Blaukissen düngen: Wann es nötig ist und wann du es lässt
- Standortgerecht gepflanzte Blaukissen im Steingarten brauchen normalerweise keinen Zusatzdünger.
- Eine Kompostgabe zur Bodenanreicherung ist bei Polsterstauden wie Blaukissen nicht sinnvoll.
- Stickstoff gibst du nur in der Vegetationsperiode, ab dem Spätsommer nicht mehr.
- Ob und wie viel du düngst, leitest du aus einer Bodenuntersuchung ab, nicht aus dem Kalender.

Beim Blaukissen kommt vor der Frage nach dem richtigen Dünger eine andere: Brauchen deine Polster überhaupt welchen? Zu viel Dünger kann bei Stauden nährstoffarmer Standorte untypisch starkes Wachstum auslösen und die WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. verschlechtern. Ich schaue mir deshalb vor jeder Gabe zuerst den Standort an und erst danach den Dünger.
Brauchen Blaukissen überhaupt Dünger?
Blaukissen, botanisch Aubrieta, gehören zu den Steingartenpflanzen und wachsen in durchlässigen, steinigen und meist nährstoffarmen Böden. Standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen benötigen normalerweise keinen Zusatzdünger. Steht dein Blaukissen sonnig im Steingarten oder in den Fugen einer Trockenmauer, kommt es also in der Regel ohne Dünger aus.
Die Mischung ‚Superbissima‘ wird für sonnige Standorte empfohlen und eignet sich für Steingärten, Trockenmauern sowie Beet- und Wegeinfassungen. Die Sorte ‚SPERLI’s Azurro‘ düngst du im Frühjahr nur sparsam. Beides passt zusammen: Wo eine Gabe überhaupt nötig ist, gehört sie ins Frühjahr. Auch für die Immergrüne Schleifenblume, eine passende Partnerin im Blaukissen-Steingarten, gilt grundsätzlich zurückhaltendes Düngen. Wie du Blaukissen im Steingarten pflegst und mit Partnerpflanzen kombinierst, zeigt der Ratgeber zum Steingarten.
An meiner Trockenmauer dünge ich die Blaukissen nicht. Im Frühjahr gehe ich die Mauer ab, schaue, ob die Polster gleichmäßig austreiben, und prüfe am Mauerfuß, ob dort Wasser steht.
Wann du Blaukissen düngst, wenn überhaupt
Brauchen deine Blaukissen eine Gabe, gehört sie ins Frühjahr. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei. Eine Gabe auf gefrorenen Boden bringt deinen Polstern deshalb wenig, und ich warte, bis die Erde aufgetaut und feucht ist. Bei feuchtwarmer Witterung können organische Dünger dagegen unter Umständen sehr viel freisetzen.
Stickstoffdüngung unterbleibt ab dem Spätsommer, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Überhöhte, zu häufige oder außerhalb der VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. gegebene Stickstoffgaben können zudem als Nitrat ausgewaschen werden. Kalium ist der Sonderfall: Bedarfsgerecht kannst du es auch zwischen Mitte Oktober und Ende November geben, also wenn eine Bodenuntersuchung einen Bedarf zeigt.
Übers Jahr ergibt das einen einfachen Plan:
| Zeitraum | Was beim Blaukissen gilt |
|---|---|
| Frühjahr, Boden aufgetaut und feucht | Zeit für eine Gabe, falls nötig; ‚SPERLI’s Azurro‘ nur sparsam |
| ab Spätsommer | kein Stickstoff mehr, damit die Pflanzen aushärten |
| Mitte Oktober bis Ende November | Kalium nur bei Bedarf laut Bodenuntersuchung |
| Winter, Blaukissen im Kübel | grundsätzlich keine Düngung |
„Eine letzte Düngung im Spätsommer macht Blaukissen fit für den Winter.“ Für Stickstoff stimmt das nicht: Er unterbleibt ab dem Spätsommer, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Bei Stauden nährstoffarmer Standorte kann übermäßige Düngung die Winterhärte sogar verschlechtern.
Womit du düngst und was du weglässt
Beim Blaukissen zählt vor allem, was nicht aufs Beet kommt. Das betrifft Kompost an der falschen Stelle, Flüssigdünger auf trockenem Boden und Kalk ohne Messung.
Holzasche gehört weder direkt ins Beet noch auf den Kompost, auch wenn sie aus naturbelassenem Holz stammt.
Kompost: für die Prachtstauden, nicht für die Polster
Für PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. und trockenheitsliebende mediterrane Stauden ist eine Kompostgabe zur Bodenanreicherung nicht sinnvoll. Prachtstauden erhalten dagegen im Frühjahr 3 l Kompost/m², den du leicht einarbeitest. Stark wachsende Prachtstauden wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen können dazu noch HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne. bekommen. Blaukissen zählen als Polsterstauden nicht zu dieser Gruppe.
Blaukissen eignen sich auch als Beet- und Wegeinfassung, und die Prachtstauden dahinter bekommen im Frühjahr Kompost. Verteilst du ihn über die ganze Rabatte, landet am Rand also eine Gabe, die für die Polster nicht sinnvoll ist. Kompost zählt außerdem bei jeder Düngung mit, weil er neben organischer Substanz auch Nährstoffe liefert.
Den Frühjahrskompost bis an die Beetkante zu verteilen, an der die Blaukissen wachsen. Lass den Streifen mit den Polstern aus und arbeite den Kompost nur bei den Prachtstauden ein.
Flüssigdünger: nur auf feuchten Boden
Greifst du bei großer Hitze oder längerer Trockenheit zu Flüssigdünger, feuchtest du den Boden zuerst an. Danach gibst du den Dünger niedrig konzentriert auf die Erde und nicht über die Blätter. Ich gieße dafür morgens direkt im Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und das Laub nicht unnötig nass wird.
Kalk nur nach Messung
Regelmäßig ausgebrachter Kompost liefert dem Boden auch Kalzium und zählt deshalb mit, wenn du über Kalk entscheidest. Liegt der gemessene pH-Wert oberhalb des Zielbereichs für deine Bodenart, kommen weder Kalk noch kalkhaltige Dünger aufs Beet. Wie du den pH-Wert für Blaukissen prüfst und den Boden verbesserst, erklärt ein eigener Ratgeber, die Zielbereiche je Bodenart der Abschnitt Standort und Boden im Stauden-Ratgeber.
Wie viel: Bodenuntersuchung statt Bauchgefühl
Eine feste Menge pro Quadratmeter lässt sich für Blaukissen nicht nennen, weil der Bedarf vom Vorrat im Boden abhängt. Die Düngermenge richtet sich nach Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und Produktangabe, Nährstoffe aus Kompost rechnest du mit. Aus der Bodenuntersuchung leitest du ab, welcher Nährstoff in welcher Menge nötig ist.
Die Standarduntersuchung erfasst üblicherweise PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5., Kali und den Kalkbedarf, Stickstoff musst du gesondert beauftragen. Wer regelmäßig Kompost gibt, lässt den Boden alle 4 bis 5 Jahre auf Phosphor- und Kaliumanreicherungen prüfen. Bei stark erhöhten Werten schränkst du weitere Kompostgaben ein. Ich nehme die Probe für den Steingarten getrennt vom übrigen Garten, weil jede einheitlich genutzte Fläche ihre eigene MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. bekommt.
Für die Mischprobe stichst du 10 bis 15 Mal gleichmäßig verteilt in die Fläche, im Oberboden bis etwa 25 bis 30 cm tief. Die Einzelproben mischst du und schickst davon rund 500 g zur Untersuchung.
Zu viel oder zu wenig? Warnzeichen vorsichtig deuten
Wächst ein Blaukissen nach einer Düngung untypisch stark, kann das auf zu viel Dünger hindeuten. Bei Stauden nährstoffarmer Standorte ist das eine mögliche Folge übermäßiger Düngung, ebenso eine schlechtere Winterhärte. Dann setzt du weitere Gaben aus und lässt den Boden untersuchen.
Kümmert ein Polster, liegt das nicht zwingend an fehlenden Nährstoffen. Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Eisenmangelchlorosen können durch einen zu hohen Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. entstehen, aber auch durch verdichteten oder vernässten Boden. Bei einem pH-Wert über 7,0 kann die Verfügbarkeit von Eisen stark eingeschränkt sein, sodass Mangelsymptome trotz vorhandener Bodenvorräte möglich sind. Liegt die Ursache bei pH-Wert oder Nässe, setzt Nachdüngen an der falschen Stelle an. Ich prüfe bei einem kümmernden Polster deshalb zuerst mit dem Finger, ob die Erde nass ist.
Blaukissen im Topf düngen
Die Mischung ‚Superbissima‘ eignet sich auch für die GefäßkulturGefäßkultur ist der Anbau von Pflanzen in Töpfen, Kübeln, Kästen oder Kisten statt direkt im Gartenboden. So kannst du Gemüse, Kräuter oder Blumen auch auf Balkon und Terrasse ziehen., und ‚SPERLI’s Azurro‘ ist ebenfalls für Kübel und Töpfe geeignet. Für Steingartenpflanzen im Gefäß passt ein lockeres, nährstoffarmes Substrat. Torffreie Erden sind meist vorgedüngt, können durch ihre Ersatzstoffe aber die Stickstoffverfügbarkeit einschränken. Bei torffreien Bioerden passt du die Nachdüngung deshalb an die tatsächlich verfügbare Stickstoffversorgung an.
Ein größeres Substratvolumen speichert mehr Wasser und Nährstoffe. Überwinternde Kübelpflanzen bekommen im Winter grundsätzlich keine Düngung. Beim Eintopfen lese ich auf dem Sack nach, ob die Erde vorgedüngt ist, und schreibe es mir für das Frühjahr auf. Gefäß, Substrat und Winterschutz im Einzelnen beschreibt die Anleitung, wie du Blaukissen in Töpfen und Balkonkästen ziehst.
Was neben dem Düngen ansteht
Die Mischung ‚Superbissima‘ schneidest du ab dem zweiten Jahr nach der Blüte leicht zurück, ältere Polster verjüngst du im Frühjahr durch Teilung. Welche Arbeiten übers Jahr anstehen, zeigt der Jahresplan für deine Blaukissen, Gießen und Winterschutz vertieft der Ratgeber zur Blaukissen-Pflege im Frühlingsgarten. Die artübergreifenden Grundlagen stehen im Abschnitt Pflege im Jahreslauf des Stauden-Ratgebers.




