Margeriten schneiden: Wann, wie und wofür du die Schere ansetzt
- Welke Blütenköpfe abschneiden, denn Samenbildung kann weitere Blüten vermindern.
- Nach dem ersten Flor zurückschneiden: Bei der Wiesen-Margerite ‚SPERLI's Schneeweißchen‘ fördert das eine Nachblüte im Spätsommer.
- Abgestorbene Stängel über Winter stehen lassen, denn sie bilden einen natürlichen Winterschutz.
- Im Spätwinter abgestorbene Triebe 3 bis 5 cm über dem Boden abschneiden.
- Blätter mit Pilzbefall schon im Herbst entfernen und über Haus- oder Biomüll entsorgen.

Wenn bei meinen Margeriten der erste große Flor vorbei ist, stehen braune Köpfe zwischen den letzten weißen Blüten. Genau dann hole ich die Schere. Die Wiesen-Margerite blüht von Mai bis Oktober, und Samenbildung kann bei vielen Sommerblumen und Stauden weitere Blüten vermindern. Wer welke Köpfe rechtzeitig abnimmt, kann deshalb die weitere Blüte fördern. Dazu kommen im Jahr nur wenige Schnitte: einer nach dem ersten Flor, eine Auslese im Herbst und der bodennahe Schnitt im Spätwinter.
Gemeint ist hier die Staudenmargerite der Gattung Leucanthemum, etwa die heimische, winterharte Wiesen-Margerite Leucanthemum vulgare oder Sorten wie ‚Maikönigin‘ mit einfachen und ‚Christine Hagemann‘ mit gefüllten Blüten. Die Strauchmargerite Argyranthemum frutescens gehört zu einer anderen Gattung, ihr Schnitt ist nicht Thema dieses Ratgebers.
Der Schnittkalender auf einen Blick
Jeder Schnitt hat bei Margeriten seinen eigenen Zweck. Die Tabelle zeigt, wann du was schneidest und wozu.
| Zeitpunkt | Was du schneidest | Wozu |
|---|---|---|
| Während der Blüte, bei der Wiesen-Margerite Mai bis Oktober | welke Blütenköpfe samt Stiel | weitere Blüte fördern, unerwünschte SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. verhindern |
| Nach dem ersten Flor | abgeblühte Stiele bis ins grüne Laub | Nachblüte im Spätsommer, bei der Sorte ‚SPERLI’s Schneeweißchen‘ |
| Herbst | nur Blätter mit Pilzbefall | gesunde Stängel bleiben als Winterschutz und Unterschlupf für Insekten stehen |
| Spätwinter oder zeitiges Frühjahr | abgestorbene Triebe, 3 bis 5 cm über dem Boden | Beet für den Neuaustrieb räumen |
| Für die Vase | einzelne Stiele, morgens oder abends bei trockenem Wetter | frische Sträuße |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet; gegebenenfalls stützen.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, alkalische, neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut drainierter Boden.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für eine sommerblühende Gartenwiese.
Pflege
- Pflege
Kleine Teilstücke zunächst im Topf im Frühbeet bewurzeln lassen.
- Düngung
Wiesen mit den angebotenen Margeriten nicht düngen, denn Düngung kann Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.
Verblühtes ausputzen: der Schnitt während der Blüte
Ein welker Margeritenkopf beginnt, Samen anzusetzen. Weil Samenbildung weitere Blüten vermindern kann, lohnt es sich, ihn früh abzuschneiden. Eine Garantie für neue Blüten ist das nicht, es verbessert nur die Aussicht darauf.
Ich gehe dafür mit der Gartenschere durchs Beet, sobald die ersten Köpfe braun werden. Den welken Kopf schneide ich samt Stiel ab, und zwar über der nächsten Knospe oder dem nächsten Blatt am Stängel. Sitzt am Stiel keine Knospe mehr, nehme ich ihn ganz bis ins Laub zurück. So stehen keine kahlen Stiele über dem Grün.
Das AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. hat einen zweiten Zweck: Bei vielen Stauden kann das rechtzeitige Entfernen verwelkter Blüten unerwünschte Selbstaussaat verhindern. Die Früchte der Wiesen-Margerite reifen im September und Oktober. Wer bis in den Herbst ausputzt, nimmt ihr also genau die Köpfe, aus denen sonst Samen würden. Willst du eigenes Saatgut, lass an einer Pflanze einige abgeblühte Köpfe bis zum Herbst ausreifen. Wie du Margeritensamen aussäst und eigenes Saatgut gewinnst, erklärt der Aussaat-Ratgeber.
Rückschnitt nach dem ersten Flor
Ist der erste große Flor fast ganz verblüht, schneide ich nicht mehr Kopf für Kopf. Ich nehme dann die abgeblühten Stiele gesammelt zurück. Statt einer festen Höhe orientiere ich mich am Laub: Die grünen Blätter an der Basis bleiben stehen, die braunen Stiele darüber kommen weg.
Bei der Wiesen-Margerite ‚SPERLI’s Schneeweißchen‘ fördert ein RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. nach dem ersten Flor eine Nachblüte im Spätsommer. Bei anderen Sorten kann der Schnitt aus demselben Grund helfen wie das Ausputzen, weil die Pflanze dann keine Samen ausbildet. Eine zweite Blüte garantiert er nicht.
Danach beobachte ich, ob aus dem Laub neue Blütenstiele schieben. Fällt der Schnitt in eine Trockenphase, gieße ich morgens direkt an die Wurzeln und lasse die Blätter trocken.
Ich schneide nach dem ersten Flor nie alle Margeriten auf einmal zurück. An einer Pflanze lasse ich die Köpfe für die Samenernte stehen, die übrigen nehme ich bis ins Laub zurück.
Im Herbst: stehen lassen, nur Krankes heraus
Im Herbst ist die Versuchung groß, das Beet mit der Schere aufzuräumen. Bei Margeriten wartest du damit besser. Abgestorbene Stängel und Blätter von Stauden bilden einen natürlichen Winterschutz, deshalb bleiben sie im Herbst stehen. Ein Teil der dürren Stängel kann sogar das ganze Jahr stehen bleiben und Insekten Unterschlupf bieten.
Für Insekten ist die Wiesen-Margerite ohnehin wertvoll, denn sie bietet Wildbienen, SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. und Schmetterlingen Nahrung. Was Margeriten für Bienen und Schmetterlinge leisten, liest du im Ratgeber zum insektenfreundlichen Garten.
Eine Ausnahme ist krankes Laub. Gesundes altes Staudenlaub darf bis April oder Mai stehen, pilzbefallene Blätter entfernst du schon im Herbst. Kranke Pflanzenteile gehören in den Haus- oder Biomüll, weil im Gartenkompost möglicherweise nicht genug Hitze entsteht, um die Erreger abzutöten.
Im Herbst alles bodennah abräumen. Damit fehlt den Margeriten der Winterschutz aus den eigenen Stängeln und den Insekten ihr Unterschlupf. Der bodennahe Schnitt hat Zeit bis zum Spätwinter.
Spätwinter: der bodennahe Rückschnitt
Den großen Schnitt des Jahres machst du im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr. In sommergrünen Staudenpflanzungen werden standfeste Stängel und Fruchtstände erst dann zurückgeschnitten. Ich nehme dafür eine scharfe Gartenschere und fasse die dürren Stängel einer Pflanze zu einem Bündel zusammen. Dann schneide ich sie 3 bis 5 cm über dem Boden ab.
Sitzt am Boden schon grünes Laub, schneidest du es nicht mit ab. Dort entfernst du nur braune oder kranke Blätter.
Für den Spätwinterschnitt abgestorbener Staudentriebe reicht die Spanne von 3 bis 10 cm über dem Boden. Im Hausgarten gelten 3 bis 5 cm, beim flächigen Rückschnitt 5 bis 10 cm. Winter- und immergrüne Arten sowie Halbsträucher sind vom flächigen Schnitt ausgenommen.
Margeriten für die Vase schneiden
Margeriten eignen sich als Schnittblume. Ich schneide sie morgens oder abends bei trockenem Wetter und stelle sie sofort kühl ins Wasser. Zur Erstversorgung stehen sie 2 Stunden an einem kühlen, schattigen Platz, bis unter die Blüten im Wasser. Vor dem Einstellen schneidest du die Stielenden mit einem scharfen Messer noch einmal schräg an. Blätter, die ins Wasser ragen, entfernst du, und das Vasenwasser wechselst du regelmäßig.
Nach dem Schnitt: düngen und gießen?
Nach einem kräftigen Schnitt fragt man sich schnell, ob jetzt Dünger nötig ist. Ob eine Staude Nährstoffe braucht, ergibt sich aber aus ihrem Bedarf und dem Angebot im Boden. Eine Bodenanalyse zeigt dir, was dort vorhanden ist.
Bei der Wiesen-Margerite kommt hinzu, dass Düngung sie in Wiesen aus dem Bestand verdrängen kann. Auf Ellenbergs Stickstoffskala, die von stickstoffärmsten bis zu übermäßig stickstoffreichen Standorten reicht, steht sie bei 3. Mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind zudem anfälliger für Krankheiten. Für eine Art mit diesem Stickstoffwert ist der Schnitt allein also kein Grund, Stickstoff nachzuschieben; bei Gartensorten entscheidet die Bodenanalyse. Ab dem Spätsommer bekommen mehrjährige Gartenpflanzen ohnehin keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit sie ausreifen können.
Gegossen wird morgens und direkt im Wurzelbereich, ohne die Blätter zu benetzen. Dann trocknet das Laub schneller ab, und die Gefahr von Blattkrankheiten sinkt. Gieß lieber seltener und durchdringend, bevor der Untergrund ganz austrocknet.
„PhosphorPhosphor ist ein Pflanzennährstoff, der eine zentrale Rolle im Energiehaushalt der Pflanze spielt und Bestandteil von Erbsubstanz und Zellmembranen ist. In der Praxis spricht man meist von Phosphat. macht mehr Blüten.“ Phosphor braucht die Pflanze für Energiehaushalt, Erbsubstanz und Zellmembranen. Ein pauschaler Blühverstärker ist er nicht.
Teilen, Krankheiten und Winter in Kürze
Alte Horste teilen
Lässt die Blühleistung nach, kann bei dafür geeigneten Stauden nach 3 bis 5 Jahren Teilen und Neupflanzen nötig werden. Jedes etwa faustgroße Teilstück braucht mindestens ein austriebsfähiges Auge, kleine Margeriten-Teilstücke bewurzelst du zuerst im Topf im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet.. Wie du Stauden teilst, aus Stecklingen ziehst und mit Selbstaussaat umgehst, steht im Stauden-Ratgeber.
Krankheiten und Schädlinge
Beim Schneiden hast du jede Pflanze dicht vor Augen, und bei Leucanthemum lohnt dabei der Blick auf schwarze Blattläuse und Schnecken. Ein weißer, abwischbarer Belag auf der Blattoberseite kann auf Echten MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt. hindeuten; befallene Blätter pflückst du dann ab. Wie du Margeriten vor Krankheiten, Schädlingen und Frost schützt, erklärt der Margeriten-Kulturratgeber.
Über den Winter
Die Wiesen-Margerite ist mehrjährig und winterhart, sie überwintert im Beet mit ihren stehen gelassenen Stängeln. Die Strauchmargerite kommt dagegen in ein frostfreies, helles Winterquartier um 10 °C und wird dort nur wenig gegossen. Mehr zu WinternässeWinternässe ist Nässe in der kalten Jahreszeit, unter der vor allem Pflanzen aus Gebieten mit trockenen Wintern leiden. Bei ungünstiger Witterung können ihre Überwinterungssprosse faulen – auch wenn die Pflanzen als winterhart gelten. und Kübeln findest du im Stauden-Ratgeber unter Pflege im Jahreslauf sowie Topf und Balkonkasten.



