Zierfrüchte im Naturgarten: ökologisch düngen, Wasser sparen, Nützlinge fördern
- Zierkürbis und Ziermais sind Starkzehrer; du versorgst sie mit Kompost und organischem Dünger nach einer Bodenprobe.
- Als Faustzahl gelten etwa 3 l Kompost je m² und Jahr, ausgebracht im Spätwinter oder Frühjahr.
- Mulch und flaches Hacken vermindern die Verdunstung, Tropfbewässerung bringt Wasser gezielt an die Wurzeln.
- Beim Kürbis ist Mehltau üblich und meist nicht bekämpfungswürdig; genug Abstand senkt das Risiko für Pilzkrankheiten.
- Zierkürbisse sind nicht zum Essen geeignet, und neben ihnen gewonnene Samen von Speisekürbissen säst du nicht nach.

Zierkürbisse ranken über mehrere Meter, und Ziermais wie ‘Glass Gem’ wird etwa 150 bis 200 cm hoch. Beide brauchen viel Wasser und viele Nährstoffe, denn KürbisgewächseKürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind eine Pflanzenfamilie, aus der vor allem Gurken, Melonen, Wassermelonen und Kürbisse samt Zucchini angebaut werden. Typisch sind frostempfindliche, meist rankende Arten, die männliche und weibliche Blüten getrennt an derselben Pflanze tragen. und Mais gelten als Starkzehrer. Im Naturgarten stellt sich deshalb eine konkrete Frage: Wie versorgst du so anspruchsvolle Pflanzen, ohne zu Kunstdünger, Dauerberegnung und Spritzmitteln zu greifen? Ich arbeite dafür mit Kompost, Mulch und Regenwasser und mit Nützlingen, denen ich Nahrung und Verstecke anbiete.
Zierfrüchte ziehst du vor allem wegen ihrer Früchte. Dazu gehören einjährige Kulturen wie Zierkürbis und Ziermais, die nicht winterharte Zierpaprika, die ausdauernde Lampionblume und Gehölze wie Zierquitte, Zierapfel und Pfaffenhütchen. Im Mittelpunkt stehen hier die einjährigen Starkzehrer, weil du ihre Versorgung mit Nährstoffen und Wasser jedes Jahr neu planst.
Was bringt der ökologische Anbau bei Zierfrüchten?
Der Kern ist ein Kreislauf im eigenen Garten. Aus Gartenabfällen wird Kompost, und Kompost und Gründüngung erhöhen den Humusgehalt und damit die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. So hängen natürliche Düngung und Wassersparen unmittelbar zusammen, und ein Beet ohne Spritzmittel lässt Nützlingen Raum.
Für Zierkürbisse kommt ein zweiter Grund dazu. Kürbispflanzen tragen getrennte männliche und weibliche Blüten, die weiblichen erkennst du am Fruchtknoten. Damit sich aus ihnen eine Frucht bildet, müssen Insekten sie bestäuben. Der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz schont nützliche Insekten im Garten. Beim Zierkürbis schützt du damit genau die Tiere, von denen sein Fruchtansatz abhängt.
Auch als Nahrungsquelle zählen Zierfrüchte. Blühender Kürbis lockt Bienen an, ähnlich wie Zucchini und Zuckermais im Gemüsegarten. Mais wird allerdings vom Wind bestäubt und liefert Bienen Pollen, aber keinen Nektar. Die Zierquitte zählt zum Wildobst, das Bienen Nahrung bietet.
Abgewogen bringt der ökologische Weg auch Pflichten mit. Mais stammt aus Lateinamerika, und einige spezialisierte Wildbienen sind auf bestimmte heimische Pflanzen angewiesen. Ein Beet mit Zierfrüchten ergänzt du deshalb um heimische Arten regionaler Herkunft. Dazu kommt der Platz, denn gesunde Kürbisse brauchen großzügige Abstände, und die kosten Fläche.
Ein Garten, der einem Gebäude zugeordnet ist, gehört nicht zur freien Natur. In der freien Natur ist das Ausbringen gebietsfremder Pflanzen genehmigungspflichtig, und Saat- und Pflanzgut darf dort nur innerhalb seiner Vorkommensgebiete ausgebracht werden. Im privaten Garten kannst du nichtheimische Arten wie Ziermais dagegen verwenden.
Welche Zierfrüchte passen in den Naturgarten?
Die Auswahl reicht vom einjährigen Zierkürbis über Ziermais bis zu Gehölzen wie dem Zierapfel, dessen Früchte sich im September färben und bis Oktober, teils bis in den späten Winter am Baum bleiben. Welche Arten sich anbieten und wie du Zierfrüchte in Beet, Kübel und Herbstdeko einsetzt, zeigt ein eigener Ratgeber.
Gerade auffällig gefärbte Früchte gelten als Gefahr für Kinder, deshalb zählt bei der Auswahl auch die Giftigkeit. Beim Pfaffenhütchen sind alle Pflanzenteile giftig, besonders die Samen; bei der Lampionblume sind es die grüne Pflanze, vor allem die unreifen Beeren, und der Wurzelstock. Im Zweifel verzichtest du auf jeden Verzehr, und welche Sommerblumen essbar und welche giftig sind, ordnet der Überblick zu allen Sommerblumen ein.
Standort, Aussaat und Pflanzung kurz gefasst
Die Zierkürbis-Kronenmischung steht in sonniger Lage auf lockerem, durchlässigem Boden. Ob dein Beet genug Nährstoffe und einen passenden pH-Wert mitbringt, zeigt eine Bodenuntersuchung, die du zugleich für die Düngung nutzt. Mehr zur Vorbereitung und zur Pflege in der Wachstumsphase steht im Ratgeber, wie du Zierfrüchte für eine reiche Fruchtbildung pflegst.
Die Kronenmischung säst du ab Mitte Mai frostfrei direkt. Vorgezogene Pflanzen der ‘Kleinfrüchtigen Mischung’ härtest du allmählich ab und pflanzt sie ebenfalls ab Mitte Mai frostfrei aus. Ziermais ‘Glass Gem’ säst du für eine gute Befruchtung in einem Block, und deine Aussaattermine behältst du mit dem Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken im Blick.
Wie düngst du Zierfrüchte natürlich?
Ökologisch düngen heißt zuerst messen. Die Düngermenge richtet sich nach dem Pflanzenbedarf und nach einer Bodenprobe mit Düngeempfehlung. Dabei rechnest du auch die Stickstoffnachlieferung aus dem Humus mit ein. Die Probe nimmst du nach der Ernte und vor der Düngung, also zwischen Herbst und Frühjahr.
Kompost als Grundlage
Als allgemeine Faustzahl gelten jährlich etwa 3 l Kompost je m². Sie ersetzt keine artspezifische Düngeberechnung, und bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten bringst du weniger aus. Ich verteile den Kompost im Spätwinter oder Frühjahr und nicht als Herbstgabe, weil das die Nitratauswaschung vermindert.
Den Kompost verteile ich im Spätwinter auf dem abgetrockneten Beet und arbeite ihn nur flach ein. Die Stellen, an denen später die Kürbisse stehen, markiere ich dabei schon mit einem Stab.
Was die Starkzehrer zusätzlich brauchen
Zierkürbisse und Ziermais brauchen mehr als die Grundversorgung. Kürbisgewächse sind Starkzehrer mit hohem Bedarf an Kalium und Phosphor, und auch Mais ist ein Starkzehrer. Ich arbeite deshalb vor der Pflanzung Kompost ein und gieße den Kürbissen ab dem Fruchtansatz BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. in den Wurzelbereich. Jauche nutze ich dabei als Dünger, nicht als Pflanzenschutzmittel. Nicht jede Zierfrucht ist so anspruchsvoll: Zierpaprika ‘Zipfelmütze’ wird wenig gedüngt, und Staunässe vermeidest du bei ihr.
| Zierfrucht | Vor der Pflanzung | Während der Kultur |
|---|---|---|
| Zierkürbis | Kompost, StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. oder Schafwollpellets einarbeiten | ab Fruchtansatz Brennnessel- oder Beinwelljauche |
| Ziermais | Kompost zur Beetvorbereitung | im Juni noch einmal nachdüngen |
Jauche selbst ansetzen
Pflanzenjauche setzt du selbst aus frischem Kraut an. Ihre Nährstoffgehalte schwanken mit Pflanzenart, Pflanzenzustand und Erntezeitpunkt. Eine allgemein gültige Ausbringmenge oder Anwendungshäufigkeit gibt es deshalb nicht, entscheidend sind der Bedarf der Pflanzen und die Nährstoffe, die der Boden schon enthält.
Für eine allgemeine Garten-Pflanzenjauche setzt du 1 kg frisches Kraut mit 10 l Wasser an und lässt sie vergären, bis keine Schaumbildung mehr auftritt. Zum Düngen verdünnst du die Jauche im Verhältnis 1:10 mit Wasser und bringst sie im Wurzelbereich aus.
Organisch heißt nicht ohne Maß
Organische Dünger wirken langsamer als mineralische, weil Bodenlebewesen sie erst aufschließen müssen. Wie schnell sie Nährstoffe freigeben, hängt vom Wetter ab. Bei Frost, Trockenheit und stauender Nässe ist die Freisetzung gering, feuchtwarme Bedingungen können dagegen starke Nährstoffschübe mit Auswaschungsgefahr auslösen. Auch organische Dünger können den Boden überdüngen. Weil das Vermeiden von Stickstoffüberdüngung zugleich die Vorbeugung gegen Echten Mehltau unterstützt, ist beim Jauchegießen mehr nicht besser.
Gründüngung nach der Ernte
Geräumte Beete lasse ich nicht offen liegen. Eine GrüneinsaatGrüneinsaat ist die Aussaat einer Gründüngung, etwa Gelbsenf, Phacelia oder Ackerbohne, auf einem abgeernteten Beet. Die Pflanzen halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt, schützen ihn und verbessern seine Struktur. über Winter schützt sie vor Abschwemmung und Nährstoffauswaschung und hält den Boden mit ihren Wurzeln locker. Wurzeln und verrottende Grünmasse liefern organisches Material für die Humusbildung und verbessern die Bodenstruktur. Eine Gründüngung bindet vorhandene Nährstoffe und gibt sie beim Verrotten wieder frei, sie ersetzt aber nicht automatisch die Düngung. Ich schneide sie vor der Samenreife und lasse sie als Mulch liegen; bis zur Folgekultur warte ich meist zwei bis drei Wochen.
Holzasche aus dem Ofen auf den Kompost oder ins Beet geben. Auch Asche aus naturbelassenem Holz gehört weder auf den Kompost noch unmittelbar in den Garten.
Wie sparst du Wasser bei durstigen Zierfrüchten?
Wassersparen beginnt mit der Frage, wann eine Pflanze wirklich viel braucht. Kürbispflanzen benötigen besonders bis zum Fruchtansatz viel Wasser. Haben die Früchte ihre Erntegröße erreicht, gieße ich weniger, weil das ihre Lagerfähigkeit verbessert. Staunässe vermeide ich, denn sie begünstigt Wurzelfäule.
Beim Ziermais zählt der Zeitpunkt. Mais braucht sehr viel Wasser, kritisch sind vor allem die Blüte und die Kornfüllung. Fehlt dann Wasser, setzen die Kolben weniger Samen an, besonders an der Spitze. Wer Wasser einteilen muss, gibt es dem Ziermais deshalb vorrangig in diesen beiden Phasen, weil sich ein Mangel dort direkt am Kolben zeigt.
Für Gartenbeete gilt bei Hitze und Trockenheit: durchdringend gießen, mit etwa 20 bis 25 l/m² verteilt auf mehrere Gießgänge. Wie du Sommerblumen nach Phase und Bedarf gießt, beschreibt der Überblick zu Sommerblumen ausführlicher.
Wasser im Boden halten
Wasser, das im Boden bleibt, muss ich nicht nachgießen. Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung aus dem Boden und dessen Aufheizung. Bei Kürbissen hält Mulch aus getrocknetem Grasschnitt oder Stroh die Erde gleichmäßig feucht und warm, solange die Pflanzen noch klein sind und den Boden nicht selbst beschatten. Zugleich schützt Mulch ihr flaches, weitreichendes Wurzelwerk.
Rasenschnitt lasse ich vorher anwelken und bringe ihn in dünnen Schichten aus, damit er nicht verklebt oder schimmelt. Eine zu dicke Mulchschicht fault, bietet Schnecken Unterschlupf und verlangsamt im Frühjahr die Bodenerwärmung. Wo keine Mulchdecke möglich ist, hacke ich flach. Regelmäßiges Hacken zerstört die Bodenkapillaren in den obersten Zentimetern und verringert so die Verdunstung. Beim Ziermais ist regelmäßiges Hacken ohnehin besonders wichtig, solange die Pflanzen noch klein sind.
Stroh, Holz und Rinde sind stickstoffarm und können bei ihrer Zersetzung Stickstoff im Boden binden. Bei Starkzehrern wie dem Zierkürbis greife ich deshalb lieber zu angewelktem Grasschnitt.
Gezielt gießen statt viel gießen
Ich gieße morgens und direkt in den Wurzelbereich. Bodennahes Gießen bringt das Wasser an die Wurzeln und verringert Verdunstungsverluste, und morgens gegossen trocknen Pflanzen und Boden tagsüber wieder ab. Braucht ein Beet Zusatzwasser, ist durchdringendes Gießen in größeren Abständen besser als häufiges Gießen mit wenig Wasser. Einen allgemein gültigen Rhythmus gibt es nicht, denn die Häufigkeit richtet sich nach Bodenart, Temperatur und Niederschlägen.
Gesammeltes Regenwasser eignet sich als weiches, salzarmes Gießwasser, und ich fange es in Regentonnen auf. In einem Garten mit kleinen Kindern verschließt du Regentonnen und wassergefüllte Bottiche kindersicher. Tropfbewässerung versorgt die Pflanzen gezielt im Wurzelbereich und kann Wasser sparen, im Beet ebenso wie im Kübel. Sie erfordert allerdings Schutz vor verstopften oder verkalkten Tropfern.
Kübel trocknen schneller aus
Je kleiner ein Pflanzgefäß ist, desto schneller trocknet die Erde darin aus. Kürbisse lassen sich trotzdem im Kübel auf Balkon oder Terrasse ziehen, wenn das Gefäß mindestens 25 Liter fasst. Ideal sind 60 Liter. Im Kübel brauchen Kürbisse regelmäßiges Düngen und tägliches Gießen. Wie du Zierfrüchte im Kübel ziehst und überwinterst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Wie schützt du Zierfrüchte biologisch?
Biologischer Pflanzenschutz beginnt lange vor dem ersten Schädling. Im Naturgarten stütze ich mich auf drei Dinge: Pflanzen mit genug Luft, Nützlinge mit Nahrung und Verstecken und ein Eingreifen von Hand, wenn ein Befall wirklich stört. Wie du Krankheiten und Schädlingen an Sommerblumen grundsätzlich vorbeugst, beschreibt der Sommerblumen-Überblick; hier geht es um das, was bei Zierfrüchten dazukommt.
Vorbeugen mit Abstand und Luft
Ein zu enger Pflanzabstand ist der Entwicklung von Kürbissen nicht förderlich und macht sie anfälliger für Pilzerkrankungen. Am Boden kriechend braucht jede Kürbispflanze 1 bis 2 m² Fläche, weil die Ranken mehrere Meter lang werden. Ausreichender Abstand verbessert die Luftzirkulation, die Blätter trocknen schneller ab, und das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten sinkt. Den Platz zeichne ich vor der Aussaat im Beetplaner ein, damit das Beet nicht zu dicht wird.
Gegen Echten Mehltau unterstützen ausreichender Abstand, gute Belichtung und Durchlüftung die Vorbeugung, ebenso eine Düngung ohne StickstoffüberschussStickstoffüberschuss heißt, dass Pflanzen mehr Stickstoff bekommen, als sie brauchen. Sie wachsen dann üppig, bilden weiches, schwammiges Gewebe und dunklere Blätter und werden anfälliger für Krankheiten.. Einen abwischbaren weißlichen Belag auf der Blattoberseite deute ich als Hinweis auf Echten Mehltau. Falscher Mehltau bildet dagegen typischerweise einen nicht abwischbaren Belag auf der Unterseite und gelbliche bis braune Flecken oben.
„Weißer Belag auf Kürbisblättern muss sofort bekämpft werden.“ Beim Kürbis ist Mehltaubefall üblich und meist nicht bekämpfungswürdig. Ich plane beim nächsten Anbau lieber mehr Abstand ein.
Nützlinge statt Spritzmittel
Gegen Blattläuse arbeitet im Naturgarten eine ganze Reihe von Gegenspielern. Marienkäfer sowie die Larven von Florfliegen und Schwebfliegen fressen Blattläuse, und SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. legen bis zu 50 Eier in Blattläuse. Als erwachsene Tiere brauchen Schlupfwespen und Schwebfliegen leicht zugängliche Pollen- und Nektarnahrung aus ungefüllt blühenden Korbblüten und Dillgewächsen. Deshalb säe ich an den Rand des Kürbisbeets ungefüllte Ringelblumen und Kosmeen.
Verstecke und Überwinterungsmöglichkeiten fördern die Ansiedlung von Nützlingen, die Blattläuse dezimieren. Laubschichten und PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. bieten Marienkäfern Schutz im Winter. Offene Bodenstellen sowie Stein- und Holzhaufen ergänzen das Blütenangebot um Nist- und Überwinterungsplätze für Insekten.
Kapuzinerkresse kann besonders auf Baumscheiben, etwa unter einem Zierapfel, als Lock- und Zeigerpflanze für schwarze Blattläuse dienen. Mit Läusen besetzte Pflanzenteile entferne ich dann. Neben Zierkürbissen setze ich kletternde Kapuzinerkresse nur mit Abstand, weil ihre langen Triebe andere Pflanzen unterdrücken können.
Hinschauen, bevor du eingreifst
Symptome sind Hinweise, keine Diagnose. Silbrig glänzende Beulen, die aufreißen und schwarzes Sporenpulver freisetzen, können auf Maisbeulenbrand hindeuten. Fraß vom Blattrand und silbrige Schleimspuren sprechen für Schnecken, die du zuerst absammelst. Erneute Zuwanderung schränkt bei Bedarf ein Schneckenzaun ein.
Bei Blattläusen beachte ich zuerst die vorhandenen Nützlinge und spritze die Läuse nur nötigenfalls mit einem Wasserstrahl ab. Nach der Arbeit an kranken Pflanzen reinige ich Werkzeug und Handschuhe, bevor ich gesunde Pflanzen anfasse. Bleibt die Ursache unklar, kann eine Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst die Diagnose und die Wahl geeigneter Maßnahmen klären.
Rot- bis blauviolette Maisblätter sofort mit Dünger beantworten. Solche Verfärbungen können durch eine vorübergehend gehemmte Phosphataufnahme bei Kälte und Nässe entstehen, obwohl der Boden genügend Phosphat enthält. Ob wirklich etwas fehlt, zeigt eine Bodenuntersuchung.
Zugelassene Pflanzenschutzpräparate sind im Biogarten in der Praxis nur selten nötig, nämlich wenn ein Schaderreger zuverlässig bestimmt ist und sanftere Methoden versagen. Greifst du dann doch dazu, kommen nur Mittel mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten infrage. Du hältst dich an die Gebrauchsanweisung, trägst Schutzkleidung, beachtest die Wartezeit und entsorgst Reste fachgerecht. Solche Mittel können Bestäuber treffen, auf die deine Zierkürbisse angewiesen sind, und ebenso andere Nützlinge.
Mischkultur mit Augenmaß
Mischkultur kann den Pflanzenschutz unterstützen, garantiert aber nichts. Manche Partnerpflanzen erschweren Schädlingen mit ihren arteigenen Duftstoffen das Auffinden ihrer WirtspflanzenWirtspflanzen sind die Pflanzen, die ein bestimmter Schädling oder Krankheitserreger befällt und von denen er lebt. Ein Schädling oder Erreger hat oft mehrere Wirtspflanzen, darunter auch verwandte Wildkräuter.. Dass sich manche Arten im Wachstum gegenseitig fördern, ist dagegen schwer belegbar und nur bei guter Bodenverbesserung, richtigem Pflanzenabstand und ausreichender Wasserversorgung zu erwarten. Behauptete Partnerlisten sind zudem häufig widersprüchlich.
Für Ziermais und Zierkürbis gibt es ein Vorbild aus der Herkunftsregion des Mais: In Lateinamerika sind Bohnen und Kürbisse seine klassischen Mischkulturpartner. Zwischen den Maisreihen haben außerdem Radieschen, Pflücksalat und Kresse Platz. Solche kurzlebigen Zwischenkulturen erntest du, bevor sie die länger stehende Hauptkultur bedrängen. Lichtbedürftige Nachbarn setzt du nicht nördlich des Maises, und den Standraum für die endgültige Größe jeder Kultur planst du schon bei der Aussaat ein. Passende Nachbarn prüfe ich mit dem Mischkultur-Tool.
Vielfalt, Saatgut und Kreuzungen: was ökologisch noch zählt
Blüten über die ganze Saison
Für ein durchgehendes Blütenangebot kombinierst du Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten über die Vegetationsperiode. Vielerorts fehlt es an Blüten im zeitigen Frühjahr und vor allem im Spätsommer. Die Zierquitte blüht von März bis April und bringt damit Blüten in die erste dieser Lücken. Für den Spätsommer eignen sich Sommerblumen wie Ringelblumen, Kosmeen, Tagetes und Zinnien, deren Blüte bis in den Spätherbst anhält. Wo du die Wahl hast, nimmst du ungefüllte Blüten, weil sie Insekten den Zugang zu Nektar und Pollen erleichtern.
Im Herbst räume ich nicht alles ab. Über Winter stehen gelassene Staudenstängel bieten Insekten Quartiere, und Samenstände können Vögeln Nahrung liefern. Die vorjährigen Stängel schneide ich erst im Frühjahr ab. Mehr dazu, wie du Zierfrüchte insektenfreundlich einsetzt, findest du in einem eigenen Ratgeber.
Eigenes Saatgut und das Kreuzungsrisiko beim Kürbis
Eigenes Saatgut gehört zum Kreislauf im Naturgarten, verlangt bei Kürbissen aber Vorsicht. Eine Einkreuzung innerhalb von Cucurbita pepo, zu der Zucchini und Zierkürbisse gehören, kann bittere Cucurbitacine in die Nachkommen bringen. Bei Speisekürbissen kann selbst gewonnenes Saatgut nach Einkreuzung eines Zierkürbisses in der folgenden Gartensaison bitterstoffhaltige Früchte hervorbringen. Für eine sortenreine Nachzucht gilt ein Mindestabstand von 250 m zu anderen Sorten derselben Art.
Wo Zierkürbisse in der Nähe wachsen, verwendest du deshalb keine Samen aus eigener Ernte von Speisekürbissen wie Zucchini. Hokkaido- und Butternutkürbisse gelten als sicherer vor unerwünschten Rückkreuzungen. Zierkürbisse selbst enthalten oft hohe Mengen giftiger Bitterstoffe und dürfen deshalb grundsätzlich nicht gegessen werden. Zum Essen nimmst du nur Kürbisse, die ausdrücklich als Speisekürbisse gekennzeichnet sind. Cucurbitacine werden weder durch Kochen noch durch Einmachen oder Einfrieren zerstört. Eine Einkreuzung zeigt sich zudem erst an den Früchten aus eigenem Saatgut, deshalb liegt die Vorsorge beim Saatgut und nicht bei der Zubereitung.
Auch beim Ziermais ‘Glass Gem’ vermeidest du eine Fremdbestäubung mit Feldmais. Aus selbst geernteten Samen von Hybridsorten können außerdem Pflanzen entstehen, die anders aussehen als die Mutterpflanze. Selbst gewonnenes Saatgut trocknest du auf Papier nach, beschriftest es und lagerst es kühl, dunkel und trocken.
Ernte und Verwendung in Kürze
Zierkürbisse der Kronenmischung lässt du bis zu den ersten Frösten ausreifen, weil zu früh geerntete Früchte schnell schimmeln. Die Kolben von Ziermais ‘Glass Gem’ reifen möglichst lange an der Pflanze und trocknen danach an einem schattigen, luftigen Ort nach. Was im Herbst sonst ansteht, bis hin zu Winterschutz und Saatgut, zeigt der Ratgeber, was bei Zierfrüchten im Jahreslauf zu tun ist.
Nimm nach der Ernte eine Bodenprobe aus deinem Zierfruchtbeet: 10 bis 15 Einzelproben mischen und davon rund 500 g ins Labor schicken. Lege in einer ruhigen Ecke eine Laubschicht für Marienkäfer an, und lass die Staudenstängel bis zum Frühjahr stehen.




