Margeriten-Standort: so wählst du Licht, Boden und Windschutz richtig
- Margeriten (Leucanthemum vulgare) wachsen sonnig bis halbschattig, tiefer Schatten passt nicht.
- Der Boden sollte mäßig nährstoffreich, frisch und gut durchlässig sein.
- Kalk-, Ton-, Lehm- und Sandboden kommen infrage, solange kein Wasser steht.
- Die Wiesen-Margerite ist einheimisch, winterhart und mehrjährig.
- Die Strauchmargerite braucht dagegen ein helles Winterquartier um 10 °C.
- Pflanzabstand 20 bis 30 cm in der Reihe und 20 bis 30 cm zwischen den Reihen.
- Bei 60 bis 80 cm Wuchshöhe stützt du sie an windoffenen Stellen bei Bedarf.

Eine Margerite pflanzt du nicht für einen einzigen Sommer. Die Wiesen-Margerite ist mehrjährig und winterhart, der Platz von heute bleibt also über Jahre ihr Platz. Ich prüfe deshalb Licht, Boden und Wind, bevor ich den Spaten ansetze.
Die kurze Antwort auf die Standortfrage lautet: Margeriten wachsen sonnig bis halbschattig, auf mäßig nährstoffreichem, frischem und gut durchlässigem Boden. Weil die Pflanzen 60 bis 80 cm hoch werden, brauchen sie an offenen Stellen gegebenenfalls eine Stütze.
Gemeint ist hier die Wiesen-Margerite, Leucanthemum vulgare im engeren Sinn. Diese Art ist in Deutschland einheimisch und gehört zur Wiesenmargeriten-Artengruppe. Die Strauchmargerite Argyranthemum frutescens ist eine andere Pflanze mit anderen Ansprüchen an den Winter.
Standortprofil der Margerite auf einen Blick
| Merkmal | Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) |
|---|---|
| Licht | sonnig bis halbschattig |
| Boden | mäßig nährstoffreich, frisch, gut drainiert |
| Bodenarten | Kalk-, Ton-, Lehm- und Sandboden |
| Boden-pH | sauer, neutral oder alkalisch |
| Winter | winterhart, mehrjährig |
| Wuchshöhe | 60 bis 80 cm |
| Wuchsbreite | 30 bis 50 cm |
| Pflanzabstand | 20 bis 30 cm in der Reihe |
| Reihenabstand | 20 bis 30 cm |
| Blütezeit | Mai bis Oktober |
| ZeigerwerteZeigerwerte sind Kennzahlen, die angeben, unter welchen Standortbedingungen eine Pflanzenart in der Natur bevorzugt vorkommt, etwa bei Licht, Feuchte, Bodenreaktion oder Stickstoff. Umgekehrt kannst du aus wild wachsenden Pflanzen so auf die Bedingungen am Standort schließen. nach Ellenberg | Licht 7, Feuchte 4, Stickstoff 3, Kontinentalität 3 |
Die Zeigerwerte nach Ellenberg ordnen Pflanzen auf Skalen ein. Die Lichtzahl reicht von 1 für Tiefschatten bis 9 für Volllicht. Die FeuchtezahlDie Feuchtezahl ist eine botanische Kennzahl (Zeigerwert nach Ellenberg) dafür, wie feucht der Boden ist, auf dem eine Pflanzenart in der Natur typischerweise wächst: von 1 (trocken) bis 9 (nass), bei Wasserpflanzen bis 12. läuft von 1 für TrockenheitszeigerTrockenheitszeiger sind Wildpflanzen, die vor allem auf trockenem Boden wachsen. Kommen sie an einer Stelle im Garten gehäuft vor, ist das ein Hinweis darauf, dass der Boden dort eher trocken ist. bis 9 für NässezeigerNässezeiger sind Pflanzen, deren gehäuftes Vorkommen einen sehr nassen Boden anzeigt, oft mit Staunässe. Typische Beispiele sind Ackerminze, Huflattich und Kriechender Hahnenfuß.. Bei der StickstoffzahlDie Stickstoffzahl ist einer der Zeigerwerte nach Ellenberg, also eine Kennzahl von 1 bis 9. Sie zeigt, ob eine Pflanzenart in der Natur eher auf stickstoffarmen (1) oder stickstoffreichen Standorten (9) wächst. steht 1 für stickstoffärmst und 9 für übermäßig stickstoffreich, bei der Kontinentalitätszahl 1 für ozeanisch und 9 für kontinental.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet; gegebenenfalls stützen.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, alkalische, neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut drainierter Boden.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für eine sommerblühende Gartenwiese.
Pflege
- Pflege
Kleine Teilstücke zunächst im Topf im Frühbeet bewurzeln lassen.
- Düngung
Wiesen mit den angebotenen Margeriten nicht düngen, denn Düngung kann Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.
Lichtbedarf: wie viel Sonne Margeriten brauchen
Sonnig bis halbschattig
Die Wiesen-Margerite braucht einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Volle Sonne oder Halbschatten sind geeignet. Nach Ellenberg hat die Margerite die Lichtzahl 7. Damit steht sie auf der hellen Seite der Skala, aber nicht ganz am Volllicht-Ende.
Ich gebe ihr den hellsten Platz, den das Beet hergibt, und plane Halbschatten nur als Ausweichlage ein. Ein Beet mit Sonne am Vormittag und hellem Schatten am Nachmittag liegt für sie noch im passenden Rahmen.
„Margeriten wachsen nur in voller Sonne.“ Die Wiesen-Margerite wächst sonnig bis halbschattig, volle Sonne ist also kein Muss. Tiefer Schatten gehört allerdings nicht zu ihrem Lichtbereich.
Zu wenig oder zu viel Licht
Tiefer Schatten gehört nicht zu ihrem Lichtbereich. Unter dichten Gehölzen oder im Schlagschatten einer hohen Mauer suchst du ihr deshalb einen anderen Platz. Volle Sonne macht ihr dagegen nichts aus. Dort kommt es auf den Boden an, denn er soll frisch bleiben. Eine Mulchdecke hemmt die Verdunstung aus dem Gartenboden und vermindert seine Erwärmung. An einem vollsonnigen Platz kann sie also helfen, den Boden für die Margerite frisch zu halten.
Das Licht im eigenen Garten einschätzen
Ich beobachte einen möglichen Platz an einem klaren Tag am Morgen, zur Mittagszeit und am späten Nachmittag. Dabei notiere ich, wann Hauswand, Hecke oder Baum ihren Schatten darüberlegen. Plätze unter Laubbäumen schaue ich mir erst an, wenn die Bäume ausgetrieben haben. Liegt ein Platz fast den ganzen Tag im Schatten, setze ich Margeriten woanders hin.
Ich stecke vor dem Pflanzen einen Bambusstab an den geplanten Platz. So sehe ich bei jedem Gang durch den Garten, ob er gerade in der Sonne oder im Schatten steht.
Boden: welche Bodentypen sich für Margeriten eignen
Was der Boden mitbringen sollte
Margeriten wollen einen mäßig nährstoffreichen, frischen und gut drainierten Boden. Frisch heißt: Er trocknet nicht dauernd aus und steht auch nicht nass. Die Feuchtezahl der Margerite nach Ellenberg ist 4. Damit liegt sie knapp auf der trockeneren Hälfte der Skala. Bei der Stickstoffzahl hat sie eine 3 und steht auf der stickstoffarmen Seite.
Bodenart: viel Spielraum, solange Wasser abzieht
Bei der Bodenart ist die Margerite wenig wählerisch. Kalk-, Ton-, Lehm- und Sandboden kommen alle infrage. Auch saure, neutrale und alkalische Böden verträgt sie. Für deinen Platz entscheidet also weniger die Bodenart als die Frage, ob überschüssiges Wasser abziehen kann.
Bodenart bestimmen mit der Fingerprobe
Ich mache an jedem neuen Platz zuerst die Fingerprobe. Sie braucht kein Werkzeug und zeigt dir, womit du es im Beet zu tun hast.
Nimm eine Probe feuchter, nicht nasser Erde vom geplanten Platz und forme sie zwischen den Fingern. Lässt sie sich nicht formen, ist es Sand. Ist sie körnig, aber formbar, hast du Lehm. Schmiert und klebt sie, ist es Ton. Der Bestimmungsschlüssel gilt für Böden mit höchstens 4 % organischer Substanz.
pH-Wert, Drainage und Bodenverbesserung in Kürze
Margeriten vertragen saure bis alkalische Böden, gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig ist. Vor der Pflanzung entfernst du Wurzelunkräuter und lockerst verdichteten Boden, bei Staunässe auch tiefer liegende Verdichtungen. Wie du den Boden für Wiesenmargeriten vorbereitest, zeigt der Ratgeber dazu.
Temperatur, Klima und Winterhärte
Welche Temperaturen eine Rolle spielen
Die Wiesen-Margerite ist in Deutschland einheimisch und blüht von Mai bis Oktober im Freien. Bei der Aussaat zählt die Temperatur: Die Samen keimen bei 15 bis 20 °C. Danach stehen die Pflanzen das ganze Jahr draußen.
Winterhärte als Standortkriterium
Die Wiesen-Margerite ist winterhart und mehrjährig. Im Beet brauchst du für sie also kein Winterquartier, und den Platz wählst du nach Licht und Boden statt nach Frostschutz.
Die Strauchmargerite wie eine Staude draußen im Beet überwintern. Die Strauchmargerite Argyranthemum frutescens braucht ein helles Winterquartier um 10 °C. Was für die winterharte Wiesen-Margerite gilt, trifft auf sie im Winter nicht zu.
Klimalagen: ozeanisch oder kontinental
Nach Ellenberg hat die Margerite die Kontinentalitätszahl 3. Damit steht sie auf der ozeanischen Seite der Skala. Bei der Platzwahl schaue ich trotzdem zuerst auf das Kleinklima am Beet: wo die Sonne hinfällt, wie feucht der Boden bleibt und woher der Wind kommt.
Standortwahl im Garten: Beet, Wiese oder Schnittgarten
Im Staudenbeet
In einem Beet, das du von einer Seite betrachtest, stehen höhere LeitstaudenLeitstauden sind die prägenden Stauden eines Beets: langlebige Arten mit mächtigem, auffälligem Wuchs und üppiger Blüte. Sie bilden das Gerüst der Pflanzung, auf das die Begleitstauden abgestimmt werden. hinten und niedrige BodendeckerBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz. vorne. Mit 60 bis 80 cm Höhe gehört die Margerite dort meist in die Mitte. Ich pflanze mit 20 bis 30 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen lasse ich ebenfalls 20 bis 30 cm frei. Die Pflanzen wachsen frei, werden 30 bis 50 cm breit und bekommen an offenen Stellen bei Bedarf eine Stütze.
Wie sich das auf deiner Fläche verteilt, kannst du im Beetplaner für Beetaufteilung und Pflanzabstände durchspielen. Wenn du im Beet keine Sämlinge willst, hilft das rechtzeitige Entfernen verwelkter Blüten. Bei vielen Stauden lässt sich so unerwünschte Selbstaussaat verhindern.
In der Wiese
Margeriten passen in eine sommerblühende Gartenwiese und sind eine Nahrungsquelle für Nützlinge und Insekten. Für die Neuanlage schaffst du eine ebene, feinkrümelige Aussaatfläche ohne problematische Wurzelunkräuter. Der BUND weist für die Wiesenpflege darauf hin, dass Düngung Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen kann. Wenn du Saatgut gewinnen willst, lässt du abgeblühte Blütenstände bis zum Herbst ausreifen. Die Früchte reifen im September und Oktober.
Im Schnittgarten
Margeriten eignen sich als Schnittblumen. In der Schnittstaudenkultur empfiehlt sich für Leucanthemum eine Herbstpflanzung. Der Platz im Schnittbeet braucht dieselben Bedingungen wie im Staudenbeet: hell, frisch und durchlässig.
Nachbarn mit ähnlichen Ansprüchen
Bei Nachbarn achte ich darauf, dass Licht und Boden zusammenpassen. Wer neben der Margerite steht, sollte mit einem hellen Platz und durchlässigem Boden zurechtkommen.
Die Tauben-Skabiose will volle Sonne und gut durchlässigen Kalk-, Lehm- oder Sandboden. Sie wird für Wildblumenwiesen, Bauerngärten und Beete genannt und soll vor WinternässeWinternässe ist Nässe in der kalten Jahreszeit, unter der vor allem Pflanzen aus Gebieten mit trockenen Wintern leiden. Bei ungünstiger Witterung können ihre Überwinterungssprosse faulen – auch wenn die Pflanzen als winterhart gelten. geschützt stehen. Im sonnigen Teil von Beet oder Wiese ist sie damit eine Nachbarin für die Margerite.
Wind und Schutz: wann Margeriten Halt brauchen
Was ein offener Platz bedeutet
Margeriten werden 60 bis 80 cm hoch. Stütze sie gegebenenfalls. Nach Sturm und Starkregen gehe ich deshalb durch das Beet und schaue, ob Stängel umliegen.
Windschatten und Stütze
Ich setze Margeriten lieber in den Windschatten einer Hecke, einer Mauer oder höherer Nachbarstauden als an die offenste Ecke des Gartens. Wo das nicht geht, bekommen sie eine Stütze. Wie du Stauden stützt, gehört im Stauden-Ratgeber zur Pflege im Jahreslauf.
Luft zwischen den Pflanzen
Windschutz heißt nicht, die Pflanzen eng zusammenzudrängen. Ausreichende Pflanzabstände und gute Belichtung gehören zu dem, was Echtem Mehltau an anfälligen Stauden vorbeugen kann. Halte deshalb die Pflanzabstände ein, statt die Margeriten im Windschatten zusammenzurücken.
Säen und pflanzen am gewählten Platz
Margeriten säst du von März bis Juli. Als Lichtkeimer kommen die Samen höchstens etwa 0,5 cm tief in die Erde. Bis die Sämlinge erscheinen, vergehen 10 bis 21 Tage. Wie du Margeritensamen richtig aussäst, erklärt der eigene Aussaat-Ratgeber.
Für das Einpflanzen ins Beet und das Zügeln der Ausbreitung lies nach, wie du Margeriten von der Aussaat bis zur Blüte kultivierst. Die Aussaattermine deiner übrigen Stauden hast du im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser beisammen.
Gießen, Kübel und Pflege am gewählten Platz
Diese Themen gelten für viele Stauden gleich. Die Grundlagen stehen im Stauden-Ratgeber in den Abschnitten Gießen, Düngen, Pflege im Jahreslauf sowie Krankheiten und Schädlinge. Hier steht nur, was für den Margeritenplatz zählt.
Gießen
Neu angelegte Staudenpflanzungen gießt du in den ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend. Als Orientierung gelten dabei etwa 25 l/m² je Gießgang. Wann und wie viel Margeriten im Beet und im Topf brauchen, steht im Ratgeber zum richtigen Gießen von Margeriten.
Margeriten im Kübel
Im Gefäß brauchen Margeriten freie Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Über Winter isolierst du den Topf, das Gießen muss dabei weiter möglich bleiben. Wie Margeriten im Kübel auf Balkon und Terrasse gelingen, zeigt der Kübel-Ratgeber.
Düngen
Ob und wie viel du düngst, richtest du nach einer Bodenuntersuchung, damit die Gabe zum Bedarf passt. Aus dem Hinweis zur Wiesenpflege folgt keine Düngeempfehlung für Garten- oder Schnittsorten. Die Grundlagen stehen im Stauden-Ratgeber unter Düngen.
Schnitt und Winter
Abgestorbene Stängel und Blätter lässt du im Herbst stehen, denn sie bilden einen natürlichen Winterschutz. Zurückgeschnitten wird in sommergrünen Staudenpflanzungen erst im Spätwinter. Wie tief du schneidest, steht im Stauden-Ratgeber unter Pflege im Jahreslauf.
Gesundheit am Standort
Kontrolliere Margeriten auf schwarze Blattläuse und Schnecken, geschützte Weinbergschnecken lässt du dabei in Ruhe. Bei schwachem Blattlausbefall genügt häufig ein Wasserstrahl, mit dem du die Läuse abspritzt. Wie du vorbeugst, kontrollierst und absammelst, beschreibt der Stauden-Ratgeber unter Krankheiten und Schädlinge.



