Steinkraut pflegen: Ausputzen, Rückschnitt und Nachzucht im Beet
- Verblühte Blütenstände abschneiden: Das kann vor dem Samenansatz die Bildung weiterer Blüten fördern.
- Nach einer sommerlichen Hitzepause leicht zurückschneiden, wässern und leicht düngen; das kann die Erholung bei kühlerem Wetter unterstützen.
- Den Boden flach lockern, ohne die Schichten zu wenden, und die Beetfläche möglichst nicht betreten.
- Nicht stark düngen, denn sehr nährstoffreicher Boden fördert beim Steinkraut Laub statt Blüten.
- Für Nachwuchs einzelne Blütenstände bis zur Samenreife stehen lassen; Steinkraut kann sich selbst aussäen.

Steinkraut blüht von Juni bis Oktober. Ob es in dieser langen Zeit neue Blüten bildet oder vor allem Samen ansetzt, kannst du mit der Schere beeinflussen. Ich arbeite beim Steinkraut deshalb mit Schere und Sauzahn und halte mich beim Dünger zurück. Das gilt für weiß blühendes Steinkraut genauso wie für farbige Sorten, denn alle Handgriffe hier beziehen sich auf die Art Lobularia maritima.
Es geht um die Pflege im Gartenbeet: Boden lockern, Verblühtes entfernen, zurückschneiden, Krankheiten und Schädlinge erkennen und den Bestand über SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat., Samen und StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. erhalten.
Was Steinkraut ist
Steinkraut, botanisch Lobularia maritima und auch Duft-Steinrich genannt, ist eine duftende Beet- und Balkonpflanze. Es wird bis 20 cm hoch, ist nicht winterhart und wird meist einjährig gezogen. Wie sich solche Arten unter den übrigen Sommerblumen einordnen, zeigt das Kurzporträt der Sommerblumen mit Lebensdauer und Herkunft.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist leichter, mäßig nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Direkt am endgültigen Standort säen.
Pflege
- Pflege
Bei mehrjähriger Kultur verliert die Pflanze rasch ihren kompakten Wuchs und wird deshalb meist einjährig gezogen. Am geeigneten Standort kann sie sich selbst aussäen.
- Düngung
Nicht stark düngen: Sehr nährstoffreicher Boden fördert Laub statt Blüten. Nach sommerlicher Hitzepause kann eine leichte Düngung zusammen mit Wässern und leichtem Rückschnitt die Erholung bei kühlerem Wetter unterstützen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig oder kurzlebig mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.
Standort, Wasser und Dünger in Kürze
Steinkraut wächst in Sonne und Halbschatten. Die britische Royal Horticultural Society nennt für die Art volle Sonne und leichten, mäßig nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden. Wie du den Platz dafür vorbereitest, steht im Ratgeber zu den Standortbedingungen für Steinkraut.
Einen festen Gießrhythmus gibt es nicht, die Häufigkeit richtet sich nach Bodenart, Temperatur und Niederschlag. Welkt das Polster, prüfst du zuerst die Bodenfeuchte, denn Welke kann auch auf beginnende Wurzelfäule hindeuten. Wie viel Wasser Steinkraut in welcher Phase braucht, erklärt der Ratgeber, wie du Steinkraut je nach Lebensphase gießt.
Beim Dünger hältst du dich zurück, weil sehr nährstoffreicher Boden beim Steinkraut Laub statt Blüten fördert. Ein phosphatbetonter Blütendünger ist dabei keine sinnvolle Pauschallösung für mehr Blüten. Wann eine Gabe trotzdem passt, zeigt der Ratgeber, wann und wie zurückhaltend du Steinkraut düngst.
Boden lockern und Unkraut entfernen
Den Boden zwischen den Pflanzen lockere ich mit dem Sauzahn. Mit ihm lassen sich bestehende Zierbeete lockern, ohne die Bodenschichten zu wenden. Ich ziehe ihn nur flach durch die obere Erde und halte dabei Abstand zu den Polstern. Flaches Hacken hat einen Nebeneffekt: Es unterbricht die Kapillaren im Boden und kann so die Verdunstung vermindern.
Beim Jäten bleibe ich am Beetrand und betrete die Fläche möglichst nicht. Unbetretener Boden behält seine Poren und damit seine Fähigkeit, Wasser zu speichern. Unkraut direkt zwischen den Polstern ziehe ich mit der Hand heraus, die Hacke setze ich nur auf offenen Stellen ein.
Vor dem ersten Hacken im Frühjahr schaue ich nach Sämlingen. Steinkraut kann sich am geeigneten Standort selbst aussäen, und seine Samen sind Lichtkeimer, die bei der Aussaat höchstens 0,5 cm tief in die Erde kommen. Der Nachwuchs keimt also genau in der Schicht, die die Hacke bewegt. Stellen mit Sämlingen, die bleiben sollen, spare ich deshalb aus.
Rohen Rindenmulch zwischen dem Steinkraut verteilen. Nicht kompostierter Rindenmulch ist für Beete mit Einjahresblumen ungeeignet. Dazu kommt, dass stickstoffarme Materialien wie Rinde, Holz oder Stroh bei ihrer Zersetzung Stickstoff im Boden binden können.
Verblühtes regelmäßig entfernen
Bei Sommerblumen kann das Entfernen verwelkter Blüten vor dem Samenansatz die Bildung weiterer Blüten fördern. Entscheidend ist also der Zeitpunkt: Du schneidest, bevor sich Samen bilden. Über die ganze Blütezeit gehört die Schere deshalb zur Pflege.
Einzelne Blüten knipse ich beim Steinkraut nicht ab. Ich schneide die verblühten BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. mit einer kleinen, scharfen Schere heraus und setze knapp über den grünen Blättern an. Das verbinde ich mit dem Gießen und schaue dabei auch unter die Blätter.
AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. begrenzt die Samenbildung, und Steinkraut kann sich am geeigneten Standort selbst aussäen. Mit jedem Schnitt entscheidest du also auch über den Nachwuchs im nächsten Jahr. Willst du Sämlinge, lässt du einzelne Blütenstände bis zur Samenreife stehen.
Ich stecke im Sommer einen Stab neben kräftige, gesunde Polster und putze genau diese nicht aus. So weiß ich beim Durchgehen mit der Schere, wo die Samen für die Ernte reifen sollen.
Wann und wie du Steinkraut zurückschneidest
Warum Steinkraut nicht dauerhaft kompakt bleibt
Steinkraut verliert bei mehrjähriger Kultur rasch seinen kompakten Wuchs und wird deshalb meist einjährig gezogen. Winterhart ist es außerdem nicht. Ein dichtes, niedriges Polster bekommst du also vor allem über junge Pflanzen, die jedes Jahr aus Samen oder Selbstaussaat nachkommen. Der Rückschnitt gehört beim Steinkraut zur Pflege innerhalb einer Saison.
Leichter Rückschnitt nach der Hitzepause
Im Hochsommer kann Steinkraut eine Hitzepause einlegen. Danach kann ein leichter Rückschnitt zusammen mit Wässern und einer leichten Düngung die Erholung unterstützen, sobald das Wetter kühler wird.
Ich schneide dafür das ganze Polster mit der Schere gleichmäßig über und nehme verblühte und vertrocknete Triebteile weg. Grüne, beblätterte Triebe lasse ich stehen. Danach prüfe ich die Bodenfeuchte und wässere durchdringend. Den Dünger gebe ich erst auf den feuchten Boden, weil die Nährstoffe dort unmittelbar wirken können.
Nach der Hitzepause starten. Verblühte und vertrocknete Triebteile leicht zurückschneiden. Bodenfeuchte prüfen und durchdringend wässern. Leicht düngen, und zwar auf den feuchten Boden. Die Schere vorher reinigen, wenn sie an kranken Pflanzen im Einsatz war.
Krankheiten und Schädlinge beim Steinkraut
Ein Schadbild ist ein Hinweis, noch keine Diagnose. Ich gehe deshalb vom Symptom aus und prüfe, was dahinterstecken kann.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Was du tust |
|---|---|---|
| Läuse an Triebspitzen und Blattunterseiten, gekräuselte oder verkrüppelte Blätter | Blattläuse | Bei schwachem Befall mit einem Wasserstrahl abspritzen |
| Weißer, abwischbarer Belag auf der Blattoberseite | Echter Mehltau | Erkrankte Blätter entfernen, befallene Triebe zurückschneiden |
| Nicht abwischbarer Belag auf der Blattunterseite, oben gelbliche bis braune Flecken | Falscher Mehltau | Befallenes entfernen und nicht auf den eigenen Kompost geben |
| Grauer Belag auf faulenden Pflanzenteilen bei hoher Luftfeuchte | GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. | Faulende Teile entfernen |
| Fraß vom Blattrand her, silbrige Schleimspuren | Schnecken | Absammeln, bei Bedarf einen Schneckenzaun setzen |
| Welke Triebe | TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. oder beginnende Wurzelfäule | Vor dem nächsten Gießen die Bodenfeuchte prüfen |
| Unklare Blattflecken, kümmernde Pflanzen | Schaderreger oder nichtparasitäre Schäden | Eine Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst untersuchen lassen |
So beugst du vor
Vorbeugen beginnt beim Abstand. Ausreichender Pflanzabstand verbessert die Luftzirkulation, die Blätter trocknen schneller ab, und das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten sinkt. Ein sehr dichter Bestand begünstigt bei Beet- und Balkonpflanzen dagegen die Ausbreitung von Grauschimmel.
Steinkraut wird bis 20 cm hoch und 10 bis 30 cm breit. Es wächst frei ohne Stütze und steht mit 10 bis 20 cm Abstand in der Reihe und 10 bis 25 cm zwischen den Reihen.
Ich gieße morgens und direkt auf den Boden, damit das Laub trocken bleibt. Gegen Echten Mehltau unterstützt es die Vorbeugung, Stickstoffüberdüngung zu vermeiden. Beim Steinkraut passt das zur Zurückhaltung beim Dünger, weil sehr nährstoffreicher Boden ohnehin Laub statt Blüten fördert.
Nützlinge, die Blattläuse dezimieren, siedeln sich eher an, wenn sie im Garten Verstecke und Überwinterungsmöglichkeiten finden. Nach der Arbeit an kranken Pflanzen reinige ich Schere und Handschuhe, bevor ich an gesunde Polster gehe.
Abends nicht gießen, dann bleibt Echter Mehltau weg? Für Sommerblumen und Stauden gilt der Verzicht auf abendliches Gießen gegen Echten Mehltau als Maßnahme mit nicht gesicherter Wirkung. Echter Mehltau kann zudem auch bei trockenwarmer Witterung auftreten. Ich gieße trotzdem morgens, weil Pflanzen und Boden dann tagsüber abtrocknen können.
Steinkraut erhalten: Selbstaussaat, Samen und Stecklinge
Steinkraut wird meist einjährig gezogen. Für das nächste Jahr sorgst du deshalb über Selbstaussaat, eigene Samen oder Stecklinge vor.
Selbstaussaat zulassen
Steinkraut kann sich am geeigneten Standort selbst aussäen. Dafür lässt du einzelne Blütenstände bis zur Samenreife stehen, statt alles Verblühte abzuschneiden. Ich suche im Frühjahr die Beetfläche nach Sämlingen ab und lasse die kräftigen stehen. Stehen sie zu dicht, ziehe ich sie auf Abstand, damit die späteren Polster Luft bekommen.
Samen ernten und aufbewahren
Für die eigene Ernte wartest du, bis die Samen braun und ausgereift sind. Ich schneide die Samenstände an einem trockenen, sonnigen Tag ab. Zu Hause trockne ich sie auf Papier nach und trenne die Samen von den Pflanzenresten. Jede Tüte beschrifte ich mit Sortenname und Erntejahr und lagere sie kühl, dunkel und trocken. Beim Lagerverhalten gelten Steinkrautsamen als orthodox, also als Samen, die eine Trocknung vertragen.
Gesät wird Steinkraut von April bis Juni direkt an den endgültigen Standort. Als Lichtkeimer kommen die Samen dabei höchstens 0,5 cm tief in die Erde. Den Ablauf im Detail zeigt der Ratgeber, wie du Steinkraut Schritt für Schritt aussäst.
Wann welche Sommerblume gesät wird, hast du mit dem druckbaren Aussaatkalender für Sommerblumen im Blick.
Ältere Samen prüfst du vor der Aussaat mit einer KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt.. Leg genau abgezählte Körner auf feuchtes, nicht nasses Küchenpapier und deck sie gegen Austrocknung ab. So siehst du, ob das Saatgut noch keimfähig ist.
Stecklinge für Pflanzen, die du genau so behalten willst
Stecklinge erhalten die Eigenschaften der Mutterpflanze. Das unterscheidet sie von Samen, denn Nachkommen aus selbst geernteten Samen von HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können anders aussehen als die Mutterpflanze. Willst du eine bestimmte Pflanze genau so behalten, sind Stecklinge deshalb der passendere Weg.
Für Stecklinge wählst du gesunde, kräftige Mutterpflanzen und feste, noch unverholzte Triebe. Ich stecke sie in Aussaaterde, gieße sie an und stelle sie hell, aber geschützt vor greller Sonne auf. Abgedeckte Stecklinge kontrolliere ich täglich und lüfte kurz, damit hohe Luftfeuchte und Schwitzwasser keine Pilzerkrankungen begünstigen. Ob ein Steckling Wurzeln gebildet hat, prüfe ich mit leichtem Zug, statt nach Kalender zu gehen.
Steinkraut im Topf und Balkonkasten
Steinkraut eignet sich auch für Töpfe und Kästen, die Gefäße brauchen dafür Ablauflöcher, damit an regenreichen Tagen keine Staunässe entsteht. Über den Winter bringst du es im Topf nur bedingt: Winterhart ist Steinkraut nicht, und meist wird es einjährig gezogen. Wie es in Kasten und Ampel gelingt, zeigt der Ratgeber, wie du Steinkraut auf dem Balkon kultivierst.
Steinkraut kombinieren: Steingarten, Bodendecker und Insekten
Für sonnige Steingärten eignen sich unter anderem Thymian, Lavendel und Heiligenkraut als Begleiter. Wie du Fugen, Trockenmauern und Pflanzpartner planst, zeigt der Ratgeber, wie du mit Steinkraut einen sonnigen Steingarten gestaltest.
Sommerblumen eignen sich als Lückenfüller im Staudenbeet und als Folgebepflanzung nach frühblühenden Zwiebelgewächsen. Welche Sorten und Farben dafür infrage kommen, zeigt der Ratgeber, wie du Steinkraut als Bodendecker einsetzt.
Die Blüten duften, und in Versuchen zum Mischanbau wurden Schwebfliegen beobachtet, die an Steinkraut Nektar sammelten. Wie du Sommerblumen nach Höhe, Duft und Wert für Insekten zusammenstellst, behandelt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt zum Gestalten mit Sorten und Mischungen.





