Gemüse · Kohl · Pflege

Rotkohl düngen: Nährstoffbedarf und Düngeplan in drei Schritten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Rotkohl gehört als Kopfkohl zu den Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf.
  • Kompost arbeitest du bei der Pflanzvorbereitung ein, allein deckt er den Stickstoffbedarf aber nicht.
  • Für Starkzehrer wie Kohl werden jährlich etwa 5 l Kompost je m² empfohlen.
  • Hornmehl bekommt Kopfkohl bis maximal 150 g je m², aufgeteilt in zwei Teilgaben.
  • Lagerkohl wird in der zweiten Hälfte der Kulturzeit nicht mehr gedüngt.
  • Für Kohlkulturen im Garten wird ein Boden-pH von 6,5 bis 7 empfohlen.
  • Als Gründüngung vor Rotkohl passen Phacelia oder Buchweizen, Senf, Ölrettich und Raps dagegen nicht.
Rotkohlköpfe mit violetten Deckblättern, einer davon angeschnitten mit hellen Blattadern im Inneren
Foto: Daniel Dan · Pexels License · Quelle ↗

Rotkohl steht lange im Beet: Von der Pflanzung bis zur Reife vergehen je nach Sorte und Witterung 80 bis 160 Tage. Wer da ohne Plan nachdüngt, gibt leicht noch Dünger, wenn ein Kopf für den Keller keinen mehr bekommen soll. Ich lege deshalb schon beim Vorbereiten des Beets fest, wann und womit ich dünge. Mein Plan hat drei Schritte: Grunddüngung bei der Pflanzvorbereitung, eine zweite Gabe nur bei Bedarf und ein Düngestopp für Köpfe, die ins Lager sollen.

Der Düngeplan für Rotkohl auf einen Blick

Phase Was du tust Worauf du achtest
Vorjahr Hülsenfrüchte als Vorfrucht, Phacelia oder Buchweizen als Gründüngung Keine Kreuzblütler wie Senf, Ölrettich oder Raps
Pflanzvorbereitung Etwa 5 l Kompost je m² einarbeiten, dazu die erste Hornmehl-Teilgabe Kompost einschränken, wenn Phosphor oder Kalium stark erhöht sind
Nach der Pflanzung Hacken und jäten In Hitzeperioden regelmäßig gießen, am besten abends
Während der Kultur Zweite Hornmehl-Teilgabe nur bei Bedarf Beide Teilgaben zusammen bis maximal 150 g je m²
Zweite Hälfte der Kulturzeit Kohl für das Lager nicht mehr düngen Kulturdauer deiner Sorte kennen
Nach der Ernte Möhren, Kopfsalat oder Spinat als Folgekultur Fruchtwechselpause für Rotkohl: 4 Jahre
Aussaatkalender Rotkohl
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: April, Mai; Blüte: Mai, Juni; Ernte: September, Oktober, November; Pflanzung: März, AprilJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniErnteErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Welche Nährstoffe braucht Rotkohl?

Im Mittelpunkt steht Stickstoff, denn Rotkohl gehört als Kopfkohl zu den Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf. Phosphor, Kalium und Magnesium düngst du nicht auf Verdacht, sondern nach einer Bodenuntersuchung. Wie die Nährstoffe zusammenwirken und worin sich organische und mineralische Dünger unterscheiden, erklärt der Abschnitt Düngen im Kohl-Ratgeber.

Ich dünge Rotkohl organisch. Als organische Stickstoffdünger eignen sich im Biogarten Hornmehl, Horngrieß und Hornspäne.

Schritt 1: Beet vorbereiten und Grunddüngung geben

Für Rotkohl empfiehlt sich ein tiefgründiger, gut durchlässiger und humusreicher Boden, mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden. Für Kohlkulturen im Garten wird ein pH-Wert von 6,5 bis 7 empfohlen. Ob du kalkst, richtet sich nach Bodenart und Bodenuntersuchung, und oberhalb des passenden Zielbereichs wird nicht gekalkt.

Eine Standard-Bodenanalyse bestimmt den pH und pflanzenverfügbares Phosphor, Kalium und Magnesium, löslichen Stickstoff beauftragst du gesondert. Die Probe nimmst du zwischen Herbst und Frühjahr oder nach der Ernte, nicht direkt nach einer Düngung. Mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Düngen.

Vorfrucht: Stickstoff aus dem Vorjahr

Hülsenfrüchte eignen sich als Vorfrüchte für Rotkohl, weil sie Stickstoff im Boden hinterlassen. Pflanzt du Rotkohl erst ab Juni, können vorher noch Salat oder Spinat als frühe Vorkultur auf dem Beet stehen. Als Gründüngung vor Kohl passen Phacelia oder Buchweizen, und Phacelia ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt. Welche Kultur wo stand, hältst du im Beetplaner für deine Fruchtfolge fest.

Häufiger Fehler

Senf, Ölrettich oder Raps als Gründüngung vor Rotkohl säen. Diese Pflanzen sind Kreuzblütler wie der Kohl selbst, und die Verwandtschaft kann die Kohlhernie begünstigen. Deshalb zählen sie zur Anbaupause für Kohl mit dazu.

Kompost und erste Hornmehl-Teilgabe einarbeiten

Bei der Pflanzvorbereitung arbeitest du Kompost ein. Als jährliche Grunddüngung werden für Starkzehrer wie Kohl etwa 5 l Kompost je m² empfohlen. Kompost verbessert bei sandigen Böden das Wasserhaltevermögen und bei schweren Böden die Krümelstruktur. Den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt er allein aber nicht. Rotkohl braucht als Kopfkohl viel Stickstoff, also gehört ein organischer Stickstoffdünger in die Grunddüngung. Liegen Phosphor oder Kalium laut Bodenanalyse stark erhöht, schränkst du die Kompostgabe ein.

Zahl im Blick

Hornmehl bekommt Kopfkohl bis maximal 150 g je m², aufgeteilt in zwei Teilgaben. Die Menge bezieht sich auf die Beetfläche und gilt für beide Teilgaben zusammen.

Marias Erfahrung

Ich wiege das Hornmehl für jedes Beet ab, statt es nach Gefühl zu streuen. Die erste Teilgabe arbeite ich zusammen mit dem Kompost flach ein und harke das Beet danach glatt.

Schritt 2: Die zweite Gabe nur bei Bedarf

Ob Rotkohl die zweite Hornmehl-Teilgabe überhaupt braucht, hängt davon ab, was dein Boden aus Humus und Ernteresten nachliefert. Die Obergrenze für beide Teilgaben ist keine Menge, die du ausschöpfen musst. Eine Messung des löslichen Stickstoffs im Boden hilft bei der Entscheidung.

Vor der zweiten Gabe schaue ich mir Blattfarbe und Wuchs an. Blasse oder gelbe Blätter können auf Stickstoffmangel hindeuten. Bei Grünkohl lässt aber schon Wassermangel die Blätter vergilben, deshalb prüfe ich zuerst die Feuchte unter der Oberfläche.

Zu Kulturbeginn hackst und jätest du das Beet. In Hitzeperioden gießt du regelmäßig, am besten abends.

Mehr Dünger ist nicht automatisch besser. Bei überwinterndem Blumenkohl etwa kann ein Stickstoffüberschuss weiches Wachstum auslösen, das Kälteschäden begünstigen kann. Woran du eine Überdüngung erkennst und wie du gegensteuerst, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Düngen.

Schritt 3: Rechtzeitig mit dem Düngen aufhören

Lagerkohl wird in der zweiten Hälfte der Kulturzeit nicht mehr gedüngt. Rotkohl, den ich für den Wintervorrat einlagern will, behandle ich als Lagerkohl. Da Hornmehl in zwei Teilgaben kommt und Lagerkohl in der zweiten Hälfte nichts mehr bekommt, gehört die zweite Teilgabe in die erste Hälfte der Kulturzeit.

Wo diese Hälfte beginnt, hängt an der Kulturdauer deiner Sorte. Ich schreibe bei der Pflanzung das Datum und die Kulturdauer der Sorte auf das Pflanzschild. Aussaat- und Pflanztermine für Rotkohl findest du im druckbaren Aussaatkalender für Kohl.

Kurz erklärt

Sommerformen von Rotkohl bilden eher lockere Köpfe, Winterformen festere Köpfe mit besserer Lagereignung. Wie fest ein Kopf wird, hängt also auch an der Form, die du anbaust. Für den Wintervorrat eignen sich Winterformen besser als Sommerformen.

Rotkohl im Hochbeet und im Kübel düngen

Ein frisch mit Reisig, Kompost und Gärtnererde aufgebautes Hochbeet setzt im ersten Jahr viel organisch gebundenen Stickstoff frei. Dort entscheide ich über Hornmehl erst, wenn ich sehe, wie die Pflanzen wachsen. In einem Hochbeet mit mineralischer Erde liefert die jährliche Kompostgabe die Grundnährstoffe, Stickstoff ergänzt du nach Bedarf der Kultur.

Auch im Kübel lässt sich Rotkohl ziehen. Länger im Gefäß stehende Kohlpflanzen können im Sommer je nach Versorgung eine stickstoffbetonte Nachdüngung brauchen. Bei torffreien Substraten kann trotz Vordüngung zusätzlicher Stickstoffbedarf entstehen, deshalb passt du die Düngung an die verwendete Erde an. Für die Nachdüngung im Kübel nehme ich Pflanzenjauche, die für starkzehrendes Gemüse wie Kohl in der Regel 1:10 mit Wasser verdünnt wird. Ich gieße sie an die Wurzeln und nicht über die Blätter.

Blattdüngung: Ergänzung für den Einzelfall

Blattdüngung ergänzt bei Rotkohl die Düngung über den Boden, sie ersetzt sie nicht. Ich greife dazu nur, wenn ich einen bestimmten Mangel vermute und die Grunddüngung erledigt ist. Helle Flecken zwischen den Blattadern können zum Beispiel auf Magnesiummangel hindeuten. Ob der Boden wirklich zu wenig Magnesium hat, zeigt eine Standard-Bodenanalyse, denn sie erfasst Magnesium mit. Oft genannt wird dafür Bittersalz, weil es Magnesium enthält, eine Wirkung ist damit aber nicht garantiert.

Beim Sprühen werden die Blätter nass. Bei Kohljungpflanzen beugt rasches Abtrocknen der Blätter dem Falschen Mehltau vor, deshalb sprühe ich nur, wenn die Blätter danach zügig abtrocknen können.

Mini-Checkliste

Ist der Boden unter der Oberfläche feucht genug? Liegt eine Bodenanalyse mit Magnesium und pH vor? Können die Blätter nach dem Sprühen rasch abtrocknen?

Nach der Ernte: Was aufs Beet folgt

Nach starkzehrendem Kohl kommen Möhren, Kopfsalat oder Spinat als Folgekulturen infrage. Diese Gemüse brauchen weniger Nährstoffe und gehören zu anderen Pflanzenfamilien. Rotkohl selbst kommt erst nach einer Fruchtwechselpause von 4 Jahren zurück auf dieses Beet.

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Häufige Fragen

Welche Nährstoffe braucht Rotkohl für ein gesundes Wachstum?
Im Mittelpunkt steht Stickstoff, denn Rotkohl gehört als Kopfkohl zu den Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf. Phosphor, Kalium und Magnesium düngst du nach einer Bodenanalyse, die diese Werte zusammen mit dem pH erfasst. Kompost gehört als Grundlage dazu, deckt den Stickstoffbedarf allein aber nicht.
Wie viel Dünger braucht Rotkohl pro Quadratmeter?
Als jährliche Kompost-Grunddüngung werden für Starkzehrer wie Kohl etwa 5 l je m² empfohlen. Hornmehl bekommt Kopfkohl bis maximal 150 g je m², aufgeteilt in zwei Teilgaben. Phosphor und Kalium richtest du nach der Bodenanalyse, statt feste Mengen auf Verdacht zu streuen.
Wann ist der beste Zeitpunkt, um Rotkohl zu düngen?
Kompost arbeitest du bei der Pflanzvorbereitung ein, ich gebe dabei auch die erste Hornmehl-Teilgabe. Die zweite Teilgabe gibst du nur bei Bedarf, bei Kohl fürs Lager in der ersten Hälfte der Kulturzeit. In der zweiten Hälfte wird Lagerkohl nicht mehr gedüngt.
Welche organischen Dünger eignen sich für Rotkohl?
Die Basis ist Kompost, den du bei der Pflanzvorbereitung einarbeitest. Als organische Stickstoffdünger eignen sich Hornmehl, Horngrieß und Hornspäne. Pflanzenjauche wird für starkzehrendes Gemüse wie Kohl in der Regel 1:10 mit Wasser verdünnt und an die Wurzeln gegossen. Hülsenfrüchte als Vorfrucht hinterlassen zusätzlich Stickstoff im Boden.
Welcher pH-Wert ist für Rotkohl richtig?
Für Kohlkulturen im Garten wird ein pH-Wert von 6,5 bis 7 empfohlen. Rotkohl selbst passt auf schwach saure bis schwach basische Böden. Ob du kalkst, entscheidest du nach Bodenart und Bodenuntersuchung, und oberhalb des passenden Zielbereichs wird nicht gekalkt.
Wie machst du eine Bodenanalyse für das Rotkohlbeet?
Du stichst über das Beet verteilt 10 bis 15 Teilproben und mischst sie zu einer Mischprobe. Die Teilproben stammen aus den oberen 30 cm des Bodens. Etwa 500 g davon gehen ans Bodenlabor, den löslichen Stickstoff beauftragst du dort gesondert. Nimm die Probe zwischen Herbst und Frühjahr oder nach der Ernte, nicht direkt nach einer Düngung.
Düngst du Rotkohl anders als Weißkohl?
Beide sind Kopfkohl und gehören zu den Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf, deshalb gilt für beide die Hornmehl-Obergrenze für Kopfkohl. Bei Weißkohl werden außerdem die Schwefelversorgung und ein passender Boden-pH betont. Kohl fürs Lager bekommt bei beiden Arten in der zweiten Hälfte der Kulturzeit keinen Dünger mehr.
Wie wendest du Blattdüngung bei Rotkohl richtig an?
Blattdüngung ergänzt die Düngung über den Boden, sie ersetzt sie nicht. Helle Flecken zwischen den Blattadern können auf Magnesiummangel hindeuten, ob er wirklich vorliegt, klärt eine Bodenanalyse. Sprüh nur, wenn die Blätter danach rasch abtrocknen können, denn bei Kohljungpflanzen beugt schnelles Abtrocknen dem Falschen Mehltau vor.
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