Margeriten aussäen: Lichtkeimer richtig säen, pikieren und Samen ernten
- Margeriten sind Lichtkeimer: Samen andrücken und höchstens etwa 0,5 cm tief bedecken.
- Aussaat von März bis Juli, die Anzucht im Haus startet von März bis Mai.
- Keimung ab 15 °C in 10 bis 21 Tagen.
- Abstand 20 bis 30 cm in der Reihe und zwischen den Reihen.
- Vorgezogene Jungpflanzen etwa eine Woche abhärten; in der Schnittstaudenkultur empfiehlt sich die Herbstpflanzung.
- Die Samen reifen im September und Oktober; günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C.

Margeritensamen brauchen Licht, um zu keimen. Wer sie wie Bohnen in die Erde steckt und zudeckt, nimmt ihnen genau das. Ich lege die Samen deshalb auf die Erde, drücke sie an und halte die Oberfläche feucht, bis die ersten Keimlinge stehen. So bringst du Margeriten per Vorkultur oder Direktsaat zum Keimen, ziehst die Sämlinge bis ins Beet und erntest im Herbst Samen für die nächste Aussaat.
Hier geht es um die Margerite Leucanthemum vulgare, eine Art innerhalb der Artengruppe der Wiesen-Margeriten. Die Art ist in Deutschland einheimisch, mehrjährig und winterhart. Die Strauchmargerite Argyranthemum frutescens ist eine andere Pflanze mit eigenen Ansprüchen, deshalb lohnt beim Saatgut der Blick auf den botanischen Namen.
Die Eckdaten für die Aussaat auf einen Blick:
| Was | Wert |
|---|---|
| Aussaatzeit | März bis Juli |
| Start der Anzucht | März bis Mai |
| Saattiefe | 0 bis 0,5 cm, Lichtkeimer |
| Keimtemperatur | ab 15 °C, Obergrenze 18 bis 20 °C |
| Keimdauer | 10 bis 21 Tage |
| Abstand in der Reihe | 20 bis 30 cm |
| Abstand zwischen den Reihen | 20 bis 30 cm |
| Wuchshöhe | 60 bis 80 cm |
| Wuchsbreite | 30 bis 50 cm |
| Tausendkorngewicht, Wild- und GenbankmaterialGenbankmaterial ist Saat- oder Pflanzgut aus dem Bestand einer Genbank, etwa einer Sammlung von Kulturpflanzen und ihren wilden Verwandten. Es wird nur in kleinen Mengen abgegeben und ist keine Ware eines kommerziellen Saatgutlieferanten. | 0,3116 bis 0,5308 g |
| Samenreife | September und Oktober |
Wann säst du Margeriten aus?
Margeriten säst du von März bis Juli. Die Anzucht im Haus beginnt von März bis Mai. Draußen richtest du dich nach der Keimtemperatur, denn die Samen keimen ab 15 °C. Nach oben liegt die Grenze bei 18 bis 20 °C.
Frühjahr: vorziehen oder direkt säen
Im Frühjahr stehen dir beide Wege offen. Für die Vorkultur spricht, dass du Wärme, Licht und Feuchte im Haus selbst steuerst. Die Direktsaat erspart dir Pikieren und Abhärten, verlangt aber, dass du die oben liegenden Samen im Beet bis zur Keimung feucht hältst. Ich ziehe Margeriten vor, wenn ich nur einzelne Pflanzen für eine Beetlücke brauche, und säe direkt, wenn eine ganze Reihe entstehen soll.
Sommer und Herbst: säen bis Juli, pflanzen im Herbst
Weil du bis Juli säen kannst und sich für Leucanthemum in der Schnittstaudenkultur die Pflanzung im Herbst empfiehlt, passt eine Vorkultur im Frühsommer zeitlich gut zu diesem Pflanztermin. Eine Aussaat im Spätsommer oder Herbst liegt dagegen außerhalb des Aussaatfensters. Im Herbst reifen bei der Margerite stattdessen die Samen, die du für das nächste Jahr sammelst.
Wenn du die Termine für mehrere Stauden zusammen planst, hilft dir der Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet; gegebenenfalls stützen.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, alkalische, neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut drainierter Boden.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für eine sommerblühende Gartenwiese.
Pflege
- Pflege
Kleine Teilstücke zunächst im Topf im Frühbeet bewurzeln lassen.
- Düngung
Wiesen mit den angebotenen Margeriten nicht düngen, denn Düngung kann Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.
Was brauchst du für die Aussaat?
Für die Vorkultur reichen eine Aussaatschale, salzarme Aussaaterde und eine Abdeckhaube. Prüfe die Schale vor dem Befüllen auf Wasserabzugslöcher, denn überschüssiges Gießwasser muss abfließen können. Zum Befeuchten nehme ich eine Sprühflasche, damit die oben liegenden Samen nicht verschwemmt werden. Für das Pikieren legst du einen PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. und kleine Töpfe bereit.
Für die Direktsaat brauchst du eine Grabegabel zum Lockern, einen Rechen und ein Brettchen zum Andrücken der Samen. Beim Saatgut entscheidest du auch über die Blütenform. Die Sorte ‚Maikönigin‘ blüht einfach, ‚Christine Hagemann‘ bildet gefüllte Blüten. Welche Wild- und Zuchtformen der Margerite es gibt und wie du sie im Beet kultivierst, liest du in einer eigenen Anleitung.
Aussaatschale mit Abzugslöchern, salzarme Aussaaterde, Abdeckhaube, Sprühflasche, Pikierstab, kleine Töpfe und Etiketten; für das Beet Grabegabel, Rechen und ein Brettchen zum Andrücken.
Wie gelingt die Vorkultur in der Saatschale?
So säe ich Margeriten im Haus aus:
- Fülle die Schale mit salzarmer Aussaaterde, streiche sie glatt und feuchte sie an.
- Streue die Samen auf und drücke sie mit dem Brettchen an.
- Lass sie unbedeckt oder bedecke sie höchstens etwa 0,5 cm tief, denn Margeriten sind Lichtkeimer.
- Setze die Haube auf und stelle die Schale an einen hellen Platz.
- Halte die Erde während QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. und Keimung ständig ausreichend feucht.
- Nimm die Haube beim ersten Keimling ab und schütze die Sämlinge vor praller Sonne.
Weil die Samen oben liegen und das Substrat während der Keimung ständig feucht bleiben muss, kommt es auf die oberste Erdschicht an. Die Haube hält genau diese Schicht feucht, bis der erste Keimling erscheint. Trotzdem sprühe ich nach, sobald die Oberfläche heller wird. Für die Schale suche ich einen Platz, an dem es nicht wärmer als 20 °C wird.
Ich beschrifte jede Schale mit Art und Aussaattag, bevor ich säe. Nach dem Andrücken sind die feinen Samen auf der Erde kaum noch zu erkennen.
Wie säst du Margeriten direkt ins Beet?
Margeriten wachsen sonnig bis halbschattig auf mäßig nährstoffreichem, feuchtem und gut durchlässigem Boden. Vor der Saat entfernst du Wurzelunkräuter und lockerst das Beet im Frühjahr erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Wie du Standort und Boden für Stauden einschätzt, erklärt der Stauden-Ratgeber.
Rech die Fläche fein und streue die Samen in Reihen auf. Dann drückst du sie mit dem Brettchen an, damit sie Bodenkontakt bekommen. Zudecken musst du sie nicht, denn die Saattiefe liegt bei 0 bis 0,5 cm. Bis zur Keimung hältst du die Saatreihe ständig feucht, ich brause dafür mit feinem Strahl.
An beide Enden jeder Reihe stecke ich einen Stab, damit ich beim Jäten weiß, wo gesät ist. Bei Leucanthemum gehören schwarze Blattläuse und Schnecken zu den möglichen Schädlingen. Deshalb schaue ich die jungen Saatreihen auf beide durch.
Welche Saattiefe und welche Abstände brauchen Margeriten?
Die Samen liegen auf der Oberfläche oder höchstens etwa 0,5 cm tief. In der Reihe brauchen Margeriten 20 bis 30 cm Abstand. Zwischen den Reihen planst du ebenfalls 20 bis 30 cm ein. Die Pflanzen wachsen als frei stehende Staude und werden 60 bis 80 cm hoch; hohe Exemplare stützt du gegebenenfalls.
Stehen die Sämlinge dichter, vereinzelst du sie nach dem Auflaufen auf diesen Abstand. Reihen und Abstände kannst du vorab im Beetplaner für dein Gartenbeet einzeichnen.
Wie keimen Margeriten und wie pflegst du die Sämlinge?
Margeriten keimen in 10 bis 21 Tagen. Die Keimtemperatur beginnt bei 15 °C, und das gilt für die Schale wie für das Beet. Als Lichtkeimer brauchen die Samen Helligkeit. Nach der Keimung stehen die Sämlinge weiter hell, aber vor praller Sonne geschützt.
Während Quellung und Keimung bleibt das Substrat ständig ausreichend feucht. Staunässe verhinderst du über die Abzugslöcher der Schale. Zeigt sich nach 21 Tagen noch nichts, prüfe ich Feuchte, Temperatur und Saattiefe.
Wann und wie pikierst du?
Bei der Vorkultur pikierst du, sobald die dicht stehenden Sämlinge ihre ersten Laubblätter gebildet haben. Mit dem Pikierstab hebst du jeden Sämling samt Wurzeln heraus. Dabei hältst du ihn am KeimblattKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen., ohne daran zu ziehen. Ich setze jeden Sämling einzeln in einen kleinen Topf mit Erde, drücke ihn an und gieße vorsichtig. Danach stehen die Töpfe wieder hell, aber ohne pralle Sonne. Bei der Direktsaat entfällt das Pikieren, dort vereinzelst du auf den Pflanzabstand.
Den Sämling mit den Fingern aus der Erde ziehen. Hebe ihn mit dem Pikierstab an und halte ihn dabei ohne Zug am Keimblatt.
Wann und wie pflanzt du die Jungpflanzen aus?
Im Haus gezogene Margeriten härtest du vor dem Auspflanzen etwa eine Woche ab. Die Töpfe stehen dafür an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz.
In der Schnittstaudenkultur empfiehlt sich für Leucanthemum die Pflanzung im Herbst. Frühjahrsaussaaten pflanze ich aus, wenn sie abgehärtet sind und ihre Wurzeln den Topf ausfüllen.
Vor dem Pflanzen tauchst du jeden Topfballen in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Setze die Pflanze so, dass Ballen und obere Wurzeln 1 cm mit Erde bedeckt sind. In der Reihe und zwischen den Reihen hältst du die Abstände von 20 bis 30 cm ein.
Neu gepflanzte Stauden gießt du bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend, mit etwa 25 l/m² je Gießgang. Das gilt für die ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden. Wie du eingewachsene Stauden gießt, behandelt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt Gießen.
Beim Düngen ist die Wiese ein Sonderfall: Der BUND weist darauf hin, dass Düngung Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen kann. Eine Düngeempfehlung für Garten- oder Schnittsorten folgt daraus nicht; Grundsätzliches steht im Stauden-Ratgeber unter Düngen.
Wie geht es nach dem Anwachsen weiter?
Rückschnitt, Teilung und weitere Vermehrungswege neben der Aussaat erklärt die Anleitung, wie du Margeriten für reiche Blüte und vitale Pflanzen schneidest. Kleine Teilstücke bewurzeln zunächst im Topf im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet..
Die Margerite ist winterhart. Was im Winter, beim Mulchen und gegen Unkraut zu tun ist, findest du im Stauden-Ratgeber unter Pflege im Jahreslauf, Blattläuse und Schnecken unter Krankheiten und Schädlinge.
Die Strauchmargerite Argyranthemum frutescens braucht dagegen ein helles Winterquartier um 10 °C. Für Gefäße gibt es eine eigene Anleitung, wie du Margeriten im Kübel auf Balkon und Terrasse kultivierst und überwinterst.
Für eine sommerblühende Gartenwiese ist die Margerite ebenfalls beschrieben. Wie du sie in einer Wildblumenwiese ansiedelst und über Mahd erhältst, steht dort ausführlich. Die Margerite ist außerdem eine Nahrungsquelle für Nützlinge und Insekten; was Margeriten für Bienen und Schmetterlinge leisten, liest du gesondert.
Wie erntest und lagerst du Margeritensamen?
Woran erkennst du reife Samen?
Bei der Wiesen-Margerite im weiteren Sinn reifen die Früchte im September und Oktober. Für die Saatgutgewinnung lässt du abgeblühte Blütenstände deshalb bis zum Herbst ausreifen. Weil die Früchte erst so spät reif sind und das rechtzeitige Entfernen verwelkter Blüten bei vielen Stauden die unerwünschte Selbstaussaat verhindern kann, entscheidest du schon beim AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. über deine Ernte. Ich lasse an einigen Pflanzen die Köpfe stehen und putze die übrigen aus.
So erntest du die Samen
Ich prüfe die stehen gelassenen Köpfe, indem ich einen zwischen den Fingern reibe. Lösen sich die Früchte, schneide ich die Köpfe in eine Papiertüte. Drinnen reibe ich sie über einem Teller aus und siebe die Blütenreste ab. Stammen deine Pflanzen von einer Hybridsorte, können die Nachkommen deutlich von der Mutterpflanze abweichen.
Wie trocknest und lagerst du die Samen?
Margeritensamen gelten als orthodox, sie vertragen also das Trocknen und eine trockene Lagerung. Lass sie nach der Ernte an einem luftigen, trockenen Platz nachtrocknen. Günstig ist danach eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Kühl, dunkel und trocken gelagert, bleiben die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen etwa 3 Jahre keimfähig. Das ist eine Orientierung und keine Garantie für jede Art. Feucht oder warm gelagertes Wildstaudensaatgut verliert seine KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. schneller als kühl und trocken gelagertes. Ich fülle die Samen in ein Schraubglas und beschrifte es mit Art und Erntejahr.
Keimprobe vor der nächsten Aussaat
Bei Saatgutresten mit fraglicher Keimfähigkeit machst du etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt.. Ich lege dafür abgezählte Samen auf feuchtes Küchenpapier an einen hellen Platz und zähle später die Keimlinge. So weißt du vor dem Säen, ob dein Vorrat noch taugt oder ob du neues Saatgut besorgst.



