Bartfaden aussäen: Zeitpunkt, Keimtemperatur und Sämlingspflege
- Penstemon barbatus 'Twizzle Scarlet' ziehst du im März im Haus vor.
- Die Samen bedeckst du dünn mit Erde oder Vermiculit.
- Während Quellung und Keimung bleibt das Aussaatsubstrat ständig ausreichend feucht.
- Penstemon hartwegii keimt in der einjährigen Anzucht bei 20 bis 22 °C.
- Bei Penstemon digitalis kann eine Kühlperiode unter 5 °C nötig werden.
- Sämlinge hell und kühl weiterziehen, abhärten und erst ohne Frostgefahr auspflanzen.

Eine Bartfaden-Schale, in der sich nichts regt, muss kein Fehlschlag sein. Bei Penstemon digitalis kann die Keimung ungleichmäßig verlaufen, und manchmal wird erst eine Kühlperiode nötig. Bevor ich säe, lese ich deshalb zuerst, welche Art auf der Tüte steht. Danach richte ich Termin, Temperatur und meine Geduld aus.
Bartfaden ist der deutsche Gartenname der Gattung Penstemon. Für die Aussaat zählt deshalb immer die Art auf deiner Saatgut-Tüte, nicht nur der Name Bartfaden.
Wann säst du Bartfaden aus?
Penstemon barbatus ‘Twizzle Scarlet’ ziehst du im März im Haus vor. Nach der Keimung wachsen die Sämlinge hell und kühl weiter. Ins Beet kommen sie erst, wenn sie abgehärtet sind und keine Frostgefahr mehr besteht. Weil du im März säst, aber erst nach dem Ende der Frostgefahr auspflanzt, brauchen die Sämlinge bis dahin einen hellen, kühlen Platz im Haus. Diesen Platz suche ich mir aus, bevor ich die erste Schale fülle.
Für andere Arten und Sorten richtest du den Termin nach der Angabe auf der Saatgut-Tüte. Bei Penstemon digitalis plane ich zusätzlich Zeit ein, weil eine Kühlperiode nötig werden kann.
Im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken hast du deine Staudenaussaaten über das Jahr im Blick.
Vorziehen im Haus oder direkt ins Beet?
Ich ziehe Bartfaden in Schalen oder kleinen Töpfen im Haus vor. Dort habe ich Temperatur und Feuchte im Blick, und an beidem hängt die Keimung. Ob für deine Sorte auch eine Direktsaat ins Freiland infrage kommt, entnimmst du der Saatgut-Tüte.
Was du für die Vorkultur brauchst
Für die Vorkultur stelle ich Aussaatschalen oder kleine Töpfe, Aussaaterde, VermiculitVermiculit ist ein natürliches Mineral, das durch starkes Erhitzen zu einem leichten, porösen Granulat aufgebläht wird. Als Zusatz in Anzucht- und Pflanzerden lockert es das Substrat und speichert Wasser sowie gelöste Nährstoffe., einen feinen Sprüher, Etiketten und ein Pikierholz bereit. Jedes Gefäß braucht freie Abzugslöcher im Boden, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Eine durchsichtige Haube oder Folie lege ich nach dem Säen über die Schale, damit die Oberfläche nicht so schnell abtrocknet.
Das Beet für die Jungpflanzen vorbereiten
Das Beet, in das die Jungpflanzen später kommen, lockere ich im Frühjahr erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Dafür nehme ich eine Grabgabel oder einen Krail. Wurzelunkräuter und Bodenverdichtungen beseitige ich dabei gleich mit, damit ein durchlässiger, bewuchsfreier Pflanzboden entsteht.
Wie tief säst du Bartfaden, und womit deckst du ab?
Die Samen von Penstemon barbatus ‘Twizzle Scarlet’ bedeckst du nur dünn mit Erde oder Vermiculit. Wie tief gesät wird, hängt bei Stauden an der Art. Bei jeder anderen Sorte halte ich mich deshalb an die Angabe auf der Tüte.
Ich verteile die Samen auf der angefeuchteten Aussaaterde und siebe die Deckschicht darüber, damit sie gleichmäßig liegt. Danach drücke ich die Oberfläche leicht an und befeuchte sie mit dem Sprüher, sodass nichts verschwemmt wird. Sobald die ersten KeimblätterKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. erscheinen, nehme ich die Haube ab.
Ich beschrifte jede Schale sofort mit Art, Sorte und Aussaatdatum. Bei Bartfaden brauche ich den Artnamen später, um zu entscheiden, ob ich weiter warte oder eine Kühlperiode einplane.
Welche Keimtemperatur braucht Bartfaden?
Eine Keimtemperatur für alle Bartfaden gibt es nicht, denn die Arten verhalten sich beim Keimen verschieden. Die Übersicht zeigt, was für die einzelnen Arten gilt.
| Art | Aussaat und Keimung |
|---|---|
| Penstemon hartwegii, einjährig angezogen für den Freilandschnitt | keimt bei 20 bis 22 °C innerhalb von 7 Tagen |
| Penstemon digitalis | Keimung kann ungleichmäßig verlaufen; eine Kühlperiode unter 5 °C kann nötig werden |
| Penstemon barbatus ‘Twizzle Scarlet’ | im März im Haus vorziehen, Samen dünn mit Erde oder Vermiculit bedecken, Sämlinge nach der Keimung hell und kühl weiterziehen |
Für Penstemon hartwegii stelle ich die Schale an einen warmen Platz im Haus und lege ein Thermometer daneben. So sehe ich, ob die Temperatur im genannten Bereich bleibt.
Bei Penstemon digitalis kann die Keimung ungleichmäßig verlaufen, und eine Kühlperiode unter 5 °C kann nötig werden. Diese Kälte bekommt die Schale bei mir an einem geschützten Platz draußen, das Substrat halte ich dabei weiter feucht. Wie Aussaat, Vorkultur und das Kaltkeimerverfahren bei Stauden ablaufen, erklärt der Staudenratgeber Schritt für Schritt.
Penstemon hartwegii keimt in der einjährigen Anzucht bei passender Wärme innerhalb von 7 Tagen, Penstemon digitalis kann dagegen erst Kälte brauchen. Eine leere Schale ohne Artnamen sagt dir deshalb wenig darüber, ob die Saat noch kommt.
Wie feucht muss die Aussaat sein?
Während die Samen quellen und keimen, muss das Aussaatsubstrat ständig ausreichend feucht bleiben. Feucht heißt dabei nicht nass, denn überschüssiges Wasser muss durch die Abzugslöcher ablaufen können. Ich befeuchte die Oberfläche mit dem Sprüher, weil ein harter Gießstrahl die feine Deckschicht wegspülen kann.
Gerade bei torffreier Erde fühle ich auch tiefer in die Schale. Eine trockene Oberfläche kann verdecken, dass es weiter unten noch feucht ist.
Aus Sorge ums Austrocknen steht Wasser im Untersetzer, und die Schale bleibt nass. Feucht reicht aber, und überschüssiges Wasser muss ablaufen können. Ich gieße den Untersetzer deshalb aus.
Wenn nichts aufläuft: Woran kann es liegen?
Bevor ich eine Bartfaden-Schale aufgebe, gehe ich die Punkte durch, an denen die Keimung hängen kann.
Diese Fragen kläre ich, bevor ich neu säe.
- Art: Bei Penstemon digitalis kann die Keimung ungleichmäßig verlaufen, und eine Kühlperiode unter 5 °C kann nötig werden.
- Temperatur: Penstemon hartwegii keimt in der einjährigen Anzucht bei 20 bis 22 °C innerhalb von 7 Tagen.
- Feuchte: Das Substrat muss während QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. und Keimung ständig ausreichend feucht sein, ohne dass Wasser in der Schale steht.
- Abdeckung: Liegt die Deckschicht dicker, als die Tüte deiner Sorte angibt?
- Saatgut: Bei älteren Resten mit fraglicher KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. klärt eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt., ob die Samen noch keimen.
Ist dein Saatgut noch keimfähig?
Die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen bleiben bei kühler, dunkler und trockener Lagerung etwa 3 Jahre keimfähig. Das ist eine Orientierung und keine Garantie für jede Art. Trockenes Saatgut lagerst du am besten unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C.
Bei Resten mit fraglicher Keimfähigkeit machst du etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat eine Keimprobe. Dafür lege ich Samen aus dem Rest auf feuchtes Küchenpapier in eine abgedeckte Dose und zähle später, wie viele keimen. Erntest du Samen von HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. selbst, können die Nachkommen deutlich von der Mutterpflanze abweichen.
Wie pflegst du die Sämlinge bis zum Auspflanzen?
Sobald die Keimblätter da sind, kommt die Schale an einen hellen, kühlen Platz. So wachsen die Sämlinge von Penstemon barbatus ‘Twizzle Scarlet’ nach der Keimung weiter, und so halte ich es auch bei anderen Bartfaden.
Stehen die Sämlinge zu dicht, setze ich sie einzeln in kleine Töpfe um, sobald ich sie mit dem Pikierholz greifen kann. Ich fasse sie dabei an einem Keimblatt und nicht am zarten Stängel.
Das Substrat bleibt auch jetzt feucht, aber nicht nass. Wie viel und wie oft du später je nach Wachstumsphase gießt, steht im Ratgeber zum Gießen von Bartfaden ohne Staunässe.
Abhärten und auspflanzen
Vor dem Auspflanzen härte ich die Jungpflanzen ab. Ich stelle die Töpfe tagsüber an einen geschützten Platz nach draußen und hole sie abends wieder herein, bis sie auch nachts draußen bleiben können. Ausgepflanzt wird erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.
Den Pflanzabstand richtest du nach der Angabe für deine Sorte. Welche Sorten zu welcher Gartensituation passen und wie du Bartfaden einpflanzt und im Kübel oder als Schnittblume nutzt, zeigt der Ratgeber dazu.
Welcher Standort und welcher Boden passen zu Bartfaden?
Als grobe Orientierung eignen sich für viele Bartfaden sonnige bis halbschattige Plätze, die konkrete Art gibt aber den Ausschlag. Garten-Bartfaden wird für feuchte Standorte mit durchlässigem, humosem Boden empfohlen, Penstemon ovatus braucht dagegen trockenen, gut durchlässigen Boden. Welcher Platz zwischen Sonne und Halbschatten zu deinem Bartfaden passt und wie du den Boden für Bartfaden vorbereitest, liest du in den Ratgebern dazu.
Wie geht es nach der Anzucht weiter?
Nach dem Auspflanzen beginnt die Pflege im Jahreslauf, vom Gießen bis zur Überwinterung. Was wann ansteht, liest du im Ratgeber zur Bartfaden-Pflege über das ganze Jahr. Den Schnitt behandelt ein eigener Ratgeber, der zeigt, wann und wie du Bartfaden schneidest.
Wie Bartfaden Insekten im Naturgarten fördert und sich naturnah in Beete einbinden lässt, beschreibe ich gesondert. Mit welchen Maßnahmen und Sorten dein Bartfaden länger blüht, zeigt ein weiterer Ratgeber. Bevor die Jungpflanzen hinauskommen, kannst du dein Staudenbeet am Bildschirm planen.
Frisch ausgepflanzte Jungpflanzen kontrolliere ich auf Schnecken und sammle sie ab, denn ein Schneckenzaun schützt nur zuverlässig, wenn innerhalb weiter abgesammelt wird. Weinbergschnecken stehen unter Schutz und dürfen nicht gezielt bekämpft werden. Mehr zum Vorbeugen steht im Staudenratgeber im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen.
Neben der Aussaat vermehrst du Stauden auch durch Teilen oder über StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze.. Wie beides grundsätzlich geht, beschreibt der Staudenratgeber im Abschnitt Teilen, Stecklinge und SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat..




