Rotkohlbeet mulchen: Welches Material passt und wie du es richtig ausbringst
- Mulch vermindert im Sommer Verdunstung und Verschlämmung auf der offenen Erde zwischen den Rotkohlpflanzen.
- Zuerst wird das Beet gejätet und flach gehackt, erst danach kommt die Decke.
- Angetrockneten Rasenschnitt bringst du nur bodendeckend aus und ergänzt ihn dafür öfter.
- Kompost arbeitest du bei Rotkohl in der Pflanzvorbereitung ein, Holzhäcksel gehören auf die Wege.
- Rund um den Strunk bleibt die Erde frei, damit der Stängel abtrocknen kann.
- Auf nassem, schwerem Boden nimmst du in Regenphasen Material weg, bis die Erde abgetrocknet ist.

Rotkohl steht lange im Beet, und zwischen den weit gesetzten Pflanzen bleibt viel Erde offen. Im Sommer trocknet sie dort aus, nach starkem Regen verschlämmt sie, und BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. wächst nach. Ich decke diese Flächen deshalb mit Mulch ab, sobald das Beet gejätet ist.
Welches Material ins Rotkohlbeet passt, wann die Decke aufs Beet kommt und wo sie eher schadet, zeige ich dir hier Schritt für Schritt.
Mulch ist eine Decke aus Material wie Rasenschnitt oder Stroh, die du zwischen den Pflanzen auf die Erde legst. Die Decke schützt die Oberfläche, ohne dass du den Boden bearbeitest. Auf ungemulchten Beeten übernimmt flaches Hacken einen Teil dieser Aufgabe, denn es unterdrückt Beikräuter und vermindert die Verdunstung.
Was bringt Mulch im Rotkohlbeet?
Eine Mulchdecke vermindert im Sommer Verdunstung und VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten.. Die Erde darunter bleibt dadurch länger feucht, und Regen kann leichter einsickern. Das kommt Rotkohl entgegen, denn er braucht feuchten, tiefgründigen, gut durchlässigen und humusreichen Boden. Eine geschlossene Decke erschwert außerdem dem Beikraut das Keimen, weil kaum Licht auf die Erde fällt. Organisches Material zersetzt sich im Lauf der Saison und bringt dabei organische Substanz in den Boden.
Rotkohl wird weit gesetzt und braucht je nach Sorte und Bedingungen 80 bis 160 Tage von der Pflanzung bis zur Reife. Zwischen den Pflanzen liegt deshalb lange offene Erde, die du ohne Decke von Hand frei halten musst. Wie weit du in der Reihe und zwischen den Reihen pflanzt, legst du vorab im Beetplaner fest.
Welches Material passt ins Rotkohlbeet?
Für Rotkohl nehme ich organisches Material, das sich im Beet zersetzt. Die Unterschiede liegen im Umgang: Manches braucht öfter Nachschub, anderes gehört gar nicht direkt an den Kohl.
| Material | Was es mitbringt | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Angetrockneter Rasenschnitt | fällt beim Mähen laufend an, bedeckt die Erde schnell | nur bodendeckend ausbringen und öfter ergänzen, nur Schnitt von unbehandelten Flächen |
| Stroh | hält Feuchtigkeit im Boden, zersetzt sich langsam | locker auflegen, kann Schnecken Unterschlupf bieten |
| Laub | im Herbst reichlich vorhanden | vorher zerkleinern, damit es nicht verklebt oder wegweht |
| Kompost | liefert Nährstoffe, verbessert die BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten. | ist Dünger und wird bei Rotkohl in der Pflanzvorbereitung eingearbeitet, kann Unkrautsamen enthalten |
| Holzhäcksel | hält lange | kann beim Zersetzen Stickstoff binden, deshalb auf die Wege |
| Folie oder Kies | hält lange | bringt dem Boden keine organische Substanz, im Kohlbeet lasse ich beides weg |
Meine Wahl für das Rotkohlbeet ist angetrockneter Rasenschnitt, weil er beim Mähen ohnehin anfällt und sich gut bodendeckend verteilen lässt. Ohne eigenen Rasen nimmst du Stroh und legst es locker auf.
Rotkohl gehört zum Kopfkohl, und Kopfkohl zählt zu den Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf. Holzhäcksel, die beim Zersetzen Stickstoff binden können, lege ich deshalb nur auf die Wege neben dem Beet.
Rasenschnitt: antrocknen lassen und bodendeckend ausbringen
Frisch gemähtes Gras lasse ich antrocknen, bevor es ins Beet kommt. Danach verteile ich es so, dass es die Erde gerade bedeckt, und ergänze es im Lauf der Saison öfter. Nimm nur Schnitt von Flächen, die nicht behandelt wurden.
Frischen Rasenschnitt dick um den Kohl häufen. Nasses Gras in dicker Lage kann verkleben und faulen. Lass den Schnitt antrocknen, bring ihn bodendeckend aus und leg lieber öfter nach.
Weitere Fehler, die in jeder Kulturphase passieren können, findest du bei den typischen Anfängerfehlern im Rotkohlanbau.
Kompost: einarbeiten statt obendrauf legen
Kompost ist für Rotkohl vor allem Dünger, und du arbeitest ihn bei der Pflanzvorbereitung ein. Die jährliche Kompostgabe im Gemüsebeet wird bemessen und bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten eingeschränkt. Eine dicke Kompostdecke käme als ungemessene Zusatzgabe obendrauf, deshalb mulche ich mit anderem Material. Welche Mengen Kohl bekommt, steht im Abschnitt Düngen im Kohl-Ratgeber.
Wann kommt der Mulch aufs Beet?
Zu Kulturbeginn wird Rotkohl gehackt und gejätet, erst danach kommt die Decke. Ich hacke flach, sobald keine Erde mehr an der Hacke kleben bleibt, und ziehe das Beikraut mit den Wurzeln heraus. Ist die Erde trocken, gieße ich vorher gründlich, denn der Mulch gehört auf feuchten, aber nicht nassen Boden.
Bei einer frühen Pflanzung im Frühjahr ist der Boden oft noch kalt. Eine Decke kann seine Erwärmung bremsen, deshalb warte ich dann, bis sich die Erde erwärmt hat. Kommt Rotkohl erst ab Juni ins Freiland, ist der Boden meist schon warm genug. Die Termine für Aussaat und Pflanzung zeigt dir der druckbare Aussaatkalender für Kohl.
Legst du nach der Pflanzung ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. auf, bleibt es bis zur Ernte an den Rändern dicht geschlossen. Deshalb mulche ich direkt vor dem Auflegen, solange ich noch frei an den Boden komme. Muss die Decke wegen kalter Erde warten, öffne ich das Netz später dafür und schließe die Ränder danach wieder dicht.
Beikraut jäten und flach hacken. Trockene Erde vorher gründlich wässern. Mulchmaterial zwischen die Pflanzen legen. Den Strunk rundum frei lassen.
So legst du die Mulchdecke richtig aus
Ich verteile das Material zwischen den Reihen und rund um jede Pflanze, lasse den Strunk aber frei. Liegt nasses Material direkt am Stängel, kann er dort nicht abtrocknen, und das kann Fäulnis begünstigen. Die Decke soll locker liegen, denn eine zu dicke Schicht kann die Bodenbelüftung beeinträchtigen. Du richtest dich dabei nicht nach einer Zentimeterzahl, sondern nach dem Boden darunter: Er soll bedeckt sein und nach einem Regen wieder abtrocknen.
Ich breite frischen Rasenschnitt nach dem Mähen auf dem Rasen aus und lasse ihn dort antrocknen. Dann trage ich ihn ins Beet, verteile ihn zwischen den Pflanzen und ziehe ihn mit der Hand vom Strunk weg.
Stehen Pflanzpartner zwischen den Rotkohlreihen, mulchst du nur die Stellen, die frei bleiben. Welche Nachbarn infrage kommen, liest du im Beitrag darüber, wie du Rotkohl in Mischkultur anbaust. Passende Kombinationen prüfst du im Mischkultur-Planer.
Gießen unter der Decke
In Hitzeperioden gieße ich Rotkohl regelmäßig am Abend, und zwar gründlich statt täglich in kleinen Mengen. Unter dem Mulch siehst du nicht, wie feucht die Erde ist, deshalb schiebst du die Decke vor dem Gießen an einer Stelle beiseite und fühlst nach. Wie viel Wasser Kohl braucht, steht im Kohl-Ratgeber unter Gießen.
Nachmulchen über die lange Standzeit
Organisches Material zersetzt sich, und die Decke wird im Lauf der Saison lückig. Ich lege nach, sobald zwischen den Pflanzen wieder Erde durchscheint. Rasenschnitt braucht dabei öfter Nachschub als Stroh, weil er nur bodendeckend liegt. Vor dem Nachlegen hebe ich die Ränder der alten Decke an und sammle Schnecken ab, die darunter sitzen.
Wenn du während der Kultur nachdüngst, schiebst du die Decke zur Seite, arbeitest den Dünger flach ein und deckst die Stelle wieder zu.
Nasser Boden und Hochbeet: wo die Decke anders wirkt
Auf schwerem, nassem Boden
Infektionen mit KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. werden besonders durch Temperaturen von 20 bis 25 °C und feuchte bis staunasse Erde begünstigt. Weil Mulch die Verdunstung vermindert, hält er auf einem Boden, der ohnehin zu Staunässe neigt, die Nässe zusätzlich im Beet. In langen Regenphasen nehme ich dort Material weg, bis die Erde abgetrocknet ist. Wie du Kohlhernie vorbeugst, liest du im Kohl-Ratgeber unter Krankheiten.
Im Hochbeet
Hochbeeterde erwärmt sich schneller und trocknet dadurch auch schneller aus. Eine Mulchdecke kann diesen Feuchtigkeitsverlust mindern. Dicht bewachsene HochbeeteEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. brauchen bei sommerlicher Hitze trotzdem besonders viel Wasser. Mehr zu Kohl im Hochbeet steht im Kohl-Ratgeber unter Gefäß, Balkon, Hochbeet.
Was passiert mit dem Mulch nach der Ernte?
Im Herbst- und Winteranbau erntest du Rotkohl ab dem Spätherbst bis in den Winter, und Wintersorten können auf dem Beet bleiben. Solange Kohl steht, bleibt auch die Decke liegen. Nach der Ernte arbeite ich die Reste flach ein, wenn ich das Beet für die nächste Kultur vorbereite. Hattest du Kohlhernie im Beet, kommen die Pflanzen samt Wurzeln in den Restmüll und nicht auf den Kompost.
Mulch vermindert im Sommer Verdunstung und Verschlämmung, eine herbstliche Begrünung durchwurzelt den Boden und schützt ihn vor AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt.. Wird das Beet früh genug frei, lässt du deshalb die Begrünung auf den Mulch folgen, und die Erde bleibt über beide Jahreszeiten bedeckt. Welche GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet. in eine Kohlfruchtfolge passt und wie lang die Anbaupause ist, steht im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.




