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Margeriten schneiden: Wann, wie und wofür du die Schere ansetzt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Welke Blütenköpfe abschneiden, denn Samenbildung kann weitere Blüten vermindern.
  • Nach dem ersten Flor zurückschneiden: Bei der Wiesen-Margerite ‚SPERLI's Schneeweißchen‘ fördert das eine Nachblüte im Spätsommer.
  • Abgestorbene Stängel über Winter stehen lassen, denn sie bilden einen natürlichen Winterschutz.
  • Im Spätwinter abgestorbene Triebe 3 bis 5 cm über dem Boden abschneiden.
  • Blätter mit Pilzbefall schon im Herbst entfernen und über Haus- oder Biomüll entsorgen.
Weiße Blüten der Margerite (Leucanthemum) mit gelber Mitte
Foto: siebeckdotcom · Pixabay Content License · Quelle ↗

Wenn bei meinen Margeriten der erste große Flor vorbei ist, stehen braune Köpfe zwischen den letzten weißen Blüten. Genau dann hole ich die Schere. Die Wiesen-Margerite blüht von Mai bis Oktober, und Samenbildung kann bei vielen Sommerblumen und Stauden weitere Blüten vermindern. Wer welke Köpfe rechtzeitig abnimmt, kann deshalb die weitere Blüte fördern. Dazu kommen im Jahr nur wenige Schnitte: einer nach dem ersten Flor, eine Auslese im Herbst und der bodennahe Schnitt im Spätwinter.

Kurz erklärt

Gemeint ist hier die Staudenmargerite der Gattung Leucanthemum, etwa die heimische, winterharte Wiesen-Margerite Leucanthemum vulgare oder Sorten wie ‚Maikönigin‘ mit einfachen und ‚Christine Hagemann‘ mit gefüllten Blüten. Die Strauchmargerite Argyranthemum frutescens gehört zu einer anderen Gattung, ihr Schnitt ist nicht Thema dieses Ratgebers.

Der Schnittkalender auf einen Blick

Jeder Schnitt hat bei Margeriten seinen eigenen Zweck. Die Tabelle zeigt, wann du was schneidest und wozu.

Zeitpunkt Was du schneidest Wozu
Während der Blüte, bei der Wiesen-Margerite Mai bis Oktober welke Blütenköpfe samt Stiel weitere Blüte fördern, unerwünschte Selbstaussaat verhindern
Nach dem ersten Flor abgeblühte Stiele bis ins grüne Laub Nachblüte im Spätsommer, bei der Sorte ‚SPERLI’s Schneeweißchen‘
Herbst nur Blätter mit Pilzbefall gesunde Stängel bleiben als Winterschutz und Unterschlupf für Insekten stehen
Spätwinter oder zeitiges Frühjahr abgestorbene Triebe, 3 bis 5 cm über dem Boden Beet für den Neuaustrieb räumen
Für die Vase einzelne Stiele, morgens oder abends bei trockenem Wetter frische Sträuße
Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Leucanthemum
Hund
Giftig
Katze
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet; gegebenenfalls stützen.

Bodenart

Kalkhaltige, tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, alkalische, neutrale Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut drainierter Boden.

Anbauort

Die Pflanze eignet sich für eine sommerblühende Gartenwiese.

Pflege

Pflege

Kleine Teilstücke zunächst im Topf im Frühbeet bewurzeln lassen.

Düngung

Wiesen mit den angebotenen Margeriten nicht düngen, denn Düngung kann Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist mehrjährig.

Verwendung

Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.

Aussaatkalender Margerite
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: März, April, Mai, Juni, Juli; Blüte: Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober; Ernte: AugustJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberBlüte: OktoberErnteErnte: AugustVorkulturAussaatBlüteErnte

Verblühtes ausputzen: der Schnitt während der Blüte

Ein welker Margeritenkopf beginnt, Samen anzusetzen. Weil Samenbildung weitere Blüten vermindern kann, lohnt es sich, ihn früh abzuschneiden. Eine Garantie für neue Blüten ist das nicht, es verbessert nur die Aussicht darauf.

Ich gehe dafür mit der Gartenschere durchs Beet, sobald die ersten Köpfe braun werden. Den welken Kopf schneide ich samt Stiel ab, und zwar über der nächsten Knospe oder dem nächsten Blatt am Stängel. Sitzt am Stiel keine Knospe mehr, nehme ich ihn ganz bis ins Laub zurück. So stehen keine kahlen Stiele über dem Grün.

Das Ausputzen hat einen zweiten Zweck: Bei vielen Stauden kann das rechtzeitige Entfernen verwelkter Blüten unerwünschte Selbstaussaat verhindern. Die Früchte der Wiesen-Margerite reifen im September und Oktober. Wer bis in den Herbst ausputzt, nimmt ihr also genau die Köpfe, aus denen sonst Samen würden. Willst du eigenes Saatgut, lass an einer Pflanze einige abgeblühte Köpfe bis zum Herbst ausreifen. Wie du Margeritensamen aussäst und eigenes Saatgut gewinnst, erklärt der Aussaat-Ratgeber.

Rückschnitt nach dem ersten Flor

Ist der erste große Flor fast ganz verblüht, schneide ich nicht mehr Kopf für Kopf. Ich nehme dann die abgeblühten Stiele gesammelt zurück. Statt einer festen Höhe orientiere ich mich am Laub: Die grünen Blätter an der Basis bleiben stehen, die braunen Stiele darüber kommen weg.

Bei der Wiesen-Margerite ‚SPERLI’s Schneeweißchen‘ fördert ein Rückschnitt nach dem ersten Flor eine Nachblüte im Spätsommer. Bei anderen Sorten kann der Schnitt aus demselben Grund helfen wie das Ausputzen, weil die Pflanze dann keine Samen ausbildet. Eine zweite Blüte garantiert er nicht.

Danach beobachte ich, ob aus dem Laub neue Blütenstiele schieben. Fällt der Schnitt in eine Trockenphase, gieße ich morgens direkt an die Wurzeln und lasse die Blätter trocken.

Marias Erfahrung

Ich schneide nach dem ersten Flor nie alle Margeriten auf einmal zurück. An einer Pflanze lasse ich die Köpfe für die Samenernte stehen, die übrigen nehme ich bis ins Laub zurück.

Im Herbst: stehen lassen, nur Krankes heraus

Im Herbst ist die Versuchung groß, das Beet mit der Schere aufzuräumen. Bei Margeriten wartest du damit besser. Abgestorbene Stängel und Blätter von Stauden bilden einen natürlichen Winterschutz, deshalb bleiben sie im Herbst stehen. Ein Teil der dürren Stängel kann sogar das ganze Jahr stehen bleiben und Insekten Unterschlupf bieten.

Für Insekten ist die Wiesen-Margerite ohnehin wertvoll, denn sie bietet Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen Nahrung. Was Margeriten für Bienen und Schmetterlinge leisten, liest du im Ratgeber zum insektenfreundlichen Garten.

Eine Ausnahme ist krankes Laub. Gesundes altes Staudenlaub darf bis April oder Mai stehen, pilzbefallene Blätter entfernst du schon im Herbst. Kranke Pflanzenteile gehören in den Haus- oder Biomüll, weil im Gartenkompost möglicherweise nicht genug Hitze entsteht, um die Erreger abzutöten.

Häufiger Fehler

Im Herbst alles bodennah abräumen. Damit fehlt den Margeriten der Winterschutz aus den eigenen Stängeln und den Insekten ihr Unterschlupf. Der bodennahe Schnitt hat Zeit bis zum Spätwinter.

Spätwinter: der bodennahe Rückschnitt

Den großen Schnitt des Jahres machst du im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr. In sommergrünen Staudenpflanzungen werden standfeste Stängel und Fruchtstände erst dann zurückgeschnitten. Ich nehme dafür eine scharfe Gartenschere und fasse die dürren Stängel einer Pflanze zu einem Bündel zusammen. Dann schneide ich sie 3 bis 5 cm über dem Boden ab.

Sitzt am Boden schon grünes Laub, schneidest du es nicht mit ab. Dort entfernst du nur braune oder kranke Blätter.

Zahl im Blick

Für den Spätwinterschnitt abgestorbener Staudentriebe reicht die Spanne von 3 bis 10 cm über dem Boden. Im Hausgarten gelten 3 bis 5 cm, beim flächigen Rückschnitt 5 bis 10 cm. Winter- und immergrüne Arten sowie Halbsträucher sind vom flächigen Schnitt ausgenommen.

Margeriten für die Vase schneiden

Margeriten eignen sich als Schnittblume. Ich schneide sie morgens oder abends bei trockenem Wetter und stelle sie sofort kühl ins Wasser. Zur Erstversorgung stehen sie 2 Stunden an einem kühlen, schattigen Platz, bis unter die Blüten im Wasser. Vor dem Einstellen schneidest du die Stielenden mit einem scharfen Messer noch einmal schräg an. Blätter, die ins Wasser ragen, entfernst du, und das Vasenwasser wechselst du regelmäßig.

Nach dem Schnitt: düngen und gießen?

Nach einem kräftigen Schnitt fragt man sich schnell, ob jetzt Dünger nötig ist. Ob eine Staude Nährstoffe braucht, ergibt sich aber aus ihrem Bedarf und dem Angebot im Boden. Eine Bodenanalyse zeigt dir, was dort vorhanden ist.

Bei der Wiesen-Margerite kommt hinzu, dass Düngung sie in Wiesen aus dem Bestand verdrängen kann. Auf Ellenbergs Stickstoffskala, die von stickstoffärmsten bis zu übermäßig stickstoffreichen Standorten reicht, steht sie bei 3. Mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind zudem anfälliger für Krankheiten. Für eine Art mit diesem Stickstoffwert ist der Schnitt allein also kein Grund, Stickstoff nachzuschieben; bei Gartensorten entscheidet die Bodenanalyse. Ab dem Spätsommer bekommen mehrjährige Gartenpflanzen ohnehin keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit sie ausreifen können.

Gegossen wird morgens und direkt im Wurzelbereich, ohne die Blätter zu benetzen. Dann trocknet das Laub schneller ab, und die Gefahr von Blattkrankheiten sinkt. Gieß lieber seltener und durchdringend, bevor der Untergrund ganz austrocknet.

Mythos-Check

„Phosphor macht mehr Blüten.“ Phosphor braucht die Pflanze für Energiehaushalt, Erbsubstanz und Zellmembranen. Ein pauschaler Blühverstärker ist er nicht.

Teilen, Krankheiten und Winter in Kürze

Alte Horste teilen

Lässt die Blühleistung nach, kann bei dafür geeigneten Stauden nach 3 bis 5 Jahren Teilen und Neupflanzen nötig werden. Jedes etwa faustgroße Teilstück braucht mindestens ein austriebsfähiges Auge, kleine Margeriten-Teilstücke bewurzelst du zuerst im Topf im Frühbeet. Wie du Stauden teilst, aus Stecklingen ziehst und mit Selbstaussaat umgehst, steht im Stauden-Ratgeber.

Krankheiten und Schädlinge

Beim Schneiden hast du jede Pflanze dicht vor Augen, und bei Leucanthemum lohnt dabei der Blick auf schwarze Blattläuse und Schnecken. Ein weißer, abwischbarer Belag auf der Blattoberseite kann auf Echten Mehltau hindeuten; befallene Blätter pflückst du dann ab. Wie du Margeriten vor Krankheiten, Schädlingen und Frost schützt, erklärt der Margeriten-Kulturratgeber.

Über den Winter

Die Wiesen-Margerite ist mehrjährig und winterhart, sie überwintert im Beet mit ihren stehen gelassenen Stängeln. Die Strauchmargerite kommt dagegen in ein frostfreies, helles Winterquartier um 10 °C und wird dort nur wenig gegossen. Mehr zu Winternässe und Kübeln findest du im Stauden-Ratgeber unter Pflege im Jahreslauf sowie Topf und Balkonkasten.

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Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt, Margeriten zurückzuschneiden?
Welke Blütenköpfe schneidest du während der Blüte ab, die bei der Wiesen-Margerite von Mai bis Oktober reicht. Nach dem ersten Flor nimmst du die abgeblühten Stiele bis ins Laub zurück; bei der Sorte ‚SPERLI's Schneeweißchen‘ fördert das eine Nachblüte im Spätsommer. Die abgestorbenen Stängel lässt du über Winter stehen und schneidest sie im Spätwinter 3 bis 5 cm über dem Boden ab.
Wie oft sollte man Margeriten schneiden?
Eine feste Zahl an Schnitten gibt es nicht, der Anlass entscheidet. Welke Köpfe nimmst du ab, sobald sie braun werden, weil Samenbildung weitere Blüten vermindern kann. Dazu kommen ein Rückschnitt nach dem ersten Flor und der bodennahe Schnitt der abgestorbenen Stängel im Spätwinter.
Welches Werkzeug eignet sich für den Margeritenschnitt?
Für den Rückschnitt der Stängel eignet sich eine scharfe Gartenschere. Für die Vase schneidest du die Stielenden zusätzlich mit einem scharfen Messer schräg an. Ist das Werkzeug mit krankheitsbelasteter Erde verschmutzt, reinigst du es, damit du keine Schaderreger weiterverschleppst.
Was ist der Unterschied zwischen Strauchmargerite und Gartenmargerite bei der Pflege?
Die Strauchmargerite Argyranthemum frutescens und die Staudenmargerite der Gattung Leucanthemum sind verschiedene Pflanzen. Die Wiesen-Margerite Leucanthemum vulgare ist mehrjährig, winterhart und überwintert im Beet. Die Strauchmargerite überwinterst du dagegen frostfrei in einem hellen Quartier um 10 °C und gießt sie dort nur wenig.
Welche Fehler passieren beim Margeritenschnitt häufig?
Wer im Herbst alles bodennah abräumt, nimmt den Pflanzen ihren natürlichen Winterschutz aus abgestorbenen Stängeln und Blättern. Wer welke Köpfe stehen lässt, kann weitere Blüten verschenken, denn Samenbildung kann sie vermindern. Kranke Blätter gehören in den Haus- oder Biomüll, weil im Gartenkompost womöglich nicht genug Hitze entsteht, um Erreger abzutöten.
Brauchen Margeriten nach dem Rückschnitt Dünger?
Ob gedüngt werden muss, ergibt sich aus dem Bedarf der Pflanze und dem Nährstoffangebot im Boden, das eine Bodenanalyse zeigt. In Wiesen kann Düngung Wiesen-Margeriten sogar aus dem Bestand verdrängen. Mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten, und ab dem Spätsommer bekommen mehrjährige Gartenpflanzen keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit sie ausreifen können.
Wie gießt man Margeriten nach dem Rückschnitt richtig?
Gieße morgens und direkt im Wurzelbereich, ohne die Blätter zu benetzen. So trocknet das Laub schneller ab, und die Gefahr von Blattkrankheiten sinkt. Gieße lieber seltener und durchdringend, bevor der Untergrund vollständig austrocknet.
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