Warum heißt Eisbergsalat so? Herkunft und Geschichte des Eissalats
- Eissalat stammt ursprünglich aus einer kalifornischen Züchtung innerhalb der Kopfsalate.
- Vermutlich geht der Name Eisbergsalat auf den früheren eisgekühlten Bahntransport in Amerika zurück.
- Weil seine Blätter auch mit Dressing lange knackig bleiben, eignet er sich für kalte Buffets und Fertigsalate.
- Aus deutschem Freiland gibt es Eissalat von Mai bis Ende Oktober, Importe kommen meist aus Spanien, den Niederlanden und Italien.
- Im Beet können dauerhafte Temperaturen über 25 °C seine Kopfbildung beeinträchtigen.

Eisbergsalat klingt nach Frost und nach einem Salat, der Kälte wegsteckt. Der Name erzählt aber vermutlich vom Transport und nicht vom Wetter im Beet. Im Garten denkst du beim Eissalat besser an Wärme, denn dauerhafte Temperaturen über 25 °C können seine Kopfbildung beeinträchtigen. Ich plane meine Eissalat-Sätze deshalb mit Blick auf den Hochsommer und nicht nach dem Namen.
Warum heißt Eisbergsalat Eisbergsalat?
Vermutlich geht der Name Eisbergsalat auf den früheren eisgekühlten Bahntransport in Amerika zurück. Eissalat und Eisbergsalat sind dabei zwei Namen für denselben Salat. Das Eis im Namen stünde damit für die Kühlung unterwegs und nicht für eine Eigenschaft der Pflanze. Stimmt diese Deutung, verrät der Name nichts darüber, wie viel Frost ein Eissalat im Beet verträgt.
Woher stammt der Eissalat?
Ursprünglich stammt der Eissalat aus einer kalifornischen Züchtung innerhalb der Kopfsalate. Botanisch zählt er damit zu Lactuca sativa var. capitata aus der Familie der KorbblütlerKorbblütler sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten unter anderem Kopfsalat, Endivie, Chicorée und Schwarzwurzel gehören. In der Fruchtfolge zählen sie zu den besonders gefährdeten Familien und sollten nicht zu häufig auf derselben Fläche stehen.. Gezüchtet wurde er aus einer Gruppe, die es schon gab: Der Kopfsalat ist älter, der Eissalat als eigener Typ jünger.
Was die Züchtung hervorgebracht hat, merkst du beim Essen. Eissalat bildet einen festen Kopf, und seine Blätter bleiben auch mit Dressing lange knackig.
Eissalat ist ein uraltes Gemüse? Als eigener Typ beginnt seine Geschichte mit der Züchtung in Kalifornien. Alles, was davor liegt, gehört zur Geschichte des Kopfsalats, innerhalb dessen er entstanden ist.
Welche Rolle spielen Kühlung und Handel?
Vom kalten Buffet bis zum Fertigsalat
In der Küche fällt beim Eissalat eine Eigenschaft auf: Seine Blätter bleiben auch mit Dressing lange knackig. Deshalb passt er zu kalten Buffets, an denen Salat angemacht bereitsteht, und in Fertigsalate.
Weil er sich für Fertigsalate eignet, gilt für ihn in dieser Form auch die Regel für verpackten Schnittsalat. Fertig verpackt bleibt er durchgehend bei höchstens 7 °C gekühlt. Du isst ihn vor dem Verbrauchsdatum und wäschst ihn vorher noch einmal gründlich. Schwangere und immunsupprimierte Menschen sollten vorsichtshalber auf vorgeschnittene, verpackte Salate verzichten und ihren Salat lieber selbst aus frischen Zutaten zubereiten, die sie kurz vor dem Essen gründlich waschen.
Zu Hause kommt ein ganzer Kopf in den Kühlschrank, geschützt vor dem Austrocknen und nicht neben Äpfel, Birnen oder Tomaten. Wann du im eigenen Beet erntest und wie du den Kopf danach aufbewahrst, erklärt der Ratgeber, wie du Eissalat erntest und frisch lagerst.
Woher kommt dein Eissalat im Laden?
Aus deutschem FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle. bekommst du Eissalat von Mai bis Ende Oktober. Eingeführte Ware stammt meist aus Spanien, den Niederlanden und Italien. Ich schaue deshalb im Winter aufs Herkunftsschild: Zwischen November und April stammt ein Eissalat im Laden nicht aus deutschem Freiland.
Im Erwerbsanbau steht Eissalat im Raster von rund 50 × 30 cm, das sind etwa 7 Pflanzen je Quadratmeter. Auf einem Hektar wachsen dabei rund 70.000 Pflanzen.
Und der Nährwert?
Tabellenwerte je 100 g roh für Kopfsalat und weitere Arten findest du im Abschnitt über Nährwerte, Küche und Oxalsäure in unserem Ratgeber zu Salaten und Blattgemüse. Eissalat ist wie jeder Salat ein Lebensmittel und keine Medizin, bei Beschwerden ersetzt er keinen ärztlichen Rat.
Was bedeutet die Züchtung für dein Beet?
Hitze und lange Tage
Salat gehört zu den Langtagpflanzen und neigt bei langen Tagen und Hitze zum SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen.. Beim Eissalat können dauerhafte Temperaturen über 25 °C außerdem die Kopfbildung beeinträchtigen. Im Hochsommer treffen also beide Risiken zusammen: Der Salat schießt leichter, und gerade der feste Kopf, für den du ihn anbaust, kann leiden.
Für Sommersätze greifst du deshalb zu schossfesten Sorten, im Frühjahr zu Frühsorten und für späte Sätze zu Herbst- oder Wintersorten. Ganzjahressorten gelten als weitgehend tagneutral und schossfest. Blattlausresistente Sorten gehören im Hausgarten zu den bewährten Anbaumaßnahmen gegen Blattläuse an Salat.
Welche Eissalatsorten zu deinem Beet passen, zeigt der Ratgeber, wie du Eissalat im Gartenbeet bis zu festen Köpfen ziehst. Die Termine für deine Salatsätze hast du mit dem Aussaatkalender für Salate zum Ausdrucken im Blick.
Samen vom eigenen Eissalat
Als strenger Selbstbefruchter bestäubt sich Salat meist schon, bevor die Blüte aufgeht. Deshalb darfst du im Hausgarten mehrere Sorten im selben Jahr zur Samengewinnung blühen lassen, wenn zwischen ihnen einige Meter liegen. Das funktioniert mit samenfesten Sorten, denn sie geben ihre Merkmale an die Nachkommen weiter. Steht dagegen F1 auf der Samentüte, spalten die Eigenschaften in der nächsten Generation stark auf.
Für die Samen wählst du mindestens 10 schöne, sortentypische Pflanzen aus. Die zuerst schießenden nimmst du nie, sonst ziehst du dir früh schießende Salate heran. Damit züchtest du im Kleinen selbst: Welche Pflanzen Samen tragen, bestimmt die Merkmale der nächsten Generation.
Beim Eissalat schneide ich den festen Kopf beim Schossen oben vorsichtig kreuzweise ein, ohne das Herz zu verletzen. Die unteren welken Blätter nehme ich laufend ab, und den hohen Samenträger binde ich an. Ab der Blüte spanne ich ein Foliendach gegen Regen darüber.
Die Samen reifen unregelmäßig, etwa 12 bis 24 Tage nach der Blüte. Du erkennst reife Samen daran, dass sich die Köpfchen zu kleinen Pusteblumen öffnen und die Samen herausfallen, wenn du sie zwischen den Fingern reibst. Lagerst du das Saatgut kühl, trocken und beschriftet, bleibt es mindestens 3 Jahre keimfähig.





