzeln stehen. Laubbäume wie Eichen und Buchen zeigen sich oft erstaunlich widerstandsfähig. Im Winter, wenn sie ihr Blattkleid abgeworfen haben, bieten sie dem Wind weniger Angriffsfläche. Nadelbäume wie Fichten oder Kiefern – besonders in Monokulturen – haben es da schon schwerer.

Wer hält dem Sturm stand?

Die Sturmfestigkeit eines Baumes hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Wurzelwerk: Tiefwurzler wie Eichen klammern sich förmlich am Boden fest, während flachwurzelnde Fichten eher ins Wanken geraten.
  • Holzbeschaffenheit: Harte Hölzer wie Eiche oder Buche trotzen dem Wind besser als ihre weicheren Verwandten wie Pappel oder Weide.
  • Kronenform: Bäume mit schlanken, kegelförmigen Kronen wie Zypressen lassen den Wind einfach an sich vorbeiziehen.
  • Alter und Gesundheit: Junge, gesunde Bäume sind oft flexibler und sturmerprobter als ihre älteren oder angeschlagenen Artgenossen.

Comeback-Künstler unter den Bäumen

Nach einem heftigen Sturm zeigt sich, welche Bäume echte Stehaufmännchen sind:

  • Linden und Platanen: Diese Baumarten sind wahre Regenerationskünstler. Selbst wenn sie arg in Mitleidenschaft gezogen wurden, treiben sie oft munter aus dem Stamm neu aus.
  • Eichen und Buchen: Sie brauchen zwar etwas länger, können aber selbst schwere Blessuren wegstecken.
  • Birken und Erlen: Diese Bäume erholen sich meist gut von Astverlusten, auch wenn es eine Weile dauern kann.
  • Nadelbäume: Hier sieht's leider nicht so rosig aus. Besonders wenn die Krone stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, haben sie es schwer, sich zu erholen.

Maßgeschneiderte Pflege nach dem Sturm

Jeder Baum braucht nach einem Sturm seine ganz eigene Behandlung:

  • Eichen: Die Kraftprotze unter den Bäumen. Sie vertragen einen kräftigen Rückschnitt, brauchen aber etwas Geduld bei der Regeneration.
  • Buchen: Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Zu radikale Eingriffe mögen sie gar nicht.
  • Ahorne: Die Schnellheiler unter den Bäumen. Sie kommen mit Schnittmaßnahmen gut klar.
  • Obstbäume: Oft brauchen sie nach einem Sturm einen regelrechten Neustart mit einem Aufbau- oder Verjüngungsschnitt.

Ökologische Perspektiven

Sturmschäden an Bäumen sind nicht nur für uns Gartenbesitzer ein Thema. Sie spielen auch im großen Ökosystem eine wichtige Rolle. Manch geschädigter Baum entpuppt sich als wahres Paradies für die heimische Tierwelt.

Sturmopfer als Lebensretter

So paradox es klingen mag: Sturmgeschädigte Bäume können echte Hotspots der Biodiversität sein:

  • In den Höhlen abgebrochener Äste finden Vögel und Fledermäuse gemütliche Kinderstuben.
  • Stehendes Totholz ist wie ein Fünf-Sterne-Hotel für holzbewohnende Insekten.
  • Für Pilze und Moose sind diese Bäume wie ein Schlaraffenland.
  • Umgestürzte Bäume dienen als kuschelige Unterschlüpfe für kleinere Säugetiere.

Totholz im Garten – sicher und nützlich

Wenn möglich, sollten wir etwas Totholz im Garten behalten. Es fördert die Artenvielfalt enorm. Hier ein paar Ideen, wie Sie Sicherheit und Naturschutz unter einen Hut bringen:

  • Stehende Totholzstämme können als 'Ökobaum' eine zweite Karriere starten. Einfach auf eine sichere Höhe kürzen, fertig ist der Naturhotel.
  • Liegende Stämme machen sich prima als rustikale Beetbegrenzung oder natürliche Sitzbank.
  • Aus Astmaterial lassen sich Benjeshecken oder Totholzhaufen bauen – ein Traumhaus für Igel und Co.

Kluge Wahl bei Nachpflanzungen

Wenn Sie nach einem Sturm neu pflanzen, setzen Sie am besten auf sturmfeste Arten, die gleichzeitig ökologisch wertvoll sind:

  • Heimische Eichenarten wie Stiel- oder Traubeneiche sind echte Allrounder: robust und ein Schlaraffenland für Insekten.
  • Hainbuchen sind wahre Sturm-Profis und machen sich gut als Hecke oder Solitär.
  • Feldahorne trotzen dem Wind und bieten mit ihrer dichten Krone gemütliche Vogelnester.
  • Obstbäume auf robusten Unterlagen vereinen das Nützliche mit dem Angenehmen: sturmfest, ökologisch wertvoll und lecker obendrein.

Baumpflege: Vorsorge trifft Nachsorge

Die richtige Baumpflege ist der Schlüssel, um Sturmschäden vorzubeugen und die Erholung danach zu unterstützen. Dabei gilt es, die Balance zwischen Sicherheit und ökologischem Wert zu finden – keine leichte Aufgabe, wie ich aus meiner Praxis weiß.

Regelmäßige Check-ups helfen, potenzielle Schwachstellen frühzeitig zu erkennen. Ein fachgerechter Kronenschnitt kann Wunder wirken, um die Sturmempfindlichkeit zu reduzieren, ohne dem Baum seine natürliche Form zu nehmen. Nach einem Sturm heißt es: Ruhe bewahren, gründlich begutachten und im Zweifel lieber einen Profi zu Rate ziehen.

Bei Neupflanzungen lohnt es sich, in die Zukunft zu denken. Wählen Sie Baumarten, die nicht nur sturmfest sind, sondern auch mit den Herausforderungen des Klimawandels klarkommen. Trockenheitstoleranz und Hitzeresistenz sind hier die Stichworte.

Letztendlich ist jeder Baum ein Individuum mit ganz eigenen Bedürfnissen. Mit dem richtigen Know-how und einer Portion Hingabe können wir unsere grünen Freunde widerstandsfähiger gegen Stürme machen und gleichzeitig ihren ökologischen Wert erhalten. So sorgen wir dafür, dass unsere Bäume auch in Zukunft unsere Gärten und Landschaften bereichern und schützen – ein Gewinn für uns alle.

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Welche Sofortmaßnahmen sind nach Sturmschäden an Bäumen erforderlich?
    Nach Sturmschäden sind drei Sofortmaßnahmen entscheidend: Erstens die Gefahrenzone großzügig absperren und Kinder sowie Haustiere fernhalten. Zweitens alle Schäden aus sicherer Entfernung dokumentieren - fotografieren Sie abgebrochene Äste, Stammrisse, Schräglage und Rindenschäden für spätere Versicherungsansprüche. Drittens lose hängende Äste und akute Gefahrenquellen identifizieren. Prüfen Sie den Boden um den Stamm auf Hebungen, die auf Wurzelschäden hindeuten. Kontaktieren Sie bei schweren Schäden oder Unsicherheiten sofort einen Baumpfleger. Vermeiden Sie Eigenreparaturen an größeren Schäden und betreten Sie den Kronenbereich nicht. Eine schnelle Reaktion kann über das Überleben des Baumes entscheiden und verhindert weitere Folgeschäden.
  2. Wie beurteilt man die Baumstabilität nach einem Sturm richtig?
    Die Baumstabilität beurteilen Sie anhand mehrerer Kriterien: Prüfen Sie zunächst, ob der Boden um den Stamm angehoben ist - dies deutet auf Wurzelschäden hin. Eine deutliche Schräglage des Baumes ist ein klares Warnsignal für Instabilität. Untersuchen Sie den Stamm auf durchgehende Risse, die die strukturelle Integrität gefährden. Große abgebrochene Hauptäste können das Gleichgewicht erheblich stören. Achten Sie auf ungewöhnliche Geräusche wie Knacken oder Knarren bei Wind. Ein gesunder Baum sollte aufrecht stehen ohne sichtbare Bodenhebungen. Bei Verdacht auf Instabilität den Bereich sofort absperren und einen Baumsachverständigen beauftragen. Die Stabilität kann sich noch Tage nach dem Sturm verschlechtern, daher ist kontinuierliche Beobachtung wichtig.
  3. Wann sollte bei sturmgeschädigten Bäumen ein Baumpfleger hinzugezogen werden?
    Ein Baumpfleger sollte bei folgenden Situationen hinzugezogen werden: Bei großen, alten oder besonders wertvollen Bäumen, da diese spezielle Expertise erfordern. Wenn Bäume in der Nähe von Gebäuden, Stromleitungen oder stark frequentierten Bereichen stehen. Bei Verdacht auf Bauminstabilität oder sichtbaren Wurzelschäden ist professionelle Einschätzung unerlässlich. Komplexe Schnittmaßnahmen in großer Höhe gehören ausschließlich in Fachleute-Hände. Gespaltene Stämme oder schwere Kronenschäden erfordern spezialisierte Rettungstechniken. Bei Unsicherheit über das Ausmaß der Schäden sollten Sie immer professionelle Hilfe einholen. Baumpfleger verfügen über die nötige Ausrüstung und Erfahrung für sichere Arbeiten. Die eigene Sicherheit hat absolute Priorität - überschätzen Sie niemals Ihre Fähigkeiten bei der Baumpflege.
  4. Welche rechtlichen Aspekte sind bei Sturmschäden an Bäumen zu beachten?
    Rechtlich sind mehrere Punkte zu beachten: Der Baumeigentümer haftet grundsätzlich für Schäden durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste, jedoch nur bei nachweisbarer Pflichtverletzung. Bei außergewöhnlich starken Stürmen (höhere Gewalt) entfällt die Haftung meist. Sturmschäden sollten umgehend der Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung gemeldet werden - viele decken Schäden ab bestimmter Windstärke ab. Vor Baumfällungen prüfen Sie die örtliche Baumschutzsatzung, da Fällungen ab einer bestimmten Größe genehmigungspflichtig sind. In Naturschutzgebieten oder an Gewässern gelten besondere Regeln. Dokumentieren Sie alle Schäden fotografisch vor Aufräumarbeiten für Versicherungsansprüche. Bei Unsicherheiten über Genehmigungspflichten kontaktieren Sie vor dem Fällen die zuständige Behörde. Eine ordnungsgemäße Verkehrssicherungspflicht kann spätere Haftungsansprüche verhindern.
  5. Wie können Sturmschäden ökologisch sinnvoll genutzt werden?
    Sturmgeschädigte Bäume bieten wertvolle ökologische Chancen: Stehendes Totholz wird zum Lebensraum für holzbewohnende Insekten, Vögel und Fledermäuse - kürzen Sie es einfach auf sichere Höhe. In abgebrochenen Ästen entstehen natürliche Nisthöhlen. Liegende Stämme dienen als Unterschlupf für Kleinsäuger und können als rustikale Beetbegrenzung fungieren. Aus Astmaterial lassen sich Benjeshecken oder Totholzhaufen für Igel und Insekten errichten. Totholz fördert die Artenvielfalt erheblich und sollte wo möglich im Garten verbleiben. Bei Nachpflanzungen setzen Sie auf heimische, sturmfeste Arten wie Eichen, Hainbuchen oder Feldahorne - sie sind robust und ökologisch wertvoll. Pilze und Moose besiedeln das Totholz und schaffen ein kleines Ökosystem. So wandeln Sie Sturmschäden in Biodiversitäts-Hotspots um.
  6. Worin unterscheiden sich Windbruch und Windwurf bei Baumschäden?
    Windbruch und Windwurf sind zwei verschiedene Schadensarten: Beim Windbruch bricht der Stamm oder größere Äste, während das Wurzelsystem intakt bleibt. Der Baum bleibt aufrecht, hat aber gebrochene Teile. Dies tritt oft bei hartem, sprödem Holz oder vorgeschädigten Bäumen auf. Windwurf bedeutet, dass der gesamte Baum samt Wurzelballen aus dem Boden gerissen wird - er liegt komplett am Boden. Dies passiert häufig bei flachwurzelnden Arten wie Fichten oder in aufgeweichten Böden. Windbruch bietet meist bessere Überlebenschancen, da die Nährstoffversorgung gewährleistet bleibt. Bei Windwurf ist der Baum meist nicht mehr zu retten, da die Wurzeln stark beschädigt sind. Die Unterscheidung ist wichtig für die Behandlung: Windbruch erfordert fachgerechten Schnitt, Windwurf meist Neupflanzung.
  7. Wie unterscheidet sich die Baumpflege nach Sturm von der regulären Gehölzpflege?
    Die Baumpflege nach Sturm erfordert andere Prioritäten und Techniken: Während reguläre Gehölzpflege planmäßig und präventiv erfolgt, steht bei Sturmschäden die Gefahrenabwehr im Vordergrund. Sofortige Sicherungsmaßnahmen und Schadensbegrenzung haben Vorrang vor ästhetischen Überlegungen. Die Schnittführung muss oft von den normalen Regeln abweichen, um instabile Äste schnell zu entfernen. Wundbehandlung wird wichtiger, da große, ungewollte Bruchstellen entstehen. Nach Sturm sind häufig radikalere Eingriffe nötig, wie Kronenreduktion oder Stammkürzung. Die zeitliche Komponente ändert sich: Sturmschäden erfordern sofortiges Handeln statt der üblichen saisonalen Pflege. Sicherheitsausrüstung wird noch wichtiger, da mit unberechenbaren, beschädigten Baumteilen gearbeitet wird. Die reguläre Pflege dient der Vorbeugung, die Nachsturm-Pflege der Rettung und Rehabilitation.
  8. Welche Dokumentation ist nach Unwetterschäden an Bäumen wichtig?
    Eine gründliche Dokumentation ist für Versicherung und weitere Planung essentiell: Fotografieren Sie alle Schäden aus verschiedenen Blickwinkeln - Gesamtansicht des Baumes, Detailaufnahmen von Bruchstellen, Stammrissen und Wurzelschäden. Notieren Sie Datum, Uhrzeit und Wetterbedingungen des Sturms. Erstellen Sie eine schriftliche Schadensliste mit Beschreibung jeder Beschädigung. Messen und dokumentieren Sie die Größe von Wunden und abgebrochenen Ästen. Halten Sie die Position des Baumes fest (Grundstücksteil, Entfernung zu Gebäuden). Sammeln Sie Zeugenaussagen von Nachbarn oder Passanten. Bewahren Sie Wetterberichte des Unwettertages auf. Diese Dokumentation hilft bei Versicherungsansprüchen, rechtlichen Fragen und der Planung von Sanierungsmaßnahmen. Machen Sie die Fotos vor jeglichen Aufräumarbeiten, da nachträgliche Dokumentation oft nicht anerkannt wird.
  9. Wo kann man professionelle Schutzausrüstung für die Baumpflege nach Sturm kaufen?
    Professionelle Schutzausrüstung für die Baumpflege erhalten Sie bei spezialisierten Anbietern: Etablierte Gartenfachhändler wie samen.de führen hochwertige Sicherheitsausrüstung für Baumarbeiten. Benötigt werden Schutzhelme mit Visier, schnittfeste Handschuhe, Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe und eng anliegende, reißfeste Arbeitskleidung. Forstausrüster bieten professionelle Ausrüstung wie Kettensägen-Schutzhosen und spezielle Baumpfleger-Helme. Online-Shops für Gartenbedarf haben oft ein breites Sortiment an Sicherheitsausrüstung. Baumärkte führen Grundausstattung, jedoch meist nicht die speziellen Anforderungen für Baumarbeiten. Warnwesten sind bei Arbeiten an Straßen Pflicht. Achten Sie auf CE-Kennzeichnung und Prüfsiegel bei der Ausrüstung. Die Investition in Qualität zahlt sich bei der Sicherheit aus - niemals an der Schutzausrüstung sparen.
  10. Welche Astscheren und Sägen eignen sich am besten für Sturmschadensbeseitigung?
    Für die Sturmschadensbeseitigung brauchen Sie verschiedene Schneidewerkzeuge: Bypass-Astscheren für saubere Schnitte an Ästen bis 2 cm Durchmesser, Amboss-Astscheren für trockenes, hartes Holz. Handsägen mit grober Zahnung bewältigen Äste bis 10 cm - klappbare Modelle sind praktisch und sicher zu transportieren. Teleskop-Astscheren erreichen höhere Bereiche bis 4 Meter Höhe. Bügelsägen eignen sich für dickere Äste und bieten gute Kontrolle. Erfahrene Gartenfachhändler wie samen.de beraten bei der Auswahl der optimalen Werkzeuge für verschiedene Astgrößen. Motorsägen sollten nur von Profis verwendet werden - die Unfallgefahr ist zu hoch. Wichtig ist scharfes, sauberes Werkzeug für glatte Schnittflächen, die besser heilen. Nach jedem Einsatz reinigen und desinfizieren Sie die Klingen. Qualitätswerkzeug hält länger und macht die Arbeit sicherer und effizienter.
  11. Welche physiologischen Prozesse laufen bei der Regeneration sturmgeschädigter Bäume ab?
    Die Regeneration sturmgeschädigter Bäume ist ein komplexer physiologischer Prozess: Nach Verletzungen aktiviert der Baum sein Kompartimentierungssystem (CODIT-Model), das die Ausbreitung von Fäulnis verhindert. Die Kambiumschicht bildet Kallus-Gewebe zur Wundüberwallung. Stresshormone wie Abscisinsäure werden ausgeschüttet, um die Wundheilung zu koordinieren. Der Baum mobilisiert Reservestoffe aus Stamm und Wurzeln für Reparaturprozesse. Adventivknospen werden aktiviert, um verlorene Blattmasse zu ersetzen. Die Photosynthese-Rate steigt in verbleibenden Blättern. Wurzeln intensivieren die Nährstoff- und Wasseraufnahme. Das vaskuläre System wird umgeleitet, um beschädigte Leitbahnen zu kompensieren. Sekundäre Pflanzenstoffe wie Phenole werden verstärkt produziert zum Schutz vor Pathogenen. Diese Prozesse können mehrere Jahre dauern und bestimmen das Überleben des Baumes.
  12. Wie beeinflusst die Arboristik moderne Ansätze der Baumrettung?
    Die moderne Arboristik revolutioniert die Baumrettung durch wissenschaftlich fundierte Methoden: Das CODIT-Modell (Compartmentalization of Decay in Trees) erklärt, wie Bäume natürlich auf Wunden reagieren und hat zu neuen Schnitttechniken geführt. Moderne Arboristen verwenden Target-Pruning statt Flush-Cuts, um die natürliche Wundreaktion zu unterstützen. Resistograph-Messungen ermöglichen zerstörungsfreie Holzanalysen zur Stabilitätsbewertung. Baumstatik wird heute computergestützt berechnet. Seilklettertechnik ermöglicht schonendere Eingriffe ohne schwere Maschinen. Spezialisierte Kronensicherungen mit modernen Materialien ersetzen starre Abstützungen. Luftspaten schonen bei Wurzelfreilegungen das feine Wurzelwerk. Endotherapie behandelt Krankheiten durch Injektionen direkt in den Saftstrom. Diese wissenschaftlichen Fortschritte erhöhen die Erfolgsrate bei der Baumrettung erheblich und ermöglichen Eingriffe, die früher unmöglich waren.
  13. Welche biochemischen Vorgänge bestimmen die Wundheilung bei Bäumen?
    Die Wundheilung bei Bäumen basiert auf komplexen biochemischen Reaktionen: Sofort nach der Verletzung werden Enzyme wie Peroxidasen und Polyphenoloxidasen aktiviert, die phenolische Verbindungen oxidieren und eine schützende Barriere bilden. Lignin und Suberin werden verstärkt synthetisiert, um Wunden zu verschließen. Callus-Gewebe entsteht durch erhöhte Zellteilung im Kambium, gesteuert durch Auxine und Cytokinine. Abwehrstoffe wie Tannine, Harze und antimikrobielle Verbindungen werden konzentriert produziert. Das CODIT-System aktiviert vier Barriere-Zonen: Verschluss der Gefäße, Bildung von Barriere-Zonen und Kompartimentierung. Wasserstress löst die Produktion von Abscisinsäure aus, die Heilungsprozesse koordiniert. Stärke wird mobilisiert und in Glucose umgewandelt für Energiebereitstellung. Diese biochemischen Prozesse können Jahre andauern und bestimmen, ob eine Wunde erfolgreich überwallt wird oder zu Fäulnis führt.
  14. Wie wirken sich verschiedene Wurzelsysteme auf die Sturmfestigkeit aus?
    Wurzelsysteme sind entscheidend für die Sturmfestigkeit von Bäumen: Tiefwurzler wie Eichen und Kiefern entwickeln eine starke Pfahlwurzel, die tief in den Boden reicht und hervorragende Verankerung bietet. Herzwurzler wie Buchen und Linden kombinieren mäßig tiefe Hauptwurzeln mit starken Seitenwurzeln - ein ausgewogenes System mit guter Sturmresistenz. Flachwurzler wie Fichten haben ein tellerförmiges Wurzelsystem, das bei aufgeweichten Böden leicht umkippt. Die Wurzelarchitektur passt sich an Bodenverhältnisse an: In verdichteten Böden entwickeln auch Tiefwurzler flache Systeme. Junge Bäume sind flexibler, ältere haben stärkere Verankerung. Baumartspezifische Unterschiede zeigen sich besonders deutlich: Pappeln haben schwache Wurzeln, Hainbuchen sehr stabile. Bodenbeschaffenheit spielt eine große Rolle - sandige Böden bieten weniger Halt als lehmige. Die Wurzel-Stamm-Ratio bestimmt die Kippstabilität.
  15. Welche praktischen Schritte sind bei der Kronenreduktion nach Astbruch zu befolgen?
    Die Kronenreduktion nach Astbruch erfordert systematisches Vorgehen: Beginnen Sie mit einer Sicherheitsprüfung - tragen Sie Schutzausrüstung und sperren Sie den Arbeitsbereich ab. Entfernen Sie zunächst alle losen, hängenden Äste und offensichtlich beschädigten Teile. Analysieren Sie die verbleibende Kronenstruktur und planen Sie eine ausgewogene Reduktion. Schneiden Sie stets auf Seitenzweige oder schlafende Augen zurück, niemals ins alte Holz ohne Austriebsstellen. Beachten Sie die 1/3-Regel: Maximal ein Drittel der Krone in einer Saison entfernen. Führen Sie Schnitte knapp außerhalb des Astkragens durch für optimale Wundheilung. Achten Sie auf gleichmäßige Gewichtsverteilung, um die Statik zu erhalten. Arbeiten Sie sich von außen nach innen vor. Bei größeren Ästen verwenden Sie die Drei-Schnitt-Technik. Größere Wunden können mit Wundverschluss behandelt werden. Dokumentieren Sie alle Maßnahmen für die Nachkontrolle.
  16. Wie stabilisiert man einen Baum nach Sturmschäden richtig?
    Die richtige Stabilisierung sturmgeschädigter Bäume erfolgt mehrstufig: Bei Schräglage vorsichtig mit Seilen aufrichten - niemals ruckartig, sondern langsam über Flaschenzüge oder Winden. Drei Stabilisierungsseile in 120-Grad-Abständen anbringen, etwa auf halber Stammhöhe. Verwenden Sie breite Gurte oder Gummipuffer, um Rindenschäden zu vermeiden. Stützpfähle in Windrichtung aufstellen und mit flexiblen Materialien verbinden - starre Verbindungen schwächen den Baum. Bei Wurzelschäden den Boden um verbliebene Wurzeln lockern und bewässern. Reduzieren Sie die Krone um 20-30% zur Verringerung der Windlast. Kontrollieren Sie die Stabilisierung regelmäßig und justieren Sie bei Bedarf nach. Die Stabilisierung sollte 2-3 Jahre verbleiben, bis neue Wurzeln gewachsen sind. Entfernen Sie die Stützen schrittweise, um den Baum wieder selbstständig zu machen.
  17. Ist es ein Mythos, dass alle Baumwunden versiegelt werden müssen?
    Ja, es ist ein weitverbreiteter Mythos, dass alle Baumwunden versiegelt werden müssen: Moderne Forschung zeigt, dass Bäume ihre eigenen, sehr effektiven Heilungsmechanismen haben. Das CODIT-System (Compartmentalization of Decay in Trees) dichtet Wunden natürlich ab und verhindert das Eindringen von Pathogenen. Traditionelle Wundversiegelungen können sogar schädlich sein, da sie Feuchtigkeit einschließen und Fäulnis fördern können. Kleine Wunden unter 5 cm Durchmesser heilen meist problemlos von allein. Bei größeren Wunden ab 10 cm kann eine dünne Schicht Wundverschlussmittel am Wundrand sinnvoll sein - die Mitte bleibt frei. Wichtiger als jede Versiegelung ist ein sauberer, fachgerechter Schnitt knapp außerhalb des Astkragens. Die natürliche Überwallung funktioniert bei gesunden Bäumen ausgezeichnet. Weniger ist hier definitiv mehr - vertrauen Sie den natürlichen Heilungskräften des Baumes.
  18. Unterscheiden sich Sturmschäden bei Bäumen regional in Deutschland?
    Ja, Sturmschäden bei Bäumen zeigen deutliche regionale Unterschiede in Deutschland: Küstenregionen sind häufiger von Sturm- und Orkanschäden betroffen, da hier stärkere Winde auftreten. Norddeutschland erlebt mehr Winterstürme, Süddeutschland häufiger Gewitterstürme mit Böen. In Mittelgebirgslagen verstärken Hanglagen und Kammeffekte die Windgeschwindigkeiten. Flachland-Bäume sind windexponierter als solche in geschützten Tälern. Regionale Baumartenzusammensetzungen beeinflussen die Schadensanfälligkeit: Fichtenwälder im Süden sind anfälliger als Mischwälder. Bodenverhältnisse spielen eine Rolle: Sandböden im Norden bieten weniger Halt als Lehmböden. Klimawandel verstärkt regionale Extreme - mehr Dürre im Osten schwächt Bäume, mehr Stürme im Westen. Städtische Bereiche haben durch Bebauung andere Windmuster als ländliche Gebiete. Diese regionalen Unterschiede erfordern angepasste Präventions- und Pflegemaßnahmen.
  19. Was unterscheidet Gewitterschäden von anderen Sturmbeschädigungen an Bäumen?
    Gewitterschäden unterscheiden sich charakteristisch von anderen Sturmschäden: Gewitter verursachen oft punktuelle, lokale Schäden durch Fallböen, die extrem hohe Windgeschwindigkeiten erreichen können. Typisch sind abgeknickte oder gedrehte Baumkronen, während der Stamm intakt bleibt. Blitzschlag kann zusätzlich auftreten und Bäume spalten oder völlig zerstören - erkennbar an spiralförmigen Rissen in der Rinde. Hagel beschädigt Blätter und Rinde oberflächlich. Starkregen weicht den Boden auf und macht Bäume anfällig für Windwurf. Gewitterschäden sind oft unvorhersagbar und betreffen zufällig verteilte Einzelbäume. Im Gegensatz dazu verursachen großflächige Sturmsysteme gleichmäßigere Schäden über weite Gebiete. Gewitterböen kommen aus wechselnden Richtungen, während normale Stürme konstante Windrichtungen haben. Die Kombination aus Wind, Regen und elektrischen Entladungen macht Gewitterschäden besonders komplex und gefährlich.
  20. Wie grenzt sich die Forstwirtschaft von der privaten Baumschadensbeseitigung ab?
    Forstwirtschaft und private Baumschadensbeseitigung unterscheiden sich grundlegend: Die Forstwirtschaft arbeitet großflächig mit schwerem Gerät wie Harvestern und Forwardern, während private Baumpflege individuelle Bäume fokussiert. Forstliche Prioritäten liegen bei Wirtschaftlichkeit und Bestandserneuerung - beschädigte Bäume werden meist gefällt und durch Neupflanzungen ersetzt. Private Baumpflege zielt auf Erhaltung und Rettung einzelner, oft wertvoller Bäume ab. Forstwirtschaft nutzt Kahlschlagmethoden bei großflächigen Schäden, private Pflege arbeitet selektiv und schonend. Rechtlich gelten unterschiedliche Bestimmungen: Forstgesetze vs. Baumschutzverordnungen. Die Ausbildung unterscheidet sich: Forstwirte vs. Baumpfleger mit verschiedenen Schwerpunkten. Ökologische Ziele differieren: Forstwirtschaft denkt in Bestandszyklen, private Pflege in Einzelbaumlebensdauer. Zeitrahmen sind verschieden: Forstwirtschaft plant langfristig in Jahrzehnten, private Pflege reagiert oft kurzfristig auf Schäden.
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