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Steinkraut (Sweet Alyssum): Standort wählen und Boden vorbereiten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Sweet Alyssum heißt auf Deutsch Steinkraut oder Duft-Steinrich, botanisch Lobularia maritima.
  • Steinkraut wächst in Sonne bis Halbschatten, für britische Gärten wird volle Sonne empfohlen.
  • Der Boden soll leicht, gut durchlässig und mäßig nährstoffreich sein, feucht ja, nass nein.
  • Kalk-, Lehm-, Ton- und Sandböden kommen infrage, ebenso saure bis alkalische, wenn Wasser gut abläuft.
  • Vor der Neuanlage zeigt eine Bodenprobe, ob Kalk oder Dünger überhaupt nötig sind.
  • Steinkraut ist nicht winterhart und wird meist einjährig gezogen.
Duft-Steinrich mit weißen Blütenpolstern zwischen Mittagsblumen auf einer Steilküste, dahinter Klippen und Meer
Foto: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz · CC BY-SA 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Für Steinkraut suchst du einen hellen Platz mit leichtem, gut durchlässigem Boden, der nur mäßig mit Nährstoffen versorgt ist. Ein fettes, schweres Beet passt dazu nicht: Sehr nährstoffreicher Boden fördert Laub statt Blüten, und viel Ton im Boden begünstigt Staunässe. Bevor ich Steinkraut säe, nehme ich mir deshalb zuerst den Boden vor und erst danach die Samentüte.

Sweet Alyssum heißt auf Deutsch Steinkraut oder Duft-Steinrich, botanisch Lobularia maritima. Hier geht es um Licht, Boden, Klima und Wasserabzug und darum, wie du den Platz Schritt für Schritt vorbereitest.

Sweet Alyssum auf Deutsch: Was ist Steinkraut?

Unter dem Namen Steinkraut gibt es zum Beispiel die Sorte ‘Schneeteppich’ und die Mischung ‘Aphrodite’. Der zweite Name Duft-Steinrich passt zu den duftenden Blüten. Die Pflanze bleibt niedrig und wird bis 20 cm hoch. Geblüht wird von Juni bis Oktober.

Botanisch ist Lobularia maritima einjährig oder kurzlebig mehrjährig, im Garten wird sie meist einjährig gezogen. Als Schnittblume taugt Steinkraut nicht, dafür als Beet- und Balkonpflanze für Topf, Kübel und Hochbeet.

Steinkraut wird gern als mediterrane Pflanze vorgestellt. Für deine Platzwahl zählen aber die Ansprüche, die du im eigenen Garten prüfen kannst: Licht, Bodenstruktur, Wasserabzug und Frost.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Bodenart

Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist leichter, mäßig nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.

Anbauort

Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Direkt am endgültigen Standort säen.

Pflege

Pflege

Bei mehrjähriger Kultur verliert die Pflanze rasch ihren kompakten Wuchs und wird deshalb meist einjährig gezogen. Am geeigneten Standort kann sie sich selbst aussäen.

Düngung

Nicht stark düngen: Sehr nährstoffreicher Boden fördert Laub statt Blüten. Nach sommerlicher Hitzepause kann eine leichte Düngung zusammen mit Wässern und leichtem Rückschnitt die Erholung bei kühlerem Wetter unterstützen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig oder kurzlebig mehrjährig.

Verwendung

Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.

Aussaatkalender Duft-Steinrich
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: April, Mai, Juni; Blüte: Juni, Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberBlüte: OktoberVorkulturAussaatBlüte

Wie viel Sonne braucht Steinkraut?

Steinkraut wächst in der Sonne und im Halbschatten. Für britische Gärten empfiehlt die Royal Horticultural Society (RHS) volle Sonne. Gib Steinkraut deshalb die sonnigste freie Stelle im Beet und nutze den Halbschatten erst, wenn in der Sonne kein Platz mehr frei ist.

Marias Erfahrung

Einen neuen Platz beobachte ich über einen ganzen Tag. Morgens, mittags und abends schaue ich hin und merke mir, wann Hecke, Haus oder Nachbarpflanzen ihren Schatten auf die Stelle werfen.

Welcher Boden passt zu Steinkraut?

Steinkraut braucht einen leichten, gut durchlässigen und mäßig nährstoffreichen Boden. Feucht darf er sein, nass nicht.

In britischen Gärten gelten Kalk-, Lehm-, Ton- und Sandböden als geeignet. Auch beim pH-Wert ist die Spanne weit, denn saure, neutrale und alkalische Böden kommen infrage. Die Liste der Bodenarten reicht also von Sand bis Ton, die Anforderung an die Struktur bleibt aber dieselbe: leicht und gut durchlässig. Für dich zählt deshalb weniger, welche Bodenart du hast, als ob Wasser in deinem Beet abläuft.

Mäßig versorgt heißt: Du reicherst den Boden vor dem Pflanzen nicht auf Vorrat an. Artübergreifend erklärt der Sommerblumen-Ratgeber, wie du Standort und Boden für Sommerblumen wählst.

Mythos-Check

„Steinkraut braucht kalkreichen Boden.“ Kalkboden ist nur eine von mehreren passenden Bodenarten, und auch saure Böden kommen infrage. Kalk gibst du nur, wenn der gemessene pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig liegt. Ob das so ist, hängt vom Messwert, von der Bodenart und vom Humusgehalt ab.

Wie vermeidest du Staunässe?

Im Beet

Ein hoher Tonanteil verringert die Wasserdurchlässigkeit des Bodens und begünstigt Staunässe. Schwere Böden verbesserst du mit gewaschenem Sand ohne Feinanteile, die Menge richtet sich nach dem Ausgangszustand. Lehmböden für Wechselflorbeete lassen sich auch mit Sand und Splitt in ihrer Struktur verbessern. Kompost lockert schwere Böden zusätzlich.

Steinkraut will feuchten, aber gut durchlässigen Boden, und Ton bremst genau diesen Abzug. Auf schwerem Boden gehört das Einarbeiten von Sand deshalb fest zur Vorbereitung.

Bestehende Zierbeete lockerst du mit einem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Danach betrittst du das Beet möglichst nicht, damit Poren und Wasserspeicherfähigkeit erhalten bleiben.

Nach einem kräftigen Regen gehe ich am Beetrand entlang und schaue, wo Pfützen stehen bleiben. An solchen Stellen setze ich Steinkraut erst, wenn der Boden gelockert ist.

In Topf und Kasten

Töpfe und Kästen brauchen Ablauflöcher, damit an regenreichen Tagen keine Staunässe entsteht. Prüfe vor dem Befüllen, ob die Löcher frei sind, und stelle das Gefäß so, dass Wasser darunter abfließen kann. Für Balkonkästen und Gefäße wählst du eine torffreie Qualitätserde mit mindestens drei deklarierten Torfersatzstoffen. Im Kübel können Bims oder Blähton die Struktur der Erde stabil halten.

In vorgedüngter Blumenerde verzichtest du bei Kübelpflanzen nach dem Einsetzen zunächst 4 bis 6 Wochen auf zusätzliche Düngung. Bei torffreier Erde hebe ich das Gefäß vor dem Gießen an und fühle unten im Substrat nach, ob es noch feucht ist. Alles Weitere dazu, wie du Steinkraut in Balkonkästen und Hängeampeln ziehst, steht im Balkon-Ratgeber.

Achtung

Wassergefüllte Untersetzer leerst du nach Regen aus, damit keine Nässe an den Wurzeln steht. Welkt Steinkraut im Topf, prüfe vor dem nächsten Gießen die Feuchte der Erde. Auch Dauernässe und abgestorbene Wurzeln können Welke verursachen.

Wie viel Kälte und Hitze verträgt Steinkraut?

Frost und Pflanzzeit

Steinkraut ist nicht winterhart. Vorgezogene Pflanzen setzt du deshalb erst ins Beet, wenn kein Frost mehr droht. Bei der Mischung ‘Aphrodite’ heißt das: nicht vor Mitte Mai.

Sommerhitze

Im Sommer kann Steinkraut bei Hitze eine Pause einlegen. Sobald es kühler wird, können Wässern, ein leichter Rückschnitt und eine leichte Düngung die Erholung unterstützen. Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung aus dem Boden und seine Aufheizung. Bei feuchtem Wetter und Schneckengefahr legst du den Mulch nur dünn aus. Wie viel du in welcher Phase gießt, erklärt der Ratgeber, wie du Steinkraut je nach Lebensphase und Jahreszeit gießt.

Winter

Liest du von winterhartem Steinkraut, prüfe den botanischen Namen auf der Packung: Für Lobularia maritima trifft das nicht zu. Die Pflanze verliert bei mehrjähriger Kultur rasch den kompakten Wuchs, deshalb säst du sie jedes Jahr neu. Am passenden Standort kann sie sich auch selbst aussäen.

Wie bereitest du den Platz vor?

Bodenprobe vor der Neuanlage

Eine Bodenuntersuchung vor der Neuanlage zeigt, wie dein Boden mit Phosphat und Kalium versorgt ist und ob er Kalk braucht. Die Probe nimmst du nach der Ernte und vor der Düngung, zwischen Herbst und Frühjahr. Vor der Probenahme wird nicht gedüngt, und unterschiedlich genutzte Flächen untersuchst du getrennt.

Steinkraut kommt mit sauren bis alkalischen Böden zurecht und braucht nur eine mäßige Versorgung. Die Probe zeigt dir deshalb vor allem, ob du auf Kalk und Dünger verzichten kannst, denn bei sehr hoher Versorgung mit einem Nährstoff wird die Grunddüngung ausgesetzt.

Zahl im Blick

Für eine Bodenprobe mischst du getrennt nach Nutzungsbereich 10 bis 15 Einzelproben und schickst rund 500 g ein. Nach der Neuanlage wiederholst du die Untersuchung alle 3 bis 5 Jahre. Schwere Gartenböden verbesserst du je nach Ausgangszustand mit 2 bis 5 Litern gewaschenem Sand ohne Feinanteile je m². Für Kompost gelten allgemein etwa 3 l/m² im Jahr als Faustzahl. Sie ersetzt keine artspezifische Düngeberechnung, und bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten bringst du weniger aus.

Bodenart mit der Fingerprobe einschätzen

Ohne Labor hilft dir die Fingerprobe weiter. Leicht feuchte Erde, die körnig zerfällt, deutet auf Sandboden. Lässt sie sich gut formen und klebt, spricht das für Tonboden. Das Ergebnis ist eine Näherung, aber es zeigt dir, ob du Sand einarbeiten solltest. Ich nehme dafür Erde von mehreren Stellen des geplanten Beets und rolle jede Probe einzeln zwischen den Fingern.

Lockern und Saatbett herrichten

Auf schwerem Boden arbeitest du den gewaschenen Sand ein und lockerst dabei gleich mit. Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus und nicht als pauschale Herbstgabe, um die Nitratauswaschung zu vermindern. Für eine Direktsaat harkst du das Saatbett fein, entfernst Unkraut und hältst den Boden gut durchlüftet.

Häufiger Fehler

Den Platz vor dem Pflanzen kräftig mit Dünger anreichern, damit die Pflanzen gut starten. Sehr nährstoffreicher Boden fördert bei Steinkraut Laub statt Blüten. Lass die Bodenprobe entscheiden, ob überhaupt etwas fehlt.

Mini-Checkliste

So ist der Platz für Steinkraut bereit.

  • Sonnige Stelle gewählt und den Schatten über den Tag beobachtet
  • Bodenprobe genommen und vorher nicht gedüngt
  • Fingerprobe gemacht und schweren Boden mit gewaschenem Sand gelockert
  • Nach Regen geprüft, ob Pfützen stehen bleiben
  • Saatbett fein geharkt und unkrautfrei
  • Bei Gefäßen: Ablauflöcher frei und Untersetzer leer

Wo passt Steinkraut im Garten hin?

Mit seiner geringen Höhe gehört Steinkraut an den vorderen Rand von Beet und Rabatte. Die Werte für die Planung im Überblick:

Was du planst Wert für Steinkraut
Wuchshöhe 10 bis 20 cm
Wuchsbreite 10 bis 30 cm
Abstand in der Reihe 10 bis 20 cm
Reihenabstand 10 bis 25 cm
Pflanzweise in Reihen; ‘Schneeteppich’ wird als Tuff aus mehreren Samen gesät
Blütezeit Juni bis Oktober

Als Sommerblume füllt Steinkraut Lücken im Staudenbeet und eignet sich als Folgebepflanzung nach frühblühenden Zwiebelgewächsen. In Intercropping-Versuchen, also im Mischanbau mit anderen Kulturen, wurden Schwebfliegen beim Nektarsammeln an Steinkraut beobachtet. Wie sich Flächen und Abstände verteilen, kannst du im Beetplaner für dein Beet durchspielen.

Für Steingarten, Trockenmauer und Fugen gibt es einen eigenen Ratgeber, wie du mit Steinkraut sonnige Steingärten gestaltest und kombinierst. Für Dächer und Fassaden in der Stadt zeigt ein weiterer Ratgeber, wie du Steinkraut zur Dach- und Fassadenbegrünung einsetzt.

Was gehört zu Aussaat, Düngung und Pflege?

Steinkraut ist ein Lichtkeimer und wird nur etwa 0 bis 0,5 cm tief gesät. Die Kultur beginnt zwischen März und Mai, direkt ins Beet säst du von April bis Juni. Wie du Steinkraut direkt, vorgezogen oder im Kasten aussäst, beschreibt die Aussaat-Anleitung, und die Termine stehen auch im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.

Beim Düngen bleibt es bei der Regel aus der Bodenvorbereitung: nicht stark. Wann eine Gabe sinnvoll ist und wie viel, erklärt der Ratgeber, wann und womit du Steinkraut düngst.

Ausputzen, Rückschnitt, Bodenlockerung und Pflanzenschutz gehören zur laufenden Pflege. Wie du dabei vorgehst und den Bestand über Selbstaussaat, Stecklinge und Samen erhältst, zeigt der Ratgeber, wie du Steinkraut für eine lange Blüte pflegst.

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Häufige Fragen

Wie heißt Sweet Alyssum auf Deutsch?
Sweet Alyssum heißt auf Deutsch Steinkraut oder Duft-Steinrich, botanisch Lobularia maritima. Die Pflanze bleibt niedrig und wird bis 20 cm hoch. Die duftenden Blüten erscheinen von Juni bis Oktober, und im Garten wird sie meist einjährig gezogen.
Welche Standortanforderungen hat Steinkraut?
Steinkraut wächst in Sonne bis Halbschatten, für britische Gärten wird volle Sonne empfohlen. Der Boden soll leicht, gut durchlässig und mäßig nährstoffreich sein, feucht darf er sein, nass nicht. Kalk-, Lehm-, Ton- und Sandböden kommen infrage, solange Wasser gut abläuft. In Töpfen und Kästen verhindern Ablauflöcher, dass an regenreichen Tagen Staunässe entsteht.
Bei welchen pH-Werten gedeiht Steinkraut?
Steinkraut kommt mit sauren, neutralen und alkalischen Böden zurecht. Eine enge Zielspanne musst du deshalb nicht ansteuern, wichtiger ist ein leichter, gut durchlässiger Boden. Kalk gibst du nur, wenn eine Bodenuntersuchung einen für deine Bodenart zu niedrigen pH-Wert zeigt.
Wie lange blüht Steinkraut?
Steinkraut blüht von Juni bis Oktober. Bei Sommerhitze kann es eine Pause einlegen. Sobald es kühler wird, können Wässern, ein leichter Rückschnitt und eine leichte Düngung die Erholung unterstützen.
Ist es ein Mythos, dass Steinkraut nur in südlichen Klimazonen gut wächst?
Ja, einen milden Winter braucht Steinkraut im Garten nicht, weil es meist einjährig gezogen wird. Wichtig sind ein sonniger Platz und ein leichter, gut durchlässiger Boden. Frost verträgt es nicht, deshalb kommen vorgezogene Tuffs der Mischung 'Aphrodite' nicht vor Mitte Mai ins Freiland. Sommerhitze kann dagegen eine Pause auslösen, aus der sich die Pflanzen bei kühlerem Wetter erholen können.
Kann Steinkraut mehrjährig im Garten bleiben?
Lobularia maritima ist botanisch einjährig oder kurzlebig mehrjährig, aber nicht winterhart. Bei mehrjähriger Kultur verliert die Pflanze rasch ihren kompakten Wuchs, deshalb wird sie meist jedes Jahr neu gezogen. Am passenden Standort kann sie sich selbst aussäen.
Zuletzt geprüft:
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